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psychiatrie (Subject) / allgemein (Lesson)
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- Welche Alkoholfolgekrankheiten kennen Sie? (psychiatrisch-neurologisch) Alkoholdelir (häufigste mit 15%)Wernicke-Enzephalopathie (akute Folge des Alkoholdelirs)Korsakow-Syndrom (chronische Folge)Alkoholdemenz (mehr kognitive Bereiche als Korsakow-Syndrom)Alkoholhalluzinose
- Therapie des Wernicke-Korsakow-Syndroms Thiamin (prophylaktisch)
- Therapie Alkoholentzugssyndrom Clometiazol (Distraneurin) Benzodiazepine (Diazepam; wenn Clometiazol nicht verträglich) Antiepileptika zur Anfallsprophylaxe (Carbamazepin, Oxcarbazepin=Trileptal) Clonidin (zentraler alpha2-Antagonist zur RR-Senkung) hochpotente (-> geringes Krampfrisiko) Antipsychotika (Haloperidol) bei Halluzinationen vorsichtige Substitution bei Elektrolytstörung
- was beachten bei Behandlung mit Clomethiazol nur stationär
- Wirkungsweise von Clometiazol (Distraneurin) -pharmakologisch -psychisch verstärkt hemmenden Effekt von GABA und Glycin dämpfend antiepileptisch delirprophylaktisch
- Einteilung der Neuroleptika 1. Generation: Unterscheidung hoch-/niedrigpotent2. Generation = Atypische NL
- Neuroleptika: Rezeptorsysteme Alle Neuroleptika wirken antipsychotisch über eine Blockade zentraler D2-Rezeptoren im mesolimbischen Dopaminsystem bei den atypischen NL kommt u.a eine stärker ausgeprägte Blockade der 5-HT2a-Rezeptoren hinzu
- Einteilung NL nach chemischer Struktur 1. Butyrophenone 2. trizyklische NL: a) Phenotiazine b) Thioxanthene 3. Dibenzoepine 4. Diphenylbutylpiperidine 5. Benzamide 6. andere (die meisten Atypika)
- Bsp. Butyrophenone Haloperidol Benperidol Pipamperon Melperon
- Bsp. Phenothiazine Chlorpromazin Perazin Thioridazin Perphenazin
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- Bsp. Thioxanthene Flupenthixol Zuclopenthixol Chlorprothixen
- Bsp. Dibenzoepine Clozapin
- Bsp. Diphenylbutylpiperidine Pimozid
- Bsp. Benzamide Amisulprid Sulpirid
- Klassifikation NL Bsp. für "andere" die meisten NL der 2. Generation Risperidon Olanzapin Quetiapin Ziprasidon
- welche NL sollten nicht kombiniert werden? warum? trizyklische NL mit Clozapin wg. erhöhtem Agranulozytoserisiko
- ICD 10 Kriterien der Schizophrenie 9 Gruppen aus Gruppe 1-4 muss mindestens 1 Symptom eindeutig (2 oder mehr, wenn weniger eindeutig), oder aus den Gruppen 5-8 müssen mindestens 2 Symptome vorhanden sein die Symptome müssen fast ständig während 1 Monats oder länger vorgelegen haben
- welche Diagnose nach ICD 10, wenn schizophrene Symptome weniger als 1 Monat vorgelegen haben akute schizophreniforme psychotische Störung (F23.2)
- Unterschied Schizophrenie ICD 10 und DSM IV Zeitkriterium ICD 10 1 Monat DSM IV 6 Monate
- ICD 10 Kriterien der Schizophrenie Gruppe 1 Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung (Ich-Störungen)
- ICD 10 Kriterien der Schizophrenie Gruppe 2 Kontrollwahn, Beeinflussungswahn, Gefühl des Gemachten, Wahnwahrnehmungen (inhaltliche Denkstörungen)
- ICD 10 Kriterien der Schizophrenie Gruppe 3 kommentierende oder dialogisierende Stimmen sowie aus einem anderen Teil des Körpers kommende Stimmen (Wahrnehmungsstörungen)
- ICD 10 Kriterien der Schizophrenie Gruppe 4 anhaltender, kulturell unangemessener oder völlig unrealistischer (bizarrer) Wahn (inhaltliche Denkstörungen)
- ICD 10 Kriterien der Schizophrenie Gruppe 5 anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität (Wahrnehmungsstörungen), begleitet von flüchtigen Wahngedanken oder überwertigen Ideen (inhaltliche Denkstörungen)
- ICD 10 Kriterien der Schizophrenie Gruppe 6 Gedankenabreißen, Einschiebungen in den Gedankenfluss, Zerfahrenheit, Danebenreden, Neologismen (formale Denkstörungen)
- ICD 10 Kriterien der Schizophrenie Gruppe 7 katatone Symptome: Erregung, Haltungsstereotypien, Flexibilitas cerea („wächsener“ Muskeltonus), Negativismus, Mutismus, Stupor
- ICD 10 Kriterien der Schizophrenie Gruppe 8 Negativsymptomatik: Apathie, Sprachverarmung, verflachter oder inadäquater Affekt, sozialer Rückzug, verminderte soziale Leistungsfähigkeit (nicht durch Depression oder Antipsychotika verursacht)
