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Kognitive 1 (Subject) / Kog (Lesson)
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- Wo von ist der Zeitpunkt des Zerfalls von Informationen abhängig? Von der Stärke der Enkodierung der Gedächtnisspur, das Ausmaß der Übung verschiebt lediglich den Zeitpunkt des erkennbaren Zerfalls der Gedächtnisspur.
- Kann man die Potenzgesetze auf neuronaler Ebene zeigen? Die Langzeitpotenzierung LTP (Anstieg der neuronalen Reaktionsbereitschaft als Funktion vorangehender elektrischer Stimuli) spiegelt das Potenzgesetz des Lernens auf neuronaler Ebene wider. Das Absinken der LTP auf neuronaler Ebene zeigt den gleichen Zeitverlauf wie die Vergessensfunktion auf der Verhaltensebene. Also scheint ein direkter Zusammenhang der Stärke der Gedächtnisspur auf neuronaler und auf Verhaltensebene zu bestehen.
- Was ist die Zerfallstheorie des Vergessens? Die Annahme, daß Gedächtnisspuren einfach im Laufe der Zeit in ihrer Stärke zerfallen. Basiert auf den Experimenten von Barnes zur LTP.
- Was sind Interferenzeffekte? Effekte der gegenseitigen Störung. Es ist schwierig multiple Assoziationen zu einem Stimulus zu erinnern, daß zusätzliche Erlernen neuer Assoziationen kann das Vergessen alter assoziationen bewirken.
- Typisches Interferenz-Experiment: Experimentalgruppe: 2 Listen mit Assoziationpaaren lernen A-B und A-D, gleiche Stimuli aber verschiedene Assoziationen (Katze-43 und Katze-85) Kontrollgruppe: 2 Listen mit Assoziationpaaren lernen A-B und C-D, zwei verschieden Listen. Dann Abfrage der Assoziationen der ersten Liste. Ergebnis: Experimentalgruppe sehr viel schlechtere Leistung. Das Lernen der A-D Liste interferiert mit der A-B Liste und verursacht deren Vergessen.
- Was ist der Fächereffekt? Der Fächereffekt bezeichnet den Anstieg der Reaktionszeit, der mit zunehmender Zahl von Fakten einhergeht, die mit einem Begriff assoziiert sind. Aktivation breitet sich in einem propositionalem Netzwerk aus, jeder aktivierte Knoten hat nur eine begrenzte Kapazität von Aktivation die er aussendet. Aktivation breitet sich über jeden Pfad, der mit dem Knoten verbunden ist gleich hoch aus, d.h. je mehr Pfade (Assoziationen) desto weniger Aktivation pro Pfad und desto langsamer die Reaktion. - Fächereffekt, je mehr Pfade, desto größer der Fächer -
- Experiment von Anderson zum Fächereffekt: Vpn sollten Assoziationen zwischen Personen und Orten lernen, wobei 1 Person mit 2 Orten assoziiert oder auch 1 Ort mit 2 Personen assoziiert sein konnte. Vpn konnten dabei alle Assoziation wiedergeben (Anders als bei typischem Experiment) und es interessierten nur die Reaktionszeiten, laut Fächereffekt je mehr Assoziationen, desto länger. Ergebnis der Fächereffekt wurde bestätigt, längste Reaktion bei 2 Sätze über Person und 2 Sätze über Ort.
- Können auch Interferenzen mit außerhalb des Labors gelernten Fakten auftreten? Vpn lernen 0-4 Phantasiefakten über bekannte Persönlichkeiten (Napoleon) und sollen diese wiedererkennen: 1. Experimentell wahre Fakten 2. Real wahre Fakten 3. Absolut falsche Fakten. Ergebnis: Bei allen Bedingungen, je größer der Fächer 0-4, desto langsamer die Reaktion. Real wahre Fakten werden am schnellsten wiedererkannt, jedoch je größer die Zahl der gelernten Phantasiefakten zu der Person, desto langsamer die Reaktion auf die wahren Fakten. Schlußfolgerung: Wahre Fakten sind stärker im Gedächtnis enkodiert als neu dazugelernte Phantasiefakten und man kann also Interferenzen mit Wissensbeständen künstlich im Labor generieren.
