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Diätetik (Subject) / Folie 2 - Adipositas (Lesson)
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- Definition Adipositas * Pathologische Erhöhung des Körperfettanteils an der Gesamtkörpermasse - exakte Bestimmung nur mit kostspieligen und aufwendigen Methoden - Abschätzung durch BMI (kg/m2) * BMI: für Erwachsene existieren feste Grenzwerte – Übergewicht 25-30 kg/m2, Adipositas > 30 kg/m2
- Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen anhand des BMI (BMI bei Unter-, Normal-, Übergewicht, Adipositas I, II, III & jeweils Risiko für Folgeerkrankungen) Untergewicht <18,5 niedrig Normalgewicht 18,5-24,9 durchschnittlich Übergewicht 25-29,9 gering erhöht Adipositas I 30-34,9 erhöht Adipositas II 35-39,9 hoch Adipositas III >40 sehr hoch
- Ab welcher Perzentilkurve ist ein Mädchen/Junge übergewichtig bzw. adipös? übergewichtig = 90 Perzentile adipös = ab der 97 Perzentile
- Welche Möglichkeiten gibt es, die Körperzusammensetzung zu messen? (Body Composition) * Hautfaltendicke-Messung (Kalipermetrie) * Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) * Dual-PhotonenAbsorptionsmetrie (DPA) bzw. Dual Energy X-ray Absorptiometry (DEXA) * Luftverdrängungsmethode (Air Displacement Plethysmography, ADP) * Unterwasserwiegen (Hydrostatisches Wiegen)* Gesamtkörper-Konduktivität (Total Body Electrical Conductivity, TOBEC) * Infrarot Interaktanzmessung (Near Infrared Interactance, NIRI) * Neutronenaktivierung (In-vivo-Neutronen- aktivierungsanalyse, IVNAA) * Computertomographie (Computer Assisted Tomography, CAT) * Nuclear-Magnetic-Resonance-technik (NMR) * MagnetResonanz-Tomographie (MRT)
- Welche Parameter erhält man mit der Body Composition? • Gesamtkörperfett (Body Fat, BF)• Fettfreie Masse (Fat Free Mass, FFM)• Magermasse (Lean Body Mass, LBM)• Gesamtkörperwasser (Total Body Water, TBW) • Körperzellmasse (Body Cell Mass, BCM)• Extrazellulärmasse (Extra Cellular Mass, ECM)
- Anthropometrie: Hautfaltendickemessung * 50-70% des Körperfetts sind subcutan * Messung mittels Kaliper * Eine Hautfalte besteht aus Haut u. dem darunterliegenden Fett, ohne das Muskelgewebe! * Bizeps, Trizeps, Subscapular, Supriliacal, Oberschenkel, Unterschenkel....-> Einsetzen in versch. Formeln
- DEXA (Dual Energy X-ray Absorption method) (Beschreiben + Vor- und Nachteile) Verwendung von geringfügigen Röntgenstrahlen – Messung des Mineralgehalts im Knochen – Ganzkörperscannen können jedoch auch der Fettanteil, die Fettmasse und die fettfreie Masse einzelner Körperteile (Arme, Beine, Rumpf) gemessen werden. * Vorteil: genau,bequem, schnell, einfach durchführbar * Nachteil: teuer
- Bioimpedanzanalyse (BIA) (Messungsvorgang+ ausgegebene Werte) Messung:- Horizontale Lage des Patienten - 5 Minuten ruhig liegen (homogene Flüssigkeitsverteilung) - Arme seitlich des Körpers, Beine leicht gespreizt - die Extremitäten dürfen sich und den Körper nicht berühren. - 4 Klebe-Elektroden werden an einer Körperseite an Fuß und Hand befestigt. Ausgegebene Werte: - Gesamtkörperwasser (TBW) - Körperzellmasse (BCM) - Extrazelluläre Masse (ECM) - Körperfett (BF) - Magermasse (LBM)
- Welche Werte muss man bei der Tanita-Messung angeben und welche erhält man? * Alter* Body Type* Alter* Größe* Gewicht * BMI* BMR (kcal/kj)* Fat (%)* Fat Mass (kg)* FFM* TBW
- Welche Methode ist sehr gut geeignet zur Messung der Körperzusammensetzung von adipösen Kindern und Jugendlichen im klinischen Alltag? * BIA (TANITA (=Körperanalysewaage) scale overestimated body fat percentage, fat mass, and basal metabolic rate in comparison to BIA.)
