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E5 (Subject) / Prävention (Lesson)

Vogt Vorlesung

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  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Burnout Symptome: psychische Beschwerden geringes Selbstbewusstsein Überempfindlichkeit, Aggressivität  
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Burnout Symptome: physische Beschwerden chronische Müdigkeit Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Erkältung, ...
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Burnout Symptome: Substanzmissbrauch Tabletten gegen Müdigkeit Alkohol ...
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Burnout Symptome: soziale Probleme Isolation Nach-Hause-Nehmen von Problemen am Arbeitsplatz John-Wayne-Syndrom
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Burnout Behandlung: Überblick Individuelle Interventionen Interventionen am Arbeitsplatz Kombination: alles was hilft (z.B. beten)
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Burnout Behandlung: Individuelle Intervention Stress-Impfungstraining Entspannung sachorientierte Behandlung von Problemen (z.B. Studienverlaufsplan) Umgang mit Emotionen Kognitive Therapie
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Burnout Behandlung: Interventionen am Arbeitsplatz Burnout Workshops Soziale Netzwerke aufbauen Sabbatyear, Time Out
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Burnout Instrument MBI: Maslach Burnout Inventory für die emotionale Beanspruchung bei der Arbeit Anwendung für alle Arbeitsbereiche Faktoren emotionale Erschöpfung Zynismus professionelle Effizienz 
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Gewalt: Definitionen (Hogh): Übersicht Mobbing Gemeinheit Gewalt
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Gewalt: Definitionen (Hogh): Mobbing negative und aggressive Taten/Handlungen die wiederholt und/oder über längeren Zeitraum auftreten Definition Lanz: über mindestens 6 Monate, mind. 1 Mal pro Woche
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  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Gewalt: Definitionen (Hogh): Gemeinheit einzelne Handlung von absichtlicher/bewusster Provokation begleitet von scherzhaften Off-Record Bemerkungen
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Gewalt: Definitionen (Hogh): Gewalt physische Gewalt und/oder die Drohung von Gewalt EU-Kommission: Situationen, in denen eine Person bedroht, belästigt oder angegriffen wird bei der Arbeit eine explizite Gefahr für die Sicherheit, das Wohlbefinden und die Gesundheit des Opfers
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Gewalt: Personen Frauen gelten in der Literatur als anfälliger für Mobbing öfter Opfer, sensibler oder weniger berichtsscheu? Männer in frauendominanten Berufen überzufällig häufiger betroffen Es gibt Serienopfer
  • Langfristige Beanspruchungsfolgen - Gewalt: Risiken Arbeitsumgebung autokratische Führung Rollenkonflikte und -mehrdeutigkeit interpersonelle Konflikte in Teams fehlende Unterstützung durch Supervisor, Kollegen und Subordinates Disposition positiv: Sense of Coherence negativ: negative Affektivität
  • CISM: Critical Incident Stress Management - Geschichte CISD als erstes Instrument von CISM in den 80ern von Mitchell & Everly für US-Einsatzkräfte entwickelt CISM als Primärprävention an Sekundäropfern keine Psychotherapie ICISF für die Erhaltung und Weiterentwicklung von CISM verantwortlich
