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7.2.1b (Subject) / 7.2.1b (Lesson)

7.2.1b

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  • Definitionsvorschlag psychologische Diagnostik ist eine Teildisziplin der Psychologie  - sie dient der Beantwortung von Fragestellungen, die sich auf die Beschreibung, Klassifikation, Erklärung oder Vorhersage menschlichen Verhaltens und Erlebens beziehen.  Sie schliesst die gezielte Erhebung von Informationen über das Verhalten und Erleben eines oder mehreren Menschen sowie deren relevanter Bedingungenein. Die erhobenen Informationen werden für die Beantwortung der Fragestellung interpretiert. Das diagnostische Handeln wird von psychologischem Wissen geleitet. Zur Erhebung von Informationen werden Methoden verwendet, die wissenschaftlichen Standarts genügen.
  • funktionale Verhaltensanalyse Problemverhalten wird mittels der SORKC Verhaltensgleichung zu erklären versucht.
  • S-O-R-K-C S-Stimulus-Reiz der auf die Person einwirkt-Bsp Mitschüler hänseln das KindO-Organismus-körperliche psychische Merkmale der Person-Bsp körperlich unterlegen, zieht sich von anderen Kindern zurückR-Reaktion-das zu erklärende Problemverhalten-Bsp. zieht sich von anderen Kindern zurück K-Kontingenz-Regelmässigkeit, mit der die Konsequenzen eintreten-Bsp gelegentlich C-Konsequenz-Reaktionen auf das Problemverhalten-positive oder negative Verstärkung-Bsp- Mutter "tröstet" das Kind mit starker Zuwendung und Süssigkeiten
  • Verhaltenstheoretiker wollen das Verhalten primär als Funktion der Situation erklären
  • wer war Begründer der wissenschaftlichen Psychologie? ersten Labors zur Erforschung psychologischer Phänomene 1879 durch Wilhelm Wundt an Universität Leipzig
  • apperative Diagnostik Galton angestossen
  • Begründer Psychotechnik Hugo Münsterberg - Blüte anfangs 1900Jhd bis zweiten Weltkrieg
  • psychologische Diagnostik nach dem zweiten Weltkrieg geprägt durch Papier und Bleistift Tests - pionier Gustav a Lienert
  • Tests von Lienert die in revidierter Form noch angewendet werden Mechanisch-Technischer Verständnis TestDrahtbiegeprobeKonzentrations-Leistungs-Test
  • Normpyramide ein Recht das in der Pyramide über einem anderen steht hat immer Vorrang - besteht ein Widerspruch ist immer das ranghöhere allgemeinere formulierte entscheidend
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  • Nennen Sie Praxisfelder, in denen Psychologische Diagnostik angewandt wird. - Klinische Psychologie- Gesundheitspsychologie- Pädagogische Psychologie- Arbeits- und Organisationspsychologie- Forensische Psychologie- Verkehrspsychologie- Entwicklungsdiagnostik- Gerontopsychologie- Neuropsychologie
  • Mit welchen anderen Fachgebieten der Psychologie steht die Psychologische Diagnostik im Fall der Intelligenzdiagnostik in ständigem Wissensaustausch? - Differentielle Psychologie- Pädagogische Psychologie- Arbeits- und Organisationspsychologie- Klinische Psychologie- Neuropsychologie- Forensische Psychologie- Verkehrspsychologie
  • Was sind die Grundannahmen der Eigenschaftsdiagnostik? - Das Erleben und Verhalten von Menschen lässt sich in Form von Eigenschaften („traits“) beschreiben. Diese werden aufgefasst als relativ breite und zeitlich stabile Dispositionen zu bestimmten Verhaltensweisen, die konsistent in verschiedenen Situationen auftreten.- Eigenschaften sind nicht direkt beobachtbar. Sie stellen hypothetische, gedankliche, konstruierte Gebilde dar und sind somit Konstrukte, die aus direkt beobachtbaren Verhaltensäußerungen lediglich erschlossen werden.
  • Nennen Sie einige Beispiele für Zustände („states“). - Emotionen (Angst, Freude, Traurigkeit, Ärger, etc.)- Mentale Zustände wie Müdigkeit, Wachheit, Konzentration- Erregungszustände (Erregtheit, Ruhe)
  • Nennen Sie empirische Belege für den Eigenschaftsansatz in der Persönlichkeits- und Intelligenzforschung. - Persönlichkeitsmerkmale korrelieren mit Verhaltensberichten.- Persönlichkeitsmerkmale sind stabil.- Intelligenz korreliert mit Leistungen im Leben.- Intelligenz ist stabil.