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- Welche Ursachen für Übergewicht und Adipositas gibt es? * Obesogene Umgebung * Fetale Programmierung * Frühe postnatale Programmierung * Genetik, familiäre Disposition* Lebensstil (z.B. Bewegungsmangel, Fehlernährung)* ständige Verfügbarkeit von Nahrung* Schlafmangel* depressive Erkrankung* niedriger Sozialstatus* Essstörungen (Binge-Eating-Disorder, Night-Eating-Disorder)* endokrine Erkrankungen (Hypothyreose, Cushing-Syndrom)* Medikamente (Antidepressiva, Neurolptika, Betablocker,..)* andere Ursachen (Immobilisierung, Schwangerschaft, Nikotin,..)* ......
- Genetische Ursachen der Adipositas - monogene Ursachen - sind sehr selten - treten breits früh in der Kindheit auf - Die steigende Prävalanz der Adipositas innerhalb der letzten Jahre lässt isch hierdurch NICHT erklären. - Defekt im Bereich des zentralen Leptin-Melanokortin-Signalwegs zugrunde (-> dadurch Appetithemmung) - am häufigsten ist * eine inaktivierende Mutation des MCR4-Rezeptors * von Patienten mit einem BMI>40 (=1-6% betroffen)
- Genetische Ursachen der Adipositas - polygene Ursachen - Adipositas häufig polygene Ursachen
- Genetische Ursachen der Adipositas - genetische Syndrom - bei verschiedenen, komplexen genetischen Syndromen ist Adipositas ein Begleitsymptom - sie gehen vorallem mit geistiger Retardierung, Dysmorphie und organspezifischen Entwicklungsstörungen einher
- Monogenetische Formen der Adipositas - Gene die eine schwere Adipositas auslösen wie ist die Vererbung Leptin, Leptinrezeptor, Propiomelanocortin (POMC), Prohormon-Convertase (PC-1) -> rezessiv Melanocortin 4 Rezeptor -> dominant
- Prader-Willi-Syndrom (relativ seltene, genetisch bedingte Behinderung mit körperlichen und geistigen Symptomen) * Prävalenz 1:6700-8500, häufigste synd. Adipositasform * Chromosom 15 langer Arm * Klinik: – Säuglingsalter: Muskuläre Hypotonie, Trinkschwäche, schlechtes Gedeihen – Ab dem 2 LJ: Hyperphagie und exzessive Gewichtszunahme – Kleinwuchs – Dolichozephalie (Sgl.), schmales Gesicht, mandelförmige Augen, kleiner Mund – Hypogenitalismus – Intelligenzminderung, Neidung zu Wutausbrüchen
- Abklärung bei Adipositas (>97 Perzentile) u bei Übergewicht (>90 Perzentile) plus Risikofakrot ( Anamnese, Status, Labor, Weiter) Anamnese: – Körpergewicht u.-größe der Familienmitglieder – Adipositasrelevante Erkrankungen i.d. Familie Status: – Akanthosis, Tanner Stadium, Gelenkstatus, Dysmorphie – Mädchen: Hirsutismus, Akne – Jungen: Gynäkomastie, Mikropenis Labor: – Immer: Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyzeride, Transaminasen, Nüchternglucose und TSH – In Abhängigkeit v. Fam. Belastung + Alter: OGT + Insulin, Lp(a) und Harnsäure Weiter: – Immer: Größe, Gewicht, Bauchumfang, RR– Event.:SonoAbdomen,Orthopäd.Konsil;Polysomnographie
