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Psychologie (Fach) / LESD Klausurvorbereitung (Lektion)
Vorlesung Souvignier/Dutke/Jucks WiSe 14/15
Diese Lektion wurde von sophie194 erstellt.
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- Was besagt der Begriff 'Einstellungen' und welche Komponente beinhaltet er? Einstellungen = Bewertungen von Menschen, Gegenständen und Ideen - affektive Komponente: emotionale Reaktion auf das Einstellungsobjekt - kognitive Komponente: Gedanken und Überzeugungen über das Einstellungsobjekt - Verhaltenskomponente: Handlungen oder beobachtbares Verhalten im Hinblick auf das Einstellungsobjekt
- Was sind die Funktionen von Einstellungen? - Wissen - Instrumentalität (Mittel zum Zweck) - Verteidigung des Selbst (Schützen des Selbstwertes) - Ausdrucksfähigkeit von Werten (erlaubt Menschen diejenigen Werte auszudrücken, die einen identifizieren und definieren)
- Was ist der Unterschied zwischen kognitiv und affektiv basierten Einstellungen? Kognitiv basierte Einstellungen: beruhen überwiegend auf den Annahmen über die Eigenschaften eines Einstellungsobjektes - Zweck: Vor- und Nachteile klassifizieren (z.B. bei Haushaltsgegenständen) Affektiv basierte Einstellungen: beruhen überwiegend auf den Gefühlen und Wertvorstellungen des Einstellungsobjektes -Quellen: z.B. Wertesysteme, sensorische oder ästhetische Reaktionen - Merkmale: 1. keine rationale Betrachtung 2. nicht durch Logik bestimmt 3. oft mit Wertesystem verbunden
- Was sind explizite und was implizite Einstellungen? Explizite Einstellungen sind bewusst und können leicht benannt werden Implizite Einstellungen sind unwillkürlich, unkontrollierbar und mitunter unbewusst
- Was besagt der Pygmalion-Effekt? Eine Vorhersage über ein zukünftiges Verhalten oder ein zukünftiges Ereignis verändert die Interaktion derart, dass eintritt, was erwartet wurde
- Wie, wo und wann wirkt der Pygmalion-Effekt? 1. Förderliches sozio-emotionales Klima 2. Differenzierte und adäquate Leistungsrückmeldung 3. Vermehrtes Anbieten von forderndem Lehrstoff 4. Gesteigerter Grad, in dem Schülern Gelegenheit gegeben wird, sich aktiv zu beteiligen Er wirkt in den Bereichen -Intelligenz / Begabung - Lehrerverhalten ggü. individuellen Schülern - tatsächliche Schülerleistung in Test und Noten - Lehrerbeurteilung der Schülerfähigkeiten, -leistungen und -verhalten --> er wirkt, wenn der Lehrer den Schüler noch nicht kennt
- Welche Möglichkeiten gibt es zum Widerstand gegen persuative Botschaften? - Einstellungsimpfung: Technik, bei der Menschen kleinen Dosen von Argumenten ausgesetzt werden, die ihrer eigenen Position entgegengesetzt sind. Dies wird es ihnen später leichter machen, sie zu widerlegen - Vorwarnung: Menschen analysieren sorgfältiger, was sie sehen und hören, wenn sie wissen, dass versucht wird, ihre Einstellung zu ändern
- Definieren Sie Vorurteile Vorurteile (affektive Komponente) sind eine feindselige Einstellung gegen eine erkennbare Gruppe von Menschen, die sich nur auf deren Gruppenzugehörigkeit stützt
- Definieren Sie Stereotyp Ein Stereotyp ist die kognitive Komponente einer voreingenommenen Einstellung und ist definiert als Verallgemeinerung über eine Gruppe, wobei nahezu allen Mitgliedern identische Merkmale zugeordnet werden, ohne Rücksicht auf bestehende Variation zwischen den Mitgliedern
- Definieren Sie Diskriminierung Die Diskriminierung ist die Verhaltenskomponente der voreingenommenen Einstellung und wird definiert als ungerechtfertigte oder schädliche Handlung gegenüber Mitgliedern einer Gruppe, die auf ihrer Mitgliedschaft in dieser Gruppe beruht
