285

VT1 (Subject) / VT1 (Lesson)

16/17

This lesson was created by Johannamaria123.

Learn lesson

Advertisement
  • Module des Skill-Trainings: 3. Emotionsregulation= bewusster Umgang mit Gefühlen Bei der Borderline PS:Gefühle können zwar wahrgenommen, aber nicht differenziert, zugeordnet und benannt werden. Gefühle werden als aversive und oft unerträgliche Spannungszustände wahrgenommen. --> Gefühlswirrwarr: Dissoziationen, z.B. veränderte Körperwahrnehmungen, veränderte Sinneswahrnehmungen. • Eigene Gefühle verstehen• GefühlsprotokollSchwieriger Teil: die Angst vor Emotionen ist oft groß--> zunächst viel theoretische Arbeit • Was sind Gefühle?• Wie entstehen sie?• Welche Gefühle gibt es ?• Wofür braucht man Gefühle?• Primär- und Sekundärgefühle In Session Fokus: was passiert in der Therapie? Qualität der Emotionen Ursache identifizieren Alle Emotionen haben ihre Berechtigung -->Ursachenklärung 
  • Traumadefinition ICD-10 (WHO, 1994) Ereignis oder Situation ... • außergewöhnlicher Bedrohung (kurz- oder langandauernd) oder katastrophenartigen Ausmaßes, • das bei fast jedem eine tiefe Verstörung hervorrufen würde.
  • Traumadefinition DSM-5 Konfrontation mit Ereignis, das folgende Kriterienerfüllt:  • direktes persönliches Erleben• Zeugenschaft• Traumatisches Erlebnis ist nahen Familienmitgliedern oder Freunden geschehen (bei Tod:    Unfall, Gewalt)• Wiederholtes Erleben oder extreme Konfrontation mit aversiven Details (z.B.Polizei, Rettungsdienst) Ereignis• tatsächlicher/drohender Tod• ernsthafte Verletzung• Gefahr der körperlichen Unversehrtheit• Sexuelle Gewalt Ausschlusskriterium: Elektronische Medien, Fernsehen, Bilder, NUR wenn Medien arbeitsbezogen
  • Posttraumatischen Belastungsstörung (DSM-V) A. TraumakriteriumEreignis subjektive Reaktion: Grauen, Verzweiflung--------------------------------------------------------B. Wiedererleben (mind. 1 Symptom)C. Vermeidung/Entfremdung (mind. 1 Symptom)D. Eingeschränkte kognitive und emotionale Fähigkeiten (mind. 2)E. Übererregung (mind. 2 Symptome)--------------------------------------------------------F. Symptome > 1 Monat Akut (> 1 Monat & < 3 Monate) Chronisch (> 3 Monate) Verzögert (Beginn > 6 Monate) G. Klinisch-signifikante BeeinträchtigungenH. Die Störung steht nicht in Zusammenhang von Substanzmissbrauch oder anderen medizinischen Konditionen
  • Traumaverwandte Störungen, oder: -wozu kann Trauma führen? PTBS Depression Alkohol/ Substanzmissbrauch Somatoforme Störungen
  • Unterschiedlich hohe PTBS-Raten: (Kessler et al., 1995) KZ-Haft? Vergewaltigung, sex. Missbrauch? Verkehrsunfälle? Zeuge sein von Unfällen,Gewalt? KZ-Haft= 50-65% Vergewaltigung, sex. Missbrauch= 50-55% Verkehrsunfälle= 3-11% Zeuge sein von Unfällen,Gewalt= 2-7%
  • Sexueller Missbrauch • Sexueller Missbrauch in der Kindheit ist eines der größten Public Health Probleme in unserer Gesellschaft;• Sexueller Missbrauch ist historisch konstant und kommt in allen Gesellschaften und Kulturen vor;• Gefühle von Scham darüber zu sprechen, juristische Konsequenzen für den Täter, junges Alter der Betroffenen und Abhängigkeit von Erwachsenen/Täter führt dazu,dass sexueller Missbrauch selten angezeigt wird-> hohe Dunkelziffer
  • Meta-Analyse Pereda et al., 2009 (PTBS VL) Meta-analyse (k = 65):Frauen: 19.7%Männer 7.9%
  • Therapie der PTBS Behandlung der PTBS: 110 RCTs (Bradley et al., 2005) Trauma-fokussierte Verfahren (Trauma steht im Zentrum)• Expositionsbasierte Therapie• EMDR• Kognitive Therapie (kognitive Intervention mit Bezug auf das Trauma)• Strukturiertes Schreiben (z.B. internetbasierte Therapien)• Imaginary Rescripting (Nacherleben des Traumas und Veränderung der Bilder)• Narrative Exposure Therapy Nicht-trauma-fokussierte Verfahren• „seeking safety“• Imaginative Verfahren• Stabilisierungsverfahren
