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Psychologie (Subject) / Grundlagen und biopsych. Modelle (Lesson)
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- Induktion und Deduktion Induktion und Deduktion Induktion: vom Einzelnen zum Allgemeinen Deduktion: vom Allgemeinen zum Besonderen
- Falsifikationsprinzip (Karl Popper) Falsifikationsprinzip (Karl Popper) Annahmen lassen sich empirisch nicht verifizieren, jedoch falsifizieren. Karl Popper: Wissenschaftlicher Fortschritt entsteht durch empirisches Ausschliessen falscher Aussagen.
- Null- vs. Alternativhypothese Null- vs. Alternativhypothese Alternativhypothese: das, woran der Forscher glaubt Nullhypothese: das, was widerlegt werden soll (Nullhypothese besagt, es besteht null Unterschied bzw. null Zusammenhang) Falsifizierbarkeitman muss die Hypothese so formulieren, dass man daraus eine Untersuchung ableiten kann, deren Ergebnis entweder zeigt dass die Vermutung richtig war und es einen Unterschied gibt, dann wird die Alternativhypothese angenommen und die Nullhypothese verworfen dass es keinen Unterschied gibt, dann wird die Nullhypothese beibehalten und die Alternativhypothese verworfen
- probabilistische und deterministische Hypothese probabilistische und deterministische Hypothese bei der probabilistischen Hypothese treffen die Annahmen nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit zu eine deterministische Hypothese besagt, dass ein Ereignis unter bestimmten Voraussetzungen auf jeden Fall eintritt
- Operationalisierung Operationalisierung Die Operationalisierung ist die Angabe eines Messverfahrens zur Erfassung eines Konstrukts. Messen ist die Zuordnung von empirischen Sachverhalten zu Zahlen, wobei man eine bestimmte Zuordnungsregel anwendet. Beispiele für die Operationalisierung von Variablen: Intelligenz: wird operationalisiert durch die Anzahl richtiger Antworten im Intelligenztest Aggressivität: wird operationalisiert durch die Anzahl von Seitenhieben, die jemand austeilt
- Skalenniveaus Skalenniveaus Nominalskala = Kategorialskala. Qualitativ unterschiedliche Sachverhalte werden ungeordneten Kategorien zugeordnet. Beispiel: Blutgruppen. Als statistischer Kennwert wird auf Nominalskalenniveau der Modus (Modalwert) verwendet; er beschreibt das häufigste Merkmal. Qualitativ unterschiedliche Sachverhalte, die man nicht nach der Grösse ordnen kann, werden als kategoriale Variablen bezeichnet und immer auf Nominalskalenniveau gemessen. Ordinalskala. Bei Ordinalskalenniveau können die Daten in eine Rangreihe gebracht werden, aber man weiss nichts über ihre Abstände zueinander. Beispiel: Einschätzung des Gesundheitszustandes als schlecht - einigermassen - gut - hervorragend. Intervallskala. Die Zuordnung der empirischen Merkmale erfolgt so, dass die Rangreihe und die Abstände (Intervalle) zwischen den Merkmalen in Zahlen abgebildet werden. Subtrahieren und Addieren erlaubt. Gleiche Testwertdifferenzen spiegeln gleiche Merkmalsdifferenzen wider. Arithmetisches Mittel als Mass der zentralen Tendenz. Als Mass für die Streuung Berechnung der Varianz oder der Standardabweichung (Wurzel aus der Varianz). Varianz: Abstände vom arithmetischen Mittel quadrieren und anschliessend mitteln. Rationalskala/Verhältnisskala/Absolutskala. Die Zuordnung der empirischen Sachverhalte erfolgt so, dass Rangreihe, Abstände und das jeweilige Grössenverhältnis zwischen den Sachverhalten in Zahlen abgebildet werden. Rationalskalenniveau wird nur bei der Messung physikalischer Grössen erreicht, die einen natürlichen Nullpunkt haben. Beispiele: Alter, Gewicht, Enzymkonzetration. Divisionen und Multiplikationen erlaubt. Geometrisches Mittel als Mass für die zentrale Tendenz; Werte dazu multiplizieren und die n-te Wurzel ziehen.
