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Allgemeine Psychologie & Biopsychologie (Subject) / SS2016 (Lesson)

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  • Zu welchen drei Ergebnissen kam Ebbinghaus durch seine Selbstforschung (Silbenlisten lernen)? Gesamtzeit-HypotheseJe häufiger ein Lerngegenstand wiederholt gelernt wird, desto besser ist die Gedächtnisleistung. VergessenskurveDer größte Gedächtnisverlust tritt in den ersten 10 Stunden nach dem Lernen auf (70%). ErsparnismethodeBei Widerholung am nächsten Tag Lernersparnis von 33%.
  • Wie sieht man die Ergebnisse von Ebbinghaus' Selbstversuch (Silbenliste lernen) heute? Lerneffizienz steigt stark, wenn die Inhalte sinnvoll sind und der Lernende über Vorwissen verfügt Beim Einstieg in ein Lerngebiet erzielt man mit massiver Übung (intensive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff) den größten Lerngewinn, später durch verteilte kurze Übungen (Vertiefung) Behaltensleistung wird durch persönlichen Bezug zum Lernstoff verbessert (Interesse an den Lerninhalten)
  • Definition: Spacing-Effekt (Lernen und Behalten) Das Zeitintervall zwischen dem Lernen und dem Abruf des Gelernten hat großen Einfluss auf das Behalten. Laut neueren Studien sollten die Testintervalle (= probeweises Aufrufen, Abfragen) 10-20% des Behaltenszeitraums betragen. z. B. Prüfung in 10 Wochen => Stoff alle 2 Wochen wiederholen.
  • Zu welchem Ergebnis kamen Karpicke & Roediger bei ihren Untersuchungen zur Behaltenseffizienz? Aufgabe war das Lernen und Behalten von 40 Englisch-Suaheli Wortpaaren über vier Wochen hinweg, eine Woche später wurde getestet, wie viele Vokabeln behalten wurden. Es gab vier Gruppen mit unterschiedlicher Herangehensweise1. Alle lernen, alle abfragen => 320 gelernte Vokabeln, 81%2. Nur unbekannte / nicht gewusste lernen, alle abfragen => 236, 81%3. Alle lernen, nur nicht gewusste abfragen => 243, 36%4. Nur unbekannte / nicht gewusste lernen, nur nicht gewusse abfragen => 154, 33% Beste Lernstrategie war Nr. 2: Alles abfragen und nur nicht gewusstes lernen.
  • Welche drei Speichertypen gibt es nach dem Mehrspeichermodell von Atkinson & Shiffrin? Sensorisches Register- visuell / auditiv / haptisch- sehr kurze Speicherzeit (< 1 Sek.)- schneller Zerfall nicht beachteter Information Kurzzeitgedächtnis- Informationen aus dem Sensorischen Register, die Aufmerksamkeit erlangt haben- Kontrollprozesse: Rehearsal, Chunking, Elaboration- Speicherzeit bis ca. 15 Sek.- Proaktive und retrograde Interferenz (Informationen werden durch neue ersetzt) Langzeitgedächtnis- episodisch / semantisch / prozedural / kontextuell- langfristige Speicherung- Interferenz, Inhibition, Spurenzerfall, fehlende Abrufhinweise
  • Definition: Kurzzeitgedächtnis Auch "Arbeitsgedächtnis", Zwischenspeicher von wenigen Sekunden.
