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Entwicklungspsychologie (Subject) / Bindung und Emotion (Lesson)

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  • Definition Bindung -> enge und überdauernden emotionale Beziehung von Kindern zu ihren Eltern (vgl.  "attachement") - "bonding": Bindung der Mutter zu ihrem Kind - überlebensnotwendig, Befriedigung der physischen Grundbedürfnisse (Schlaf, Wasser, Essen Hygiene, Schutz vor Kälte/ Hitze) reicht nicht aus  -> Studien von Harlow zu Bindung von Makakenaffen an Stoff- vs. Drahtmutter -> Hospitalismusstudien (Rene Spitz, 1945)
  • Self-Determination Theory (Deci & Ryan, 1995) - angeborenes Bestreben, die psychischen Grundbedürfnisse Bindung, Kompetenz und Autonomie zu erfüllen - nach Skinner & Wellborn Vorraussetzung für psychische Gesundheit und gelungen Anpassung  1. Bindung: enge, zwischenmenschliche Beziehung -> sich selber als gebunden, liebenswert und liebesfähig wahrnehmen 2. Kompetenz: effektiv Interaktion mit der Umwelt -> Erzielen von positiven Ergebnissen, vermeiden von Negativen  3. Autonomie: freie Bestimmung des eigenen Handelns  -> selbstbestimmte Interaktion mit der Umwelt
  • Bindungsentwicklung nach Bowbly - angeborene Verhaltenssysteme, die sicherstellen, dass Eltern in Nähe des Kindes bleiben, es vor Gefahren schützen und es bei der Entwicklung unterstützen - Verhaltenssysteme haben evolutionären Ursprung, sichern Überleben - Verhaltenssystem sind z.B. Bindungsverhalten des Kindes und Pflegeverhalten der Mutter, diese treffen aufeinander -> Grundlage einer tiefen, sozio-emotionales Beziehung - die Qualität dieser primären Bindungsbeziehung (zur Mutter) hat langfristige Auswirkungen auf die spätere Beziehung des Kindes zu Anderen, sowie zu sich Selbst (Selbstwertgefühl) - postuliert 4 Phasen der Bindungsentwicklung in der frühen Kindheit, dessen Verlauf die mentale Repräsentation des Selbst im sozialen Kontext maßgeblich determiniert
  • Phasen der Bindungsentwicklung nach Bowlby 1. Pre-attachement (Geburt- 6 Wochen): allgemeine soziale Ansprechbarkeit, angeborene Signale (Schreien) bringen Bezugspersonen in die Nähe des Säuglings 2. Attachement-in-the-making ( 6 Wochen-6/8 Monate): soziales Lächeln, Präferenz für bekannte Personen 3. Clear-Cut-attachement (7- 18 Monate): Kinder suchen aktiv die Nähe der Bezugspersonen, Social Referencing (in unvertrauter Situation sucht Kind Rückversicherung über vertraute Personen), Trennungsangst 4. Reziproke Beziehung (ab 18 Monaten): Kind macht organisierte Bemühungen, die Nähe zur Bezugsperson aufrechtzuerhalten ab 30 Monaten flexibles, partnerschaftliches Verhalten
  • Bindungstypen nach Bowbly im "Fremde Situationen Test" a) sicherer Bindungstyp (65%): Kinder sind kurzfristig irritiert, wenn Mutter Raum verlässt und weint, lässt sich aber auch von fremder Person trösten, spielt mit ihr und begrüßt Mutter bei Wiederkehr immer freudig b) unsicher-vermeidender Bindungstyp (20 %): Kinder sind unbeeindruckt von Trennung von Bezugsperson, spielen viel alleine, lehnen Bezugsperson bei Wiederkehr ignorierend ab/ bemerken sie nicht c) unsicher-ambivaltent (15 %): Kinder wirken bei der Trennung massiv verunsichert, werden sehr aggressiv (schlagen gegen Tür, schreien), bei Wiederkehr der Mutter zeigen sie abwechselnd abweisendes, aggressives und anhängliches Verhalten d) desorganisiert (nur sehr kleiner Prozentsatz): hauptsächlich "abnormales" Verhalten wie Erstarren, Im- Kreis- Drehen, Schaukeln, Mischformen der anderen Bindungstypen (gleichzeitig intensives Suchen nach Nähe und dessen Ablehnung) - Stabilität des Bindungstypus: ca. 80 % der Kinder zeigten nach 5 Jahren (Großmann et al.) den selben Bindungstyp - transgenerationaler Zusammenhang im Bindungsverhalten
  • "Fremde Situationen Test" (Mary Ainsworth, 1978) -> dient der Einschätzung der Bindungssicherheit bei 1-2-Jährigen, Klassifikation von 4 Bindungstypen: - Kind spielt alleine in Raum (30 sek lang), anschließend setzt sich Mutter/ Vater dazu - Fremder tritt ein und unerhält sich mit Mutter/Vater - Mutter verlässt Raum, Fremder bietet Kind Zuwendung - Mutter kommt zurück, tröstet Baby ggf., Fremder verlässt Raum - Mutter verlässt Raum - Fremder tritt ein, um Babz ggf. zu trösten - Mutter kommt zurück, tröstet Baby ggf. und ermutigt es, weiter zu Spielen
  • Einflussfaktoren auf Bindungssicherheit a) Gelegenheit, enge Beziehungen einzugehen b) Qualität der Fürsorge, mütterliche Responsivität (prompte, konsistente, angemessene Reaktion auf Bedürfnisse des Kindes) -> bei post-natalen Depressionen: Schwierigkeiten, ädaquat auf emotionale Reaktionen des Kindes zu reagieren c) Persönlichkeitseigenschaften  - z.B. Temperament
  • Temperament -> Persönlichkeitsmerkmal  -> individuelle Unterschiede in der emotionales Reaktivität, die schon kurz nach der Geburt sichtbar sind -> Temperamentsdimensionen (Chess & Thomas, 1982): Aktivitätsiveau, Biologische Rhytmizität, Annäherungs- und Rückzugsverhalten, Anpassungsfähigkeiten, Sensibilität für neue Reize, Heftigkeit eigener Reaktionen, Grundstimmung, Ablenkbarkeit, Aufmerksamkeitsspanne - Stabilität dieser Dimensionen ist in den ersten beiden Lebensjahren sehr gering, steigt danach an
  • Temperament und Bindung - hoher Einfluss von Temperament auf Bindungsentwicklung -> hohe Sensibilität für neue Reize (Reaktion mit Exploration, Rückzug, Hemmung) in früher Kindheit zeigen hohen Zusammenhang mit späterem schüchternen-sozialphobischen Tendenzen (hoher prädiktiver Wert) - kommt auf Passung von Temperament und sozialen Kontext an !!
  • Langzeiteffekte hoher Bindungssicherheit - positivere Beziehung zu Gleichaltrigen - bessere Social Skills - besseres Verständnis für Emotionen Anderer - prosoziales Verhalten: Teilen - weniger aggressives, antisoziales Verhalten - engere Freundschaften - schulischer Erfolg - soziale Beliebtheit
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  • Komponenten einer Emotion a) behaviorale Komponente: Verhaltenstendenz (Flucht, Annäherung, Einwirken auf Andere ) b) physiologische Komponente:  physiologische Korrellate (Puls, Atmung, Hormonspiegel) c) experientielle Komponente: - subjektive Gefühle (Angst, Freude, Trauer) - begleitende Kognitionen ("Ich hab Angst", "Was wäre wenn?")
