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B&E (Subject) / B&E-Prüfung (Lesson)
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- Wie also ist es zu begründen, dass dennoch alle Menschen gleich sein sollen? Ein Gesetz gilt zwar nicht in allen Ländern gleichermassen. Aber in einem Land, in dem es gilt, gilt es für alle Menschen. Alle Menschen können jedoch denken und sprechen und demnach ihre Handlungen begründen. Wir müssen unsere Handlungen so begründen können, dass sie für all unsere Mitmenschen nachvollziehbar sind. Wir können uns bei einer Begründung auch auf geltende Regeln oder auf die Menschenrechte beziehen. Wir müssen unsere Ethik für alle glaubhaft und überzeugend kommunizieren. Es ist nicht so, dass alle Menschen gleich sind, aber um friedlich zusammen leben zu können, müssen sich alle Menschen in gleicher Weise einem Regelsystem unterwerfen und unsere Handlungen begründen und rechtfertigen können.
- Was ist ein „gerechter“ Lohn? Gleicher Lohn für alle? Lohnbemessung am Fleiss? Lohnbemessung an der Arbeitsdauer? Lohnbemessung an der Ausbildungsdauer? Lohnbemessung an der Bedürftigkeit?
- Wie steht Aristoteles zur Lohngerechtigkeit? Der Lohn des Arbeiters A ist gerecht, wenn das Verhältnis zwischen Arbeitsleistung von A und dem Lohn von A gleich ist wie das Verhältnis zwischen der Arbeitsleistung von Arbeiter B und dem Lohn von B.
- Was sagt Singer (1984) zur Abwägung von Interessen? Was ist dem entgegenzusetzen? Bei wichtigen Handlungen oder Massnahmen sind die Interessen aller Betroffenen gegeneinander abzuwägen. Je stärker die Interessen einer bestimmten Person betroffen sind, desto stärker fallen sie ethisch ins Gewicht. Dem entgegenzusetzen ist allerdings, dass alle Interessen legitimiert werden, obwohl es auch perverse und unethische Interessen gibt.
- Wie sehen John Rawls' (1971) Kriterien der Gerechtigkeit aus? John Rawls (1971) geht davon aus, dass die Menschen, wenn sie in einer Art Urzustand über die Ordnung ihrer Gesellschaft abstimmen könnten, dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit hohe Priorität einräumen und sich auf ein paar einfache Kriterien einigen würden, an denen sich die soziale Ordnung orientieren sollte. Jeder Versuch, die gegebene gesellschaftliche Ordnung gerechter zu gestalten, sollte – Rawls zufolge – zuerst bei den sozialen Ursachen ansetzen und sich an der Reihenfolge „soziale Ursachen (gutes Bildungssystem einer Gesellschaft?), natürliche Ursachen (Genetik), persönliche Ursachen (selbst Erlerntes)“ orientieren.
- Wie heissen die drei Gerechtigkeitskriterien nach Rawls (1998)? Das erste Gerechtigkeitskriterium Rawls (1998) ist der Meinung, dass alle Menschen gleiche Grundrechte und Freiheiten haben sollen, damit sie bereit sind, in der Gesellschaft zu kooperieren. Das zweite Gerechtigkeitskriterium Prinzip der Chancengleichheit: Ein Wettbewerb ist nur dann gerecht, wenn alle dieselben Chancen hatten, zu gewinnen (Rawls, 1998). Laut Rawls (1971) lässt sich die Chancengleichheit verbessern, indem man übermässige Vermögenskonzentrationen verhindert und gleiche Bildungschancen für alle ermöglicht. Schichtspezifische Unterschiede, ethnisch bedingte Ungleichheit und Geschlechterdifferenz dürfen keinen Einfluss auf Berufs- und soziale Aufstiegschancen haben. Das dritte Gerechtigkeitskriterium Je besser gestellt die am meisten Benachteiligten sind, desto gerechter ist die gesellschaftliche Ordnung. Rawls (1998): Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sind so zu regeln, dass sie den am wenigsten Begünstigten die bestmöglichen Aussichten bringen. Eine Gesellschaftsordnung ist dann ungerecht, wenn die Privilegierten ihre Vorteile nicht dazu nutzen, die Lebensverhältnisse der am meisten Benachteiligten verbessern zu helfen.
