Geschichte (Subject) / Geschichte unterrichten (Lesson)

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Didaktik- Zusammenfassung

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  • Simulation v. historischem Denken u. Entscheidungen (Vier Zugänge von Handlungsorientierung) •    Nachvollziehen von historischen Problemsituationen und Suche von zeitangemessenen Lösungen•    Dafür wichtig: Wissen über damaligen Stand der Technik , Hineinversetzen in die Zeit
  • Historische Erkenntnisse in eigenen Produkten präsentieren (Vier Zugänge von Handlungsorientierung) z.B. in Form eines eigenen Textes (Referat, Projektmappe oder Zeitungsartikel)
  • Handlungsorientierung 1.    Handlungsorientierung zielt auf Schülerzentrierung, selbstständiges Lernen und praktisches Tun ab2.    Man sollte…o    Subjektive Schülerinteressen  berücksichtigt o    ihre Lebenswirklichkeit bezieheno    Möglichst  viele Sinne beim Lernen miteinbezieheno    Praktische Tätigkeiten und begriffliche Operationen verknüpfeno    Lernen als aktiven Prozess von Suchen und Forschen gestalten  so allg. Handlungskompetenz vermittelno    Lernergebnisse in Produkten von den SuS herstellen lassen3.    Problem: o    im GU lassen sich kaum Primärerfahrungen mit Vergangenem machen, höchstens ansatzweise als Überresto    Verknüpfung mit der Lebenswelt von SuS schwierig und verlangt komplexe Vorstellungs- und Umsetzungsprozesse4.    Eine U-form, in der sich handlungsorientierte Lernen umfassend und anspruchsvoll umsetzen lässt, ist das Projekt Vier Zugänge v. Handlungsorientierung
  • Personifizierung •    Der GU soll die „kleinen Leute“ stärker betrachten•    Gruppen von Menschen, die man als solche nur generalisierend und abstrakt beschreiben kann, ein „Gesicht geben“•    Person nicht als Individuum, sondern als Typus wichtig•    Eine solche Arbeitsweise macht autobiografische Schriften zu einer besonders interessanten Quelle•    Diese sind aber leider oft nicht so zahlreich vorhanden
  • Personalisierung •    Geschichte wird so geschrieben, als bestünde sie praktisch ausschließlich aus den Taten „gr. Männer“•    Deren Handlungen, Absichten, Eigenschaften und Handlungen wurden als ausschlaggebend für historische Ereignisse und Veränderungen dargestellt•    Frühere Annahme:    wenn man Geschichte auf wichtige Akteure bezieht, •    wird sie …>    Überschaubar>    Konkret>  Anschaulich•    Lässt sie sich als klare Handlungsabfolge erzählen•    Einfaches Fällen moralischer Urteile über Taten und Motive•    Gewinner und Verlierer, Gut und Böse klar unterscheidbar•    Kritik an dieser Annahme:  Personalisierter GU,•    lässt gesellschaftliche Strukturen und einfache Menschen als polit. Handelnde außer Acht•    reduziert und simplifiziert komplexe historische Prozesse -->er individualisiert sie und entpolitisiert sie damit•    er erziehe zu Affirmation (Bejahung) und Fatalismus•    produziere eine unreflektierte Auffassung von Geschichte, eine Art „Untertanengesinnung“•    Gesichtswissenschaft einigt sich darauf, dass es ein Wechselverhältnis zwischen Personen und Strukturen gibt•    Wichtige Personen also nicht mit schlichter Idealisierung oder Abschreckung darstellen, sondern das Wechselverhältnis von Handlungen, Motiven und äußeren  Bedingungen reflektieren
  • Kontroversität •    Multiperspektivität auf der Ebene des Betrachters•    Verfahrensweisen sind die gleichen wie bei der multiperspektivischen Quellenarbeit --> Texte müssen im Hinblick auf die Standortgebundenheit ihrer Urteile untersucht werden•    Lehrstück von Kontroversität: Die Beurteilung der Revolution 1848/49 vom Kaiserreich bis in die BDR
  • Wo zeigt sich der Wandel und die Unterscheidung v. geschichtl. Deutungen besonders deutlich? zeigt sich v.a. im öffentl. Gebrauch von Geschichte, z.B. bei Jubiläen, Gedenktagen,… Dies ist besonders aufschlussreich, wenn man sich vergleichend mit Rezeptionsgeschichten bestimmter historischer Ereignisse befasst
  • Perspektivität •    Problem mit Multiperspektivität: viele Äußerungen und Urteile historischer Personen sind nicht überliefert  --> Hilfe mit dem Entwurf von fiktiven Quellen (z.B. Hörige im Lehnswesen)  --> das ist dann KEINE Multiperspektivität mehr, aber Perspektivität•    Darstellung und Vorstellungen von Geschichte sind gegenwärtige perspektivische Wahrnehmungen, die auf historischen perspektivischen Wahrnehmungen beruhen, die unsere Überlieferung bilden.