  • CISM: - Heute comprehensive (ganzheitliches), integratives, systematisches Multikomponentenmodell zur Krisenintervention bewährt bei Großschadensereignissen und Naturkatastrophen zunehmende Anwendungsbereiche: z.B. Banken, Luftfahrt standardisiertes Ausbildungskonzept Zertifiziert  nicht nur Prävention von PTBS: auch Kultur- und Leistungsverbesserung (z.B. Umgang mit Fehlern)
  • CISM: - kritische Ereignisse Großschadensereignisse, terroristische Anschläge Naturkatastrophen Unfälle, Beinahe-Unfälle Todesfälle, inkl. Selbstmorde wichtig: jede von der Person erlebte Situation, die für sie unnormale Reaktionen auslöst (Crisis in the eye of the beholder)  Reaktionen definieren die Krise (nicht Situationen) Reaktionen werden normalisiert (nicht Situationen)
  • CISM - Indikationen für CISM Suizid, Tötung oder Verletzung von Personen beruflich bedingte kritische Ereignisse Waffengebrauch oder -bedrohung Betroffenheit von Kindern Bekannte oder Verwandte unter den Opfern Schuldgefühle massive persönliche Betroffenheit Grad der Identifikation Intensität des Ereignisses Bedrohung von Leib und Leben Gefühle der Hilflosigkeit/Machtlosigkeit
  • CISM - Peers Kenntnisse des Berufsalltags Nähe (räumlich, zeitlich, organisational, berufssozialisiert) Pragmatische Handhabung Vertrauen durch Kollegen kurze Interventionen (max. 3 Kontakte), sonst Überweisung
  • CISM - Peers: Ausbildung mind. 4 mehrtägige Blockveranstaltungen über mind. 3 Jahre mit Peerpraxis, z.B.: Individual oder Peer Support Group Crisis Intervention advanced group crisis Intervention Strategic Planning Refresher Supervision
  • CISM - Peers: Qualitätsgesicherte Ausbildung Torka Alle Teilnehmer haben am Ende bestanden, viele haben vorher weniger gewusst daher vermittelt der Kurs das, was er soll Otwinowska: Signifikanter Zuwachs an Motivation und Wissen durch Peereinsatz
  • CISM - Peers: Grenzen des Peermodells keine Psychotherapie nicht für tieferliegende Probleme (z.B. Psychosen) nicht für normales Stressmanagement geeignet Identifikation mit Person/Ereignis: daher MHPs gebraucht nur im beruflichen Kontext
  • CISM: - MHPs: Mental Health Professionals Psychologen, Ärzte, Seelsorger, Sozialarbeiter sichern die fachliche Qualität leiten CISD supervidieren und debriefen Peers, bilden sie aus v.a. bei Überweisung an andere Dienste wichtig
  • CISM - verdrängen -> vergessen Evolution: Überlebensvorteil, Weitergabe der Gene wenn vergessen/verdrängen aber Umwelt hat sich verändert: traumatische Erlebnisse gefährden heute nicht mehr das Überleben oder die Weitergabe der Gene, sondern die psychische Gesundheit ein unverarbeitetes traumatisches Erlebnis ist wie eine oberflächlich verheilte, unter der Oberfläche eiternde Wunde wird im emotionalen Gedächtnis (Amygdala) abgelegt critical cues oder trigger können dann kritische Stressreaktionen auslösen (z.B. Brandgeruch)
  • CIS: Critical Incident Stress Reaction - Überblick Kognition Emotion Physiologie Verhalten
  • CIS: - Kognition allgemeine Verwirrung Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung und der Identifizierung bekannter Personen räumliche und zeitliche Desorientierung Tunnelblick Misstrauen, Albträume Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten  Erinnerungslücken
  • CIS - Emotion Angst, Unsicherheit, Schuldgefühle Gefühl der Hilflosigkeit/Überwältigung Beklemmung Reizbarkeit/Aggression erhöhte Erregbarkeit Panik lang anhaltende Trauer Gefühlsarmut, - ausbrüche Depression