- Wie heisst das erste Gerechtigkeitskriterium nach Rawls (1998)? Das erste Gerechtigkeitskriterium Rawls (1998) ist der Meinung, dass alle Menschen gleiche Grundrechte und Freiheiten haben sollen, damit sie bereit sind, in der Gesellschaft zu kooperieren.
- Wie heisst das zweite Gerechtigkeitskriterium nach Rawls (1998)? Das zweite Gerechtigkeitskriterium Prinzip der Chancengleichheit: Ein Wettbewerb ist nur dann gerecht, wenn alle dieselben Chancen hatten, zu gewinnen (Rawls, 1998). Laut Rawls (1971) lässt sich die Chancengleichheit verbessern, indem man übermässige Vermögenskonzentrationen verhindert und gleiche Bildungschancen für alle ermöglicht. Schichtspezifische Unterschiede, ethnisch bedingte Ungleichheit und Geschlechterdifferenz dürfen keinen Einfluss auf Berufs- und soziale Aufstiegschancen haben.
- Wie heisst das dritte Gerechtigkeitskriterium nach Rawls (1998)? Das dritte Gerechtigkeitskriterium Je besser gestellt die am meisten Benachteiligten sind, desto gerechter ist die gesellschaftliche Ordnung. Rawls (1998): Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sind so zu regeln, dass sie den am wenigsten Begünstigten die bestmöglichen Aussichten bringen. Eine Gesellschaftsordnung ist dann ungerecht, wenn die Privilegierten ihre Vorteile nicht dazu nutzen, die Lebensverhältnisse der am meisten Benachteiligten verbessern zu helfen.
- Was will Rawls (1998) mit seinem Gerechtigkeitssystem? Wann funktioniert dieses System? Rawls will keineswegs, dass alle gleich viel Geld verdienen. Wenn kompetente und verantwortungsbewusste Personen in gehobenen Positionen sind, können auch die Benachteiligten davon profitieren. Die Staffelung der Löhne führt dazu, dass alle den Anreiz haben, ihr Bestes zu geben. Dieses System funktioniert jedoch nur dann, wenn die höher Positionierten wirklich bereit sind, den Benachteiligten zu helfen.
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- Welches Gerechtigkeitskriterium ist am wichtigsten? Wann kann das Differenzprinzip funktionieren? Das erste Kriterium ist am wichtigsten. Alle sollen die gleichen Grundrechte haben. Ist dieser Schritt erfüllt, kann die Chancengleichheit angestrebt werden. Als drittes folgt das Differenzprinzip. Je besser es den Schwächsten einer Gesellschaft geht, desto gerechter ist diese. Damit dieses Differenzprinzip jedoch funktionieren kann, muss die Wirtschaft wachsen.
- Wer hat Autorität? Was kann nicht als Autorität bezeichnet werden? Je mehr die Weisungsempfänger bereit sind, zu gehorchen, desto grösser ist die Autorität einer Person. Weder Schläge noch nicht-Führen des Kindes können als Autorität bezeichnet werden.
- Was braucht natürliche Autorität? Ist sie angeboren? Natürliche Autorität ist nicht angeboren, sondern erworben und braucht: persönliche Ausstrahlung, Sachverstand, Überzeugungskraft, Sensibilität, Entschlusskraft, Humor, berufsspezifische Fachkompetenzen, etc.
- Was bedeutet funktionale Autorität? Funktionale Autorität bedeutet, dass jemand höher gestelltes mehr Autorität hat als jemand tiefer gestelltes; Schulleiter vs. Lehrkraft.
- Wie kommt man zu Autorität? Verleih von Autorität durch Lehrdiplom, Doktortitel, Nobelpreis.
- Was sagte Weber (1922) bezüglich Macht? Macht ist die Möglichkeit, den eigenen Willen dem Verhalten anderer aufzuzwingen.
