Psychologie (Fach) / Grundkurs Psychologie (Lektion)
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- Gegenstand der Psychologie Verhalten, Erleben und Bewusstsein deren Entwicklung über die Lebensspanne deren innere und äußere Ursachen
- Ziele der Psychologie Beschreiben Erklären Vorhersagen Verhalten kontrollieren Lebensqualität verbessern
- Beschreiben Sammeln von Daten durch... Dokumentanalyse Beobachtung Interviews Fragebögen Tests Physiologische Daten
- Erklären Welche Bedingungen und Ursachen liegen dem Verhalten, Erleben und Bewusstsein zugrunde? Gemeinsames Auftreten zweier Gegebenheiten lässt noch keine Kausalitätsaussagen zu
- Vorhersagen Im Gegensatz zu Erklärungen sind Vorhersagen auf die Zukunft gerichtet Erklärungen können zu Theorien werden, mit denen man vorhersagen kann, was geschehen wird Mit Alltagstheorien sind oft keine zuverlässigen Vorhersagen möglich.
- Alltagstheorien (Alltags-) Theorien leiten unser Handeln Alltagstheorien werden gar nicht oder nicht systematisch auf Richtigkeit geprüft Oft fällt nicht auf, dass die Annahmen falsch sind. -> auf falschen Annahmen basierende Vorhersagen können trotzdem (zufällig) eintreten. -> Beobachtungen sind durch unsere Voreinstellungen verzerrt und deshalb nicht kritisch. -> Alltagspsychologie wird verwendet, um Vorgänge im Nachhinein zu erklären. Vorhersagen, die auf falschen und ungeprüften Annahmen basieren, treten wahrscheinlich nicht ein.
- Wissenschaftliche Theorien Theorien sind komplexe Systeme von zentralen Annahmen über einen bestimmten Gegenstand, die untereinander verbunden sind. Sie sollen helfen, Phänomene vorherzusagen, die geschehen werden. Theorien müssen logisch konsequent, d.h. widerspruchsfrei sein. Sie müssen potentiell widerlegbar sein. Sie müssen Aussagen über durch Beobachtung überprüfbare Sachverhalte zulassen. Sie sollen sparsam sein, d.h. mit möglichst wenigen Annahmen auskommen, dabei aber möglichst viel erklären. Aus Theorien können Hypothesen abgeleitet werden. -> hypothetiko-deduktive Methode Als bewährt können sie gelten, wenn sie viele verschiedene strenge Tests bestanden haben.
- Verhalten kontrollieren Verhalten soll durch Psychologen herbeigeführt, aufrechterhalten oder beendet werden, z.B. Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie, Marktpsychologie
- Lebensqualität verbessern Anwendungsaspekt zusätzlich zum Erkenntniseffekt, z.B. Nikotinentwöhnung Beratung bei Beziehungsproblemen, Förderung bei Lernschwierigkeiten, Förderung sozialer Kompetenz, Reduktion von Prüfungsangst
- Allgemeine Psychologie Suche nach allgemeinen Gesetzesmäßigkeiten des Erlebens und Verhaltens Wahrnehmung, Kognition, Gedächtnis, Lernen, Motivation, Emotion, Handlungssteuerung
- Differentielle und Persönlichkeitspsychologie Interindividuelle Unterschiede in Erleben und Verhalten Persönlichkeit, Geschlecht, Intelligenz, Kultur
- Entwicklungspsychologie Beschreibung von Entwicklungsverläufen über Lebensspanne, Klärung von Einflussfaktoren
- Sozialpsychologie Einstellungen, soziale Wahrnehmung, Verhalten und Erleben in Gruppen, Interpersonelle Beziehungen, Vorurteile, Hilfeverhalten, Aggression
- Biologische oder Physiologische Psychologie Methoden, die eine zuverlässige, gültige und objektive Erfahrung von Untersuchungsgegenständen ermöglichen. Schluss von untersuchten Stichproben auf eine relevante Grundgesamtheit. Versuchspläne, die Kausalaussagen ermöglichen.
