Ist meine Identität komplett durch meine Umwelt determiniert?
Es gibt einige kleine kreative, nicht-sozialisierbare Teile, die das Individuum auszeichnen. 1.1 Generalisierte und Signifikante Andere; Gesellschaft/Sozialisation/Rollenübernahme; ME soziale ich reflektierendes Ich (Sozialität); individuelle Vorstellung über das wie mich andere sehen; Rolle (Normen, Werte) 1.1.1 Zustimmung zu Werten und Normen 1.1.2 Empathiefähigkeit 1.2 Biologischer Impuls; I personale ich; Impulsives Ich (Geburt); sinnliche und körperliche Bedürfnisse (Triebe); Unbewusst 1.2.1 Hormone 1.2.2 Neurologische Untersuchungen 1.2.3 Träume 1.2.4 Gehirnströmungen 1.2.5 Stress
Identitätsentwicklungsgeschichte
1. Sozialisation 2. Zeichen 3. Erfahrung 4. Vergleich 5. Verstehen 6. Bedeutung 7. Interpretation 8. Signifikante Symbole 9. Hineinversetzen 10. Abgrenzung 11. Selbstbewusstsein 12. Play 13. Signifikante Andere 14. Game 15. generalisierte Andere 16. Vergleich, Abgrenzung zu generalisierten Anderen 17. Selbstbild / Identität
Meads Persönlichkeitsmodell und Strykers Weiterentwicklung
Mead Das „I“ (personales Selbst) bezeichnet Spontanität, Kreativität und das einmalig Subjektive. Diese Instanz stellt eine stellungnehmende Reaktion auf die Haltungen Anderer zur eigenen Person dar. Häufig wird dieser Aspekt mit der Triebausstattung des Menschen verglichen Me (soziales Selbst): - Vorstellung von meinem Bild für andere Akteure - sozialer Aspekt der Identität - Stellt Erwartungen Me und I in Interatkion sind individuell gewichtet und bestimmen den Handlungsweg Stryker - Multiple Identitäten in einer Person, die situationsabhängig ausgewählt werden können - Erfahrungen sind von Strukturen abhängig, in die Akteure eingebunden sind -> beeinflussen Self und Identitäten Netzwerke (Struktur) -> Identität (Akteur) -> Handlung -> Produkt (Struktur) [Badewannenmodell] Konzept der Identity salience - Multiple Identitäten – multiple Rollen – 1. Hierarchie - Je häufiger ich eine Identität benutze, desto präsenter ist sie - Höhere Position in der Hierarchie -> höhere Wahrscheinlichkeit, dass Identität in jeweiliger Situation gewählt wird Worum geht es Stryker bei diesem Konzept? - Commitment - Verbindungen aufzulösen ist unterschiedlich stark (Mich von meinem Kind zu trennen ist schwerer, als mich vom Sportverein zu trennen; mehr commitment zum Kind) Wie viele Beziehungen habe ich pro Identität? Self 1. Me (Netzwerk – Rolle – Identität) 1.1. Zeit in der Identität 1.1.1.Identity salience 1.1.1.1. Affective Commitment 1.1.1.2. Interactional Commitment 1.1.2.Psychological centrality (inwiefern organisiert der Akteur Teile seines Selbstkonzepts in Bezug auf Wichtigkeit und Zentralität) 1.1.2.1. Affective Commitment 1.1.2.2. Interactional Commitment 2. I (Biologischer Impuls, Impulsive Ich)
Definition Aggressive Verwendung von Imagepflege
Suche des Konflikts zur Imagepflege
Strategien der aggressiven Imagepflege
- Andere vor Publikum runtermachen: man steht besser da, als Gegenüber - Anderen Akteur in Schuldgefühle zwängen, in dem man sich selbst in die Opferrolle stellt
Beispiele für Strategien der aggressiven Imagepflege
- Ritueller Selbstmord aus Rache - Nach schlechter Note die schlechten Noten anderer Schüler ins Licht stellen, um besser dazustehen - Akzeptieren einer scherzhaften Beleidigung als ernst, um Gegenüber in Schuldgefühle zu zwängen
Image
positiver Sozialer Wert, den man in Interaktion erhält (Wechselwirkung) es geht um sozial anerkannte Eigenschaften
Selbst
Grundlage des Image (Image [positives Selbstbild] und Träger des Image [kann positiv oder negativ auftreten]) S. 38 Goffmann 1978 Selbst kann unehrenhaft oder undiplomatisch sein, ein Image kann nur falsch sein
Darstellung und Bestätigung von Image
Erwartung, Erfüllung der Rollenerwartung, Wohlfühlen wenn man erfüllt und Bestätigung erhält. Positives Bild wahren (alle sollen gut von einem Denken) Norm, gesellschaftliche Erwartung, Produkt des handelnden Zusammenwirkens, internalisiert, gesellschaftliche Regel, Konvention (Missbilligung durch Bezugsmenschen, wenn andere nicht bestätigt werden; Interaktionspartner bei Nichteinhaltung)