- Was sagt Arendt (1970) bezüglich Macht? Macht entspricht der menschlichen Fähigkeit, sich mit anderen zusammenzuschliessen und im Einvernehmen mit ihnen zu handeln.
- Was bedeutet es für mich, wenn jemand Macht hat? Ist dies negativ oder positiv für mich? Wenn jemand Macht hat, bedeutet dies, dass ich weniger Freiheiten habe. Dies muss aber keineswegs nur negativ sein, denn im besten Fall bin ich damit einverstanden wie ich aus der Sicht des „Mächtigen“ zu handeln habe.
- Was passiert bei Machtkämpfen? Auch zwischen Eltern und Kindern kann es zu Machtkämpfen kommen. Im schlimmsten Fall schaukeln sich die Parteien gegeneinander auf.
- Wie definiert Hobbes (1651) Macht? Ist seine Definition positiv, negativ oder wertneutral? Weshalb? Macht ist ein individuelles Phänomen. Wer in Ohnmacht fällt, verliert für eine kurze Zeit die Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen. Sobald er wieder erwacht, gewinnt er seine Fähigkeiten wieder. Je mehr Macht jemand hat, desto freier ist er. Bildung und Ausbildung führen also zu einer Steigerung der Macht. Diese Machtdefinition von Hobbes ist wertneutral, denn Bildungsressourcen sind beliebig vermehrbar.
- Welche Fähigkeiten braucht eine Person um eine natürliche Autorität zu erlangen und nicht mittels Grausamkeit an die Macht zu kommen? Um eine natürliche Autorität zu erlangen, braucht sie positive Eigenschaften wie Erfahrung, rhetorische Fähigkeiten, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit, Humor, Schlagfertigkeit, etc. Auch Geld, soziale Beziehungen oder Zugang zu Ressourcen können Macht verleihen.
- Worauf gründet Macht im positiven / negativen Fall? Im positiven Fall gründet Macht auf natürlicher Autorität, im negativen Fall auf Zwangsausübung.
- Was ist der Unterschied zwischen Macht und Herrschaft? Macht gibt der Herrschaft ihre Spannkraft, die Herrschaft der Macht ihre politische Legitimität. Herrschaft bedeutet, legitime Macht zu haben. Jeder Herrscher ist ebenso dem Gesetz unterworfen wie seine Untertanen.
- Wer kann laut Arendt (1970) Macht ausüben? Stimmt seine Annahme? Laut Arendt (1970) kann Macht nur von einer Gruppe ausgeübt werden. Nur wenn die ganze Gruppe die Macht zuspricht, kann Macht ausgeübt werden. In der Schule ist es jedoch so, dass die Lehrpersonen von der Schulleitung „ermächtigt“ werden, nicht von den Eltern oder den SuS. Dies bedeutet, dass die SuS an sich nicht einverstanden sein müssen damit, dass der Lehrer als Einzelperson Macht ausübt – es ist einfach so.
- Wann ist es legitim, Gewalt anzuwenden um die Macht zu behalten? Gewaltausübung, um die Macht zu behalten, ist nur dann legitim, wenn vorher sämtliche gewaltfreien Mittel versagt haben und auch nur dann, wenn ein Machtverlust eine grössere Krise als das Behalten der Macht bedeuten würde.
- Ist Macht eine Tugend? Macht kann auch als Tugend interpretiert werden: Sie steht zwischen „Zwang“ und „Laissez Faire“.
- Was ist der Unterschied zwischen Erziehung und Bildung? Erziehung = Lenkung von Kindern, sich in die Erwachsenenwelt einzugliedern. Bildung = nicht sich den Erziehern angleichen, sondern seinen eigenen Weg finden.
- Was ist der Unterschied zwischen Ausbildung und Bildung? Wie bei „Moral“ und „Ethik“ hat auch die Bildung den höheren, reflexiven Sinn, wobei die Ausbildung dennoch die argumentative Grundlage bildet.
