Psychologie (Fach) / LESD Klausurvorbereitung (Lektion)
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Vorlesung Souvignier/Dutke/Jucks WiSe 14/15
Diese Lektion wurde von sophie194 erstellt.
- Nennen Sie die fünf Schritte zur Konstruktion von Leistungstests 1. Erstellung und Vorerprobung 2. Erste Durchführung 3. Aufgabenanalyse 4. Bestimmung der Testgüte 5. Testeichung/ Normierung
- Was muss man bei der Erstellung und Vorerprobung von Tests beachten? - Wie komme ich von meinem theoretischen Konstrukt zur Auswahl von Aufgaben? - Was weiß ich über die Theorien? - Entscheidungen zum Testformat (Textauswahl, Multiple-Choice?, Bearbeitungszeit, ...) - Bei der Vorerprobung Einschätzung der Aufgabenverständlichkeit und der Durchführungspraktikabilität durch Experten -> ggf. Revision der Aufgaben
- Was ist die erste Durchführung eines Tests? Eine Testdurchführung an einer kleinen Stichprobe unter realen Bedingungen um eine allgemeine Einschätzung über die Angemessenheit und Schwierigkeit der Aufgaben und der Testinstruktion zu gewinnen
- Was testet man bei der Aufgabenanalyse von Tests? a) Aufgabenschwierigkeit -> wieviele Personen haben die Aufgabe richtig gelöst -> beste Differenzierung: mittelschwere Aufgaben b) Distraktorenanalyse: Antwortmöglichkeiten, die bewusst zu Missverständnissen führen, sollen vermieden werden (zeigen nur, was im Unterricht noch nicht behandelt wurde) c) Trennschärfe: wie gut stimmt die Leistung bei einem einzelnen Item mit dem Gesamttestergebnis überein? -> wenn Trennschärfe nicht gegeben ist, ist die Aufgabe schlecht
- Wie bestimmt man die Testgüte? - Objektivität (Durchführung, Auswertung, Interpretation) -> Unabhängigkeit von der Person des Diagnostizierenden - Reliabilität -> Messgenauigkeit -> Aussagen, die anhand eines Tests getroffen werden, sollten Informationen über das Kind geben, nicht über den Test. - Retest: nach einiger Zeit wiederholen und Leistungen vergleichen - Paralleltest: Test in zwei Hälften aufteilen - interne Konsistenz: hängt die Leistung der Aufgaben miteinander zusammen oder sind es unterschiedliche Themenbereiche? - Validität -> Gültigkeit (misst der Test das, was er messen soll?) - Inhaltlich: enger Bezug zu Theorie des Konstrukts - Kriterial (konvergent, diskriminant, prognostisch): Bezug zu Tests in anderen Bereichen, die zeigen sollen, ob der Test misst, was er messen soll -> ähnliche Konstrukte sollen hohe Korrelation aufweisen (hohe Korrelation = konvergente Validität, niedrige Korrelation = diskriminante Validität)
- Wie wird bei der Testeichung vorgegangen? Die Verteilung einer Vergleichsstichprobe wird als Norm genommen und die Metrik der Testrohwerte in eine Metrik von Streuungseinheiten transformiert.