- Handelt es sich beim Zerfall von Gedächtnisinhalten um Interferenz? Man spekuliert, daß Gedächtnisinhalte nicht einfach zerfallen (die psychologischen Faktoren können nicht bestimmt werden), sondern, daß im Laufe der Zeit Interferenzen entstehen, die die Inhalte blockieren. Um die Frage zu beantworten, testete man Probanden die nach dem Lernen schliefen und verglich sie mit Probanden die wach blieben. Es zeigte sich, daß die Scläfer bessere Leistungen zeigten. Allerdings zeigten andere Experimente, daß dies auch mit der Tageszeit zu tun hat, so lernen Vpn am besten in den Abendstunden, unabhängig davon ob sie danach schlafen oder nicht. Also:Das Vergessen wird sowohl durch den Zerfall der Stärke einer Gedächtnisspur als auch durch Interferenzen mit anderen Gedächtnisinhalten produziert.
- Führt das Lernen von zusätzlichen Fakten immer zum Interferenzeffekt? Nein, wenn die zusätzlichen Fakten redundant sind, können sie den Interferenzeffekt sogar umdrehen und den Abruf eines Gedächtnisinhalts erleichtern. Anderson 1982: Vpn lernen nur Zielfaktum (Satz), Vpn lernen Zielfaktum und irrelevante Fakten dazu und Vpn lernen Zielfaktum und damit kausal verbundene Fakten (Mozart nach Paris, weil..) Ergebnis: Der Vergleich zwischen einzelnem Faktum und irrelevanten Fakten zeigt den typischen Interferenzeffekt, also einzelnes Faktum wird besser wiedergegeben; Der Vergleich zwischen einzelnem Faktum und kausalen Fakten zeigt, besonders nach längerer Verzögerung den umgekehrten Fall, kausale Fakten erleichtern die Erinnerung.
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- Welchen Effekt haben Inferenzen auf den Abruf von Gedächtnisinhalten? Inferenzen werden genutzt um vergessene Wisseninhalte aufzufüllen, dies kann aber auch zu Fehlern führen. Sulin und Dooling 1974: Textpassage über Carol Harris lesen und gleichen Text mit dem Namen Helen Keller (Berühmte taubstumme blinde Autorin in USA), danach Wiedererkennungsaufgabe von Sätzen, wie Sie war taub, stumm und blind. Satz war nicht im Originaltext. Ergebnis: Über 50% der Vpn erkannten den Satz wieder, obwohl sie ihn nicht gelesen hatten, dieser Effekt verstärkte sich noch je länger die Verzögerung bis zum Test war. Schlußfolgerung: Je mehr Informationen vergessen werden, desto mehr Informationen werden durch Inferenzen elaboriert. Die Elaboration geschieht erst während des Tests, nicht während des Lesens. Information, daß es sich um Helen Keller handelt erst kurz vor dem Test gegeben, gleiches Ergebnis.
- Verzerren und verfälschen Inferenzen Gedächtnisinhalte? Nicht immer, sie dienen dazu Schlußfolgerungen und Beurteilungen aus Plausibilitäts-gründen zu ziehen. Reder und Ross 1983: Vergleich von Genauigkeits- und Plausibilitätsurteilen: Vpn lernten Sätze über eine Person und ihr Verhalten und bekamen dann Sätze vorgelegt, die sie aufgrund der Genauigkeit oder aufgrund der Plausibilität beurteilen sollten. Die Verzögerung varierte zwischen sofort und mehreren Tagen. Ergebnis: Je mehr Tatsachen gelernt wurden, desto länger die Reaktionszeit bei der Genauigkeitsbedingung (Fächereffekt). Umgekehrt bei der Plausibilitätsbedingung, je mehr Tatsachen, desto schneller. Dieser Effekt wurde noch extremer je länger die Verzögerung. Schlußfolgerung: Genauigkeitsbedingung- Gedächtnisspuren werden schwächer und Plausibilitätsbedingung- greift nicht auf eine einzelne Gedächtnisspur zurück. Allerdings gibt man auf der Grundlage von Inferenzen Sachverhalte wieder, die nicht im ursprünglichen Material enthalten waren. (Bei Prüfungen oft gewollt)
- Welche Rolle spielen Schemata bei der Reproduktion von gelerntem Material? Schemata helfen beim Aufbau von Inferenzen wenn gelerntes Material wiedergegeben werden soll. Bartlett 1932: The war of the ghosts (indianisches Märchen) Vpn tauschen Informationen aus oder fügen neue hinzu die besser zu ihrem Kulturkreis passen, z.B. aus Kanu wird Boot. Je länger die Verzögerung, desto größer Inferenzeinfluß.