- Wie hat sich der Begriff der Bildung in der griechischen Antike verändert? Zuerst war das Bild des tüchtigen, tapferen Mannes. Als zweites kam das Bild des Menschen, der nach seinem Glück strebt und klug zu handeln versteht. Platon ergänzt dieses Bild um die Dimension der Weisheit und des Wissens.
- Was sagte Platon zur Bildung? „Jeder ist für seine Bildung selbst verantwortlich. Bildung ist Aufklärung. Bildung ist das, was zum Guten führt. Fachliches Spezialistentum, ökonomisches Wissen, politisches Herrschaftswissen, künstlerische Kreativität, etc. sind zwar sinnvolle Ausbildungsziele, aber führen nicht zum Guten, denn es fehlt das ethische Orientierungswissen.“
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- Was sagte Humboldt (1776-1835) zur Bildung? Bildung für jedermann zugänglich (ausser für die Frauen weniger). Jeder erarbeitet sich seine Bildung selbst. Besondere Orte der Bildung sind Universitäten. Niemand ist aufgrund seiner Geburt von Bildung ausgeschlossen. Jedoch können nicht alle an die Universität; Bildung ist also der Elite vorbehalten.
- Was sagt Schwanitz (1999) zur Bildung? Wie sollen gebildete Menschen sein? Schwanitz (1999) hat versucht, Bildung zu definieren. Auf gebildete Menschen sollen demnach folgende Dinge zutreffen: Basiswissen in Geschichte, Philosophie, Wissenschaft, Kunst, Musik, Literatur Verständnis der eigenen Zivilisation Wenn man mit kultivierten Leuten ein Gespräch führt, soll man mithalten können Man soll gebildet wirken. Naturwissenschaften gehören NICHT zur Bildung!
- Was sind die Unterschiede zwischen Schwanitz' (1999) und Fischers (2001) Definiton der Bildung? Anders als Schwanitz zählt Fischer (2001) die Naturwissenschaften zur Bildung. Naturwissenschaftliches Wissen dient dem Selbstzweck, aber auch dazu, die Zukunft mitgestalten zu können.
- Was sind die sieben Merkmale von Bildung laut Bieri (2005)? Bildung als Weltorientierung: Ein Gebildeter soll sich mit einem Thema (Gestein, Gedicht, Spiel, etc.) auseinandersetzen können und soll wissen, dass die Anzahl der auf der Welt gesprochenen Sprachen eher bei 4000 als bei 40 liegt. Bildung als Aufklärung: Nicht um zu herrschen, bildet man sich, sondern um zu verhindern, dass andere über einen herrschen können. Bildung als historisches Bewusstsein: Geschichtswissen, warum etwas so ist, wie es heute ist. Bildung als Artikuliertheit: Nach dem Motto „Lesen Bildet.“ Lesen bringt jedoch nur etwas, wenn man das Gelesene nicht bloss konsumiert, sondern sich auch darauf einlässt. Bildung als Selbsterkenntnis und Selbstbestimmung: Ein Gebildeter weiss über sich selbst bescheid und ist sich im Klaren darüber, dass sie ihre Gedanken und Wünsche bearbeiten kann. Bildung als moralische Sensibilität: Einfühlsamkeit zeigen. Bildung als poetische Erfahrung: Durch Lesen, Besserverstehen, etc. erfährt man Glück.
- Wie lauten die sechs Bildungskriterien nach von Henting (1996)? Abscheu und Abwehr von Unmenschlichkeit: Man soll die Augen nicht vor Ungerechtigkeiten in der Welt verschliessen. Die Wahrnehmung von Glück: Bildung soll Glücksmöglichkeiten eröffnen. Wo gar kein Glück aufkommt, war keine oder die falsche Bildung. Der Wille, sich zu verständigen: Man muss sich verständigen können und alle sollen mitverantwortlich sein, damit der Weltfrieden bestehen kann. Ein Bewusstsein von der Geschichtlichkeit der eigenen Existenz: Man soll wissen, wie es zu den heutigen Grundrechten und Verfassungen gekommen ist. Wachheit für letzte Fragen: Man soll es aushalten, grundlegende Fragen nicht beantworten zu können; „Was ist meine Bestimmung auf dieser Erde?“ Die Bereitschaft zur Selbstverantwortung und zur Verantwortung in der res publica: Jeder Mensch ist für seine Bildung und sein Wohl selbst verantwortlich. Alles was jedoch auch andere betrifft und mit mir in Zusammenhang steht, muss ich vor diesen rechtfertigen können.
