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Sozialpsychologie (Subject) / Sozialpsychologie (Lesson)

Chemnitz bei Asbrock WS 18/19

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  • Was ist Unterschied zwischen Handelndem und Beobachter (actor-observer difference)? Hypothetische allgemeineNeigung von Menschen, ihr eigenes Verhaltenstärker mit der Situation, das Verhalten andererPersonen jedoch stärker mit deren Dispositionen zuerklären.
  • Was sind die Grenzen der Konstruktion des Selbst? Grenzen setzt der Konstruktion unseres Selbst unsere biologischen Merkmale, Soziale Normen und unsere Fähigkeiten.
  • Wie erfolgt die Konstruktion unseres Selbst? Erfolgt im Austausch mit dem sozialen Kontext (was wir anziehen, mit wem wir reden, was wir bei Facebook posten usw.). Die Ansichten und das Wissen einer Person über sich selbst werden durch einen aktivenKonstruktionsprozess geformt, der sich in der Interaktion mit der sozialen Umwelt abspielt. Dieser Prozess wird davon gesteuert, wie man sich selbst gern sieht.
  • Was sind nach William James die Aspekte des Selbst? -  Das Selbst als Subjekt (handelnd, aktiv --> Anpassung der Lebensumstände) -  Das Selbst als Objekt (Überzeugungen und Gefühle über das Selbst --> Selbstwertgefühl)
  • Warum können wir unser Selbst durch Introspektion nicht vollständig begeifen? Wenig hilfreich, um herauszufinden, warum wir etwas fühlen und denken: o   Nicht alle Verhaltensursachen können uns bewusst werden o   Ungewollte Gedanken werden aus dem Gedächtnis ferngehalten, haben aber trotzdem Einfluss (sterotype Normen) o   Neigung dazu, positive Eigenschaften und Kontrollmöglichkeiten zu überschätzen
  • Was sind Quellen der Selbsterkenntnis? Persönlich: Introspektion Sozial: Vergleich mit anderen Personen
  • Was sind die Annahmen in der Theorie der sozialen Vergleiche nach Festinger (1954)? 1.       Menschen haben das Motiv, ihre Fähigkeiten und Motive zu bewerten 2.       Dazu vergleichen wir uns mit anderen. Objektive Kriterien werden gegenüber sozialen Kriterien bevorzugt 3.       Vergleich eher mit Menschen mit ähnlichen Fähigkeiten und Meinungen 4.       Motivation dazu, eigene Fähigkeiten zu verbessern
  • Warum vergleichen wir uns nach Festinger (1954) mit anderen Menschen? Mit welchen Menschen vergleichen wir uns? Welche Kriterien sind wichtiger? 1. Um unsere Fähigkeiten zu verbessern 2. Mit denen, die uns ähnlich sind (Fähigkeiten und Meinungen) 3. Objektive Kriterien sind wichtiger als soziale
  • Klein untersuchte 1997 Festingers Hypothese, dass objektive Kriterien für das Selbst mehr Gewicht haben als soziale. Was waren die Ergebnisse der Studie? Relativierung von Festingers Annahme.  Die Wahl fiel bei Probanden, die über 60% richtig lagen und weiter als 20% über dem Durchschnitt lagen am häufigsten auf die Ästhethikaufgabe. Am zweithäufigsten bei Probanden mit 60% richtigen, die 20% unter dem Durchschnitt lagen. Am Dritthäufigsten (~68%) bei Probanden, 40% richtig lagen und 20% über dem Durschschnitt lagen. --> Eine eigentlich irrationale Wahl, aber der Aspekt "20% über dem Durschnitt" hatte einen Effekt auf die Wahl.  --> objektive und soziale Kriterien sind eher gleich wichtig
  • Wozu brauchen wir soziale Vergleiche? -          Verbesserung des Selbst (Fähigkeiten) -          Einschätzung des Selbst (Selbstkenntnis) -          Erhöhung des Selbstwertgefühls (Motivation)
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  • Warum wirken Bronzemedialliengewinner glücklicher als Silbermedalliengewinner? Vergleich mit Verlierern (downward comperison) vs. Vergleich mit Gewinner (upward comparison)
  • Was ist das Selbstkonzept? Kognitive Repräsentation unserer Überzeugungen über uns selbst. Gibt unseren Erfahrungen Kohärenz und Bedeutung.