- Skalenniveaus: Übersicht Skalenniveaus: Übersicht Skala statistische Kennwerte erlaubte Rechenop. Nominalskala Modalwert (häufigster Wert) gleich oder ungleich Ordinalskala Median, Spannbreite, Interquartilabst. grösser oder kleiner Intervallskala arithmet. Mittel, Varianz, Standardabw. Differenzen ber. Rationalskala geometrisches Mittel Verhältnisse bilden wenn ich an die Skalen denke, sehe ich noir. Reihenfolge der Skalen: nominal, ordinal, intervall, rational.
- Selbstbeurteilungsskalen Selbstbeurteilungsskalen visuelle Analogskala. Beispiel: Schmerzintensität wird markiert auf einer Geraden zwischen den Punkten "schmerzfrei" bis "vernichtender Todesschmerz" oder auf einer metrischen Skala von 0 bis 10. Vorsicht: Verhältnisbildung ("der Schmerz hat sich nach der Therapie auf 50% des Ausgangswertes reduziert") ist unzulässig, da keine Rationalskala vorliegt. Adjektivlisten. Beispiel: Der Schmerz ist stechend - ja/nein, der Schmerz ist pochend - ja/nein. Likert-Skala. Enthält in der Regel eine fünfstufige Antwortoption pro Frage, deren Werte zu einem Skalenwert addiert werden. Beispiel: Ich habe Kopfschmerzen 1=nie, 2=selten, 3=gelegentlich, 4=häufig, 5=ständig.
- Schritte der Testkonstruktion Schritte der Testkonstruktion Auswahl von Items zum Thema (Testaufgaben oder Fragen/Aussagen) Items werden einer grossen Stichprobe vorgelegt Selektion der Items nach statistischen Kriterien (Trennschärfe, Schwierigkeitsindex, ..) Erstellung der Testendform Testendform wird einer weiteren Stichprobe vorgelegt Überprüfung der Testgütekriterien Normierung des Tests an einer grossen Stichprobe.
- Testnormierung Testnormierung Ziel der Testnormierung ist es, Vergleichswerte (Normen) zu gewinnen mit denen die einzelnen Testwerte von Probanden verglichen werden können. Die wichtigsten Normen sind die Mittelwerte bestimmter Gruppen (z.B. geteilt nach Männern, Frauen und verschiedenen Altersstufen), die in Form einer Normtabelle im Testheft stehen. Normierung bedeutet die Eichung eines Testverfahrens an einer repräsentativen Stichprobe.
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- Normalverteilung Normalverteilung man benötigt nur zwei Kennwerte, um die gesamte Verteilung vollständig beschreiben zu können den Mittelwert M die Standardabweichung SD Der Mittelwert teilt die Verteilung der Merkmalsausprägungen in zwei symmetrische Hälften. Die Standardabweichung sagt dagegen etwas über die Breite der Verteilung aus. Eine grosse SD entspricht einer flacheren Verteilung, eine kleine SD einer steileren Verteilung.
- Testgütekriterien Testgütekriterien die Objektivität ist die Unabhängigkeit eines Testverfahrens vom Testleiter. Je weniger Einfluss der Versuchsleiter bei der Durchführung, Auswertung und Interpretation des Tests hat, desto höher ist die Objektivität. die Reliabilität gibt an, mit welcher Genauigkeit ein Test ein Merkmal misst. Die Höhe der Reliabilität ist abhängig von der Testlänge: Je länger der Test (mit ähnlichen Aufgaben), desto höher die Reliabilität. Die Reliabilität ist hoch, wenn bei demselben Probanden auch bei wiederholter Messung die Testwerte sehr ähnlich ausfallen. die Validität eines Testverfahrens bezieht sich auf die Gültigkeit und besagt, ob der Test tatsächlich das misst, was er zu messen vorgibt.