  • Nenne vier typische Wege, um Informationen im Kurzzeitgedächtnis zu sichern. Chunking Gliederung der Informationen in sinnvolle Blöcke Vorwissen erleichtert Chunking Rehearsal Inneres Wiederholen der Informationen Dieser Prozess ist empfindlich gegen Störungen Elaboration Verbindungen zu Bekanntem suchen / sinnvolle Verknüpfungen erstellen Eselsbrücken nutzen in eigenen Worten ausdrücken Imagery Innere Vorstellung von Bildern
  • Welche Störungen können die Speicherung im bzw. den Abruf von Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigen? Proaktive Interferenz:Vormals gelernte Informationen können die Speicherung neuer Informationen stören Retrograde Interferenz:Neue Informationen können den Zugriff auf zuvor Gelerntes stören
  • Nenne sechs Enkodierprozesse beim Übergang vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis, die sich positiv auswirken. Verarbeitungstiefe:Tiefere Verarbeitung verbessert die Gedächtnisleistung Transferadäquate Verarbeitung:Je ähnlicher Enkodier- und Abrufsituation gestaltet sind, desto besser die Gedächtnisleistung Generierungseffekte:Was man selber formuliert hat, bleibt besser im Gedächtnis (Elaboration) Organisation des Lernmaterials:Gut organisiertes Lernmaterial wird besser behalten Alltagsrelevanz:Alltagsnahe Informationen mit vielen Anküpfungsmöglichkeiten an bestehendes Wissen werden besser behalten Primacy und Recency:Zuerst und zuletzt Gelerntes wird am Besten behalten
  • Welche drei Funktionen wurden von Baddeley & Hitch als die wichtigsten des Kurzzeitgedächtnisses postuliert (ohne Beweise als gegeben angenommen)? Neue Funktionen ohne Nutzung des Langzeitgedächtnisses kurzfristig aufrechterhalten Informationen modifizieren oder aktualisieren Austausch der Informationen zwischen verschiedenen Aktivitäten ermöglichen
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  • Definition: Phonologische Schleife (Arbeitsgedächtnis) Dient dazu, sprachliche Informationen vorübergehend aufrechtzuerhalten.Besteht aus den zwei Komponenten: Phonologischer Speicher (Rehearsal) Artikulatorischer Kontrollprozess (transformiert visuelle Informationen in phonologischen Code)
  • Über welche drei Prozesse erfolgt das Lernen von nicht-deklarativem (implizitem) Wissen im LZG? Prozeduralisierung Sequenzierung Automatisierung
  • Definition: Visuell-räumlicher Notizblock (Arbeitsgedächtnis) Dient der mentalen Aufrechterhaltung von visuell-räumlichen Informationen zur Verarbeitung (Beispiel: gedanklich eine Straße lang gehen, wenn wir jemandem einen Weg beschreiben).
  • In welchem Teil des Langzeitgedächtnisses werden durch klassisches oder operantes Konditionieren erworbene Verhaltensweisen abgelegt? Im nicht-deklarativen Gedächtnis (= implizites Wissen)
  • Wie ist das Langzeitgedächtnis aufgebaut? nicht-deklaratives (prozedurales / implizites) Gedächtnis- kaum beschreibbare Verhaltensprozeduren deklaratives (explizites) Gedächtnis- semantisches Gedächtnis (Sach- und Bedeutungswissen, vgl. Merkmalskarten)- episodisches Gedächtnis (autobiographische Erinnerungen im raumzeitlichen Kontext)
  • Definition: Tip-of-the-tongue-Phänomen Etwas fällt einem nicht ein, aber es "liegt auf der Zunge" (beim Abruf aus dem deklarativen Langzeitgedächtnis).