  • Welche 2 Gruppen sind innerhalb der PTBS Therpie unterrepräsentiert? Zwei wichtige Gruppen unterrepräsentiert: • Adult Sexual Abuse• Patienten mit schwerer Komorbidität (z.B. Sucht)
  • Advertisement
  • Was sind die Bestandteile der Furchtstrukturen der PTSD (Foa & Kozak, 1986)? Wodurch kann Furchtstruktur deaktiviert werden? Fakten, Emotionen, Körperempfindungen Genesung z.B. nach Konfrontationstherapie (Emotionen stehen nun alleine und sind nicht mehr verbunden mit Körperempfindungen) 
  • Rationale verlängerte Exposition nach Foa (PTBS VL) • Einführen der gefürchteten Stimuli (wiederholt und verlängert, Abwesenheit realer Gefahr)→ Aktivierung der Furchtstruktur • Gleichzeitig Präsentation korrektiver Information, die mit den pathologischen Elementen der Furchtstruktur unvereinbar ist→ Modifikation der Furchtstruktur (durch Habituation /Desensibilisierung)→ Abnahme der PTB-Symptome
  • Was sind die 2 Säulen der KVT-Standardbehandlung? (PTBS VL) 1. Traumaexposition • Möglich nach Schaffung einer tragfähigen, vertrauensvollen Beziehung zwischen P. und T. • Zielt gegen die unwirksamen spontanen Vermeidungstendenzen der Patienten • Kompetenzgefühl, die Erinnerung zu ertragen, wird vermittelt • in sensu/ in vivo 2. Kognitive Umstrukturierung • Katastrophisierende Interpretation der (Anfangs-) Symptome ändern • Persönliche Verarbeitungsmuster deutlich machen und ggf. verändern, z.B. Sicherheitsverhalten • Übergeneralisierungen, emotionale Schlussfolgerungen, unberechtigte Verantwortungs- und Schuldgefühle in Frage stellen Zusätzliche Techniken:• Psychoedukation, Rückfallprophylaxe• Ressourcenarbeit (Identifikation von Ressourcen und positiven Prä-Trauma-Erinnerungen) → „das Leben zurückerobern“
  • Therapeutisches Vorgehen ( PTBS VL) Therapeutische Beziehung:              1. SitzungVertrauen + Sicherheit Therapiebezogene Diagnostik           2. Sitzung Kognitive Vorbereitung                       3. Sitzung     auf Konfrontation                               Kognitive Umstrukturierung Konfrontation:                                     (ca. zw 3. und 13. Sitzung, 1-2h-Blöcke)• in sensu• in vivoSymptommanagement,Rückfall-Prophylaxe etc.                     15. Sitzung  ---> 45 Min                                         ---> Verlängerung auf 90 Min 
  • Erste Therapiephase: Psychoedukation (PTBS VL) • Existenz von PTBS und Akuten Belastungsstörungen– „den Symptomen einen Namen geben“ • Normalisieren der Symptome- „PTSD ist eine normale Reaktion auf ein abnormales Ereignis“- Körpersymptome = automatischer Schutz unseres Körpers (“Weisheit des Körpers”),- Erklären: Patient wird nicht verrückt. • Information über die Symptome- aktivierende Stimuli und Situationen (reduziert die Gefühle „plötzlicher“ und unkontrollierbarer Symptomatik) • Setting erklären• Belastendste Symptome benennen• Normalisieren/ Diagnose• Allgemeines Störungsmodell• (Furchtstruktur, Teufelskreis)• Eventuell Rationale für in vivo/in sensu• Konfrontation• → Therapeut muss selbst von der Intervention überzeugt sein!• Ressourcenaktivierung
  • Vermeidungsverhalten PTBS Meine Symptome sind eine normale Reaktion auf eine abnormeSituation. Ich habe ein Trauma erlebt! Die Symptome werden aufrechterhalten durch:Das Gedächtnis für das traumatische Erlebnis ist in Rohformgespeichert, so wird es besonders leicht durch „passende“ Reizeabgerufen und erscheint in Hier-und-Jetzt“-Form.
