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Therapiearten (Subject) / Verhaltenstherapie (Lesson)
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- Komplementäre Beziehungsgestaltung nach Grawe Die Grundbedürfnisse des Patienten, welche mit Beziehungszielen- und wünschen in Zusammenhang stehen werden vom Therapeuten zunächst bestätigt. Dazu werden, die für den Patienten oft unbewussten Oberziele und Pläne, welche sich in positiven od. problematischen Verhaltensweisen äußern, vom Therapeuten zu Beginn der Therapie erschlossen.
- Selbstmanagementtherapie Phasen des Selbstregulationsprozesses Selbstregulation verläuft in drei grundlegenden, sich ggf. mehrmals wiederholenden Phasen: 1. Selbstbeobachtung und Selbstregistrieren 2. Selbstbewertung und Vergleich mit Standards 3. Selbstbelohnung und Selbstbestrafung (Selbstkonsequenz)
- Verhaltenstherapeutische Intervention zur Behandlung von Störungen des Sozialverhaltens bei Kindern im Vorschulalter Elterntraining
- Was ist ein konstanter Quotenplan? Verstärkerplan, bei dem die Häufigkeit der Verstärkung in Relation zur Verhaltenshäufigkeit festgelegt ist. Z.B. jedes 5. Mal.
- Kontingenzmanagement Operante Verfahren können z.B. im Rahmen von Kontingenzverträgen in ein therapeutisches Gesamtkonzept eingebunden werden. Es wird ein Zielverhalten vereinbart + Verstärker + Konsequenzen für Erreichen bzw. Nichterreichen des Zieles.
- Respones-Cost-System Operant. Ein positiver Verstärker wird bei Auftreten eines unerwünschten Verhaltens entzogen.
- Time-out-Technik Indiziert bei aggressivem Verhalten, ADHS, weniger bei Depression, Angst... für Kinder Darf nur in einem angstfreiem Rahmen eingesetzt werden. Verstärker für das unerwünschte Verhalten werden entzogen (Lächeln...). Der Betroffene soll es nicht als Strafe sondern als Möglichkeit zur Besinnung sehen.
- Zielsetzung von Verhaltensexperimenten in der VT -Überprüfung von Hypothesen (Gedanken sind Hypothesen) -Überprüfung des Realitätsgehaltes der Annahmen
- ABC-Theorie Ellis Reize werden unbewusst Bewertung, diese Bewertung ist die Ursache der Verhaltenskonsequenz. A (Activating event) B (Belief) C (Consequence) D (Disputation) E (Effect) 4 Grundkategorien irrationaler Überzeugungen: -Absolute Forderungen -Globale Selbst-u. Fremdbewertung -Katastrophendenken -niedrige Frustrationstoleranz Kriterium der Irrationalität ist die Dysfunktionalität des Gedankens.
- Logische Fehler nach Beck Willkürliche Schlussfolgerungen Selektives Verallgemeinern Übergeneralisieren Maximieren/Minimieren Personalisieren Verabsolutieren/Dichotomes Denken Ziel der Therapie: Verzerrte Kognitionen die der depressiven Störung zugrunde liegen, in Richtung realitätsadäquatere Wahrnehmung zu ändern. Kriterien für Disfunktionalität: mangelnde Realitätsnähe
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- Dynamisches Selbstregulationsmodell Die klassische Verhaltensformel von Kanfer und Saslow (SORKC) wurde in ein dynamisches Modell überführt. Es werden auch Rückkoppelungen zwischen beteiligten Verhaltensvariablen berücksichtigt. S, R u.C werden unterteilt in: alpha: externe verhaltensbezogene Variablen, situative Einflüsse beta: innere Variablen: Gedanken, indiv. Lerngeschichte gamma: biolog., physiolog. Variablen S (alpha, beta, gamma) O (beta, gamma) R (alpha,beta, gamma) C (alpha, beta, gamma) Zwischen R und C Rückkoppelungen
- Systemanalyse Problemverhalten wird als Funktion der Systembedingungen verstanden. Aber auch eigener Einfluss wird berücksichtigt.
- Vertikale Verhaltensanalyse oder Plananalyse Differenzierte Ausgestaltung der Veriablen O aus dem dynamischen Selbstregulationsmodell. Übergeordnete Ziele u. Pläne, die auch unbewusst und konkurrierend sind.
