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Kognitive 1 (Subject) / Kog (Lesson)

kog

This lesson was created by HannaCharlotteDeutsch.

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  • Schlußfolgerungen zur wahrnehmungsbasierten Wissensrepräsentation: Verarbeitung mentaler Vorstellungen gleicht sehr stark der Verarbeitung perzeptueller Informationen. In vielen Fällen sind die gleichen Hirnregionen involviert, obwohl diese keinen Input von außen bekommen. Es kommt selten zur Verwechslung der beiden Ebenen.
  • Was ist bedeutungsbezogene Wissensrepräsentation? Wissensrepräsentation, die das bedeutsame eines Ereignisses herausfiltert und vom Unwesentlichen abstrahiert.
  • Wie werden verbale Informationen gespeichert, über die Reihenfolge der Wörter oder über deren Bedeutung? Menschen erinnern normalerweise nur die Bedeutung einer sprachlichen Äußerung und nicht den exakten Wortlaut. Experiment von Wanner 1968: Vpn erhielten 4 verschiedene Instruktionen mit fast identischem Wortlaut, von denen sich 2 lediglich durch den Formulierungsstil und 2 zusätzlich durch die Bedeutung unterschieden. Die Hälfte der Vpn bekam den Hinweis sich die Instruktion genau zu merken, die andere bekam keinen Hinweis. Dann wurden die Vpn gefragt welchen Satz sie gehört hätten, aus einer Auswahl von 2 Sätzen. Ergebnis: Wortlautänderungen die zu Bedeutungsunterschieden führen können unabhängig vom Hinweis besser erinnert werden, es ist ein üblicher Verstehensprozeß sich die Bedeutung zu merken. Stilistische Änderungen werden nur bei einem Hinweis darauf beachtet.
  • Was besitzt eine höhere Kapazität, das verbale oder das visuelle Gedächtnis? Das visuelle, Shepard 1967 legte seinen Probanden 600 Bilder zur Durchsicht vor und kombinierte diese dann mit neuen Bildern und fragte welches Bild von dem Paar schon bekannt war. Das gleiche tat er mit Sätzen. Die Fehlerrate war bei den Sätzen 11,8% und bei den Bildern nur 1,5%. Standing erweiterte das Experiment auf 10 000 Bilder und hatte eine Fehlerrate von 17%.
  • Können die Ergebnisse des Experiments von Wanner auf das visuelle System übertragen werden? Ja, wenn Menschen ein Bild sehen, merken sie sich in der Regel eine Interpretation seiner Bedeutung. Experiment von Mandler und Ritchey 1977: 8 Bilder inspizieren, z.B. Klassenzimmer und dann Wiedererkennungstest. Neben den Originalbildern gab es Merkmalsdistraktorbilder (Änderung eines Merkmals ohne Bedeutung, z.B. Rockmuster der Lehrerin) und Typendistraktorbilder (Änderung eines Merkmals mit Bedeutung, z.B. Tafelbild). Ergebnis: 77% erkannten Originalbild, 60% erkannten Merkmalsdistraktorbild, und 94% erkannten Typendistraktorbild. Probanden reagieren also empfindlicher auf bedeutungsrelevante Veränderungen.
  • Was sind Droodles? Abstrakte Bilder die Bower et al. Seinen Probanden einmal mit Interpretation und einmal ohne vorlegte. Zwerg spielt in Telefonzelle Posaune. Mit Interpretation stieg die Reproduktionsleistung (Vpn sollten Bilder aus Gedächtnis malen) von 51% auf 70%.
  • In welchem Maße werden Details überhaupt behalten? Räumliche und verbale Details werden zunächst gespeichert, aber schnell wieder vergessen, während die Erinnerung an Inhalte (Bedeutung) erhalten bleibt. Gernsbacher 1985: Bilder ansehen und beurteilen welches man gesehen hat, Distraktoren waren spiegelverkehrt; nach 10 sec. 79% korrekt; nach 10 min. nur 57% korrekt bei einer Ratewahrscheinlichkeit von 50%. Anderson 1974: Geschichte anhören und Satz nach Bedeutung und nach tatsächlich gehörtem beurteilen. Unmittelbar danach 98% Bedeutung und 99% tatsächlich gehört; nach 2 min. 96% Bedeutung und nur 56% tatsächlich gehört.