  • Was versteht man unter "Konfrontation in sensu"? Traumatisches Erlebnis wird vor „innerem Auge“ vorgestellt undwiedererlebt! • gleiche Reihenfolge• alle Einzelheiten: sensorischen Eindrücke, Gedanken & Gefühle→ auch wenn diese im Nachhinein falsch, peinlich o. unsinnig erscheinen sollten• Beginn: kurz bevor Pat. merkte, dass etwas passieren würde• Ende: wieder Gefühl von Sicherheit -laut beschreiben-„als würde es gerade passieren“ • Erste Person• Gegenwartsform• möglichst mit geschlossenen Augen• Gefühle kommen lassen, nicht unterdrücken• HA = Nacherleben. 1xtägl, alleine, ungestört, keine andere Tätigkeit nebenher, keine Unterbrechung, protokollieren, nachher Zeit, wieder in Alltag zurückzugehen, am besten pos. Tätigkeit, Protokoll
  • Konfrontation in sensu-Therapeutenrolle • Macht unterstützende Bemerkungenz.B. „Das machen Sie sehr gut“, „Ja, gut so“, „Bleiben Sie bei dem Gefühl/ bei diesem Bild“, „Ich weiß, es ist schwer“, „Hier sind Sie sicher“ (besonders bei den ersten Malen) • Führt den Patienten ins Präsens zurück, wenn er Vergangenheitsform benutztz.B. „Er schlägt mich ins Gesicht“ • Holt den Patienten ins Nacherleben zurück, wenn dieser verstummt, Augen öffnet etc.,z.B. „Was passiert jetzt?“. • Stellt kurze Fragen zu sensorischen Eindrücken, Gefühlen und Gedanken an entscheidenden Stellen (i.e. schlimmste Momente), im Präsensz.B. „Was denken Sie?“, „Wie fühlt sich das an?“, „Wie fühlen Sie sich?“, „Was sehen, riechen, hören Sie?“, „Was fühlen Sie in Ihrem Körper?“ • Fragt Subjective Units of distress (SUD, 0-10/ 0%-100%) ab• Notiert die geäußerten irrationalen Überzeugungen für spätere therapeutische Gespräche Wie häufig werden die Szenen wiederholt? • Jede Szene wird so lange wie nötig wiederholt: Angstreduktion deutlich, mindestens 50%• Wiederholen dieses Vorgehens mit 3-4 Szenen bis sich die Effekte generalisieren.
  • Rituelle Gewalt systematische Anwendung schwerer körperlicher, psychischer undsexueller Gewalt in destruktiven Gruppierungen • Ideologie (z.B. Satanismus, Faschismus) als Sinngebung und Rechtfertigung der Gewalt und als erlerntes Werte- und Normensystem• Schweigegebot• In manchen Gruppierungen (z.B. satanische Kulte) sind Familien generationenübergreifend eingebunden• Frühkindlich absichtlich eine dissoziative Identiätsstruktur mit voneinander abgespaltenen Persönlichkeiten erzeugt Organisierte Kriminalität: Zangsprostitution, Menschenhandel, Drogenhandel Ideologie: Satanismus, Faschismus, "christliche" Sekten Physische, psychische und sexuelle Gewalt: im Kult und i.d.R. auch in der Herkunftsfamilie Systematische Abrichtung: gezielte Aufspaltung, Konditionierung, Mind Control, Zwang zu Gewaltanwendungen Parallelwelten: Intrapsychisch und im Außen, "Kulturwelt" vs. "normaler" gesellschaftlicher Alltag Datenerhebung zur Situation ritueller Gewalt in Rheinland-Pfalz:KV-Vertragstherapeuten (N = 1058), galubwürdige Fälle= 63 (94%)Spezifische Ereignisse• absoluter Gehorsam• Tieropferung• Ritueller sexueller Missbrauch• Ekeltraining• Leichenschändung• Absolute Geheimhaltung• Menschenopferung• Ritueller körperlicher Missbrauch• Schwarze Messen • Es wurde 23 mal „Menschenopferungen“ angekreuzt• Die Expositionsdauer schwankt zwischen einem einmaligen Kontakt und 40 Jahren.• Mehr als die Hälfte der Betroffenen haben den Therapeuten erst 10 Jahre und später nachExpositionsbeginn aufgesucht.
