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Psychologie (Subject) / aus Frühjahr 2012 Prüfung (Lesson)

Begriffe

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  • Wie bezeichnet man die allgemeine Lehre und systematische Beschreibung, Einordnung und Differenzierung der krankheiten? Nosologie
  • Verhaltenstherapeutische Intervention zur Beeinflussung von offenem und verdecktem Verhalten? In der VT können die dem Zielverhalten vorausgehenden situativen Bedingungen, welche als Hinweisreize dienen und somit das Verhalten steuern sollen, gepl Stimuluskontrolle
  • Paartherapeutisches Vorgehen bei sexueller Funktionsstörungen, ein in den 70er Jahren entwickeltes Training mit Streichelübungen? Sensualitätstraining
  • zentrales Entwicklungsprinzip und Motiv des Menschen, alle seine Möglichkeiten fortzuentwickeln, "dass sie den Organismus als Ganzen erhalten und fördern"? von Carl Rogers, klientenzentrierter Ansatz Aktualisierungstendenz
  • auf was basiert Extinktion nach neueren verhaltenstherapeutischen Vorstellungen? Früher: Elimination der gelernten Reaktion also Ausradierung der gelernten Assoziation   Heute: neue Lernerfahrung, durch die der konditionierte Stimulus (CS) mit einer neuen Information assoziiert wird (z.B. derjenigen, dass kein  unkonditionierter Stimulus (US) mehr folgt) Das erstgelernte (ursprüngliche Konditionierungserfahrung) scheint interessanterweise einfach auf neue Kontexte übertragen zu werden, wohingegen das Zweitgelernte (Löscherfahrung) kontextabhängig ist. Anders ausgedrückt die Löschung stellt die Ausnahme von der Regel dar.   Phänomene die für diese Sichtweise sprechen: - Erneuerungseffekt (renewal) - schneller Wiedererwerb (reacquisition) - Spontanerholung (spontaneous recovery) - Wiedereinsetzen der Reaktion ( reinstatement)
  • Wesentliche Phänomene im Kognitiven Modell der sozialen Phobie von Clark und Wells sind - Fokussierung der Aufmerksamkeit auf äußere Aspekte der Situation - Sicherheitsverhalten
  • Erneuerungseffekt in der VT - renewal effect Wird eine CS- US Assoziation in einem Kontekt A gelernt und anschließend in einem anderen Kontext B gelöscht, löst die Präsentation des CS (ungepaart) im ursprünglichen Lernkontext erneut die konditionierte Reaktion aus. Der Erneuerungseffekt tritt auch dann auf, wenn der konditionierte Reiz statt im ursprünglichen Lernkontext A in einem völlig neuen Kontext C dargeboten wird. Dies lässt darauf schließen, das Extinkiton kontextabhängig ist.
  • Spontanerholung - spontaneous recovery in der VT eine scheinbar gelöschte, konditionierte Reaktion  kann einige Zeit nach der Extinktionsphase spontan wieder auftauchen. Die Spontanerholung könnte somit als ein Renewal-effekt in einem veränderten zeitlichen Kontext betrachtet werden. Das weist darauf hin, dass die Extinktion einer konditionierten Reaktion nicht nur sensitiv für den räumlcihen sondern auch für den zeitlichen Kontext ist.  
  • Wiedereinsetzen der Reaktion - reinstatement tritt auf, wenn nach der vollständigen Extinktion einer zuvor konditionierten CS-US-Assotiation der US erneut dargeboten wird (ungepaart). Die anschließende Präsentation des CS löst dann erneut die zuvor gelöschte, konditionierte Reaktion aus.
  • polymorph Polymorphie (gr. πολυμορφία Polymorphia „Vielgestaltigkeit“) adjektiv  vielgestaltig vorkommend
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  • nicht-operational Beispiel für eine nicht-operationale Beschreibung eines Ziels: "Ich will bis Dez. 2005 besser Englisch sprechen." Diese Zielformulierung bedeutet im Grunde gar nichts - selbst wenn Sie eine Vokabel gelernt hätten, wäre der Sollzustand erfüllt. Beispiel für eine operationale Beschreibung eines Zielzustandes: "Ich kann bis zum 31. Dez. 2005 alle Vokabeln der Lehrhefte XY (hier aufzählen) auswendig und beherrsche die Grammatiklektionen von X bisY (hier aufführen). Bei der letztgenannten Zielformulierung fällt auf, daß Sie von einem unabhängigen Beobachter verstanden und geprüft werden könnte. Dies ist das wichtigste Kriterium für eine brauchbare Zielformulierung, anhand derer Sie brauchbare bzw. von unsinnigen Formulierungen unterscheiden können.   http://www.philognosie.net/index.php/tip/tipview/534/
  • Münchner Alkoholismustest MALT Abgesehen von Extremfällen ist die Diagnostik und Identifikation von Alkoholkranken, insbesondere aber Alkoholgefährdeten, schwierig und problematisch. Münchner Alkoholismus-Test, erlaubt eine möglichst sichere Diagnose zur Unterscheidung der drei Gruppen: unauffällige, gefährdete und alkoholabhängige Personen durch die Verbindung von medizinischen und psychologischen Aspekten in einem Fremd- und einem Selbstbeurteilungsteil. 1) Malt-F, ein aus sieben Items bestehender Fremdbeurteilungsteil, der vom Arzt aufgrund anamnestischer Untersuchungsergebnisse ausgefüllt wird und 2) Malt-S, ein aus 24 Items bestehender Selbstbeurteilungsteil, der den Probanden direkt nach seinem Trinkverhalten befragt und ehrlich beantwortet werden muß, um eine sichere Diagnose zu möglichen (Abhängigkeit, psychische und physische; Sucht). Zu diesem Test liegt eine computergestützte Fassung im Hogrefe Testsystem CORA vor. http://www.psychology48.com/deu/d/malt/malt.htm
  • pathologisches Stehlen (früher Kleptomanie) Icd 63.2 Symptome und Beschwerden Pathologisches Stehlen liegt dann vor, wenn zwei oder mehr Diebstähle von einer Person durchgeführt werden, ohne dass ein Bereicherungswillen für sich oder andere besteht. bei den Betroffenen ein intensiver Drang zum Stehlen vorliegt und diese ein Gefühl der Spannung vor dem Diebstahl haben und nach dessen Durchführung Erleichterung verspüren. die Betroffenen nach Abklingen des Spannungsgefühls zunächst ein schlechtes Gewissen haben, aber dennoch weiter stehlen. Chronisches Leiden ist oft nur mit professioneller Hilfe zu überwinden.
