876

Psychologie (Subject) / Differentielle und Klinische Psychologie (Lesson)

Vorlesungen der Uni- Wien 2016/17

This lesson was created by FlorianMiehe.

Learn lesson

Advertisement
  • Bei intelligenten oder weniger intelligenten Menschen steigt die Reaktionszeit mit der erhöhung der Optionen signifikant langsamer? bei intelligenteren menschen langsamer
  • Die Zusammenhänge zwischen Intelligenz und Working Memory betragen +.32 bis +.50 was heißt das? dass intelligentere Menschen ein größeres arbeitsgedächtnis haben-> i.d.r. 7 Items
  • Was nimmt Ackermann (2005), nachdem er bei einer Meta-analyse einen positiven Zusammenhang zwischen WM (Working memory) und MS (mental speed) von +.57 gefunden hat, an? - dass nur eine gewisse Anzahl von Operationen pro Zeiteinheit vom hirn verarbeitet werden können -> Gehirn ist Kapazitätslimitiert- dass Informationen im gehirn rasch zerfallen- und dass personen, die über bessere mental speed verfügen, mehr operationen mit informationen durchführen können, bevor sie zerfallen Es folgt: Je schneller die Verarbeitung (MS) und je größer die Kapazität des WM, desto effizienter kann ein Gehirn mit informationen umgehen und desto intelligenter ist eine Person!
  • Stemmler et al. (2011) formulieren: "Es geht also nicht um die funktionalität der Software sondern um die effizienz der Hardware" welche schlussfolgerung folgt daraus? ob intelligenz nicht eine Eigenschaft des zentralen Nervensystems sein könnte
  • Was ergeben die Untersuchungen zur biologischen Fundierung der Intelligenz? Direkte Messungen der Nervenleitgeschwindigkeitund der Effizienz synaptischer Übertragungen sind derzeit kaum möglichund die entsprechenden Befunde sind uneinheitlich
  • Worum handelt es sich bei event related potentials (ERPs) und was wurde anhand von ihnen untersucht? es handelt sich um veränderungen der hirnelektrischen Aktivität infolge visueller akustischer und taktiler Reize-> der zusammenhang mit intelligenz
  • Was versteht man in der EEG Forschung unter der Mittelungstechnik und was wird dadurch sichtbar? das übereinanderlegen (mitteln) der EEG- Ableitungen macht die Reiz-Antworten, also die Event related potentials, sichtbar (durch ausschluss des hintergrundrauschens)
  • Wie korrelieren (in der EEG Forschung) Latenzzeiten mit psychometrischer Intelligenz? Latenzzeit (die Zeit zwischen Reiz und antwort) korreliert negativ mit intelligenz-> gehirne intelligenter personen verarbeiten reize schneller
  • Was lässt sich zur kohärenz der EEG aktivität sagen und wie korreliert diese mit intelligenz? je dümmer eine Person, desto hohärenter (zusammengehöriger/ ähnlicher) die Aktivität in verschiedenen Kortex- Arealen, unabhängig von der Aufgabenstellungje intelligenter eine Person, desto dissoziierter ihre Hirnaktivität, in abhängigkeit von der Aufgabenstellung
  • Was lässt sich zur desynchronisation der kortex-aktivationsmuster sagen? intelligente Personen aktivieren bei der Lösung von denkproblemen weniger Hirnareale (nur die, die sie auch rauchen -> geringerer funktionaler Aufwand) als weniger intelligente Personen-> die aktivität der Hirnwellen (Alpha-wellen) ergibt ein unregelmäßiges Muster-> das ausmaß an desynchronisation lässt sich messen
  • Advertisement
  • Was ist das grundprinzip des Positronen-emissions-tomographen (PET)? Bei stärkerer Beanspruchung des Gehirns wird mehr Energie verbraucht. Dieser Energieverlust wird durch einen erhöhten Glukose Stoffwechsel ausgeglichen
  • Was konnte Haier (1988) in seiner PET- Studie in bezug auf Intelligenz feststellen? die glukose-metabolismus- rate korelliert signifikant negativ mit intelligenz -> intelligente Personen verbrauchen weniger energie (beim lösen von denkaufgaben)
  • Was konnte anhand von fMRT studien in bezug auf Blut-Sauerstoffsättigung und Intelligenz herausgefunden werden? mit wenigen ausnahmen zeigte sich, dass intelligentere Vpn geringere Hirnaktivität während denkaufgaben zeigen-> deckt sich mit PET und EEG Ergebnissen
  • Was besagt die Hypothese der neuralen Effizienz (Vernon 1993)? Gehirne intelligenter Personen benötigen einen geringeren metabolischen bzw. funktionellen Aufwand, um eine geforderte Leistung zu erbringen.
