Geschichte (Subject) / Geschichte unterrichten (Lesson)
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Didaktik- Zusammenfassung
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- Merkmale von Methodenseiten • Eine bestimmte Methode, z.B. Geschichtskartenarbeit steht im Vordergrund• Fokussieren eine bestimmte Erarbeitungsweise für den Geschichtsunterricht, z.B. Umgang mit Quellen, Filmmaterial,..• SuS sollen die Arbeitsweisen an einem Beispiel erlernen um diese dann auf andere Materialien gleichermaßen anwenden zu können, z.B. die Arbeitsschritte „Wie gehe ich mit einer Quelle um?“ --> an einer Quelle exemplarisch erklärt, Kinder sollen das verstehen um dann andere Quellen auf die gleiche Art und Weise --> Sollen SuS zu fachspezifischen Arbeitsweisen hinführen
- Merkmale der Materialseiten/des Arbeitsteils • Unterschiedl. Materialien zu einem Thema• Thematisch, nicht methodisch geordnet• Bietet Vielzahl von Materialien mit denen die SuS das Thema selbstständig weiterarbeiten können --> hierbei werden v.a. Kenntnisse aus dem Verfassertext vertieft, z.B. Quellen
- Merkmale von Zusammenfassungsseiten • In der Regel Verfassertext und Zeitstrahl• Evtl. Tipps um sich weiter zu informieren• U.a. Anstöße für eigenständige Rekapitulation u. Zusammenfassung
- Merkmale der Verfassertextseite • Infos, die ein heutiger Verfasser zu diesem Thema verfasst hat• Texte sind meistens so aufgebaut, dass die SuS auch dann mitkommen, wenn sie noch nicht so viel über das Thema wissen• Durch Aufgabenblock und Materialien unterbrochen• Quellen oft in zwei Spalten untergebracht• Materialzeichnungen: Quellen, aber auch Schemata, Schaubilder, Comics, Tabellen,..• Schwerpunkt liegt aber bei bildl. und schriftl. Quellen• Im Kapitel sollten Verfasser-und Materialdoppelseite untergebracht seinVerfassertexte müssen:o Erzählerisch/narrativ aufgebaut sein --> Narrativer Einstieg zur Motivationserzeugungo Redundanzen/Wiederholungen beinhalteno Fassbar Äußere Form:o Grundwissensbegriffe fett gedruckt und im Glossar erklärto Unterüberschrifteno „Materialanhäufungen“ auf den Seiten um Beispiele zu geben• liefert überblickhafte Darstellung des Themas und bildet so den Orientierungsrahmen für den folgenden Arbeitsteil• kann Bezüge zu anderen Kapiteln herstellen o. Ausblicke vornehmen Probleme: o Gelten als zu schwer für SuSo Treten als verbindlich historische Deutung u. Wertung in Erscheinung
- Merkmale der Auftaktdoppelseite • Im Hintergrund oft wichtiger Ort zu bestimmtem Thema• Im Vordergrund verschiedene Aspekte, wie o geschichtliche Karteno Wichtige Personen --> Personalisierungo Gegenständliche Quellen• Führt in ein Kapitel ein• soll Interesse wecken
- Lehrer begutachten Schulbücher nach • Aufbau und einzelnen Bausteinen• Didaktische Prinzipien• Gestaltung
- Meinungen v. Bodo v. Borries zu Schulbüchern • Kinder bringen an historisch-kulturelles Wissen zu wenig mit und haben zu wenig religiöse Vorstellungen • die SuS haben zu wenig religiöses Grundwissen und Allgemeinwissen-->können nur schwer Verbindungen herstellen • Überforderndes Anspruchsniveau• Unterscheidung von Quelle und Verfassertext fällt den Kindern sehr schwerForderung: Schulbücher müssten stark überarbeitet werden, damit die Kinder besser mit ihnen klarkommen