  • Anorexie Komplikationen   Die Magersucht (Anorexie) kann zu einer chronischen Krankheit werden. Permanenter Hungerzustand löst Osteoporose (Verminderung von Knochensubstanz) und Schäden an Herz, Leber, Niere und Gehirn aus. Bei Jugendlichen setzt eine Wachstumshemmung ein. Es treten Müdigkeit und Konzentrationsschwäche auf. Das psychische Gleichgewicht geht verloren und Missmut, Depressionen und/oder Selbstmordgedanken können auftreten. Das Sterberisiko ist durch Selbstmord oder Unterernährung erhöht.  
  • Alogie Als Alogie wird eines der sogenannten "A-Symptome" der Schizophrenie bezeichnet. Man versteht darunter eine Denkstörung mit Sprachverarmung oder Verarmung des Sprachinhalts. Sie äußert sich auch in einer Verlängerung der Antwortlatenz. Das heißt, der Patient antwortet nur sehr zögerlich und ausgesprochen karg auf Fragen. Die Führung eines Gespräches wird mühsam. Ursachen für die Alogie sind Denk- und Ausdrucksstörungen, aber auch die gestörte Kommunikationsfähigkeit. Alogie ist der griechische Ausdruck für Unvernunft, Unverstand, Unüberlegtheit. Beispiel einer Alogie Alogie Normales Sprechen F: Haben Sie Kinder? A: Ja. F: Wie viele? A: Zwei. F: Wie alt sind sie? A: Sechs und sechzehn. F: Sind sie Jungen oder Mädchen? A: Beides. F: Wer ist der Sechzehnjährige? A: Der Junge. F: Wie ist sein Name? A: Edmond. F: Und von dem Mädchen? A: Alice. F: Haben Sie Kinder? A: Ja, einen Jungen und ein Mädchen. F: Wie alt sind sie? A: Edmond ist sechzehn und Alice ist sechs.
  • Magenneurose = Organneurose F 45  = vegetative Neurose = Somatisierungsstörung   Organneurose bezeichnet eine Somatisierungsstörung als besondere Form einer psychischen Störung, bei der die geklagten Beschwerden sich auf bestimmte Körperbereiche oder bestimmte Organe beziehen. Als Synonym gilt die Bezeichnung vegetative Neurose, mit der insbesondere die Funktionsstörungen einzelner innerer Organe oder Organsysteme bezeichnet werden sollten.
  • Bipolares Feld Kommunikation unbewußt und bewußt zwischen Analytiker und Analysand Psychotherapie ist ein interaktioneller Prozeß.
  • Arbeitsbündnis Psychoanalyse Hier ist das Arbeitsbündnis kennzeichnend für die Zusammenarbeit von Therapeut und Klient in der Therapie. Es stellt ein Konzept dar, das in der Psychoanalyse und in der Gestalttherapie, bei der Inszenierung traumatischer und konflikthafter Situationen und Wünsche des Analysanden Anwendung findet.
  • Übertragungsbeziehung Eine Übertragung liegt vor, wenn jemand Erwartungen (z. B. Rollenerwartungen), Wünsche, Befürchtungen oder Vorstellungen, die sich in früheren wichtigen Beziehungen gebildet haben, an das Verhalten oder die Eigenschaften anderer Personen richtet. Diese Erwartungen bilden nun eine Art Schablone, die wiederbelebt wird, wenn das Beziehungsmuster eine ähnliche Struktur aufweist wie zu der ursprünglichen Bezugsperson (z. B. Vater – Chef). In einer klassischen psychoanalytischen Therapie nach Freud ist die Entwicklung einer Übertragungsbeziehung zum Analytiker ausdrücklich gewollt und wird durch das psychoanalytische Behandlungssetting gefördert (Liegen auf der Couch, der Psychoanalytiker sitzt außerhalb des Gesichtsfeldes etc). Der Sinn ist, dass die verinnerlichten konflikthaften Gefühle (Ängste, Scham- oder Schuldgefühle etc.) zu den ursprünglichen Bezugspersonen in der Beziehung zum Analytiker wiederbelebt und -erlebt werden sollen („Übertragungsneurose“), aber nun mit Hilfe des Analytikers neu verarbeitet werden können. Freud fasste diesen Prozess mit den Begriffen „Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten“ zusammen
  • Validität Güte   Mit Validität (lat. validus ,kräftig‘, ,wirksam‘; engl. validity ,Gültigkeit‘) wird in erster Linie das argumentative Gewicht einer (vornehmlich wissenschaftlichen) Aussage, Untersuchung oder Theorie bezeichnet. Als Standardbeispiel wird oft der Intelligenztest herangezogen. Betrachtet man die drei Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität, so sei für dieses Beispiel angenommen, dass die ersten beiden Gütekriterien gut erfüllt seien: Der Intelligenztest ist so konstruiert, dass sein Ergebnis (fast) unabhängig vom Testleiter ist (Objektivität) und das Testergebnis sich auch wiederholen lässt (Reliabilität). Die Validität, also die Gültigkeit, des Testverfahrens wird aber oft bezweifelt, wenn kritisiert wird, dass der Intelligenztest keine (genaue) Aussage über die wahre Intelligenz (das heißt das Konstrukt „Intelligenz“) mache und sich Intelligenz also gar nicht auf diese Weise messen lasse
