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1_1 Emotionsregulation bei Kindernartikel (Subject) / 1_1 Emotionsregulation bei Kindernartikel 1_1 (Lesson)

1_1 Emotionsregulation bei Kindernartikel 1_1

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  • Wie lauteten die beiden zentralen Forschungsfragen der Studie? 1 .Gibt es systematische altersabhängige Unterschiede in der Häufigkeit und Dauer der Regulationsstrategien?2. Welche Unterschiede ergeben sich in der Verwendung der Emotionsregulationsstrategien in Abhängigkeit des kindlichen Temperaments? (hier operationalisiert als Angst/ Ängstlichkeit bei Fremden)
  • Wie lauteten die Hypothesen in Bezug auf (a) die Entwicklung von Emotionsregulation und (b) individuelle Unterschiede in der Emotionsregulation? Hypothese 1: Kinder wechseln mit zunehmendem Alter von passiven Regulationsstrategien (Schreien, Jammern) zu aktiveren Regulationsstrategien (Ablenkung)Hypothese 2: Das Temperament hängt mit den Unterschieden im Bewältigungsverhalten zusammen. Kinder, die von ihren Müttern als ängstlich gegenüber Fremden beschrieben wurden, suchen während des Versuchs mehr die Nähe der Mutter und Jammern mehr als weniger ängstliche Kinder.   Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es noch eine dritte Hypothese gab:Zeigen sich Ermüdungserscheinungen in der Emotionsregulation bei kumulativem Stress durch Interaktionen mit verschiedenen Fremden gegenüber dem Kontakt mit nur einem Fremden oder gibt es systematische Veränderungen der kindlichen Strategien über die verschiedenen Durchläuft?
  • Welche Stichprobe[n] wurde[n] untersucht? Es wurden jeweils 25 Kinder (Jungen und Mädchen) im Alter von 6, 12 und 18 Monaten untersucht
  • Wie lässt sich das Untersuchungsdesign charakterisieren (z. B. Quer- / Längsschnittdesign, Korrelations- / Experimentaldesign)? Querschnittsdesign:einmalige Untersuchung von Kindern verschiedener AltersgruppenKorrelationsdesign:UVs wurden nicht experimentell manipuliertKeine Versuchs- und Kontrollbedingungen
  • In Abhängigkeit welcher Variablen wurden Unterschiede in Bezug auf Häufigkeit bzw. Dauer der Regulationsstrategien untersucht? Unabhängige Variablen:Alter (6, 12 oder 18 Monate)Ausprägung des Temperaments (ängstlich gegenüber Fremden / nicht ängstlich) Anzahl der Versuche/Durchgänge (3)  Abhängige Variablen: Strategien der Emotionsregulation/ Regulationsstrategien
  • Welche Datenerhebungsmethoden (z. B. Selbst- oder Fremdeinschätzung, standardisierter Leistungstest, Art der Beobachtung) kamen zu ihrer Erfassung zum Einsatz? Strukturierte Beobachtung in einem Labor inklusive Videoaufzeichnung der Interaktionen und computergestützte Auswertung (Kodierung)Verhalten der Kinder: wird im Hinblick auf Dauer und Häufigkeit aufgezeichnet. Fremdeinschätzung des Temperaments* durch die Mutter durch einen Fragebogen -> Über Fragebogen: Items der Toddler Temperament Scale (TTS)*Ausmaß an Ängstlichkeit, die ein Kind gegenüber fremden Personen zeigt
  • Welche Verhaltensaspekte charakterisieren die folgenden drei Strategien der Emotionsregulation (coping behaviors bzw. coping events)? Vermeidung von Blickkontakt (gaze aversion)Coping Verhalten: Das Verhalten ist vermeidend und schließt Interaktionen mit Fremden aus und zeigt auch keine anderweitige Beschäftigung; z.B. mit Objekten im Raum, so dass auch andere Strategien wie z.B. das Steuern von Interaktionen gar nicht zum Tragen kommen kann. Passive Form der SelbstregulationAktive Aufmerksamkeitsverlagerung (distract self)Coping Verhalten: Eine der ersten Strategien der Emotionsregulation; Kinder lenken ihre Aufmerksamkeit bewusst auf andere Objekte, um ihre Emotionen besser regulieren zu können.Aktive Form der SelbstregulationJammern (fuss)Copingevent: das Kind äußert Protest gegenüber der Mutter oder gegenüber der fremden Person Der Versuch, unangenehme Bedingungen durch Einfordern zu verändern; Wunsch nach unmittelbarer Motivbefriedigung.