- Nennen Sie gängige Normierungen bei Tests - IQ-Normierung: Mittelwert 100, einer Standardabweichung entsprechen 15 Punkte auf der IQ-Skala - T-Wert-Normierung: Mittelwert 50, einer Standardabweichung entsprechen 10 Punkte auf der T-Skala - Prozentrangnormierung: Mittelwert 50, Prozentrang gibt an, wie viel Prozent der Eichstichprobe diese oder eine schlechtere Leistung erzielt haben: PR 60 -> 60% haben gleich viele oder weniger Aufgaben gelöst
- Nennen Sie die Merkmale eines standardisierten Tests - die Testdurchführung ist festgelegt -> Durchführungsobjektivität - die Bewertungsnormen sind festgelegt -> Interpretationsobjektivität Standardisierte Testverfahren sind -objektiv -normiert -weisen einen inhaltlich klar umrissenen Fokus auf Kennwerte zur Testgüte müssen vorliegen
- Nennen Sie vier vorliegende standardisierte Testverfahren - BAKO 1-4 (Basiskompetenzen für Lese-Rechtschreibleistungen) -> phonologische Bewusstheit -SLS 1-4 (Salzburger Lese-Screening) -> 3 Min. Lesezeit, Entscheidung pro Satz, ob die Aussage zutreffend ist - DEMAT 3+ (Deutscher Mathematiktest für dritte Klassen) -> Überprüfung der mathematischen Kompetenz in Bezug auf die Mathematiklehrpläne der dritten Klassen (Arithmetik, Sachrechnen, Geometrie) - FEESS 3-4 (Frageboge zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern dritter und vierter Klassen) -> Erfassung von Erfahrungen zu sozialer Integration, Klassenklima, Selbstkonzept der Fähigkeit, Schuleinstellung, Anstrengungsbereitschaft, Lernfreude und Gefühl des Angenommenseins
- Wie kann eine Schule standardisierte Testverfahren nutzen? 1. Auf welchem Niveau liegen die Leistungen unserer SuS? 2. Wie groß fällt die Leistungsstreuung bei unseren SuS aus? 3. Welche Lernfortschritte bewirkt mein Unterricht? -> objektive Leistungseinschätzungen -> Risikoprognosen
- Nennen Sie die Funktionen der Notengebung 1. Pädagogische Funktion - Berichtsfunktion (Rückmeldung) - Didaktische Funktion - Anreiz 2. Gesellschaftliche Funktion - Berechtigungsfunktion - Klassifikations-, Allokations- und Selektionsfunktion
- Nennen Sie die Vor- und Nachteile eines Notenzeugnisses + Noten geben einen schnellen Überblick + wenig Aufwand - zeigen nicht, was fehlt/ wo die Schwächen liegen -> soziale und sachliche Bezugsnorm
- Nennen Sie die Vor- und Nachteile eines Rasterzeugnisses + differenzierte Informationen zu Stärken und Schwächen + Förderplanung geht direkt hervor + Zeugniserstellung geht recht schnell - komplexe Tabellen, die für Schüler und Eltern zunächst ungewohnt sind -> sachliche Bezugsnorm
- Nennen sie die Vor- und Nachteile eines Berichtszeugnisses + sehr individualisiert - großer Arbeitsaufwand - jede Lehrkraft nutzt nur wenige Kategorien zur Bewertung -Zeugnisse sind eher Ausdruck der Schwerpunkte und Lehrziele der Lehrkräfte (alte Lehrer Disziplin, junge Lehrer Kontaktfreudigkeit und Hilfsbereitschaft)
- Wie kann bei der Planung von Fördermaßnahmen vorgegangen werden? - standardisierte Tests eignen sich als Screening Verfahren -> soziale Bezugsnorm -> wleche Schüler weisen besondere individuelle Stärken und Schwächen auf -> Wer? - Kompetenzraster zeigen, wo SuS inhaltlich stehen -> sachliche Bezugsnorm -> in welchen Bereichen liegen Stärken und Schwächen -> Was? - schulische Leistungssituation: Prozess der Leistungsentwicklung -> die individuelle Bezugsnorm kann man bei allen Verfahren anwenden wenn man sie regelmäßig wiederholt um die Veränderung zu messen -> Für Diagnose und Förderung brauchen wir die sachliche Bezugsnorm und den ständigen Abgleich mit den Bildungsstandards
- Wozu dient das Kompetenzraster? Das Kompetenzraster dient zur Reflexion individuellen Lernens und zur inhaltlichen Beschreibung, a) in welchen Inhaltsgebieten b) welche Lernniveaus erreicht wurden. Ausgangspunkt sind hierbei die Bildungsstandards 1. Perspektive: Rückmeldung des Leistungsstands an SuS in Bezug auf das Erreichen von Lernzielen 2. Perspektive: Bereitstellen von Förderangeboten und -materialien -> Diagnose als Ansatzpunkt zur Planung von Unterricht
