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Psychologie (Subject) / Insgesamt (Lesson)

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  • Welches Verfahren wird eingesetzt, um Artefakte in Experimenten zu reduzieren? Es wird das Doppel-blind-Verfahren eingesetzt, bei welchem weder die Versuchspersonen noch die unmittelbar das Experiment betreuenden ForscherInnen über die Art der experimentell gesetzten Einwirkungen bescheid wissen dürfen.  Da natürlich auch in Blindstudien die ProbantInnen über die Intention einer Studie Vermutungen entwickeln, müssen in der psychologischen Forschung manchmal auch Täuschungen eingesetzt werden. Selbstverständlich sind diese nach Ende des Experiments aufzuklären.
  • Beschreibe die Begriffe Querschnittuntersuchung und Längsschnittuntersuchung? Gibt es Vor- und Nachteile? Querschnittuntersuchung (engl. cross sectional study): An einzelnen Fällen (Personen, Gruppen, Situationen etc.) werden die interessierenden Variablen nur einmalig erhoben. Zur Analyse von strukturellen Gesetzen von Variablen.  oder:  Eine Querschnittuntersuchung ist eine Untersuchung einer Stichprobe von Individuen hinsichtlich bestimmter Merkmale in verschiedenen Altersgruppen zum gleichen Zeitpunkt. Sie dient der Veränderungsmessung und zählt zur Korrelative Forschung, weil die untersuchten Variablen nicht aktiv manipuliert werden. ⇒ Nachteil: Verfälschungen durch unausgewogene Stichproben Längsschnittuntersuchung (engl. longitudinal study): Zwei oder mehr Datenerhebungen zu den gleichen Variablen. Zeitliche Dynamik ist erfassbar.  oder:  [engl. longitudinal study], [FSE], Untersuchung ein- und derselben Stichprobe von N Personen zu einer überschaubaren Anzahl von Gelegenheiten (T) meist über längere Zeiträume in einem oder mehreren Merkmalen (V). ⇒ Vorteil: Es können intraindividuelle Veränderungen beobachtet werden; Verfälschungen durch unausgewogene Stichproben reduziert  ⇒ Nachteil: Über einen längeren Zeitraum der Schwund an Versuchspersonen; Problematik der mehrmaligen Anwendung gleichartiger Testverfahren (Gefahr von Serialeffekten) Definitionen:  intraindividuell: innerhalb eines Individuums ablaufend 
  • Was ist ein psychologisches Experiment? (Allgemein - Merksatz) In einem Experiment werden unter abgeschirmten Bedingungen die Effekte (abhängige Variablen) systematisch variierter Wirkfaktoren (unabhängige Variablen) registriert, wobei durch eine zufällige Zuteilung der Fälle zu den Bedingungen der Wirkfaktoren etwaige Verfälschungen der Ergebnisse minimiert werden sollen.
  • Was ist ein Quasiexperiment? Es gleicht vom Aufbau her einem Experiment - mit dem Unterschied, dass die Fallzuordnung zu den Bedingungen nicht zufällig erfolgt (keine Randomisierung). • man nimmt das Risiko von Stichprobeneffekten in Kauf • in manchen Forschungsbereichen ist eine zufällige Zuteilung zu den verschiedenen Bedingungen entweder nicht realisierbar oder ethisch nicht zu rechtfertigen (zB. Schüler -> Schultypen; MitarbeiterInnen -> Betriebe; PatientInnen -> Behandlungsverfahren) • So werden die Artefekte kompensiert: größere Probandengruppen; zusätzliche Personenmerkmale erhoben, denen ein direkter od. indirekter Einfluss auf die abhängigen Variablen zugeschrieben werden kann (soziodemografische Merkmale zB Geschlecht, Alter, Schulbildung, Beruf; andere individuelle Charakteristika, die aufgrund ihrer Ungleichverteilung in den Bedingungen der unabhängigen Variablen zur systematischen Verfälschungen von Ergebnissen führen könnten) Mittels statistischer Korrekturverfahren, lassen sich einige solcher Verfälschungen kompensieren bzw. aus den Ergebnissen herausrechnen ("auspartialisieren").
