Lernfeld 6 - Industriekauffrau (Subject) / Beschaffung (Lesson)
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Lernen für die Zwischenprüfung
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- Chargenfertigung Die Chargenfertigung ist eine Sonderform der Sortenfertigung. Man spricht von Chargenfertigung, wenn bei gleichem Materialeinsatz aufgrund nicht beeinflussbarer Bedingungen beim Produktionsprozess (zum Beispiel Keramikbrennofen) unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden. Der jeweilige Materialeinsatz wird dann als Charge bezeichnet. Die unterschiedlichen Sorten kommen dadurch zustande, dass die Produktionsprozesse nicht vollständig beherrschbar sind. Beispiele: Stahlerzeugung, Weinherstellung oder geringfügig in der Pharmazie
- Kostenarten Personalkosten, Wartungs- und Betriebsmittelkosten, Zinsen, Administrations-, oder Marketingkosten
- Anhang Dokument der Rechnungslegung Neben Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) der dritte Pflichtbestandteil des Jahreabschlusses bestimmter Unternehmen Zweck ist eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens
- Lagebericht Bei mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften Bestandteil der Berichtspflichten laut Handelsgesetzbuch (HGB) Darstellung der derzeitigen und zukünftigen Situation des Unternehmens hinsichtlich der Chancen und Risiken
- Massenfertigung Produkt wird in Massen hergestellt Ware wird auf Lager produziert Beispiele: Strom, Verpackungen, Bierflaschen
- Vorteile Massenfertigung Fertigungsprozess ist gleichförmig und daher beliebig wiederholbar
- Nachteile Massenfertigung Qualitätsmängel (billige Produktion) Wenig qualifizierte Mitarbeiter Hohe Lagerkosten
- Einzelfertigung Produktionsabläufe wiederholen sich idR nicht Auslastung durch ständig neue Aufträge Auf Bestellung/bei größeren Projekten Beispiele: Anlagenbau, Bauindustrie, Spezialmaschinen
- Durchlaufzeit Zeitspanne, die von Beginn der Bearbeitung bis zur Fertigstellung eines Erzeugnisses benötigt wird Rüst-, Bearbeitungs- und Liegezeit
- Vorteile Einzelfertigung Entwickler und Konstrukteure besitzen spezielles Know-How (sinkende Fehlerquote)
- Nachteile Einzelfertigung Aufwendig und kostspielig Flexible Produktionsmittel nötig begrenztes Rationalisierungspotential Standardisierte Materialbeschaffung nicht möglich Gefahr, dass Mitarbeiter abgeworben werden Kosten für Kontruktion und Entwicklung fix pro Auftrag
- Fließbandfertigung Erzeugnisse werden auf Bändern von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz transportiert Taktzeit muss eingehalten werden Arbeitszerlegung und Spezialisierung der Arbeitsgänge
- Taktzeit Durchschnittliche Zeit, in der eine Mengeneinheit ein Produktionssystem verlässt.
- Vorteile Fließbandfertigung Verkürzung der Durchlaufzeiten Wegfall von Zwischenlagern Kostensenkung durch Übungseffekt (hohe Spezialisierung durch kleinen Produktionsabschnitt)
- Nachteile Fließbandfertigung Eintönigkeit der Arbeitsabläufe Hohe psychische Belastung (abnehmende Leistungsfähigkeit/-bereitschaft)
- Reihenfertigung Hauptziel: Flexibiliät im Produktionsablauf keine unmittelbare technische Verknüpfung Transport unfertiger Erzeugnisse durch spezielle Transportsysteme (z.B. führerloser Transport)
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- Vorteile Reihenfertigung Arbeitsgänge können beliebig wiederholt/übersprungen werden Arbeitstempo kann in begrenztem Ausmaß selbst gesteuert werden (keine exakte Zeitvorgabe)
- Nachteile Reihenfertigung Anordnung der Produktionsanlagen nicht auf das Produkt ausgerichtet Lagerkosten wegen Zwischenlagerung
- Baustellenfertigung Fertigung findet dort statt, wo das Produkt entsteht Produktionsanlagen, Materialien und Arbeitskräfte müssen zur Baustelle transportiert werden
- Nachteile Baustellenfertigung Transportkosten für Arbeitskräfte und Betriebsmittel Bei Lieferverzögerungen kann es zu Leerzeiten kommen, aus denen Fehlmengenkosten entstehen Schwierig: Qualität vor Ort, komplizierte Logistik und die teilweise notwendige parallele Bearbeitung von mehreren Teilschritten detaillierte Planung der Baustelleneinrichtung, der Transportkette und der technologischen Reihenfolge der Fertigung erforderlich Planungsfehler können gravierende Auswirkungen auf das Projektergebnis haben
- Vorteile Baustellenfertigung Arbeitsgegenstände die schwer zu bewegen sind, befinden sich schon auf der Baustelle Leicht transportierbare Betriebsmittel Kurze Wege zwischen Lagerbereichen und Baustelle Ausreichend große Baustellenflächen und-räume, um den Transport schwerer Produkte während der Fertigung bzw. Montage zu vermeiden
- Inventur mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögensteile und Schulden des Betriebes zu einem Bilanzstichtag Es gibt die Stichtags-, verlegte- und permanente Inventur Körperliche Inventur: Bestandsaufnahme der fassbaren Vermögensgegenstände durch Zählen, Messen, Wiegen etc. Buchinventur: Bestandsaufnahme der nicht fassbaren Vermögensgegenstände und Schulden anhand von Belegen.