- Testgütekriterien: Objektivität Testgütekriterien: Objektivität Durchführungs-, Auswertungs-, Interpretationsobjektivität hohe Objektivität: bei einem Test, der bei einem bestimmten Probanden durchgeführt wird, kommt immer dasselbe Ergebnis heraus, egal wer durchführt, auswertet, interpretiert hohe Standardisierung
- Testgütekriterien: Reliabilität Testgütekriterien: Reliabilität Retest-Reliabilität: wiederholte Messung an denselben Probanden, wobei die Messwerte der Testungen miteinander verglichen werden (Berechnung der Korrelation) Paralleltest-Reliabilität: Vergleich zweier paralleler (sehr ähnlicher) Testformen an derselben Stichprobe zu einem Zeitpunkt und Berechnung der Übereinstimmung über die Korrelation der Messwerte Split-Half-Reliabilität: Testhalbierungsverfahren. Vergleich der Ergebnisse zweier Testhälften an derselben Stichprobe und Berechnung der Übereinstimmung über Korrelation der Messwerte. Testhälften werden meist durch Aufteilung der Items nach dem Zufallsprinzip erstellt. Interne/Innere Konsistenz: Berechnung der Übereinstimmung jeder einzelnen Testaufgabe mit allen anderen Testaufgaben, um festzustellen, ob der Test ein homogenes Merkmal misst und nicht viele verschiedene. Verallgemeinerung der Split-Half-Methode. Standardmessfehler SM = Standardabweichung SD * Wurzel aus (1 - Reliabilitätskoeffizient r) das Konfidenzintervall gibt den Bereich an, in dem der wahre Wert des Probanden mit 95%iger Wahrscheinlichkeit liegt. Je höher die Reliabilität, desto kleiner das Konfidenzintervall. KI = Testwert plus/minus Standardmessfehler
- Testgütekriterien: Validität Testgütekriterien: Validität konvergente Validität. Man kann das neue Testverfahren mit bereits bewährten Testverfahren vergleichen. Die konvergente Validität (=Übereinstimmungsvalidität) wird über die Korrelation mit einem Aussenkriterium berechnet, z.B. etabliertes Testverfahren oder Urteil eines erfahrenen Psychiaters. differentielle Validität. Hohe differentielle Validität bedeutet, dass man mit Hilfe eines Testverfahrens relevante Gruppen von Probanden gut unterscheiden kann, z.B. depressive von gesunden Probanden. prädikative Validität. Vorhersage späterer Ereignisse. Um die prädikative Validität eines Tests zu ermitteln, korreliert man die Testwerte vom Zeitpunkt eins mit den Werten im relevanten Kriterium, die zu einem späteren Zeitpunkt erhoben werden. Augenscheinvalidität. Ein Testverfahren misst dem Augenschein nach das, was es messen soll, z.B. praktische Fahrprüfung als Test für die Fahreignung.
- Zusammenhang der Testgütekriterien Zusammenhang der Testgütekriterien Hohe Objektivität (=Unabhängigkeit vom Testleiter) ist eine notwendige Voraussetzung für hohe Reliabilität (=Messgenauigkeit, Zuverlässigkeit) und diese wiederum für hohe Validität (=Gültigkeit).
- Beurteilung der Güte einer diagnostischen Entscheidung Beurteilung der Güte einer diagnostischen Entscheidung Sensitivität Spezifität positiver Prädiktionswert negativer Prädiktionswert
- Beurteilung der Güte einer diagnostischen Entscheidung: Sensitivität Beurteilung der Güte einer diagnostischen Entscheidung: Sensitivität Wie gut findet man mit dem Test die tatsächlich Kranken (positiven)? Die Sensitivität entspricht dem Anteil der laut Test Positive (laut Test krank) an allen tatsächlich Positiven (tatsächlicher Zustand krank). Die Sensitivität ist wichtig, wenn man alle Kranken identifizieren möchte, etwa um die Ausbreitung einer ansteckenden Krankheit zu verhindern.
- Beurteilung der Güte einer diagnostischen Entscheidung: Spezifität Beurteilung der Güte einer diagnostischen Entscheidung: Spezifität Wie gut findet man mit dem Test die tatsächlich Gesunden (negativen)? Die Spezifität entspricht dem Anteil der laut Test negativen (laut Test gesund) an allen tatsächlich negativen (tatsächlicher Zustand gesund). Die Spezifität ist wichtig, wenn man ausschliessen will, dass gesunde Patienten fälschlicherweise als krank identifiziert werden. Beispielsweise sollte vor einer riskanten Operation im Rahmen der Diagnose ausgeschlossen werden können, dass ein scheinbar bösartiger Tumor doch gutartig ist.
- Beurteilung der Güte einer diagnostischen Entscheidung: positiver Prädiktionswert Beurteilung der Güte einer diagnostischen Entscheidung: positiver Prädiktionswert Wenn das Testergebnis positiv ausfällt, wie wahrscheinlich ist jemand dann wirklich krank? Der positive Prädiktionswert entspricht dem Anteil richtig positiver (tatsächlicher Zustand krank) an allen als positiv Diagnostizierten. Der positive prädiktive Wert hängt stark von der Prävalenz (relativen Häufigkeit) einer Erkrankung ab. Ppp - Prävalenz und positiver prädiktiver Wert.