  • Erkläre folgende Begriffe: Feldforschung, Fallstudie, Ethogramm, Non-reaktive Verfahren Methoden der Feldforschung bezwecken eine Untersuchung von Phänomenen unter natürlichen Rahmenbedingungen bzw. unter minimierter versuchsbedingter Beeinflussung.  Vorteil: Natürlichkeit Nachteil: Störvariablen können weniger gut kontrolliert werden Es werden in der Feldforschung häufig qualitative Methoden verwendet, weil diese flexibler auf die Eigenarten von Personen oder von Situationen anzupassen sind. • da Phänomene im Feld deutlich komplexer als im Labor ⇒ Entwicklung von genauen und effizienten Beschreibungsmethoden, Ausarbeitung von Verhaltensregeln zur optimalen Datengwinnung • Fallstudien ("single case studies") - erste Erfahrungsquellen, Anregung für weitere Forschungstätigkeiten, können Forschungsphänomene konkretisieren und plastisch vorstellbar machen, Nachteil: Ergebnissen mangelt es an Verallgemeinbarkeit • Ethogramm - Ein Katalog möglicher Verhaltensweisen in natürlichen Umweltbedingungen (aus der Verhaltensforschung) • Non-reaktive Verfahren - bezwecken eine Analyse psychologischer Problemstellungen, ohne dass die untersuchten Personen bemerken, dass sie untersucht werden (Insbesondere bei Inhaltsanalysen von schriftlichen Dokumenten: Tagebüchern, Archiven; Auszählungen von Unfall-, Krankheits- und Fehlzeitstatistiken oder Abnützungen von Bodenbelägen, Pfaden oder Gebrauchsgegenständen "Sputenanalyse")
  • Erkläre folgende Begriffe: Feldforschung, Fallstudie, Ethogramm, Non-reaktive Verfahren Methoden der Feldforschung bezwecken eine Untersuchung von Phänomenen unter natürlichen Rahmenbedingungen bzw. unter minimierter versuchsbedingter Beeinflussung.  Vorteil: Natürlichkeit Nachteil: Störvariablen können weniger gut kontrolliert werden Es werden in der Feldforschung häufig qualitative Methoden verwendet, weil diese flexibler auf die Eigenarten von Personen oder von Situationen anzupassen sind. • da Phänomene im Feld deutlich komplexer als im Labor ⇒ Entwicklung von genauen und effizienten Beschreibungsmethoden, Ausarbeitung von Verhaltensregeln zur optimalen Datengwinnung • Fallstudien ("single case studies") - erste Erfahrungsquellen, Anregung für weitere Forschungstätigkeiten, können Forschungsphänomene konkretisieren und plastisch vorstellbar machen, Nachteil: Ergebnissen mangelt es an Verallgemeinbarkeit • Ethogramm - Ein Katalog möglicher Verhaltensweisen in natürlichen Umweltbedingungen (aus der Verhaltensforschung) • Non-reaktive Verfahren - bezwecken eine Analyse psychologischer Problemstellungen, ohne dass die untersuchten Personen bemerken, dass sie untersucht werden (Insbesondere bei Inhaltsanalysen von schriftlichen Dokumenten: Tagebüchern, Archiven; Auszählungen von Unfall-, Krankheits- und Fehlzeitstatistiken oder Abnützungen von Bodenbelägen, Pfaden oder Gebrauchsgegenständen "Sputenanalyse")
  • Was ist ein "Test" ? Ein Test ist ein wissenschaftlich normiertes und standardisiertes Prüfverfahren, welches stabile Eigenschaften eines komplexen Systems (Person, Gegenstand, Organisation) ermitteln soll. oder  EinTest ist ein wissenschaftlich begründetes, normiertes und bestimmten Gütekriterien unterworfenes Verfahren mit dem Ziel einer quantitativen Erfassung von Merkmalen.
  • Beschreibe die Standardisierung im Zusammenhang mit Tests. Unter Standardisierung versteht man Maßnahmen, aufgrund derer Situationen, Aktionen oder Objekte unter Bezugnahme auf Normen oder Regeln  miteinander verglichen werden können.  oder  Eine Standardisierung besteht aus Maßnahmen, die eine Vergleichbarkeit von verschiedenen Personen, Objekten, Situationen oder von Variablenwerten ermöglichen. z.B. In Experimenten: Instruktionen und Rahmenbedingungen der Durchführung müssen für alle Versuchspersonen standardisiert, d.h. als maximal ähnlich aufgefasst werden z.B. Diagnostik: Bei Tests: Bei standardisierten Fragebögen müssen die Fragen immer den gleichen Wortlaut haben, auch die möglichen Antworten sind fix vorgegeben  Variablen gelten als standardisiert, wenn ihre Werte als Differenz zu ihrem Mittelwert und in Einheiten ihrer Streuung dargestellt werden. -    (x-m)/s Somit können auch sehr verschiedenartige Variablen miteinander in Relation gesetzt werden. Bei Leistungs-, Intelligenz- oder Persönlichkeitstests bedeutet eine Standardisierung, dass die Ergebnisse der ProbandInnen auf die Verteilungen von sogenannten Referenz- oder Normstichproben bezogen sind.