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- Skizzieren Sie den Response-to-Intervention-Ansatz - Basis: Systematische Beobachtung aller Schüler, Verwendung von diagnostischen Aufgabensammlungen, Nutzung alternativer Formen der Leistungsdokumentation (z.B. Portfolios), Selfassasment (z.B. Lernpässe) - Stufe 1 (100% der Schüler): Progress Monitoring -> Screenings 3x im Jahr -Stufe 2 (20% der Schüler): anhand der Screenings werden 20% ausgewählt, die zusätzliche Förderung in Kleingruppen erhalten, die besonderen Schwierigkeiten werden in standardisierten Testverfahren ermittelt - Stufe 3 (5% der Schüler): anhand von Förderdiagnostik werde 5% ausgewählt, die Einzelförderung von Sonderpädagogen erhalten als präventive Einzelfallhilfe
- Nennen Sie die vier Theorien menschlicher Entwicklung Entwicklung als - Reifung -außengesteuertes Lernen - konstruktivistisches Lernen - ko-konstruktivistisches Lernen
- Beschreiben Sie die Theorie von Entwicklung als Reifungsprozess - Entwicklung ist auf einen Endzustand gerichtet - Endzustand ist höherwertig -> Problem: was sind die Kriterien für die Höherwertigkeit? - Qualitative strukturelle Transformation -Stufenabfolge ist unumkehrbar, denn frühere Stufen sind Voraussetzung für spätere -> Problem: Altern - Veränderungen sind mit Lebensalter korreliert - Entwicklung läuft universell und nicht kulturgebunden -> Problem: Reifung wird durch kulturelle und individuelle Einflüsse modifiziert (z.B. Ernährung, Leistungssport) - Beispiel: Laufenlernen, körperliche Entwicklung
- Beschreiben Sie die Theorie von Entwicklung als außengesteuertes Lernen - behaviouristische Lerntheorie: man kann jedes Kind in jede Richtung "hinerziehen" (Watson) Lerntheorien: - Klassisches Konditionieren (Pawlow): Kopplung eines neuen Reizes an einen bekannten Reiz mit fest verknüpfter Verhaltensweise -> Problem: Verhalten muss schon im Verhaltensrepertoire sein - Operantes Konditionieren (Skinner): Versuch und Irrtum als Vorgehen, außengesteuerte Verstärkung erwünschten Verhaltens -> Problem: Strategievermittlung ist nicht möglich - Imitationslernen (Bandura): Vormachen des Verhaltens und Nachmachen -> Problem: kein Verstehen von Strategien möglich
- Beschreiben Sie die Theorie von Entwicklung als konstruktivistisches Lernen Piaget: - Person ist aktiver Gestalter seines Lebens - Sie interpretiert ihre Wahrnehmung der Welt auf der Basis ihrer bestehenden Schemata und Operationen von dieser Welt (Assimilation) - Lernen besteht in der Modifikation bestehender Schemata und Operationen (Akkomodation) - Lernen ist nicht direkt von außen steuerbar, sondern nur indirekt: Person muss einen Widerspruch zwischen ihrer aktuellen Erfahrung und ihrem bestehenden Schemata wahrnehmen, der zur Modifikation führt Lernmechanismus: Eigenständige Konstruktion eines Schemas bzw. einer Operation (Strategie), auch selbstreguliertes Lernen genannt Voraussetzungen für einen gelungenen Konstruktionsprozess: -Aufgabe nicht zu leicht, sonst nur Assimilation - Versuch und Irrtum als Strategie etablieren - Erfahrung das die Strategie langwierig ist / Ausdauer - Entdecken einer neuen Lösungsmöglichkeit und ihr erfolgreiches Prüfen (Akkomodation) - neue Lösungsmöglichkeit wird zur neuen Strategie --> Problem: Kind ist nur auf sich und seine Einfälle angewiesen Kritik: die indirekten (Vorauswahl der Aufgaben, Orientierungshinweise) und direkten (motivationale Unterstützung, Erleichterung/Erschwerung der Aufgabe, Vorsagen) Hilfestellungen der Erwachsenen werden ausgeblendet