  • Wie kann das bedeutungsbezogene Erinnerungsvermögen in der Anwendung helfen? Da bedeutungshaltiges Material besser behalten wird, sollten abstrakte Begriffe mit Hilfe von Eselsbrücken oder Schlüsselwörtern gelernt werden. Schlüsselworte sind für den Spracherwerb sehr effektiv und werden nachdem die Sprache vertraut ist wieder vergessen ohne das Gedächtnis auf Dauer zu belasten.
  • Was ist eine Proposition? Die kleinste Wisseneinheit, die eine selbständige von anderen Wissenseinheiten unabhängige Aussage bilden kann, die kleinste Einheit, die sich sinnvoll als wahr oder falsch beurteilen läßt. Stammt aus der Logik.
  • Beispiel für eine propositionale Zerlegung: Kohl besuchte Mayor den Premierminister von GB im schönen London. Kann zerlegt werden in -Kohl besuchte Mayor- ; - Mayor ist Premierminister von GB - ; - London ist schön -. Jeder Satz eine Einheit, wenn eine Einheit falsch ist stimmt der ganze Satz nicht mehr.
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  • Wie beschreibt Kintsch 1974 Propositionen? Eine Proposition ist eine Struktur die aus einer Relation und einer geordneten Menge von Argumenten besteht. Relation = Prädikat: organisieren die Struktur der Argumente, meist Verben (besuchte), Adjektive (schön) und andere relationale Ausdrücke (Premierminister von). Argumente: Menschen, Orte, Zeitpunkte etc. (Kohl, Mayor, London) Eine propositionale Reihe setzt sich aus einem Prädikat und den zugehörigen Argumenten zusammen: A´ (besuchen, Kohl, Mayor, London) Bedeutung des Satzes bleibt gleich, auch wenn die Propositionen anders verknüpft werden.
  • Was bringt die propositionale Zerlegung? Es wird nur die Bedeutung gespeichert, unwichtige Einzelheiten entfallen. Propositionale Analysen stellen das Erinnerungsvermögen für komplexe Sätze anhand einfacher, abstrakter propositionaler Einheiten dar.
  • Wie kann man propositionale Einheiten in der psychischen Realität nachweisen? Bransford und Franks 1971: Sätze die aus 2 Gruppen von 4 Propositionen zusammengesetzt wurden. Erinnerungstest. Erinnerung an schon gehörte und neue, aber zutreffend zusammengesetzte Propositionen kann nicht unterschieden werden. Unzutreffend neu zusammengesetzte Sätze wurden als falsch abgelehnt.
  • Wie läßt sich die Bedeutung eines Satzes noch darstellen? Durch propositionale Netzwerke: Proposition = Ellipse die durch Pfeile (Verbindungen) mit ihren Argumenten (Knoten) und Prädikaten (Knoten) verbunden ist. Propositionale Informationen kann man in Netzwerken darstellen, die Assoziationen zwischen Konzepten repräsentieren.
  • Welche Vor- bzw. Nachteile hat ein propositionales Netzwerk? Lineare Form ist übersichtlicher und kompakter, Netzwerk hebt dafür die Verbindungen besser hervor. Außerdem wichtig zum Verständnis bestimmter Gedächtnisphänomene.
  • Welche Gemeinsamkeiten haben Propositionen mit räumlichen Vorstellungsbildern und linearen Ordnungen? Sie können auch in hierarchische Beziehungen eintreten, in denen eine Proposition als eine Einheit innerhalb einer anderen Proposition auftritt. John kaufte Süßigkeiten weil er hungrig war. Weil = übergeordnete Proposition.
  • Wie könnte man propositionale Netzwerke noch erklären? Als Assoziationsstrukturen in denen die Knoten Vorstellungen und die Verbindungen Assoziationen zwischen den Vorstellungen sind. Experiment von Weisberg 1989: Children who are slow ate bread that is cold. Fast freie Assoziationsaufgabe: Nenne ein Wort aus dem Satz, daß dir einfällt zu slow. Antwort fast immer children. Erklärung: Obwohl slow im Satz näher bei bread steht, ist es im propositionalem Netzwerk näher bei children.