  • Beschreibe den Begriff "Skala" im Bezug auf Tests. Eine Skala soll Ausprägungen einer spezifischen Eigenschaft eines empirischen Sachverhalts exakt (anhand von Zahlen) charakterisieren.  Da die in einem Test zu erfassenden Konstrukte aus Teilaspekten bzw. verschiedenen Inhaltskomponenten bestehen, setzen sich aus entsprechend vielen Subtests bzw. Skalen zusammen, die jeweils ein homogenes Merkmal feststellen oder "messen" sollen.  Eine Skala ordnet somit empirischen Objekten (z.B. Personen ) Zahlen zu. (ähnlich Physik) engl. Scale: Maßstab, Anzeige, Skala ital. scala: Maßstab, Treppe, Leiter, Skala 
  • Was bedeutet der Begriff "Messtheorien" im Zusammenhang mit Tests und Skalen? Die Prüfung, ob zur Vermessung eines empirischen Objekts eine quantitative Skala akzeptiert werden kann, erfolgt auf Basis mathematisch-statistischer Messtheorien. (Skalenqualität)
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  • Wie sind Skalen bzw. Subtests aufgebaut? Wie funktionieren sie? Subtests oder Skalen betsehten selbst meist wieder aus zwei, drei oder mehr Elementen, den Items.  Je nach inhaltlicher Orientierung des Tests oder der Skala können sich die Items aus Leistungsaufgaben, Fragen mit Antwortaltanativen oder aus Skalierungen, nämlich Einschätzungen von Merkmalen anhand von Zahlen, zusammensetzen.  Die Art der Reaktion einer Person auf ein Item wird über (Zahlen-)Symbole kodiert, welche unter Verwendung mathematisch-statistischer Modelle zu quantitativen Werten (z.B. Mittelwert über die einzelnen Items ) für die einzelnen Skalen verrechnet werden. Je mehr Items für eine Skala zur Verfügung stehen, d.h., je mehr unabhängige elementare "Messinstrumente" für eine Eigenschaft vorliegen, desto größer ist im Allgemeinen die Zuverlässigkeit der entsprechenden Skala.
  • In welchen verschiedenen Bereichen werden laut Bühner (2010) psychologische Tests eingesetzt? • psychische und psychosomatische Störungen  • Befindlichkeitsstörungen • Therapie- und Heilungsverlauf • Familien-, Ehe-, und Erziehungsberatung • Berufsberatung und Personalauslese • Verkehrseignung (TÜV) • Strafvollzug (Haftentlassung) • Entwicklungsstörungen • Schulreife • Leistungsstörungen • Hochschuleignung • Produktbeurteilung • Einstellungs- und Motivationsmessung (Arbeitszufriedenheit, Leistungsmotivation)
  • Was zählt unter anderem zu den Routineaufgaben in der späteren Berufspraxis von PsychologInnen? Die Auswahl und Interpretation von Tests- und Fragebogenergebnissen.
  • Von was hängt die Genauigkeit, die Aussagekraft und der Vorhersageerfolg von Testergebnissen ab? Von den sog. Gütekriterien der Tests.  • Objektivität • Reliabilität • Validität
  • engl. Item Datenelement, Einheit, Einzelheit, Element, Punkt, Nummer
  • Was kennzeichnet die Objektivität eines Tests? • Sie kennzeichnet die Unabhängigkeit seines Ergebnisses von der Person, die den test durchführt. • Sie ist besonders hoch, wenn verschiedene Testanwender zu gleichen Testergebnissen kommen.  • AwenderInnen brauchen dafür fundierte testpsychologische Grundkenntnisse und Fertigkeiten (DIN-Norm 33430 für Berufsbezogene Eignungsdiagnostik) • Objektivitätsmängel: Durch fehlende Sorgfalt bei der Testdurchführung als auch durch Unterschiede bei der Auswertung der Interpretation entstehen. 
  • Was kennzeichnet die Reliabilität eines Tests? Zuverlässigkeit + Genauigkeit eines Tests bei wiederholter Anwendung des Tests bei gleichen Probanden weitgehend gleiche Ergebnisse  bekommt man indem  1. Tests wiederholt und dessen Ergebnisse auf Übereinstimmung prüft ("Retest-Methose") 2. Paralleltests - verschiedene Tests mit gleicher Aussagekraft entwickelt und deren Übereinstimmung bei derselben Personengruppe kontrolliert ("Paralleltest-Methose") 3. man Teile eines Tests auf Homogenität d.h. auf inhaltliche Ähnlichkeit prüft ("Konsistenzmethode") 
  • Was kennzeichnet die Validität eines Tests? Validität = Gültigkeit = wichtigste Gütekriterium  gibt an, wie gut der Test in der Lage ist, das zu messen, was er zu messen vorgibt (zB Intelligenz, Motivation, Persönlichkeitsmerkmale) "Inhaltliche Validität " oder "Augenscheinvalidität " besitzt ein Test, wenn es aufgrund der Art der Testung (Fragen, Leistungen usw. ) offensichtlich ist, welcher Aspekt sich im Testergebnis hauptsächlich niederschlägt (z.B. Additionstest für Rechenfähigkeit, Bildermerktest für Vorstellungsfähigkeit). Validitätsprüfung - durch Berechnung des statistischen Zusammenhanges (Korrelation) der Werte des Tests mit einem plausiblen Kennwert ("Kriteriumsvalidität") oder mit einem anderen Test, der den gleichen Aspekt zu messen vorgibt ("Konstruktvalidität"). Beispielsweise könnte bei SchülerInnen für einen Test über rechnerische Intelligenz die Mathematiknote als Validitätskriterium oder ein ebenfalls auf Rechenleistungen bezogener anderer Test als Validitätskriterium herangezogen werden. 
