126

Psychologie (Fach) / 03401 - Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie (Lektion)

FUH - Modul 1

Diese Lektion wurde von narzissenstern erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • Warum? Wissenschaftliche Psychologie vs. Alltagspsychologie Die wissenschaftliche Psychologie ist weniger fehlerbehaftet, weil sie bestimmte Methoden einsetzt, um psychologische Fragen zu beantworten. alltagspsychologischer Sprachgebrauch ist mehrdeutig und ungenau Bsp: „Stress“ kann von negativ bis positiv alles und für jeden etwas anderes bedeuten. Mehrdeutigkeit von Wörtern.
  • Alltagspsychologische Fehler beim Wahrnehmen, Erinnern und Denken Müller-Lyer-Täuschung (zwei gleichlange Linien die verschieden aussehen) Primacy- und Recency-Effekt – Urteilsverzerrungen die mit der Reihenfolge zusammenhängen. Zuerst und zuletzt angebotene Informationen merkt man sich besonders gut. Primacy-Effekt (Anfang) dabei bedeutender als Recency-Effekt (Ende) Fundamentaler Attributionsfehler (nach Ross und Mitarbeitern) Akteur-Beobachter-Fehler (nach Jones und Nisbett 1972) Beobachtet man ANDERE, leitet man Ihr Verhalten gern von ihrer PERSON ab. Erklärt man das EIGENE Verhalten, nennt man eher SITUATIVE Bedingungen. Eigenschaften einer Person führen zu Fehlern in der Wahrnehmung Bsp. Hoch sozial ängstliche Personen bewerten Situationen viel dramatischer
  • Fehler beim alltagspsychologischen Umgang mit Wahrscheinlichkeiten - Gigerenzer (2002) leistete Aufklärungsarbeit: Intuitiver Umgang mit Wahrscheinlichkeiten kontrastiert nicht selten mit den stochastisch korrekten Lösungen! Bsp.: Geburtsparadoxon, Ziegenproblem
  • Unzureichende Prüfung alltagspsychologischer Vermutungen Hypothesen (Vermutungen) werden nicht systematisch geprüft, sondern von Erfahrungen und Autoritäten etc. abgeleitet... Eindrücke entstehen oft anhand besonders auffälliger Einzelfälle, die jedoch nicht repräsentativ sein müssen Pygmalion- oder Rosenthal-Effekt: man sieht/findet was man erwartet (Bsp. Lehrer / Schüler-Studie) Suggestivfragen führen auch zu verfälschten Ergebnissen
  • Methoden als „Wege“ zur Wissenschaft Methodenlehre hat zentralen Stellenwert - Psychologie als empirische Wissenschaft setzt Methoden ein, die eine systematische Überprüfung und Weiterentwicklung von Theorien durch die geplante und wiederholbare Erhebung, Analyse und Interpretation von Erfahrungsdaten möglich machen. - Durch systematisches und methodisch kontrolliertes Vorgehen sollen Fehler minimiert werden.
  • Methoden der Psychologie als Wissenschaft Aus einer Theorie werden Hypothesen abgeleitet (Erkenntnisgewinnung folgt idealtypischen Ablauf) Für Hypothesen braucht man Theorien, diese müssen entwickelt werden dafür braucht es methodisch kontrollierte Einzelschritte, die mehrmals durchlaufen werden Eine Theorie enthält Begriffe, deren Bedeutung durch Explikations- und Definitionsmethoden festgelegt werden es braucht beobachtbare Indikatoren, müssen festgelegt werden Hypothetische Konstrukte = theoretische Begriffe (z.B. Stress) Eine Theorie besteht aus Begriffen, die zu Aussagen verknüpft worden sind. Diese müssen den Kriterien der Logik genügen/entsprechen. Im Gegensatz zur Alltagspsychologie geht die wissenschaftliche Psychologie wesentlich präziser und kontrollierter mit Sprache um und sie wendet spezifische Kriterien an, die festlegen unter welchen Bedingungen eine Erklärung als wissenschaftliche Erklärung gelten kann.