  • Ergebnisse neuester Forschung Konfrontation (Prolongierter Exposition) Grunert et al. (2008) 60%Therapieerfolg bei PE --> Reanalyse 90%                                                                          Therapieerfolg bei PE,wenn ANGST = primärePTSD-Emotion  15%Therapieerfolg bei PE,wenn NICHTANGST- Emotionen = primär ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
  • Weitere typische PTBS assoziierte Emotionen? Ekel Scham Angst Schuld Trauer  ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- • ANGST ist nicht immer die dominante PTSD-Emotion!• SCHULD, SCHAM, EKEL und ÄRGER sind häufig dominante PTSD-Emotionen• Besonders bei Typ-II Traumata• Diese Emotionen habituieren gewöhnlich nicht bei Konfrontation• Sondern müssen zusätzlich mit Hilfe kognitiver Methoden bearbeitet werden ----------------------------------------------------------------------------------------------------- Tortendiagramm Bearbeitung von Schuldgefühlen Zu Beginn der Therapie: meine Schuld= 35%, T= 65% Zu Therapieende: meine= 15%, Täter= 80%, Freunde des Täters= 5% Bei ausgeprägten Schuldgefühlen gerät der Täter und in ungünstige situative Bedingungen uns so völlig aus dem Blickfeld der Betroffenen. ------------------------------------------------------------------------------------------------------
  • Ekel und PTBS Def. Ekel? Ekel und PTBS• Opfer sexueller Gewalt leiden häufig unter Gefühlen von Ekel und Beschmutzt-Seins infolge von Übergriffen• Betroffene sind überzeugt, dass Körperflüssigkeit des Täters in ihnen zirkulieren• Fühlen sich am ganzen Körper beschmutzt• Schamgefühle• Beschmutzt-sein = wertlos, „wie Müll“• Selbstverachtung• Exzessives Waschen (z.B. mit Putzmittel, Desinfektionsmittel,Scheuermilch, Essig)• Selbstverletzendes Verhalten Definition Ekel:Stark unlustbetontes Gefühl des Widerwillens. Ekelerregend wirken weniger stark die Wahrnehmungen (z.B. Geruch), die der Gegenstand, die Situation, der Mensch u.a. vermitteln, als vielmehr diese selbst oder die Vorstellung von diesen. Körperliche Begleiterscheinungen sind vor allemzusammenziehen der Gaumen- und Rachenmuskulatur mitSpeichelabsonderung.
  • Ekel bei Traumaopfern • Aspekten des Traumas (z.B. Ekel vor der Person des Täters),• bestimmten, ursprünglich mit dem Täter assoziierten körperlichen Merkmalen (z.B. Geruch, Nikotin- & Alkoholausdünstung)• Körperflüssigkeiten (Sperma & Schweiß),• Aspekten ihrer eigenen Person (Geschlechtsorgane, andere „beschmutzte“ Körperteile), → oftmals Brechreiz und aversive affektiven Zuständen
  • Cognitive Restructuring Imaginary Modification (Jung & Steil,2014) Ablauf (2 Sitzungen) A) Kognitive Umstrukturierung• Exploration des Gefühls „Beschmutzt-Sein“• Internet-Recherche zu Haut-/ Zellerneuerung/Häufigkeit• Disputation der Überzeugungen B) Imaginary Modification Entwicklung eines Vorstellungsbildes zur Zell- und Hauterneuerung (Abstreifen der alten Haut) „was sehen Sie in Ihrem Vorstellungsbild?“ „Was fühlen Sie?" -War auch eine Studie! Siehe letzte Folien von PTBS-VL