- Merkmale eines Projekts nach Herbert Gudjon Situationsbezug u. Lebensweltorientierung--> Thema in Lebenswelt der Schüler einbettenOrientierung an den Interessen der Teilnehmer--> Problem: oft objektive InteressenSelbstorganisation und -verantwortung--> Betrifft alle Phasen des Projekts--> Besonders wichtig in Planungs- und Durchführungsphase--> Man muss die Kinder aber trotzdem begleitenGesellschaftliche Praxisrelevanz--> Im Idealfall greifen Projekte in regionales Geschehen einRealitätsbezug--> Ein Projekt hat Grenzen und kann auch scheiternProduktorientierung--> Am Ende soll etw. mit Gebrauchs- und Mitteilungswert entstehenVerschiedene Sinne--> Am besten werden verschiedene Sinne miteinbezogen--> Kognitives (geistiges) und haptisches (körperliches) ArbeitenSoziales Lernen-->Als Lehrer feststellen, wo es haktInterdisziplinarität--> Fächerübergreifendes Arbeiten
- Phasen des Projekts 1. Projektfindungsphase2. Planungsphase• Themapräzisierung• Materialbeschaffung• „Recherchephase“3. Durchführungsphase• SuS arbeiten inhaltlich am Thema• Endet in meistens in einer Präsentation-->Kernphase endet, Projektabschluss• Projekttagebuch schreiben lassen -->Hilfe bei Bewertung und Unterstützung bei der Hilfestellung-->z.B. Wo gibt es Probleme in der Gruppe? Muss ich als Lehrer eingreifen?,…4. Evaluationsphase
- Beispiele für projektartigen Unterricht • Historische Persönlichkeiten mit lokalem Bezug• Herrscherbilder, z.B. Cleopatra-->Vergleich: Darstellung früher mit heutigem Mythos• Produkt erstellen, z.B. „Tastkarton“ -->Schuhkarton mit Strümpfen als „Tasthandschuhe“, Fragebögen, Deckblätter für Portfolio erstellen lassen• Kriterien für Bewertung vorher genau festlegen!• SuS die Möglichkeit geben, das Abgelieferte noch einmal zu überarbeiten, jetzt aber nur noch die Möglichkeit sich um max. 2 Noten zu verbessern, da bereits Tipps gegeben wurden
- Das Tafelbild • Stellenwert von schriftlicher Festigung relativ hoch• Tafeldarstellung: Tafelbild (hoher Visualisierungsgrad)+ Tafelanschrieb (textorientiert)
- Vorteile der Tafel • Hilfe beim zentralen Sichern von Unterrichtseinheiten• Präsenz im Klassenzimmer• Tafel= neutrale Position• Große Schreibfläche, man kann aber auch mit Seitentafeln verdecken• Tafel als Projektionsfläche (magnetisch)• Tafelbild im Unterricht sukzessiv entstehen lassen, Kinder mitschreiben lassen, wenn etw. Neues entsteht• Schüler bei Erstellen der Sicherung miteinbinden• Das, was vorher als Lernziel formuliert wurde, findet sich meistens im Tafelbild wieder
- Merkmale eines guten Tafelbilds • Problemorientierte Überschrift, z.B. Lücke lassen, am Schluss vervollständigen „(K)ein Wunder!“• Zentrale Fakten für das Thema darstellen: ob textlich, bildlich,…• Klare und deutliche Formulierungen• Streben nach inhaltlicher Adäquatheit (Angemessenheit)• Am besten im Nominalstil formulieren!• Struktur und Ordnung von komplizierten Sachverhalten erlangen• Übersichtlichkeit und Prägnanz• Zwar gut vorbereitet, aber auch noch für Schüleräußerungen offen
- Mittel zur Darstellung an der Tafel • Pfeile, z.B. Grundschema für Westsiedlungen mit Pfeil nach links• Säulen• Gesellschaftspyramiden• Visualisierung, z.B. in Schiff schreiben -->Visualisierung erhöht Lerneffekt• Wichtig: Zusammenhang von Tafelbild und Inhalt!