  • CIS: - Physiologie Schwindel-/Schwächeanfälle/Benommenheit Schlafstörungen, Müdigkeit, nächtliches Zähneknirschen Schüttelfrost Übelkeit, Erbrechen Muskel-/Nervenzuckungen, Lähmungen Kopf- und Brustschmerzen Schockanzeichen (Tachykardie, Hypotonie, kalte und kaltschweißige Haut)
  • CIS: - Verhalten Veränderung von Ess- und Trinkgewohnheiten (insb. erhöhter Drogen-/Alkohol-/Genussmittelgebrauch Veränderungen im Sprachgebrauch Veränderungen im sozialen Umfeld Abkapselung und Rückzug Überempfindlichkeit Hektik, Ruhelosigkeit unkontrollierte Bewegungen Wutausbrüche
  • CIS Normalisierung Diese Reaktionen sind normale Reaktionen, normaler Menschen auf ein unnormales Ereignis
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  • CISM - Instrumente - Überblick 1. Vorbereitung und Qualifikation der Organisation 2. Individuelle Krisenintervention 3. Demobilisierung 4. Information und Unterstützung der Angehörigen 6. CMB: Crisis Management Briefing 7. Defusing (immediate small group support) 8. CISD (Critical Incident Stress Debriefing oder powerful event group support)  
  • CISM -Instrumente: 1. Vorbereitung und Qualifikation der Organisation Information aller MA Training von Peers und MHPs
  • CISM-Instrumente 2. Individuelle Krisenintervention 1:1 -> Peer und MA im Einzelgespräch   Stabilize Acknowledge Facilitate Encourage Recovery or referral to other services
  • CISM-Instrumente 3. Demobilisierung Versorgung der Betroffenen mit dem Nötigsten (Nahrung, Flüssigkeit, Kleidung, Ruhestätte) Informieren evtl. an andere Dienste überweisen
  • CISM-Instrumente 4. Information und Unterstützung der Angehörigen family support
  • CISM-Instrumente 6. CMB: Crisis Management Briefing für Großgruppen (z.B. ganze Belegschaften oder Kommunen) strukturierte Informationsvermittlung Identifizierung von Individuen (SAFER-R) oder Gruppen (CISD) Personen: CEO, Peers
  • CISM-Instrumente 7. Defusing (immediate small group support) strukturiertes Gespräch, kurz nach dem Ereignis (max. 48 Std. später) in kleinen homogenen Gruppen ca. 20-40 Minuten Personen: mind. 2 Peers
  • CISM-Instrumente 8. CISD: Critical Incident Stress Debriefing (powerful event group support) strukturiertes Gespräch, innerhalb der ersten Tage (max. 72 Std.) nach dem Ereignis in kleinen, homogenen Gruppen etwa gleich stark betroffener Einsatzkräfte ca. 2 Stunden Personen: 1 MHP, mind. 2 Peers
  • SAFER-R Taschenkarte Stimulusreduktion Reduktion der unmittelbaren Sinneseindrücke Akzeptieren der Krise Ereignis, Empfindungen und Gefühle schildern lassen Falsche Bewertung der Reaktion korrigieren CIS-Normalisierung Erklären von Stress und Stressreaktionen Rückführung in die Tätigkeit/Aufgabe oder Referral
  • SAFER-R Taschenkarte - Vorbereitung dient der unmittelbaren Krisenintervention vor Ort stellt vorab Rahmenbedingungen sicher: separater Raum, ungestört Ansprechpartner Informationen einholen genügend Zeit einplanen Kein Trost spenden! Schweigen aushalten! evtl. mit anderen Peers oder MHP besprechen Keine Hektik! Zeit lassen für Vorbereitung, Durchführung und Begleitung
  • CISM: - Phasen des CISD Einführung Fakten Gedanken Emotionale Reaktion (Tal der Trauer) Symptome Information Wiedereingliederung
  • CISM - Wirkungsweise schnelle Reduktion sich aufschaukelnder, heftiger, affektiv-emotionaler Reaktionen Normalisierung der als außergewöhnlich ("nicht-normal") empfundenen Reaktion Herstellung des gleichen (möglichst vollständigen) Informations- und Wissenstandes bei allen Beteiligten Reaktivierung der (durch das Ereignis beeinträchtigten) kognitiven Funktionen und Prozesse Informationsvermittlung über Maßnahmen zur Stressbewältigung und über evtl. noch zu erwartende Reaktionen und Symptome Einschätzung der Notwendigkeit weiterer Unterstützung