  • was besagt die myelenisierugshypothese (miller 1994) bezüglich hirnvolumen und intelligenz? Neuronen mit dickerer meylinschicht haben eine schnellere impulsleitung (-> höhere effizienz & mentale Geschwindigkeit) Dementsprechend müssten Personen mit stärkerer myelenisiserung größere Gehirne aufweisen und menschen mit größeren gehirnen effizienter denken.-> gefundene korrelation zwischen hirnvolumen und intelligenz .24
  • Was führt laut Garlick (2002) durch bessere Anpassung zu größerer mentaler Geschwindigkeit und effizienz? Neurale Plastizität = strukturell-funktionale Anpassung-> bessere Anpassung, mehr effizienz
  • Was war Termans (1926) Beitrag zur Untersuchung der Geschlechtsunterschiede im IQ und was war die Folge davon? Terman übertrug den Binet- test in den Amerikanischen Sprachraum und fand dabei keine bedeutenden Unterschiede zwischen den Geschlechtern.Als Folge davon wurden nachfolgende Untersuchungen (Terman & Merill), bei denen signifikante Unterschiede festgestellt wurden, als unfair bewertet.Auch wechsler schloss sich dieser Ansicht an -> kein GU
  • Mit welchem Modell war es erstmals möglich, für beide Geschlechter dasselbe latente Konstrukt gender fair zu messen? Rasch-Modell (dichotom-logistisches-Modell)
  • Was zeigen neuere Befunde (Meta-analyse von Lynn & Irwing 2004/05) bezüglich der Geschlechtsunterschiede im IQ? (Methode: raven- Test) einen leichten Vorteil der Männer, der im zunehmenden Alter größer wird
  • Was berichtet Nyborg (2005) über Geschlechtsunterschiede in seiner sorgfältig durchgeführten Studie an dänischen Kindern? Jungen hatten im Durchschnitt 7,2 IQ Punkte mehr und eine größere Variant (In den Extrembereichen sind mehr Jungen zu finden)->Mädchen häufiger in mittleren Bereichen
  • In welchen der folgenden Bereichen sind Frauen bzw. Männer besser (nach Hyde 2005)? verbale Fähigkeiten mathematische Fähigkeiten räumliche fähigkeiten Naturwissenschaftliche Fähigkeiten Allgemeine Intelligenz verbale - Frauenmathematische - Frauenräumliche - Männernaturwiss. - MännerAllgemeine - beide, leicht männer
  • Was entdeckte der amerikanische Psychologe James R. Flynn 1984 als erster und was war die Folge seiner Entdeckung? dass die durchschnittliche Testleistung alle 10 jahre um etwa 3 IQ Punkte steigt = Flynn effekt-> veraltete tests zeigen verzerrte ergebnisse, standardisierte IQ tests müssen also alle paar Jahre evaluiert und eventuell nachjustiert werden
  • Was gehört laut DSM-4 neben subjektivem Leiden und funktionsbeeinträchtigungen NOCH zur Definition einer psychischen störung? einem Risiko, zu sterben, Schmerz, Beeinträchtigung oder tiefgreifenden Verlustan Freiheit zu erleiden
  • Was ist laut dsm-4 KEIN (zwangsläufiges) Kriterium für eine psychische Störung? - Verhaltensabweichungen auf grund von verständlichen oder kulturell sanktionierten Reaktionen auf bestimmte Ereignisse wie tod oder Trauma oder Rituale - Verhaltensabweichungen in Form von juristischen oder sozialen Konflikten mit der gesellschaft (Kriminalität) - Normabweichungen politischer, religiöser oder sexueller Art
  • Auch laut ICD-10 ist eine Psychische Störung (Ein Komplex von symptomen) immer assoziiert mit: - Belastung/ subjektivem leiden- Beeinträchtigung von Funktionen- Beeinträchtigungen auf sozialer Ebene  -> aber keine ausschließliche Manifestation auf sozialer Ebene