- ICD 10 Kriterien der Schizophrenie Gruppe 9 eindeutige und durchgängige Veränderung des Verhaltens: Ziellosigkeit, Trägheit, in sich selbst „verlorene“ Haltung, sozialer Rückzug (> 1 Jahr)
- Einteilung der Schizophrenie-Symptome nach Eugen Bleuler (1911) Unterteilung in Grundsymptome („4 A“) und akzessorische Symptome
- Grundsymptome nach Bleuler (1911) Störungen der Assoziation Störungen der Affektivität Ambivalenz Autismus Störungen des Willens und des Handelns Störungen der eigenen Persönlichkeit
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- akzessorische Symptome nach Bleuler (1911) Halluzinationen Wahnideen funktionelle Gedächtnisstörungen katatone Symptome Störungen von Schrift und Sprache
- Einteilung der Schizophrenie-Symptome nach Kurt Schneider (1948) in Symptome 1. Ranges und 2. Ranges
- Symptome 1. Ranges nach Kurt Schneider (1948) akustische Halluzinationen (Gedankenlautwerden, dialogische, kommentierende und imperative Stimmen) leibliche Beeinflussungserlebnisse Gedankenentzug und andere Gedankenbeeinflussungen Gedankenausbreitung Wahnwahrnehmungen alles von anderen Gemachte und Beeinflusste
- Symptome 2. Ranges nach Kurt Schneider (1948) sonstige akustische sowie optische, olfaktorische, gustatorische und taktile Halluzinationen Wahneinfälle Zönästhesien im engeren Sinne Ratlosigkeit depressive und frohe Verstimmungen erlebte Gefühlsverarmung
- Def. Stupor ein pathologischer Zustand mit vollständigem Aktivitätsverlust bei ansonsten wachem Bewusstseinszustand. Betroffene wirken wie versteinert (Amimie, Mutismus) und reagieren nicht auf Ansprache. Begleitend finden sich häufig ein pathologisch erhöhter Muskeltonus (Rigor), Fieber und Störungszustände des vegetativen Nervensystems.
- Ursachen Stupor Schizophrenie (Katatonie) Depression Hirnorganisches Psychosyndrom (HOPS) Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) unkontrollierte Einnahme von Hypnotika (Benzodiazepine, Barbiturate) und hochpotenter Opioid-Analgetika (z.B. Morphin) Konversionsneurose Morbus Parkinson Enzephalitis Akute PorphyrieAzidose (diabetische Ketoazidose)Hepatische Enzephalopathie (Leberzirrhose)Hyperkalzämie
- wodurch ist Pat. bei MNS gefährdet? renale Komplikationen aufgrund Rhabdomyolyse
- Ätiologie des MNS Wann (zeitl.) tritt es auf? nach Gabe von hochpotenten NL etwa 2 Wochen nach Therapiebeginn innerhalb von 24-72 Stunden häufiger unter klassischen NL (1%)
- Symptome MNS EPMS: Rigor, Tremor, Akinese, Dyskinesien, Hyperkinesien Bewusstseinsstörung (qualitativ und quantitativ bis Koma) Autonome Funktionsstörungen (Tachykardie, labiler Hypertonus, Dyspnoe, Hyperhidrose Harninkontinenz) Fieber
- Labor bei MNS starker Anstieg der CK Leukozytose evtl Erhöhung Transaminasen
- DD MNS febrile Katatonie internistische Erkrankungen Enzephalitiden
- Therapie MNS Aufnahme auf Intensivstation NL sofort absetzen Dantrolen i.v. (Schnellinfusion 4 x tgl. oder Dauerinfusion je bis max 10 mg/kg, oral: initial 50 mg dann bis max. 10mg/kg Bromocriptin oral initial 2,5-5 mg 2-3 x tgl. max 45 mg/Tag Lorazepam L-Dopa 100-200 mg/Tag Amantadin i.v. 200-600 mg/Tag symptomatische Behandlung
- Wirkungsweise Dantrolen (bei MNS) Muskelrelaxans, hemmt Calciumfreisetzung aus sarkoplasmatischem Retikulum (wirkt somit auf Rhabdomyolyse?)
- Wirkungsweise von Bromocriptin (bei MNS) Antiparkinsonmittel gegen motorische Symptome
- Indikationen für NL Psychosen aus schizophrenem Formenkreis Manie Rezidivprophylaxe Bipolare Störungen delirante Störungen wahnhafte Depression therapieresistente Zwangsstörungen Sedierung Schlafanstoß Neuroleptanalgesie
- Eigenschaften niedrigpotente NL Antipsychotische Wirkung bei hoher Dosierung Sedierung selten EPS Blutdruckabfall
- Eigenschaften hochpotente NL Antipsychotische Wirkung bei niedriger Dosierung keine Sedierung häufig EPS
- Vorteil der Atypika keine EPMS Wirkung auch auf Negativsymptomatik (angeblich)
- Wirkungseintritt NL volle Wirkung in der Regel erst nach Wochen bis Monaten (allerdings abfallende Kurve) => nicht zu früh umstellen (bei Schizophrenie erst nach 2-4 Wochen in voller Dosis)
- Dosierung NL i.d.R. einschleichend, langsam aufdosieren bis zum Erreichen des therapeutischen Effekts nur bei hochakuten psychotischen Zuständen sofort hochdosiert, nach Besserung schrittweise reduzieren grundsätzlich immer die minimal wirksame Dosis anstreben