  • Kriteriumsvalidität Kriteriumsvalidität bezieht sich auf den Zusammenhang zwischen den Ergebnissen des Messinstruments und einem empirischen Kriterium (Schnell, Hill & Esser, 2005, S. 155). Zum Beispiel: Ein Forscher untersucht den Zusammenhang seines neuen Intelligenztests mit den Schulnoten der Probanden, um die Gültigkeit seines Tests zu prüfen. Von „innerer (Kriteriums)validität“ wird dabei dann gesprochen, wenn als Kriterium ein anderer, als valide anerkannter Test herangezogen wird. Sofern als Kriterium ein objektives Maß (zum Beispiel psychophysiologische Maße oder ökonomische Größen) oder ein Expertenrating herangezogen wird, wird von äußerer (Kriteriums)validität gesprochen. Auch lässt sich unterscheiden nach dem Zeitpunkt, zu dem Übereinstimmung mit dem Kriterium vorliegen soll: Diagnostische/Übereinstimmungsvalidität (concurrent validity)Messung und Erhebung des Außenkriteriums (etwa ein anderer Test) werden zeitgleich durchgeführt. Das Vorgehen zur Ermittlung der konvergenten und diskriminanten Testvalidität sind Spezialfälle dieser Kategorie.Prognostische Validität/Vorhersagevalidität (predictive validity)Die Messdaten werden zu einem Zeitpunkt erhoben, der vor der Erhebung des Außenkriteriums liegt. So kann der Grad bestimmt werden, in dem die Messdaten das Kriterium vorhersagen (zum Beispiel kann im Rahmen eines Assessment-Centers eine Prognose für beruflichen Erfolg gestellt werden).
  • interne Validität Interne Validität gibt an, inwieweit die Ergebnisse einer Untersuchung auf die Manipulation einer UV zurückgeführt und mögliche Störeinflüsse ausgeschlossen werden können. Die interne Validität ist ein Gütekriterium einer empirischen Untersuchung. Ein Experiment ist dann intern valide, wenn die Messwerte der abhängigen Variable (AV) eindeutig auf die unabhängige Variable (UV) zurückzuführen sind. Sie „liegt vor, wenn das Ergebnis einer Untersuchung eindeutig interpretierbar ist.“ (Sarris & Reiß, 2005, S.204) Es dürfen keine alternativen Bedingungen am Zustandekommen der Messwerte beteiligt sein. „Die interne Validität sinkt mit wachsender Anzahl plausibler Alternativerklärungen […].“ (Bortz & Döring, 2005, S.680) Deshalb müssen mögliche Störeinflüsse ausreichend kontrolliert werden. Wenn das der Fall ist, kann von der gemessenen AV auf die Verursachung durch die UV geschlossen werden. In der internen Validität zeigt sich die Umsetzung des Maxkonminprinzips. Je höher die Primärvarianz im Verhältnis zur Sekundär- und Fehlervarianz ist, umso größer ist die interne Validität. Eine möglichst hohe interne Validität ist wünschenswert.
  • Abhängige Variable Die abhängige Variable wird im Experiment gemessen. In ihr zeigt sich die Wirkung einer unabhängigen Variablen. Die abhängige Variable (AV) ist die Wirkung einer unabhängigen Variable (UV), die am Ende eines Experimentes gemessen werden soll. In ihr zeigt sich also die Wirkung einer implementierten Maßnahme (unabhängigen Variable). Um eine abhängige Variable messen zu können, muss sie zunächst operationalisiert werden. Das macht man so, dass man sie sowohl in der Maßnahmegruppe (Versuchsgruppe), als auch in der Kontrollgruppe messen kann. Durch das Messen der AV soll festgestellt werden, ob eine implementierte Maßnahme (unabhängige Variable) wirksam ist. Es wird also der Einfluss der UV auf die Ausprägung der AV untersucht. Werden mehrere AV in einer Untersuchung erhoben, spricht man von einem multivariaten Design. Weitere mögliche Bezeichnungen: Wirk(ungs)variable, Zielvariable, Kriterium Formalisierung: Y, Yn, (P,Q,R) Beispiel 1 Untersucht wird der Einfluss des Erziehungsstils auf die Berufswahl. Erhoben wird, ob sich Jugendliche für eine Berufsausbildung, ein Studium oder ein berufsbegleitendes Studium entscheiden. Die abhängige Variable ist die Berufswahl. Drei Ausprägungen (Ausbildung, Studium, berufsbegleitendes Studium) sind möglich. Beispiel 2 In einem Experiment werden Angestellte einer Supermarktkette unterschiedlichen Bedingungen zugeordnet. Die Versuchsgruppe erhält ein Training zur Verbesserung der Kundenfreundlichkeit, während die Kontrollgruppe kein Training erhält. Gemessen wird die Kundenfreundlichkeit vor und nach dem Training. Die AV ist hier also die Kundenfreundlichkeit.