  • Auch Davison, Neale & Hautzinger definieren Psychische Störungen anhand von folgenden Normen... - extreme Abweichung von statistischen Normen- verletzung sozialer Normen (unberechenbarkeit, probleme in sozialen beziehungen)- subjekive Normen (persönliches Leiden)- Funktionale Normen (Unfähigkeit, Dysfunktion, Versagen)
  • Wie werden laut Wittchen & Hoyer psychische Störungen bestimmt/ diagnostiziert? (4) 1. Beschwerden/ Klagen/ Verhaltensweisen ->2. Symptome/ Befunde ->3. Syndrom (überzufällig häufige, theoretisch u. empirisch sinnvolle Symptomkombinationen) ->4. Diagnose (Störung/Krankheit)
  • Was ist ein Symptom? • Kleinste beobachtbare Einheit/Komponente einerpsychischen Störung-> Verhaltensauffälligkeit-> Erlebensabweichung-> Funktionsstörung-> Subjektiver Leidenszustand• Psychopathologisches Merkmal• Ausgangspunkt diagnostischer Einordnung
  • Bereiche, in denen symptome üblicherweise auftreten? - Sprache- Wahrnehmung (Sinne)- Selbstwahrnehmung (Bewusstsein, ich-gefühl)- aufmerksamkeit/ gedächtnis- Denken (Formal/inhaltlich)- Affektivität (Gefühle)- Selbstzerstörerisches Verhalten- Antrieb & Motorik
  • Was ist ein syndrom? • Versuch einer dimensionalen Klassifikation vonSymptomen• Überzufällig häufiges gemeinsames Auftreten vonSymptomen-> Symptomcluster-> Psychopathologische Merkmals-konstellation/-cluster• Bestandteil psychischer Störungen
  • Advertisement
  • Nenne die gängigsten Syndrome - depressives...- Manisches...- paranoid-halluzinatorisches...- psychoorganisches...- hostilitäts...- somatisch- vegetatives...- apathisches...- phobisch- zwanghaftes...- katatones......syndrom
  • Nenne die syndrome 2. Ordnung - paranoide hostilität- depressive Symptomatik- psychoorganische Symptomatik
  • Welche Kriterien besitzt eine Psy. Störung als theoretisches Konstrukt, neben symptomen und syndromen, noch? Zeit und oder Verlaufskriterien - und diagnostische entscheidungs- und verknüpfungsregeln für diese Kriterien
  • Klassischer Gesundheitsbegriff? (positive definition erst seit 1948) Abwesenheit von Krankheit (medizinisches Modell)- fehlen biologisch defekter Strukturen- psy: fehlen von Verhaltens und erlebensauffälligkeiten
  • Gesundheitsbegriff der WHO (1948) Gesundheit ist ein Zustand desvollständigen körperlichen, geistigen undsozialen Wohlbefindens und nicht nur dasFehlen von Krankheit oder Gebrechen.“
  • Implikationen & Kritik des WHO Gesundheitsbegriffs von 1948 - reflektiert zeit und gesellschaft seiner Entstehung- galt als fortschrittlich, weil er somatische verengungen des gesundheitsverständnisses zurückweist- legt nahe, dass gesundheit durch Gesundheitsberufe- und Systeme hergestellt werden kann Kritik:- statisch- subjektivistisch- keine operationalen Kriterien- Gesundheit hat mehr kriterien als nur wohlbefinden
  • Was war die Ergänzung des WHO Begriffs in der Ottawa Charter (1986) - da ein dauerhafter statischer Zustand umfassenden Wohlbefindens unrealistisch ist-> Einbezug von Belastungen-> Health- Illness Kontinuum (Übergangsstufen)