  • Theorien und Erfahrungsdaten Erfahrungsdaten (Daten zum Erleben und Verhalten) werden mit Begriffen und Aussagen der Theorie verknüpft Datenerhebung zum messen von Ausprägungsgraden von psychologischen Konzepten Messung psychischer Phänomene trägt zu empirischer Präzisierung bei, das ist zur Bewertung wichtig, genauso wie Objektivität (Unabhängigkeit der Messung vom Beobachter) Messvorschriften müssen genau expliziert sein
  • Empirische Wissenschaft = Die möglichst genaue und objektive Messung von psychischen Phänomenen ist eine zentrale Voraussetzung, um Vermutungen bzw. Hypothesen empirisch zu überprüfen. bei Praxisfragestellungen kann es sehr schwierig sein, alle notwendigen Mittel zur Ermittlung von Kausaleffekten einzusetzen (Befragung vor, während, nach einem Erlebnis, nicht betroffene Kontrollgruppe etc.) Skeptische Grundhaltung/Der systematische Zweifel als Voraussetzung für einen guten Wissenschaftler und zur Gewinnung neuer Erkenntnisse Kritische Prüfung von Hypothesen nicht durch Konfirmation (Belege sammeln), sondern durch Falsifikation (Widerlegungsversuch der Hypothese). Man spricht von einer mehr oder weniger guten Bewährung einer Theorie, je mehr Falsifikationsversuche scheitern. Daten können in Form von Zahlen oder in verbaler oder schriftlicher Form vorliegen, verlangen jeweils andere Analyseverfahren
  • Daten und Informationen in Form von Zahlen mit statistischen Methoden analysierbararithmetisches Mittel („Durchschnitt“) , .z.B. Durchschnittliches StressniveauStreuungs- oder Dispersionsmaße – wie stark sich einzelne Messungen voneinander unterscheidenDeskriptive Statistiken – Verfahren die Daten summarisch beschreibenInferenzstatistik – von Stichproben auf Populationsparameter schlussfolgernWahrscheinlichkeitstheorie – liefert formale Grundlagen für Schätzungen
  • Interventionsmethoden (ZB. Zur Vorbeugung), diese Methoden dienen dazu bestimmte Wirkungen zu erzielen, nicht zur wissenschaftlichen Aussagesicherung gedacht.
  • Anzeige
  • Berufs-praktische und politische Relevanz wissenschaftlicher Methodenlehre Argumentation anhand wissenschaftlicher Methoden, diese machen den Unterschied zur Alltagspsychologie
  • Begriffserklärung Methodologie = Lehre von Methoden u Wissenschaft / Technologien des Erkenntnisfortschritts
  • Begriffserklärung Wissenschaftstheorie = Grundlagen und Methoden wissenschaftlicher Erkenntnis
  • Begriffserklärung Erkenntnistheorie = Fragen nach Möglichkeit des Wissens: „Was ist Wahrheit?“ „Was können wir wissen?“
  • Was ist Wissenschaft nach Chalmers (1989) Wissenschaftliche Erkenntnis ist bewiesenes Wissen. Theorien werden nach einem strengen Verfahren aus der Erfahrung abgeleitet, die man durch Beobachtung und Experiment gewonnen hat. Wissenschaft beruht auf unsere Fähigkeit zu hören, sehen, fühlen usw. Persönliche Ansichten oder Vorlieben und Spekulationen sind in der Wissenschaft fehl am Platz. Wissenschaft ist objektiv. Wissenschaftliche Erkenntnis ist zuverlässiges Wissen, weil es objektiv überprüftes Wissen ist.
  • Der naive Empirismus / Induktivismus Prämissen: → P1 Wissenschaft beginnt mit Beobachtung, die auf sinnlicher Erfahrung basiert → P2 Aussagen über die Welt sind wahr wenn unvoreingenommener Beobachter seine Sinnesorgane benutzt und gewissenhaft berichtet, was er wahrnimmt. Beobachtungsaussagen = Grundlagen von Theorien → Einzelaussagen (z.B: Am 18.05 ging in HH um 20h die Sonne unter) → allgemeine Sätze ( z.B. die Sonne geht an jedem Ort zu einer bestimmten Zeit unter) Bei vorliegen bestimmter Bedingungen kann von Einzelaussagen auf allgemeine Sätze geschlossen werden. → Bedingungen : → B 1. Verallgemeinerung muss auf großer Anzahl von Beobachtungsaussagen sein → B 2. Beobachtungen müssen unter großer Vielfalt von Bedingungen wiederholt worden sein → B 3 . Keine Beobachtungsaussage darf im Widerspruch zu dem allgemeinen Gesetz stehen
  • Induktionsprinzip: Wenn eine große Anzahl von A‘s unter einer großen Vielfalt von Bedingungen beobachtet wird, und wenn alle diese beobachteten A‘s ohne Ausnahme die Eigenschaft B aufweisen, dann weisen alle A‘s die Eigenschaft B auf.“ Induktives Schließen = Beobachtungsaussagen → Gesetze und Theorien Deduktives Schließen = Gesetze u Theorien → Erklärung und Vorhersage
  • Kritik am (naiven) Induktivismus Induktionsprinzip lässt sich nicht logisch oder erfahrungsbasiert begründen Bedingung 1 (große Anzahl Beobachtungen) und 2 (große Vielfalt) für gültige induktive Schlüsse sind vage und zweifelhaft (welche Anzahl, was ist wichtig für Vielfalt?) --> Rückzug auf Wahrscheinlichkeitsaussagen ( Induktionsproblem wird dadurch nicht gelöst, und Wahrscheinlichkeitsberechnung wird Problematisch) Beobachtungen sind unsicher und Hypothesen geleitet (Gorillabeispiel) Wissenschaft beginnt nicht mit Erfahrung, sondern mit Theorie Sowohl die Prämissen P1 und P2, als auch die Verallgemeinerungsbedingungen,B1, B2 und B3 des (naiven) Induktivismus sind falsch bzw. problematisch! Lösung einiger Probleme durch Karl R. Poppers kritischen Rationalismus:
  • Kritischer Rationalismus und Falsifikation. Grundlegende Annahmen: Beobachtung ist Theorie geleitet und setzte Theorien voraus Theorien sind spekulative und vorläufige Vermutungen zur Lösung von Problemen Theorien müssen nach strengen Kriterien durch Beobachtung und Experiment überprüft werden Theorien, die der Überprüfung nicht standhalten, müssen durch neue Theorien ersetzt werden Fortschritte durch Versuch und Irrtum Grundsatz des Falsifikationismus: Durch Beobachtung kann nicht nachgewiesen werden, dass eine allgemeine Aussage wahr ist, aber dass sie falsch ist
  • Raffinierter Falsifikationismus (Popper) Falsifikationsprinzip: Hypothesen können nicht verifiziert, aber falsifiziert werden Prüfung einer Theorie/Hypothese durch Befunde, die gegen die Theorie sprechen Eine Hypothese wird umso „wahrer“ bzw. bewährter, je häufiger Widerlegungsversuche scheitern Keine absolute Wahrheit und Gewissheit, aber mehr oder weniger gute Bewährung einer Theorie
  • Voraussetzungen/Bedingungen f Falsifikationsprinzip Theorien müssen falsifizierbar sein und empirischen Gehalt haben Problem: Auch das Falsifikationsprinzip kann nur funktionieren, wenn Beobachtungsaussagen zutreffend/sicher sind falsche Beobachtungsaussage würde möglicherweise richtige Theorie widerlegen
  • Dogmatischer, Naiver und Raffinierter Falsifikationismus Popper0 (dogmatischer Falsifikationismus): Wissenschaft kann Theorien nur widerlegenVoraussetzung: absolut wahre Basissätze Popper1 (naiver Falsifikationismus): Theorien können nicht endgültig empirisch widerlegt werdenAber: Basissätzen wird der Status „unproblematisch“ zugesprochen, d.h. sie sind zwar selbst nicht theoriefrei, gehören aber zu sicheren, unproblematischen, bewährten BeobachtungstheorienWarum naiv: auch Beobachtungstheorien sind unsicher, fallibelFalsifikation durch Basissätze eigentlich nicht endgültig möglich Popper2 (raffinierter Falsifikationismus): Nicht mehr Widerlegung von Theorien, sondern höherer empirischer Gehalt (Informationsgehalt) und höherer Grad der Bewährung im Vergleich zu anderen TheorienTheorien werden nur dann aufgegeben, wenn alternative Theorien mit höherem Informationsgehalt und höherem Bewährungsgrad vorliegen Kritik an Falsifikationismus (Imre Lakatos) : Vorschlag = relativer statt absoluter Falsifikationismus?
  • Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme ( Entwickelt von Lakatos) Elemente von Forschungsprogrammen (Strukturen) Harter Kern: grundlegende theoretische Annahmen, die unfalsifizierbar gemacht werden („methodologische Entscheidung eines Protagonisten“) Schutzgürtel: falsifizierbares Netz von Annahmen, die den harten Kern ergänzen (Hilfshypothesen, Beschreibung der Randbedingungen etc.) Negative Heuristik: Forderung, dass während der Entwicklung eines Programms dessen harter Kern unangetastet bleibt → konservatives, konventionelles Element!! Positive Heuristik: methodologische Hinweise zur Ergänzung des harten Kerns – was muss getan werden, um den widerlegbaren Schutzgürtel raffinierter zu gestalten: Hilfshypothesen, mathematische und experimentelle Techniken
  • Kriterien zur Bewertung von Forschungsprogrammen Gewisses Maß an Kohärenz (Zusammenhang) und Möglichkeiten für zukünftige Forschung Zumindest gelegentlich Entdeckung neuartiger Phänomene/Vorhersagen (progressive und degenerative Programme) Problem: ab wann ein Forschungsprogramm „degeneriert“ ist, kann nicht -- neue kreative Veränderungen des endgültig entschieden werden Schutzgürtels können eine neue progressive Phase einleiten
  • Domain-Programme und Quasi-Paradigmen Psychologische Domain-Programme (Typ a)  Problemfeld (Domäne) vorhanden → Suche nach brauchbaren Theorien Problemfeld definiert durch Annahmekern, Bsp. AngstentwicklungQuasi-Paradigmen (Typ b)  Theorie (Quasi-Paradigma) vorhanden →Suche nach Anwendungsmöglichkeitenƒ(Bsp.: Verstärkungskonzeption des Lernens)Bedeutungƒ: Empirie/Erfahrung kann nicht das alleinige Kriterium für die Tauglichkeit einer Theorie sein → ein- und dieselbe Theorie kann sich in unterschiedlichen Domänen unterschiedlich bewähren Beispiel Praxis: - bei vielen Probleme: viele Lösungstheorien mit unterschiedlich starker Wirkung - umgekehrt: eine präferierte Theorie zur Lösung verschiedener Probleme
  • Paradigmen u. Paradigmenwechsel durch wissenschaftliche Revolutionen – die Wissenschaftsgeschichte wird eher zum „äußeren“ Bereich der Wissenschaft gezählt.Wissenschaftstheorie als „übergeordnete Disziplin“ Aufgabe: Aussagesysteme der Wissenschaft schaffen. Zuordnung zu soziokulturellen Aspekten der Wissenschaft, nicht zur Wissenschaftstheorie selbst.Diese traditionelle Trennung kann heute nach Kuhn kaum noch erfolgen.