- Sachurteil Urteil, das ein Schüler fällen kann, wenn er etwas von früher kennenlernt und aus dieser Sicht dann bewerten kann --> Urteil aus der Zeit heraus
- Werturteil Urteil fällen mit Vergleich der Situation aus heutiger Sicht (ethisch, moralisch,…)
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- Merkmale des Spiels nach Huizinga 1. Man spielt ein Spiel aus freiem Willen, ein Spiel hat nur den Zweck des Spielens2. Nicht funktional sinnvoll: man muss nicht zu einem Ziel kommen, da kein Zweck festgelegt ist3. Spiel ist immer scheinhaftig/ fiktionalisiert4. Jedes Spiel hat ein mittleres Spannungsniveau -->nicht zu spannend, aber auch nicht zu langweilig5. Moment der Geschlossenheit: man begibt sich auf eine besondere Ebene, im Spiel kann etwas erlaubt sein, was in der Realität verboten ist, z.B. Mord in der Disco• Das Spiel kann im Unterricht aber eingesetzt werden, um einen gewissen Zweck zu erfüllen
- Welche Formen des Spiels unterscheiden wir? 1. Lernspiele• Wissenspiele: Wiederholungsspiele• Rätsel- und Zuordnungsspiele• z.B. Domino (Bildkärtchen+ Datenkärtchen)2. Simulationsspiele• Rollenspiele:o SuS entwickeln zu vorgegebener Situation etw.o U.a. textlich vorgegebene Rollenspiele mit Rollenkärtchen und gröberen Textkarteno SuS sind im Rollenspiel nah an einer Rolle gebunden.• Simulationsspiel:o SuS müssen mehr leisteno Müssen sich im Vorfeld mehr Wissen angeeignet haben um Situation zu begreifeno SuS müssen sich Situation gut vorstellen könneno Kinder sollen in fiktionalisierter Weise die Situation „ausarbeiten“o Es ist kein genauer Ausgang klar und kein genaues Agieren der Rollen vorgegeben• Planspiel Bsp. für Spiele: Anno (Reihen von Ereignissen, auf den Karten stehen Ereignisse, Kinder müssen diese mit ihrem Vorwissen in einer Reihenfolge bringen, auf der Rückseite stehen die Jahreszahlen)
- Kapitel 1: Begegnung mit der Geschichte • Geschichte begegnet uns im Alltag in unterschiedlichen Erscheinungsformen• Verschiedenartige Themen• Zeitgeschichte in den Medien weitaus am stärksten vertreten• „Geschichte hat Konjunktur“• All diese Versatzstücke und Verwendungen von Geschichte lassen sich im Begriff Geschichtskultur fasseno Sie prägen unsere historischen Kenntnisse, Vorstellungen und Urteile -->unser Geschichtsbewusstseino Geschichtsbewusstsein ist eine Eigentümlichkeit und ein Wesensmerkmal des Menschen
- Kapitel 1: Geschichtsbewusstsein • Befasst sich prinzipiell mit allen Prozessen der Vermittlung und Rezeption von Geschichte• Verknüpfung der drei Zeitebenen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft• Vergangenheit ist Vorgeschichte der Gegenwart> Wird aus dem Horizont der Gegenwart betrachtet> Wird immer neu gedeutet> Vergangenheitsdeutung gilt dem Gegenwartsverständnis• Gegenwart ist Vorgeschichte der Zukunft• Gegenwart und Zukunft sind historisch Gewordenes oder Werdendes
- Die drei Ebenen des Geschichtsbewusstseins Deskriptiv: Zusammenfassung der Faktoren, die für die Ausprägung von Geschichte eine Rolle spielen und ihre Inhalte beschreibenTheoretisch: Entwicklung von Modellen zur Strukturierung des GeschichtsbewusstseinsNormativ: Formulierung von Vorstellungen und Forderungen, wie das Geschichtsbewusstsein geschaffen sein soll, dass die Schule vermittelt