  • 3 Wellen der kognitiven Verhaltenstherapie Psychologische Modelle? 1. Lerntheoretisches Modell2. Kognitives Modell3. Achtsamkeitsbasiertes Modell
  • Achtsamkeitsbasierte Interventionen Fernöstlichen buddhistischen Meditationskultur (Kabat-Zinn,1994), Segal et al., 2002 Fernöstlichen buddhistischen Meditationskultur (Kabat-Zinn,1994)• Emotionsfreie Beobachtung von Gefühlen und Gedanken• Nicht wertend• Erleben des gegenwärtigen Moments• Wohlwollende Akzeptanz von schwierigen Lebenssituationen -->Abwendung von Vergangenheit und Zukunft(Segal et al., 2002)
  • Psychologische Prozesse der Meditation: Entspannung oder Veränderung des Bewusstseins? • Meditation fördert metakognitive Erkenntnis• Durch die metakognitive Einsicht --> folgt Entspannung• Gedanken sind flüchig ≠ reale Überlegungen, Gedanken• Gedanken sind „einfache Gedanken“, keine komplexe Überlegungen • Meditation fördert Akzeptanz der eigenen Erfahrungen ≠ Vermeidungsverhalten– Führt zu Zunahme des Aushaltens von unangenehmen Emotionen (z.B. Angst)– Abnahme von Vermeidungsverhalten• Wechsel vom „doing“ zum „being“- Modus • Zwischen dem Objekt und dem nicht-bewertendem Bewusstsein entsteht ein Raum: „mental gap“ • Dieses Bewusstseinskonzept stammt aus buddhistischen Meditationspraxis (v.a. Tibet)– „spirituelle Freiheit“ (Krishnamurti, 1964)– „cognitive defusion“ (Hayes & Wilson, 1994)
  • Meditation (Chambers et al. 2009) • Achtsamkeitsbasiertes Training (z.B. Meditation) verbessert die Fähigkeit in einem mentalen Zustand zu verbleiben• Fokussieren der Aufmerksamkeit auf keinen spezifischen Punkt oder Objekt (open monitoring) ODER • Fokussieren der Aufmerksamkeit auf ein Objekt (konzentrierte Meditation) (z.B. Wiederholen eines Wortes, betrachten eines Objektes, den Atem)
  • cognitive defusion • Veränderung des Umgangs mit Gedanken• Kognitive Distanzierung• Gedanken sind „nur“ Gedanken und keine Fakten• Gedanken werden nur wahrgenommen• ≠ Kognitive Umstrukturierung /Gedanken werden herausgefordert und in Frage gestellt• Mensch ≠ eigene Gedanken Mentale Distanz zwischen selbst und Gedanken
  • Mindbus-Metapher (auch cognitive defusion?)? Mindbus:• Man selbst ist der Fahrer und die Gedanken sind (seltsame) Fahrgäste• Wie geht man mit schwierigen Fahrgästen um?• (z.B. verdeutlichen, wer der „Chef“ ist; sie bitten auszusteigen, in bestimmtemAkzent sprechen lassen
  • Advertisement
  • Akzeptanz von was? Was bedeutet Akzeptanz nicht? Akzeptanz (ACT: Hayes, 2004) • Akzeptanz von schwierigen Gedanken und Gefühlen– ≠ Veränderung– ≠ Kontrolle– ≠ Verhinderung• Aufbau von Toleranz von negativen Gefühlen Akzeptanz (ACT, Hayes, 2004):  „Akzeptanz dessen, was wir nicht verändernkönnen, uns mit Kraft und Möglichkeitenausstattet, das zu verändern, was wir tatsächlichverändern können.“
  • Was ist der Unterschied zwischen "cognitive defusion" und Akzeptanz? • „Cognitive defusion“: Veränderung die Art undWeise wie schwierige Gedanken wahrgenommenwerden können. • Akzeptanz: Förderung der Bereitschah schwierigeGefühle und Gedanken auszuhalten.