  • Basisemotionen-Theorien - begrenzte Anzahl angeborener, primärer Basisemotionen (Furcht, Ärger, Freude, Ekel, Trauer, Überraschung) - diese Basisemotionen haben sich als evolutionäre Anpassung an grundlegende Anforderungen der Umwelt entwickelt (-> evolutionstheoretischer Ansatz) - Universalitätsanspruch - Emotionen haben gemischtes Set an körperlichen und mimischen Reaktionen - primäre vs. sekundäre (vs.tertiäre) Emotionen (vgl. Damasio, Plutchnik): - primäre Emotionen sind (nach Damasio) angeboren und mit spezifischen Aktivierungsmustern der Gesichtsmuskulatur gekoppelt - sekundäre Emotionen entstehen (nach Damasio) wenn primäre Emotionen auf individuelle Erfahrungen, Traditionen und andere Faktoren stoßen (z.B. Fremdenhass) - empirische Evidenz: schwierig, Kriterien für das Vorliegen einer Emotion zu definieren und verschiedene Emotionsausdrücke voneinander zu differenzieren 
  • Appraisal-/kognitive Bewertungs-Theorien - z.B. Lararus (1991), Frijda (1986)  - kognitive Prozesse/ Bewertungen sind für emotionale Reaktionen verantwortlich und bestimmen deren Qualität und Intensität - Annahme distinkter Emotionen - Unterscheidung zwischen primären (automatisierten) und sekundären (kontrollierten) appraisal bzw. Bewertungsprozessen -> "primary" vs. "secondary appraisal"
  • kognitiv-konstruktivistische Emotionstheorien - z.B. Schachter & Singer (1962)  - kognitive Prozesse sind nicht Ursache, sondern Bestandteil von Emotionen - Emotionen sind keine klar voneinander abgrenzbare, distinkte Kategorien, sondern Dimensionen -> definiert durch Grunddimension "Valenz" und "Intensität" - Emotionen stehen nicht nur in Verbindung mit Kognition, sonder auch mit Motivation, Aufmerksamkeit
  • sozial-konstruktivistische Emotionstheorien - z.B. Averill (1980)  - Grundgedanke: soziales und kulturelles Umfeld spielt große Rolle beim Erleben und der Regulation von Emotionen
  • Zeigen von Emotionen von Neugeborenen -> "Vorläuferemotionen" (Sroufe) beim Neugeborenen (vgl. Izard & Malateste, 1987): - werden ausgelöst durch physikalische Reizeigenschaften, haben keine bestimmte "Bedeutung" - sind eher reflexartiger Natur - für Außenstehende oft nicht nachvollziehbar, was Emotionen ausgelöst hat, nicht auf Anlass abgestimmt -  langsamen Anstieg und Abfall - Beispiele: Distress (Signalisieren eines dringenden Bedarfs), Interesse (Aufmerksamkeitsfokussierung bei neuartigen externen Stimuli), endogenes Wohlbefinden (Lächeln nach Spannungs-Entspannungs-Zyklus), Erschrecken/ Furcht (bedrohliche Überstimulation), Ekel (ungenießbares Essen)
  • Entwicklung des Zeigens positiver Emotionen - ab ca. 2 Monaten: Soziales Lächeln, Freude, wenn Kind bestimmtes Ereignis kontrollieren kann - ab ca. 7-8 Monaten: selektives Lächeln gegenüber bekannten Personen - 1-2 Lebensjahr: Freude bei ungewöhnlichen, unerwarteten Ereignissen, Freunde, wenn Kind Mutter zum Lachen gebracht hat
  • Entwicklung des Zeigens negativer Emotionen - spezifische Abgrenzung von Angst, Unwohlsein und Wut zuerst schwierig - Angst/ Furcht wird innerhalb des 1. LJ spezifischer: -> 7 Monate bis 2 Jahre Fremdenangst, Angst vor Lärm und fremdem Spielzeug -> ab 8 Monaten Trennungsangst - Ärger/ Wut ab 5 Monaten - "Peak" der Wut bei 2 Jahren - Abnahme der Wutausbrüche bis zum Vorschulalter -> korrelliert mit allgemeiner Verbesserung der Emotionsregulationsfähigkeiten