- Aspekte des Geschichtsbewusstseins 1. Rezeptionsvoraussetzungen des Individuums: Alter, Sozialisation, Interessen Vorkenntnisse-->Entwicklung und Ausprägung des Geschichtsbewusstseins hängt von den Voraussetzungen ab, wie der Mensch Geschichte, mit der er konfrontiert wird, aufnimmt und verarbeitet.2. Vermittlungsinstanzen: Medien, Museen, Schule, …-->Geschichte wird durch unterschiedliche Instanzen vermittelt-->Unterschiedliche Arten, wie Geschichte aufgegriffen wird• Zeitungen, Funk und Fernsehen meist selektiv und unsystematisch -->z.B. Orientierung an Gedenktagen, meist dominieren Themen jüngerer Geschichte• Museen und Ausstellungen sind nicht an einen bestimmten Zeitpunkt, sondern an spezifischen Ort gebunden, Museen werden auf Grund von wachsender Didaktisierung immer mehr zum „Lernort“• Romane und Spielfilme stellen Geschichte fiktional dar, oft rahmt die Story nur die Haupthandlung, dennoch: Gerade solche Darstellungen sind prägend, da sie zusammenhängende Geschichten statt einzelner Infos bieten.3. Reichweite/Ebene/Kommunikationsgemeinschaften: Familie, Stadtteil/Stadt, Verein, Bundesland, Nation/Staat, Religionsgemeinschaften,...-->Geschichtsbewusstsein kann unterschiedliche Reichweiten haben, sich auf unterschiedlichen Ebenen ausbilden-->Zunächst Bezug auf eigene geschichtl. Erfahrungen, dann hängt Weiteres von Kommunikationsgemeinschaften ab4. Bestandteile: zeitliche Einordnung, Ereignisse, Assoziationen, bildhafte Vorstellungen und Erzählungen, Identifikationen und Ablehnungen, Deutungen, Urteile, Nutzanwendungen,…-->Geschichtsbewusstsein ist offenbar ein Konglomerat von verschiedenen Bestandteilen: Kenntnisse von Daten und Ereignissen, Raumvorstellungen, Bilder und Erzählungen, Vor- und Werturteile-->Bildhafte Vorstellungen spielen eine wichtige Rolle5. Inhalte: z.B. Kolonialismus, Industrialisierung, Nationalsozialismus-->Die Inhalte des Geschichtsbewusstseins sind stark den Vorgaben der Schule, aber auch dem allg. kulturellen Wandel unterworfen6. Dimensionen: Sieben Dimensionen des Geschichtsbewusstseins nach Pandel
- 7 Dimensionen des Geschichtsbewusstseins nach Pandel Zeitbewusstsein Wirklichkeitsbewusstsein Historizitätsbewusstsein Identitätsbewusstsein Politisches Bewusstsein Ökonomisch-soziales Bewusstsein Moralisches Bewusstsein (Perspektivbewusstsein)
- Zeitbewusstsein zwischen den drei Zeitebenen unterscheiden und Ereignisse einordnen können
- Wirklichkeitsbewusstsein Realität und Fiktionalität in Bezug auf Ereignisse und Personen unterscheiden können
- Historizitätsbewusstsein Einsicht, dass sich Verhältnisse im Laufe der Zeit verändern können; schwer zu erkennen, da sich Veränderungen meist nur langsam vollziehen, Zeitgenössische Beobachter verändern sich mit ihnen
- Identitätsbewusstsein bezeichnet die Fähigkeit, historisch begründete Zugehörigkeitsgefühle bei sich und anderen wahrzunehmen und zu reflektieren
- Politisches Bewusstsein allg. Einsicht, dass menschl. Gesellschaften durch Herrschaftsverhältnisse bestimmt sind, Fähigkeit solche Strukturen zu verstehen und zu analysieren
- Öekonomisch-soziales Bewusstsein Erkenntnis von sozialer Ungleichheit in den groben Kategorien „Arm“ und „Reich“
- Moralisches Bewusstsein Angemessene Bewertung historischer Handlungen und Ereignisse, zunächst frühere Werte und Normen rekonstruieren!