  • Unabhängige Variable Die unabhängige Variable ist die experimentelle Bedingung, welche durch den Forscher manipulativ oder selektiv eingeführt wird. Ihr Einfluss auf die abhängige Variable wird untersucht. Die unabhängige Variable ist die durch den Forscher manipulierte Bedingung. Die Ausprägung der UV wird durch Manipulation direkt (z.B. Konzentrationstraining) oder durch Selektion indirekt (z.B. Geschlecht) durch den Forscher festgelegt. Ihr Einfluss auf die Ausprägung der abhängigen Variable (AV) soll untersucht werden. Innerhalb der Gruppe der UV lassen sich Reiz- und Organismusvariablen unterscheiden. Reizvariablen umfassen alle Reize aus der Umwelt, welche auf den Organismus einwirken können wie z.B. Temperatur, Lichtverhältnisse, Lernaufgaben. Organismusvariablen dagegen bezeichnen die Eigenschaften des Organismus. Sie sind nicht manipulierbar sind, sondern nur zu selektieren und sortieren. Zu diesen Variablen zählen beispielsweise das Geschlecht, das Alter oder auch die Intelligenz. Innerhalb einer Untersuchung sind mehrere UV möglich. Dann spricht man von einem mehrfaktoriellen Versuchsplan. Weitere mögliche Bezeichnungen: Treatment, Behandlung, Bedingung, Faktor, Prädiktor Formalisierung: X, Xn, (A, B, C) Beispiel In einem Experiment werden Angestellte einer Supermarktkette unterschiedlichen Bedingungen zugeordnet. Die Versuchsgruppe erhält ein Training zur Verbesserung der Kundenfreundlichkeit, während die Kontrollgruppe kein Training erhält. Gemessen wird die Kundenfreundlichkeit vor und nach dem Training. Hier ist die UV das Training zur Verbesserung der Kundenfreundlichkeit. Auch sie ist zweifach gestuft (Training erhalten oder kein Training erhalten).
  • Theory of Mind (ToM), auch native Theorie oder Mentalisierung Theory of Mind (ToM), auch native Theorie oder Mentalisierung, bezeichnet in der Psychologie und den anderen Kognitionswissenschaften die Fähigkeit, eine Annahme über Bewusstseinsvorgänge in anderen Personen vorzunehmen und diese in der eigenen Person zu erkennen, also Gefühle, Bedürfnisse, Ideen, Absichten, Erwartungen und Meinungen zu vermuten.[1] Peter Fonagy, ein psychoanalytischer Forscher, definiert den Begriff der Mentalisierung folgendermaßen: Mentalisierung ist die „Fähigkeit, das eigene Verhalten oder das Verhalten anderer Menschen durch Zuschreibung mentaler Zustände zu interpretieren“.[2] Für den Begriff gibt es bisher keine einheitliche deutsche Entsprechung.
  • sensorisch evozierte Potentiale Somatosensibel evozierten Potentiale (SEP oder SSEP) Die Somatosensibel evozierten Potentiale (SEP oder SSEP) sind Aufzeichnungen der elektrischen Antwort schnell leitender sensibler Nervenfasern im Verlauf der Schleifenbahn. Dabei wird nach wiederholter elektrischer Reizung eines peripheren Nerven an verschiedenen Stellen im Verlauf abgeleitet, zumeist in Höhe des Eintritts in das Rückenmark und über dem betreffenden Hirnareal.   Anwendung: Messung bei Multipler Sklerose zur Prognose bei schweren Hirnschädigungen   Dabei ist die Prognose sehr schlecht, wenn sich nacheinander von beiden Seiten eine Antwort über dem Rückenmark, nicht aber über der Hirnrinde ableiten lässt. Dieser Befund spricht für eine beidseitige Hirnstammschädigung, die kaum eine akzeptable Erholung zulässt. (vgl. Firsching et al., Dtsch Arztebl 2003; Ein möglichst oberflächennah liegender sensibler Nerv wird wiederholt elektrisch gereizt. Dadurch breitet sich ein Aktionspotential über den Nerven aus, welches mit Hilfe von Oberflächenelektroden (seltener auch Nadelelektroden) im Verlauf abgeleitet werden kann. Da die elektrischen Spannungen sehr klein sind, müssen die Potentiale mittels Averaging von Störsignalen befreit werden. Die Ableitung kann sowohl im Verlauf des Nerven (beim N. medianus z.B. über dem Erbschen Punkt) erfolgen, zumeist jedoch in Höhe des Eintritts in das Rückenmark („spinales Potential“ – beim N. medianus z.B. über dem Dorfortsatz des 7. Halswirbels) sowie über dem entsprechenden Gebiet der sensiblen Hirnrinde („kortikales Potential“). Die Differenz zwischen spinalem und kortikalem Potential wird als „zentrale Leitzeit“ bezeichnet. Aufgrund der Anatomie der Schleifenbahn fallen alle drei Umschaltungen (Nc. cuneatus/gracilis, Thalamus, Gyrus postcentralis) zwischen den einzelnen Neuronen in die zentrale Leitzeit .Entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis hat die Körperlänge des Probanden. Daher müssen alle Normwerte an die Körperlänge adaptiert werden. Die Körpertemperatur hat ebenfalls einen Einfluss, besonders kalte Extremitäten auf die spinale Latenz. Geringere Einflüsse haben auch Alter und Körperhaltung, zum Geschlecht liegen widersprüchliche Angaben vor.
  • Attributables Risiko die Stärke , die ein bestimmter Faktor zu einer bestimmten Erkrankung beiträgt z.b. Rauchen auf Lungenkrebs
  • Behavioral Inhibition Verhaltenshemmung Temperamentsmerkmal mit zurückgezogenem schüchternem Verhalten in neuen unvertrauten Situationen (Risikofaktor für soziale Phobie) Verhaltenshemmsystem und fand drei primäre Emotionssysteme im Säugetierhirn: Behavioral Activation System führt zu Annäherung im Verhalten Behavioral Inhibition System führt zum Stop, Verhaltenshemmung Kampf-Flucht-System Voraussetzung, daß das Behavioral Activation System aktiv wird: Signale (angeborene Furchtreize, konditionierte Furchtreize oder neue Reize) müssen erkannt werden (Prüfvergleichzustand). Verhaltensweisen (wie passive Vermeidung, Einfrieren, Aktiviertheit und Aufmerksamkeit) müssen eingeleitet werden (Kontrollzustand).   Läsionen des Hippokampus und des Septums (limbisches System) führten zu einer Einschränkung der Exploration in neuen Situationen. Die Orientierungsreaktion fällt bei einfachen Reizen nicht vollkommen aus. Bei Reizen mit Erwartung auf negative Verstärker, fällt die Orientierungsreaktion aus. Dies bedeutet, daß eine Gleichgültigkeit gegenüber dem erwarteten unangenehmen Reiz besteht. Als Beweis, daß es die drei Emotionssysteme gibt wird die Pharmakawirkung herangezogen. Barbiturate (Schlafmittel), Benzodiazepine (Valium) und Alkohol hemmen isoliert das Behavioral Activation System, d.h., sie senken die Angst in passiven Bestrafungssituationen, bei Frustrationen (Belohnung fällt aus) und bei Furcht vor prepared Reizen.