- Stichtagsinventur Auch zeitnahe Inventur genannt Bestandsaufnahme erfolgt am Tag der Bilanzaufstellung oder innerhalb einer Frist von 10 Tagen vor oder nach dem Bilanzstichtag (31. Dezember)
- Verlegte Inventur Auch vorgezogene oder nachträgliche Inventur genannt Erfolgt innerhalb von drei Monaten vor oder zwei Monaten nach dem Bilanzstichtag
- Permanente Inventur Auch laufende Inventur genannt kombiniert mit körperlichen Bestandsaufnahmen zu beliebigen Zeitpunkten genaue und zeitnahe Bestandsfortschreibung über Anfangsbestand, Zugänge und Abgänge in der Lagerdatei Stichtagsbestand ergibt sich durch die Anwendung der Formel: Inventurbestand + Zugänge - Abgänge = Stichtagsbestand
- Inventar Bestandsverzeichnis von Vermögen und Schulden mit Ermittlung des Reinvermögens als Differenz von Vermögen abzüglich Schulden Formel Inventar A. Vermögen (Auflistung mit Wertangaben in €) B. - Schulden (Auflistung mit Wertangaben in €) ---------------------------------------------------------------------- C. = Reinvermögen (Differenz A minus B) ========================================
- Bilanz Gegenüberstellung von Vermögen und Schulden in Kontenform als Kurzfassung des Inventars.
- Verrichtungsprinzip Die Werkstücke müssen von einer Werkstatt zur anderen transportiert werden.
- Kuppelproduktion Bei dieser Produktionsart fallen in einem Fertigungsprozess zwangsläufig mehrere, verschiedenartige Erzeugnisse (Kuppelprodukte) an, z.B. fallen bei der Erdölaufbereitung u.a. Benzin, Gas und Teer an.
- Frachtfrei (frei dort, frei Bahnhof) Der Verkäufer trägt die Kosten bis zum Bestimmungsbahnhof. Gefahrenübergang: Bei Übergabe an den Frachtführer
- Frei Haus (frei Keller, frei Lager) Der Verkäufer übernimmt alle Kosten.
- Ab Lager (Ab Werk, ab Fabrik, ex works) Käufer trägt ab Lager, ab Fabrik sämtliche Beförderungskosten Lieferbedingungen regeln nur die Übernahme der Transportkosten Gefahrenübergang erfolgt am Erfüllungsort
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- Produktdiversifikation das bisherige Sortiment wird um neue und andersartige Produkte erweitert, die das bisherige Sortiment sinnvoll ergänzen Entstehung neuer Kaufanreize für die bereits gewonnenen Kunden neue Kundengruppen können gewonnen werden Beispiel: Zusätzlich zu den Mikrowellengeräten werden „Multifunktions-Küchenmaschinen“ angeboten, die rühren, mixen, zerkleinern und das fertige Gericht auch noch garen können.
- Substitution Ersetzen von Gütern oder Produktionsfaktoren, die gleiche Aufgaben bzw. denselben Zweck erfüllen Steigen z. B. die Preise für Butter, kann der Haushalt Butter durch Margarine substituieren
- Durchschnittlicher Lagerbestand (Formel) Jährlich: Anfangsbestand + Endbestand / 2 Monatlich: Anfangsbestand + 12 Monatsbeträge / 13
- Lagerumschlagshäufigkeit Lagerumschlagshäufigkeit = Jahresverbrauch (Stk, kg, m...) / durchschnittlicher Lagerbestand
- Durchschnittliche Lagerdauer (Formel) Durchschnittliche Lagerdauer = 360 / Umschlagshäufigkeit
- Lagerzinsen (Berechnung) durchschnittlicher Lagerbestand * Einstandspreis * Lagerzinssatz / 100
- Lagerrisiko Möglichkeit das Waren im Lager verderben oder zerstört werden sodass sich daraus ein finanzieller Verlust ergibt Typische Lagerrisiken: Verderb Schwund Diebstahl Beschädigungen während Lagerbewegungen durch um- oder herunterfallen Um das Lagerrisiko gering zu halten sollte eine möglichst kurze durchschnittliche Lagerdauer der Produkte angestrebt werden.