  • Worum geht es bei Kuhn? Wissenschaftsentwicklung verläuft nicht geradlinig, man kann nicht von kontinuierlichem Wissenschaftsfortschritt sprechen. Phasen normaler Wissenschaft werden von Perioden revolutionärer Wissenschaft erschüttert. Das Paradigma, welches in der Phase normaler Wissenschaft bei der Wissenschaftsgemeinschaft (scientific community) die Basis der Forschung bildete, wird in der revolutionären Phase durch ein neues Paradigma in Frage gestellt und schließlich überwunden. Zitat Max Planck: Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass die Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist. Zwei gelegentlich zitierte Sätze, die, je nach Perspektive, als Beweis menschlicher Schwäche, als Bestätigung der psychologischen Balance- und Dissonanztheorien, jedoch auch im Sinne Kuhns als Herausforderung an die Wissenschaftstheorie gewertet werden können, da sie Bedingungen mangelnder Rationalität wiss. Handelns aufzeigen.
  • Die Kuhnsche Phasenlehre Phase (Prä- oder vor paradigmatische Phase / Proto-Wissenschaft) Phase (normale Wissenschaft) Phase (Krise) Phase (Auftauchen eines Theorieanwärters)/ verläuft evtl. parallel zu Phase 3 Phase (wissenschaftliche Revolution) Phase (neues Paradigma) 1. Phase (Prä- oder vor paradigmatische Phase / Proto-Wissenschaft) Es wird weder ein Paradigma gesucht, noch von einer scientific community gesprochen, Forschung wird als Einzelaktivität betrieben.Später revidierte Auffassung: Forscher seien auch in dieser Phase von etwas geleitet, das einem Paradigma ähnlich sei.Phase der Proto-Wissenschaft, die gekennzeichnet ist von der Suche nach brauchbaren Methoden, Problemen und Lösungswegen. 2. Phase (normale Wissenschaft) entsteht durch wissenschaftlich. Revolutionen oder den Übergang von Proto- zu normaler WissenschaftÜbergang zur „Reife“ nicht leicht bestimmbar (normale Wissenschaft ist nach Kuhn ebenfalls kein in sich geschlossenes Unternehmen)Kennzeichen normaler Wissenschaft: Starkes Netz v. Verpflichtungen begrifflicher, theoretischer, instrumenteller und methodologischer Art für die Scientific Community, die nicht in Frage gestellt, sondern „ausgebeutet“ werden.Ein Paradigma liefert nicht nur eine starre Sicht der Dinge, sondern auch Lösungswege und Probleme.Rätsel lösen und Aufräumarbeit: Es wird versucht, die Natur in die starre Schublade des Paradigmas hineinzuzwängen. Was nicht passt, wird ignoriert.Die untersuchten Gebiete sind klein, die Sicht ist stark eingeengt -> wesentlich für die Entwicklung der Wissenschaft, da Zwang zu Genauigkeit und Tiefe (so fällt sofort auf, wenn das Paradigma nicht mehr funktioniert).Solange das Paradigma erfolgreich ist, wird an ihm festgehalten. 3. Phase (Krise) Das Paradigma erweist sich als unbrauchbar, um wichtige Rätsel zu lösen.Zur Aufrechterhaltung werden Modifikationen am Paradigma angebracht. 4. Phase (Auftauchen eines Theorieanwärters) / verläuft evtl. parallel zu Phase 3 Unzufriedenheit mit ad hoc-Modifikationen der TheorieWissenschaftler od. Wissenschaftlergruppen suchen nach neueren Theorien, die Anomalien bzw. Erscheinungen, die mit dem bisherigen Paradigma unvereinbar waren, zu erklären. (Lavoisiers: Dem experimentellen Nachweis des Sauerstoffs ging z. B. eine Sauerstofftheorie der Verbrennung voraus.) 5. Phase (wissenschaftliche Revolution) Wissenschaftliche Revolution durch Krise des alten Paradigmas und Anwärter einer neuen Theorie.Das neue Paradigma beginnt sich durchzusetzen. 6. Phase (neues Paradigma) Das neue Paradigma wird zur Grundlage einer neuen, normalen Wissenschaft, bis eine weitere Revolution es erneut in Frage stellt.