- Beurteilung der Güte einer diagnostischen Entscheidung: negativer Prädiktionswert Beurteilung der Güte einer diagnostischen Entscheidung: negativer Prädiktionswert Wenn das Testergebnis negativ ausfällt, wie wahrscheinlich ist jemand dann wirklich gesund? Der negative Prädiktionswert entspricht dem Anteil richtig negativer (tatsächlicher Zustand gesund) an allen als negativ Diagnostizierten.
- Untersuchungsarten Untersuchungsarten Experiment Ökologische Studie Längsschnitt- und Querschnittstudie Kohortenanalyse Fall-Kontroll-Studie Risiko-Berechnung, Untersuchungsfehler
- Prinzip von Experimenten Prinzip von Experimenten Eine unabhängige Variable (Variable, die man für die Ursache hält) wird vom Versuchsleiter planmässig variiert und die Wirkung dieser Variation auf eine abhängige Variable (andere Variable, die gemessen wird) beobachtet. Alle anderen Einflussfaktoren müssen konstant gehalten werden. Die Moderatorvariable moderiert den Effekt. Die Mediatorvariable vermittelt den Effekt, erklärt also kausal den Zusammenhang zwischen zwei anderen Variablen.
- Wichtige Kennzeichen eines Experiments Wichtige Kennzeichen eines Experiments Willkürlichkeit. Die Bedingungen sind jederzeit willkürlich herzustellen. Wiederholbarkeit. Das Experiment muss jederzeit wiederholt werden können. Variierbarkeit. Die unabhängige Variable muss vom Versuchsleiter frei variiert werden können. Die interne Validität beschreibt die Sicherheit, mit der in dem Experiment die Änderung der abhängigen Variable kausal auf die unabhängige Variable zurückgeführt werden kann. Die externe Validität beschreibt die Sicherheit, mit der in dem Experiment an einer kleinen Stichprobe gefundene Ergebnisse auf die Allgemeinheit übertragen werden können. Randomisierung. Die Zuordnung der Probanden zu den Versuchsgruppen geschieht nach dem Zufallsprinzip. Dadurch sollen Selektionseffekte ausgeschlossen werden. Parallelisierung. Die Versuchsgruppen werden so gebildet, dass sie sich in allen relevanten Merkmalen möglichst ähnlich sind. Konstanthaltung. Um einen gefundenen Unterschied in der abhängigen Variable eindeutig auf die verschiedenen Bedingungen der unabhängigen Variable zurückführen zu können, sollten alle anderen Variablen konstant gehalten werden.
- Längsschnittstudie Längsschnittstudie Dieselbe Gruppe von Personen wird zu mehreren Zeitpunkten getestet. Vorteil: Aussagen über individuelle Entwicklungsverläufe Nachteile: aufwändige, lange Untersuchung selektive Veränderung der Stichprobe (Ausstieg unmotivierter oder kranker Probanden) Konfundierung von Alter und Erhebungszeitpunkt: man kann nicht unterscheiden, ob eine beobachtete Veränderung wirklich auf das Alter zurückzuführen ist oder auf den Zeitpunkt der Testung. Wenn man die Emotionalitätsentwicklung im Alter untersuchen möchte, kann es sein, dass eine der Messungen an einem schönen Sommertag stattfindet. Dann ist unklar, ob eine gemessene Stimmungsverbesserung vom Wetter zum Testzeitpunkt oder vom höheren Alter des Probanden verursacht wurde.
- Querschnittstudie Querschnittstudie Zu einem Zeitpunkt werden Probanden verschiedener Altesgruppen gestestet. mit einer Querschnittstudie kann man die Prävalenz (relative Häufigkeit einer Erkrankung zu einem Zeitpunkt) erfassen die Bestimmung der Inzidenz (Anzahl an Neuerkrankungen) erfordert mehrere Messzeitpunkte und lässt sich daher durch eine Querschnittstudie nicht bestimmen Vorteil: kurzer Erhebungszeitraum. Nachteil: Konfundierung von Alter und Generation: Man kann nicht unterscheiden, ob Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen allein auf das Alter zurückzuführen sind oder auf die Generation und damit die Umstände, in denen die verschiedenen Altersgruppen aufgewachsen sind keine Aussagen zu Wirkungszusammenhängen möglich. Man erfährt nichts über die Ursachen der beobachtbaren Merkmale, es handelt sich um ein rein deskriptives Verfahren.
