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Entwicklungspsychologie (Subject) / Kindes & Jugendalter (Lesson)

mögliche Klausurfragen

This lesson was created by Thaliena.

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  • 1.1 Was versteht man unter psychischer Entwicklung? Unter psychischer Entwicklung versteht man die geordnete(regelhafte), gerichtete, kontinuierliche und längerfristige Veränderung des Erlebens und Verhaltens über die gesamte Lebensspanne. Sie ist ein komplexes Zusammenspiel aus bio. soz. psych. & behav. Einflüssen => biopsychosozial Gegenseitige Beeinflussung von Subjekt und Umwelt
  • Welche 4 Formen von Stabilität gibt es? Niveaustabilität (Mittelwert) Korrelative Stabilität (Rangplatz einer Person) Ipsative Stabilität (Rangplatz eines Merkmals innerhalb einer Person) Strukturale Stabilität (Faktorstufen, Haareziehen vs. IQ)
  • Warum kommt es mit 18 Monaten zu besonders starken Sprachzuwachs? Benennungsspurt, Was-Frage-Alter; Kinder beginnen mit den W-Fragen Neugier: Alle Dinge haben einen Namen => Kindr wollen die Namen wissen und fragen aktiv
  • Wie unterstützen Eltern die Sprachentwicklung ihrer Kinder? Konfrontation mit gesprochener Sprache geteilte Aufmerksamkeit (Kind Namen für Objekte beibringen, gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf ein Objekt lenken) Baby Talk ( Ammensprache, kindgerecthes Niveau), erleichtert Spracherwerb lehrende Sprache (motherese, Modellsprache mit korrigierenden Wiederholungen/Rückmeldungen, Sprachanregung durch Fragen, Jan/Nein-Fragen, W-Fragen, teilweise Wiederholung der kindlichen Äußerungen bzw. Korrektur diser Äußerungen)
  • Wie kann man erklären, dass Kinder trotz kognitiver Schwächen großen Sprachzuwachs haben? (Markman) Anwendung folgender Regeln: Ganzheitsannahme: Worte beziehen sich auf ganze Objekte & nicht auf Teile davon oder Eigenschaften Taxonomieannahme: Wörter beziehen sich auf Dinge gleicher Art (können damit auf weitere gleiche Objkete ausgedehnt werden) Disjunktivitätsannahme: Ein Objekt kann nur einen Namen haben => es scheint sich dabei um "weiche" Vorannahmen zu handeln (70% Trefferquoten)
  • Was ist in der Temperamentforschug mit "goodness of fit" gemeint? Gute Passung von Person und Umwelt bewirkt Kontinuität der Persönlichkeit, schlechte Diskontinuität Ausmaß der (Nicht-) Passsung von Person und Umwelt = Goodness of fit Effekt des Temperaments (Ängstlichkeit, Selbstregulation) auf Entwicklung variiert mit Elternverhalten (diszipliniert, sensitiv) & umgekehrt Gut zum Temperament des Kindes passendes Elternverhalten führt somit zu einer stabilen Persönlichkeit Bsp.: Der Zusammenhang negativem &positivem Elternverhaltens mit Verhaltensproblemen des Kindes variiert in Abhängigkeit vom Temperamentsmerkmal "negative Emotionalität" => bei Kindern mit viel negativer Emotionalität & Ängstlichkeit, hat sensitives Elternverhalten große Effekte => bei Kindrn mit Schwierigkeiten bei der Selbstregulation ist klares Grenzen setzen erfolgreich ...
  • Was ist mit kumulativen & aktuellen Konsequenzen des Temperaments gemeint? Auswirkunegen des Temperaments auf die Entwicklung der Persönlichkeit Kumulative Konsequenzen: Folgen des Temperaments häufen sich an (z.B. Temperamentausbrüche mit 10 Jahren-> schlechter Bildungsabschluss(Suspension, Probleme in der Schule)->geringer beruflicher Status->geringere berufliche Stabilität) Aktuelle Konsequenzen Direkte Verbindung zwischen Temperament und Verhalten (z.B. Schwierigkeit bei Impulskontrolle erhöht Wahrscheinlichkeit für Wutausbrüche)
  • Ab welchem Alter haben Kinder eine Repräsentation des Selbst? Unterscheidung zwischen eigenem Gesicht und fremdem Kindergesicht im Video ab dem Alter von 3 Monaten Zweifelsfreies Erkennen des eigenen Gesichts beim Range-Test ab ca. 18 Monaten Ich ich Sprachgebrauch ab 18 Monaten Selbstbeschreibung über konkrete, anschauungsgebundene physische Merkmale ab ca. 3 Jahren Zunehmende Verwendung innerer Merkmale zur Selbstbeschreibung ca 7-8 Jahre Selbstbeschreibung psychologischer, abstrakter, kohärenter, integrierter; Verwendung zeitlicher Perspektive im Jugendalter
  • Wann ist die Identitätsentwicklung abgeschlossen? 4Stadien: Erarbeitete Vorweggenommene Moratorium Difusse => keine feste Reihenfolge => NEIN Entwicklung ist nie wirklich abgeschlossen!