- Psychologische Diagnostik Konstruktion, Durchführung, Auswertung und Interpretation von Fragebögen und Tests z.B. Intelligenztests, Persönlichkeitstests, Eignungstests
- Arbeits- und Organisationspsychologie Erleben und Verhalten im Kontext von Arbeit und Organisationen Arbeitspsychologie -> z.B. Usability, Ergononmie Organisationspsychologie -> z.B. Führung, Arbeitsmotivation, Veränderungsmanagement, Personenauswahl und Personaltraining
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- Pädagogische Psychologie Erleben und Verhalten im Kontext von Erziehung und Bildung Erziehungspsychologie Instruktionspsychologie (Lehr- und Lernforschung)
- Klinische Psychologie Pathologisches Erleben und Verhalten, Ursachen, Konsequenzen und Behandlungsmöglichkeiten Prävention Wirksamkeit von Therapiemethoden
- Marktpsychologie z.B. Wirksamkeit von Werbung
- Forensische Psychologie z.B. Glaubwürdigkeit von Zeugen, Täterprofile
- hypothetische Konstrukte nicht direkt beobachtbare Konstruktionen
- Operationalisierung Überführung hypothetischer Konstrukte in beobachtbare Indikatoren
- Datengewinnung und Operationalisierungstechniken Dokumentanalyse Beobachtung Befragung (Interviews) Tests
- Zur Objektivierung von Beobachtung Beobachtungskategorien verwenden Mehrere Beobachter einsetzen Aufzeichnungen verwenden
- Klassifikation von Beobachtung strukturiert vs. unstrukturiert aktiv teilnehmend, passiv teilnehmend, nicht teilnehmend unwissentlich vs. wissentlich vermittelt vs. unvermittelt
- Beobachtungs- und Beurteilungsfehler Beobachter als Fehlerquelle z.B. Implizite Persönlichkeitstheorien -> subjektive Theorien darüber, welche Persönlichkeitsmerkmale zusammengehören, Vorurteile z.B. Schlussfolgerungsfehler: Verhalten, Zustände und Dispositionen sowie deren Zusammenhänge werden aus irgendwelchen sichtbaren Anzeichen erschlossen
- Befragung Eine Befragung ist ein Instrument zur Datengewinnung, bei dem aufgrund einer wissenschaftlichen Fragestellung planmäßig vorgegangen wird. Befragte werden dabei durch eine Reihe gezielter Fragen oder mitgeteilter Stimuli veranlasst, verbale Informationen abzugeben. Wann werden Befragungsmethoden eingesetzt? Zur Erfassung von... Gefühlen Stimmungen Einstellungen Interessen Bewertungen Persönlichkeit
- Unstandardisierte Befragung -> Leitfaden - Reihenfolge situativ - Antwortprotokoll
- Teilstandardisierte Befragung Wortlaut und Reihenfolge der Fragen festgelegt - straffe Struktur - Antwortprotokoll
- Standardisierte Befragung Wortlaut und Reihenfolge der Fragen festgelegt - Antwortmöglichkeiten festgelegt
- Tests Tests sind standardisierte psychodiagnostische Verfahren, mit denen Leistungen, Fähigkeiten und Kompetenzen objektiv erfasst werden können. Im Gegensatz zur Befragung braucht die getestete Person hier keine Selbstauskunft zu geben.
- Kausalitätsaussagen Man kann Kausalitätsaussagen nur bei experimentellen, nicht bei korrelativen Studien machen.
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- Korrelationskoeffizient Ein Korrelationskoeffizient gibt Auskunft über den linearen Zusammenhang zwischen zwei Variablen. Korrelationskoeffizienten können Werte zwischen -1 und 1 annehmen. Negative Werte -> je höher X desto niedriger Y oder je niedriger X desto höher Y Positive Werte -> je höher X desto höher Y bzw. desto niedriger X desto niedriger Y Null -> kein linearer Zusammenhang zwischen X und Y
- Korrelative Studie Ob eine Studie korrelativ ist, bestimmt der zugrunde liegende Versuchsplan. Von einer korrelativen Studie spricht man, wenn die Variablen nur erfasst und nicht wenigstens eine Variable vom Forscher variiert wird. Bei rein korrelativen Studien ist die zeitliche Abfolge von Variablen oft unbekannt. Ergebnisse korrelativer Studien in diesem Sinne kann man nicht kausal interpretieren. Eine Korrelation zwischen zwei Variablen ist eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für eine kausale (ursächliche) Beziehung. Es lässt sich keine Aussage über die Richtung des Zusammenhangs machen. Variablen können sich gegenseitig beeinflussen. Zusammenhänge können auch durch Drittvariablen zustande kommen.