- Wo liegen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Bildungsdefinition? Beide sehen die Bildung als Prozess an, der kein Ende kennt. Laut Bieri ist der Gebildete ein Leser, dessen Persönlichkeit sich durch das Gelesene verändert. Von Hentings Bildungsbegriff hingegen geht über das Lesen hinaus: Bildung soll erlebbar sein, ist vielfältiger. Laut von Henting ist Schulbildung zwar wichtig, aber nicht alleine für Bildung verantwortlich.
- Was sind laut Klafki (1991) "epochaltypische Schlüsselprobleme"? Wie sind sie in Verbindung zu bringen mit dem Bildungsbegriff? Friedenssicherung, Umweltfragen, Ungleichheit zwischen Klassen, Geschlechtern, Behinderten / Nichtbehinderten, etc., Gefahren und Möglichkeiten der neuen Steuerungs-, Informations- und Kommunikationsmodelle. Bildung bedeutet demnach auch Offenheit für verschiedene Lösungswege. Wichtig sind laut Klafki: Kritikfähigkeit Argumentationsfähigkeit Empathie-Fähigkeit; Übernahme von Sichtweisen Fähigkeit zum vernetzten Denken
- Bei wem lässt sich ein Zusammenhang zwischen Bildung und Ethik erkennen? Gibt es jedoch wirklich einen Zusammenhang zwischen Ethik und Bildung? Nur bei von Henting und Klafki lässt sich ein Zusammenhang zwischen Bildung und Ethik erkennen. Als ethische Bildung könnte man das Wissen bezeichnen, was menschliches Handeln erfolgreich und zugleich für andere akzeptabel macht. Das Wissen über ethische Fragen gehört wohl auch zur Bildung. Wer über ethische Sensibilität verfügt, kommuniziert anders, verhandelt anders, löst zwischenmenschliche Konflikte anders.
- Welches sind die drei Gruppen von Ausbildungszielen? Schule soll die SuS auf eine Berufsausbildung vorbereiten. Schule als Wettbewerb, damit sich jede/r gleichermassen anstrengt. Ausbildung ist eine Investition in das Humankapital. Kinder sollen lernen, sich in die Gesellschaft einzuleben und auch die Nachteile ihrer Stellung zu akzeptieren. Schule soll die SuS befähigen, sich im Dickicht der Informationen, Meinungen und Gerüchte ihren eigenen Standpunkt zu erarbeiten und gegenüber Werbung und Marketing eine gesunde Distanz zu bewahren. Die Kinder sollen lernen, eine eigene Meinung zu erlangen und diese gegen aussen zu vertreten; verantwortungsbewusst gegenüber den Mitmenschen und sich selbst.
- Was ist das Ziel der Ausbildung? Ziel der Ausbildung ist die Ausstattung der SuS mit Fähigkeiten und Kenntnissen, die sie im späteren Leben benötigen.
- Wovon hängt die Lebensqualität laut Nussbaum (1993) ab? Was braucht es, damit das Leben gelingen kann? Ist jeder für seine Lebensqualität selbst verantwortlich? Die Lebensqualität hängt von der Lebensgestaltung des Menschen ab. Die Lebensgestaltung hängt von den Fähigkeiten und Fertigkeiten, aber auch von der Organisation der Gesellschaft und der Infrastruktur ab. Damit das Leben gelingen kann, braucht es Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche geeignet sind. Diese müssen wir uns als Kinder, Jugendliche und Erwachsene aneignen. Jedoch muss auch der Zugang zu einer passenden Infrastruktur gewährleistet sein. Ökonomie und Politik, so Nussbaum, müssen den Leuten diese Infrastruktur bieten, damit sie ein Leben mit zufriedenstellender – oder im besten Fall hoher – Lebensqualität führen können.