  • Welche Beziehung besteht zwischen den Gütekriterien? Eine Implikationsbeziehung: Wenn ein Test nicht objektiv ist, kann er nicht reliabel sein, und wenn er nicht reliabel ist, ist er nicht valide. Wenn nämlich bereits die Datenerhebung stark fehlerbehaftet ist, können bei wiederholten Messungen keine gleichen Resultate auftreten, und wenn letzteres nicht gesichtert ist, kann auch die zu messende empirische Eigenschaft nicht befriedigend von anderen Eigenschaften unterschieden werden.
  • Neben Objektivität, Reliabilität und Validität werden insbesondere bei der Konstruktion von Tests noch weitere, ebenfalls wichtige Gütekriterien überprüft. Benenne diese. - Skalierung (quantitative Interpretiebarkeit der Testwerte) - Normierung (Vergleichsmöglichkeit mit Bevölkerungsgruppen) - Fairness (Chancengleichheit für alle Bevölkerungsgruppen) - Ökonomie (Minimum an Ressourcenverbrauch) - Zumutbarkeit (Minimum an zeitlicher, emotionaler und psychischer Belastung der ProbandInnen) - Unverfälschbarkeit (geringe Möglichkeit zur willkürlichen Beeinflussung der Testergebnisse durch Testpersonen) 
  • Wie funktioniert ein Polaritätsprofil? Das Polaritätsprofil ist eine in der Psychologie sehr verbreitete Methode zur Erfassung einstellungsbezogener oder gefühlsmäßiger Reaktionen auf Objekte, Personen oder Situationen. Dabei wird von den Versuchspersonen eine Reihe von Eigenschaften oder Eigenschaftspaaren (ca. 5-25) hinsichtlich ihres Zutreffens zahlenmäßig eingestuft. Seite 89 Tab 3.1
  • Was sind Ratingverfahren? Gib ein Beispiel dafür und erkläre es. Mittels Ratingverfahren werden Eigenschaften von Personen, Objekten oder Situationen (z.B. Wahrnehmungen, Ausdruckswirkungen oder Einstellungsintensitäten) anhand von Zahlenzuordnungen quantitativ eingestuft.  Bsp: Polaritätsprofil ("Semantisches Differential") In anderen Ratings bzw. Skalierungen wird etwa der Grad an Zustimmung zu Meinungen in Prozentpunkten, die Bewertung von Objekten oder Aspekten in Schulnoten oder eine Präferenzentscheidung mittels Punktesystem angegeben.
  • Beschreibe die wissenschaftliche Fremd- und Selbstbeobachtung. Unter Beobachtung versteht man das systematische Erfassen von wahrnehmbaren Verhaltensweisen, Handlungen oder Interaktionen einer Person oder Personengruppe zum Zeitpunkt ihres Auftretens. - Ebster & Stalzer 2003 • Beobachtung als Mittel der Informationsgewinnung sollte in allen Untersuchungen zumindest begleitend eingesetzt werden • Gütekriterien gelten auch für Beobachtungen (z.B. Objektivität: Mehrere BeobacherInnen müssen mit ihren beobachtungen übereinstimmen) Merksatz: Wissenschaftliche Formen von Selbst- und Fremdeocbachtung sind (im Gegensatz zu Beobachtungen im Alltag) theoriegeleitet, systembasiert und den allgemeinen Gütekriterien der Datenerhebung unterworfen.
  • Beschreibe die Begriffe "teilnehmende Beobachtung" und "nichtteilnehmende Beobachtung". teilnehmende Beobachtung:  - forschende Person nimmt selbst an dem untersuchten Geschehen teil  - wird von den erforschten Personengruppen wie ihresgleichen behandelt  - Erwartungen: lebensnähere Perspektive des beforschten Phänomens, tiefere Einblicke in die jeweilige Problematik  nichtteilnehmende Beobachtung:  - Forscher ist den Untersuchungspersonen gegenüber distanzierter eingestellt und an objektiven Ergebnissen interessiert
  • Was ist Lernen und wie kann man empirische Hinweise über lernbedingte Strukturveränderungen im Zentralnervensystem (ZNS) gewonnen werden? Lernen ist eine erfahrungsbedingte, dauerhafte, aber modifizierbare Anpassung von Wahrnehmungen, Vorstellungen, Denkprozessen, Gefühlen, Motivationen oder Verhaltensweisen an Lebensbedingungen.  Diese Anpassung ist also nicht auf Ermüdung, Reifung oder andere nicht erfahrungsbedingte Prozesse zurückzuführen. Lernen ist zudem stets mit einer Funktionsveränderung neuronaler Strukturen verbunden.  Empirische Hinweise über lernbedingte Strukturveränderungen im Zentralnervensystem (ZNS) können anhand von Hirnverletzungen ("Hirnäsionen"), Hirnreizungen ("Hirnstimulationen") und mittels Aktivitätsmessungen am Gehirn gewonnen werden (z.B.: Elektroenzephalogramm/EEG, Positronen-Emmissions-Tomografie/PET, funktionale Magnet-Resonanz-Tomografie/fMRT).  Die Ergebnisse der meisten Lernprozesse lassen sich allerdings nicht im neuronalen Substrat direkt nachweisen, sondern müssen indirekt an Veränderungen der Wahrnehmung, des Denkens oder des Verhaltens abgelesen werden. Merksatz: Lernen ist eine durch Erfahrung hervorgerufene dauerhafte, aber modifizierbare Anpassung von psychischen Strukturen und Reaktionen (Wahrnehmung, Denken, Verhalten, ...)