  • Stabilisieren eines konditionierten Verhaltens (Verhalten hinsichtlich Kontiguität und Kontingenz) Reduktion der Kontiguität und /oder der Kontingenz zwichen dem zu stabiliserendem Verhalten und seinen Konsequenzen
  • Odds Ratio Das Quotenverhältnis, auch Odds Ratio, Odds-Verhältnis, Kreuzproduktverhältnis oder Chancenverhältnis genannt, ist eine statistische Maßzahl, die etwas über die Stärke eines Zusammenhangs von zwei Merkmalen aussagt. Es ist damit ein Assoziationsmaß[1], bei dem zwei Odds miteinander verglichen werden.[ Das relative Risiko ist verwandt mit dem Odds Ratio. Interpretation Ein Quotenverhältnis von genau 1 bedeutet, dass es keinen Unterschied in den Odds gibt, >1 bedeutet, dass die Odds der ersten Gruppe größer sind, <1 bedeutet, dass die Odds der ersten Gruppe kleiner sind. Anwendung Das Quotenverhältnis wird häufig in Epidemiologie und Medizin verwendet, um zu erfahren, wie stark ein vermuteter Risikofaktor mit einer bestimmten Erkrankung zusammenhängt. Der Vorteil von Odds Ratios gegenüber Risk Ratios ist, dass man es bei allen Studiendesigns anwenden kann, also sowohl bei Fall-Kontroll-Studien, als auch bei Querschnitt- und Interventionsstudien. Typischerweise vergleicht man dabei Personen mit einem potentiellen Risikofaktor für eine Erkrankung mit Personen ohne diesen Risikofaktor bzgl. des Auftretens ebenjener Erkrankung. Die gewonnenen Daten werden in einer Kreuztabelle dargestellt, die es auch leicht macht, die Odds Ratio direkt zu errechnen:  
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  • Selbstwertmotiv - Konsistenzansatz Das Streben nach Selbstwert und Konsistenz Selbstwert bzw. Selbstkonzept sind veränderbare und entwicklungsfähige Größen. In der Theorie besteht nicht Einigkeit darüber, ob davon auszugehen ist, dass Menschen grundsätzlich nach einem hohen Selbstwert streben bzw. inwieweit Menschen motiviert sind, ihren Selbstwert zu steigern. In der weit verbreiteten Motivationstheorie Maslows wird davon ausgegangen, dass der Mensch hierarchisch geordnete Grundbedürfnisse besitzt, wobei die Aktivierung übergeordneter Bedürfnisse davon abhängt, dass die Bedürfnisse der darunterliegenden Ebenen erfüllt sind. Auf der untersten Ebene befänden sich die physiologischen Bedürfnisse Hunger, Durst und Schlaf, auf der zweiten Ebene folgt das Bedürfnis nach Sicherheit, auf der dritten Ebene das Bedürfnis nach Intimität und Zugehörigkeit, auf der vierten Ebene das Bedürfnis nach Selbstwertschätzung und sozialer Anerkennung und auf der fünften Ebene das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Das Selbstwertmotiv nimmt in der Theorie der Gesprächspsychotherapie von Rogers eine zentrale Stelle ein. Hier wird der Mangel an unbedingter Wertschätzung in der Kindheit als Wurzel für die spätere Entwicklung psychischer Störungen angesehen. In der sozialpsychologichen Theorie der sozialen Identität von Tajfel und Turner wird mit dem Selbstwertmotiv erklärt, dass Menschen die Aufwertung der eigenen Person oder der eigenen Gruppe und/oder die Abwertung anderer Personen oder Gruppen zur Selbstaufwertung nutzen. Grundsätzlich neigen Menschen dazu, selbstwertdienliche Strategien einzusetzen. Sie suchen selektiv nach den für die eigene Person günstigsten Informationen, sie überschätzen sich selbst im Vergleich mit anderen, sie überschätzen eigene positive und unterschätzen eigene negative Eigenschaften, erinnern besser positive Informationen über die eigene Person und eigene Erfolge werden eher internal, aber eigne Misserfolge eher external attributiert (Mummendey).   Anders der Konsistenzansatz Festingers: Danach suchen Menschen in erster Linie konsistente Informationen über sich, also Informationen und Annahmen über die eigene Person, die mit dem aktuellen Selbstbild kompatibel sind. Ist diese Kompatibilität nicht gegeben, ensteht kognitive Dissonanz, die als unangenehm erlebt und deshalb vermieden wird. Dies wird durch Erfahrungen bestätigt, wonach bspw. depressive oder dysphorische Personen dazu tendieren, negative Informationen über sich zu suchen oder verstärkt Kontakt zu solchen Personen suchen, von denen sie negativ bewertet wurden.   Kanning stellt die beiden Motive (Selbstwert und Konsistenz) in den Zusammenhang, dass Menschen grundsätzlich positive emotionale Zustände anstreben, und, dass sowohl das Erleben kognitiver Dissonanz als auch das Erleben von geringem Selbstwert emotional aversiv getönt sind und vermieden werden. Deshalb streben Menschen sowohl nach hohem Selbstwert als auch nach Konsistenz und je nach Situation, steht mal das eine und mal das andere Motiv stärker im Vordergrund.
