Verarbeitung pflanzlicher Produkte (Fach) / Reis- und Bulgurverarbeitung (Lektion)

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Pawelzik Reis, Couscous, Bulgur

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  • Bulgur ·       hydrothermisch vorbehandelter (vorgekochter) und zerkleinerter Hartweizen ·       Verbreitung: v.a. Türkei u. vorderer Orient
  • Couscous ·       Herstellung aus befeuchtetem und zu Kügelchen zerriebenem Hartweizengrieß, Gerste oder Hirse ·       wird über kochendem Wasser oder einem kochenden Gericht gedämpft ·       Verbreitung: Nordafrika, Israel, Europa (in Sizilien seit Mittelalter)
  • Klassifizierung Reis Indica o   Langkornreis o   Basmatireis o   Duftreis o   Patna Reis (am weitesten verbreitete Langkornreis) Japonica o   Mittelkornreis o   Rundkornreis o   Klebreis o   Sushi Reis o   Mochi Reis o   Ribe Reis (aus Spanien) o   Roter Reis (Großer Anteil an Mineralstoffen)
  • Langkornreis o   Höchster Amyloseanteil o   glasiges, hartes, weißes Langkorn; 6…8 mm lang o   Amylosegehalt: 20...25 %; hoher Proteingehalt o   Unterart: Indica-Reis → Patna- und Basmati-Reis
  • Mittelgroßer Reis o   5…6 mm lang o   wesentlicher dicker als Langkornreis; Amylosegehalt: 15...16 % o   Kern ist weich und kalkig o   Unterart: Japonica und/oder Javanica-Reis
  • Rundkornreis o   Klebt sehr schlecht → geringer Amylosegehalt o   4…5 mm lang; proteinarm, weiches, kalkiges Rundkorn o   enthält keine oder nur sehr wenig Amylose o   Unterart: JaponicaReis
  • Bearbeitungsgrad ·       Paddy Reis: Ungeschliffenes und ungeschältes Korn ·       Parboiled Reis: Druckbehandlung des Paddyreis: Vitamine und Mineralstoffe diffundieren aus Silberhaut in Korninneres und bleiben beim Schleifen erhalten à kochfest! ·       Braunreis: Silberhaut bleibt erhalten, geschältes Korn, von Silberhäutchen umgeben; bräunliches Aussehen; weitere Bezeichnungen: Naturreis, Vollreis ·       Weißreis: geschliffenes Korn; weißes Aussehen mit glatt schimmernder Oberfläche
  • Herstellung von geschältem Reis (Speisereis) o   Sortieren der Schälprodukte mittels Tischausleser o   Schleifen der unvollständig geschälten Körner o   Polieren der Kornoberfläche: o   Endprodukt: Weißreis
  • Golden Reis ·       Reissorte, die durch gentechnische Verfahren erhöhte Mengen an Beta-Carotin (Provitamin A) ·       Golden Rice ist ein genetisch modifizierter Reis, der Beta-Carotin im Endosperm – dem essbaren Anteil des Reiskorns – anreichert
  • Golden Rice: Ziele und Probleme Ziel o   Reis oft neben Milch das Hauptnahrungsmittel in Entwicklungsländern (Armut): Monotone Ernährungsweise o   Dies führt zu Mangelerscheinungen von Provitamin A oder B Carotin und zu gesundheitsschädlichen Problemen o   Reis könnte Kindern das Leben retten Problem o   Thema Kontrovers umschritten, da grüne Gentechnik o   Geneinschleusung à Problem GMO, Verbot
  • Inhaltsstoffe im Reis in Abhängigkeit von der Bearbeitung ·       Parboiled Reis: enthält höchsten Anteile an Mineralstoffen (außer Kalium) und Stärke, aber geringsten Anteil an Lipiden ·       Naturreis: Mineralstoffe liegen unter dem Parboiled Reis aber über Weißreis ·       Weißreis: Enthälts den geringsten Gehalt an Inhaltsstoffen