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- Wie kann man Stereotypen verändern? - Buchführungsmodell: allmähliche Modifizierung durch nicht übereinstimmende Informationen - Bekehrungsmodell: radikale Veränderung - Subtypisierungsmodell: Aufbau eines Substereotyps ohne Veränderung des eigentlichen Stereotyps
- Beschreiben Sie die Kontakthypothese von Allport Der Kontakt zwischen Menschen unterschiedlicher Gruppen reduziert die Vorurteile zwischen ihnen Die notwendigen Bedingungen nach Allport sind: - gleicher Status der Mitglieder der Gruppen - übergeordnetes Ziel - kein Wettbewerb zwischen den Mitgliedern - Normen der leitenden Personen/ Institutionen --> Metaanalysen ergeben, dass es keine notwendigen Bedingungen sind, allerdings ist der Effekt bei erfüllten Bedingungen größer
- Welche Konditionen müssen Kontaktsituationen erfüllen um Vorurteile zu reduzieren? - gegenseitige Abhängigkeit - gemeinsames Ziel - zwanglosen interpersonellen Kontakt - vielfältige Kontakte - soziale Normen von Gleichheit
- Was sind die Chancen und Risiken einer Peergroup? - Identitätsfindung durch Vergleich mit seinesgleichen - Erlernen sozialer Fertigkeiten, neue Bezugspersonen/ Beziehungsformen - Entwicklung einer prosozialen Motivation - Kontakt zum anderen Geschlecht - Hilfe bei Loslösung vom Elternhaus
- Nennen Sie die verschiedenen sozialen Statusse und deren individuelle Folgen - beliebt: unaufdringliche Kontaktaufnahme, kooperativ, freundlich, verständnisvoll, zeigen wenig negative Emotionen, gute Selbstregulation - Abgelehnt a) zurückgezogen, ängstlich, argwöhnisch, kombiniert mir negativen Handlungen und Gefühlen, nicht Schüchternheit per se b) drohen, schlagen, intrigieren, schließen andere aus, kaum Verhandlungsstrategien, unterstellen anderen in indifferenten Situationen zumeist böse Absichten. Wenig Antizipation der sozialen Folgen ihres Handelns. Aggressivität sowohl Folge als auch Ursache der Ablehnung - ignoriert: weniger gesellig und weniger aggressiv, stören mehr als durchschnittliche Kinder - kontrovers: sowohl aggressiv, schnell wütend, aber auch kooperativ, gesellig, sportlich, humorvoll, sind gern Gruppenführer, zuweilen auch als arrogant eingeschätzt
- Definieren Sie Bullying Bullying ist ein spezielles Muster aggressiven Verhaltens, und zwar wiederholte und andauernde negative Handlungen eines oder mehrerer Schüler gegenüber einem Opfer, wobei der Täter stärker sein muss als das Opfer und sich das Opfer aufgrund seiner Unterlegenheit kaum/ nicht zur Wehr setzen kann (Olweus)
- Nennen Sie die Erfassungsmethoden zum Bullying - Fragebogen - Interview - Peer-Nominierung - Peer-Rating - Beobachtung - Lehrer-Elternberichte
- Wer wird beim Bullying eher zum Opfer, wer zum Täter? Erhöhtes Risiko Opfer zu werden: - körperlich schwache Kinder - übergewichtige Kinder - Kinder mit anderen äußeren Beeinträchtigungen wenn diese Kinder schlechter in Peergruppe integriert sind Erhöhtes Risiko Täter zu werden: - Kinder mit idealisiertem Selbstbild (tapfer, dominant, erfolgreich) - Kinder, die wenig ängstlich und empathisch sind - Kinder mit instrumenteller Einstellung zur Gewalt - Kinder, die Opfer oder Zeugen häuslicher Gewalt wurden - Kinder aus Familien mit multiplen Risiken: - von Eltern mit inkonsistentem und zurückweisenden Erziehungsstil - finanziellen Belastungen - persönlichen Krisen