  • Welche drei Arten von Gedächtnisabruf aus dem deklarativen Langzeitgedächtnis gibt es? WiedererkennenAuswahl einer gelernten Information aus einer Liste Unterstützte ReproduktionHinweisreize (cues) aus de rLernsituation fördern das Wiedererkennen, z. B. werden Wortpaare gelernt und in der Abrufsituation wird das erste Wort des Paares gezeigt und das zweite soll erinnert werden Freie ReproduktionAuflisten von gelernten Informationen
  • Nenne die vier Kontexteffekte bei Abruf aus dem deklarativen Langzeitgedächtnis. Raum-zeitlicher Kontext:Gelerntes kann am besten im ähnlichen Kontext wiedergegeben werden (vergleichbare Trainings- und Testsituation) Physiologischer Zustand:Gelerntes kann besser in dem Zustand reproduziert werden, in dem es gelernt wurde (Alkohol, Drogen, Herzrate). Das gilt für die freie Reproduktion, nicht für das Wiedererkennen. Emotionaler Zustand:Kongruente Zustände führen zu besserem Erinnern Kognitiver Zustand:Zweisprachler können Information besser in der Sprache erinnern, in der sie sie gelernt haben
  • Zähle sechs mögliche Mechanismen des Vergessens auf. Spurenzerfall Retroaktive Interferenz Proaktive Interferenz Fehlende Abrufhinweise Abrufinduzierte Inhibition (Hemmung) Motiviertes Vergessen
  • Definition: Spurenzerfall (Mögliche Mechanismen des Vergessens) passiver Zerfall von Gedächtnisspuren im Zeitverlauf Konzept schwer nachzuweisen (von Interferenz abzugrenzen) und umstritten
  • Definition: Retroaktive Interferenz (Mögliche Mechanismen des Vergessens) Vergessen als Folge von parallelen Prozessen während der Konsolidierungsphase Schlafen zwischen Enkodierung und Abruf fördert das Behalten (nachgewiesen, Power-Naps zwischendurch sind gut) je besser Inhalte abgespeichert sind, desto unempfindlicher sind sie gegen Störungen
  • Definition: Proaktive Interferenz (Mögliche Mechanismen des Vergessens) alte Informationen können das Lernen neuer Informationen stören, wenn sie semantische Ähnlichkeiten aufweisen erweiternd könnte eine schwache Verbindung zwischen Abrufhinweis und Gedächtnisinhalt Vergessen fördern  
  • Definition: Fehlende Abrufhinweise (Mögliche Mechanismen des Vergessens) Manchmal erinnern wir vergessen Geglaubtes, wenn der Kontext übereinstimmt.
  • Definition: Abrufinduzierte Inhibition (Hemmung) (Mögliche Mechanismen des Vergessens) wenn aus einer Liste von Informationen nur bei einigen der Abruf geübt wird, werden die übrigen schlechter erinnert die abgerufenen Informationen scheinen das Erinnern an die nicht abgerufenen zu hemmen (Abruf eines Exemplars einer Kategorie hemmt andere Exemplare)
  • Definition: Motiviertes Vergessen (Mögliche Mechanismen des Vergessens) ein Konzept aus der Psychoanalyse: unerwünschte Inhalte werden "verdrängt" Ähnliches wird für traumatische Erlebnisse angenommen beide Punkte in der Forschung sehr umstritten, ob es das gibt
  • Nenne die sieben Fehlleistungen des Gedächtnisses nach Schacter. Zerfall- Abnehmender Zugriff auf das Gedächtnis im Zeitverlauf- Bsp.: Vergessen von länger zurückliegenden Ereignissen Geistesabwesenheit- Unaufmerksamkeit bei der Enkodierung- Bsp.: Vergessen, wo man den Schlüssel hingelegt hat Blockierung- Information ist zwar gespeichert, aber vorübergehend nicht abrufbar- Bsp.: Tip-of-the-tongue-Phänomen Fehlattribution- Gedächtnisinhalte werden einer falschen Quelle zugeordnet- Bsp.: einen Traum für eine Erinnerung halten Beeinflussbarkeit- Gedächtnisinhalte über Dinge, die nie stattgefunden haben- Bsp.: Suggestiv-Fragen können falsche Erinnerungen provozieren Verzerrung- aktuelles Wissen verzerrt die Erinnerungen aus der Vergangenheit- Bsp.: frühere Einstellungen werden so erinnert, dass sie heutigen Einstellungen passen Persistenz- ungewollte Gedächtnisinstrusionen (Wiederdurchleben), die wir nicht vergessen können- Wiedererinnern traumatischer Erinnerungen
