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psychiatrie (Subject) / allgemein (Lesson)

allgemein

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  • NW SSNRI siehe SSRI und SNRI
  • besondere NW Venlafaxin (bei hohen Dosen > 300 mg/d) RR-Steigerung
  • Komplexe Wirkweise Mirtazapin „NaSSA“ (noradrenerges und spezifisch serotonerges AD) Blockade: präsynaptische alpha2-Rezeptoren postsynaptische 5-HT2 und 5HT3-Rezeptoren (mindert serotonerge NW, daher gerne Kombi mit SSRI) Histaminantagonismus (=> sedierend) Aktivierung: postsynaptische 5-HT1 (verstärkt antidepressive Wirkung)
  • KI Mirtazapin Epilepsie Leberinsuffizienz Niereninsuffizienz kardiale Erkrankungen MAO-Hemmer
  • Indikation Bupropion (Elontril) Depression Raucherentwöhnung
  • KI Bupropion Erhöhte Krampfbereitschaft Psychosen (kann psychotische und manische Phasen auslösen) Anorexia nervosa (gewichtssenkend) MAO-Hemmer
  • NW Bupropion Schlaflosigkeit Mundtrockenheit
  • Indikation Trimipramin (Stangyl) Antidepressivum (nur geringe Wirkung) Schlafmittel
  • Indikation Agomelatin Depression mit Schlafstörung
  • Lebenszeitprävalenz Bipolare Störung 1-2%
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  • Erkrankungsgipfel bipolare Störung 3. Lebensjahrzehnt
  • Komorbidität der Bipolaren Störung hoch! Angststörung Missbrauch/Abhängigkeit psychotrope Substanzen PKS (Borderline) ADHS
  • Ätiologie bipolare Störung Vulnerabilitäts-Stress-Modell Genetik spielt höhere Rolle als bei unipolarer Störung Neurotransmitterstörung erworbene Hirnschädigung psychosoziale Faktoren (Verlust, Missbrauch, Gewalt in Kindheit) Lebensführung
  • Bipolare Störung: Klinik depressive Episode häufiger psychotische Symptome als bei unipolarer Depression "atypische Symptome" (innere Unruhe, vermehrter Appetit, vermehrtes Schlafbedürfnis)
  • Bipolare Störung: Klinik manische Episode Stimmung gehoben aber auch stark schwankend, wirkt befremdlich und krankhaft Antrieb gesteigert, Rede-, Taten-, Bewegungsdrang kognitiv: Aufmerksamkeit, Konzentration gemindert, Wahrnehmung gesteigert, Ideenflucht, Gedankenrasen Verhalten hemmungslos, distanzlos, leichtsinnig, maßlose Selbstüberschätzung, Entschlussfreude, Verschuldung psychotische Symptome (bei 50%!) typisch: stimmungskongruenter Größenwahn somatisch/vegetativ: kein Schlafbedürfnis, Libido und Potenz gesteigert
  • Diagnostik Manische Episode klinisch Eigen- und Fremdanamnese Stimmungstagebücher/-protokolle Phasen- oder Episodenkalender (Life charts) YMRS Young Mania Rating Scale
  • ICD 10 Diagnosekriterien manische Episode Dauer: Symptome müssen mind. 1 Woche durchgehend bestehen Leitsymptom: gehobene-euphorische oder gereizte Stimmung weitere Symptome (mind. 3, bei gereiztem Affekt 4) 1 gesteigerter Antrieb, Ruhelosigkeit 2 vermehrte Gesprächigkeit, Rededrang 3 Ideenflucht, subjektives Gefühl von Gedankenrasen 4 starke Ablenkbarkeit, andauernder Wechsel von Aktivitäten und Plänen 5 vermindertes Schlafbedürfnis 6 gesteigerte Libido 7 Wegfall sozialer Hemmungen 8 überhöhte Selbsteinschätzung oder Größenideen 9 leichtsinniges Verhalten, Risiken werden nicht beachtet Zusatzkodierung Schweregrad und psychotische Symptome
  • ICD 10 Diagnosekriterien Hypomanie Dauer: Symptome müssen mind. 4 Tage bestehen Leitsymptom (deutlich gehobene oder gereizte Stimmung) und mind. 3 weitere manische Symptome in leichter bis mittelschwerer Ausprägung