- Definieren Sie Cyberbullying Cybermobbing sind alle Formen von Schikane, Verunglimpfung, Betrug, Verrat und Ausgrenzung mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien, bei denen sich das Opfer hilflos oder ausgeliefert und (emotional) belastet fühlt oder bei denen es sich voraussichtlich so fühlen würde, falls es von diesen Vorfällen wüsste (Pieschl/ Porsch)
- Was sind die Besonderheiten von Cyberbullying? - Allgegenwärtigkeit - Reichweite und Unkontrollierbarkeit - Anonymität des Täters - Täter werden sich der realen Folgen nicht bewusst, weil sie das Leiden ihrer Opfer nicht direkt sehen - fehlende Wahrnehmung durch Erwachsene
- Definieren Sie Aggression Aggression ist ein intendiertes Handeln mit dem Ziel, einer anderen Person Schaden oder Schmerz zuzufügen 1) Feindselige Aggression: Zufügen von Schmerz zum Ziel 2) Instrumentelle Aggression: Schädigung dient einem anderen Zweck
- Erläutern Sie die Frustrations-Aggressions-Hypothese Die Theorie, dass Frustration - das Gefühl also, an der Erreichung eines Ziels gehindert zu werden - die Wahrscheinlichkeit einer aggressiven Handlung erhöht Frustrationssteigerne Umstände: - Nähe des Zielobjekts - Keine Erwartung der Frustration
- Nennen Sie die Erklärungsmodelle von Aggression - Frustrations-Aggressions-Hypothese - Reaktion nach Provokation - Aggressive Hinweisreize
- Beschreiben Sie die 4 Teilprozesse des Lernens nach der sozial-kognitiven Lerntheorie von Bandura 1. Aufmerksamkeit: durch bestimmte Charakteristika der sog. Modellperson gelenkt 2. Gedächtnis: Speicherung ins Langzeitgedächtnis 3. Verhalten: Motorische Fähigkeiten, die zur Ausführung notwendig sind, müssen gegeben werden 4. Motivation: kann entweder durch externe Verstärker und Strafreize oder durch Selbstbestrafung und -belohnung als innere kognitive Prozesse oder durch stellvertretende Verstärkung und Belohnung beeinflusst werden
- Wie läuft eine Rechtfertigung von Aggression über Kognitive Dissonanz ab? Im Falle einer auffälligen Diskrepanz zwischen dem, was eine andere Person einem selbst angetan hat, und dem Ausmaß der Vergeltung muss man diese Diskrepanz rechtfertigen, indem das Objekt der eigenen Wut schlecht gemacht wird
- Was sind die Einflussfaktoren aggressiven Verhaltens? - Personenvariablen (Trait-Aggressivität) - situativer Kontext - Geschlechterunterschiede
- Definieren Sie prosoziales Verhalten und Altruismus Prosoziales Verhalten: Jede Handlung mit dem Ziel, einem anderen Menschen Vorteile zu verschaffen Altruismus: Der Drang, einem anderen Menschen zu helfen, selbst wenn es dem Helfenden einen Nachteil (sogar Tod) bringt
- Was sind die drei grundlegenden Motive der Hilfsbereitschaft? 1. Evolutionspsychologie (genetisch bedingte Einflussfaktoren: Verwandtenselektion, Reziprozitätsnorm, Erlernen sozialer Normen) 2. Theorie des sozialen Austauschs (Hilfeleistung als Kosten-Nutzen-Modell) 3. Empathie-Altruismus-Hypothese (unter bestimmten Bedingungen rufen starke Gefühle von Empathie und Mitleid mit dem Opfer selbstlose Hilfe hervor)
- Nennen Sie die Determinanten der Hilfsbereitschaft - Persönlichkeit - Geschlecht - Kultur - Stimmung - Soziale Situation - Art der zwischenmenschlichen Beziehung
- Inwiefern beeinflusst die aktuelle Stimmung die Hilfsbereitschaft? - "Fühl-dich-gut-und-du-tust-Gutes"-Effekt - gute Laune lässt uns das Leben positiver sehen - jemand anderem zu helfen ist eine gute Methode, unsere gute Stimmungslage zu verlängern - gute Stimmung erhöht Selbstaufmerksamkeit - Negative-State-Relief-Hypothese - Schuldgefühle -> Hilfsbereitschaft - Theorie des sozialen Austauschs -> man hilft anderen um sich selbst zu helfen -> neutrale Stimmungslage wirkt sich nicht auf die Hilsbereitschaft aus, weil die Selbstaufmerksamkeit nicht erhöht ist