  • Wann und mit wem begann die experimentelle Gedächtnisforschung? Mit Herrmann Ebbinghaus 1885: Veröffentlichung einer Monographie über seine Forschungsarbeiten: Ebbinghaus war selbst seine einzige Vpn und brachte sich sinnlose Silben (LOC, DAX, etc.) bei, und testete seine Gedächtnisleistungen durch Reproduktion der Silben. Ergebnis war die prozentuale Zeitersparnis, bis er die Silben wieder fehlerfrei wiedergeben konnte. Die Kontrollintervalle lagen zwischen 1 Stunde und 30 Tagen, daraus ergab sich eine Kurve, die zeigt, daß zu Anfang rasch vergessen wird; stark abgeschwächt setzt sich das Vergessen über den gesamten Zeitraum fort. Außerdem zeigte er den Effekt des Überlernen, also obwohl schon perfekt gewußt, noch 30 mal wiederholt. Das Überlernen brachte nach 24 Stunden eine Zeitersparnis beim Wiederlernen von 64% gegenüber nur 33% beim einfachen Lernen.
  • Was besagt die Theorie des Kurzzeitgedächtnisses? Atkinson und Shiffrin 1968 entwickelten die Theorie des Kurzzeitgedächtnisses (KZG), sie glaubten, daß mit Aufmerksamkeit versehene Information erst in ein zwischen geschaltetes KZG überführt werden muß. Dort wird die Information memoriert und nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in das Langzeitgedächtnis (LZG) überführt.
  • Wie groß ist die Kapazität des KZG? Die Kapazität zum Behalten von Information ist begrenzt und beträgt ungefähr die Kapazität der Gedächtnisspanne, also 7-8 Elemente. (Zahlenreihe wiedergeben)
  • Typisches Experiment zum KZG? Shepard und Teghtsoonian 1961: Sequenz aus 200 dreistelligen Zahlen, erkennen ob eine Zahl wiederholt vorkommt. Nach der Theorie des KZG müssen wiederholte Zahlen die nah beieinanderliegen besser erkannt werden. Die Erkennungsleistung fällt über die ersten paar Zahlen schnell ab und nähert sich dann asymptotisch der 60% Marke. (Siehe auch Kurve von Ebbinghaus)
  • Ist das Memorieren das entscheidende Kriterium zum Behalten von Elementen aus dem KZG? Nein, Craig und Lockhart 1972 argumentierten, daß die Verarbeitungstiefe entschiedend sei, d.h. wenn das Material in einer tiefen und bedeutungshaltigen Art und Weise memoriert wird. Dazu Experiment von Glenberg et al. 1977: 4 Zahlen merken und danach ein Wort memorieren, Probanden glaubten Zahl sei wichtig, aber Wörter wurden abgefragt. Die Wiedergabeleistungen waren sehr schwach und wiesen keine Beziehung zum Memorierungsumfang auf.
  • Wie ist Baddeleys Theorie zum Arbeitsgedächtnis aufgebaut? Baddeley 1986 vermutet die Existenz einer artikulatorischen Schleife, eines räumlich-visuellen Notizblocks und einer zentralen Exekutive zur Kontrolle der beiden Hilfsmittel. Artikulatorische Schleife: Umfang der Gedächtnisspanne ist von der Geschwindigkeit mit der memoriert wird abhängig, und nicht konstant 7-8 Elemente. Beleg von Baddeley et al. 1975: der Wortlängeneffekt, Leistung der Gedächtnisspanne ist abhängig von der Anzahl der Silben. Je mehr Silben, desto weniger Worte können gemerkt werden. räumlich-visueller Notizblock: Hilfsmittel zum Memorieren von Bildern. zentrale Exekutive: kontrolliert, verteilt Informationen und übersetzt zwischenden beiden Systemen. Besitzt einen eigenen Zwischenspeicher.
  • Wo liegt das Arbeitsgedächtnis? Im präfrontalen Cortex, dem Areal 46. Bei verzögerten Übereinstimmungsaufgaben feuern die Zellen dort am stärksten während der Verzögerung, davor und danach feuern sie nicht. Das Areal 46 scheint so etwas wie der räumlich-visuelle Notizblock zu sein, Goldman-Rakic 1992 zeigte außerdem, daß beim Erinnern verschiedener Information verschiedene Bereiche der Region feuern.