  • Kritik an Kuhn 1. Terminologie (Ungenauigkeit im Umgang mit Begriffen. Der Begriff „Paradigma“ wird in 21 versch. Bedeutungen verwendet (z. B. als Modell, Tradition, Philosophie, Plan, akzeptiertes Muster, Maßstab, Errungenschaft usw.) 2. Zirkeldefinitionen (Das Paradigma wird als das definiert, was den Mitgliedern einer Wissenschaftlergemeinschaft gemeinsam ist. Die Wissenschaftler -gemeinschaft wird ihrerseits aber wieder als Menschengruppe gesehen, die ein Paradigma gemeinsam hat.) Kuhns Reaktion: Das Buch „Postskript“ „Paradigma“ ist nach Kuhns Meinung von ihm selbst in 2 versch. Bedeutungen verwendet worden: Paradigma im ersten Sinn („Paradigma1“ / „disziplinäre Matrix“), ist die ganze Konstellation von Meinungen, Werten, Methoden usw., die von den Mitgliedern einer Gemeinschaft geteilt werden. Es beschreibt also die soziol. Seite des Paradigmas. Paradigma im zweiten Sinn, (Paradigma2 / „Musterbeispiel“), ist für Kuhn ein Element in der Wissenschaftsgemeinschaft, konkrete Problemlösungen, die als Vorbilder oder Beispiele gebraucht, explizite Regeln als Basis für die Lösung der übrigen Probleme der normalen Wissenschaft` ersetzen können“.Kuhns Erläuterungen bleiben unscharf.
  • Definition "Begriff" setzt sich aus Intension (Begriffsinhalt) und Extension ( Begriffsumfang) zusammen ist ein Zeichen (Signifikant), das etwas (Signifikantes) bezeichnet das von einem Begriffswort (Prädikator) Bezeichnet umgrenztes Abstraktum, das eine Summe von Einzelvorstellungen aufgrund von Merkmalen zusammenfasst reduziert die Komplexität durch Abstraktion (Absehen von Details der Einzelereignisse und Hervorhebung verbleibender Merkmale) fasst Objekte oder Ereignisse zu Klassen aufgrund von Merkmalen zusammen
  • Anzeige
  • Intension: (Begriffsinhalt) Intension des Begriffes „Mensch“ = die Merkmale belebt, sterblich, auf zwei Beinen gehend, ungefiedert, vernunftbegabt, Werkzeuge produzierend etc Kernintension ist ein MUSS: Baumstamm bei Baum Randintension ein KANN : Weiße Rinde, bei Birke
  • Extension: (Begriffsumfang) Extension des Begriffes „Mensch“ = die Gesamtheit aller Menschen
  • Mehrdeutigkeit sprachlicher Zeichen Ein-eindeutige Beziehung = einem Zeichen kommt genau eine Bedeutung zu (muss nicht zwingend vorliegen, da sonst zu viele Zeichen notwendig wären) Ein-mehrdeutige Beziehung = ein best. Zeichen ist mit mehreren Bedeutungen verbunden (versch. Verwendung eines Begriffs in versch. theoretischen Kontexten, unproblematisch, wenn Wissenschaftler sich über den jeweiligen theoretischen Kontext einig sind) Mehr-Eindeutigkeit = mehrere Zeichen haben dieselbe Bedeutung (unproblematisch, wenn synonyme Verwendung eindeutig ist, z.B. Begriffe „Verstärkung“ und „Bekräftigung“ in Lerntheorien) Mehr-mehrdeutig = mehrere Zeichen mit denselben und zwar jeweils mehreren Bedeutungen (problematisch, wenn Begriffe eng miteinander verwoben sind, z. B. Begriff der „Persönlichkeit“, „Selbst“ und „Charakter“, Mischel und Morf 2003, wenn ähnliche Forschungsgegenstände in versch. Teilgebieten der Psychologie untersucht werden, kann zur Verschwendung von Ressourcen sowie zu einer Verdopplung von theoretischen und empirischen Befunden führen)
  • Vagheit sprachlicher Zeichen Bedeutung eines Begriffs kann nicht genau angegeben werden Extension und/oder Intension sind unbestimmt Extensionale Unbestimmtheit bei ausreichender intensionaler Bestimmtheit ist unproblematisch und quasi Voraussetzung für die Möglichkeit von Wissenschaft, sich an neue, noch nicht erfasste Gegebenheiten anzupassen, d.h. sich dynamisch weiter zu entwickeln.“ (Groeben & Westmeyer, 1981) Weite Extension: bezeichnet eine hohe Anzahl von Elementen; es können neue Elemente hinzukommen und Begriffe extensional erweitern (z. B. Persönlichkeit, Angst...). Nur wenn ein Begriff intensional bestimmt ist, kann Einigkeit darüber erzielt werden, welche Elemente zur Extension eines Begriffes gehören und welche nicht.