- Familientherapie in der VT Augenmerk auf Maßnahmen zur Erhöhung der positiven Reziprozität, um den Belohnungscharakter der Beziehung zu stärken. Bei unglücklichen Paaren ist die Problemlösekompetenz geringer und die ngegative nonverbale Kommunikation ausgeprägter. Die Rückfallgefahr von Individuen ist durch belastete Paarinteraktionen erhöht.
- Stimuluskontrolle/Reizkontrolle Bedingungen unter denen unerwünschtes Verhalten auftritt sollen reduziert werden. Z.B. Einkaufen nur mit Zettel.. Oder ein erwünschtes Verhalten unter Stimuluskontrolle bringen. Beim Problemverhalten müssen zunächst die Stimulusbedingungen, unter denen das Problemverhalten auftritt, herausgefunden werden. Dann kann man Stimuli möglichst weitgehend beseitigen: Nur Nahrung für den nächsten Tag kaufen... Oder Stimuli eingrenzen: Das heißt das Problemverhalten wird nur unter bestimmten Bedingungen zugelassen. Beim Essen nichts anderes (verstärkendes gleichzeitig machen). Ziel ist es das Problemverhalten zu isolieren. Im weiteren Schritt kann das Problemverhalten nur unter besonderer Mühe ausgeführt werden dürfen. Theoretische/empirische Grundlage: Annahme, dass das Problemverhalten durch eine Reihe diskriminativer Stimuli kontrolliert wird, bzw. fehlt. Ziel ist es die Anzahl der Hinweisreize zu reduzieren und positive Verstärkung für Problemverhalten abzubauen. In diesem Sinne lässt sich Stimuluskontrolle auch als Prozess der Selbstlöschung verstehen, der Klient kann das Problemverhalten beliebig oft ausführen, allerdings nur unter time-out Bedingungen, d.h. außerhalb jedes verstärkenden Kontextes.
- Reizkonfrontationsverfahren auch: Expositions-Reaktions-Management
- VT Therapieverfahren 1. Operante Verfahren 2. Kognitive Verfahren 3. Konfrontationsverfahren 4. lernende Verfahren (PMR; SKT...)
- Grundprinzipien der VT Ein ungünstiges Verhalten unterliegt den gleichen Lerngesetzten wie günstiges Verhalten. Es kann verlernt werden. Die eingesetzten Verfahren sollen objektiv, reliabel, valide und überprüfbar sein. VT versteht sich als problemorientiert, zielorientiert und handlungsorientiert. Daher wird in der Behandlung erst eine Problemanalyse durchgeführt, anhand derer Ziele festgelegt werden. Ein wichtiges Ziel ist es die aktive Rolle des Patienten zu fördern. VT soll Hilfe zur Selbsthilfe sein. Die Techniken sollen daher: transparent, nachvollziehbar und anwendbar sein. VT ist nicht auf das therapeutische Setting begrenzt.
- Kognitive VT bei depressiven Störungen Zentrale Behandlungselemente: -Beziehung -Psychoedukation -Aktivitätenaufbau -Kognitive Techniken (Zusammenhang Gefühle, Verhalten, Kognitionen als Hypothesen, Verhaltensexperimente, Reattributionen, Entkatastrophisierung...) -Kompetenztraining -Rückfallprophylaxe
- Verstärkerpläne Quotenplan (Anzahl von Reaktionen wird verstärkt) Intervallplan (allle 5 Minuten) kontinuierlich intermittierend Konstante Intervallverstärkung: Das ausgewählte Verhalten wird bei seinem jeweils ersten Auftreten nach Ablauf eines festen Zeitabstandes verstärkt.
- Kognitive VT Verbindet Methoden auf kognitiver Ebene und Verhaltensebene Einsatz verhaltensorientierter Verfahren: -graduierte Aufgabenstellung -Aktivitätenplanung und Durchführung -Mastery & Pleasure Therapie Kognitive Verfahren: -Sammeln und Aufzeichnen von automatischen Gedanken -Zweispaltentechnik (Argument gegen den autom. Gedanken) -Erkennen von Mustern kogn. Verzerrung (Katastophisierung) -Realitätstesten -Umattribuierung -Entkatastrophisierung -Aufbau von Erwartungen Becks kognitive VT beruht auf dem Prinzip des kollaborativen Empirismus.
- Was sind Kognitionen? Kognitive Triade? Kognitionen umfassen Prozesse des Wahrnehmens, Erkennens, Begreifens, Urteilens und Schließens. Kogn. Triade: Selbst/Welt/Zukunft Grundlage der Triade sind Schemata, die erworben wurden und rigide sind. Aufgrund der Schemata findet eine fehlerhafte Denkverarbeitung statt.