  • Was ist der Grundgedanke der ACT-Theorie von Anderson 1983? Die Verfügbarkeit von Informationen im Langzeitgedächtnis kann von Zeitpunkt zu Zeitpunkt variieren (Gedächtnisspuren durch assoziative Konzepte). Sie wird durch die Aktivationshöhe, die durch die Zugriffswahrscheinlichkeit und die Häufigkeit des Zugriffs bestimmt wird, beeinflußt.
  • Einfluß der Wiederholungsverzögerung auf die Aktivation nach Loftus 1974: Probanden sollen Vertreter einer Kategorie nennen, die mit demselben Buchstaben beginnen (Früchte mit P). Reaktionszeit 1,53 sec. Variation des Verzögerungsintervalls: 0 = Früchte: Früchte 1,21 sec. , 1 = Früchte:Hunde: Früchte 1,28 sec. , 2 = Früchte:Hunde:Staat: Früchte 1,33 sec.. Es zeigt sich also eine deutliche Erleichterung, solange die Kategorie im Arbeitsgedächtnis aktiviert ist. Allerdings zerfällt die Aktivation mit steigender Verzögerung.
  • Wie varierte Anderson 1976 das Experiment von Loftus? Anderson untersuchte zusätzlich noch den Effekt der Übungshäufigkeit: Probanden sollten Sätze lernen (Der Matrose ist im Park), eine Gruppe lernte intensiv und die andere nur gering. Dann sollten die Probanden Sätze beurteilen, ob sie gelernt wurden, dabei auch die Wiederholungsverzögerung variiert (kurz 0-2 Items dazwischen, lang mehr als 3 Items dazwischen). Die Probanden waren schneller im Wiedererkennen von Sätzen, die kurz zuvor gesehen hatten und die sie besser gelernt hatten.
  • Schlußfolgerungen aus den Experimenten von Loftus und Anderson: Die Geschwindigkeit und die wahrscheinlichkeit des Zugriffs auf einen Gedächtnisinhalt werden durch dessen Aktivationshöhe bestimmt. Diese Aktivationshöhe wiederum hängt von der Häufigkeit und dem Zeitpunkt des letzten Abrufs dieses Gedächtnisinhalts ab.
  • Was ist Aktivationsausbreitung? Aktivationsausbreitung bedeutet, daß sich die Aktivation entlang der Bahnen eines propositionalen Netzwerkes in alle Richtungen ausbreitet. Anderson und Perlmutter fanden Belege für eine solche Ausbreitung: Probanden sollten assoziieren Hund k und Knochen f (welches Wort mit k fällt ihnen zu Hund ein?). Es wurde angenommen, daß die Aktivationsausbreitung der Netzwerkstruktur die Aktivation für Dinge die mit Hund assoziiert sind erhöht (also k Knochen). Die erste Aufgabe sollte dabei die zweite "bahnen" (f Fleisch). Tatsächlich assozierten die Probanden bei der "gebahnten" Aufgabe schneller.
  • Was ist assoziatives Priming? Die unbewußte Bahnung von Wissensstrukturen, die durch Aktivation erfolgt.
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  • Wie haben Meyer und Schvaneveldt 1971 assoziatives Priming nachgewiesen? Probanden sollten Paare von Worten beurteilen, ob eines davon ein Nicht-Wort sei. Dabei zeigte sich bei den positiven Paaren (beides Real-Wörter), daß Paare die assoziativ verbunden sind schneller erkannt werden. Bsp.: Brot-Butter schneller als Hund-Butter. Daraus läßt sich schließen, daß die Information über Butter durch das Brot schon voraktiviert ist.
  • Nachweis des Primingeffekts durch Ratcliff und McKoon 1981: Probanden sollten Sätze lernen: Der Arzt haßte das Buch. Anschließend wurde ein Worterkennungsaufgabe durchgeführt, es wurden Nomen vorgeben. Wurde ein Prime-Nomen (Arzt) vorgeben, wurde das Zielwort (Buch) schneller erkannt. Das Zielwort konnte schneller erkannt werden, weil es durch den Prime-Reiz schon voraktiviert war.
  • Wie kann die Verringerung der Latenzzeit beim Primingeffekt erklärt werden? Der Primingeffekt nähert sich asymptotisch der 200 Millisec. Grenze, d.h. ab dann gibt es keine wirkliche Verbesserung mehr durch einen Primereiz. Die Verringerung der Latenzzeit beim Primingeffekt spiegelt die Geschwindigkeit wider, mit der Aktivation das Netzwerk durchläuft.