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- Was sind situative Einflussfaktoren auf die Hilfsbereitschaft? - Umfeld (Urban-Overload-Hypothese) - Mobilität (Umzugshäufigkeit) - Anzahl der Zuschauer
- Nennen Sie die Fünf Schritte bis zur Hilfeleistung 1. Das Ereignis bemerken 2. Das Ereignis als Notfall interpretieren 3. Verantwortung übernehmen 4. Angemessene Hilfeleistung kennen 5. Anwendungsentscheidung
- Nennen Sie die sieben Dimensionen der Komplexität des Unterrichts nach Doyle 1. Multidimensionalität 2. Schnelligkeit 3. Unvorhersehbarkeit 4. Geschichte 5. Simultanität 6. Öffentlichkeit 7. Gruppenstruktur
- Definieren Sie Klassenführung Klassenführung ist die störungsfreie und reibungslose Ablaufsteuerung von Unterrichtsaktivitäten
- Definieren Sie Unterrichtsaktivität Eine Unterrichtsaktivität ist eine zeitlich begrenzte Handlungssequenz mit einem regelgeleiteten Arrangement bzgl. Lehrer- und Schülerhandlungen mit Hilfe von Lernmaterial
- Nennen Sie die sechs Dimensionen von Klassenführung nach Kounin 1. Allgegenwärtigkeit 2. Überlappung 3. Reibungslosigkeit 4. Schwung 5. Gruppenfokus 6. Programmierte Überdrussvermeidung
- Was sind die Merkmale kognitiver Aktivierung im Unterricht? 1. genetisch-sokratisches Vorgehen: man lässt die Schüler auch mal mit ihren Vermutungen in die Irre gehen, bis sie es selbst merken 2. anspruchsvolles Üben: unter den Übungsaufgaben sind Aufgaben, bei denen die Schüler wirklich sehen können, ob sie etwas verstanden haben 3. repetitives Üben (-): es werden immer wieder fast dieselben Aufgaben geübt, die in der Stunde durchgenommen wurden 4. Motivierungsfähigkeit des Lehrers
- Nennen Sie die Formen von Schüler-Engagement im Unterricht 1. Engagement 2. Nebenengagement - Ablenkung von Außen - Fremd-Befangenheit - Ich-Befangenheit - geheucheltes Engagement 3. Imagepflege zur Erinnerung/ Bestätigung des sozialen Status (Gelassenheit, Vermeidung, Korrektur, Eroberung)
- Nennen Sie die Merkmale eines effektiven Lobs - kontingent erteilt (systematisch) - spezifiziert Einzelheiten - glaubwürdig - belohnt Aufgabenverhalten - individuelle Bezugsnorm - Erfolg auf Bemühen und Fähigkeit - zentriert auf Aufgabe
- Nennen sie die Grundsätze für Sanktionen 1. auf Fehlverhalten bezogen, angemessen, respektvoll 2. Trennung von Problem und Person 3. Trennung von Verhalten und Absicht 4. Selbstkontrolle ermöglichen 5. Selbstreflexion ermöglichen 6. prosoziales Verhalten fördern/ wieder positiven Bezug herstellen
- Nennen Sie die drei Paradigmen der Unterrichtsforschung 1. Paradigma der Lehrerpersönlichkeit: welche Eigenschaft muss eine Lehrperson haben -> Kritik: zu global, aber Bezugsnormorientierung 2. Prozess-Produkt-Paradigma: Was ist eine effektive Lehrerfertigkeit?(z.B. Klarheit der Fragen) -> Kritik: zu differenziert, Einheit des Unterrichtshandeln geht verloren 3. Expertenparadigma: Welche Kompetenzen braucht ein Lehrexperte? (zur-Verfügung-stellen von Lerngelegenheiten, Problemlöser, Inszenierungsmuster)
- Welche drei Ebenen gibt es im Unterricht? - Gesamtprozess: Organisation von Unterrichtszeit, z.B. Unterrichtsplanung - Lerngegenstand: Entwicklung des Stoffs im Unterricht, z.B. Wissen um Schülervorstellungen, Potenzial von Aufgaben - Klasse: Organisation und Aufrechterhaltung einer Struktur von Lehrer-Schüler-Aktivitäten, z.B. Klassenführung, Inszenierungsmuster