- Kohortenanalyse Kohortenanalyse Eine Kohorte ist eine Personengruppe, die das gleiche Ereignis zur selben Zeit erfahren hat (gemeinsamer Schulabschluss, gleicher Geburtsjahrgang). prospektive Kohortenstudie Eine prospektive Kohortenstudie wird zur Analyse der Auswirkung (bekannter) Risikofaktoren eingesetzt (z.B. welche gesundheitlichen Konsequenzen hat der Verlust des Arbeitsplatzes? = gemeinsames Ereignis). Es handelt sich um eine Längsschnittbeobachtung vom Zeipunkt des gleichen Ereignisses ausgehend. Dabei ist es wichtig, dass die untersuchten Personen wiederholt nach Eintritt des Ereignisses untersucht werden (Follow-Up-Untersuchungen). retrospektive Kohortenstudie Eine retrospektive Kohortenstudie wird zur Suche nach zurückliegenden Risikofaktoren für Krankheiten eingesetzt (gab es einschneidende Lebensereignisse bei depressiven Patienten?). Es handelt sich also um einen Rückblick vom Zeitpunkt des Eintretens eines Ereignisses aus.
- Fall-Kontroll-Studie Fall-Kontroll-Studie bei Fall-Kontroll-Studien werden immer zwei Gruppen, Erkrankte und Gesunde, bezüglich ihrer Exposition zu einem Risikofaktor verglichen entspricht einer retrospektiven Kohortenstudie mit zusätzlicher Kontrollgruppe
- Risikoberechnung: Kenngrössen Risikoberechnung: Kenngrössen relatives Risiko = Erkrankungshäufigkeit der Exponierten dividiert durch Erkrankungshäufigkeit der nicht Exponierten Odds-Ratio = ein Näherungsmass für das relative Risiko absolutes Risiko = zugeschriebenes Risiko = attributionales Risiko = Erkrankungshäufigkeit der Exponierten minus Erkrankungshäufigkeit der nicht Exponnierten NNT = number needed to treat = Anzahl an Patienten, die behandelt werden müssen, um einen einzigen Krankheitsfall zu verhindern = Kehrwert der absoluten Risikoreduktion
- Untersuchungsfehler Untersuchungsfehler Reihenfolgeeffekte Hawthorne-Effekt/Versuchspersonenfehler Rosenthal-Effekt/Versuchsleiterfehler Placeboeffekte Konfundierung Reaktivität
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- Reihenfolgeeffekte Reihenfolgeeffekte wenn die Abfolge, in der Versuchspersonen ihnen gestellte Aufgaben bearbeiten, einen Einfluss auf das Ergebnis (die abhängige Variable) hat. Ausbalancieren bedeutet, dass man Reihenfolgeeffekte durch die systematische Variation der Aufgaben ausschliesst (Person 1: Aufgabe 123, Person 2: Aufgabe 231, Person 3: Aufgabe 312). Reihenfolgeeffekte gleichen sich so über die Mittelwerte aus.
- Hawthorne-Effekt/Versuchspersonenfehler Hawthorne-Effekt/Versuchspersonenfehler Die Versuchspersonen verhalten sich anders, weil sie wissen, dass sie an einer Untersuchung teilnehmen und sich beobachtet fühlen. Dadurch können die Ergebnisse verzerrt werden. Abhilfe: Doppelblindstudien. Weder der Versuchsleiter noch die Versuchspersonen wissen, wer in welcher Versuchsbedingung ist.
- Rosenthal-Effekt/Versuchsleiterfehler Rosenthal-Effekt/Versuchsleiterfehler Die Erwartungen des Versuchsleiters beeinflussen dessen Wahrnehmung und Verhalten. Wenn ein Arzt schon eine bestimmte Diagnose vermutet, besteht die Gefahr, dass er durch suggestive Anamnesefragen (Ihnen wird doch bestimmt auch übel?) seine Diagnose bestätigt. Abhilfe: Doppelblindstudien. Weder Versuchspersonen noch Versuchsleiter wissen, wer in welcher Versuchsbedingung ist.