  • Was sind Selbstschemata? Elemente des Selbstkonzepts; mentale Strukturen, die helfen, Erfahrungen zu organisieren (z.B. Offenheit, Leistungsorientierung) Wenn eine Person ein spezielles Selbstschema in einem bestimmten Bereich hat (z. B. Extraversion, Unabhängigkeit), wird das einen bedeutsamen Einfluss darauf haben, wie sie mit Informationen umgeht
  • Welchen Effekt beobachtet man bei schemakongruenten Informationen? -  Schemakongruente Informationen werden schneller erkannt und als relevant wahrgenommen -  Selbstreferenzeffekt: Informationen, die mit dem Selbst zusammenhängen, werden gründlicher und tiefer verarbeitet
  • Als welchen Aspekten wird nach Higgins (1987) das Selbst gebildet? Welche negativen Konsequenzen hat es, wenn Diskrepanzen bestehen? Ideales Selbst und Soll-Selbst.  Ideales Selbst: Enttäuschung Soll-Selbst: Schuldgefühle
  • Was ist die Definition des Erwünschten Selbst (desired selves)? Enthält unser potenzielles Selbst (mögliches Selbst), aber auch die Wünsche und Bestrebungen (ideales Selbst) sowie die Pflichten und Verpflichtungen (Soll-Selbst), deren Erfüllung wir oder bedeutsame Andere von uns erwarten.
  • Was ist die Interaktion zwischen Selbstwert und Selbstwahrnehmung? Personen mit gutem Selbstwertgefühl halten sich eher für intelligent, liebenswert usw. - schreiben sich also eher positive Eigenschaften zu 
  • Was ist die Definition des Selbstwertgefühls? Gesamtbewertung unseres Selbst (positiv/negativ). Basiert auf unserer Selbsteinschätzung in verschiedenen Bereichen, steuert diese aber auch
  • Erkläre die Rosenberg-Self-Esteem-Skala! Misst globales Selbstwertgefühl als “trait”. Beispielitem: „Alles in allem bin ich mit mir selbst zufrieden“. 10 Items, Skala jeweils von 1 bis 4. Typischer Mittelwert um 30 herum (kann zw. 10 und 40 liegen). Für „state“-Messung Anpassung der Items: „Ich fürchte es gibt nicht viel, worauf ich im Moment stolz sein kann“.
  • Welche Hypothese untersuchten Crocker et al. (2002) im Zusammenhang mit dem Selbstwertgefühl? Was ist eine Schwäche der Studie? Aspekte sind für Individuen unterschiedlich wichtig (z.B. Erfolg im Studium, gutes Aussehen, soziale Eingebundenheit… (Crocker & Wolfe, 2001)). Wie wichtig die einzelnen Aspekte sind beeinflusst Effekte auf das Selbstwertgefühl. Schwäche: keine randomisierte Zuordnung, Quasiexperiment
  • Was waren die Ergebnisse in der Studie von Crocker et al. (2002) zum Selbstwertgefühl? Bei Bewerberinnen mit hoher akademischer Kontingenz (also denen, denen akademischer Erfolg wichtig ist) hatte eine Absage/Zusage stärkere Auswirkung auf das state-Selbstwertgefühl
  • Was ist die Definition von Selbstwertkontingenz? Bereiche – sowohl eigene Eigenschaften (z. B. Tugendhaftigkeit) als auch externe Aspekte (z. B. Macht) –, aus denen wir unser Selbstwertgefühl ableiten.
  • Wie definieren sich Personen mit interdependentem Selbst? Was ist die Implikation davon für die Konsitenz des Selbst? Über soziale Beziehungen und Gruppenidentitäten. Das Selbst ist weniger stabil, sondern abhänhig vom aktuellen Kontext (im Kontext aber konsistent)
  • Was sind die motivationalen Funktionen des Selbst? (+ Definition) - Selbsteinschätzungsmotiv (streben nach objektivem Bild über uns selbst - stärker bei Einschätzung unserer positiven Eigenschaften) - Selbstaufwertungsmotiv (Streben nach positivem Selbstwertgefühl, Konzentration auf positive Informationen)
  • Nenne Stategien zur Selbstaufwertung! selbstwertdienliche Attributionen, sich sonnen im Glanz anderer, positive Selbstdarstellungen
  • Warum werten wir uns selbst auf? Selbstaufwertung korreliert positiv mit psychischer und körperlicher Gesundheit Positiver Selbstwert hilft im Umgang mit Bedrohungen des Selbst (Terror Management Theory) Soziometer-Theorie: unser Selbstwertgefühl als Signal für das Ausmaß, in dem wir uns vonanderen Menschen akzeptiert oder abgelehnt fühlen.