  • Nenne drei Überbegriffe für Methoden zur Erforschung des Nervensystems. Nenne einen Überbegriff für Methoden zur Untersuchung des Verhaltens. Erforschung des Nervensystems:- Visualisierung des Gehirns- nicht-invasive Messung psychophysischer Aktivität- invasive physiologische Methoden Untersuchung des Verhaltens:- Neuropsychologische Testverfahren
  • Welche fünf Methoden zur Visualisierung des Gehirns gibt es? (Erforschung des Nervensystems) Röntgenkontrastdarstellung Computertomographie (CT) Kernspintomographie (MRT) Positronen-Emissions-Tomographie (PET) Funktionelle Kernspintomographie (fMRT)
  • Welche fünf nicht-invasiven Methoden zur Messung psychophysischer Aktivität gibt es? (Erforschung des Nervensystems) Elektroencephalographie (EEG) Muskelspannung / Elektromyografie (EMG) Elektrodermale Aktivität (Hautleitwert) Kardiovaskuläre Aktivität Transkranielle Magnetstimulation (TMS)
  • Welche invasive physiologische Methode gibt es? (Erforschung des Nervensystems) Elektrische Stimulation
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  • Welche vier Neuropsychologischen Testverfahren (Verhaltensstudien) gibt es? Tests für allgemeine Intelligenz Tests zur Sprachlateralität Gedächtnistests Tests der sensomotorischen Funktion
  • Nenne die zwei Methoden der Röntgenkontrastdarstellung des Gehirns und was damit abgebildet werden kann. Ein Teil der Cerebrospinalflüssigkeit wird zeitweilig durch Luft ersetzt Ventrikel und Fissuren im Gehirn sind so gut zu erkennen Durch eine Hirnarterie wird ein Kontrastmittel infundiert, das die Blutgefäße sichtbar macht Tumore oder Gefäßveränderungen können erkannt werden Nachteil: Nebenwirkung der Kontrastmittel
  • Wie funktioniert Computertomographie (CT) und welches Ergebnis erhält man? Der Kopf des Patienten befindet sich zwischen einer Röntgenröhre und einem  Röntgendetektor, die sich automatisch in einer bestimmten Gehirnebene um den Kopf des Patienten drehen, dabei durchdringt die Röntgenstrahlung das Gehirn des Patienten und wird von dem Röntgendetektor aufgefangen Ergebnis: CT-Schnittbild / CT-Scan Mehrere CT-Schnittbilder kombiniert liefern eine 3D-Darstellung des Gehirns
  • Wie funktioniert Kernspintomographie / Magnetresonanztomographie (MRT)? Mithilfe eines starken Magnetfeldes werden Schnittbilder erzeugt Das Signal hängt von der chemischen Umgebung ab, z. B. Fett, Muskeln, Blut Hohes Auflösungsvermögen aufgrund der stark unterschiedlichen Protonenkonzentration verschiedener neuronaler Strukturen
  • Wie funktioniert Positronen-Emissions-Tomographie (PET)? In die Halsschlagader des Patienten wird radioaktiv markierte 2-Desoxyglucose (ähnlich Zucker) injiziert. Die 2-Desoxyglucose wird von den aktiven Neuronen schnell aufgenommen und sammelt sich dort eine zeitlang an, bis sie allmählich abgebaut wird. Nun werden die Gehirnbereiche sichtbar, die aktiv sind, wenn z. B. eine visuelle Aufgabe gelöst wird. Der PET-Scan zeigt, in welchen Bereichen das Gehirn gerade die höchste Stoffwechselaktivität aufweist. Anwendung u. a. zur Diagnostik von Krebs, Tumoren, Demenz, Epilepsie
  • Wie funktioniert Funktionelle Kernspintomographie / Funktionelle Magnetresonanztherapie (fMRT)? Sie macht die aufgrund der gesteigerten Durchblutung erhöhte Sauerstoffversorgung der aktiven Gehirngebiete sichtbar. Voraussetzung: der Proband bewegt sich nicht Vorteile gegenüber PET: keine Injektion notwendig liefert gleichzeitig strukturelle und funktionielle Informationen räumliche Auflösung ist besser kann Veränderungen in Echtzeit aufzeichnen Nachteile: laut, deshalb für auditive Untersuchungen schlecht geeignet (neuere Geräte sind nicht mehr laut) Unsicherheit in den Messdaten, da die neuronale Aktivität nicht direkt gemessen, sondern aus Änderungen von Blutfluss und -osygenierung geschlossen wird
  • Für welches Hauptziel der kognitiven Neurowissenschaft wird die Subtraktionstechnik eingesetzt? Identifikation der Gehirnareale, in denen verschiedene Basisprozesse lokalisiert sein können.