  • Historische Entwicklung des dt. Arbeitsschutzes 1839: preußisches Regulativ: Kinderarbeit verschlechtert die Rekrutengesundheit 1884: Unfallverhütungsgesetz (Bismarck) und Gründung der Berufsgenossenschafte 1924: Klinik für Berufskrankheiten 1974: Gesetz über Betriebsärzte, Arbeitssicherheitsgesetz 1996: Arbeitsschutzgesetz heute: Nachweis über Effektivität, ROI-Forschung
  • §3 Arbeitsschutzgesetz: - Grundpflichten AG (1) Muss Maßnahmen des Arbeitsschutzes treffen um die Sicherheit & Gesundheit der AN bei der Arbeit zu beeinflussen muss Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüfen und ggf. anpassen Ziel: Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der AN (2) bei Planung & Durchführung der Maßnahme je nach Art der Tätigkeit/Zahl der Beschäftigten: Organisation und Bereitstellung der Mittel Vorkehrungen treffen, damit Maßnahmen über all beachtet werden und die AN ihren Mitwirkungspflichten nachkommen können Kosten dafür darf er nicht den AN auferlegen
  • §5 Arbeitsschutzgesetz: - Beurteilung der Arbeitsbedingungen (1) Ermittlung durch Beurteilung der Gefährdung der AN mit ihrer Arbeit, welche Maßnahmen erforderlich sind (2) Beurteilung je nach Art der Tätigkeit (bei gleichartigen reicht 1) (3) Gefährdung kann sich ergeben durch: Einrichtung und Gestaltung von Arbeitsstätten und -platz physikalische, chemische und biologische Einwirkungen Einsatz, Gestaltung, Auswahl der Arbeitsmittel und Umgang damit Gestaltung von Arbeitsverfahren, -abläufen, -zeit und deren Zusammenwirken unzureichende Qualifikation und Unterweisung der AN
  • §6 Arbeitsschutzgesetz: - Dokumentation (Gefährdungsbeurteilung) (1) muss über Unterlagen verfügen aus denen das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die von ihm festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung ersichtlich sind (2) Unfälle im Betrieb bei denen ein AN getötet oder so verletzt wird, dass er stirbt, oder für mehr als 3 Tage völlig oder teilweise arbeitsunfähig ist, muss er erfassen
  • Hardwareergonomie - Schreibtisch max. 75cm hoch, besser verstellbar: 68-76cm mind. 1,20m breit bei wenig Papierarbeit, bei CAD, viel Papierarbeit oder Mischarbeit mehr Abstand Kante -> Tastatur: mind. 10 cm, bei viel Papierarbeit: 30cm Röhrenbildschirm: darf nicht über Tischkante reichen Augenabstand zu 14" Bildschirm: mind. 50cm, bei größerem oder mehreren Bildschirmen: mind. 90cm
  • Hardwareergonomie - Bildschirm Sichtlinie: 35° nach unten geneigt Bildschirm: 5° nach oben, 20° nach unten einstellbar Bildwiederholfrequenz: > 85Hz Röhrenbildschirm: Drehwinkel < 180° reflektionsfreie Aufstellung, orthogonal zu Fenstern und Leuchten Zeichenhöhe: 3-4mm Zeichenbreite: 70-90% der breite Zeichen: scharf und eindeutig positive Bildschirmdarstellung Kontrast und Helligkeit einstellbar
  • Hardwareergonomie - Beinfreiheit Höhe: mind. 65cm, besser einstellbar Breite: mind. 58cm Fußstütze: mind. 35*45cm, vorne max. 5cm, hinten mind. 11cm, neigbar per Fußschalter 5-15°
  • Hardwareergonomie - Drehstuhl mind. 5 Rollen (hart auf Teppich, weich auf Holz) Rückenlehne: neig- und feststellbar Armlehne: höhenverstellbar Sitzbreite: mind. 40-48cm Sitztiefe: mind. 38-44cm  Sitz neigbar: 4-6° freier Platz um Stuhl herum: 1,5*1,5m