  • Wiederholungszwang Wiederholungszwang ist ein von Sigmund Freud definierter Begriff zur Begründung des sonst schwer erklärbaren menschlichen Impulses, unangenehme oder sogar schmerzhafte Gedanken, Handlungen, Träume, Spiele, Szenen oder Situationen zu wiederholen. Eine ebenso von Freud beschriebene Eigenschaft der Triebe, nämlich ihr „konservierender Charakter“, ist nach ihm für das Erscheinen der Wiederholungsphänomene verantwortlich. entsteht besonders in der Übertragung des Analysanden auf den Analytiker Der Widerstand der Analysierten geht von ihrem Ich aus; der Wiederholungszwang ist dem unbewussten Verdrängten zuzuschreiben.
  • Whiteley-Index (WI) und der Illness Attitude Scales (IAS) Deutschsprachige Adaptation des Whiteley-Index (WI) und der Illness Attitude Scales (IAS) von Wolfgang Hiller und Winfried Rief Krankheitsängste und Hypochondrie sind in der Bevölkerung weit verbreitet und bei vielen Patienten medizinischer und psychotherapeutischer Einrichtungen anzutreffen. Jetzt sind die beiden in der internationalen Forschung als "Goldstandard" geltenden Testverfahren, der Whiteley-Index (WI) und die Illness Attitude Scales (IAS), erstmals als normierte deutschsprachige Versionen verfügbar. Erfasst werden mittels WI und IAS zentrale emotionale, kognitive und verhaltensbezogene Merkmale, welche besonders für Personen mit unklaren körperlichen Beschwerden charakteristisch sind. Durch spezielle Subskalen werden relevante Dimensionen wie Krankheitsängste, Krankheitsüberzeugungen und die Beschäftigung mit somatischen Symptomen unterschieden.
  • Befindlichkeitsskala Bf-S Die Befindlichkeitsskala (auch Befindlichkeits-Skala) wurde als Fragebogen 1976 von Detlev von Zerssen erstellt und erschien 2011 in revidierter Fassung (von Zerssen & Petermann, 2011). Sie dient zur Erfassung der momentanen psychischen Befindlichkeit, wobei das gesamte Spektrum normaler und pathologischer Veränderungen des Wohlbefindens abgebildet werden kann. Das Messinstrument ist störungsübergreifend bei verschiedenen Patientengruppen sowie bei gesunden Personen im Altersbereich von 14 bis 90 Jahren einsetzbar. Die Skala kann wiederholt angewendet werden und ist insbesondere für psychologische Verlaufsuntersuchungen geeignet. Es stehen zwei Parallelformen (Bf-SR und Bf-SR') zur Verfügung, die jeweils 24 Paare von Eigenschaftswörtern beinhalten. Die Aufgabe besteht darin anzukreuzen, welche der beiden Eigenschaften dem eigenen gegenwärtigen Zustand am ehesten entspricht. Für beide Parallelformen liegen bevölkerungsrepräsentative Normen (PR, T-Wert, Stanine) vor. Die Durchführungszeit beträgt etwa 5 Minuten, die Auswertungszeit etwa 1 bis 2 Minuten.
  • Formale Denkstörungen Denkhemmung: Die Betroffenen empfinden ihr Denken als gebremst oder stockend. Nach außen zeigt sich das in einer schleppenden Sprache. Perseveration: Dabei kommt der Betroffene immer wieder auf gleiche Gedanken, Worte und Angaben zurück. Er kann sich davon nicht lösen. Ideenflüchtiges Denken: Schnelle Denkabläufe und sehr viele unterschiedliche Ideen kennzeichnen diese Form. Die Gedanken unterliegen keiner Kontrolle mehr. Das Denken ist sprunghaft, flüchtig und dauernd unterbrochen. Gedankenentzug, Gedankenabreißen, Sperrung des Denkens: Plötzlich und ohne erkennbaren Grund bricht ein flüssiger Gedankengang ab. Betroffene geben z. B. an, Ihre Gedanken würden von außen entzogen. Zerfahrenes, inkohärentes Denken: Die Gedanken des Betroffenen sind unverständlich und springen hin und her. Es bestehen keine Verbindungen zwischen den Gedankenfetzen. Die Sprache ist oft zur bruchstückhaft, wie das Denken selbst. Es kann zu einem vollständigen Zerfall der Sprache kommen, so dass Betroffene   nur noch Wortsalat äußern.   Aussenstehende bemerken oft eine Zerfahrenheit und veränderte Sprache. Für Beobachter stellt sich eine formale Denkstörung zum Beispiel dar als Zerfahrenheit. Die Gedanken des Betroffenen scheinen plötzlich abzureißen. Er gibt unverständliche Antworten, die mit der Frage nicht zusammenhängen. Die Sprache kann verändert sein, z. B. können Wortneubildungen vorkommen. Möglich ist auch, dass Betroffene überhaupt nicht mehr sprechen oder aber in einen wahren Redefluss übergehen.  
  • Triangulation - Triangulierung Eine Triade bezeichnet in der Familientherapie das Beziehungssystem zwischen drei Personen. Dieses System hat seine erste Ausprägung im Leben eines jeden Menschen in der Beziehungskonstellation Vater-Mutter-Kind, also der kleinsten Kernfamilie. Aber auch andere familiäre Beziehungen oder allgemein Beziehungen zwischen drei Personen in Gruppen (Subsystem) beschreiben eine Triade.