  • Definitionsarten vollständige Definitionen: Explizite Definitionen stellen Identität zw. Definiendum und Definiens her, indem sie das neu eingeführte Zeichen mit bereits eingeführten Zeichen gleichsetzen (z. B. Belohnung gleich Anwendung eines positiven oder Entfernung eines negativen Verstärkers - Begriffe, wie z.B. hier positiver/negativer Verstärker werden als bekannt vorausgesetzt) Kontextdefinitionen geben adäquate Ausdrücke an, in denen das neue Zeichen vorkommt (Relationsbegriff, kennzeichnend z. B. bei Namensgebungen: „Sigmund Freud ist der Begründer der Psychoanalyse.“) partielle und bedingte Definitionen sind mit einer Bedingung verknüpft, die gelten muss, um Begriff anwenden zu können über die Anwendbarkeit eines Begriffes lässt sich erst eine Aussage treffen, wenn die Bedingung bezeichnet ist treten häufig in Form operationaler Definitionen auf, in denen neben dem Begriff noch eine Test- bzw. Prüfungsoperation und ein Test- bzw. Prüfungsresultat vorkommt Problem: Operationale Definitionen weichen oft dem Problem der Bedeutungsgebung aus (siehe HAWIE – Hamburg-Wechsler-Intelligenz-Test S. 39), indem sie Definitions- und Feststellungsmethoden vermischen
  • Explikation (Erklärung eines Begriffes) Bei einer Explikation wird ein Begriff weiterentwickelt, indem ein unexaktes Explikandum in ein exakteres Explikat überführt wird. Begriffsexplikationen sind in der Psychologie insbesondere dann notwendig, wenn umgangssprachliche Begri ffe (z.B. Angst, Persönlichkeit, Wille) als wissenschaftliche Begriffe verwendet werden sollen
  • Ein Begriff muss, um als adäquates Explikat für ein gegebenes Explikandum gelten zu können, bestimmte Bedingungen erfüllen: Ähnlichkeit mit dem Explikandum: Explikat muss in den meisten Fällen, in denen bisher das Explikandum verwandt wurde, anwendbar sein.Exaktheit: für Explikata müssen präzise Gebrauchsregeln und Anwendungsvorschriften vorhanden sein.Fruchtbarkeit: Explikat führt zu allgemeinen Aussagen und macht neue Beziehungen deutlich, die mit dem Explikandum nicht deutlich geworden wärenEinfachheit (nachgeordnet)
  • Was ist eine Theorie Theorie ist vergleichbar mit kompliziertem räumlichen Netz. Begriffe entsprechen Knoten, Fäden den Definitionen und Hypothesen, die der Theorie entsprechen. Schwebt über Ebene der Beobachtung und ist in Interpretationsregeln verankert.
  • Strukturalistische Theorienkonzept: Ein seit Anfang der 1970er Jahre entwickeltes wissenschaftstheoretisches Forschungsprogramm, in dem vom herkömmlichen Theoriebegriff, welcher Theorien als reine Mengen von Aussagen auffasst, abgegangen wird. Diese Position wird auch non-statement view genannt.
  • Non-Statement-View Die abstrakte Struktur von Aussagen ist wichtig, nicht ihr Inhalt. Nicht-Aussagen-Konzept Der Strukturkern einer Theorie enthält allgemeine Gesetze, dazu gibt es Nebenbedingungen die alle Anwendungen miteinander verbinden und die Menge der intendierten Anwendungen, die eine offene Menge darstellen. Die nicht Aussagen Konzeption (non statement view) ist ursprünglich auf Physikalische Theorien bezogen. Herrmann hat Teile davon auf die Psychologie übertragen.
  • Statement-View (Hempel) fasst Theorien als reine Mengen von Aussagen auf alles „schwebt“ über der „Beobachtungsebene“ die Knoten sind Begriffe, die Fäden sind Definitionen neue Theorie heißt also neue Sprache lernen das Gesamtbild setzt sich aus 3 Komponenten (Vergleich: Fischernetz) zusammen: Beobachtungssprache: Aussagen, die außer den logischen Zeichen nur Beobachtungsbegriffe enthalten. Beobachtungsebene, über der sich das Netz befindet. Theoretische Sprache: Aussagen, die außer den logischen Zeichen nur theoretische Begriffe enthalten. KNOTEN System der Zuordnungsregeln: Aussagen, die logische Zeichen, Beobachtungsbegriffe und theoretische Begriffe enthalten und als Interpretationsfäden fungieren. VERBINDUNGSFÄDEN
  • Woran erkennt man, ob eine Theorie „gut oder schlecht“, „richtig oder falsch“ ist? 10 Kriterien von Dennis und Kintsch (2007) Deskriptive Angemessenheit (Descriptive adequacy): Stimmt die Theorie mit vorliegenden verhaltensbezogenen, physiologischen, neuropsychologischen und anderen empirischen Daten überein? Dieses Kriterium betrifft das Ausmaß, in dem die aus einer Theorie ableitbaren Beobachtungen bestätigt werden können. Präzision und Interpretierbarkeit (Precision and interpretability): Ist die Theorie so präzise beschrieben, dass sie leicht und eindeutig verstanden und interpretiert werden kann? Dieses Kriterium betrifft die oben skizzierte Vagheit und Mehrdeutigkeit