  • DD manische Episode Adoleszenz und frühes Erwachsenenalter: ADHS emotional instabile PKS vom Borderline-Typ Entwicklungskrise Erwachsenenalter: unipolare affektive Störung (erste Phase meist Depression) schizoaffektive Störung Schizophrenie (typisch für bipolare Störung: Wahn und Halluzinationen immer zusammen mit affektiven Symptomen, Wahn stimmungskongruent (Größenwahn), klingen zusammen mit affektiven Symptomen wieder ab, kein Residualzustand) organische Erkrankungen: neurologisch: Apoplex, Chorea Huntington, Demenz, Epilepsie, Hydrozephalus, Migräne, M. Parkinson, MS) endokrin (M. Addison, M. Cushing, Erkrankung (Neben-)Schilddrüse, postpartal Infektionen (HIV, Mononukleose, Pneumonie, TBC, Kollagenosen (systemischer LE) Tumoren Medikamente und Drogen (Kortison, Antibiotika, psychotrope Substanzen)
  • hypomane Nachschwankung am Ende einer medikamentös behandelten depressiven Episode, welche Diagnose? Hypomane Nachschwankung am Ende einer medikamentös behandelten depressiven Episode ist noch keine Bipolar-II-Störung, sondern „medikamentös induzierte hypomanische Störung“
  • Therapie depressive Episode bei Bipolarer Störung hohes Switch-Risiko in Manie oder rapid cycling, daher zurückhaltend mit AD, nur bei schwerer Depression mit akuter Suizidalität, nur SSRI, keine Trizyklika) mood stabilizer (Lithium, Carbamazepin) NL der 2. Generation (z.B. Quetiapin)
  • Therapie Manische Episode bei Bipolarer Störung mood stabilizer (Lithium, Carbamazepin, Valproat Antipsychotika (z.B. Olanzapin) am besten Kombi aus beiden
  • Rezidivquote bipolare Störung ca. 90%
  • Erhaltungstherapie und Rezidivprophylaxe bei bipolarer Störung nach erster manischer Episode erwägen, spätestens nach 2. Episode indiziert mood stabilizer: Lithium, Valproinsäure, Carbamazepin (verhindern besser manische Episoden!) NL 2. Generation (Olanzapin, Quetiapin) Lamotrigin (zur Prophylaxe depressiver Episoden)
  • Psychotherapie bei bipolarer Störung nach Abklingen manischer Episode und in depressiver Episode Psychoedukation kognitive VT VT-orientiert Familientherapie interpersonelle und soziale Rhythmustherapie (modifizierte IPT) inhaltlich: Stressmanagement, regelmäßiger Lebensrhythmus, Vorbeugung Substanzmissbrauch
  • Verlauf Bipolare Störung (Remission, Phasendauer/-Häufigkeit/-Verlauf, Suizidrate) häufig vollständige Remission 1/3 keine Vollremission 10% rapid cycling Phasendauer Tage bis Jahre manische Phasen kürzer als depressive Durchschnitt: 8 Krankheitsphasen, Zyklusdauer 3-4 Jahre sehr häufig andauernde Behinderung Suizidrate 15-30%
  • Verlauf Dysthymie 90% haben auch mal depressive Episode ("Double Depression" wenn aus Dysthymie heraus)
  • Lebenszeitprävalenz anhaltende affektive Störungen (F34) Dysthymie 6%, Zyklothymie 0,5-1%
  • Häufigkeitsgipfel Dysthymie und Zyklothymie können jederzeit beginnen, Gipfel 15 Jahre und ab 4. Lebensjahrzehnt
  • Ätiologie Dysthymie entspricht der früheren neurotischen Depression entspricht leichter Form der depressiven Episode entwicklungspsychologische Bedingungen in Kindheit und Jugend (intrapsychische Konflikte)
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  • DD Dysthymie chronifizierte depressive Episode PTBS generalisierte Angststörung ängstliche/abhängige/emotional instabile PKS Prodromalstadium Schizophrenie persistierende Negativsymptomatik schizophrenes Residualsyndrom
  • Behandlung von Depressionen – wann ambulant, wann stationär? leicht ambulant (insbesondere Dysthymie) schwer stationär
  • Bei welchen depressiven Patienten könnte auch eine psychoanalytische Behandlung sinnvoll sein? Dysthymie