- Welchen Vorteil bringt eine hierarchische Organisation von Gedächtnisinhalten? Der Abruf wird erleichtert und es kommt zu einer tieferen Verarbeitung, wenn eine Hierarchie selbst entwickelt wird. Bower et al. 1969: Worte lernen und reproduzieren, einmal hierarchisch geordnet und einmal zufällig organisiert. Ergebnis: Vpn nutzen Schlüsselreize der Hierarchie um diese von oben nach unten durchzuarbeiten und erzielen damit eine höhere Reproduktionsleistung.
- Welche Methode zum Gedächtnisabruf kennen sie noch die mit Schlüsselreizen arbeitet? Die Methode der Orte von dem griechischen Dichter Simonides. Liste von Gegenständen mit Orten auf dem Heimweg assoziieren, erzwingt eine feste Reihenfolge der Gegenstände und eine elaborative, bedeutungshaltige Verarbeitung mit Hilfe der visuellen Vorstellung.
- Hat der Kontext der Lern- bzw. Testsituation einen Einfluß auf die Leistung? Die Gedächtnisleistung erhöht sich, wenn die externalen Kontexte und die inneren Zustände in der Lern- und Testsituation übereinstimmen. Z.B.: Raum mit und ohne Fenster auf Campus und in der Stadt Taucher an Land und unter Wasser Konnten aber nicht immer repliziert werden. Genauso bei emotionalen Kontexten (Hypnose). Möglicherweise robusterer Effekt: Stimmungskongruenz, fröhliche Gedächtnisinhalte in einem momentan fröhlichem Zustand sind besser zu erinnern als traurig/fröhlich. Scheint Effekt der Aktivationausbreitung zu sein. Ähnliches Phänomen: zustandsabhängiges Lernen, Marihuana und normale Zigarette, bei gleichen Bedingungen besser als bei unterschiedlichen, allerdings Drogenfrei immer besser.
- Kennen sie noch weitere Effekte der Kontextelemente? Tulving und Thompson 1975: Prinzip der Enkodierungsspezifität: Die Gedächtnisleistung für Wörter steigt, wenn diese Wörter im Kontext derselben Wörter getestet werden, in dem sie ursprünglich gelernt wurden.
- Eigenschaften von Wahrnehmung:! 1. Wahrnehmung ist begrenzt! 2. Selektivität! 3a. Konstruktivität! 3b. Konstruktivität! 4. Zeitliche Dauer! 5. Korrektheit und Nützlichkeit! 6. Kontextabhängigkeit ! 7.Entwicklung, Übung, Plastizität! 8. Aktive Wahrnehmung!
- Wahrnehmung ist begrenzt Unterliegt Einschränkungen durch Eigenschaften der Rezeptorsysteme, nur bestimmte Reizange- bote können verarbeitet werden; Begrenzte Anzahl v. Sinnesorganen (Modalitäten), die nur für be- grenzte Anzahl v. Komponenten (Qualitäten) i. d. Wahrnehmung zuständig sind! (z.B. Bereich elektromagnetischer Wellen, hier kann nur begrenzter Ausschnitt (400-700 nm = sichtbares Licht) wahrgenommen werden; Schallwellen nur 20 Hz bis 20 kHz)! Gesetz der Spezifischen Sinnesenergien (Müller, 1826) ➜ Nicht äußerer Reiz bestimmt Qualität der Wahrnehmung, sondern nur Eigenart des gereizten Sinnesorgans ! !