- (Perspektivbewusstsein) Verständnis dafür, dass Geschichte immer aus einem bestimmten Blickwinkel wahrgenommen wird
- Aufgaben und Ziele des Faches Geschichte • Auseinandersetzung mit der Geschichte bildet eigenständige Denkform, eröffnet besondere Wahrnehmungs- und Reflexionsmöglichkeiten• Begegnung mit dem historisch u./o. kulturell Anderen relativiert das eigene, vermeintlich Selbstverständliche, macht Alternativen denkbar, macht Vergleich unterschiedl. Wertvortstellungen möglich• Schärfung des „Möglichkeitssinns“: Bestehendes wird nicht als zwangsläufig, sondern als geworden betrachtet• Einsicht, das Denken und Handeln von Menschen immer zeit-, standort- und interessengebunden sind• Dient der Erklärung, Einordnung und Relativierung von Gegenwartsphänomenen• Kann zur Ausbildung eines historischen Identitätsbewusstseins führen• Schärfung der Fähigkeit, langfristige Entwicklungstrends wahrzunehmen• Geschichte kann an historischen Beispielen Kategorien polit. und sozialen Handelns u. Urteilens vermitteln• Einsicht, dass Veränderungen und Fortschritte nicht von alleine eintreten, sondern durchgesetzt und gestaltet werden müssen• Eigene Kenntnisse über Geschichte sind notwendig um im Alltag adäquat damit umgehen zu können.• Geschichtsunterricht ist im Gegensatz zu anderen Arten der Geschichtsvermittlung zielgerichtet und systematisch ausgerichtetSuS sollen Kenntnisse und Verfahren erlernen, um Reflexionen tätigen zu können:a) Historische Orientierung: SuS sollen sich historisch grob orientieren und wichtige Personen, Ereignisse und Zeitabschnitte historisch ein-u. zuordnen können b) Themen: Themen des GU ergeben sich nicht durch Interessen- oder Akzentsetzung, sondern müssen aus dem Repertoire der Inhalte ausgewählt und begründet werdenc) „Historisches Denken“: Zwei grundlegende methodologische Einsichten: > Geschichte ist nicht unmittelbar anschaubar: Aussagen über Vergangenheit sind nur aufgrund von Quellen machbar, Geschichte ist somit meistens subjektiv vermittelt --> Geschichte ist ein Konstrukt!>SuS sollen z.B. Hypothesen aufstellen u. überprüfen, Ursache- Folge-Beziehungen erkennen und erklären, Einzelbeobachtungen generalisieren und allg. Aussagen konkretisieren könnend) Kategorien: SuS sollen einschlägige Kategorien der Geschichte kennen lernen und sie als Begriffe für Beschreibungen und Analyse handhaben können. Solche Kategorien sind z.B.:• lange Dauer, Epoche, Generation• Struktur und Ereignis• Herrschaft und polit. Partizipation• Krieg und Frieden• Individuum und Gesellschaft• …..e) Sachbereiche: SuS sollen lernen, dass es bestimmte Sachgesichtspunkte gibt, unter denen sich Geschichte betrachten lässt: Politik, Wirtschaft, Krieg, Technik, Arbeit, soziale Verhältnisse,…..f) Fachspezifische Arbeitsweisen: SuS sollen fachspezifische Arbeitsweisen, wie z.B. Information u. Recherche, Quellenarbeit, Darstellung u. Medien, Erarbeitung und Präsentation v. Ergebnissen erlernen
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- Fachspezifische Arbeitsweisen der Geschichte z.B. Information u. Recherche Quellenarbeit Darstellung u. Medien Erarbeitung und Präsentation v. Ergebnissen
- Schülerkompetenzen Geschichte Sachkompetenz Methodenkompetenz
- Sachkompetenz a) Chronologisches Orientierungswissen• Früher/heute, vorher/nachher• Epochen• Schlüsselereignisse• Umbrüche und Kontinuitäten menschl. Lebensweiseb) Sachwissen• Charakteristische Merkmale einzelner Epochen und Gesellschaften• Ursachen und Folgen wesentlicher Ereignisse und Prozesse
- Methodenkompetenz a) Historisches Denken • Konstruktcharakter von Geschichte erkennen • Perspektivität in Vergangenheit und Gegenwart reflektieren • Alteritätserfahrung und Fremdverstehen • Methoden historischer Dimensionen, Kategorien und Begriffen b) Umgang mit historischen Dimensionen, Kategorien und Begriffenc) Beherrschung von fachspezifischen Medien-Methoden-Konzepten (Umgang mit Quellen und Darstellungen von Geschichte)d) Organisation und Reflexion eigener historischer Lernprozessee) Präsentation historischer Kenntnisse und Erkenntnisse
- Untersuchungsverfahren Chronologisches Verfahren-genetisches Prinzip Längsschnitt Epochenquerschnitt Vergleichendes Verfahren Perspektivisch-ideologiekritisches Verfahren
