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Sozialpsychologie (Subject) / Sozialpsychologie (Lesson)

Chemnitz bei Asbrock WS 18/19

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  • Was sind die Komponenten im Multikomponentenmodell der Einstellungen (Zanna & Rempel, 1988)? Erkläre sie kurz! Kognitive Komponente: Überzeugungen, Gedanken und Eigenschaften, die wir mit einem Einstellungsobjekt assoziieren – Abwägen positiver und negativer Aspekte Affektive Komponente: Mit dem Einstellungsobjekt verbundene Gefühle und Emotionen --> z.B Mere Exposure Effect (Zajonc, 1968): positivere Einstellung zu bekannten Objekten Verhaltensbezogene Komponente: Verhaltensweisen gegenüber dem Einstellungsobjekt, Basis für Einstellungen --> z.B. Einstellungen können aus früherem Verhalten geschlossen werden (Selbstwahrnehmungstheorie; Bem, 1972). Einstellungen können geändert werden, um mit Verhalten übereinzustimmen (Dissonanztheorie; Festinger, 1957)
  • Auf welchen Skalen lassen sich Einstellungen darstellen? Was ist der Unterschied? Eindimensionale Skala (negativ / weder noch / positiv) Zweidimensionale Sichtweise (Koordinatensystem mit negativ /positiv. Nullpunkt ist „weder noch“) --> Zweidimensionala Skala kann "sowohl mögen als auch nicht mögen" abbilden, die eindimensionale Skala kann das nicht
  • Was sind Einflussfaktoren für die Stärke einer Einstellung? Welche Implikationen hat eine starke Einstellung? Einflussfaktoren: Zugänglichkeit, Konsistenz, Extremität, Wissensbasis, Selbstvertrauen, Elaboriertheit...  Implikationen:  --> Einstellung ist stabiler über die zeit --> Widerstandsfähiger gegen Persuasion --> Bessere Vorhersage von Verhalten
  • Wie kann man Einstellungen messen? Einstellungen sind nicht direkt beobachtbar und müssen über andere Indikatoren erschlossen werden: 1.Explizite Einstellungsmaße 2.Implizite Einstellungsmaße 3.Physiologische Indikatoren (z.B. Hautleitfähigkeit, EMG, EEG) 4.Verhaltensbeobachtung (z.B. Lost Letter)
  • Wie werden explizite Einstellungsmaße erhoben und was ist das Problem dabei? Direkte bitte, über Einstellung nachzudenken und diese z.B. auf Likert-Skala einzuschätzen.  Problem: anfällig für soziale Erwünschtheit
  • Was ist ein Beispiel für einen Test der impliziten Einstellung? IAT (Darbietung von positiven/negativen Begriffen zusammen mit Einstellungsobjekten (z.B. Bilder von Schwarzen und Weißen in den USA). Schnellere Reaktionszeiten bei stereotyper Kombination deuten auf stärkere Assoziation
  • Sie wollen untersuchen, wie Einstellung und Verhalten zusammenhängen. Worauf müssen sie beim erheben der Maße achten? Korrespondenz von Einstellungs- und Verhaltensmaß
  • Davidson und Jaccard führten 1979 eine Studie zu Verhalten und Einstellungen durch. Was war ihr Befund? Die Korrelation zwischen Verhalten und Einstellung hängt von der Korrespondenz der Maßen ab. Größte Korrelation, wenn die Items sich am wenigsten voneinander unterscheiden. z.B. k(l)eine Korrelation zwischen "Hat in den letzten zwei Jahren die Pille genommen" und Einstellung gegenüber Verhütung im Allgemeinen. 
  • Was ist eine mögliche Erklärung dafür, dass wir nicht immer gemäß unserer Einstellung handeln? In einigen Bereichen ist Verhalten schwieriger zu zeigen (z.B. altruistisch Handeln, Blutspenden) als in anderen (Wahl einer Partei).
  • Wovon hängt die Stärke der Korrelation zwischen Einstellung und Verhalten ab? 1. Verhaltensbereich 2. Stärke der Einstellung 3. Korrespondenz der Maße 4. Explizite oder implizite Einstellung (geplantes vs. spontanes Verhalten)
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  • Welche Einflussfaktoren wirken laut der Theorie des überlegten Handelns (Fishbein und Ajzen, 1975)) auf eine Verhaltensintention? Einstellung zum Verhalten: beruht auf Erwartung einer erwünschten Konsequenz und dem mit dieser Konsequenz verbundenem Wert Subjektive Norm: beruht auf normativer Überzeugung (ob wichtige andere Personen dieses Verhalten erwarten) und der Motivation, dem zu entsprechen
  • Was ist die Theorie des geplanten Verhaltens? (Ajzen, 1991) Eine Erweiterung der Theorie überlegten Handelns, in der der Begriff der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle enthalten ist. (Überlegtes Handeln = Einstellung + Norm = Verhaltensintention )
  • Was sind die 5 Stufen des Informationsverarbeitungsmodell der Persuasion von McGuire? 1.       Aufmerksamkeit 2.       Verstehen 3.       Akzeptieren 4.       Beibehalten 5.       Verhalten
  • Welche Prozesse werden im Zwei Prozess-Modelle der Persuasion unterschieden? Unterscheidung von systematischer und nicht-systematischer Informationsverarbeitung in der Persuasion
  • Welche Routen gibt es im Modell der Elaborationswahrscheinlichkeit und wann treten sie jeweils auf? -          Zentral: Verarbeitung der Argumente (bei hoher Verarbeitungsmotivation und -fähigkeit) -          Peripher: Einstellungsänderung ohne Verarbeitung der Argumente (bei niedriger Verarbeitungsmotivation und -Fähigkeit)
  • Definition Theorie der kognitiven Dissonanz (cognitive dissonance theory) Nimmt an, dass Dissonanz ein aversiver Zustand ist, der Menschen dazu anregt, ihn zu reduzieren (z. B. durch Meinungs-, Einstellungsoder Verhaltensänderung, aber auch durch die Suche nach konsonanten oder durch das Meiden dissonanter Informationen).