  • Selbstkontrolle im Gesundheitsverhalten Studie von Jenkins & Tapper • Reduzierung von Essanfällen,• Verlangen nach Essen• Widerstehen von Schokolade• N = 137 Studenten• Primäres Outcome: Schokoladenkonsum über 5 Tage 3 Gruppen:• Mindfulness (cognitive defusion)• Akzeptanz• Entspannung Cognitive Defusion Gruppe:  • Mindbus: Umgang mit schwierigen „Passagieren“,• Strategien: z.B. schwierige Gedanken, zeigen wer der „Fahrer“ ist• 5 Minuten Imagination, jedes mal wenn Bedürfnis nach Schokolade aufkommt• Erhielten eine Tasche mit Schokolade Ergebnis:Cognitive defusion – Gruppe konsumierte signifikant weniger Schokolade als in derAkzeptanz-Gruppe oder der Entspannungsgruppe
  • Was sagt Prof. Wolf Singer über Meditation? „Meditation kann zu tiefgreifenden Veränderungen im Gehirn führen.EEG-Ableitungen langjährig meditierender Mönche zeigen eine einzigartige Frequenz,vergleichbar mit einem speziellen Code für das Bewusstsein im Gehirn“
  • Neuropsychologie und Mindfulness: -Was erzeugt Meditation? -Was ehöht Gramma-Frequenzen? • Meditation erzeugt veränderte elektrische Aktivität im Gehirn (Synchronsteuerung)• Meditation erzeugt Gamma-Frequenzen• Gamma-Frequenzen erhöhen das Kohärenzniveau und vermindern Stressreaktionen• Wirkungen (kurz- und langfristrig) von Achtsamkeitstrainings:-Neuronale Veränderungen als Folge von Trainingsprogrammen wie MBSR und MBCT
  • Wirksamkeit achtsamkeitsbasierter Interventionen? - - - • Reduziert Stress (Meta-analyse, Grossmann et al., 2004)• Signifikante Reduzierung von Rückfällen bei Depression (Teasdale et al., 2000)• Reduktion von Schmerzerkrankungen, Angststörungen, Depression auch langfristig (Grossman et al., 2007)
  • Mindfulness-based therapy: A comprehensive meta-analysis Meta-analyse zur Wirksamkeit von achtsamkeitsbasierten VerfahrenK = 209 StudienN =12,145 Teilnehmer mit verschiedenen StörungsbildernHedge's g=.53 (Wartelisten-Kontrollgruppen)Hedge's g =.55 (pre-post Studien)Hedge's g=.33 (anderen aktiven Kontrollgruppen)Ergebnisse blieben im Follow-up stabil
  • Nennen Sie 4 Achtsamkeitsbasierte KVT-Ansätze! 1.  "Dialectial Behavioral Therapy for Borderline Personality Disorders“ (DBT, Marsha Linehan)2.  "Mindfulness Based Stress Reduction" (MBSR, Jon Kabat-Zinn)        – Erste Intervention, die in klinischer Studie evaluiert wurde3.  "Mindfulness Based Cognitive Therapy for Depression" (MBCT, Segal, Teasdale, Williams)        – MBSR in Kombination mit CBT erweitert4.   Acceptance und Commitment Therapy (Hayes & Wilson,1994)        – Beinhaltet keine Meditation wie MBCT und MBSR
  • Nennen Sie 5 Achtsamkeitsübungen Meditation (z.B. Sitzmeditation) Yogaübungen Atemübungen Bodyscan Alltagsachtsamkeitsübungen (z.B. Rosinenübung) hören, riechen, sehen...
  • Nennen Sie die 7 Grundpfeiler des Achtsamkeitstrainings • Geduld• Nicht-Beurteilen (neutraler Beobachter)• den Geist des Anfängers bewahren (keine vorgefassten Meinungen)• Loslassen (kein Anhahen an Objekten, Dingen ...)• Nicht-Greifen (aktives Nicht-Tun, keine Ziele)• Vertrauen (in die eigene innere Weisheit)• Akzeptanz (Annehmen, was im Moment ist, ohne Erwartungen an die Zukunh)
  • Der Atem - Achtsamkeitsinterventionen "just breathe" • das Leben besteht nur aus gegenwärtigen Augenblicken, einzelnen Atemzügen• der Atem ist wichtigster physiologischer Oszillator im Menschen Resonanz mit schwächeren rhythmisch oszillierenden Systemen: Herzschlag, Blutdruck• der Atem als Anker in der Gegenwart