  • Was kennzeichnen die Begriffe „signs“ und „sample“ in Bezug zum eigenschafts- bzw. verhaltenstheoretischen Ansatz?  - Im eigenschaftstheoretischen Ansatz werden Verhaltensweisen als Indikatoren, Anzeichen, d.h. „signs“ für dahinterliegende Eigenschaften verstanden.- Im verhaltenstheoretischen Ansatz wird das Verhalten als ein Beispiel oder eine Stichprobe, d.h. „sample“ ähnlicher Verhaltensweisen betrachtet.
  • Erklären Sie, aus welchen Komponenten die S-O-R-K-C-Verhaltensgleichung besteht.  - Stimulus: Reiz, der auf die Person einwirkt. Beispiel: Mitschüler hänseln ein Kind- Organismus: Körperliche und psychische (!) Merkmale der Person. Beispiel: körperlich unterlegen, geringes Selbstvertrauen- Reaktion: Das zu erklärende Problemverhalten. Beispiel: zieht sich von anderen Kindern zurück- Kontingenz: Regelmäßigkeit, mit der die Konsequenzen eintreten. Beispiel: gelegentlich- Konsequenz: Reaktionen auf das Problemverhalten; positive oder negative Verstärkung. Beispiel: Mutter „tröstet“ das Kind mit starker Zuwendung und Süßigkeiten
  • Wozu dient eine Erfolgskontrolle? Mit einer Messung nach Beendigung einer Intervention (Erfolgskontrolle) versucht man festzustellen, ob das angestrebte Ziel erreicht wurde. Dieses Ziel wurde aufgrund der Messung vor der Intervention (Eingangsdiagnostik) festgelegt. Die Erfolgskontrolle ist im Sinne des Klienten, denn sie dient dazu, festzustellen, ob noch weitere Maßnahmen nötig sind oder nicht. Sie ist auch im Sinne des Auftraggebers, der nun erfährt, ob sich die Investition gelohnt hat.
  • Welche zwei besonderen Probleme sind zu beachten, wenn diagnostische Verfahren zur Erfolgskontrolle bei Interventionen eingesetzt werden? - Erstens kann die beobachtete Verbesserung oder auch Verschlechterung gegenüber dem Ausgangszustand auch auf Faktoren zurückzuführen sein, die nichts mit der Intervention zu tun haben.- Zweitens ist bekannt, dass bei Leistungstests alleine durch ihre Wiederholung Übungsgewinne auftreten.
  • In welchem Zusammenhang wird Psychologische Diagnostik zur Selektion und zur Modifikation eingesetzt? Erklären Sie dies anhand von Beispielen. - _Selektion von Personen_: Eine Bedingung steht zuvor fest, und es werden Personen ausgewählt, welche die größte Passung mit dieser Bedingung aufweisen. _Beispiel_: Auswahl von Bewerbern für eine Stelle. Die Bedingung, beispielsweise ein bestimmter Ausbildungsgang, wurde zuvor analysiert, um die relevanten Anforderungen an die Auszubildenden wie Rechenfertigkeiten, Teamfähigkeit und dergleichen in Erfahrung zu bringen.- _Selektion von Bedingungen_: Zu einer Person mit bestimmten Merkmalen werden passende Bedingungen gesucht. _Beispiel_: Ein Bewerber sucht die Berufsberatungsstelle auf; gesucht wird eine Berufsausbildung, die den Eignungsmerkmalen der Person am besten entspricht. Dazu muss die Person untersucht werden, um ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Interessen in Erfahrung zu bringen.- _Modifikation der Person_: Merkmale der Person werden verändert, um eine Passung zwischen Person und Bedingung herzustellen. _Beispiel_: Scheinbar ungeeignete Bewerber können mit Personalentwicklungsmaßnahmen (Schulungen, Trainings, Praktika, etc.) so verändert werden, dass sie zu einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz passen. Welche Anforderungsmerkmale zu verändern sind, hat die Eignungsuntersuchung gezeigt.- _Modifikation der Bedingung_: Merkmale der Bedingung (z. B. Arbeitsplatz) werden verändert, um eine Passung zwischen Person und Bedingung herzustellen. _Beispiel_: Mangelnde Belastbarkeit der Person kann etwa durch eine Reduktion der Aufgaben oder durch eine bessere Arbeitszeit- oder Pausenregelung kompensiert werden.