  • Wie wurde die Reliabilität der verwendeten Messinstrumente sichergestellt? einige Interaktionen wurden von beiden Kodierern kodiert -> Berechnung der Korrelationskoeffizienten (recht hohe Übereinstimmung) -> "Cohen´s KappaBeurteilung durch zwei unabhängige Codierer (Interrater Bewertung)Berechnung der durchschnittlichen Korrelation Einschätzung des Temperaments durch einen Fragebogen -> Messung der Reliabilität/Zuverlässigkeit -> Cronbachs alpha
  • Welche statistischen Verfahren wurden für die Hypothesenprüfung herangezogen? Kovarianzanalyse mit Messwiederholung: 3 (Alter) x 2 (Temperament) x 3 (Versuche/trial) ANCOVA Als Kontrollvariable wurde die Variable "Verhalten der Fremden" Person mit einbezogen Regulationsstrategien als abhängige Variablen untersuchtFür jede Regulationsstrategie wurde eine eigene Analyse durchgeführtVarianzanalyse für Alter und GeschlechtVarianzanalyse um Effekte aufgrund des Geschlechts auszuschließen – keine der Effekte waren signifikant
  • Welche Haupteffekte (main effects) ergaben sich für die Variablen Vermeidung von Blickkontakt, aktive Aufmerksamkeitsverlagerung und Jammern hinsichtlich der beobachteten Häufigkeit ihres Auftretens? Fassen Sie die entsprechenden Befunde inhaltlich zusammen. Haupteffekt der UV Alter in Bezug auf die Häufigkeit der Variable Vermeidung von Blickkontakt: Vermeidung von Blickkontakt mit der fremden Person:signifikanter Effekt des Alters auf Häufigkeit (je jünger, desto häufiger)6 Monate alte Kinder wandten signifikant häufiger und länger ihren Blick ab als ältere Kinder.UV Temperament bzgl. Häufigkeit der AV Blickkontakt:Von Müttern als ängstlich gegenüber Fremden bezeichnete Kinder vermieden den Blickkontakt signifikant häufiger in Situation mit Fremdperson (im Labor) im Vergleich zu Kindern, die als weniger ängstlich beschrieben wurdenÄngstliche Kinder wandten signifikant häufiger und länger ihren Blick ab als weniger ängstliche Kinder.Vermeidung von Blickkontakt: schwach signifikant (p < .5) 6 > 12 & 18
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  • Welche Haupteffekte (main effects) ergaben sich für die Variablen Vermeidung von Blickkontakt, aktive Aufmerksamkeitsverlagerung und Jammern hinsichtlich der beobachteten Häufigkeit ihres Auftretens? Fassen Sie die entsprechenden Befunde inhaltlich zusammen. aktive aufmerksamkeitsverlagerung signifikanter Effekt des Alters auf Häufigkeit (je jünger, desto seltener) aktive Aufmerksamkeitsverlagerung: stark signifikant (p < .01) 6 <  12 & 1812 und 18 Monate alte Kinder benutzen signifikant häufiger aktive Aufmerksamkeitsverlagerung als 6 Monate alte Kinder
  • Welche Haupteffekte (main effects) ergaben sich für die Variablen Vermeidung von Blickkontakt, aktive Aufmerksamkeitsverlagerung und Jammern hinsichtlich der beobachteten Häufigkeit ihres Auftretens? Fassen Sie die entsprechenden Befunde inhaltlich zusammen. jammern Haupteffekt der UV Alter in Bezug auf die Häufigkeit der Variablen Jammernsignifikanter Effekt des Alters (6 Monate alte Kinder jammern häufiger als 12 und 18 Monate alte Kinder)signifikanter Effekt der Durchgänge (im Verlauf der Durchgänge erhöhte sich die  des Jammerns)Jammern: am stärksten signifikant (p < .001) 6 > 12 & 18
  • Welche Einschränkungen ergeben sich aufgrund des verwendeten Untersuchungsdesigns und der gewählten Datenerhebungsmethoden (vgl. Siegler et al., 2016, Kap. 1, S. 19-30)? Aufgrund des Querschnittdesigns ist es nicht möglich Aussagen zu treffen über altersabhängige individuelle Entwicklungen hinsichtlich der Emotionsregulation.keine Aussage über die Stabilität und die Entwicklung individueller Unterschiede im Zeitverlauf.Das Korrelationsdesign lässt keine Schlussfolgerungen hinsichtlich kausaler Wirkzusammenhänge zu (Verursachungsrichtung)keine Aussage darüber ob individuelle Unterschiede den Unterschied zwischen untersuchten Variablen bewirkenEs kann nur die Aussage getroffen werden, dass Kinder mit hoher Ängstlichkeit sich von Kindern mit weniger Ängstlichkeit in ihrer Emotionsregulation unterscheiden.Korrelationsdesign: da UV nicht experimentell kontrolliert, keine RandomisierungGefahr von DrittvariablenExterne Validität: Wie gut lassen sich die Laborergebnisse auf die Außenwelt verallgemeinern?Mutter war bei Interaktion mit Fremden im Raum -> wie verhält es sich ohne Mutter?
  • Datenerhebungsmethoden: strukturierte Beobachtungist generell weniger natürlich als bei der naturalistischen Beobachtungsformsind weniger subjektive Erlebnisqualitäten zu erkennenObjektivität kann bemängelt werden: Temperament der Kinder aufgrund von Aussagen der Mutter eingeschätzt
  • Welche methodischen und inhaltlich-konzeptionellen Fragen diskutieren Mangelsdorf et al. (1995) in Bezug auf die Erfassung von Temperament und Strategien der Emotionsregulation? In der Studie wird das Temperament lediglich von der Mutter bewertet (Fragebogen), also eine eher subjektive Bewertung, die sich nur aufgrund der Beobachtungen durch die Mutter ergibt (Grundsätzlich methodisch konzeptionelles Problem)Abhilfe: Zusätzliche Messungen physiologischer Merkmale (z.B. Cortisolspiegel) könnte hier Abhilfe schaffen.Studien in verschiedenen Situationen (sozial vs unsozial) und Zeiträumen nötig