  • Systemische Therapie Kerngedanke der Systemischen Therapie ist die Annahme, dass der Schlüssel zum Verständnis und zur Veränderung von Problemen weniger in der behandelten Person allein liegt, sondern im (familiären) Zusammenhang, in dem das Problem steht, zu finden ist. Systemische Therapie ist an Beziehungsprozessen der Personen interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt, und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Dazu gehören nicht unbedingt nur Familienmitglieder, auch andere Personen oder Institutionen können von Bedeutung sein (die beteiligten Personen müssen bei einer Systemische Therapie jedoch nicht unbedingt anwesend sein). Systemische Therapie Die Systemische Therapie stellt neben Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und den humanistischen Therapien eine weitere bedeutende Therapieform dar. Sie hat sich aus der Arbeit mit Familien entwickelt, beginnend in den 50'er Jahren mit Familien mit einem schizophrenen Mitglied. Theoretische Grundlage heutiger Systemischer Therapie sind Kommunikationstheorie, Kybernetik, Systemtheorie und sozialer Konstruktivismus. Kerngedanke der Systemischen Therapie ist die Annahme, dass der Schlüssel zum Verständnis und zur Veränderung von Problemen weniger in der behandelten Person allein liegt, sondern im (familiären) Zusammenhang, in dem das Problem steht, zu finden ist. Systemische Therapie ist an Beziehungsprozessen der Personen interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt, und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Dazu gehören nicht unbedingt nur Familienmitglieder, auch andere Personen oder Institutionen können von Bedeutung sein (die beteiligten Personen müssen bei einer Systemische Therapie jedoch nicht unbedingt anwesend sein). In der Entwicklung von Familientherapie und systemischem Denken kam es zur Ausbildung diverser verschiedener Richtungen, wobei die Haltung von systemischen Therapeuten mal mehr die eines direktiven Experten (z.B. strategische und strukturelle Familientherapie) bzw. die eines Partners (z.B. konstruktive, narrative und lösungsorientierte Ansätze) sein wird. In systemischen Therapien werden oft metaphorische Techniken eingesetzt, insbesondere sogenannte Skulpturen. Dabei werden beispielsweise Familienmitglieder von einer Person derart im Raum aufgestellt, so dass die Position und Haltung der Mitglieder ein Bild ihrer familiären Beziehungen ergibt. Das mittlerweile recht bekannte "Familienstellen nach Hellinger" stellt eine spezifische Variante dieser Technik dar, die in Fachkreisen zum Teil sehr kritisch gesehen wird. Verwendet werden in der systemische Gesprächsführung "zirkuläre" Fragen sowie weitere Frage- und Interventionstechniken, die gleichermassen dazu dienen, das Problem und die Sicht darauf zu erkennen und diese zu "verstören" und somit neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Die Systemische Therapie arbeitet neben Familien auch mit Einzelpersonen, Paaren und Organisationen. Im Gegensatz zu vielen anderen Therapien können die Sitzungen in unregelmässigen und oft grösseren Abständen stattfinden, dies richtet sich nach dem Bedarf der Klienten.  
  • Reflecting Team Das Reflecting Team ist eine von Tom Andersen entwickelte Methode des Reflexionsgesprächs in der Systemischen Therapie. Dabei geht es um eine angeleitete Reflexion durch mehrere zusätzlich anwesende Therapeuten, die gleichzeitig mit einem Therapiegespräch stattfindet. Das besondere dabei ist, dass die zusätzlich anwesenden Therapeuten im Beisein der Klienten über diese reflektieren Eine Variation besteht im sog. Fokussierenden Team; dabei sitzt das therapeutische Team direkt mit im Raum mit Therapeut und Klienten. Das Reflecting Team beteiligt sich nicht aktiv am Gespräch, hört jedoch aufmerksam zu. Nach einer gewissen Zeit werden die Positionen gewechselt. Die Mitglieder des Reflecting Teams denken jetzt laut über den von ihnen beobachteten Gesprächsprozess nach und tauschen Ideen bezüglich der Klienten aus. Klienten und Therapeut hören sich die Gedanken des Reflecting Teams an, die in einer wertschätzenden, unterstützenden und hilfreichen Art und Weise geäußert werden. Anschließend sprechen die Klienten mit dem Therapeuten über ihre Gedanken, die beim Zuhören entstanden sind.