- Placeboeffekte Placeboeffekte Allein durch die mit der Behandlung verbundenen Erwartungen tritt ein Effekt/eine Verbesserung ein. Placeboeffekte sind abhängig von der Vorerfahrung mit Medikamenten/Behandlungsmethoden und hängen von der Darreichungsform ab (z.B. sind sie wahrscheinlicher, wenn auf die Einnahme des Medikaments grosser Wert gelegt wird). Ursachen: Autosuggestion: Patient redet sich selbst ein, es ginge ihm besser und schliesslich geht es ihm besser Heterosuggestion: Andere reden dem Patienten ein, es ginge ihm besser und schliesslich geht es ihm besser Rosenthal-Effekt: Der Versuchsleiter erwartet von dem Patienten eine Besserung seines Zustandes, woraufhin diese auch eintritt Abhilfe: Durch Kontrollgruppen können Placeboeffekte von Behandlungseffekten unterschieden werden.
- Konfundierung Konfundierung Eine Konfundierung liegt vor, wenn eine Störvariable einen systematischen Zusammenhang zwischen zwei Variablen vortäuscht, der eigentlich gar nicht vorliegt. Beispiel: Ein Therapieerfolg bei Depressiven geht gar nicht auf die Therapie zurück, sondern auf die Verbesserung des Wetters.
- Reaktivität Reaktivität Der Vorgang des Messens hat selbst einen Einfluss auf das zu messende Phänomen. Der Blutdruck des Patienten steigt allein auf Grund der Tatsache, dass er gemessen wird und er deswegen aufgeregt ist.
- Stichprobenarten Stichprobenarten Vollerhebung. meist nicht möglich. Repräsentativität der Stichprobe kann durch die Selektivität der Versuchspersonen gefährdet sein (nur besonders motivierte Personen nehmen an einer Umfrage teil). Mangelnde Repräsentativität führt zu Stichprobenfehlern (Übergeneralisierung eines Ergebnisses, das nicht für die Allgemeinheit gilt). Zufallsstichproben = randomisierte Stichproben. Klumpenstichprobe. Eine besondere Art der Zufallsstichprobe. Beispiel: Klumpen sind alle Unis in Deutschland. Die Zufallsauswahl ermittelt fünf Unis, von denen dann alle Studenten untersucht werden. Geschichtete Zufallsauswahl = Strata-Stichprobe. Besondere Form der Zufallsstichprobe, bei der die Grundgesamtheit zunächst nach einem relevanten Merkmal in Schichten aufgegliedert wird (z.B. Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur). Innerhalb dieser Schichten erfolgt die Auswahl der Versuchspersonen dann randomisiert. Quota-Stichprobe. Die Auswahl erfolgt unter der Berücksichtigung untersuchungsrelevanter Merkmale, deren Verteilung in der Grundgesamtheit bekannt ist, z.B. 50% Frauen, 2% Oberschicht.
- Datenarten Datenarten Individualdaten: individuelle Daten einzelner Probanden (Blutdruck, Körpergrösse) Aggregatdaten: zusammengefasste Individualdaten (Mittelwerte verschiedener Untergruppen) Primärdaten: werden vom Forscher selbst erhoben Sekundärdaten: waren bereits vorhanden und wurden nicht extra neu erhoben Index: eine aus zwei oder mehreren quantitativen Merkmalen zusammengesetzte Grösse, die nach einer spezifischen Rechenvorschrift gebildet wird
- Interview Interview Grad der Standardisierung der Befragung Standardisierte Interviews. Reihenfolge, Wortlaut, Inhalt der Fragen vorgegeben. Gute Vergleichbarkeit der Ergebnisse, hohe Objektivität. Teilstandardisierte Interviews. Nur die abzufragenden Themengebiete sind vorgegeben, der Wortlaut und die Reihenfolge sind dem Interviewer freigestellt. Unstandardisierte Interviews. Hauptthema vorgegeben, Rest frei. Fragenarten offene Fragen. Antwortmöglichkeiten uneingeschränkt. dichotome Fragen. Zwei Antwortmöglichkeiten, geschlossene Fragen. Katalogfragen. Mehrere Antwortmöglichkeiten (stechend, pochend, schneidend?), geschlossene Fragen.
- Beobachtungsmethoden Beobachtungsmethoden systematische vs. unsystematische Beobachtung. Die zu beobachtenden Verhaltensweisen werden nach vorher festgelegten Regeln registriert (systematisch) oder erst während der Beobachtung festgelegt (unsystematisch). Vorteil: hohe Objektivität und hohe Reliabilität der systematischen Methode im Vergleich zur unsystemtatischen Beobachtung. teilnehmende vs. nicht teilnehmende Beobachtung. verdeckte vs. offene Beobachtung. Der Beobachter gibt sich nicht als solcher zu erkennen (verdeckter Ermittler) oder die Probanden wissen, dass sie beobachtet werden. Vorteil der verdeckten Beobachtung ist die Reduzierung der Reaktivität bzw. des Hawthorne-Effekts.