  • Wie funktioniert die Subtraktionstechnik? Während ein Proband verschiedene Aufgaben löst, werden Bilder aufgenommen und dann von der Aktivität einer anderen Aufgabe abgezogen => Differenzbild. Zur Erstellung eines gemittelten Differenzbildes werden Differenzbilder mehrerer Probanden herangezogen.
  • Wie funktioniert Elektroencephalographie (EEG) und was kann damit gemessen werden? Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns durch Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche. Die Hirnstromkurven werden dabei über zwei scheibenförmige Elektroden aus einer Silberlegierung abgeleitet, die auf der Kopfhaut angebracht sind. Widergespiegelt wird die Summe aller elektrischen Ereignisse im Kopf wie Aktionspotenziale, postsynaptische Signale, elektrische Signale von Haut, Muskeln, Blut und Augen. Der Wert liegt darin, dass einige EEG-Wellenmuster mit bestimmten Bewusstseinszuständen oder bestimmten hirnpathologischen Zuständen in Verbindung gebracht werden können (z. B. weisen Alpha-Wellen einen entspannten Wachzustand aus). Anwendungsgebiete: Diagnostik bei Epilepsie, Messung Hirntod, Koma und Narkosetiefe, Schlafmedizin
  • Wie funktioniert die Messung der Muskelspannung / Elektromyographie (EMG)? Über Oberflächenelektroden wird die Muskelspannung gemessen, z. B. Aktivität ganzer Muskeln (Entspannung) oder Gesichtsmuskulatur (z. B. Stirnrunzeln, Anspannung der Augenmuskulatur, Augenaufreißen, Lächeln) Der Muskeltonus ist ein häufig verwendetes Maß für den allgemeinen psychologischen Erregungszustand eines Menschen
  • Wie funktioniert die Messung der Elektrodermalen Aktivität (Hautleitwert)? Der Hautleitwert ist ein Maß für die elektrische Leitfähigkeit der Haut Jede physiologische Erregung (Emotionen, Stress) verändert die Hautleitfähigkeit (Zunahme der Leitfähigkeit) Das Erregungsmaß wird von der Aktivität der Schweißdrüsen beeinflusst Schweißdrüsen sympathisch innerviert Messung von Hautleitwert = Maß für das HIntergrundniveau des Hautleitwertes in einer bestimmten Situation Hautleitfähigkeitsreaktion = Maß für vorübergehende Änderungen des Hautleitwerts im Zusammenhang mit einzelnen Reizen oder Gedanken Anwendungen: Biofeedback-Training, Lügendetektor, Psychophysiologische Experimente
  • Wie funktioniert die Messung der kardiovaskulären Aktivität? Herzfrequenz (Messung mit EKG) arterieller Blutdruck: Systole (Spitzenwert während Herzkontraktion) und Diastole (Minimalwert bei Erschlaffungsphase); Normaler Blutdruck liegt bei 130/70 mmHg lokales Blutvolumen Anwendung: Mögliche Risikofaktoren für das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkankungen
  • Wie funktioniert transkranielle Magnetstimulation (TMS)? Mit Hilfe starker Magnetfelder können Bereiche des Gehirns sowohl stimuliert als auch gehemmt werden Magnetstimulation führt zu Aktionspotenzialen im Gehirn visueller Kortex: Phosphene (Lichterscheinungen) motorischer Kortex: Zuckungen Anwendungen: Therapie von Depressionen und Schizophrenie Behandlung von Tinnitus, Apoplexie (Durchblutungsstörung), Epilepsie, Parkinson