von Begriffen, die sich mehr oder weniger durch eine ganze Theorie ziehen können. Kohärenz und Konsistenz (Coherence and consistency): Enthält die Theorie logische Fehlschlüsse? Bilden die unterschiedlichen Komponenten ein kohärentes Ganzes? Stimmt die Theorie mit Theorien aus anderen Bereichen überein (z. B. biologischen Gesetzmäßigkeiten)? Vorhersage und Falsifizierbarkeit (Prediction and falsifiability): Ist die Theorie so formuliert, dass empirische Prüfungen zu einer Widerlegung der Theorie führen können? Kriterium entspricht der Hauptforderung des kritischen Rationalismus. Erklärungswert (Postdiction and explanation): Erklärt die Theorie bereits vorliegende emp. Befunde? Eine Theorie sollte auch nach dem Ausmaß bewertet werden, in dem sie bereits eingetretene Ereignisse erklären kann (Retrognose). Einfachheit (Parsimony): Ist die Theorie so einfach wie möglich? Dieses Kriterium ist in gewisser Weise relativ und nachgeordnet, da Theorien auch kompliziert sein können, weil es einfacher nicht geht (Ockham’s Razor Prinzip: Entitäten dürfen nicht ohne Notwendigkeit vermehrt werden und einfachere sind komplizierteren Theorien vorzuziehen, wenn sie dieselben Phänomene erklären können). Originalität (Originality): Ist die Theorie neu oder reformuliert sie bestehende Theorien? Breite (Breadth): Lässt sich die Theorie auf einen weiten Phänomenbereich anwenden oder ist sie auf einen engen beschränkt? Gerade in der Psychologie gibt es viele Mini-Theorien, die nur unter ganz best. Randbedingungen auf sehr spezifische Phänomene anwendbar sind. Theorien sollten aber einen möglichst breiten Anwendungsbereich haben. Angewandte Relevanz (Usability): Hat die Theorie Implikationen für angewandt-psychologische Fragestellungen („Nichts ist praktischer, als eine gute Theorie“, Kurt Lewin)? Relevanz für die Lösung sozialer und psychischer Probleme, ist also ebenfalls ein wichtiges Bewertungskriterium.Rationalität (Rationality): Macht die Theorie Annahmen über die „Architektur“ des psychischen Systems, die im Lichte von evolutionären Bedingungen, Sinn machen? Fragliches Kriterium, das die Evolutionstheorie als Bedingung für die Angemessenheit anderer Theorien einsetzt.
  • Erklären, Vorhersagen, Verändern Das bekannteste Erklärungsmodell stammt von Hempel und Oppenheim (Hempel, 1977) und beschreibt die Struktur deduktiv-nomologischer Erklärungen (DN- bzw. HO-Schema). Jenes Schema bezieht sich in erster Linie auf physikalische Naturgesetze, wurde aber auch innerhalb der Psychologie kritisch diskutiert.
  • Eine deduktiv-nomologische Erklärung besteht aus dem Explanans und dem ExplanandumDas Explanans besteht aus allgemeinen Gesetzen (Hypothesen oder theoretische Annahmen) und Antezedenzbedingungen bzw. Sätzen, die die Antezedenzbedingungen beschreiben.Das Explanandum beinhaltet eine Beschreibung des zu erklärenden Ereignisses und wird logisch aus dem Explanans abgeleitet. G: Wenn eine Person hohe Prüfungsangst hat, so verringert sich ihre Leistung bei kognitiven Aufgaben A: P hatte Prüfungsangst ------------------------- E: P erbrachte eine verringerte Leistung Zusätzlich müssen korrekte deduktiv-nomologische Erklärungen sogenannten Adäquatheitsbedingungen genügen, nämlich: 1. Das Argument, das vom Explanans zum Explanandum führt, muss logisch korrekt sein. 2. Das Explanans muss mindestens ein allgemeines Gesetz enthalten. 3. Das Explanans muss empirischen Gehalt besitzen. 4. Die Sätze, aus denen das Explanans besteht, müssen gut bewährt sein. Die Anforderungen des HO-Schemas können in der Psychologie meistens nicht erfüllt werden. Kann die Psychologie folglich keine wissenschaftlichen Erklärungen liefern? Zumindest nicht solche, die den Bedingungen des Schemas genügen (Bsp. Jonas / Arsen / Bus)
  • probabilistischer Kausalerklärungen Für die Psychologie eignet sich nach Westmeyer (2003, 2006) das Modell probabilistischer Kausalerklärungen nach Humphreys (1989) deutlich besser: Y in S zur Zeit t (tritt auf, lag vor) aufgrund von F trotz I. Y = ein Ausdruck, der sich auf eine Eigenschaft oder eine Änderung in einer Eigenschaft bezieht. S = ein Ausdruck, der sich auf ein System bezieht. F = eine (nicht-leere) Liste von Ausdrücken, die sich auf zu Y beitragende Ursachen bezieht. I = eine (u.U. leere) Liste von Ausdrücken, die sich auf Y entgegenwirkende Ursachen beziehen. Beispiel: „Bei Kurt stellte sich Redeangst ein als er vors Publikum trat, da er seine Schwiegereltern und seinen Erzrivalen bemerkte, trotzdem er ein Experte auf seinem Gebiet war.