- Welche Meinung teilen sich Sen und Nussbaum? Fähigkeiten + materielle Bedingungen = Lebensqualität.
- Was bedeutet "Capabilities"? Welche zwei Faktoren gibt es? Der Begriff „Capabilities“ bedeutet nicht nur „Fähigkeiten“, sondern im weiteren Sinne „Verwirklichungs-Chance“. Zwei Faktoren gibt es: Äussere Lebensbedingungen: Materielle Ressourcen, Entwicklungsstand der Gesellschaft, persönliche Beziehungen, etc. Bedingungen, die bei der Person selbst liegen: Kompetenzen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Selbstvertrauen, Entscheidungsfähigkeit.
- Welche Freiheitsbegriffe nennt Sen? Positive Freiheit (Erweiterung der Freiheit): SuS brauchen kompetente Lehrkräfte, die ihre Fähigkeiten erkennen und fördern. SuS sollen Selbstbestimmung, soziale Sensibilität, Gerechtigkeitssinn für die Rechte anderer und die belebte Natur erlangen. Negative Freiheit (Befreiung): Die Ausbildung der SuS darf nicht am fehlenden Zugang zu einer guten Schule scheitern. Kinder dürfen nicht gedemütigt, erniedrigt oder gemobbt werden.
- Auf welche Art von Freiheit konzentrieren sich Ausbildungs- und Bildungsinstitutionen? Ausbildungs- und Bildungsinstitutionen konzentrieren sich auch den Aufbau positiver Freiheit. Jedoch auch negative Freiheit; Befreiung von Lernblockaden.
- Weshalb braucht man Entscheidungsfähigkeit um Wahlmöglichkeiten zu nutzen? Es nützt nichts, wenn jemand viele Begabungen und viele Wahlmöglichkeiten hat, aber keine Entscheidungsfähigkeit besitzt, wie er diese Begabungen einsetzen und welche Wahl er treffen möchte. Entscheidungsfähigkeit muss gelernt werden.
- Wann macht Schülermitbestimmung Sinn? Kleine Sachen können mitbestimmt werden. Diese dürfen jedoch nicht trivial, sondern müssen sinnvoll sein, damit das Selbstvertrauen eines Kindes wächst und es merkt, dass der Erwachsene ihm vertraut.
- Welche Schulsysteme machen mehr Sinn: Solche, die mehr Wert auf die Vorschulstufe legen oder solche, die mehr Wert auf die späteren Stufen legen? Wo findet man solche guten Systeme? Weshalb machen sie Sinn? Das finnische Schulsystem legt viel mehr Wert auf die Vorschulstufe, als es heutzutage in den meisten Ländern üblich ist. Fehlentwicklungen lassen sich später fast nicht mehr korrigieren. Bis zum 9. Schuljahr findet keine Selektion statt. Stärkere SuS helfen den schwächeren SuS. Das soziale Prestige der Lehrkräfte ist so hoch wie das von Ärzten. Der Lohn von einer Kindergärtnerin ist fast gleich hoch wie der eines Gymnasiallehrers. Nur die Bestqualifizierten dürfen ein Lehrerstudium angehen. Schon früh lernen die Kinder andere Sprachen. Ausländerkinder gibt es nur wenige, diese werden oftmals in ihrer Muttersprache unterrichtet. Je mehr man in die unteren Stufen des Schulsystems investiert, desto weniger Folgeschäden hat man zu befürchten, die man später „ausbügeln“ muss, weil Sonderschulungen und Psychologen, etc. nicht nötig sind.
- Was ist Gewalt? Körperliche Aggression, die geplant oder beabsichtigt ist. Auch Drohungen sind Gewalt. Man kann Gewalt gegen die Psyche oder die Physe einer Person ausüben.
- Was versteht man unter offener Gewalt? Offene Gewalt: Anschlag auf das World Trade Center.