- Beschreiben sie die Theorie von Entwicklung als ko-konstruktivistisches Lernen - Unterscheidung zweier Entwicklungsniveaus: - Zone der aktuellen Entwicklung: was kann das Kind schon ganz allein? - Zone der nächsten Entwicklung: was kann das Kind mit Hilfestellung und wird es bald allein können? -> Förderzone Die Entwicklung höherer psychischer Kompetenzen vollzieht sich innerhalb eines ko-konstruktivistischen Lernprozesses (nach Lev Vygotskij) - die erwachsene Person unterstützt mit kognitiven und emotionalen Strategien -Mittel der Ko-Konstruktion: 1. Gemeinsame Aktivität 2. Mediatoren (materialisierte Hilfsmittel, die das Kind für sich nutzen kann) 3. Sprache (strategische und motivationale Orientierungen) 4. Nonverbaler Ausdruck (Herausforderung, Ermutigung, Bewunderung/Freude, Trost) --> Fazit: Erziehung, Bildung, Förderung bedeutet die Gestaltung der Zone der nächsten Entwicklung
- Definieren Sie Entwicklungsaufgabe Eine Entwicklungsaufgabe ist eine Aufgabe, die sich in einer bestimmten Lebensperiode des Individuums stellt. Ihre erfolgreiche Bewältigung führt zu Glück und Erfolg, während Versagen das Individuum unglücklich macht, auf Ablehnung durch die Gesellschaft stößt und zu Schwierigkeiten bei der Bewältigung späterer Aufgaben führt. (Havighurst 1982) --> Lebenslauf lässt sich als eine Abfolge von Entwicklungsaufgaben konzipieren, die das Individuum möglichst erfolgreich bewältigen soll - will es ein "erfülltes" Leben haben
- Wer stellt die Entwicklungsaufgaben? 1. Biologische Veränderungen des Organismus (z.B. Pubertät, Menopause) 2. Kulturelle Anforderungen (z.B. Bildung, Beruf, Heirat, Kinder) 3. Individuelle Motive, Werte und Lebensziele
- Erläutern Sie, was unter Entwicklung als Passungsproblem verstanden wird Entwicklungsbedingungen: 1. Individuelle Motive, Werte und Lebensziele (Was möchte ich?) 2. Individuelle Kompetenzen (Was kann ich?) 3. Kulturelle Entwicklungsaufgaben (Was solltest du tun/ können) 4. Kulturelle Entwicklungsangebote (Welche Ressourcen sind verfügbar) --> für eine gelingende Entwicklung ist eine Passung zwischen diesen vier Faktoren notwendig. Die pädagogischen Eingriffsmöglichkeiten sind die Entwicklungsaufgaben und die Entwicklungsangebote
- Erklären sie die verschiedenen Formen des Spiels als Vorbereitung des Lernens 1) freiwillig 2) so tun als ob 3) Handlungsprozess vor Handlungsziel - Funktionsspiel: Effekte um der Effekte willen, kein so tun als ob (z.B. in Pfützen springen) - Konstruktionsspiel: So tun als ob, Ziel: zwei- oder dreidimensionales Spielprodukt herstellen - Rollenspiel: So tun als ob: Gegenstandsersetzung, Rollenübernahme, eingebildete Situation - Regelspiel: So tun als ob: eingebildete Situation, Ziel: Gewinnen, Regeln bedingen Erreichen des Ziels
- Was sind Schulfähigkeitskompetenzen? - Perspektivenübernahme - Regeln kennen und beachten - Sprachliche Instruktionen in Handeln umsetzen - Aufgabenbearbeitung planen - Anstrengungsbereitschaft - Misserfolge ertragen - Folgsamkeit - eigene Handlungen Regeln anpassen - eigene Wünsche/ Impulse zurückstellen
- Nennen Sie die Kriterien zu Schulfähigkeit 1. Motorik - sichere Großmotorik, Flüssigkeiten einschenken, Stift führen - bauen, kneten, formen 2. Wahrnehmung - Kategorisieren nach äußeren Merkmalen -phonologische Bewusstheit - räumliche Orientierung bei bekannten Orten 3. Elementares Wissen - Selbstversorgung bzgl. Toilette, Anziehen, eigene Adresse - Straßenverkehr - Gefahren von Alltagsgegenständen kennen und beachten 4. Personale und soziale Kompetenzen - Regelspiele - Verständnis für Regeln (Pünktlichkeit) 5. Umgang mit Aufgaben - mündliche Anweisungen verstehen und umsetzen - Interesse für Schreiben, Lesen, Zahlen
- Was gibt es für verschiedene Verläufe der Einschulung als Übergangskrise? - Geringbelastete (42%) -> keine Probleme - Übergangsgewinner (15%) -> verbessern sich mit Eintritt in die Schule - Übergangsprobleme (14%) -> verschlechtern sich im Übergang, stabilisieren sich aber - Risikokinder (29%) -> haben vor und nach Eintritt in die Schule Probleme -> Risikokinder müssen identifiziert werden!