  • Was sind Erbkoordinationen? Erbkoordinationen (Angeborene Auslösemechanismen/AAM) sind reizabhängige Verhaltensprogramme, die nicht durch individuelle Erfahrungen erworben werden, sondern in einem bestimmten Alter des Lebewesens ausreifen.  Als angeborener Auslöser darf das sogenannte Kindchenschema gelten (Lorenz, 1943), auf welches der Mensch (und andere Säuger) gefühlsmäßig reagiert (süß, herzig, niedlich) und mit "Pflegereaktionen" antwortet (z.B. streicheln, liebkosen).  In Cartoons und bei Puppen werden die typischen Merkmale (relativ großer Kopf, große Augen, pummelige Gliedmaßen) zur Steigerung des Effekts oft übertrieben dargestellt.
  • Thema: Umwelt und Verhalten Beschreibe den Aufbau des menschlichen Verhaltens. Merksatz: Menschliches Verhalten ist das komplexe Resultat einer unwillkürlichen Steuerung (durch Reflexe, Erbkoordinationen, Austomatismen) und einer willkürlichen Steuerung (durch bewusste Handlungsentwürfe). • doppelt-hierarchische Organisation (aus der Kybernetik: Wissenschaft von der Struktur komplexer Systeme)                           ⇒ bewusst kontrollierte Willkürmotorik ("Top-down-Kontrolle")                           ⇒ Automatismen ("Bottom-up-Kontrolle")                                                       • Reflexe, Gewohnheiten, Triebreaktionen, Stütz- und Gangmotorik In jedem Verhaltensablauf sind beide Kontrollinstanzen integriert. Angeborene Reflexe (z.B. Kniesehnen- oder Speichelflussreflex, Husten-, Nies- oder Schluckreflex), erworbene Automatismen (z.B. erlernte Angstreaktionen, Sprechen, Schreiben, Spielen eines Musikinstruments) oder Willkürverhalten werden zwar auf unterschiedlich komplexen Regulationsebenen gesteuert, sind aber bei einem voll funktionstüchtigen Organismus gut aufeinander abgestimmt.  Viele unwillkürliche Verhaltensweisen (Fertigkeiten, Gewohnheiten, Routinetätigkeiten) werden zunächst schrittweise und willkürlich kontrolliert aufgebaut, um dann später weitgehend ohne bewusste Kontrolle ausgeführt zu werden. *Verhaltungsforschung = Ethologie
  • Aktivierung und Lernen: Was bedeutet die Aktivierung im Zusammenhang mit Lernen? Im Laufe der Eolution ⇒ Nutzen eines Lernprozesses musste in Vernünftigen Verhältnis zu seinen Kosten stehen, damit biologische Ressourcen (z.B. Speicherkapazität des Zentralnervensystems) nicht vergeudet wurden. • Kriterium zur Auswahl einprägenswerter Erlebnisse ⇒ Erregungszunahme im Zentralnervensystem • Wenn Organismusexterne oder -interne Reize auftreten, die vermutlich Lebensrelevanz besitzen (z.B. Umweltveränderungen, Anblick von Nahrung, Schmerzen, Bedrohungen), erhöht sich das Niveau der allgemeinen Aktivierung im ZNS und damit die einhergende Intensität der neuronalen Informationsverarbeitung. • Bei den meisten höher entwickelten Lebewesen befindet sich im Stammhirn ein entsprechendes Aktivierungssystem welches sowohl auf Veränderungen in der Umwelt (Wahrnehmungssituation) als auch auf Änderungen im Organismus (Bedürfnislage) anspricht und eine Steigerung der Aktivierungslage im ZNS auslöst ("Orientierungsreaktion").
  • Nenne und beschreibe den experimentellen Hinweis auf die lernfördernde Wirkung eines erhöhten neuronalen Aktivierungsniveaus. "Brain-Trigger-Design" (Guttmann und Bauer 1984) Durch die Vorgabe von Lernmaterialien in Phasen erhöhter neuronaler Aktivierung waren um 25% bessere Merkleistungen nachweisbar.
  • Was sind Ritualisierungen? Zweckentfremdete Erbkoordinationen, die in der phylogenetischen Entwicklung ursprünglich einem biologischen Zweck und danach der Sicherung des sozialen Zusammenhalts innerhalb der Art dienten. So etwa entwickelte sich aus der Fütterung des Jungtieres das Schnäbeln oder Küssen erwachsener Tiere.