“ Bedingungen: Damit etwas Ursache ist, muss es unveränderlich eine Wirkung hervorrufen. Probabilistische Ursachen erzeugen Änderungen in der Auftrittswahrscheinlichkeit der Wirkung: zu Y beitragende Ursachen erzeugen eine Zunahme, Y entgegenwirkende Ursachen erzeugen eine Abnahme der Auftrittswahrscheinlichkeit von Y. Der entscheidende Punkt an diesem Erklärungsmodell ist, dass „F trotz I“. Dabei handelt es sich um Listen der zu Y beitragenden bzw. Y entgegen-wirkenden Ursachen. Demnach könnte ein Ereignis A nur dann als Ursache bezeichnet werden, wenn: A zeitlich vor B liegtA und B kovariierenfür das Auftreten von B nur das Eintreten von A verantwortlich ist Die letzte Forderung ist für die meisten psychischen Phänomene, z.B. psychische Störungen nicht erfüllbar, da sie von mehreren Bedingungen abhängen, die teilweise gar nicht mehr rekonstruierbar sind → multikausale Bedingtheit psych. Phänomene. Vorhersage: Wenn Gesetzesaussagen bekannt sind und Antezedensbedingungen (bestimmte Randbedingungen für psychologische Theorien) korrekt diagnostiziert werden können, dann ist eine Vorhersage möglich. Wegen der vorher genannten Merkmale von Gesetzen im psychischen Phänomenbereich (Wahrscheinlichkeitsaussagen, Multideterminiertheit, mangelnde Rekonstruierbar-keit) sind aber keine 100%, deterministischen Vorhersagen, sondern lediglich Wahrscheinlichkeitsaussagen möglich. Veränderung: Psychische Phänomene können zumeist nicht einfach durch „Umkehrung“ ihrer Entstehungsbedingungen verändert werden, da die Bedingungen und Prozesse, die zur Entstehung eines bestimmten Merkmals beigetragen haben, nicht vollständig rekonstruierbar sind. Besondere Methoden u. Kontextbedingungen, wie sie z.B. im Rahmen von Psychotherapie oder Coaching-Maßnahmen geschaffen werden, sind erforderlich, um einmal etablierte habituelle Merkmale u. stabile Verhaltensmuster zu verändern. Praktisch-psychologische Tätigkeit sind nicht gleichzusetzen mit der direkten Anwendung grundwissenschaftlicher Theorien.Theorien und enthaltene Gesetze gelten nur unter den Ideal-Bedingungen, unter denen sie aufgestellt und geprüft wurden.Praktisch-psychologisches Handeln unterliegt noch vielen anderen Kontext-bedingungen, die in der psych. Forschung niemals für jeden vorstellbaren Einzelfall berücksichtigt werden können.Theorien haben für die Praxis deshalb heuristische Funktion und können Problemlösungen stimulieren.Sie können zu einer relativ rationalen Rechtfertigung praktisch-psych. Handelns beitragen.
  • Voraussetzung von spontanen Einfällen und Ideen für neue Theorien und Hypothesen vorherige intensive Beschäftigung des Themas im entspannten Kontext gerade nicht darüber nachdenkt ( bad, bedroom, bicycle) manchmal bestimmte Umweltreize
  • Gegenüberstellung der Induktion, Abduktion und Deduktion Induktion:(C) Kermit quakt. (B) Kermit ist ein Frosch. (A) Alle Frösche quaken Deduktion:(A) Alle Frösche quaken. (B) Kermit ist ein Frosch. (C) Kermit quakt. Abduktion:(A) Alle Frösche quaken. (C) Kermit quakt. (B) Kermit ist ein Frosch. Abduktionsschluss kann leicht falsch sein, leitet aber zur neuen Erkenntnis, die man induktiv und deduktiv überprüfen kann.
  • Klassifizierung von Heuristiken nach McGuire Heuristiken, die Sensitivität gegenüber ungewöhnlichen oder provozierenden Phänomenen erfordern → Untersuchung von „normalen“ Kindern aus sozial schwierigen Familien Einfache konzeptuelle Analysen → „Gewalt-PC Spiele machen aggressiv“ wird zu „Aggressive spielen Gewalt-PC Spiele“ Komplexe Konzeptuelle Analysen → Tools-to-Theories-Heuristik = Analogieschluss oder metaphorische Übertragung eines wissenschaftlichen Werkzeugs (Computer) auf eine wissenschaftliche Fragestellung (Wie funktioniert Denken?) Die Theorie würde dann z.B. heißen, dass der Mensch ein informationsverarbeitendes System ist. Reinterpretation bestehender Forschungsergebnisse → Hier fällt einem möglicherweise ein Widerspruch verschiedener Studien auf, den man zum Ausgangspunkt einer neuen Theorie macht Datensammlung und Reanalyse bestehender Datensätze → wie 4.
  • 7 idealtypische Phasen empirischer Untersuchungen Wahl der Forschungsfragestellung Theoretische Einbettung und Abteilung von Hypothesen Operationalisierung und Untersuchungsplanung Durchführung der Untersuchung und Datenerhebungsmethoden Datenanalyse und Hypothesenprüfung Interpretation und Diskussionsthema Präsentation und Publikation
  • 7 idealtypische Phasen empirischer Untersuchungen -(1) Wahl der Forschungsfragestellung Nach Auswahl des Themas ( sollte einen interessieren) bereits vorhandene Theorien und Ansätze lesen und darüber nachdenken.