  • Was passiert bei der Dissonanzreduktion? Wann tritt sie auf? Nach Entscheidungen zwischen Handlungsalternativen gibt es Gründe für die gewählte Alternative (konsonante Kognitionen) und Gründe für die Alternative (dissonante Kognitionen) --> Dissonanzreduktion über Aufwertung der gewählten und Abwertung der nicht gewählten Alternative
  • Festinger und Carlsmith (1959) überprüften die Vorhersagen der Theorie der kognitiven Dissonanz. Was waren die Vorhersagen, was war das Ergebnis? Wenn sich eine Person einstellungskonträr verhält, um einer Bestrafung zu entgehen oder irgendeinen Nutzen daraus zu ziehen, wird die Dissonanz größer sein, wenn die Strafe bzw. der Nutzen eher klein als groß ist Probanden, denen 1 Dollar fürs Lügen angeboten wurde, beurteilten die eigentlich todlangweilige Aufgabe nach dem Lügen besser --> Reduktion der Dissonanz. Probanden, denen 20 Dollar angeboten wurden, bewerteten die Aufgabe schlechter (und eine Kontrollgruppe bewertete sie noch negativer) 
  • Brem untersuchte 1956 die Änderung von Präferenzen nach Entscheidungen. Was waren die Ergebnisse? Gewählte Alternative nach der Wahl aufgewertet, die andere abgewertet. à Verhaltenskonforme Änderung der Einstellung
  • Wie können Einstellungen ganz allgemein verändert werden? • Persuasion • Dissonanzreduktion nach Verhaltensänderungen
  • Definition Sozialer Einfluss Veränderungen in Urteilen, Meinungen und Einstellungen eines Individuums als Ergebnis der Konfrontation mit den Urteilen, Meinungen und Einstellungen anderer
  • Was ist Konformität? Änderung von Einstellung und Verhalten durch die Positionen anderer Personen (Gruppendruck, Majoritäteneinfluss)
  • Was sind und welche Funktion haben soziale Normen? Überzeugungssysteme, wie man sich (nicht) verhalten soll. Steuern Verhalten einer Gruppe, in der die Normen akzeptiert sind. Normen reduzieren Unsicherheiten und koordinieren Verhalten.
  • Welche zwei Arten von Normen unterscheidet man? Präskriptive Normen: Standards, wie man sich verhalten soll Deskriptive Normen: Wie sich die meisten Leute verhalten
  • Was zeigen Sherifs Experimente zum autokinetischen Effekt? In der Gruppe bildet sich eine Norm heraus, da kein objektives Urteil vorhanden ist
  • Goldstein et al. (2008) untersuchten soziale Normen zur Wiederbenutzung von Handtüchern in Hotels. Wie wurde die UV manipuliert? UV: Hinweis im Hotelzimmer (Bad) a) Hinweis auf Wichtigkeit von Umwelt-schutz, „Bitte machen Sie mit“ b) „75% der Hotelgäste machen mit, bitte machen Sie auch mit“(deskriptive Norm)
  • Die Ergebnisse in Aschs Linienexperimenten waren nahezu dramatisch. Wie lässt sich aber die Konformität beeinflussen? Anonyme und/oder private Antwort Abweichler in Majorität der Konföderieren
  • Was ist Normativer Einfluss? Einfluss, der darauf beruht, dass man mit den positiven Erwartungen von anderen konform gehen möchte – Menschen vermeiden es, sich so zu verhalten, dass dies zu sozialer Bestrafung oder Ablehnung führen wird.
  • Was ist informationaler Einfluss? Einfluss, der darauf beruht, dass man die Informationen, die man von anderen erhalten hat, als Hinweis auf die Realität akzeptiert.
  • Welche Arten von sozialem Einfluss gibt es laut Moscovici bei Meinungsverschiedenheiten innerhalb von Gruppen? Konformität: Majoritäteneinfluss Normalisation: Kompromissfindung Innovation: Einfluss durch Minorität
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  • Was zeigte Moscovici in seinem umgedrehten Linienexperiment bzgl. Minderheiteneinfluss? Bei konsistenter Minderheit waren 8.42% der Antworten der echten VPn „grün“, obwohl die Dias blau waren. --> Eine inkonsistente Minderheit hatte keinen Einfluss.