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  • Was bedeutet die Abkürzung ARAS? (Aktivierung und Lernen) Aufsteigendes retikuläres Aktivierungssystem: Von der Formatio reticularis (netzartiges Gebiet im Hirnstamm) zum Kortex aufsteigende und die zu ihr absteigenden Nervenbahnen, durch welche eine Steuerung des (tonischen) Aktivierungsniveaus (des ZNS) erfolgt. Seite 171 Abb. 6.3
  • Was besagt das Yerkes-Dodson-Gesetz? Yerkes und Dodson 1908 Weder ein zu niedriges noch zu hohes, sondern ein mittleres Aktivierungsniveau die beste Voraussetzung für geistige Leistungen ist. Daher werden im Allgemeinen schwere (anspannende) Aufgaben bei relativ niedriger Aktivierung und leichtere Aufgaben bei höherer Aktivierung besser bewältigt. Seite 171 Abb. 6.4
  • Was bewirkt eine elektrische Stimulation des Aktivierungszentrums (im Stammhirn)? Was bewirkt eine Schädigung? Eine Verschärfung der Wahrnehmung, Steigerung der Aufmerksamkeit, Beschleunigung der Informationsverarbeitung und eine Erhöhung der Reaktionsgeschwindigkeit. Eine Schädigung (z.B. als Folge von Encephalitis lethargica) oder Zerstörung (z.B. durch Verletzung) bewirkt befristete bzw. dauerhafte Schlafzustände. +Encephalitis lethargica: europäische Schlafkrankheit, Form der Gehirnentzündung  Merksatz: Überraschende und vital bedeutsame Ereignisse lösen Aktivierungsveränderungen im ZNS aus und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit ihrer Speicherung. In welchem Ausmaß bei Aktivierung Leistungssteigerungen oder Leistungshemmungen auftreten, hängt auch von der Persönlichkeit (Extraversion) und von der Aufgabenart ab.
  • Welche Rolle spielt der Amygdalae bei der Aktivierung von Lernprozessen? Die chemische oder elektrische Aktivierung des Amygdalae kann in Experimenten die Einprägung von (emotionalen) Inhalten wesentlich verbessern.
  • Welcher Aktivierungszustand ist für kognitive Leistungen kontraproduktiv und welcher ist ideal? Der Aktivierungszustand des Nervensystems verändert sich im Laufe des Wachzustandes sowohl tonisch (im Grundpegel) als auch phasisch (in Fluktuationen). Eine sehr hohe, aber auch eine sehr niedrige tonische Aktivierung (Hyeraktivierung - Hypoaktivierung) ist für kognitive Leistungen kontraproduktiv. Optimal ist ein mittleres Aktivierungsniveau, im Bereich dessen vor allem das Ausmaß des Aktivierungsabfalles (Erleichterung, Entspannung, Befriedigung), darüber entscheided, ob und in welchem Ausmaß die zuvor Erlebten Eindrücke und Handlungen eingespeichert werden.
  • Welche Rolle spielt das Lymbische System (Amygdala) bei Lernprozessen? Das Aktivierungssystem im Stammhirn stellt nur einen groben Regulationsmechanismus zur biologischen bewertung von Lebensumständen dar, sodass sich in der Phylogenese komplexer Lebensformen (Säugetiere) bald auch ein differenzierteres zentralnervöses Bewertungssystem, nämlich das Limbische System (Amygdale), herausbildete. 
  • Wie fungiert das Limbische System (Amygdala) im Bezug auf Lernprozesse und als Bewertungssystem? Das Limbische System nimmt laufend einen Vergleich zwischen Ist- und Soll-Werten im biologischen und psychischen Bereich vor und stellt fest, ob die gegebene Situation grundsätzlich eher als günstig oder als ungünstig einzuschätzen ist. Führt dieser Vergleich zu einem positiven Ergebnis, dann manifestiert sich dies subjektiv in einem positiven Gefühl (Zufriedenheit, Freude, Glück, ... ), verbunden mit der Tendenz, den vorhandenen Zustand aufrechtzuerhalten und die gerade ausgeübte Tätigkeit fortzusetzen oder in Zukunft zu wiederholen (z.B.: Essen, wenn etwas schmeckt).  Weichen jedoch die Ist- von den Soll-Werten zu stark ab, dann kommt es zu einem negativen Gefühl, wie etwa Unruhe, Angst oder Aggression, verbunden mit der Tendenz, den vorhandenen Zustand zu verändern und in Zukunft zu vermeiden. In die Bewertung der Situation fließt auch die Wahrnehmung des eigenen Aktivierungsniveaus und der körperlichen Empfindungen mit ein, wobei sowohl sehr niedrige Aktivierung (Langeweile) als auch sehr hohe Aktivierung (Stress) negativ erlebt werden, während sich bei mittleren Aktivierungsniveau oft positive Emotionen und Stimmungen einstellen (z.B. Interesse, Leistungsmotivation, Unternehmungslust).