- Was sind Folgen der Adipositas? * Psychosozial (erniedrigtes Selbstbewusstsein)* Pulmonologisch (Schlafapnoe, Astham)* Gastrointestinal (Gallensteine, Fettleber)* Renal (Glomerulosklerose)* Bewegungsapparat (Spreizfüße, Genu valgum, Epiphyseolysis capitis, Blount Disease)* Neurologische und psychiatrische (Pseudotumor cerebri, Depression, Essstörungen)* Kardiovaskulär ( Dyslipidämie, Bluthochdruck, Koagulopathie, Chronische Entzündung, Endothelfunktionsstörung)* Endokrin (TYP 2 DIABETES, Pubertas praecox, Polyzystische Ovarien, Hypogonadismus)
- Komorbiditäten (Zusatzserkrankungen) bei Adipositas? * mechanische Störungen (eingeschränkte Fitness, Beweglichkeit, Gelenkbeschwerden, Hautveränderungen,..)* metabolische Störungen (Fettsotffwechselstörung, Gicht, Herzinfarkt,..)* psychosoziale Störungen (soziale Isolation, Stifmatisierung, Depression, Arbeisausfall)
- Komorbiditäten bei Adipositas * Kohlenhydratstoffwechsel: Insulinresistenz - BZ↑ - Diabetes mellitus 2 * Dyslipoproteinämie: Hypertriglyceridämie, ↓ HDL-Cholesterin, ↑ kleine dichte LDL-Cholesterin * Hyperurikämie/Gicht * Störungen der Hämostase * Chronische Inflammation: Insulinresistenz, Atherosklerose ↑ * Kardiovask. Erkrank.: Hypertonie, KHK, Schlaganfall, Herzinsuffizienz * Demenz * Hormonelle Störungen bei Frauen: Hyperandrogenämie, Polycystisches Ovarsyndrom (PCOS), geringere Schwangerschaftsrate, Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt * Hormonelle Störungen bei Männern: ↓Testosteron, ↓Fertilität * Erkrankungen des Urogenitaltrakts: z.B. Harninkontinenz (Frauen) * Pulmonale Komplikationen: Schlafapnoesyndrom * Gastrointestinale Erkrankungen: Cholecystolithiasus, Fettleber (Steatosis hepatis), nicht- alkoholische Fettleberhepatitis (NASH), Refluxkrankheit * Degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates: Gonarthrose, Coxarthrose, Wirbelsäulensysndrome * Karzinome * ↑Operations- und Narkoserisiko * ↑Unfallrisiko * Mortalität: ↑Gesamtmortalität
- Risiko für Komorbiditäten bei Adipositas (Risiko >3, 2-3, 1-2 fach erhöht) * Risiko >3-fach erhöht - Diabetes mellitus - Cholezystolthiasis - Dyslipidämie - Insulin Resistenz - Fettleber - Schlaf-Apnoe-Syndrom* Risiko 2-3-fach erhöht - Koronare Herzkrankheit - Hypertonie - Dyslipidämie - Gonarthorse - Gicht - Refluxösophagitis * Risiko 1-2-fach erhöht - Carcinome - Polyzytisches Ovar Syndrom - Koxarthrose - Rückenschmerzen - Infertilität - Fetopathie
- Non Alcoholic Fatty Liver Disease (NAFLD) * Häufigste Ursache einer chronischen Lebererkrankung bei Kindern u. Jugendlichen * Definition: > 5% micro oder makrovesikuläre Verfettung der Leberzellen * Formen – Steatosis = Benigne Leberverfettung ohne Entzündung – Non Alkoholic SteatoHepatitis (NASH) zentrolobuläre Infiltrate, Leberzellentzündung, Nekrosen, Fibrose * Sono: Echogenität der Leber stark erhöht(* Prävalenz von 38% bei obesen Kindern und Jugendlichen)
- Prägung zu Übergewicht, Adipositas & Co Die Schwangerschaft ist eine entscheidende Phase der Prägung für das spätere Körpergewicht. Eine Überernährung der Mutter und mangelnde körperliche Aktivität führen zu einer negativen Voraussetzung für das Neugeborene: * Leptin und Kortisol erhöhr * Insulinresistenz* Dislipoprotenämie Atherosklerose -> kardiovaskulären Erkrankungen* gestörte Glukosetoleranz -> Typ-2-Diabetes führen