  • Wer veröffentlichte wann den ersten Intelligenztest? Alfred Binet und Theodore Simon, 1905.
  • Wie definierte William Stern und wie David Wechsler den IQ? William Stern definierte den Intelligenzquotienten über das Verhältnis aus Intelligenzalter zum Lebensalter. David Wechsler definierte den Intelligenzquotienten über die Relation des Testwertes des Probanden zum Mittelwert der Altersgruppe.
  • Welche im Grundgesetz verankerten Werte sind für die Psychologische Diagnostik unmittelbar relevant? Artikel 1 (1) „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Artikel 2: „(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.“
  • Wie ist die Schweigepflicht gesetzlich verankert und welche Details sind im Umgang damit zu beachten? Strafgesetzbuch, § 203 (Verletzung von Privatgeheimnissen): „(1) Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis, namentlich ein zum persönlichen Lebensbereich gehörendes Geheimnis oder ein Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis, offenbart, das ihm als Berufspsychologen mit staatlich anerkannter wissenschaftlicher Abschlussprüfung anvertraut worden oder sonst bekannt geworden ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“ - Nicht geschützt sind Geheimnisse, die einem Berufspsychologen im privaten Bereich anvertraut werden. Die Schweigepflicht bezieht sich auf die Ausübung der Berufstätigkeit.- „Offenbaren“ bedeutet, dass eine Identifizierung der betroffenen Person möglich ist. Wer also Daten in anonymisierter Form weitergibt, offenbart kein Geheimnis.- Die Schweigepflicht gilt auch gegenüber Personen, die selbst der Schweigepflicht unterliegen (Kollegen, Ärzte, Anwälte, etc.).- Zulässig ist die Weitergabe persönlicher Informationen, wenn der Betroffene dem zustimmt.- Auch Kinder werden durch die Schweigepflicht geschützt. Da diese auch ein Informationsrecht haben, sind im Einzelfall Schweigepflicht und Informationsrecht gegeneinander abzuwägen.- Vor Gericht besteht in zivilrechtlichen Prozessen ein Zeugnisverweigerungsrecht. Berufspsychologen haben das Recht, Aussagen über ihnen anvertraute Geheimnisse zu verweigern. In Strafprozessen besteht dieses Schweigerecht nur für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und bei ihnen auch nur bezüglich Informationen, die sie im Rahmen einer Untersuchung oder Heilbehandlung erfahren haben.
  • Was versteht man unter der Offenbarungspflicht? Wer von bestimmten Straftaten erfährt, die geplant sind oder gerade ausgeführt werden, kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden, falls er diese nicht rechtzeitig meldet. Dieses Gesetz betrifft übrigens nicht nur Berufspsychologen, sondern ist generell gültig. Entscheidend bei der Offenbarungspflicht ist, dass die Straftat, von der man erfährt, noch abgewendet werden kann.
  • Nennen Sie aus den Ethischen Richtlinien der deutschen Gesellschaft für Psychologie einzelne Forderungen zur Erstellung von Gutachten. - Sorgfaltspflicht: Die Sorgfaltspflicht umfasst die sachliche und wissenschaftliche Fundiertheit aller Angaben, sowie die Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit bei der Erstellung.- Transparenz für Adressaten: Die getroffenen Aussagen und Argumente sollten für den Adressaten inhaltlich nachvollziehbar sein.- Einsichtnahme gewähren: Ein Gutachter sollte die Einsichtnahme durch den Klienten ermöglichen bzw. darauf hinwirken. Wenn keine Einsichtnahme möglich ist, sollte man vorab darüber informieren.- Keine Gefälligkeitsgutachten: Bei Gefälligkeitsgutachten wird die gutachterliche Neutralität aufgegeben, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Sie sind ebenso unzulässig wie Gutachten, die ohne eigene Mitwirkung zustande gekommen sind.- Stellungnahmen zu Gutachten von Kollegen sind zulässig: Dabei soll jedoch kollegiales Verhalten gezeigt werden (z. B. keine unsachliche Kritik).