  • In welchen 3 Schritten entwickelt sich der Erwerb der Geschlechtsidentität? Erkennen des eigenen Geschlechtes (bis zum 3. Lebensjahr):   Zuordnung der Geschlechter anfangs überwiegend anhand physischer Merkmale (Haare, Kleidung) Erkennen der zeitlichen Stabilität des Geschlechts (3-5Jahre):  Allerdings verstehen Kinder auf dieser Stufe noch nicht, dass das Geschlecht über Situationen hinweg konstant bleibt, (Verkleiden: "Ich bin jetzt ein Junge") Situative Geschlechtskonstanz (5-7 Jahre):  Verstehen, dass das Geschlecht über alle Situationen hinweg konstant ist
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  • Wie entwickeln sich Wissen und Einstellung über Geschlechter? Unkenntnis (noch nicht viel Wissen über Gechlechter) rigide Vorstellungen (Geschlechtsunterschiede als absolute Unterschiede, Stereotypen) flexible Vorstellungen (flexible/relative Unterschiede erkannt, Frauen spielen auch mal Fußball..) schon 18-24 monatige Kinder ordnen geschlechtstypische Spielzeuge (Puppen, Autos) dem Geschlecht eines Jungen/Mädchens überzufällig oft dem "richtigen" Geschlecht zu (Messung der Blickdauer als Indikator) 24-36 monatige Kinder sollten Spielzeuge und Aktivitäten den Geschlechtern zuordnen
  • Was kann man von Studien zu Geschlechtshormonstörungen über Einflüsse auf Geschlechtsunterschiede im Verhalten lernen? genetische Faktoren klären  ca 34%-58% der interindividuellen Variabilität geschlechtstypischer Präferenzen für Spielzeuge & des geschlechtstypischen Spielverhaltens Einflüsse der Geschlechtshormone als Vermittler genetischer Einflüsse Hormonale Einflüsse - Unterschiede bei Kindern mit Hormonstörungen: - androgenitales Syndrom bei Mädchen: Nebennierenrinden produzieren statt Cortison ein maskulineres Androgen (Entwicklung von Jungentypischen Geschlechtsmerkmalen, meist früh erkannt) => greifen eher zu jugentypischem Spielzeug und spielen eher jungentypisch - androgene Insensitivität bei Jungen: Androgene aufgrund von Rezeptorstörung ohne Wirkung, Gefühl eine Frau zu sein, wird meist in der Pubertät erkannt, Kinder wurden vorher als Mädchen erzogen & 90% behalten diese Geschlechtsidentität & das dazu passende Verhalten bei ==> Hormone haben großen Einfluss auf geschlechtsspezifisches Verhalten
  • Wie entwickelt sich das Verständnis der Ursache von Erfolg und Misserfolg? Freude am Effekt (egal wer ihn erzielt!) - Säuglingsalter Selbermachenwollen (Verständnis eigener Urheberschaft) - ab Ende des 1. Lebensjahrs Selbstbewertung der eigenen Leistungen, Differenzielle Reaktion auf Erfolg und Misserfolg, z.B. Stolz bei Erfolg (später auch Scham & negative Gefühle bei Misserfolg) -  ab ca 3,5 Jahren Unterscheidung zwischen Aufgabenschwierigkeit und Tüchtigkeit als Einflüsse auf die Leistung - ab 5 Jahren Aufspaltung des Tüchtigkeitskonzepts in Komponenten Anstrengung und Fähigkeit - Grundschulalter
  • Warum sinkt die Lernfreude während der Schulzeit? zunehmende Empfänglichkeit für (oftmals negative) Leistungsrückmeldung wachsender Leistungsdruck steigendes Interesse an außerschulischen Betätigungen