- 2. Selektivität! (Külpe, 1904) ➜ Selektive Funktion der Aufgabe ➜ positive (Hervorhebung aufgabenrelevanter Merkmale) und negative (vernachlässigen irrelevanter Merkmale) Abstraktion; Ziele führen zu se- lektiver Verarbeitung von Merkmalen! 3 Formen von Selektivität: ! 1.Im Sinnesorgan selbst implementiert (z.B. Kaninchen Retina)! 2.Selektion durch Kopf- oder Augenbewegung (offene Selektion, overt selection)! 3.Selektion durch Aufmerksamkeitsverlagerung (verdeckte Selektion, covert selection)! Def. Aufmerksamkeit: Aufmerksamkeit bezeichnet die bevorzugte Verarbeitung eines Gegenstan- des auf Kosten eines anderen! ! Menschl. Wahrnehmung: Teilung in zentrales und peripheres Sehen! Detektion ➜ Bewegung ➜ visuelle Analyse! !
- 3a. Konstruktivität! Wahrnehmung erzeugt kein Abbild/Rekonstruktion der Wirklichkeit sondern konstruiert aus verfüg- baren Informationen handlungsrelevante interne Repräsentation! Bsp.: dreidimensionale Interpretation des zweidimensionalen Retinabildes! Prozess benötigt Regeln um mögl. Interpretationen einzuschränken. System hat sich and Eigen- schaften/Regularitäten der Umwelt angepasst ➜ Regeln! Nichtzufällige Eigenschaften liefern Infos zur Struktur von Objekten (z.B. Übergänge)! ! Menschl. Auge: Fovea (Bereich des schärfsten Sehens) und blinder Fleck (Kein Sehen da Sehner- ven hier aus Auge austreten)!
- 3b. Konstruktivität! Wissen über Eigenschaften der Welt (z.B. Kausalitäten Ursache ➜ Wirkung) = Wichtige Grundlage! Konzept des Objekts als symbolische Repräsentation (=Begriff) ➜ Allg. Wissen über Obj., das die Strukturierung des Informationsangebots erlaubt (z.B. dass Obj. solide sind, sich als ganzes und auf stetigen Bahnen bewegen) ➜ Obj. Konzepte sind Bestandteile des symbolischen Basiswis- sens, auf dem Lernprozesse aufbauen können ➜ Basiswissen schränkt mögl. Interpretationen, die in konstruktiven Wahrnehmungsvorgang entstehen können ein! !
- 4. Zeitliche Dauer! Wahrnehmung erscheint uns unmittelbar; Obj. und Ereignisse scheinen dann stattzufinden bzw. aufzutauchen wenn wir sie Wahrnehmen, tatsächlich aber vergeht Zeit z.B. zw. Verarbeitung eines Reizes an Rezeptoren und Registrierung an der Wahrnehmung ➜ Mentale Chronometrie (= Frage, wie mentale Prozesse zeitlich organisiert und aufeinander abgestimmt sind; Analyse von Reakti- onszeiten zentrale Stellung) ! ! s. Folie 22 Bsp. Wortlesezeit! !
- Korrektheit und Nützlichkeit Wahrnehmung nicht realitätsgerecht sondern funktional korrekt (d.h. sie stellt Infos bereit die für zielbezogenes Handeln in der physikalischen und sozialen Umwelt nötig sind); Vorstellung von Außenwelt „wahr“, wenn genügend Anweisung über Folgen unserer Handlungen der Außenwelt ggnüber gegeben und richtige Schlüsse möglich sind; Wahrnehmungstäuschung z.B. große Obj. automatisch als schwerer wahrgenommen; Perspektivische Größe (Tiefenkriterien)! !