- Empfohlene Gewichtszunahme während der Schwangerschaft? 11,5-16 kg
- Adipositasprävention bei Erwachsenen * Verzehr von energieärmeren Nahrungsmitteln * vermeiden von energiedichten Nahrungsmitteln * vermeiden von zuckerhaltigen Getränken, Alkhohol * niedrige Fettaufnahme * vermeidung Verzehr von fast food
- Adipositasprävention bei Kindern Zur Durchführung von Präventionsprogrammen bzw. Projekten zur Ernährungsprävention stellt die Schule ein geeignetes Umfeld dar, weil eine ... große Anzahl an Kindern und Jugendlichen und auch die unmittelbaren Betreuungspersonen (Eltern, PädagogInnen) direkt und regelmäßig erreicht werden können. -> kognitive Impulse: Ernährungsbildung-> handlungsorientierte Impulse: Zubereitung einer gesunden Jause, etc. in Unterricht und Schulalltag integrieren z.B.: - PRESTO (PrEvention STudy of Obesity) - Pro Children - KOPS, CHOPPS, ...
- Adipositasprävention im Kindes- und Jugendalter (Hauptrisikofaktoren) * zu zeitige Beikosteinführung* zu hohe Proteinzufuhr* Zufuhr zuckerhaltiger Getränke/Softdrinks* körperliche Inaktivität* steigender Medienkonsum und Erlernen eines sedativen Freizeiverhaltens * Portionsgrößen* Snacking* Konsum von Softdrinks, Fast Food* körperliche Inaktivität* Medienkonsum
- Prävention von Adipositas • Muttermilch zur Prävention • Schutzwirkung des Stillens• Niedrige Proteinzufuhr (ca. 1.3 g/kg KG/d^3) (Aufpassen in den ersten 2 Lbj = Risikofaktor)• Bioaktive Faktoren• Bessere Sättigungsregulierung
- Waist-Hip-Ratio (WHR) = Taillenumfang in cm/Hüftumgang in cm - m <0,95 (danach erhöht sich Sterblichkeit)- w <0,8 (ab 0,8 erhöht sich die Sterblichkeit)
- Grenzwerte Taillenumfang? - w > 0,88 cm- m > 102 cm
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- Vorteile einer Gewichtsreduktion? * Kohlenhydratstoffwechsel: Verbesserung der Glucosetoleranz: BZ↓ * Fettstoffwechsel: Gesamtcholesterin↓, LDL-Cholesterin↓, Triglyceride↓ * Verbesserung einer gestörten Hämostase * Inflammation: Senkung von Entzündungsparametern * Kardiovask. Erkrank.: Blutdruck↓, Besserung einer Herzinsuffizienz* Urogenitaltrakt: bei Frauen ↓Harninkontinenz-Episoden * Infertilität, Polycystisches-Ovar-Syndrom: Besserung * Pulmonale Komplikationen: Verbesserung des Schlafapnoesyndroms * Gastrointestinale Erkrankungen: ↓Leberverfettung (Steatosis hepatis) * Degenerative Erkrank. des Bewegungsapparates: ↓Gelenksbeschwerden * Mortalität: geringere Gesamtmortalität
- Wer profitiert NICHT von einer Gewichtsreduktion? Bei Personen mit metabolisch gesunder Adipositas, d.h. Menschen mit Adipositas, die keine Stoffwechselerkrankungen und arterielle Hypertonie haben, sollte die Indikation zur Adipositastherapie zurückhaltend gestellt weren: Eine Gewichtsreduktion beeinflusst ihre individuelles Risiko für Adipositas-assoziierte Stoffwechselerkrankungen nicht wesentlich.