Ziel in Interaktion und Begegnung (Image)
Image aller Akteure aufrechterhalten, v.a. Anderer, um das eigene zu wahren
Techniken der Imagepflege
Weg, wie man versucht, die Wahrung des Image aufrechtzuerhalten. Situationsgebunden Diplomatie, Takt, soziale Geschicklichkeit Repertoire von Praktiken zur Wahrung des Image (Wahrnehmungsfähigkeit)
Defensive Orientierung bei Imagepflege
Wahrung des eigenen Image
Protektive Orientierung bei Imagepflege
Wahrung des Image eines Anderen
Vermeidungsprozess (Zusammenhang Image)
Vermeiden von potentiellen Bedrohungen des Image, Vermeidung von bedrohlichen Themen Defensive Techniken: Veränderung der Themen (Ablenkung, Vermeidung); Vermeidung von Bloßstellung; Bedrohliche Themen vermeiden; Gesprächsverläufe ändern/lenken; Abschirmung durch Bescheidenheit (Interaktion reduzieren); Fernhalten von Tätigkeiten, die schaden könnten (Bsp.: Ich mache Dinge die ich kann, in dem Schwierigkeitsgrad, der meinen Fähigkeiten entspricht); Unterdrückung von Emotionen; So tun als wäre nichts passiert Protektive Techniken: Respektvolles Verhalten; Gesprächsführung ändern; diskretes Verhalten; Umschreibung, Täuschung; Gefühl geben, dass es keine Bedrohung gibt; viel lächeln, positives Gefühl vermitteln; Vorwand für negative Aktionen (und gut timen); Scherzhaft behandeln; Zeit geben, abwenden wenn anderer Kontrolle verliert; Lob, Schmeicheln
Korrektiver Prozess (Zusammenhang Image)
Ausgleichshandlung, Wiederherstellung des Images Defensive Techniken: Herausforderung: man wird auf Fehler aufmerksam gemacht; Angebot: Möglichkeit erhalten, es wieder gut zu machen (Rechtfertigen oder Entschuldigen); Akzeptanz: Hoffen auf Annahme meiner Buße; Dank senden Protektive Techniken: Herausforderung: Auf Fehlverhalten aufmerksam machen; Angebot: Annehmen (inhalt s. oben); Akzeptanz: Annahme ; Dank: empfangen
Können kollektive Akteure ein Image haben?
Ja, siehe Unternehmen Gilt für kollektive Akteure die Norm, dass andere Images gepflegt werden müssen? Vermutlich abhängig von Konkurrenzstatus
Minimal Group Studies
Gruppenidentität entsteht einfach dadurch, dass es eine Gruppe gibt (z.B. Zusammengehörigkeit zwischen Fußballfans) (Gruppen werden zufällig und ohne Hintergrund erstellt) Fragen hinter der Studie: wie entsteht z.B. Rassismus?
Wozu führen Kategorien?
Vorurteile, Schubladendenken; man kann die Wahrnehmung von anderen Leuten von einem Selbst ändern, indem man seine äußere Erscheinung ändert
Was meint soziale Identität?
Entsteht, sobald man sich als Teil einer Gruppe fühlt, aufgrund geteilter Eigenschaften; Abgrenzung zu anderen Gruppen; Übernahme von Normen, mit denen man konform ist, als Teil der sozialen Identität
Hat man eine oder mehrere soziale Identitäten?
Für jede Gruppe, der man angehört, hat man eine soziale Identität -> Wechsel zwischen Identitäten ist situations- und kontextbedingt notwendig, um sich einordnen zu können Bedeutsamkeitshierarchie; Sense of belonging
Wann ist eine Gruppe eine Gruppe?
Akteure mit geteilten Eigenschaften, Normen, und Werten finden sich bewusst zusammen; Eine Gruppe muss sich deutlich abgrenzen und erkennbar sein; Sie muss mindestens drei Mitglieder haben; Sense of Belonging
Prototypen
Repräsentieren Kategorien, Attribute die Gemeinsamkeit beschreiben, Kernmerkmale der Gruppe sind im Prototyp vereinigt
Depersonalisierung
Personen werden nur noch als Prototypen gesehen, in der Gruppe und außerhalb der Gruppe, Absehen von Einzigartigkeit, Konzentration auf allgemeine Attribute (des Prototyps)
Motivation hinter Gruppenbildung
Selbststärkung, Bestätigung im positiven Selbstbild, Unsicherheitsreduktion (man weiß wie man sich verhalten soll {Sekten}) Positive Unterscheidungskraft – wir sind besser als die anderen Streben nach Image – Abgrenzung zu „schlechteren“ Gruppen
Wie wandelt sich soziale Identität?