- Auflagenfixe/-variable Kosten Auflagenfix Kosten die unabhängig von der Losgröße sind Bei einem Produktionsprozess treten auflagenfixe Kosten auf Kosten, die je Produktionsprozess oder je Umrüstung anfallen Auflagenvariabel Kosten die abhängig von der Losgröße und damit auch von der Lagerzeit abhängig sind Um Kosten möglichst gering zu halten, sollten möglichst kleine Lose gekauft oder produziert werden
- Ablauforganisation Gestaltung des Arbeitsprozesses durch: Arbeitsinhalte ordnen (Arbeitsobjekte, Verrichtungen) Zeitlicher Arbeitsablauf (Arbeits-/Zeitfolge, Zeitdauer, Zeitpunkt) Räumlicher Arbeitsablauf (Ziel: Kurze Transportwege, schneller Durchlauf) Arbeitszuordnung (Einzel- oder Gruppenzuordnung)
- Aufgaben der Disposition mengenmäßige Einteilung von Aufträgen mit aktuellen Leistungsanforderungen terminierte Zuweisung zu den verfügbaren Ressourcen Einteilung der eingehenden Aufträge Zuweisung des Dispositionsbereichs an die leistenden Stellen Lenkung von Materialströmen und Warenbeständen, sodass alle Aufträge zu minimalen Kosten zum gewünschten Liefertermin ausgeliefert werden
- Konventionalstrafe Vertragsstrafe in Form einer bestimmten zu zahlenden Geldsumme Kann vertraglich zwischen den Beteiligten vereinbart werden, für den Fall dass der Schuldner dem Gläubiger die Leistung nicht oder nicht in vereinbarter Weise erfüllt Beispiel: Im Anlagenbau in Form eines bestimmten Betrages pro Tag der Überschreitung des vereinbarten Fertigstellungsdatums. Geregelt in §§ 339 ff BGB.
- Arbeitsintensives Verfahren Die menschliche Arbeitskraft ist der bestimmende Produktionsfaktor (trägt am meisten zum Produktionsergebnis bei) Typisch im Bereich des Handwerks und aller Sozialberufe (Medizin, Schule, Pflege, etc.) Hauptkostenfaktoren: (variable Kosten) • Material- und Fertigungslöhne • Personalkosten
- Vorteile des arbeitsintensiven Verfahrens · Jahrelange Erfahrung der Mitarbeiter · Flexibilität
- Nachteile des arbeitsintensiven Verfahrens · Mitarbeiterausfall (Krankheit, Schwangerschaft,…) · Hohe Kosten durch Lohn- und Gehaltszahlung
- Kapitalintensives Verfahren Kapitalgüter (z.B. Maschinen und großtechnische Anlagen) werden zur Erzielung des Produktionsergebnisses benötigt Beispiele: Industrie, insbesondere in der Serienfertigung, in der Chemie, Erdöltechnik, Stahlerzeugung, Bergbau Hauptkostenfaktoren: (fixe Kosten) • Maschinen • Abschreibungen, Zinsen für Fremdkapital, Wartung
- Vorteile des kapitalintensiven Verfahrens Gewinnschwelle liegt näher an der kritischen Menge Schnellere Gewinnerzielung Kosteneinsparungen durch weniger Lohnzahlung Bessere Qualität Arbeitnehmern wird schwere körperliche Arbeit abgenommen Fixkostendegression
- Nachteile des kapitalintensiven Verfahrens · Mehr Wartungs- / Reparatur- / Abschreibungskosten · Umschulungskosten · Arbeitsplätze gehen verloren
- Maschinenstundensatz Der Maschinenstundensatz (MS) ist die Gesamtheit der Kosten, die eine Maschine während der Maschinenlaufzeit verursacht --> Kosten: Kalkulatorische Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen, Raum- und Energiekosten, Instandhaltungskosten, Schmierstoffe, Werkzeuge Art der Verrechnungsweise: Basis ist die Anzahl der betriebsüblichen Laufzeiten in Stunden oder die optimal erreichbare Maschinenlaufzeit Überprüfung der Maschinenlaufzeit durch Kontrollkarten /Lohnbelege -> höherer Genauigkeitsgrad
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