- Nachteile einer zu raschen Gewichtsreduktion? - erhöhtes Risiko für Gallensteinerkrankungen- Abnahme de Knochendichte und Knochenschwund (Hüfte, Lumbalbereich)- weight cycling (Jojo-Effekt) (erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre und Gesamtmortalität, erhöhtes Risiko für Bluthochdruck bei Frauen und erhöhtes Risiko für symptomatische Gallensteine bei Männern)
- Therapie Adipositas/Übergewicht: Therapieindikationen und Kontraindikationen * Therapieindikationen - ein BMI >30 oder - Übergewicht mit einem BMI zwischen 25 und <30 kg/m^2 und gleichzeitiges Vorliegen * übergewichtsbedingter Gesundheitsstörungen (Hypertonie, T2DM) oder * einer abdominalen Adipositas oder * von Erkrankungen, die durch Übergewicht verschlimmert werden oder * eines hohen psychosozialen Leidensdrucks. * Kontraindikationen - Schwangerschaft
- Ziele der Adipositastherapie * Langfristige Senkung des Körpergewichts + - Verbesserung Adipositas-assoziierter Risikofaktoren, - Reduzierung von Adipositas-assoziierten Krankheiten, - Verminderung des Risikos für vorzeitige Sterblichkeit, Arbeitsunfähigkeit und vorzeitiger Berentung sowie - Steigerung der Lebensqualität. * Die Therapieziele sollten realistisch sein und an individuelle Bedingungen angepasst werden. Folgende Zile innerhalb von sechs bis zwölf Monaten: -> BMI 25 bis 35 --> >5% des Ausgangsgewichts -> BMI >35 --> >10% des Ausgangsgewichts * Da Adipositas als chronische Erkrankung mit hoher Rezidivneigung anzusehen ist, sollten dem Patienten über die Phase der Gewichtsabnahme hinaus Maßnahmen zur langfristigen Gewichtsstabilisierung empfohlen werden: 1. Gewichtsreduktion --> 2. Gewichtsstabilisierung
- Übergewicht/Adipositas: Therapiemöglichkeiten • Ernährungstherapie ->• Bewegungstherapie -> Basisprogramm• Verhaltenstherapie -> • Medikamentöse Therapie• Chirurgische Therapie Grundlage jedes Gewichtsmanagements sollte eine Kombination aus Ernährungs-, Bewegungs und Verhaltenstherapie sein. Der Begriff Gewichtsmanagement umfasst sowohl 1.) die Phase der Gewichtsreduktion als auch 2.) die langfristige Stabilisierung des Gewichtsverlustes.
- Adipositas: Allgemeine Ernährungsempfehlungen • Zur Gewichtsreduktion sollen dem Patienten Ernährungsformen empfohlen werden, die über einen ausreichenden Zeitraum zu einem Energiedefizit führen und keine Gesundheitsschäden hervorrufen. -> Reduktionskost mit täglichem Energiedefizit von ca. 500 kcal/Tag, in Einzelfällen auch höher, angestrebt werden. Damit ist ein Gewichtsverlust von ca. 0,5 kg pro Woche über einen Zeitraum von etwa drei Monaten zu erwarten.Bei höherem Energiedefizit ist ein größerer Gewichtsverlust pro Zeiteinheit möglich, allerdings ist dies nur zeitlich begrenzt möglich, bis sich ein neues Energiegleichgewicht eingestellt hat. • Mögliche Ernährungsstrategien: * Reduktion des Fettzufuhrs * Reduktion des KHverzehrs * Reduktion des Fett- und KHverzehr * früher: mäßig energiereduzierte Kost
- Ist der Gewichtsverlust bei einer kohlenhydratbegrenzten oder einer fettreduzierten Kost höher? * Der Gewichtsverlust unter einer kohlenhydratbegrenzten Kost ist in den ersten sechs Monaten höher, als unter einer fettreduzierten Kost. * Nach 12 Monaten unterscheidet sich der Gewichtsverlust zwischen beiden Ansätzen nicht mehr signifikant.