- Preparedness Die Verknüpfung zwischen CS und UCS ist nicht beliebig, sie müssen zueineander passen. Es gibt evolutionäre Entwicklungen, die dem Überleben dienten, daher sind CS und UCS verknüpft. Bestimmte Gegenstände, Situationen werden leichter Gegenstand von Phobien, z.B. Schlangen und tiefe Abgründe.
- Negative Verstärkung Ein unangenehmer Reiz wird entfernt. Das erhöht die künftige Auftretenswahrscheinlichkeit des Verhaltens. Bsp. Vermeidung eines angstauslösenden Verhaltens. Phobien werden durch negative Verstärkung aufrechterhalten. Ich gehe nicht raus, unter Menschen: Die Anspannung fällt weg.
- VT bei schweren Depressionen Aktivitätenaufbau immer am Anfang, führt zu besseren Ergebnissen.
- Plananalyse Gesamtheit des Patienten. Konzentration auf die hierarchische instrumentelle Struktur von Verhalten und Motiven.
- Habit Reversal Training Reaktionsumkehr 1. Erlernen adäquater Selbstwahrnehmung 2. Unterbrechung von Verhaltensketten durch konkurrierendes Verhalen. Indiziert bei: Nägelkauen, Daumenlutschen, Trichotillomanie, Stottern Beschreibung des Problemverhaltens Zuerst soll der Patient eine adäquate Selbstwahrnehmung entwickeln, da der Ausführung der Verhaltensgewohnheiten in der Regel keine Beachtung geschenkt wird. Die Beobachtung des eigenen Verhaltens dient sowohl dazu, die auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen bestimmen zu können, als auch den Klienten für frühe Anzeichen der Verhaltensgewohnheiten zu sensibilisieren, um Verhaltensketten möglichst frühzeitig unterbrechen zu können. Dies kann durch direkte Verhaltensbeobachtungen, systematische Protokollierung (z. B. in Form von Tagebüchern) oder auch Videoaufzeichnungen geschehen. Die Patienten sollen für gewöhnlich die Häufigkeit, die Dauer und die Rahmenbedingungen des Verhaltens aufzeichnen. Aufbau von Veränderungsmotivation Im zweiten Schritt soll eine Veränderungsmotivation aufgebaut werden, da ambivalente Einstellungen oder Verschleierungsversuche des Problemverhaltens häufig auftreten. Dies geschieht vor allem durch das Durchsprechen der negativen Auswirkungen des Verhaltens und häufige Rückmeldung und Verstärkung von Fortschritten. Competing Response Training Die zentrale Komponente des HRT ist das Competing Response Training (dt. Training inkompatibler Reaktionen): Hier werden schließlich Verhaltensweisen eingeübt, die mit dem Problemverhalten inkompatibel sind. Welche Verhaltensweisen das sind, hängt vom Problemverhalten und dem sozialen Kontext ab. Bei Nägelkauen wäre eine inkompatible oder konkurrierende Verhaltensweise beispielsweise das Ballen der Hände zur Faust. Manfred Döpfner (2001)[1] beschreibt Beispiele für inkompatible Reaktionen bei verschiedenen Tics. Diese Verhaltensweisen werden erst im Therapiesetting eingeübt und sollen dann auf den Alltag übertragen werden. Fortschritte und Probleme werden in der Regel täglich besprochen, was auch telefonisch geschehen kann. Wichtig ist häufige Verstärkung des erwünschten Verhaltens, sowie der Anstrengungen und Fortschritte auf dem Weg dorthin. Generalisierungstraining Anschließend sollen die Fortschritte auf viele verschiedene Situationen übertragen werden. Dies kann dadurch geschehen, dass der Therapeut dem Patienten die Situationen bewusst macht, in denen das Problemverhalten verstärkt auftritt, und der Patient die Anwendung der konkurrierenden Verhaltensweisen in der Vorstellung übt und anschließend auf die Realität überträgt.
- Premack-Prinzip Ein spontan gezeigtes Verhalten kann ein Verstärker für ein zu lernendes Verhalten werden. Zuerst müssen vorhandene Verstärker identifiziert werden (Base-Line) Das weniger wahrscheinliche Verhalten wird dann mit dem höherwahrscheinlichem Verhalten verstärkt.
- Lerntheorie Nicht-assoziative Lernprozesse -Orientierung -Habituation -Sensibilisierung
- Assoziative Lernprozesse Klassische Konditionierung Operante Konditionierung Modelllernen
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- Orientierung Hinwendung zu einer Reizquelle, körperliche Reaktion
- Habituation Wird der Reiz dauerhaft dargeboten, geht die Orientierungsreaktion in Habituation über
- Dishabituation Reiz verändert darbieten.