- Testverfahren Testverfahren Zwei Kategorien: Leistungstests und Persönlichkeitstests. Leistungstests/Intelligenztests. der IST (Intelligenz-Struktur-Test) misst sprachliche, numerische und anschauungsgebundene Fähigkeiten. Gruppentest mit beliebig vielen Teilnehmern, die alle einzeln und still arbeiten. Nach der Z-Norm normiert (Mittelwert 100, Standardabweichung 10). der HAWIE/K (Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene/Kinder) besteht aus einem Verbalteil (Allgemeinwissen) und einem Handlungsteil (Nachlegen eines Mosaikmusters) und ist nur als Einzeltest anwendbar. Er ist nach der IQ-Norm normiert (Mittelwert 100, Standardabweichung 15). Persönlichkeitstests. objektiver Persönlichkeitstest (FPI = Freiburger Persönlichkeitsinventar). Proband gibt eine Selbsteinschätzung zu vorgegebenen Aussagen ab (ich gehe gerne auf Partys: stimmt/stimmt nicht). projektiver Persönlichkeitstest (TAT = Thematischer Auffassungstest; Rohrschachtest). Es sollen unbewusste Wünsche und Gefühle des Probanden auf das mehrdeutige Testmaterial projiziert werden. Objektivität und Interpretation schwer zu gewährleisten. Soziale Erwünschtheit kann bei allen Untersuchungsarten auftreten und die Ergebnisse verfälschen. Eine anonyme Datenerfassung macht sozial erwünschte Antworttendenzen unwahrscheinlicher.
- Beurteilungsfehler Beurteilungsfehler Halo-Effekt = Hofeffekt, Überstrahlungseffekt. Auf Grund des Einflusses eines Stereotyps wird von einer Eigenschaft auf eine andere geschlossen. Beispiel: ein gut gekleideter Patient wird für intelligent gehalten. Kontrasteffekt. Eine Person wird schlechter beurteilt, wenn die zuvor beurteilten Personen besser waren und umgekehrt. Strenge- und Mildeeffekt. Beurteilungen fallen entweder zu streng oder unangemessen milde aus. Projektion. Der Beobachter schreibt eigene Wünsche und Gefühle dem zu Beobachtenden zu. Actor-Observer-Bias = Akteur-Beobachter-Verzerrung. Der Akteur führt seine Handlungen primär auf Faktoren der Situation zurück, der Beobachter führt die beobachtete Handlung primär auf Personenmerkmale des Akteurs zurück. Fundamentaler Attributionsfehler.
- Kennwerte der deskriptiven Statistik Kennwerte der deskriptiven Statistik Häufigkeiten von Merkmalsausprägungen werden in Tabellen oder Diagrammen dargestellt. Mittelwert. Die Ergebnisse der Probanden werden summiert und durch die Anzahl der Probanden geteilt. Varianz. Ein Mass für die Streuung der Daten und gibt die Breite der Verteilung an. Standardabweichung. Wurzel aus der Varianz. Korrelation. Mass für den Zusammenhang zweier Variablen. Eine Korrelation liegt vor, wenn der Ausprägungsgrad des einen Merkmals mit der Ausprägung des anderen Merkmals zusammenhängt. Von einer Scheinkorrelation spricht man, wenn eine Korrelation zwischen zwei Merkmalen darauf zurückzuführen ist, dass beide durch ein drittes Merkmal beeinflusst werden. Korrelationskoeffizient zwischen -1 und +1. Nullkorrelation: kein Zusammenhang zwischen den Variablen. Negativer Korrelationskoeffizient: je mehr A, desto weniger B. Positiver Korrelationskoeffizient: je mehr A, desto mehr B. Besteht eine Korrelation zwischen zwei Variablen, kann aus Kenntnis der einen Variable die andere vorhergesagt werden. Der Anteil, den die eine Variable an der anderen erklärt, wird als gemeinsame Varianz bezeichnet, sie berechnet sich als Korrelationskoeffizient zum Quadrat. Korrelationen sagen nichts über kausale Zusammenhänge aus.