  • Meditation fördert die Abnahme von Rumination? MBCT: Theoretischer Hintergrund (mindfulness-based cognitive therapy for depression; Segal, Williams, Teasdale) • Depressive Patienten = hohe Rückfallquote (50-80%), abhängig von vorherigen Episoden• Rumination: Analyse vergangener Ereignisse, um zu verstehen, weshalb sie wieder in    Depression „gerutscht“ sind• Verfestigt depressive Stimmung = Risikofaktor• Ziel: Erkennen von Gedankenmustern• Austieg aus den Gedankenmustern• Hinwendung zum „Hier und Jetzt“ ≠ depressiver Gedankenkreislauf
  • mindfulness-based cognitive therapy for depression, von Segal, Williams, Teasdale -Was versteht man darunter? • Gruppenprogamm zur Rückfallprophylaxe von Depression• Achtsamkeit statt "Autopilot“• Ziele: "Sein" (being mode) statt "Machen“ (doing mode)• Gegen Grübeln ("Ruminieren") und das Abgleiten in depressive Denkmuster• Elemente der Kognitiven Verhaltenstherapie• Ergebnisse aus kontrollierten Studien: Halbierung der Rückfallraten über ein Jahr
  • mindfulness-based cognitive therapy for depression, von Segal, Williams, Teasdale -woraus besteht das 8-wöchige Programm? 8-wöchiges Programm1. Der Autopilot, Body-Scan, Atembeobachtung (Sitzung 1)2. Mit Schwierigkeiten arbeiten (Sitzung 2)3. Achtsamkeit auf den Atem (Sitzung 3)4. Im Moment präsent bleiben (Sitzung 4)5. Erlauben, so sein lassen wie es ist (Sitzung 5)6. Gedanken sind nicht Tatsachen (Sitzung 6)7. Wie kann ich am besten zu mir selbst schauen (Sitzung 7)8. Das Gelernte verwenden um mit zukünftigen Stimmungsschwankungen umzugehen (Sitzung 8) Wichtig: 45 Minuten Übung pro Tag an 6 von 7 Tagen.3-4 weitere Sitzungen im folgenden Jahr.
  • Entwicklung der Schematherapie (1) durch wen wurde sie entwickelt, und (2) vor welchem Hintergrund? durch Jeffrey Young (Verhaltenstherapeut aus New York), Mitarbeiter von Aron Beck Entwicklung aus der Beobachtung, dass KVT allein bei schweren, früh entstandenen und chronischen Störungen oft nicht erfolgreich ist.
  • Was versteht man unter Schematherapie? • Spezielle Therapiemethode für Patienten, die eine früh erworbene charakterliche Besonderheit entwickelt haben • Insbesondere für Narzisstische PS und Borderline PS • Fokus: Schwer behandelbare Störungsbilder mit Ursprüngen in der Kindheit/Jugend
  • Was versteht man innerhalb der Schematherapie unter Schema? -welche Konditionierung? -wann Aktivierung? -wie ausgeführt? • Wichige Lebenserfahrungen auf ein Bedürfnis werden als emotionales Schema gespeichert • Ein Schema entsteht als maladaptative Anpassung an die ungenügende Erfüllung kindlicher Grundbedürfnisse. • Schema = emotionale Konditionierung • Ein Schema wird durch situative Reize automatisch aktiviert und dann unbewusst (kognitiv-behavioral) ausgeführt.
  • Nenne die 18 Schemata innerhalb der Schematherapie emotionale Entbehrung  Verlassenheit/ Instabilität Misstrauen/ Missbrauch Unzugänglichkeit/ Scham Soziale Isolation Abhängigkeit/ Inkompetenz Anfälligkeit für Katastrophen Verstrickung/ Unentwickeltes Selbst Erfolglosigkeit/ Versagen Anspruchshaltung/ Grandiosität Unzureichende Selbstdisziplin Unterwerfung Selbstaufopferung Streben nach Zustimmung u. Anerkennung Negativität/ Pessimismus Emotionale Gehemmtheit Übertriebene Standards Bestrafen
  • Schematherapie: welche Therapieelemente anderer Methoden werden miteinbezogen? -5- • Arbeit mit der Biographie/Kindheit• Arbeit mit aktivierten (früh entstandenen) Emotionen (statt nur mit Kognitionen)• Enge therapeutische Beziehung („Reparenting“)• Strukturiertes Vorgehen• gehört zur „Dritten Welle der VT“
  • Wie wird in der Schematherapie vorgegangen, was wird "nachgeholt"? In der Schematherapie werden die Schemainhalte aktiviert und schrittweise die angemessene Erfüllung der kindlichen/ menschlichen Grundbedürfnisse „nachgeholt“ und in derGegenwart zu ermöglicht.