- Was sind die Unterschiede zwischen inzidentellem und intentionalem Lernen? Inzidentelles Lernen = Lernen in der Tätigkeit - Lernen ist Nebenprodukt des alltäglichen oder spielerischen Handelns - Lernen ist intuitiv - keine Reflexion der Handlungsbedingungen - spontane Wahl der Mittel - Lernen von konkreten Fertigkeiten Intentionales Lernen = Lernen als Tätigkeit - Lernen ist beabsichtigt, bewusstes Ziel der Handlung - Lerntätigkeit ist regelgeleitet - Bedingungen der Tätigkeit werden bewusst reflektiert (Orientieren, ausführen, Kontrolle) - Strategische Wahl der Mittel (Lernstrategien nach Maßgabe des Vorwissens und der Lerneffizienz - Lernen, wie man lernt
- Was ist der Unterschied zwischen Spielen und Lernenlernen? Spielen = So-tun-als-ob-Handlung Lernenlernen = willentliche Wahrnehmung der Handlungsbedingungen
- Skizzieren Sie das Klassifikationsschema zur Lernorganisation im ko-konstruktivistischen Lernen Lehrkraft: Vormachen / überwachen Schüler: beobachten / nachmachen dazwischen: Mittel (Mediatoren) - enaktive Mediatoren: Mediator, der das Handeln in der Handlungsausführung selbst lenkt - ikonische Mediatoren: Mediator, der das Handeln durch eine bildliche Repräsentation des Handlungswegs oder des Zielzustands lenkt - symbolische Mediatoren: Mediator, der das Handeln durch eine symbolische Repräsentation (z.B. eine sprachliche Instruktion) lenkt
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- Nennen Sie die fünf Etappen zum Lernenlernen 1. Entfaltung der zielführenden Handlung -> enaktive Ebene 2. Materialisierung der Lernstrategie -> ikonische Ebene - Herausgliedern der wesentlichen Handlungselemente und ihre Beziehung zueinander (Erarbeitung eines materialisierten Strategiefahrplans) 3. Reine Versprachlichung -> symbolische Ebene - wie mache ich es? (orientieren) - wie kann ich feststellen, ob ich es richtig gemacht habe? (kontrollieren) 4. Verinnerlichung - sich selbst verbal instruieren, ohne Strategiefahrplan 5. Automatisierung - Übergang in das innere Sprechen, die geistige Handlung ohne sichtbare Handlungen
- Erläutern Sie das Modell numerischer Basiskompetenzen von Krajewski und Schneider Ebene I: sprachliche Kompetenzen - Das numerische Erbe -> die Wahrnehmung von Mengen (Anzahlen bis drei können genau unterschieden werden, Unterschiede von größeren Mengen ungefähr, wenn die Unterschiede groß genug sind) - Die sprachliche Basis -> Zahlwörter (beziehen sich auf nichts konkretes, sondern auf etwas abstraktes, zuerst Zahlenreihe als untrennbares Wort, dann Zahlenreihe als feste Reihenfolge einzelner Wörter, beim Zählen muss immer mit 1 begonnen werden) -> Kompetenz: Zahlwörter als geordnete Reihe verstehen Ebene II: numerische Kompetenzen - Zählen von konkreten Mengen (Abstraktionsprinzip, Stabile Reihenfolge, Anordnungsbeliebigkeit, eins-zu-eins-Prinzip, Kardinalität) - Handeln mit Mengen: Was ist viel - mehr - weniger - gleich? (Objekte aufreihen, dazu tun, wegnehmen, aufteilen) -> Kompetenz: Zahlen als ANZAHL verstehen Ebene III: relationale Kompetenzen - Handlungen entwickeln mit Gegenständen, Bildern und Symbolen (statt mit konkreten Objekten handeln mit Zahlen handeln = Rechnen) -> Kompetenz: Beziehungen zwischen Mengen entsprechen Beziehungen zwischen Zahlen