  • Was bedeutet "Gesundheit ist ein Prozess dynamischer Interaktion" (Ottawa Ergänzung zum WHO Gesundheitsbegriff 1986) - der mensch verfügt über regulations- adaptions- und bewältigungsmechanismen  (Ressourcen z.b. soziale unterstützung)- Äußere Lebensbedingungen (Umwelt) wie Frieden, Bildung, Ernährung, Hygiene,    Wohnverhältnisse, klimatische/ kulturelle Bedingungen sind von großer Bedeutung => Wechselwirkung von ökologischen, sozialen, politischen und psychischen Lebensbedingungen
  • Aktuelle Gesundheitsdefinition (WHO- Ottawa, 1986)? (tipp: bio-psycho-sozial) • „Gesundheit ist ein positiver funktioneller Gesamtzustandim Sinne eines dynamischen bio-psycho-sozialenGleichgewichtszustandes, der erhalten bzw. immer wiederhergestellt werden muss“->Salutogenese (Antonovsky, 1987)->Gesundheits-Krankheits-Kontinuum
  • Was sind die 4 komponenten psychischer Gesundheit (nach Becker 1995) Tipp: Kognitiv-behaviorale und humanistische komonenten - psycho-physisches wohlbefinden- selbstaktualisierung/ verwirklichung- selbst/ fremdbezogene Wertschätzung- Verhaltens und selbsregulation
  • 4 Kriterien somatischer Gesundheit (Nach Lippke & Rennberg) - fehlen vn symptomen, syndromen, Krankheiten- relatives fehlen von risikofaktoren (z.b. stress, übergewicht)- erfüllung statistischer Normen in vitalen funktionen- körperliche fitness
  • soziale gesundheit: kriterien der GESUNDENROLLE - erfüllung sozialer rollenerwartungen (Familiär, beruflich, in Freizeitaktivitäten)  -> auch qualität der erfüllung der erwartungen- Belastbarkeit, Leistungsfähigkeit-> soziales funktionieren
  • Sind gesundheit und krankheit polare Gegensätze? nein 1. kann jemand gleichzeitig krank und gesund sein (independet states)und 2. bilden gesundheit und krankheit ein kontinuum (health-illness kontinuum)
  • Welche Faktoren sind dafür ausschlaggebend, dass sich ein Individuum eher in Richtung gesunden oder kranken Pol bewegt? Risiko-und SchutzfaktorenSalutogeneseResilienzAnforderungs-Ressourcen-Modell
  • Was bedeutet klassifikation? (1) Entwicklung von Klassen zur Einordnung von Phänomenen und/oder Personen(2) Einordnung von Personen und/oder Merkmalen zu Kategorien oder Klassen
  • Nenne beide Arten von Störungsklassifikationen - Nosologische Klassifikation-> im Sinne des medizinischen Modells anhand von symptomatik, ätiologie und pathopsychoogie-> für psychische Störungen nur begrenzt brauchbar (PTBS, Substanzinduzierte Störungen, organisch bedingte störungen) - Phänomenologische Klassifikation-> Basis aller modernen Klassifikationssysteme-> anhand zentraler Symptommerkmale (Symptome, Zeit- und Verlaufskriterien)
  • Welche Form der Klassifikation nutzt der ICD-10, der DSM-5, der OPD, ICIDH und der ICD-10 KJ? phänomenologische Klassifikation
  • Seit wann gibt es die erste offizielle Klassifikation der WHO und wie heißt sie? 1948 - der ICD-6
  • Seit wann gibt es die erste offizielle operationalisierung psych. Stör./ multiaxiale Klassifikation und wie heißt sie? 1980 - DSM-3
  • Was macht den deskriptiv-phänomenologischen Ansatz aus? (allgemeine Merkmale aktueller Klassifikationssysteme) - symptomorientierte beschreibung klinischer Auffälligkeiten (Querschnitt)- ordnung der störungen nach hauptsymptomen   -> verzicht auf ätiologische oder nosologische ordnungskriterien