  • Was besagt Moscovicis Konversionstheorie? Die Beeinflussung aufgrund Minderheit oder Mehrheit basiert auf unterschiedlichen Prozessen: Majorität: Oberflächliche Anpassung (compliance) ohne Einstellungsänderung (normativer Einfluss) Minorität: „Validierungsprozess“, die Argumente werden durchdacht und möglicherweise akzeptiert (Konversion, informativer Einfluss)
  • Definition von Konversion Eine Veränderung auf der privaten Ebene (Einstellung, Meinung), nachdem man dem Einfluss anderer ausgesetzt war; internalisierte Veränderung; Veränderung der Art und Weise, wie man einen Aspekt der Realität strukturiert.
  • Wood et al. führten 1994 eine Metaanalyse zum Mehr- und Minderheiteneinfluss durch. Welches Ergebnis spricht gegen Moscivicis Konversionstheorie? Die private Meinung wurde eher von Mehrheiten als von Minderheiten beeinflusst. Der Effekt der Minderheiten war nur bei indirekter Messung sehr schwach vorhanden (d = -0.05)
  • Was sind beim Milgram-Experiment Einflussfaktoren für den Gehorsam des Probanden? - physische Nähe zum Opfer - Legitimität der Autorität - Soziale Unterstützung für (Un-)Gehorsam - Verantwortungsabgabe
  • Was ist die Definition von Aggression? Jede Form von Verhalten, die darauf abzielt, einer anderen Person zu schaden oder sie zu verletzen, die motiviert ist, diese Behandlung zu vermeiden
  • Wie unterscheidet sich Aggression von Gewalt? Gewalt ist enger definiert und zielt auf schwere körperliche Schädigung ab 
  • Nenne zwei Arten von Laborexperimenten für die Messung von Aggression Lehrer-Schüler-Paradigma (AV: Elektroschocks) Hot Sauce Paradigma (AV: Menge der scharfen Sauce) 
  • Was sind individuelle Faktoren für Aggression? Persönlichkeit, Geschlecht, Feindseliger Attributionsstil
  • Was sind situative Faktoren für Aggression? Alkohol, Hitze, Mediengewalt, aggressive Hinweisreize
  • Was besagt die Frustrations-Aggressions-Hypothese? Nimmt an, dass Frustration, also die Blockierung einer zielgerichteten Aktivität, die Wahrscheinlichkeit aggressiven Verhaltens erhöht.
  • Was wird bei Laborexperimenten (z.B. zur Messung der Aggressivität) kritisiert? Mangelnde externe Validität:  • Aggression im Labor zeigt vergleichsweise geringe Schädigung• Methodische Einschränkungen       Motivation der VPn unklar (z. B. teacher-learner)       Verhalten ist nicht immer offensichtlich aggressiv       VP können oft nur aggressives Verhalten zeigen       Gehorsamkeit gegenüber dem VL
  • Welcher Unterschied ist in fMRT Studien zwischen Spielern gewalthaltiger Spiele und anderer Spiele sichtbar? Weniger emotionale Reaktionen 
  • Welche Thesen überprüfte Lefkowitz in der Längsschnittstudie über Mediengewalt? -          Sozialisationsthese (Medienkonsum führt zu Aggression) -          Selektionsthese (Aggression führt zu Medienkonsum)
  • Was waren die Ergebnisse in Lefkowitz Längsschnittstudie über Mediengewalt? Für Jungen signifikante Korrelation zwischen dem Gewaltkonsum zum Zeitpunkt 1 und Aggression zum Zeitpunkt 2, während Aggression zum Zeitpunkt 1 nicht mit dem Konsum von Gewalt im Fernsehen zum Zeitpunkt 2 zusammenhing.
  • Gibt es einen positiven Zusammenhang zwischen Mediengewalt und Aggression? (Metaanalyse Anderson & Bushman) Ja, r = 0.19, Publication Bias unwahrscheinlich 
  • Warum führt Mediengewalt zu Aggression? • Soziales Lernen (Bandura, 1977) (Belohnung medialer Aggression) • Erhöhte Abrufbarkeit aggressiver Gedanken und Gefühle • Langfristige Habituation • Normative Akzeptanz von Gewalt
  • Was ist der Waffeneffekt? Befund, dass Personen, die zuvor geärgert worden waren, in Gegenwart von Waffen mehr aggressives Verhalten zeigen als in Gegenwart neutraler Gegenstände.
  • Warum relativierte die Studie von Berkowitz & LePage (1967) die Aggressions-Frustrations-Hypothese? Probanden zeigten nach Frustration (UV1) aggressiveres Verhalten, wenn aggressive Hinweisreize vorhanden waren (UV2)
  • Wie hängen aggressive Hinweisreize und biologische Faktoren zusammen? (Klinesmithet al., 2006) Zusammenhang zwischen aggressiven Hinweisreizen und Verhalten wird über Testosteronlevel vermittelt. (mediiert)