  • Welche Art von Leistungsrückmeldungen fördern/hemmen Lernfreude? Wichtige Merkmale des Elternverhaltens (für motivationale Entwicklung:) Wärme vs. Zurückweisung Struktur (etwa das Stellen altersangemessener Forderungen und die Vermittlung von Informationen darüber, wie Ziele erreicht werden können) vs. Chaos Unterstützung der Autonomie vs. zwangsausübung (überkontrollierendes Verhalten) Schulische Einflüsse:  Individuelle ( Rückmeldung darüber wie sich Leistung verändert hat im Vgl. zum letzten Zeitpunkt, Erfahrung, etwas zu tun->popsitive Rückmeldung,...)   vs. soziale Bezugsnormorientierung (BZO) ( wie gut im Vgl. zu den anderen?, für schlechtere schnell demotivierend, da man immer unten in der Rangreihe bleibt, Erfahrung: Anstrengung lohnt sich nicht) soziale Bezugsnormorientierung ist für Motivationsentwicklung leistungsschwacher Schüler ungünstig-> hemmt Lernfreude
  • Welche Stufen der moralischen Urteilsfähigkeit unterscheidet Kohlberg? 1. Niveau: Präkonventionell (vormoralisch) - phys. Konsequenzen & Macht/Bestrafung 1.Stufe: Heteronome Moral: -> Regeln einhalten zu Vermeidung von Bestrafung; ->Egozentrisch 2.Stufe: Individualismus, Zielbewusstsein und Austausch: ->Durch Austauschbeziehungen eigene Bedürfnisse befriedigen; ->konkret - individualistisch (Einsicht, dass Gerechtigkeit relativ ist) 2. Niveau: Konventionell (Erwartungen erfüllen, Regeln vs. Gewissen) 3.Stufe: Wechselseitige Erwartungen, Beziehungen und interpersonale Konformität 4.Stufe: Soziales System und Gewissen -> Regeln befolgen, außer Widerspruch mit Gewissen 3.Niveau: Postkonventionell oder prinzipiengeleitet (orientiert an Moral abseits von Autoritäten/sozialen Vereinbarungen) 5.Stufe: Stadium des sozialen Kontrakts und der individuellen Rechte 6.Stufe: Stadium der universalen ethischen Prinzipien (selbstgewählt)
  • Wie sieht die 2 Stufentheorie der moralischen Entwicklung aus? Moralische Entwicklung ist ein zweistufiger Prozess: Erst entsteht Wissen/Urteilsfähigkeit, dann die Motivation sich dem Wissen entsprechend zu verhalten In Kindheit und Jugend erfolgt die Zunahme der Übereinstimmung moralischer Urteile und präferierter Handlungsentscheidungen
  • Ist die moralische Entwicklung kulturell universell? Bezug zu Kohlberg: Kulturvergleich: Altersbezügliche Zunahme in allen Kulturen, in nicht allen Kulturen wird Stufe 5 beobachtet (Bildungserwerb...) Kulturen unterscheiden sich in höchstem moralischen Niveau (z.B. tibetianische Mönche sind recht weit unten geblieben, Religion besteht darin allgemeingültige Botschaften ihrer Religion auswendig zu lernen Bezug zur 2 Stufen Theorie: Chinesische Kinder weisen schon mit 7 Jahren eine hohe Übereinstimmung von moralischem Urteil und präferierten Handlungen auf (im Gegensatz zu westlichen Kindern => Jugend!) => Erklärung(?): in kollektivistischen Kulturen gibt es stärkere Neigungen zu Konformismus
  • Welche 4 verschiedenen Bindungsmuster gibt es und was sind deren Merkmale? Sicher gebunden (B): Suchen bei Belastung Kontakt mit der Mutter, keine extremen negativen Gefühle wenn die Mutter den Raum verlässt, Bei Wiederkehr: Suche nach der Mutter Unsicher-vermeidend (A): Kaum Kummer, wenn Mutter geht, behandelt Mutter und Fremde gleich, Kind ignoriert Mutter bei ihrer Rückkehr, sucht nicht nach ihrer Nähe, trotz weniger Stressanzeichen hohe physiologische Belastung (Cortisol, EKG) Unsicher-ambivalent (C): Lautstarker Kummer, wenn sie alleingelassen werden, wenn Mutter zurückkommt verhalten sie sich aber ambivalent:  einerseits Kontaktsuche zur Mutter, andererseits widerstreben sie auffallend ihren Kontaktversuchen, Desorganisiert gebunden (D): Nähesuchen, das kurz vor Körperkontakt abgebrochen wird, zusätzlich seltsames Verhalten wie Grimassen schneiden, Erstarren, Angstzeichen