- Kontextabhängigkeit ! Reize erscheinen fast immer im raumzeitlichen Kontext z.B. mit anderen Reizen; Kontext kann sich auf externe (andere Objekte) und interne Zustände (Stimmung, Absichten) beziehen, Reize mit räuml. oder zeitl. Nachbarschaft beeinflussen Wahrnehmung! !
- Entwicklung, Übung, Plastizität Adaption: Anpassung einer Sinnesleistung an konstante Umgebungssituationen! Wahrnehmungslernen: rel. dauerhafte, oft sehr spezifische Veränderung v. Wahrnehmungsleistung durch Übung/Erfahrung! Plastizität: Veränderung der anatomischen und funktionalen Organisation des Kortex, der sich aus Erfahrungsabhängigkeit von Wahrnehmungsleistungen ergibt (Bsp.: Blinde/Verlagerung im Gehirn/ Funktionalität ändert sich)! !
- Aktive Wahrnehmung Durch Wahrnehmung muss für Handlungen und Aktivitäten relevante Info zum richtigen Zeitpkt. geliefert werden (Bsp.: aktives Abtasten beim Erkennen eines Obj.) ➜ Zeitl. Integration von Infor- mationsquellen! !
- ! Gemeinsamkeiten v. Sinnesorganen:! Transduktion: Umwandlung von physikalischem Reiz in bioelektrische Signale (Rezeptorpotenziale)! Rezeptorpotenzial: elektrische Antwort eines Rezeptors auf eine Reizung! Auge: Neuro-chemische Reaktion! Ohr: Mechanische Reizung v. Sinneshaaren!
- Adaption = Reduzierte Reaktion eines Sinnessystems nei anhaltender Stimulation Beispiel = Schwefelwasserstoff ; übel richendes Gas
- Sehen! Physikalische Grundlagen! ! 2 Lichtkonzepte:! " Licht als Welle! " Licht als Menge von Photonen (Lichtteilchen)! ! ➜ Sichtbares Licht nur Bruchteil der elektromagn. Strahlung! ➜ Licht einer Lichtquelle (z.B. Sonne) setzt sich aus Lichtwellen versch. Wellenlänge zsm.! ➜ Wellenlänge zw. 400 und 700 Nanometer (nm)! ➜ Änderung von 400 auf 700 nm entspricht Farbwahrnehmungsänderung von Violett zu Rot! ⟹ Farbeindruck = Leistung der Verarbeitung v. Lichtwellen! ! Licht, das an Rezeptoren ankommt, wird durch physikalische Prozesse Absorption und Reflexion in seiner Zsmsetzung verändert!
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- Brechung (Refraktion) Sehen Wechsel v. einem Medium zu einem anderen (Bsp.: Luft zu Wasser) führt zu Veränderung der Ausbreitungsrichtung von Photonen!
- ⟹ Grundlage d. Sehvorgangs Wellenlängenzsmsetzung des Lichts, das von einer Oberfläche er- zeugt und in das Auge reflektiert wird!
- Sehen ( Vorgang) ! " Im Auge entsteht Abbild der Oberflächen in der Umgebung! " Hornhaut/Cornea ist transparent ➜ Variabilität (Trübung, Gelbwerden) im Alter! ! In Cornea ! " erste Bündelung des Lichts! " freie Nervenendigungen zum Schutz (Bei Berührung werden Augenlieder geschlossen)! ! " Nach Cornea passiert Licht die Pupille/Iris (Loch in der Muskelstruktur)! " Größe und somit einfallendes Licht kann variiert werden, Durchmesser zw. 2 und 8 mm, wichtig auch für Tiefenschärfe (je kleiner, desto Tiefenschärfer)! ! Linse ➜ transparent, kann durch Ziliarmuskeln in Krümmung verstellt werden (= Akkommodation; Abbilder auf Retina werden hierdurch fokussiert)! " Über Pupille und Linse werden Abbildungseigenschaften d. Auges an Sehbedingungen angepasst! " Glaskörper zw. Linse und Retina mit durchsichtiger Flüssigkeit gefüllt (80% d. Augenvolumens)! ! Abbild auf Retina: ! " ist zweidimensional! " ist gekrümmt! " steht auf dem Kopf! ! Inkorrekte Akkomodation aufgrund v. Alter o. Krankheit (Veränderungen): Abbildungsfehler und Sehprobleme, Korrektur durch externe Hilfe (Brille/Kontaktlinsen)! Retina: ! " enthält Rezeptoren (Zapfen & Stäbchen) und Blutgefäße! " Transduktion: Umwandlung v. Lichtenergie in Rezeptorpotenzial ➜ 1. Vorverarbeitung d. Wahr- nehmung! !