  • Zeigen "selbstbewusster Emotionen" ->"selbstbewusster" Emotionen: "Selbstbewusst", das sie das "Selbst" in Beziehung zu den Reaktionen Anderer setzten (ab 2 Jahren): - Verlegenheit: wenn Kind im Mittelpunkt steht - Stolz: in Bezug auf eigene Leistung (erst ab 3 Jahren, da Bewusstsein für eigene Leistung vorhanden sein muss) - Scham: Fokus auf die eigene Person - Schuld: Mitgefühl für Andere, Reue bezüglich der Konsequenzen der eigenen Fehlhandlungen - Vorraussetzungen für selbstbewusste Emotionen: Vorhandensein eines "objektiven" Selbstbewusstseins (wird innerhalb des ersten halben Jahres/ ersten Lebensjahres erworben), Bewusstsein für soziale Normen und Regeln der eigenen Kultur -> "objektiv" : Bewusstsein über eigene Existenz, Ich-Außenabgrenzung
  • Indikatoren eines "objektiven" Selbstbewusstseins -> "objektiv" : Bewusstsein über eigene Existenz, Ich- Außenabgrenzung - getestet mit "Rouge- Test": Kind wird mit rot angemalt und vor Spiegel gestellt, ab circa 18 Monaten zeigt sich, dass Kind den Fleck bei sich wegwischt und nicht etwa auf dem Spiegel - kritisch zu sehen, da auch Prinzip eines Spiegels vorher verstanden sein muss, Ich- Außenabgrenzung wurde schon viel früher nachgewiesen - weiterere Indikatoren: -> Benutzen der Pronomina "ich",  "mir" (erfolgt allerdings auch viel später als Ich- Außenabgrenzung) -> Nicht-Anstecken-Lassen vom Weinen anderer Babys (innerhalb ersten halben Jahres) => Entwicklung eines "objektiven" Selbstbewusstsein sehr testabhängig (innerhalb der ersten 0.5 - 1.5 Jahre) 
  • Identifikation von Emotionen - Komponenten des Emotionsverständnisses  - mit 4-7 Monaten: Differenzierung von Emotionsausdrücken, Beginn der Zuordnung von Stimme, Situation und emotionalem Ausdruck - 8-12 Monate "Social Referencing": Ableiten der eigenen Verhaltenskonsequenzen aus emotionalem Ausdruck Anderer - 18- 24 Monate: Empathie, Differenzierung zwischen eigener und fremder Emotion (vorher: Gefühlsansteckung ohne wirkliche Empathie)
  • Hierarchisches Modell des Emotionsverstehen im Kindergarten-Schulalter (Pons et al.,2004) - externale Aspekte (3-4 Jahre): Emotionen identifizieren, Auslöser erinnern und aus Situation ableiten - mentale Aspekte (5-6 Jahre): Wünsche & Überzeugungen als Determinanten für Emotionen verstehen, Verständnis vorgetäuschter Emotionen (ToM) - reflexive Aspekte (6-8 Jahre): kognitive Emotionsregulationsstrategien erlernen, Verständnis multipler Emotionen & moralischer Einflüsse auf das Emotionsgeschehen
  • Differenzierung zwischen echten und vorgetäuschten Emotionen - Verständniss, dass gezeigte Emotionen nicht immer den tatsächlichen entsprechen - "display rules": Verbergen der Nicht-Freude über ungewolltes Geschenk - werden früher (mit 3 Jahren) gezeigt, als das wahre Verständniss für Effekte der eigenen Handlungen im Gegenüber (-> "Theory of Mind") -> Resultat von assoziativen Lernen (z.B.: Klassische Konditionierung: auf Zeigen von Missgunst folgt kein Geschenk in der Zukunft) - wahres Verständniss über Motive hinter Zeigen und Verbergen von Emotionen ab 5 Jahren
  • simultane/multiple und ambivalente Emotionen - vgl. Hierarchisches Modell des Emotionsverstehens: reflexive Aspekte  - werden circa zwischen 6 und 8 Jahren entwickelt: -> ab 6 Jahren Verstädnis, dass mehrere kompatible Emotionen gleichzeitig gefühlt werden können -> ab Vorschulalter (4-5) Verständnis komplexer Emotionen (sekundärer Emotionen samt Motiv) -> ab 6-8 Verständnis moralischer Einglüsse auf das Emotionsgeschehen (Antizipation von Schuldgefühlen) -> ab 6-8 Verständniss ambivalenter Emotionen, Bedeutung für Selbstreflexion und soziale Interaktion