- Perspektivisch-ideologiekritisches Verfahren • Hier geht es um die Perspektivität historischer Überlieferung und Darstellung• Urteile, Traditionen und Deutungen sollen im Hinblick auf Standpunkt und Interesse befragt werden, die ihnen zugrunde liegen.• Besonders ertragreich bei Rezeption, Aufnahme und Gebrauch von Geschichte• SuS gewinnen Einsicht, dass es nicht die Geschichte „schlechthin“ sondern immer nur bestimmte Deutungen und Auffassungen gibt --> diese Deutungen hängen von spezifischen Voraussetzungen, wie Zeitumständen, Bedürfnissen oder Wirkungsabsichten ab
- Vergleichendes Verfahren • Vergleich einzelner historischer Gesellschaften bzw. einzelner Aspekte und Phänomene innerhalb dieser• z.B. Vergleich zweier Gesellschaften• Möglich: diachroner und synchroner Vergleicho Diachron: z.B. Demokratie im antiken Athen und heuteo Synchron: z.B. Bundesrepublik- DDR• Voraussetzung: Gesichtspunkte, die sich sinnvoll aufeinander beziehen lassen• Spezieller als Epochenquer-oder Längsschnitt• Bietet sich aber nur als ergänzendes Verfahren an
- Epochenquerschnitt • Im GU am häufigsten vertreten• Bildet das Gerüst von Lehrplänen und Schulbüchern• Einzelner Zuschnitt eines Querschnitts kann wenige Jahre oder Jahrzehnte(z.B. Franz. Revolution), aber auch mehrere Jahrhunderte (z.B. Röm. Kaiserreich) umfassen• Themen stehen in chronologischer Abfolge• Bestimmter Zeitabschnitt kann parallel unter verschiedenen Gesichtspunkten, wie Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Mentalität,… untersucht werden Erstellung eines umfassenden und facettenreichen Bilds eines Zeitraums, Art eines „Epochenprofils“• Nachteil: Problemorientierung und inhaltl. Fokussierung könnten zu kurz kommen -->Es kommt auf eine sinnvolle Verknüpfung von Längs- und Querschnitt an!
- Längsschnitt • Ein Ausgewählter Aspekt wird über einen längeren Zeitraum verfolgt und untersucht• Dies lässt Veränderungen in der Zeit besonders deutlich werden• Diachroner Vergleich u. genetische Betrachtungsweise eines ausgewählten Bereichs• Konzentration auf einen Bereich ermöglicht stärkere Vertiefung und Detailarbeit• Z.B. Existentielle Grundbedürfnisse u. –situationen der Menschen mit ihren Voraussetzungen (Glaube, Wohnen, Ernährung,..)• Sinnvoll ist es, sich auf Zeiten zu konzentrieren, in denen sich besondere Wandlungen vollzogen haben o. das gewählte Thema einen gesellschaftl. Stellenwert hatte (z.B. Migration im D. des 19. Jhd.)• oft haben diese Themen enormen Gegenwartsbezug• Problem:o Konzentration, gleichzeitig Isolation --> Zeitumstände können oft nur andeutungshaft behandelt werden, somit kann es zur Vernachlässigung spezifischer Bedingungen u. Begründungen kommen• Längsschnitte sollten deshalb im GU nur eine mögliche Betrachtungsweise sein um ein zusammenhängendes Bild der Geschichte vermitteln zu können
- Chronologisches Verfahren-genetisches Prinzip • Die Dimension der Zeit ist für die Geschichte konstitutiv (grundlegend) --> Alles Gewordene hat eine Vorgeschichte, Entwicklungsprozesse lassen sich im Hinblick auf Ursachen, Handlungen, Interessen, Zwangsläufigkeiten o. Alternativen untersuchen• Heute lediglich noch chronologische Anordnung von Einzelthemen im GU• Ziel von typisierenden Momentaufnahmen ist es, wesentliche gesellschaftliche Zustände bzw. Veränderungsprozesse zu beleuchten• Unentbehrlich bleibt: chronologisches Orientierungs- u. Überblickswissen, weil SuS auch Längsschnitte und Schwerpunkte chronologisch einordnen können sollen --> beste Methode hierfür: Arbeit mit Zeitleisten• Wichtig: Damit verbunden, Kenntnis typischer Epochenmerkmale, SuS sollten bestimmte Schlüsselereignisse richtig einordnen können• Noch wichtiger: weltgeschichtlicher Überblick über wesentliche Veränderungen in der menschl. Lebensweise• GU sollte auch die wesentlichen Wandlungen der menschl. Existenzweise in den Blick bringen u. damit kleinschrittige, an europäischen Sichtweisen orientierte Geschichtsbetrachtung ergänzen und relativieren• Als maßgebliche Entwicklungsschritte sollteno Hominisationo Neolithische Revolutiono Frühe Hochkultureno Entdeckung der Rationalität (Griechenland, China) um 500 v. Chr.o Europäisierung der Welt seit 1500o Industrielle Revolutionbehandelt und aufeinander bezogen werden.