  • Was ist die Mortalitätssalienz-Hypothese? Erinnerung an die eigene Sterblichkeit führt zur Stärkung der eigenen Weltsicht und zum Streben nach Selbstwertbestätigung. Dadurch, dass wir kognitiv hoch entwickelt sind, sind wir uns auch der Endlichkeit unserer Existenz bewusst. Dadurch entsteht Angst. Kontrolliert werden kann die Angst dadurch, dass wir uns an der eigenen kulturellen Weltsicht orientieren. Ihre Symbole (z.B. normatives Verhalten, religiöse Symbole) vermitteln uns Sicherheit, Stabilität und Ordnung. Ebenfalls dadurch, dass wir der Ansicht sind, Teil dieser Kultur zu sein und nach den richtigen Standards zu leben (--> Selbstaufwertung). --> Furcht vor dem Tod dadurch bewältigen, dass wir uns eine Weltsicht konstruieren, die unserem Selbstwertgefühl dienlich ist
  • Führt Todesangst zu selbstwerterhöhenden Verhalten? In Welcher Studie wurde dies getestet? (Design + Ergebnisse) • Hypothese: Mortalitätssalienz führt zu mehr prosozialem Verhalten gegenüber Mitgliedern der eigenen Kultur • Design: 2 (Mortalitätsalienz vs. Zahnschmerzen) x 2 (US-vs. foreign Charity; within) • AV: Spende des VP-Geldes ($ 1,50) • N = 27 Studierende Ergebnis: In der Mortalitätssalienzgruppe wurde mehr Geld gespendet UND es wurde mehr Geld für US Charity als für ausländische gespendet.
  • Um Einfluss auf die Umwelt zu nehmen und effektiv zu handeln, brauchen wir Reflexion und Handlungsplanung. Wie heißt die Funktion des Selbst, die dies ermöglicht? Regulatorische Funktionen des Selbst
  • Auf welche Weise beeinflusst der Selbstfokus das Verhalten? (nach Duval und Wicklund, 1972) Fokus auf das Selbst erhöht die Selbstaufmerksamkeit, dadurch werden Diskrepanzen zwischem tatsächlichem Verhalten und angemessenem Verhalten entdeckt. Dies führt wiederum zur Anpassung des Verhaltens  --> Selbstaufmerksamkeit führt zu erhöhter Anstrengung, um eine Aufgabe zu lösen und Vermeidung sozial unerwünschten Verhaltens
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  • Was ist Selbsterschöpfung/Ego-depletion und wie lässt sie sich verringern? Verringerung der selbstregulatorischen Fähigkeiten, z.B. durch Aufmerksamkeit auf verschiedene Bereiche und (erschöpfende) anhaltende Nutzung Erschöpfung bleibt aus bei regelmäßiger Rückmeldung und der Möglichkeit zur Anpassung an selbstregulatorische Anforderungen
  • Welche Hypothse überprüfen Converse und DeShon 2009 in ihrer Studie zu Selbsterschöpfung? Was war das Ergebnis? Nach Aufgaben mit hoher Selbstregulation kommt es zu reduzierter Selbstregulation in anschließenden Aufgaben, aber nur, wenn es keine Möglichkeit gab, sich an die Selbstregulation anzupassen Wenn nur eine Aufgabe ausgeführt wurde, waren die Antworten im Test besser, wenn die Aufgabe niedrige SR erforderte. Wenn zwei Aufgaben ausgeführt wurden, besteht dieser Effekt nicht. Hypothese bestätigt; Ergebnisse sprechen gegen die Absolutheit der Ego-Depletion Theory
  • Zwischen welchen Prozessen wird in der sozialen Kognition unterschieden? Unterschieden wird zwischen automatischen Prozessen, die unbewusst und unaufwändig sind, und kontrollierten Prozessen, die willentlicher Kontrolle bedürfen und aufwändig sind.