- Ist die Makronährstoffzusammensetzung (z.B. proteinreich/fettreduziert, fettreich/proteinreduziert,..) von Bedeutung? nicht von bedeutung
- Was ist das Ziel der Ernährungstherapie? die Verringerund der Energiezufuhr, um damit eine chronisch negative Energiebilanz zu erreichen. Die Energieeinsparung sollte möglichst unter Erhalt der Sättigung stattfinden, damit ein langfristiger Erfolg gelingt. (Protein 10-30%, Fett 35-40%, KH 40-60% der Gesamtenergie)
- Empfehlungen zur mäßig energiereduzierten Kost - Verzehr ballaststoffreicher Lebensmittel wie Vollkornbrot, Gemüse und Obst - Verzehr von Gemüse und Salat mehrmals täglich - Verzehr von Obst täglich in begrenzten Mengen - Verzehr kleiner Portionen von fettarmen Fleisch- und Wurstwaren - der regelmäßige Verzehr von Fisch 1-2x/Woche - Verzehr fettarmer Milchprodukte täglich - Verzehr von Süßigkeiten und Gebäck begrenzen - fettarme Zubereitung, Margarine und Pflanzenöle bevorzugen - energiefreie bzw. –arme Getränke bevorzugen - Alkoholkonsum auf kleine Mengen (Frauen: max. 10 g/Tag, Männer max. 20 g/Tag) reduzieren oder meiden
- Ernährungstherapie: "besondere Kostformen" a) Senkung des glykämischen Index - keine klare Schlussfolgerung- es zeichnet sich zwar ein Trend zu einer etwas größeren Gewichtsabnahme unter einer Kost mit niedrigem GI im Vergleich zu einer solchen mit hohem GI ab- Langzeitstudien fehlen- nicht sicher geeignet, um ein Energiedefizit zu erreichen, sondern eher, um Gewichtsanstief zu vermeiden bzw. langfristig Gewicht zu stabilisieren
- Ernährungstherapie: "besondere Kostformen" b) Meditterane Kost - vergleichsweise wirksam wie fettreduzierte oder kohlenhydratarme Kost- günstige metabolische Effekte- senkt Risiko für chronische Erkrankungen und kardiovaskuläre Mortaliät- nicht sicher geeignet, um ein Energiedefizit zu erreichen, sondern eher, um Gewichtsanstief zu vermeiden bzw. langfristig Gewicht zu stabilisieren
- Hypokalorische Kostfoemen: "Bedeutungslosigkeit" der Makronährstoffzusammensetzung - Gewichtsverlust hing von Energiereduktion, nicht aber von der Reduktion der Kohlenhydratmenge ab. - Makronährstoffzusammensetzung im vorgegebenen Rahmen bedeutungslos - auch bezüglich Sättigung und Therapieadhärenz fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen den vier Kostformen
- Adipositas: Ernährungstherapie - alleinige Formulatherapie Formuladiäten mit einer Gesamtenergiemenge von 800 bis 1200 kcal/d ermöglichen einen Gewichtsverlust von ca. 0,5-2 kg/Woche über einen Zeitraum von bis zu zwölf Wochen. Sehr niedrig kalorische Kostformen (<800-1200 kcal/d) kommen nur bei Personen mit BMI >30 kg/m^2 in Frage, die aus medizinischen Gründen kurzfristig Gewicht abnehmen soll.Dies Therapie sollte stets von Bewegungssteigerung begleitet sein, um den Verlust an fettfreier Körpermasse zu begrenzen. Spätestens nach 12 Wochen sollte eine Umstellung auf eine mäßig hypokalorische Mischkost zu Gewichtserhaltung erfolgen. Auf eine Trinkmenge von mind 2,5l/d ist unbedingt zu achten. Mahlzeitenersatz mit Formulaprodukten- flexibel einsetzbar- 1-2 Hauptmahlzeiten durch Formulaprodukte ersetzt (ca. 200 kcal/Mahlzeit: Eiweißgetränke, Riegel;..)