  • Multiperspektivität •    Geschichte wird immer aus bestimmten Perspektiven wahrgenommen, z.B. von Situation, Interesse oder Mentalität der Beteiligten abhängig•    SuS müssen lernen, Quellen im Hinblick auf ihre Standortgebundenheit zu untersuchen•    Im GU sollten bei Quellenarbeit möglichst oft verschiedene Sichtweisen (kulturell, religiös, national, soziale Position,…)präsentiert werden --> Multiperspektivität•    Für multiperspektivische Arbeit eignen sich nicht nur Textquellen, sondern auch bildliche Quellen•    Thematisch eignen sich nicht nur Zeitfragen und Ereignisse (z.B. Umbruchsituationen wie die Franz. Revolution), sondern auch Situationen und Verhältnisse längerer Dauer, wie diese z.B. aus Sicht der Bauern, der Fürsten,… wahrgenommen werden•    Unterschiedliche Urteile im Hinblick auf Standortgebundenheit nur möglich, wenn notwendige Hintergrundinfos vorhanden•    Geht es bei der multiperspektivischen Quellenarbeit um eine historische Debatte oder einen Streitfall, bieten sich Rollenspiele oder Simulationsspiele an
  • Alteritätserfahrung, Fremdverstehen, interkulturelles Lernen •    Alteritätserfahrung: Erfahrung von Andersartigkeit•    Chance, Verständnis für andere Denkweisen und Wertvorstellungen zu entwickeln, das eigene, vermeintliche Selbstverständnis zu relativieren, aber auch zu festigen     -->Fremdverstehen und Selbstverstehen gehen Hand in Hand.•     SuS müssen sich auf die behandelte Zeit ernsthaft einlassen, gleichsam deren Horizont rekonstruieren. Tatsächliches Öffnen für das Andersartige•    Handlungen sollten nicht einfach bewertet, sondern deren Hintergrund untersucht werden•    Besonders wichtig: Frage nach Alternativen, Gab es für die Menschen damals überhaupt eine andere Möglichkeit zu denken/ zu handeln?•    Das Spannungsverhältnis zwischen historischer und heutiger Sichtweise sollte bedacht und ausgeschaltet werden.•    Früher sollte die strikte Abgrenzung von anderen der Gewinnung eigener nationaler Identität dienen, heute tritt die Begegnung mit anderen Kulturen in den Vordergrund•    „Interkulturelle Erziehung“ wird zu einer mehr oder weniger expliziten Aufgabe der Schule•    Kinder sollen u.a. Toleranz und Einfühlungsvermögen entwickeln -->GU kann dazu mit Prinzip des historischen Fremdverstehens beitragen•    Versuch des Perspektivwechsels o. einer Perspektivübernahme ist besonders wichtig: Wenn man die Perspektive der anderen Seite wahrnimmt, kommt einem die eigene oft erst richtig zu Bewusstsein•    Oft hapert es noch an der Umsetzung und den geeigneten U-materialien, wie z.B. gute Quellen
  • Voraussetzung für ertragreiche Quellenarbeit Quellen müssen/sollten…•    Neues zum Thema haben•    Authentisch sein•    Vorstellungsbildung ermöglichen, „dramatische Quellen“ somit besser als z.B. Verfassungsausschnitte•    Alteritätserfahrung, teilweise Fremdverstehen ermöglichen
  • Wie können Textquellen sinnvoll präsentiert werden? •    Geeignete Textlänge•    Exemplarisch sollte man ursprüngliche Textgestalt präsentieren -->nicht nur modernisierte Quellen nutzen, teilweise Faksimile zeigen --> so Unterschiede v. Textsorten verdeutlichen --> Sprachgestalt•    Besondere Form von Textquellenpräsentation: Tondokument, z.B. Rede
  • Methodisches Vorgehen- Systematische Stufenfolge bei der Quellenarbeit 1.    Sinnerschließung u. Verständnissicherung2.    Problematisierung --> hier bieten sich handlungsorientierte Arbeitsaufträge an3.    Stellungnahme und Bewertung4.    Zusammenfassung u. Übertragung --> hier bieten sich auch handlungsorientierte Aufgaben an
  • Probleme mit Quellenarbeit •    Verabsolutierung von Quellenarbeit: man benötigt historisches Vorwissen, Quellen als bloße Infoentnahme=unökonomisch•    Überforderung durch Quellenarbeit: oft v.a. für Sek I zu schwierig•    Unterforderung durch Quellenarbeit: oft nur „Textfetzen“ in nicht gymnasialen Büchern --> fehlender Herausforderungscharakter•    Übermäßiger Zeitaufwand: oft aufgrund von Zeitmangel nicht intensiv genug