- Experimentelle Studien Im Experiment werden im Idealfall die Bedingungen, die ein Phänomen hervorrufen können, so kontrolliert und variiert, dass für einen Sachverhalt nur noch eine Ursache als Erklärung übrig bleibt.
- Der Experimentator erzeugt willkürlich ein Phänomen (Verhalten) (z.B. Aggression) variiert die Bedingungen, unter denen es zustande kommt (z.B. aggressive Spiele/nicht-aggressive Spiele) schaltet mögliche Störfaktoren aus oder ignoriert sie
- Unabhängige Variablen werden vom Forscher variiert
- Störvariablen werden vom Forscher erfasst, ausgeschaltet oder konstant gehalten, beeinflussen die AV außer der UV
- Abhängige Variablen werden von der Unabhängigen Variable und den Störvariablen beeinflusst sollen von der Unabhängigen Variable beeinflusst und erfasst werden
- Variablenkonfundierung Eine unabhängige und die Störvariable sind konfundiert, wenn sie gemeinsam variieren.
- Störvariablen kontrollieren Störvariablen in der getesteten Person: -> parallelisieren oder randomisieren Störvariablen aus der Untersuchungssituation (z.B. Räumlichkeiten, Temperatur) -> eliminieren, konstant halten, randomisieren, erfassen Störvariablen aus den sozialen Situationen -> Standardisierung bzw. Parallelisierung der Untersuchungsbedingungen, Manipulation der Versuchsleiter-Erwartungen, Blindversuche
- Von der Stichprobe auf das Allgemeine schließen Wenn man von Stichproben auf Grundgesamtheiten (Populationen) schließen will, muss die Stichprobe repräsentativ sein, d.h. sie muss in ihrer Zusammensetzung der interessierenden Population sehr ähnlich sein. Populationen werden durch Populationsparameter beschrieben.
- Populationsparameter Populationsparameter sind wie bei Stichproben z.B. Mittelwerte und Streuungsmaße, Häufigkeiten usw. Populationsparameter (z.B. Mittelwerte) werden mit der Inferenzstatistik durch Stichprobenkennwerte geschätzt.
- Stichprobenkennwerte Stichprobenwerte sind ungenaue Schätzer. Man kann nicht sagen, wo der Populationsparameter genau liegt.
- Vertrauensintervall oder Konfidenzintervall Je größer die Stichprobe ist, desto geringer ist das Konfidenzintervall, d.h. desto genauer ist die Schätzung
- Signifikanztest Wenn sich eine Hypothese in der Stichprobe bestätigen lässt, muss man noch prüfen, wie wahrscheinlich es ist, dass sie auch in der Population gilt. Es könnte auch ein Stichprobenfehler sein. Diese Prüfung heißt Signifikanztest. Der Signifikanztest prüft, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Ergebnis aus einer Stichprobe nur auf einem Stichprobenfehler beruht, aber in der Population nicht gilt.
- Konditionierter Stimulus (CS) vormals neutraler Reiz, der nach der Konditionierung eine spezifische Reaktion auslöst
- Konditionierte Reaktion (CR) Reaktion, die nach der Konditionierung durch den konditionierten Reiz ausgelöst wird
- Klassisches Konditionieren: Phase I = Kontrolle Neuraler Reiz -> Orientierungsreaktion Unkonditionierter Reiz -> Unkonditionierter Reaktion
- Phase 2 = Akquisition Neutraler + unkonditionierter Reiz -> Unkonditionierte Reaktion
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