- Was sind Unterrichtsprinzipien? Leitsätze und Grundsätze, die dem Unterricht dauerhaft zugrunde liegen sollten
- Gegenwartsbezug • Bezugspunkt für die Beschäftigung mit der Vergangenheit ist die Gegenwart• Aus ihr stammen die Fragen, die wir an sie richten, die Maßstäbe, die wir an sie anlegen,…• Prüfstein für die schulische Bedeutsamkeit historischer Themen• Ansatzpunkt für die Unterrichtsplanung Unmittelbare Vergangenheitsbezüge Gegenwartbezug als Ursachenzusammenhang Gegenwartsbezug als Sinnzusammenhang
- Unmittelbarere Vergangenheitsbezüge (Gegenwartsbezug) • Geschichte kann in unsere gegenwärtige Lebenswelt unmittelbar hineinragen, z.B. historische Bauten, Denkmäler,…• Historische Überbleibsel in der Sprache• Öffentliche Debatten oder Werbung mit Geschichte-->Insgesamt geht es hierbei darum, die Gegenwärtigkeit von Geschichte und umgekehrt die Geschichtlichkeit der Gegenwart zu erkennen.
- Gegenwartsbezug als Ursachenzusammenhang (Gegenwartsbezug) • Vergangenheit tritt hier als unmittelbare Vorgeschichte und Bedingung der Gegenwart in Erscheinung• Voraussetzung: Zeitliche Nähe• Aktuelle Verhältnisse u. Probleme nur mit Wissen über deren Entstehung begreifbar, z.B. Nah-Ost-Konflikt
- Gegenwartsbezug als Sinnzusammenhang • Übertragung von Erfahrungen und Einsichten auf gegenwärtige Situationen• Bezug zur Gegenwart muss also erst gedanklich konstruiert werden• Voraussetzung hierfür ist eine strukturelle Vergleichbarkeit im Hinblick auf die Fragen, um die es geht• Historische Modelle, Denkweisen, Erfahrungen, Misserfolge werden rekonstruiert und dann auf die Gegenwart bezogen, ohne historische Unterschiede zu verwischen-->Horizonterweiterung, lässt die Gegenwart in neuem Licht erscheinen
- Vier Zugänge v. Handlungsorientierung Über manuelles Tun eigene (historische) Erfahrungen machen Recherchieren und forschen Simulation v. historischem Denken und Entscheidungen Historische Erkenntnisse in eigenen Produkten präsentieren
- 1. Über manuelles Tun eigener (historische) Erfahrungen machen (4 Zugänge v. Handlungsorientierung) • Nachvollziehen historischer Verrichtungen, z.B. Feuer machen mit Feuersteinen, Körbe flechten, mit Gänsefeder und Tinte schreiben,… • So lassen sich die Bedingungen des Alltagslebens früher ausschnitthaft konkretisieren• SuS erfahren, dass auch scheinbar einfache Tätigkeiten viel Zeit und Aufwand erforderten und das dafür oft spezielle Tätigkeiten gekonnt werden mussten• Reflexion von Ausgangserfahrungen und Erlangen von historischen Einsichten über Lebensweisen, Wirtschaftsverhältnisse und gesellschaftl. Struktur für diese Vorgehensweise zentral
- Recherchieren und forschen (4 Zugänge v. Handlungsorientierung) • SuS können den U. durch eigenes Handeln vorbereiten, weiterführen und bereichern• Wichtig ist, dass SuS eine Aufgabe übernehmen und selbstständig durchführen
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