  • Wie hängen Übung und Stärke von Gedächtnisspuren zusammen? Durch Übung eines Gedächtnisinhalts steigt dessen Stärke nach einer Potenzfunktion,d.h. der Anteil der Verbesserung wird mit zunehmender Übung geringer. Dies wird auch als das Potenzgesetz des Lernens bezeichnet (Newell und Rosenbloom 1981)
  • Was passiert wenn man die Potenzfunktionen logarithmiert? Es zeigt sich ein linearer Zusammenhang.
  • Was ist Langzeitpotenzierung LTP? Die Langzeitpotenzierung LTP ist eine Form des neuronalen Lernens, die einer Potenz-funktion zu folgen scheint. Wird eine Nervenbahn mit hochfrequenten Strom stimuliert, so steigert dies die Sensibilität der Nervenbahn für weitere Stimulationen. Barnes 1979 untersuchte dies an Ratten, und maß den prozentualen Zuwachs der exitatorischen Postsynaptischen Potentiale (EPSP). Also Ratten 11 Tage lang mit Strom im Hippocampus stimuliert und dann EPSP gemessen. Es zeigte sich, daß die Zuwachsrate sich mit der Übungszeit verringerte. Ein Leistungsmaß wie die Wiedererkennungszeit, scheint ein inverses Abbild des Stärkezuwachs zu sein, der intern vonstatten geht.
  • Was ist elaborative Verarbeitung? Die Anreicherung des zu behaltenden Materials um zusätzliche Informationen. Bobrow und Bower 1969: Probanden sollen Nomen merken, 1. Mit vom Experimentator vorgegeben Sätzen und 2. Mit selbstgenerierten Sätzen. Bedingung 1 29% erinnert, Bedingung 2 58% erinnert. Ähnliche Ergebnisse von Stein und Branford 1979: Allerdings mit dem Unterschied, daß vom Experimentator gut ausgewählte Elaborationen effektiver sein können als die selbstgenerierten.
  • Ist die Verbesserung des Behaltens durch elaborative Verarbeitung von der Bedeutung abhängig? Nein, Kolers 1979 zeigte, daß Sätze die auf dem Kopf stehen besser behalten werden, weil die gesamte Verarbeitung umfangreicher ist und nicht nur die Bedeutung. Salmecka und Graf 1978: Assoziationsaufgabe: Synonyme und Reime als Generierungs- und Lesen-Bedingung. Selbstgenerierte Worte werden besser erinnert.
  • Was bestimmt den Umfang des Erinnerns, die Absicht oder die Verarbeitungstiefe? Die Verarbeitungstiefe, ob man die Absicht hat zu lernen oder nicht spielt keine Rolle. Hyde und Jenkins 1973: Intensionales Lernen vs. inzidentielles Lernen, Orientierungsaufgabe Suche nach g oder e in Wörtern oder Beurteilung ob Wort angenehm, Hälfte der Vpn wußten das es eine Lernaufgabe ist. Also vier Versuchsbedingungen: Angenehmsein-intensional, Angenehmsein-inzidentiell, Buchstabenüberprüfung-intensional, Buchstabenüberprüfung- inzidentiell. Nach dem Lernen sollten so viele Wörter wie möglich wiedergegeben werden. Zwei wichtige Ergebnisse: Wissen der Probanden um den Zweck des Lernens zeigte nur einen kleinen Effekt und die Wiedergabeleistung bei der Angenehmsein Bedingung war viel höher als bei der anderen Bedingung, auch unabhängig vom Zweck des Lernens. Schlußfolgerung: Die Einschätzung ob Wörter angenehm sind gibt den Vpn die Möglichkeit Wörter zu elaborieren, was zu einer besseren Wiedergabeleistung führt.
  • Was sind advanced organizer? Ausubel 1968 nannte so Fragen die vor dem Lesen eines Textes gestellt werden, um eine elaborative Verarbeitung des Textes zu erzeugen. Frase 1975 überprüfte den Effekt von advanced organizern: Probanden mit advanced organizern lasen einen Text, und Probanden ohne lasen einen Text. Danach Fragen zu diesem Text: Die advanced organizer Gruppe konnte 76% der relevanten Fragen richtig beantworten, die Kontrollgruppe ohne lediglich 57%.