  • Wie beeinflusst der Aktivierungszustand des ZNS den Lernprozess bzw. die Einprägung? Sowohl ein zu hoher als auch ein zu niedriger zentralnervöser Aktivierungsgrad sind für kognitive Leistungen (Wahrnehmen, Einprägen, Erinnern, Problemlösen, Urteilen, ... ) nachteilig.  Bewusstseinsinhalte haben eine umso größere Chance auf Einprägung, je deutlicher sie zunächst von einem zentralnervösen Aktivierungsnastieg und darauffolgend von einem Aktivierungsabfall begleitet sind. Seite 173 Abb. 6.5
  • Was ist der Ablauf und das Ergebnis von einem von Brenner (1973) eingeführten experimentellen Design zur Gedächtnisprüfung? Im Kreis sitzen 11 Paare von Probanden, von denen jeweils einer ein Drei- bis Zwölfbuchstabenwort vorzulesen hat und der zweite nur zuhören muss. Die Versuchspersonen haben die Aufgabe, sich alle vorgelesenen Wörter (d.h. auch jene der anderen) zu merken.  Wie erwartet, lag beim Wiedererkennen die durchschnittliche Erinnerungsleistung höher (ca. 75%) als beim Reproduzieren (ca. 30%). Die Wörter, die von den vorangehenden Personen (Positionen -5 bis -1) vorgelesen worden waren, bevor die Person selbst an die Reihe kam (Position 0), wurden schlechter gemerkt ("next-in-line effect"). Eine enorme Einprägungswirkung ergab sich jedoch sogar beim Reproduzieren der Wörter, die die ProbandInnen selbst vorgelesen hatten (85 bis 95%). Erklärbar war dies durch die Aktivierung beim Vorlesen und die nachfolgende Entspannung, die der passive Partner kaum miterlebt. Seite 174 Abb. 6.6
  • Auf welchen Schluss kommt Routtenberg (1968) aufgrund neuropsychologischer Befunde? (Thema: Aktivierung, Lernen und Anpassung) Positive Erlebnisse jeglicher Art (Triebbefriedigungen, Erfolgserlebnisse, Aha-Erlebnisse) sprechen die Belohnungszentren im limbischen System an.  Diese hemmen ihrerseits das Aktivierungssystem und führen auf diese Weise zu einer Reduktion unspezifischer Erregung und gleichzeitig zu einer Verstärkung lernspezifischer Neuronenverbindungen im Zentralnervensystem.  Bei diesem aktivierungsbezogenen Speichermechanismus könnte es sich um ein biologisches Grundprinzip des Lernens handeln, welches den meisten Lernformen zugrunde liegt. (z.B.: Signallernen, Verstärkungslernen, kognitives Lernen s. auch Brain Trigger Design, Guttmann und Bauer 1984) Was ist das Brain Trigger Design?  Experiment nach Guttmann & Bauer 1984 -> Probanden mit Lernmaterialien in Phasen erhöhter Aktivierung erzielten eine zu 25% bessere Merkleistung
  • Was ist der Zusammenhang zwischen Lernen/Einprägung und Körpersignalen (z.B. Herzschlag), Stress (z.B. leichte elektrische Schocks) und positiven oder negativen Emotionen (z.B. Filmeeffekte)? Erstelle eine Skizze und beschreibe sie. Jegliche Formen der Aktivierung einer Person vor dem Lernprozess (ca. 15 min davor), währenddessen und danach (ca. 15 min) Einprägungssteigerungen nach sich zogen. Als wichtige Vermittler für den Einprägungsprozess gelten Stresshormone (Adrenalin, Cortisol), welche die Amygdala aktivieren, die ihrerseits Lernstrukturen des ZNS (Hippocampus, Basalganglien, Neocortex) positiv beeinflusst. Skizze: Abb. 6.7 Seite 175
  • Was sind die wichtigsten Gehirnstrukturen für Lernprozesse? 1. Hirnstamm (Aktivierungsregulation, vegetative Reaktionen) 2. Limbisches System (Bewertungssystem, emotionale Reaktionen, Konsolidierung) 3. Großhirn (Speichersystem, Speicherung und Klassifikation von Lerninhalten, Aufmerksamkeitssteuerung, Abrufung von Speicherinhalten)
  • Welche Funktionen kommen dem Hirnstamm zu ? Hirnstamm (Mittelhirn, Hinterhirn, Nachhirn):  • kontrolliert das allgemeine Aktivierungsniveau und viele vegetative Basisfunktionen (Herzschlag, Blutdruck, Verdauung, Atmung, Wärmeregulation, Schlaf) • Ursprung von 10 Hirnnerven (sensorische und motorische Kontrolle des Kopfes und des Halses: Auge, Ohr, Mund, Kehlkopf, ...) einschließlich des Nervus Vagus ("Parasympaticus") • Instinktregelungen der Selbsterhaltung (Kampf- und Fluchtreaktion, Impulse zum Territorialverhalten, soziales Dominanzverhalten) • Verhaltensprogramme sind aber autonom und entsprechend starr