  • Nenne drei automatische Prozesse! Kategorisierung, Schemata, Stereotyp
  • Definition von Kategorisierung Tendenz, Menschen und Objekte aufgrund gemeinsamer Merkmale in diskrete Gruppen einzuteilen
  • Definition von Schema Kognitive Struktur mit Wissen über Objekte oder Personen bestimmter Kategorien und damit zusammengehörenden Erwartungen
  • Definition von Stereotyp Kognitive Struktur mit Wissen und Überzeugungen über soziale Gruppen, Inhalte werden über alle Mitglieder der Gruppe generalisiert. Soziale Kognition beschäftigt sich nicht mit den Inhalten der Stereotype, sondern mit ihrer Struktur und Aktivierung
  • Wie kann getestet werden, ob ein Prozess automatisch aktiviert wird? Wenn Stereotype automatisch aktiviert werden, müssten sie bei entsprechenden Hinweisreizen immer auftreten: z.B. durch Priming
  • Was ist die Logik hinter dem lexical descision task? Messung, wie schnell VPn auf Wörter/Nichtwörter reagieren (z.B. BAUM – BAUF). Nach Priming sollten assoziierte Wörter schneller erkannt werden (z.B: geprimed auf Apfel – schnellere Erkennung von BAUM)
  • Wie werden Schemata aktiviert? Enkodierung: Transformation wahrgenommener Reize in innere Repräsentationen --> Interpretation der Situation aufgrund von Schemata/Stereotypen
  • Was sind die Hypothesen und Ergebnisse der Shooter-Bias Studie (Correll et al., 2002)? Annahme: Stereotyp von Afro-Amerikanern als gewalttätig, dadurch werden Waffen bei ihnen schneller erkannt. Schnellere Reaktionen bei Afro-Amerikanern mit Waffen; Häufigere Fehlalarme bei Afro-Amerikanern ohne Waffen
  • Nenne drei kognitive Heuristiken! -          Repräsentativitätsheuristik -          Verfügbarkeitsheuristik -          Ankerheuristik
  • Definition Repäsentativitätsheuristik Je typischer ein Objekt für eine bestimmte Kategorie ist, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit eingeschätzt, dass es in diese Kategorie gehört
  • Was ist ein typischer Fehler, den Menschen bei der Anwendung von Heuristiken begehen? Vernachlässigung der Basisrate (Information über die Häufigkeit einer Kategorie in einer Population)
  • Definfition Verfügbarkeitsheuristik Schätzung der Auftretenshäufigkeit von Ereignissen durch die Leichtigkeit, mit der Beispiele für das Ereignis im Gedächtnis abgerufen werden kann. Grundsätzlich ist das ein sinnvolles Vorgehen, da häufig dargebotene Reize besser abgerufen werden können als seltene Reize.
  • Worauf basiert die Verfügbarkeit bei der Verfügbarkeitsheuristik? Die Verfügbarkeit ist erfahrungsbasiert (eigene Erfahrungen, z.B. Arbeitslosigkeit im Bekanntenkreis à Schätzung der Arbeitslosenquote) und/oder gedächtnisbasiert (aus Medien, Fremderfahrungen oder Berichten anderer, z.B. Unfälle als Todesursache)
  • Was waren Hypothesen und Ergebnisse in der Studie von Schwarz et al. (1991) über das Gefühl des einfachen Abrufs von Informationen? Annahme: Nicht der Inhalt, sondern das Gefühl der Leichtigkeit des Abrufs ist entscheidend für das Urteil Ergebnis: Bei 6 Beispielen (einfacher Abruf): Korrespondierend mit der Selbst(un)sicherheitsbedingung; bei 12 Beispielen (schwierig abzurufen) entgegengesetzte Einschätzung
  • Definition Ankereffekte. Was erhöht die Effektivität der Anker? Urteile nähern sich systematisch Zahlenwerten an, mit denen man den Urteilsgegenstand anfänglich vergleicht. Erhöhung der Effektivität: Plausible Anker
  • Lässt sich der Ankereffekt umgehen? Ankereffekte sind schwächer, wenn die Motivation und Fähigkeit besteht, sich vom Ankerwert wegzubewegen (kognitiv aufwendig)
  • Was ist eine Einstellung? Gesamtbewertung eines Objekts, die auf kognitiven, affektiven und verhaltensbezogenen Informationen beruht.