  • Kennen sie eine praktische Anwendung der elaborativen Verarbeitung von Texten? Prüfungvorbereitung mit dem Buch von Anderson, Variante der PQ4R-Methode von Thomas und Robinson 1972: Preview Questions Read Reflect Recite Review
  • Was ist effektiver, erst Fragen dann Lesen oder erst Lesen dann Fragen und wieder Lesen? Rothkopf 1966 untersuchte diese Frage, indem er in einen Text alle drei Seiten Fragen einwarf und prüfte welche Reihenfolge effektiver sei: Die Ergebnisse sind für relevante Fragen gleich, allerdings zeigt die Gruppe mit Rückschau ein besseres Ergebnis bei irrelevanten Fragen. Die Rückschau auf den Text mit Fragen im Kopf scheint also einen Gewinn allgemeinerer Art zu bringen.
  • Welche beiden Gründe gibt es, daß wir uns nicht erinnern können? Gedächtnisinhalte sind einfach verschwunden, oder sie sind zwar noch vorhanden, aber nicht mehr abrufbar.
  • Wie Penfield 1959 die Nichtabrufbarkeit untersucht? Teile des Gehirns von Patienten während eines Neurochirurgischen Eingriffs mit Strom stimuliert, Patienten berichteten über Erinnerungen zu denen sie sonst keinen Zugriff hatten. Ergebnisse leider nicht überprüfbar.
  • Kennen sie ein Experiment, das zeigt, daß scheinbar vergessene Gedächtnisinhalte doch vorhanden sind? Nelson 1971: Vpn lernten 20 Paare Zahl-Nomen Kombinationen bis sie sie fehlerfrei wiedergeben konnten. Test nach 2 Wochen: Zahl = Reiz, Nomen = Antwort. Die Vpn erinnerten 75% richtig, die restlichen 25% wurden neu gelernt, 2 Bedingungen: a) unverändert, also Original Item 43 = Hund wurde wieder so gelernt, b) verändert, also 43 = Haus alter Stimulus mit neuem Reiz assoziiert Ergebnis: Die Vpn konnten nun 78% der unveränderten, zuvor nicht gewußten Items wiedergeben, aber nur 43% der veränderten. Schlußfolgerung: Scheinbar hatten die Vpn etwas von den ursprünglichen Paaren behalten, dies zeigt sich auch bei der Ersparnis beim erneuten Lernen.
  • Können also alle Gedächnisinhalte erinnert werden? Nein, Nelson zeigte nur, daß angemessen sensible Meßmethoden Belege für Reste einiger Gedächtnisinhalte erbringen können.
  • Was ist das Potenzgesetz des Vergessens? Das Gesetz sagt aus, daß Gedächtnisinhalte zu Anfang sehr schnell und mit zunehmender Verzögerung langsamer vergessen werden. Das Vergessen folgt einer negativ beschleunigten Potenzfunktion, d.h. das Ausmaß des Vergessens wird mit zunehmender Verzögerung immer kleiner.
  • Wie wurde das Gesetz experimentell bewiesen? Wickelgren 1975: Vpn sollten eine Folge von Wörtern einprägen, Test der Wörter nach 1 Min. bis 14 Tage. Aus dem Leistungsmaß entwickelte Wickelgren eine Potenzfunktion als Maß für die Gedächtnisstärke.
  • Wo liegt der Unterschied zwischen dem Potenzgesetz des Lernens und des Vergessens? Behaltensfunktionen und Effekte der Übung folgen Potenzgesetzen die negativ beschleunigt sind: Übungsfunktionen zeigen eine abnehmende Verbesserung mit zunehmender Übung und Behaltenfunktionen zeigen einen abnehmenden Verlust mit zunehmender Verzögerung.
  • Was sagt das Potenzgesetz des Vergessens über das Kurzzeitgedächtnis aus? Das KZG wurde dadurch definiert, daß es Informationen schnell wieder vergisst, allerdings scheint dieser Effekt ein Teil jeder Behaltensfunktion zu sein, also scheint das KZG nicht etwas spezifisches zu sein (Vielleicht gar nicht existent).