  • Welche Funktionen kommen den Limbischen System zu? Limbisches System (Zwischen- und Endhirnteile): • miteinander und mit den übrigen Gehirnbereichen stark vernetzt • "emotionales Gehirn" • beteiligt an: Entstehung von Gefühlen, Bewertung von Lebenssituationen, Verstärkung von Verhaltenstendenzen • Vorraussetzung für das dauerhafte Einprägen von Erlebnissen und Wissensinhalten (Konsolidierung): Funktionstüchtigkeit des Hippokampus (= Teilstruktur des limbischen Systems)
  • Erkläre das Modell des globalen Arbeitsspeichers (Thema: Speicherstrukturen des Gehirns) Das Modell des globalen Arbeitsspeichers gibt die heutige Sicht des Gehirns als Gruppierung stark vernetzter, miteinander simultan interagierender Neuronensysteme wieder. Teile des Netzwerkes (Module) erfüllen Spezialleistungen (Wahrnehmung, Erinnerung, Bewertung, Konzentration, Verhalten) und werden durch ein Verbindungsnetzwerk ("Global Workspace") in ihren Aktivitäten gesteuert. Seite 177 Abb. 6.8
  • Welche Funktionen übernimmt der Neocortex bzw. das Großhirn? • vier Gehirnlappen (Stirnlappen/Frontallappen, Scheitellappen/Parietellappen, Schläfenlappen/Temporallappen, Hinterhauptslappen/Okzipitallappen) und ihre Windungen haben spezielle Funktionen und Aufgaben der Informationsverarbeitung • neurologische Befunde bei Gehirnverletzungen (Gehirnläsionen) lassen erkennen, dass viele Einprägungen an verschiedenen Stellen des Neocortex gespeichert sind und auch die Kontrolle psychischer Prozesse selten von einem Gehirnareal allein ausgeht (es gibt auch geschlechtsspezifische Unterschiede) • "dominante" linke Hämisphere: Sprachverständnis, Sprachproduktion, sprachgebundenes logisches Denken • "nichtdominante" rechte Hemisphäre: Vorstellungsleistungen, musisches Verständnis, vorstellungsgebundenes logisches Denken, Einsicht (Problemlösungen) • 95% der Rechtshändigen und 75 aller Linkshänder = linke Hämisphäre = dominant • Merksatz: Die linke Großhirnhälfte kontrolliert überwiegend die Speicherung, Verarbeitung und Produktion sprachlicher Signale, während die rechte Großhirnhälfte zumeist stärker auf die Speicherung, Verarbeitung und Produktion von Vorstellungsinhalten spezialisiert ist.
  • Wo im Gehirn sind das Aktivierungssystem, das Speichersystem und das Bewertungssystem? Seite 178 Abb. 6.9 Aktivierungssystem - Hirnstamm Bewertungssystem - Limbisches System  Speichersystem - Großhirn, Kleinhirn
  • Welche Gehirnlappen haben die Aufgaben: Speicherung des Faktenwissens, Handlungswissen, Handlungsorientierung, Handlungskontrolle? Die Orte der Speicherung des Faktenwissens (deklaratives Gedächtnis) liegen je nach Wahrnehmungsmodus (Tastsinn, Geschmack, Gehör, Geruch, Sehsinn) im Scheitel-, Schläfen-, oder Hinterhauptslappen. Das Handlungswissen (prozedurales Gedächtnis), Handlungsorientierungen (Werthaltungen) und die Handlungskontrolle (Aufmerksamkeit, Denkprozesse) sind überwiegend im Vorderlappen des Großhirns lokalisiert. Seite 179 Abb. 6.10 
  • Erkläre, wie eine Nervenzelle aufgebaut ist und wie sie funktioniert. Skizziere eine Nervenzelle und einen synaptischen Spalt. Nervenzellen bestehen aus einem Zellkörper und einem Zellkern, welche beide für den Stoffwechsel zuständig sind, sowie aus zahlreichen, manchmal bis zu einem Meter langen Nervenzellfortsätzen, von denen die Dendrirten auf die Aufnahme und die Axone ("Neuriten") auf die Abgabe von Informationen spezialisiert sind.  Wenn eine Nervenzelle an ihren Dendriten oder am Zellkörper mechanisch, elektrisch oder chemisch erregt wird, dann pflanzt sich der elektrische Impuls bis zum Ende des Axons fort, wo an dessen Endknöpfchen, den Synapsen, Transmitterstoffe mit erregender oder hemmender Wirkung für die folgende Nervenzelle ausgeschüttet werden. Skizze S. 181 Abb. 6.12
  • Nenne die funktionalen Unterschiede zwischen linker und rechter Gehirnhemisphäre. Aufgrund von klinischen Erfahrungen (Gehirnverletzungen), neurologischen Studien (z.B. Split-Brain-Forschung) und neurophysiologischen Experimenten (z.B. dichotisches Hören) lassen sich folgende Zuordnungen vermuten:  Linke Hemisphäre:  - rechte Hand - Mathematik, Fremdsprachen, Wissenschaft, Schreibbegabung, Logik Rechte Hemisphäre: - linke Hand - Musikalität, Kunstverständnis, Tanzbegabung, Auffassungskraft, Fantasie, Bildnerisches Empfinden Zwischen den Hemisphären: Corpus Callosum Trotz solcher tendentieller Lateralisierungen von Funktionen werden zweifellos die meisten Gehirnfunktionen von beiden Hemisphären beeinflusst und kontrolliert.