Unzufriedenheit mit Gruppennormen, Konflikte mit Gruppen (Man ist z.T. unfreiwillig in einer Gruppe) Biographie, „Karriere“, Äußere Faktoren Einschätzungen Status der Gruppe Stabilität des Status Legitimität der Gruppe Wie permanent ist Bindung an Gruppe Kann die Gruppe einen anderen Status quo erreichen?
Codes kollektiver Identität
Instrument der Abgrenzung; Zentrale Unterschiede, die zur Abgrenzung führen; Definitionsmerkmal einer Gruppe Hohe soziale Verbindlichkeit, schaffen Bewusstsein Aneignung durch Codierung Binär: Innen oder Außen
Universalistische Codes
Außenbeziehung: Außenseiter sind potentielle Mitglieder, werden aber als unterlegen angesehen Grenzen: Grenzen sind relativ offen; Außenstehende können Mitglieder werden Grenzgestaltung: Bewusstsein für Erlösung muss gegeben sein Ingroup: Rituale zum Auffrischen der Zugehörigkeit; hierarchische Ordnung; Prüfungen für Neueinsteiger Bsp.: Geheimgesellschaften; Code: Wissen/nicht – Wissen über die „Erlösung“
Primordiale Codes
Grenze: angeboren, Naturgegebene, „natürliche“ Merkmale Grenzgestaltung: Unveränderbar, keine Überschreitung möglich Außenbeziehung: Andere sollen nicht dazugehören Ingroup: homogene Ingroup, keine Schichtung
Traditionale Codes
Grenze: Tradition, jede Person, die eine Erinnerung oder ein Erlebnis teilt, ist Teil der Gruppe; Vertrautheit, Routine Grenzgestaltung: allmähliche Anpassung, dauert; Graduelle Grenze, diffuser Grenzbereich Außenbeziehung: Gleichrangigkeit, aber Anders; Abgrenzung Ingroup: Nicht Gleichheit, Heterogene Verteilung des Bewusstseins über Tradition (manche Leute feiern Weihnachten intensiver; Wer den Dialekt besser kann, ist tiefer in der Gruppe)
Individualität (vs. Identität)
Einzigartigkeit, an eine Person gebunden, Knotenpunkt der sozialen Kreise Identität kann geteilt werden, Individualität nicht Individualität muss nicht bewusst sein
Entstehung von Individualität? Simmel
Zugehörigkeit zu neuen und alten sozialen Kreisen erzeugen Individualität, je mehr Kreise, desto wahrscheinlicher ist eine einzigartige Kombination. Familie als erster Kreis
Wodurch ist die Individualität eines Akteurs gegeben? Simmel
Jeder Akteur ist in bestimmten sozialen Kreisen, die sich kreuzen → individueller Schnittpunkt führt zu Individualität
Zusammenhang zwischen inneren Konflikten (Zerrissenheit) und Individualität? Simmel
Gewichtung der Bedeutung der sozialen Umfelder, um Individualität und Identität zu wahren; vllt Suche nach Konflikt? (Ich muss nicht unbedingt heiraten -> kein Konflikt zwischen neuer und alter Familie); trotz der Konflikte gibt es immer eine Gemeinsamkeit; Höheres Konfliktpotential mit hoher Anzahl sozialer Kreise; Ausgeprägte Individualität führt zu mehr inneren Konflikten (Vermeidung von Konflikten im Safe Space)
Zusammenhang zwischen Ausprägung von Kultur und Individualität? Simmel
Kultur und Individualität beeinflussen sich gegenseitig; Ausgedehnte, komplexe Kultur stellt mehr Möglichkeiten zur Individualisierung bereit
Zusammenhang zwischen großstädtischem Leben und Individualität? Simmel
Steigerung des Nervenlebens, Komplexität; Großstadt als Teil der Identität (Sachlichkeit und Nüchternheit färbt ab; leichter Individualität zu erlangen, weniger Abhängigkeit; Größere Kreise möglich; Abheben von anderen schwerer, wichtiger; Unabhängigkeit (Abhängigkeit im Dorf); Im Dorf größere soziale Kontrolle
Zusammenhang zwischen Blasiertheit, Geld und Individualität? Simmel
Abstumpfung (Verlust der Individualität?); Geld als Instrument der Quantifizierung (Blasiertheit auch), Distanzierung, Individualität in dem man Dingen eigenen Wert geben kann, Geld und Blasiertheit ermöglichen freie Wahl
Sekundärebene von Individualität Simmel
1. Einzigartigkeit der Schnittpunkte der Kreise 2. Verhältnis der Kreise zueinander 3. (Anzahl der Kreise) 4. Stellung des Einzelnen in dem Kreis 5. Ermöglicht Struktur die Partizipation an unterschiedlichen sozialen Kreisen
Komponenten der Gesellschaft: Ungleichartig - Gleichrangig
Funktionale Differenzierung (Teilsysteme: Politik, Sport, Wissenschaft usw.)