  • Definitionen Emotionsregulation - Fähigkeit, Emotionen mit eigenen Zielen/Interessen und normativen Anforderungen des sozialen Umfeldes in Einklang zu bringen - Anforderungen des sozialen Umfeldes hoch kulturspezifisch -> große kulturspezifische Unterschiede in der Emotionsregulation - Prozesse der Emotionsregulation: a) Initialisierung einer neuen bzw Änderung einer alten Emotion b) Akzentuierung c) Verringerung d) Unterdrückung e) Aufrechterhaltung
  • antizipatorische vs. reaktive Emotionsregulationsstrategien - nach Gross (1998)  1. antizipatorische Strategien - stehen vor der Entstehung der Emotion, dienen der Prävention a) Situationsauswahl b) Situationsmodulation c) Aufmerksamkeitslenkung d) kognitive Neubewertung 2. reaktive Strategien - wirken auf die Modulation der emotionalen Reaktion ein, stehen nach der Emotionsentstehung  a) Abschwächung - durch z.B. Supression/Unterdrückung, aber auch duch kognitive Neubewertung b) Verstärken durch Intensivierung
  • kultur- & geschlechtsspezifische Unterschiede in der Emotionsregulation - in westlichen Kulturen eher kognitive Neubewertung/ antizipatorische Strategien, nicht-westliche eher Supression - geschlechtsspezifische Unterschiede in der Emotionsregulation: Männer eher Supression, Frauen eher kognitive Umstrukturierung (in westlichen Kulturen) - positive Korrellation zwischen kognitiver Umstrukturierung und Wohlbefinden, kognitiver Leistung (in westlichen Kulturen) - welche Strategien letzendlich am effektivsten sind muss in jeder Situation individuell evaluiert werden
  • frühe Emotionsregulation - 2 Monaten: Emotionsregulation auf Verhaltensebene beschränkt -> Regulation durch Kontrolle der visuellen Aufmerksamkeit (Blickabwendung) und selbstberuhigendes Verhalten (am Daumen nuckeln) - diese intraspychische Emotionsregulation trifft schnell an Grenzen -> erfordert interpsychische Emotionsregulation durch Hilfe der Bezugspersonen - diese werden ab 3 Monaten angefordert  -> Bedeutung der elterlichen Responsivität (wobei diese kulturspezifisch ist) -> kindliche Kontingenzerfahrung hat hohen Stellenwert: Kind erfährt einen kontingenten Zusammenhang zwischen Emotionsauslöser, Emotion und dessen Ausdruck und Emotionsbewältigung
  • Entwicklung der Emotionsregulation im Säuglings-und Krabbelalter - 6-12 Monate: Erweiterung des Verhaltensrepertoires der Emotionsregulation durch motorische Entwicklung des Kindes -> Annäherungs- und Rückzugsverhalten -> "Social/ Emotional Referencing"  - im 2. LJ wird das Regulationsrepertoire nochmal erweitert durch Entwicklung der Sprache -> Sprechen über Befindlichkeit und mögliche Regulation -> erhöht Fähigkeit zur emotionalen Perspektivübernahme  
  • Entwicklung der Emotionsregulation im Vorschulalter - Zunahme der Fähigkeit, Emotionen selber zu regulieren - Abnahme der Bedeutung interpsychischer Faktoren - Strategien sind z.B. die Loslösung von direkten Einflüssen des Emotionserlebens (z.B. Wegnehmen von Spielzeug-> Wut), um Ziel (Spielen) auf anderem Weg zu erreichen (anderes Spielzeug) - allmähliche Entkopplung zwischen Emotion und Emotionsausdruck, "vorgetäuschte" Emotionen im Vorschulalter - soziales Umfeld bleibt wichtig, Bezugspersonen sind weiterhing Vorbild bei Emotionsregulation
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  • Entwicklung der Emotionsregulation im Schulalter - Zunahme v.a. kognitiver Strategien (kognitive Neubewertung)  -> Gegenstück: handlungsbezogene Emotionen (bei Säuglingen) - zudem differenziertere Emotionsregulation nach situativen Kriterien -> Beachtung der Kontrollmöglichkeiten der Emotion, die Situation hergibt, je nachdem eher Ablenkung/ Neubewertung oder problemlösendes Verhalten (Situationsmodifikation) - in der späten Kindheit kommen vermehrt Distanzierungsstrategien dazu -> distanzieren von eigener Wut, Ärger