  • Atypische Depression (F32.8) Hypersomnie Hyperphagie (Kohlenhydrate-Craving) Gewichtszunahme Stimmung auslenkbar Gefühl bleierner Schwere in Gliedern kritikempfindlich ähnlich saisonale Depression besonders gutes Ansprechen auf nichtselektive MAO-Hemmer (irreversibel: Tranylcypromin = Iatrosom)
  • saisonale Depression im Winter (Januar/Februar) Frühjahr hypomane Nachschwankung ähnlich atypische Depression Hypersomnie Hyperphagie (Heißhunger auf Kohlenhydrate) im Gegensatz zu atypischer Depression fehlen emotionale Reagibilität (Auslenkbarkeit) und Kritikempfindlichkeit Therapie: Lichttherapie (prophylaktische im Herbst beginnen) Antidepressiva, Melatonin
  • wiederkehrende kurze Depression (recurrent brief Depression, RBD) depressive Episode, die lediglich das Zeitkriterium (2 Wochen) nicht erfüllt während eines Jahres mind. 1x pro Monat, mind. 2 Tage lang hohe Rate an Suizidversuchen
  • postpartales Stimmungstief (Baby Blues, Maternity Blues) in ersten 10 Tagen nach Entbindung nur wenige Tage häufig (>50%)
  • postpartale Depression schleichend innerhalb 8 Wochen nach Entbindung Häufigkeit 20% leichter Verlauf nur 0,01-0,05% schwere Episode Tötungsgedanken bzgl. Kind
  • wozu werden mood stabilizer eingesetzt? Akutbehandlung Manie Rezidivprophylaxe affektiver Störungen Rezidivprophylaxe schizoaffektiver Störungen
  • welche Substanzen gehören zu mood stabilizern? Lithium Antiepileptika: Valproinsäure, Carbamazepin, (Lamotrigin nur antidepressiv) Antipsychotika 2. Generation: (z.B. Quetiapin, Olanzapin, Aripiprazol, Ziprasidon) aber nicht alle Antiepileptika, z.B. nicht Topiramat
  • Rezidivprophylaxe der rezidivierenden unipolaren depressiven Störung Antidepressivum aus der Akutphase (1. Wahl) Lithium
  • Rezidivprophylaxe der bipolaren affektiven Störung "klassische" bipolare Störung: Lithium (1. Wahl) Carbamazepin, Valproat Lamotrigin (nur gegen depressive Phasen) Antipsychotika der 2. Generation Rapid Cycling und gemischte Episoden: umgekehrt, d.h. Lithium 2. Wahl, alles andere besser
  • Akuttherapie und Rezidivprophylaxe der akuten manischen Phase Antipsychotika der 2. Generation und Haloperidol (schwere Fälle, Therapieresistenz) Carbamazepin oder Valproat Lithium
  • Indikation Lithium: Behandlung der akuten Manie Rezidivprophylaxe manischer Episoden bei bipolarer affektiver Störung Rezidivprophylaxe depressiver Episoden bei rezidivierender depressiver Störung Akuttherapie und Rezidivprophylaxe schizoaffektiver (insbesondere schizomanischer) Störung therapieresistente depressive Episode (-> Augmentation)
  • Lithium: empfohlener Plasmaspiegel zur Rezidivprophylaxe: 0,6-0,8 mmol/l
  • Lithium empfohlener Plasmaspiegel akute Manie 0,8-1,2 mmol/l
  • Lithium cave geringe therapeutische Breite => regelmäßige Serumspiegel Natriumverlust => gesteigerte renale Lithium-Reabsorption => Lithiumintoxikation
  • Lithium NW feinschlägiger Tremor subjektiv erlebte kognitive Störungen euthyreote Struma durch Hemmung der Jodaufnahme Gewichtszunahme Initiale Polyurie und Polydipsie (pharmakogener Diabetes insipidus): diese ist zunächst harmlos; nach jahrzehntelanger Einnahme kann es zu –i.d.R. reversiblen- Nierenschäden kommen Herzrhythmusstörungen (Repolarisationsstörungen und Arrhythmien) QT-Verlängerung Gastrointestinale Beschwerden
  • Lithium NW feinschlägiger Tremor: Therapie? ß-Blocker, z.B. Propanolol
  • Lithium NW euthyreote Struma durch Hemmung der Jodaufnahme Therapie? L-Thyroxin