  • Prävention Primärprävention Primärprävention setzt vor Eintreten der Krankheit ein und zielt darauf ab, ein Neuauftreten einer Erkrankung zu verhindern. Die Primärprävention richtet sich an Risikogruppen, Gesunde und Personen ohne Krankheitssymptome. Beispiele für Primärprävention sind Impfungen, schulische Maßnahmen zur Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung oder Suchtprävention. Von der Primärprävention kann nach Caplan noch die primordiale Prävention abgegrenzt werden, die noch früher einsetzt. Bei ihr geht es darum, bereits dem Auftreten von Risikofaktoren vorzubeugen. Sekundärprävention Sekundärprävention setzt beim Frühstadium einer Krankheit an. Sie dient der Früherkennung von Krankheiten und der Eindämmung ihres Fortschreitens (Progredienz)oder des Chronischwerdens der Erkrankung. Oft ohne eine für die Betroffenen wahrnehmbare Krankheitssymptomatik hat der pathogenetische Prozess hier bereits seinen Anfang genommen. Zielgruppe sind Personen, die zwar als Gesunde oder Symptomlose an der Präventionsmaßnahme teilnehmen, durch die diagnostische Maßnahme aber zu Patienten werden. Beispiele sind die Massen-Screenings im Bereich Brustkrebs oder Darmkrebs, aber auch Programme für Jugendliche, die bereits Kontakt zu Drogen hatten, um eine Abhängigkeit oder Sucht zu verhindern[4]. Tertiärprävention Tertiärprävention findet nach einer Akutbehandlung oder der Manifestation einer Erkrankung statt. Mit ihr sollen Folgeschäden und Rückfälle verhindert werden. Sie richtet sich an Patienten mit chronischen Beeinträchtigungen und an Rehabilitanden. Ein Beispiel ist hier die Verhinderung von Nierenversagen bei insulinpflichtigem Diabetes. Der Begriff der Tertiärprävention deckt sich weitgehend mit dem der Rehabilitation, wenn dieser auf ganze Populationen angewandt wird. Quartärprävention Neben der Primären, Sekundären bzw. Tertiären Prävention gibt es noch die Quartäre Prävention, die die Verhinderung unnötiger Medizin oder Verhinderung von Übermedikalisierung zum Ziel hat und das Prinzip des «primum non nocere» als einen Grundpfeiler aller Medizin berücksichtigt[5]. Übersicht In einer tabellarischen Übersicht mit den Dimensionen "persönlich" (Patient, Klient, Ratsuchender) und "fachlich" (Arzt, Therapeut, Berater) lassen sich die vier Bereiche der Prävention wie folgt darstellen: Arten der Prävention Fachliche Seite Krankheit nicht vorhanden vorhanden Persönliche Seite Gesundheits- störung nicht vorhanden Primäre Prävention (Gesundheitsstörung nicht vorhanden Krankheit nicht vorhanden) Sekundäre Prävention (Gesundheitsstörung nicht vorhanden Krankheit vorhanden) vorhanden Quartäre Prävention (Gesundheitsstörung vorhanden Krankheit nicht vorhanden) Tertiäre Prävention (Gesundheitsstörung vorhanden Krankheit vorhanden)
  • Becks Denkfehler 6 wichtigste Die Gedanken der Betroffenen sind derartig durch die negativen Grundüberzeugungen und die kognitive Triade bestimmt, daß alle Erlebnisse als Beweis für deren Richtigkeit bewertet werden. Es entstehen ununterbrochene Gedankenketten, durch welche die Depressiven immer wieder an die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage und ihre angebliche Unzulänglichkeit erinnert werden. Charakteristisch sind nach Beck folgende 6 Denkfehler: Willkürliches Schlußfolgern: Die Person zieht negative Schlüsse aus nicht ausreichendem oder widerlegtem Material. Selektive Abstraktion: Die Person konzentriert sich auf negative Einzelheiten einer Situation und ignoriert den größeren Zusammenhang. Übergeneralisierung: Die Person wendet eine allgemeine Regel oder Schlußfolgerung aufgrund von wenigen und unzusammenhängenden Erlebnissen ohne Ausnahme auf alle Situationen an, gleichgültig, ob sie ähnlich oder unähnlich sind. Maximierung und Minimierung: Die Person überschätzt oder unterschätzt die Bedeutung von Ereignissen, v.a. so, daß eine negative Schlußfolgerung entsteht. Personalisierung: Die Person führt Ereignisse v.a. auf ihr Handeln zurück, auch wenn es dafür keine ausreichenden Belege gibt. Verabsolutiertes, dichotomes Denken: Die Person gruppiert alle Erlebnisse in zwei extreme und sich ausschließenden Kategorien.  
  • Katastrophisieren Das Eintreffen oder die Bedeutung von negativen Ereignissen wird stark überbewertet. "Meinen Kindern wird bestimmt etwas Schlimmes passieren!"
  • Emotionale Beweisführung  depressiogener Denkfehler Das Gefühl wird als Beweis für die Richtigkeit der Gedanken genommen. "Ich fühle, dass ich nichts wert bin, also ist das auch so!"
  • Etikettierung - Denkfehler Aus einer Handlung wird ein umfassender Sachverhalt gemacht, z.B. "Ich habe verloren - ich bin ein absoluter Verlierer!"
  • Gedankenlesen Denkfehler Man meint ohne nachzufragen, die Gedanken der anderen zu kennen. "Die anderen denken, ich bin ein Versager!"
  • Tunnelblick (selektive Aufmerksamkeit) - Denkfehler Jemand sieht nur einen bestimmten Aspekt seines gegenwärtigen Lebens. "Wenn ich Stress auf der Arbeit habe, dann ist mein Leben verpfuscht!"
  • Willkürliches Schlußfolgern - Denkfehler Die Person zieht negative Schlüsse aus nicht ausreichendem oder widerlegtem Material. Darunter werden Schlussfolgerungen verstanden, die willkürlich, ohne jeden Beweis und oft sogar trotz gegenteiliger Erfahrungen aus alltäglichen Ereignissen gezogen werden. Beispiel: Ein Misserfolg im Leistungsbereich führt zu der Schlussfolgerung „Ich bin ein Versager“, ohne dass überprüft wird, ob die Aufgabe überhaupt lösbar war bzw. ob früher und in Zukunft immer Misserfolge eingetreten sind bzw. eintreten werden.
  • Übergeneralisierung - Denkfehler Die Person wendet eine allgemeine Regel oder Schlußfolgerung aufgrund von wenigen und unzusammenhängenden Erlebnissen ohne Ausnahme auf alle Situationen an, gleichgültig, ob sie ähnlich oder unähnlich sind. Dabei wird eine allgemeine Regel oder Schlussfolgerung auf der Grundlage eines oder mehrerer isoliert betrachteter Ereignisse gezogen und dann unterschiedslos auf ähnliche oder unähnliche Situationen übertragen. Beispiel: Der Tod eines Familienangehörigen durch einen Unfall führt zu der Befürchtung, dass alle geliebten Personen bald durch Unfälle sterben könnten.
  • Maximierung und Minimierung - Denkfehler Die Person überschätzt oder unterschätzt die Bedeutung von Ereignissen, v.a. so, daß eine negative Schlußfolgerung entsteht. Beispiel: Das Ausbleiben eines erwarteten Briefes wird als höchst bedeutsam interpretiert, ein beträchtlicher beruflicher Erfolg als bedeutungslos.