- Def. = sensorischer Rezeptor Ein sensorischer Rezeptor ist für bestimmte Umweltsignale empfindlich und wandelt diese in bioelektrische Signale um!
- Def. Zapfen Zapfen (cones) sind Photorezeptoren, die vor allem bei heller Beleuchtung arbeiten und für das Farbsehen und die Detailwahrnehmung zuständig sind! !
- Def. Stäbchen Stäbchen (Rods) sind Photorezeptoren in der Netzhaut die für das Sehen bei geringer Hellig- keit verantwortlich sind!
- Retina Aufbau vereinfacht:! 3 Neuronenschichten:! 1. Hintere (rechte) Schicht enthält Rezeptoren (Zapfen+Stäbchen, haben unterschiedliche Funktionen/Reizeigenschaften), Duplexstruktur, 90 mio. Stäbchen, 5 mio. Zapfen; unter- schiedl. räuml. Verteilung auf Retina, Fovea zentrales = Bereich des schärfsten Sehens, be- sitzt die meisten Zapfen, stäbchenfreier Bereich von 1°, Verteilungsmaximum der Stäbchen bei 20°; Photorezeptoren enthalten spezielle Pigmente, in denen Transaktion stattfindet! 2. Mittlere Schicht mit Zelltypen: Bipolarzellen, Horizontalzellen u. amakrinen Zellen! 3. Vordere Schicht mit Ganglienzellen, deren Axone den Sehnerv bilden!
- Blinder Fleck: ! " Blutgefäße treten in das Auge ein und Nervenfasern verlassen es gebündelt als optischer Nerv! " Hier keine Rezeptoren
- Retinitis pigmentosa Eine Gruppe von Erbkrankheiten, die den fortschreitenden Tod der Photo- rezeptoren und die Degeneration des umgebenden Gewebes zur Folge haben.! !
- Skotom gekennzeichnet durch geschwächten oder vollständig degenerierten Bereich d. Sehfel- des, der von gut erhaltenen bis normalen Bereich umgeben ist, tritt als kleiner Punkt oder ringför- mige Einschränkung auf! !
- 2 Arten der Adaptation:! Anpassung an Beleuchtungs und Sehbedingungen über Einstellung der Pupille! Über Duplexnatur der Rezeptoren; Stäbchen und Zapfen wechseln sich je nach Lichtintensi- tät beim Sehen ab; Stäbchen reagieren schon auf einzelnes Photon (geeignet bei Dämme- rungssehen); Bei Zunahme der Lichtintensität werden viele Stäbchen erregt, aber Sensitivi- tät stagniert (Rezeptoren müssen sich erst erholen um erneut auf ein Photon zu reagieren); Bei höherer Beleuchtung übernehmen Zapfen die Arbeit!
- Horizontalzellen horizontal mit Rezeptorzelle verknüpft, wechselseitige Hemmung und unter- schiedliche Aktivierung!
- amakrinen Zellen Ausgänge der amakrinen Zellen gehen wieder zu amakrinen Zellen, zu horizontalen Zellen und zu Ganglienzellen ➜ beeinflussen Kontrastwahrnehmung und das zeitl. Auflösungsvermögen!
- Bipolare Zellen ➜ Informationsvermittler/Verbindung zw. Rezeptoren und Ganglienzellen; 2 Typen von Bipolaren Zellen mit unterschiedlicher Verschaltung der Rezeptorausgänge! !