  • Wie funktioniert elektrische Stimulation (invasive physiologische Methode)? Strukturen werden mit elektrischem Strom (bipolare Elektrode) invasiv gereizt Für die chronische Hirnstimulation werden dem Patienten mit einem stereotaktischen Zielgerät eine oder zwei dünne Elektroden implantiert, die über subkutan verlegte Kabel mit einem Impulsgeber im Bereich der Brust oder dem Oberbauch verbunden sind. Dieser Impulsgeber gibt dauerhaft elektrische Impulse an die Zielregion im Gehirn ab, wodurch diese - je nach Stromfrequenz - entweder deaktiviert oder stimuliert werden kann. schwacher Strom ruft sofort die Zunahme der Feuerrate von Neuronen in der Nähe der Elektronenspitze hervor elektrische Stimulationsverfahren können neben Lernvorgängen und Gedächtnisprozessen auch die Wahrnehmungsleistung und das Erlernen von Bewegungen verbessern Auch kann eine Verbesserung von Lähmungen nach einer Schädigung des Gehirns erreicht werden Gute Erfolge z. B. bei Parkinson, Forschung auch bei Depressionen
  • Worin unterscheiden sich die Methoden zur Erforschung des Nervensystems von Verhaltensstudien? Während die Methoden zur Erforschung des Nervensystems darauf abzielen, das nicht Sichtbare sichtbar zu machen, ist das Verhalten der sichtbare Ausdruck der verborgenen neuronalen Aktivität.
  • Nenne vier klassische neuropsychologische Testverfahren (Verhaltensstudien). Tests für allgemeine Intelligenz Tests zur Sprachlateralität Gedächtnistests Tests der sensomotorischen Funktion
  • Was ist bei der Durchführung von Intelligenztests im Zuge von neurologischen Untersuchungen interessant? Nicht der IQ-Wert an sich, sondern ggf. die Leistungsschwächen in den verschiedenen Subtests. z. B. können Schwächen der verbalen Fähigkeiten mit Schädigungen der linken Hemisphäre zusammenhängen, während bei Schäden der rechten Hemisphäre sich verschlechternd auf den Handlungsteil auswirken können.
  • Nenne zwei Tests zur Sprachlateralität (Verhaltensstudien). Natrium-Amytal-Test Dichotischer Hörtest
  • Wie funktioniert der Natrium-Amytal-Test (Test zur Sprachlateralität)? Das Anästhetikum Natriumamytal wird in die rechte oder linke Halsschlagader injiziert, um die Funktion der ipsilateralen Hemisphäre zeitweilig zu blockieren Es werden dann rasch verschiedene Tests zur Sprachfunktion durchgeführt (z. B. Gegenstand benennen) Wurde die Injektion auf der sprachdominanten Seite durchgeführt, verstummt der Patient für ca. 2 Minuten vollständig.
  • Wie funktioniert der Dichotische Hörtest (Test zur Sprachlateralität)? Die Probanden hören über einen Kopfhörer drei in Folge gesprochene Ziffern auf dem rechten Ohr und gleichzeitig drei andere Ziffern auf dem linken Ohr. Nach einer kurzen Pause werden die Probanden aufgefordert, möglichst viele der Zahlen zu nennen. Die meisten können die Zahlen der Seite korrekt wiedergeben, die kontralateral zur dominanten Sprachhemisphöre liegt - also bei den meisten Menschen das rechte Ohr.