- Alpha-Fehler und Beta-Fehler Alpha-Fehler und Beta-Fehler Fehler erster Art = Alpha-Fehler. Die Nullhypothese wird fälschlicherweise abgelehnt. Das festgelegte Signifikanzniveau ist die Wahrscheinlichkeit für den Fehler erster Art (= Irrtumswahrscheinlichkeit). Fehler zweiter Art = Beta-Fehler. Die Alternativhypothese wird fälschlicherweise abgelehnt und die Nullhypothese wird irrtümlich beibehalten. Dieser Fehler ist aufwändig zu berechnen. Vereinfacht kann man sagen, dass p für die Wahrscheinlichkeit, mit der die Nullhypothese zutrifft, steht. Ist p < 5 %, nimmt man die Alternativhypothese an.
- Was ist Stress? Was ist Stress? ein Muster spezifischer und unspezifischer Reaktionen eines Organismus auf Ereignisse von innen oder aussen, die sein Gleichgewicht stören und seine Fähigkeit zur Bewältigung herausfordern oder überschreiten. Stressoren sind Reizereignisse, die vom Organismus eine Anpassungsreaktion verlangen und somit eine Stressreaktion auslösen.
- wodurch wird Stress ausgelöst? wodurch wird Stress ausgelöst? Stressreaktionen sind besonders wahrscheinlich und intensiv, wenn kritische Lebensereignisse früh im Leben auftreten (früher biographischer Einschnitt) unvorhergesehen, unerwartet (plötzliche Kündigung) neu (erster Umzug in eine neue Stadt) unkontrollierbar (Umweltkatastrophe) sind.
- Allgemeines Adaptionssyndrom AAS Allgemeines Adaptionssyndrom AAS Das allgemeine Adaptionssyndrom von Hans Selye beschreibt eine typische Phasenabfolge der physiologischen Stressreaktion eines Organismus. Selye geht von einer unspezifischen Anpassungsreaktion aus, die bei chronischem Stress immer ähnlich abläuft. Alarmphase. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden mobilisiert, um das Gleichgewicht wieder herzustellen (Erhöhung des Hormonspiegels, Schwellung der Lymphknoten). Widerstandsphase. Der Organismus ist durch gesteigerte Hormonausschüttung (ACTH, Cortisol) resistent gegenüber dem Stressor. Gleichzeitig ist jedoch die Resistenz gegenüber anderen Stressoren verringert. Erschöpfungsphase. Der Widerstand bricht zusammen. Eine weitere Anpassung ist nicht mehr möglich. Immunsuppression und Krankheiten.
- individualspezifische und reizspezifische Stressreaktion individualspezifische und reizspezifische Stressreaktion individualspezifische Reaktion. Ein Individuum reagiert auf unterschiedliche Reize mit einem bestimmten stabilen psychophysiologischen Reaktionsmuster. (jemandem schlägt alles auf den Magen) reizspezifische Reaktion. Dieselben Umweltreize rufen bei unterschiedlichen Individuen gleiche stabile und spezifische psychophysiologische Reaktionsmuster hervor. Plötzlicher Lärm führt bei allen Menschen zu einer kurzzeitigen Aktivationssteigerung.
- Coping-Modell von Lazarus Coping-Modell von Lazarus problemorientiertes Coping = Bewältigung durch Handeln. Eine Bewältigung der Stresssituation geschieht durch aktive Auseinandersetzung mit dem Stressor. Lernplan, Zeiteinteilung. kognitives Coping. Die Bewältigung der Stresssituation geschieht auf gedanklicher Ebene, wobei die Situation anders interpretiert und bewertet werden kann. Relevanz der Prüfung herunterspielen. emotionales Coping. Die Bewältigung der Stresssituation geschieht auf Gefühlsebene. Wut auf das ungerechte Prüfungssystem. Nach dem transaktionalen Stressmodell von Lazarus verläuft die psychische Stressreaktion in drei Phasen. Dabei kommt es jedesmal darauf an, wie das Individuum die Situation bewertet. Kognitive Stresstheorie. primäre Bewertung. Das Individuum bewertet den Stressor als relevant/irrelevant, günstig/belastend. sekundäre Bewertung. Das Individuum bewertet seine eigenen Bewältigungsressourcen. Was kann ich angesichts der belastenden Situation tun? tertiäre Bewertung. Neu- oder Umbewertung der Situation. Ist die Prüfung angesichts der eigenen Bewältigungsmöglichkeiten immer noch belastend?
- Critical Life Events Critical Life Events psychosoziale Stessoren, die vom Individuum eine Anpassungsleistung erfordern: Tod des Partners, Hochzeit, Umzug...