- diffuse bipolar cells bündelt Aktivität mehrerer Stäbchen in konvergenter Verschalung und leitet Aktivität zu einer Ganglienzelle weiter (Auf 1 Ganglienzelle mehrere Stäbchen) ➔ erhöhte Empfindlichkeit für Hellig- keiten wegen Bündelung, mindert aber räuml. Auflösungsvermögen (Zelle feuert bei Erregung durch schon einen o. mehrere Rezeptoren)!
- midget bipolar cells 1:1 Verschaltung zwischen einem Zapfen und einer Ganglienzelle ➔ Hohe Packungsdich- te der Zapfen in Fovea ➔ Sehr gute räuml. Auflösung, aber geringe Empfindlichkeit, da Aktivität benachbarter Zapfen nicht aufsummiert wird (➔ bei schwachem Licht können keine Farben unter- schieden werden)! P Ganlionzellen
- Ganglienzellen 120 mio. Rezeptorzellen müssen mit 1,2 mil. Ganglienzellen verschaltet werden (massive Konvergenz), Jeder Ganglienzelle auf Retina Bereich mit mehreren Rezeptoren zuge- ! ! ordnet ➔ Bei Reizeinfall in diesem Bereich steigt Feuerungsrate der zugeordneten Ganglienzelle an ➜ Rezeptives Feld einer Ganglienzelle! !
- rezeptiven Feld Def.: Unter einem rezeptiven Feld versteht man den Breich von Sinnesrezeptoren, der an ein ein- ziges nachgeschaltetes Neuron Information weiterleitet! im weiteren Sinne: Bereich der Realität, der von einem Neuron repräsentiert wird!
- 2 Typen rezeptiver Felder:! ● On Ganglienzellen: haben rezeptive Felder mit Kreisförmigen Bereich in dem ein Reiz die Aktivität erhöht und darum einen Ring in dem ein Reiz die Aktivität senkt; reagieren besonders auf Lichteinfall auf das innere Kreissegment und keinen Lichteinfall im Ring, erfolgt Lichteinfall über gesamtes rezeptives Feld -> keine Reaktion! ● Off Ganglienzellen: haben umgekehrte Struktur, stärkste Reaktion wenn im Kreisbereich kein Lichteinfall aber im Ring schon! !⟹ center-surround-architektur! ➜ Retinale Ganglionzellen wirken als Filter, reagieren maximal auf Lichtpunkte einer bestimmten Größe! ➜ Sie sind maximal empfindlich für Unterschiede zwischen Zentrum und Umgebung wobei die mittlere Lichtstärke ignoriert wird! ➜ Info wird editiert, wichtige Komponente hervorgehoben, unwichtige Teile unterdrückt u.a. ent- steht so ein Filter für Kanteninformationen!
- Corpus geniculatum laterale! Seitl. Kniehöcker, Kerngebiet des Thalamus ! Hauptafferenzen aus dem Tractus opticus, Umschaltstation von der Retina in das Gehirn! Im Chiasma opticum des CGL kreuzen sich die Sehnerven, die neuronale Infos von Retina zum Kortex transportieren -> Abbildung des linken Sehfeldes in der rechten Hemisphäre und der rechten Sehfeldes in der linken Hemisphäre! Streng retinotop! Sendet Ausgänge als Sehstrahlung zum prim. visuellen Kortex (V1/Area 17)! 6 Neuronenschichten, von ventral nach dorsal (1-6)! Abwechselnd ipsilateralem (2,3,5) und kontralateralem (1,4,6) Auge zugeordnet; Temporale/late- rale Sehnerven führen auf gleiche Seite in Hemisphäre, Nasale Sehnerven in gegenüberliegen- de Hemisphäre! Noch keine binokulare Verarbeitung! Magno- (1+2) und Parvocellulare (3-6) Schichten ! Magno: Input von großen M Ganglionzellen (8-10%) von mehreren Rezeptoren, Verarbeitung großer, schnell bewegter Objekte! • • Parvo: Input von kleinen P Ganglionzellen (70%) zur Verarbeitung Details in Stationären Objek- ten! Repräsentation topographisch (benachbarte Pkt. in der Realität auf benachbarten Neuronen im CGL)!