Komponenten der Gesellschaft: Ungleichartig - Ungleichrangig
Hierarchische Differenzierung (Stände; Adel vs. Bürgertum; Kastensystem)
Hierarchische Differenzierung
Vollinklusion; Individualität an die Schicht geknüpft; man ist vollständig durch die Schicht definiert Einheit von Inklusion und Sozialisation
Funktionale Differenzierung
Durch verschiedene Logik und Motivationen der Akteure gehöret man mehreren Systemen an Keine Vollinklusion; Immer "Zugehörigkeit" zu vielen - nie nur zu einem.
Individualisierung Beck/Gernsheim
Individualität als Einzigartigkeit Individualität gesteigert durch das Leben in Großstadt und in funktional differenzierten Gesellschaft Durch Möglichkeitenüberfluss kann ich mir aussuchen, was ich machen und sein will Mehr soziale kreise, mehr kreuzung, kreise sind spezifischer
Zusammenhang zwischen funktional differenzierter Gesellschaft (Großstadt) und Individualität
Großstadt; Funkt. Diff. Gesellschaft; Globalisierung; Technisierung; Internet (Makro) → Logik der Situation → Individualität; Identitäten (Mirko) → Logik der Selektion → Wahl, Entscheidung, Selbstbestimmung, Standardisierung der Biografien (Mikro) → Logik der Aggregation → Heterogenität, neue Standards; neue Institutionen (Makro) Meso-Ebene: Individualisierung, Auflösung der Milieus
Individualisierungsthese Beck Gernsheim
Auflösung der sozialen Milieus (traditionellen) auf der Meso-Ebene der Gesellschaft Handlungsleitende Meso-Sicherheiten sozialer Milieus schmelzen, lösen sich auf Auflösung und Ablösung industrieller Lebensformen
Großstadt/Globalisierungsebene -> die Gesellschaft bricht auseinander, keine übergreifende Kultur mehr
pro und contra argument
Begründung pro: spezielle soziale Kreise führen dazu, dass Individuen sich ihr Umfeld aussuchen, und viele Kreise meiden, die sonst gezwungenermaßen besucht werden müssen, Wahlmöglichkeit; Gesellschaft ist so differenziert, dass sich keine übergreifende Kultur bilden kann Begründung contra: Übergreifende Kultur bildet sich durch viele kleine Kulturen und sind durch Zugehörigkeit der Akteure in sich überschneidenden sozialen Kreisen verknüpft à neue vergemeinschaftende Strukturen
Großstadt/Globalisierungsebene -> Die Gesellschaft ist standardisiert
pro und contra
Pro: Institutionelle Abhängigkeiten bleiben bestehen, Form ändert sich aber es gibt neue Milieus/Abhängigkeiten. „Bastelbiografie“ aber jeder bastelt das gleiche Contra: Keine strukturellen Zwänge, daher heterogene Strukturbildung
Großstadt/Globalisierungsebene -> Die Gesellschaft ist selbstbestimmt
pro und contra
Pro: Heterogenität der sozialen Strukturen Contra: Neue Strukturen, Institutionen, Normen – immer noch (neue) strukturelle Zwänge
Individualitätsebene -> es besteht zwang zu rationaler Entscheidung
pro und contra
Pro: Immer Entscheiden (wobei Wahl unter institutionellen Vorgaben z.B. habe ich Abitur? Dann kann ich studieren;; trotzdem Strukturen, die prägen) Contra: Überforderung durch Entscheidungszwang – Unsicherheiten – Orientierung an anderen – Standards
Individualitätsebene -> Biografien werden an gesellschaftlichen Standards ausgerichtet
pro und contra
Pro: „Ähnliche Biografien“, Orientierung an anderen aus dem Bedürfnis der Sicherheit, neue Normen entstehen und werden zu Standards Contra: Viele Wahlmöglichkeiten ohne die Individualisierung nicht entstehen würde, es gibt unterschiedliche Wege (Kontingenz) – viele unterschiedliche Standards