- Sensibilisierung Erhöhte Reaktionsbereitschaft nach wiederholter Reizdarbietung aversiver Reize
- Klassische Konditionierung Beruht auf der Basis des bedingten Reflexes. Angeborene Reflexe= Unkonditioniert Durch Lernen erworbene Reflexe=Konditioniert Neutrale Stimuli (NS) (Glocke) durch gleichzeitige Darbietung eines unkonditionierten Stimulus(UCS) (Futter) wird zu einem konditioniertem Stimulus (CS).
- Operantes Konditionieren urspr. instrumentelles Konditionieren Law of Effect: Verhalten das belohnt wird, wird wiederholt. Skinner entdeckte, dass sowohl C+ als auch C-/ die Auftrittswahrscheinlichkeit für Verhalten erhöhen. Kontinuierliche Verstärkung: Aufbau von neuem Verhalten Intermittierende V.: Dient der Stabilisierung des Verhaltens Abbau unerw. Verh.: Wirksam ist es ein positives Alternativverhalten auzubauen, während das unerwünschte abgebaut wird. Kurzfr. Konsequenzen sind verhaltenswirksamer. Diskriminationslernen: Eine bestimmte Reaktion nur bei Darbietung eines spezifischen Reizes umsetzen.
- Chaining Komplexer Handlungsablauf wird in einzelne Schritte zerlegt. Backward Chaining: Man beginnt den letzten Schritt zu verstärken. Forward Chaining: Der erste Schritt zur Zielerreichung wird verstärkt.
- Shaping Jedes Verhalten in Richtung Zielannäherung wird verstärkt.
- Fading Unterscheiden lernen verschiedener Reize, Hilfsstimuli werden langsam reduziert.
- Prompting Direkte Hilfestellung, um das Erlernen von erwünschtem Verhalten zu vereinfachen. Aufmerksamkeit auf das Zielverhalten lenken.
- Kognitive VT Analyse und Veränderung dysfunktionaler Kognitionen =kognitives Umstrukturieren Schritte: a. Herausarbeiten der Überzeugung b. Realitätstesten, Verhaltensexperimente c. alternative Erklärungen d. Vor-u. Nachteile des "SO" Denkens erörtern e. Rollentausch f. Extreme Positionen formulieren g. Entkatastrophisieren h. Logische Denkfehler herausarbeiten i. Bilder/Metaphern sammeln j. Reattribution (Problemlösetraining/Selbstinstruktionstraining)
- Metakognitive Therapie 3. Welle Aktive Verarbeitungsprozesse und Selbststeuerungsstrategien sind verantwortlich für psychische Störungen. Nicht die Denkinhalte, sondern der Umgang damit ist von Bedeutung. Metakognitionen sind Überzeugungen über Kognitionen u. Prozesse der Aufmerksamkeitslenkung. Positive Metakognitionen: Wenn ich ausreichend grübele finde ich eine Lösung. Negative Metakognitionen: Überzeugungen zur Unkontrollierbarkeit und Schädlichkeit. Sie erzeugen zusätzliches Leid. Problematische Strategien werden unter CAS (Cognitives Aufmerksamkeitssyndrom) zusammengefasst. = Grübeln, sich-Sorgen, Aufmerksamkeit auf Gefahren richten, dysf. Bewältigungsstrategien: z.B. Gedanken unterdrücken, Rückversicherungssuchen, Vermeiden. Ziele der MCT: Das CAS abschaffen:) und metakognitive Überzeugungen verändern. Therapie: Kognitive Techniken und Verhaltensexperimente
- Therapiebeziehung im weitesten Sinne Alle Verhaltensweisen, Kognitionen und Emotionen, die auf der zwischenmenschlichen Ebene das Verhältnis zwischen Therapeut und Patient ausmachen.
- Einfluss der Therapiebeziehung auf das Ergebnis Die Therapiebeziehung hat,wie Technikvariablen auch, einen mittelgroßen Einfluss auf das Ergebnis.
- Anpassungsfähigkeit des Therpeuten Nach Norcross, 2002, sind es nicht bestimmte Variablen, wie Wärme, Empathie, die durchgängig zu guten Therapiebeziehungen führen, sondern die Anpassungsfähigkeit des Therapeuten an einzelne Patienten (responsiveness).
- Wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung Ein gutes Zusammenspiel zwischen dem technischen und dem Beziehungsaspekt.
- Grawe: Die therapeutische Beziehung Im Ansatz von Grawe ist stellt die therapeutische Beziehung eine wichtige Ressource für den Patienten dar. Wichtig ist, in welchem Ausmaß sich der Patient als fähig in einer guten Beziehung erlebt. Der Therapeut soll unterstützend, aufbauend und Selbstwertbestärkend sein.
- Kausalität zwischen Therapiebeziehung und Erfolg Geht nicht einseitig nach dem Motto erst Beziehung dann Erfolg. Gerade der auf schnelle, kleine Erfolge ausgerichtete Therapieansatz führt zu Therapieerfolgen, die sich eine wichtige Einflussgröße für die positive Therapiebeziehung darstellen.
- Modell der komplementären Beziehungsgestaltung nach Grawe und Caspar In schwierigen Fällen hängt die Durchführbarkeit einer Therapie ganz von der Beziehungsgestaltung ab. (Persönlichkeitsstörungen) Die komplementäre Beziehungsgestaltung dient dazu, sich zu positiven und problematischen Verhaltensweisen und Plänen von Patienten in geeigneter Weise in Beziehung zu setzen. Welches Beziehungsangebot für einen Patienten geeignet ist, hängt davon ab, auf welche übergeordneten Pläne das Problemverhalten hypothetisch zurückgeführt wird. Vom Patientenverhalten wird auf Patientenpläne geschlossen, von diesen Plänen wird das Therapeutenverhalten abgeleitet. 2 Prinzipien sind von Bedeutung: 1. Je höher das Motiv in der Planstruktur steht, desto weniger stellt es eine Einschränkung der therapeutischen Handlungsfähigkeit dar. Beim Hochgehen in der Planhierarchie gelangt man zu Grundbedürfnissen, die weder gut noch schlecht sind, inadäquat sind nur die Mittel, die zur Befriedigung eingesetzt werden. Sobald der Therapeut sich sagen kann: "mit diesem Plan kann ich leben" ist er hoch genug in der Hierarchie gegangen. So ein Vorgehen ist im Übrigen gut für die Psychohygiene des Therapeuten. 2.Wenn es gelingt die Bedürfnisse, die hinter dem Problemverhalten stehen zu sättigen, wird dem Problemverhalten die motivationale Basis entzogen. Problemverhalten wird nur verstärkt, wenn der Therapeut auf einer zu tiefen problematischen Basis ansetzt und/oder positives Therapeutenverhalten kontingent zum Problemverhalten des Patienten einsetzt. Die komplementären Pläne sollen aktiv umgesetzt werden und nicht abgewartet werden, bis der Patient dazu drängt. Z.B. einen viel jammerndern, Überforderung vermeiden wollenden Patienten, immer wieder fragen, ob ihm dieser (kleine Schritt) nicht zu viel ist. Auch kann man beim inhaltlichen Vorgehen immer wieder durchblicken lassen, dass auch schon kleine Anstrengungen des Patienten den Therapeuten noch mehr beflügeln sich für ihn einzusetzen. Ziel ist, dass der Patient sich mit seinen wichtigsten positiven aber auch seinen Vermeidungszielen beim Therapeuten gut aufgehoben fühlt. Auf dieser Basis ergiebt sich ein größerer Handlungsspielraum in der Therapie. Komplementäre Beziehungsgestaltung schafft Voraussetzungen für inhaltliches Vorgehen. Wenn nötig trägt eine gelungene komplementäre Beziehungsgestaltung auch gezielte nichtkomplementäre Intervention.
- Beziehungsgestaltung nach Rogers in der VT Rogers betrachtete eine gute Therapiebeziehung als hinreichende Bedingung für Veränderung. Forschungsergebnisse zeigen, dass gute Beziehungserfahrungen zu Veränderungen führen und die Basis für allgemeine Interventionen sein können (klärende, emotionsinduzierende). VT`ler sollten die Rogersen Basisvariablen nicht unreflektiert einsetzen, da: Rogers die Beziehung nicht nur als Basis sah und außerdem dieses Beziehungsangebot nicht für alle Patienten passt. Ein Therapeut soll sich nicht darauf verlassen, dass die Beziehung allein heilt, noch dass Techniken allein mächtig genug sind. Das bedeutet sich ständig um eine zum Patienten und seiner Situation passende Beziehung zu bemühen und beziehungsmäßige Voraussetzungen und Nebenwirkungen von Interventionen zu reflektieren.