  • Vorteile Parboiling Reis o   Harte, glatte Körner; geringe Bruchverluste, geringerer Insektenbefall o   Geringe Kochverluste o   Höherer Gehalt an B-Vitaminen; geringere Verluste durch Waschen und Kochen o   Nichtklebende Textur des gekochten Reises o   Höhere Oxidationsstabilität o   Aus parboiled Rohreis gewonnene Reiskleie hat höheren Ölgehalt (25 – 30 % vs. 10 – 20% in Rohreis)
  • Nachteile Parboiling Reis o   Dunklere Farbe der Körner (Ablehnung!) o   tw. längere Kochzeiten o   Bei langen Einweichzeiten Gefahr von Mykotoxinbildung o   Hitzebehandlung kann natürliche Antioxidantien zerstören; Ranzigkeit! o   Höherer Energieaufwand beim Polieren notwendig o   Poliermaschinen können wegen höherem Ölgehalt der Kleie verstopfen o   Parboiling erfordert höhere Investionen
  • Was versteht man unter Parboiling von Reis? Parboiled Reis o   Paddy-Reis wird mit Dampf und Druck behandelt. Vitamine und Mineralstoffe diffundieren aus Silberhaut in Korninneres und bleiben beim Schleifen erhalten. Parboiled Reis wird dadurch besonders kochfest
  • Worin bestehen Vor- und Nachteile des Parboiling Verfahrens? Vorteile o   Harte, glatte Körner; geringe Bruchverluste, geringerer Insektenbefall o   Geringe Kochverluste o   Höherer Gehalt an B-Vitaminen; geringere Verluste durch Waschen und Kochen o   Nichtklebende Textur des gekochten Reises o   Höhere Oxidationsstabilität o   Aus parboiled Rohreis gewonnene Reiskleie hat höheren Ölgehalt (25 – 30 % vs. 10 – 20% in Rohreis) Nachteile o   Dunklere Farbe der Körner (Ablehnung!) o   Bei langen Einweichzeiten Gefahr von Mykotoxinbildung o   Hitzebehandlung kann natürliche Antioxidantien zerstören; Ranzigkeit! o   Höherer Energieaufwand beim Polieren notwendig o   Poliermaschinen können wegen höherem Ölgehalt der Kleie verstopfen Parboiling erfordert höhere Investionen
  • Beschreiben Sie die Verfahren zur Herstellung von Bulgur und Couscous. Welche Rohstoffe können außer Durumweizen verwendet werden? Bulgur o   hydrothermisch vorbehandelter (vorgekochter) und zerkleinerter Hartweizen o   Verbreitung: v.a. Türkei u. vorderer Orient Herstellung Bulgur o   Einweichen: 30 min, Raumtemperatur o   Kochen: 30 min oder dämpfen: 3,5 h o   Trocknen: bei 25°C; Zielfeuchte: 12% o   Zerkleinern Couscous o   Herstellung aus befeuchtetem und zu Kügelchen zerriebenem Hartweizengrieß, Gerste oder Hirse o   wird über kochendem Wasser oder einem kochenden Gericht gedämpft Herstellung Couscous o   Hydration: Vermischung Durum Mehl + Wasser o   Verformung o   Dampfen Alternative Rohstoffe o   Bulgur: Braunreis, Emmer o   Couscous: Weizen, Gerste, Buchweizen
  • Welche ernährungsphysiologischen Vor- und Nachteile haben Leguminosen im Vergleich zu Getreidenährmitteln? Wie können diese Nachteile minimiert werden? Ernährungsphysiologische Vorteile o   Proteingehalt: 23 – 43 %T M o   Proteinzusammensetzung: Biolog. Wertigkeit ca. 0,75 (wenig Methionin, hoher Lysingehalt) o   Ungesättigte Fettsäuren: Öl- und Linolsäure o   Ballaststoffgehalte: 6,5 - 20 %TM o   Mineralstoffgehalte: 2,9 – 5,5 %TM Ernährungsphysiologische Nachteile o   Antinutritive Verbindungen Möglichkeiten der Reduzierung von Antinutritiven Verbindungen o   Behandlungsmöglichkeiten: Einweichen, Kochen, Keimen