- Energiezufuhr: 1200-1600 kcal/d- Gewichtsreduktion: durchschnittlich 6,5 kg/3 Monate alleinige Ernährung mit Formuladiät- Energiezufuhr: 800 - 1200 kcal/d- Gewichtsreduktion: ca. 0,5 - 2kg/Woche- begleitende medizinische Kontrolle erforderlich- Trinkmenge mind. 2,5l/d- bis zu 12 Wochen lang, danach Umstellung auf mäßig energiereduzierte Mischkost- nur wenige Indikationen wegen erhöhtem Nebenwirkungsrisiko- sehr niedrig kalorische Kostformen (<800 kcal/d)
- Drastisch kalorienreduzierte Kostformen „Very-low-calorie diets“ (VLCD) * Medizinische Voruntersuchung, Verlaufskontrollen: – Elektrolyte, Kreatinin, Harnsäure * Indikationen: – rasche Gewichtsred. aus med. Gründen erwünscht: OP, ... – „Versagen“ mäßig kalorienred. Ernährungsformen – Pat. wünscht ausdrücklich rasche Gewichtsabnahme * Umfassende Schulung + Nachbetreuung * Nährstoffe: mind. 50 g Eiweiß/Tag, mind. 50 g KH/Tag * bei < 1000 kcal/Tag und Dauer > 2 Wochen: Vitaminsubst.
- Drastisch kalorienreduzierte Kostformen „Very-low-calorie diets“ (VLCD) - Nebenwirkungen * Nebenwirkungen – Kaliumverlust (Herzrhythmusstörungen) – Proteinverlust – Hyperurikämie, Gichtanfälle – Gallensteinkomplikationen: Koliken – Hypotonie, Orthostaseprobleme – Müdikeit, verminderte Leistungsfähigketi – Kälteintoleranz – Nervosität – Verstopfung oder Diarrhoe – Dysmenorrhoe
- Drastisch kalorienreduzierte Kostformen „Very-low-calorie diets“ (VLCD) - Kontraindikationen – Schwere Allgemeinerkrankungen • Z. n. Herzinfarkt, Schlaganfall • Krebs– Akute oder chronische Infektionen– Schwangerschaft/Stillzeit– Kindes- und Jugendalter– Eßverhaltensstörungen, z.B. Bulimie– Psychiatrische Erkrankungen: Depressio, ...
- Adipositastherapie: Bewegungstherapie Im Rahmen des Basisprogramms der Adipositastherapie sollte der Energieverbrauch> zusätzlich 1200-1800 kcal/Woche oder> die Bewegung mehr als 150 min/Woche betragen. Eine Bewegungstherapie wirkt sich günstig auf das Körpergewicht aus. Davon weigehend unabhängig verbessern sich> Leistungsfähigkeit> Lebensqualität> Lebenserwarung> Adipositas- assoziierte metabolische, kardiovaskuläre sowie psychosoziale Gesundheitsstörungen.
- Adipositas: Verhaltenstherapie * Selbstbeobachtung von Verhalten und Fortschritt (Körpergewicht, Essmenge, Bewegung)* Einübung eines flexibel kontrollierten Ess- und Bewegungsverhaltens* Stimuluskontrolle* Kognitive Umstrukturierung* Zielvereinbarung* Problemlösetraining/Konfliktlösetraining* Soziales Kompetenztraining/Selbstbehauptungstraining* Verstärkerstrategien (Belohnung von Veränderungen)* Rückfallprävention* Strategien zum Umgang mit wieder ansteigendem Gewicht* Soziale Unterstützung