- Skizzieren Sie das motivationspsychologische Rahmenmodell Motiv (Person) -> Bewertungsdisposition, Persönlichkeitseigenschaft Anreiz (Situation) -> Anforderungen, Handlungsmöglichkeiten I v Motivation (Ausrichten des Verhaltens auf das Erreichen eines Ziels) I v Intention I v Handeln Konsquenzen: - Motive allein sind nicht handlungsleitend - es gibt keine Situationsmerkmale, die unabhängig von der Person motivierend sind - aus dem Ausbleiben des Handelns kann man nicht auf das Fehlen von Motivation schließen - Das Ergebnis der Handlung hat Einfluss auf das Motiv der Person, indem es mit einem Vergleichsmaßstab (Norm) gemessen wird
- Stellen Sie das Internalisierungsmodell von Holodynski zur Entwicklung von leistungsmotiviertem Verhalten dar - 1. Phase ab 1. Lebensjahr -> selber Effekte erzeugen wollen (Effektmotivation) - in Bezug auf Gegenstände - in Bezug auf Personen (Wertschätzung, Missbilligung) - 2. Phase ab 3. Lebensjahr -> Effekte werden an Tüchtigkeitsmaßstäben bewertet - Kind zeigt leistungsmotiviertes Verhalten zunächst nur im sozialen Kontext 3. Phase ab 6. Lebensjahr - Kind zeigt leistungsmotiviertes Verhalten auch unabhängig von sozialen Kontexten --> mit zunehmendem Alter wird die Internalisierung leistungsmotivierten Handelns immer größer und die Externalisierung von Emotionsausdrücken im leistungsmotivierten Handeln immer geringer
- Was signalisieren kindliche Stolz- und Schamreaktionen? - Kind bewertet Handeln an sozialen Maßstäben - leistungsmotivierte Selbstbewertung - Genese der Leistungsmotivation
- Erläutern Sie das Verhältnis von Lernfreude und Leistung im Grundschulalter an der Studie von Helmke - im Kindergarten bis zur zweiten Klasse gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Lernfreude und den Leistungen der Kinder - ab der dritten Klasse wird die Lernfreude maßgeblich durch Leistungen beeinflusst - im Gesamten nimmt die Lernfreude von der ersten bis zur fünften Klasse kontinuierlich ab
- Beschreiben Sie die Ursachenzuschreibung bei Erfolg und Misserfolg Stabiliät Lokation internal external stabil Fähigkeit Aufgabenschwierigkeit instabil Anstrengung Zufall
- Stellen Sie das Selbstbewertungsmodell nach Heckhausen & Heckhausen dar Bezugsnormorientierung (sozial/ individuell/ sachlich) -> Anspruchsniveausetzung -> Aufgabenbearbeitung -> Erfolg / Misserfolg -> Attribution (Fähigkeit/ Aufgabenschwierigkeit/ Anstrengung/ Zufall) -> Stolz / Scham -> resultierendes Leistungsmotiv: 1. misserfolgs-ängstlich 2. erfolgszuversichtlich -> Leistungsmotiv nimmt Einfluss auf zukünftige Anspruchsniveausetzung
- Was sind die Funktionen der Personenwahrnehmung mit Hilfe von Schemata (Stereotype)? - geben Zusatzinformationen über das Beobachtete hinaus - Orientierungsfunktion: einigermaßen realistische Antizipation des Verhaltens des Gegenübers - verhaltenssteuernde Funktion: ermöglichen (in)direkte Verhaltenskontrolle - aber: vereinfachen Einschätzungen von Personen bis hin zur Desinformation