  • Entwicklung der Emotionsregulation im Jugendalter - weites Spektrum an emotionregulatorischen Verhaltensweisen und hohe Flexibilität bei dessen Nutzung - ändern sich dennoch drastisch durch strukturelle und funktionale Veränderungen in Hirnregionen, die für Affekt-Generierung und Regulation zuständig sind (PFC) -> hohe Vulnerabilität für "dysfunktionale Emotionsregulation" (was dysfunktional ist, ist kulturspezifisch !) - überkontrollierte Emotionsregulation in Verbindung mit internalisierendem Problemverhalten - unterkontrollierte Emotionsregulation in Verbidung mit externalisierendem Problemverhalten - geschlechtsspezifische Unterschiede, die nicht genetischer/ hormoneller Natur sind, sondern vermutlich mit gesellschaftlichem Druck, Stereotypen zu tun haben und daher aus kulturspezifisch unterschiedlich sind -> westliche Kultur: Frauen eher überkontrolliert, Männer eher unterkontrolliert
  • Einflussfaktoren auf die Emotionsregulation a) familiäres Umfeld: - Zusammenhang zwischen Depressionen bei Bezugsperson (-> dysfunktionale Affektregulation) und späterem internalisierenden/externalsierenden Problemverhalten im Schulalter - Zusammenhang zwischen ER- unterstützendem Verhalten der Eltern und externalisierendem/ internalisierendem Problemverhalten b) kulturelle Einflüsse: - kulturelle Normen beeinflussen den Ausdruck und die subjektive Erfahrung von Emotionen - physiologische Reaktion ist kulturübergreifend ähnlich, nur Ausdruck der Emotion unterscheidet sich -> Bsp.: Amerikaner reagieren mit weitaus mehr Mimik auf Freude als Asiaten, obwohl sie dasselbe Level an Arousal nennen
  • Der "ideale Affekt" verschiedener Kulturen - in jeder Kultur gibt es andere Normen des "idealen Affektes" (vgl. Tsai et al.,2013) - hat großen Einfluss auf Emotionsregulation - kulturelle Differenzen in der Emotionsregulation bereits mit drei Jahren, schlagen sich auch in Kinderbüchern nieder  - Normen des "idealen Affektes" und Emotionsregulationsstrategien sind innerhalb des spezifischen kulturellen Rahmens funktional - individualistische Kulturen: Betonung von Autonomie, Unabhängigkeit, Ausdruck individueller Bedürfnisse - kollektivistische Kulturen: Betonung von Gemeinschaftsverbundenheit, Interdepenz, Zurückhaltung individueller Bedürfnisse -> in kollektivistischen Kulturen eher mehr Supression, weniger kognitive Neubewertung, in individualistischen Kulturen genau andersum  - Adaptivität der Suppression: Emotionen werden geäußert, die innerhalb der Gruppe "akzeptabel" sind  -> psychische Probleme äußern sich oft eher somatisch, da sie auf diese Weise "akzeptabel" anerkannt werden können (Stigmatisierung von Psychisch-Kranken) - schlägt sich auch schon in mütterlicher Responsivität wieder:  -> eher Bestärkung positiver Emotionen unter euro-amerikanischen und deutschen Müttern (aktiver sozialer Austauch im Vordergrund) -> eher Hemmung negativer Emotionen unter Müttern aus Kamerun (Trösten und Stressabbau im Vordergrund)
  • Verständnis von Emotionen - Emotionsverständnis hat mehrere Komponenten: a) Emotionsidentifikation b) Verständnis von Emotionsauslösern c) Unterscheidung zwischen echten und vorgetäuschten Emotionen d) Verständnis simultaner und ambivalenter Emotionen  => vgl. (repräsentationale) Theorie of Mind