  • Was sind Einflussfaktoren auf Bindungssicherheit? (ABCD) Einflüsse des Elternverhaltens (nach Ainsworth): Feinfühligkeit und Responsivität der Mutter ist zentral für sichere Bindung B-Kinder: Mutter ist prompt, verlässlich. freundlich A-Kinder: Mutter ist insensitiv für die Signale des Kindes, Mutter mag keinen Körperkontakt, erwartet, sehr früh eigenständige Regulation der Gefühle (Kind merkt, dass seine Bedürfnisse nicht befriedigt werden, denkt, dass es sich nicht lohnt sie zu äußern) C-Kinder: Mutter ist manchmal herzlich und zugewandt, zu anderen Zeitpunkten aber nicht ansprechbar und nicht erreichbar (widersprüchliches Verhalten der Mutter führt zu widersprüchlichem Verhalten des Kindes) D-Kinder: Überzufällig häufig Missbrauchserfahrungen, Stressoren allgemeine Probleme des Kindes mit Verhaltensregulation
  • Zusammenhang zwischen Bindungssicherheit der Eltern und der Kinder? Eltern von sicher gebundenem Kind häufig auch selbst sicher an eigene Eltern gebunden Attachment der Eltern zund Kindern stimmte zu 75% überein; r=0.47 Erklärung: Sicher gebundene Eltern sind Gefühlen ihres Kindes gegenüber sensitiver und aufgeschlossener und können deshalb angemessener responsiver reagieren
  • Warum versagen 3-jährige bei Theory-of-Mind-Aufgaben, während 4 jährige sie lösen können? (Schokolade Maxi, Ann&Sally...) 3 Hypothesen: 3-Jährigen fehlt internes Abbild von Überzeugungen - Sie können Realität und Überzeugungen noch nicht auseinanderhalten (empirisch belegt!) keine Perspektivübernahme - Aber das erklärt nicht fehlendes Verständnis eigener falscher Überzeugungen fehlendes Verständnis, wie Wissen entsteht - ABER: 2-jährige haben bereits rudimentäres Verständnis über die Entstehung von Wissen Evntl.: Produktionsdefizit junger Kinder -> Verständnis von ToM wird vllt früher erworben als es verbal ausgedrückt werden kann
  • Gibt es Belege für die Kontinuität sozialem Wissens/Verstehens? (Entwicklung ToM) Thoermer et al. fanden Zusammenhang zwischen einem impliziten ToM Maß bei 18 monatigen Kindern (Blickzeit) und einem expliziten Maß (verbale Antwort) bei 4-Jährigen ( gilt auch bei statistischer Kontrolle für verbale Intelligenz) ->Gilt aber nur, wenn inhaltlich ähnliche Aufgaben verwendet wurden (falscher Glauber über Ort, an dem sich Objekt befindet(Smarties)) r=0,5
  • In welchem Alter findet die stärkste Zunahme Prosozialem Verhaltens statt? Eng verbunden mit der Entwicklung sozialem Verstehens (man muss Bedürftigkeit anderer verstehen um zu helfen) Insgesamt Zuwachs, jedoch im Kindesalter stärkere Zunahme, im Jugendalter nur mittlere stärkste Zunahme: Vorschul/Grundschulalter
  • Was sind die häufigsten psychischen Störungen von Kindern und Jugendlichen? Etwa 15-22% der Kinder und Jugendlichen weisen psychische Störungen auf Angststörungen (10,4%) Aggressive-dissoziale Störungen (7,5%) Depressive Störungen (4,4%) Hyperkinetische Störungen (4,4%)
  • Was bringen Programme, in denen im Vorschulalter Lese-&Sprachförderung stattfinden und wie effektiv sind diese? Frühes Lesen Lernen: Zu Schulbeginn Vorsprung in Lesefertigkeit, der später aber verloren geht keine Verbesserung der Intelligenz Sprachförderprogramme: Effekt auf Sprachfähigkeiten belegt, Effekt auf Intelligenz wenig untersucht
  • Was bringen Programme zur Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen und wie effektiv sind diese? großer Effekt auf Erlernen von Lebensfertigkeiten positiver Einfluss auf Einstellungen (0,23) prosoziales Verhalten (0,24) schulische Leistung (0,27)