- Nennen Sie implizite Persönlichkeitstheorien - "Wärme" ist ein zentrales Persönlichkeitsmerkmal - Menschen addieren nicht einfach einzelne Teile einer Information über eine Zielperson zusammen - der Gesamteindruck wird aufgrund von Vorstellung darüber, wie Persönlichkeitsmerkmale zusammenpassen, gebildet
- Wie kann man eigene Persönlichkeitstheorien überprüfen? 1. Stereotype über zentrale Merkmale von Personen identifizieren 2. Annahmen an der Realität testen 3. Evtl. revidierte Annahmen sollten dazu führen, dass wir ein Individuum losgelöst von zentralen Merkmalen wahrnehmen können
- Definieren Sie Selbstkonzept Der Inhalt unseres Sebst, d.h. unsere Wahrnehmung unserer Gedanken, Überzeugungen und Persönlichkeitseigenschaften
- Was sind die Funktionen des Selbstkonzeptes? - Strukturierende Funktion: fungiert als Schema, welches beeinflusst, was wir wahrnehmen, denken und erinnern - Emotionale Funktion: bestimmt, wie wir uns fühlen durch eine Einschätzung unseres tatsächlichen Selbst in Vergleich mit unserem Ideal-Selbst oder unserem Soll-Selbst - Ausführende Funktion: dient dazu Verhalten zu regulieren und voraus zu planen in Hinblick auf unsere Zukunft
- Was ist Introspektion? Der Prozess des Nach-Innen-Schauens, um die eigenen Gedanken, Gefühle und Motive zu untersuchen
- Was ist der fundamentale Attributionsfehler nach Ross? Die gleichzeitige Tendenz bei Beobachtern, den Einfluss der externalen Faktoren auf das Verhalten einer Person zu unterschätzen und den Einfluss internaler Faktoren zu überschätzen.
- Was besagt die Selbstwahrnehmungstheorie nach Bem? Die Theorie postuliert, dass wir unsere Einstellungen und Gefühle durch die Beobachtung unseres Verhaltens und der Situation, in der das Verhalten auftritt, erschließen. Voraussetzung: das Verhalten wird freiwillig gezeigt Problem: Einstellungen und Gefühle sind schwer zugänglich und vieldeutig
- Durch was kann man Selbsterkenntnis erlangen? 1. Selbsterkenntnis durch Introspektion 2. Selbsterkenntnis durch Verhaltensbeobachtung 3. Selbsterkenntnis durch Bezüge auf andere Menschen
- Stellen Sie die Theorie des sozialen Vergleichs von Festlinger dar Wann? - wenn kein objektiver Maßstab existiert - Unsicherheit bzgl. unseres Selbst in einem bestimmten Bereich Mit wem? - erster Impuls ist wahlloser Vergleich - Für maximale Selbsterkenntnis ist der informativste Vergleich der mit Menschen, die einen ähnlichen Hintergrund aufweisen Art der Vergleiche: 1. Abwärts gerichteter Vergleich: Vergleiche mit Menschen, die in Bezug auf eine Eigenschaft/ Fähigkeit nicht so gut sind wie wir (schützt und stärkt das Selbst) 2. Aufwärts gerichteter Vergleich: Vergleiche mit Menschen, die in Bezug auf eine EIgenschaft/ Fähigkeit besser sind als wir -> herausfinden, wonach wir streben können
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