75
Psychologie (Subject) / Pädagogische Psychologie (Lesson)
alles
This lesson was created by larissacassandra.
This lesson is not released for learning.
Advertisement
- Intrinsische Motivation: ▪ Hängt eng mit Interesse zusammen▪ Tätigkeitszentrierte intrinsische Motivation▪ Gegenstandszentrierte intrinsische Motivation➢ Besonders wichtig beim akademischen Lernen➢ Intrinsischer Belohnungsmechanismus entsteht durch persönliches Verursachungserleben (deCharms, 1968)
- Intrinsische Motivation und extrinsische Belohnung (Korrumpierungseffekt von Belohnungen (overjustification)) Das vormals intrinsisch motivierte Verhalten wird nach einer Belohnungsphase ohne Belohnung nicht mehr ausgeführt. Die intrinsische Motivation ist durch extrinsische ersetzt worden.
- Die Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan): • Überführung in intrinsischere Formen der Motivation ist möglich• Voraussetzung: Befriedigung der Basic Needs Externale Regulation -> Introjizierte Regulation -> Identifizierte Regulation -> Integrierte Regulation -> Intrinsische Regulation Basic Needs:• Autonomie• Kompetenzerleben• Soziale Eingebundenheit
- Definition Leistungsmotivation - Leistungsmotiviertes Verhalten: Leistungsmotiviertes Verhalten: ▪ zielt auf die Selbstbewertung eigener Tüchtigkeit▪ in Auseinandersetzung mit einem Gütemaßstab „Fleiß“ oder „Anstrengung“ aus anderen Gründen gilt im psychologischen Sinn nicht als leistungsmotiviert.
- Das Risiko-Wahl-Modell von Atkinson (1957): Risiko-Wahl-Modell, Modell des leistungsmotivierten Verhaltens von Atkinson, sagt vorher, für welches Aufgabenziel sich eine Person entscheiden wird, wenn ihr mehrere Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeit zur Auswahl stehen. Die wahrgenommene Aufgabenschwierigkeit bestimmt die subjektive Erfolgserwartung. --> sagt Bevorzugung mittlerer Aufgabenschwierigkeiten voraus
- Erfolgszuversichtlichkeit und Misserfolgsängstlichkeit: Zwei Anteile des Leistungsmotivs (Atkinson):▪ Erfolgsmotiv▪ Misserfolgsmotiv ▪ Erfolgsmotivierte sind ausdauernder, insbesondere bei noch nicht gelösten leichten Aufgaben▪ Misserfolgsmotivierte zeigen die größte Ausdauer bei sehr schweren Aufgaben ➢ Die Dominanz des Erfolgsmotivs allein bedeutet noch nicht eine optimale Motivationslage! Ebenfalls wichtig: Gestaltungsspielraum und Anregungsgehalt der Lernsituation, die Motivstärke, andere konkurrierende Motive oder Konflikte.
- Attributionsdimensionen (Lokation, Stabilität, Kontrollierbarkeit, Globalität): Lokation1. Internal = innerhalb der Person (Begabung, Anstrengung)2. External = außerhalb der Person (Glück, Pech, Schwierigkeit der Aufgabe)➢ beeinflusst Selbstbewertungsaffekte Stabilität1. Stabil (Begabung, Schwierigkeit der Aufgabe)2. Variabel (Glück, Pech, Anstrengung)➢ beeinflusst Zukünftige Erfolgserwartungen Kontrollierbarkeit1. Kontrollierbar (Anstrengung)2. Unkontrollierbar (Begabung, Glück/Pech, Schwierigkeit der Aufgabe)➢ beeinflusst Intensität der Selbstbewertungsaffekte und der Erwartungen Globalität1. Global („Ich kann überhaupt nichts“)2. Spezifisch („Ich bin nicht so gut in diesem Fach“)➢ beeinflusst (Fähigkeits-)Selbstkonzept
- Selbstkonzept und Lernerfolg: Gesicherte Zusammenhänge zwischen Selbstkonzept und Leistung (besonders für die Kompetenzeinschätzung Zwei Erklärungsmodelle: Self-Enhancement-Ansatz: Förderung des Selbstkonzepts führt zu besseren Leistungen Skill-Development-Ansatz: Förderung der Leistungen führt zu verbessertem Selbstkonzept ✓ Beides funktioniert. Beide Wirkrichtungen existieren
- Volitionale Stile (Kuhl, 1981): Handlungsorientierung Gute Handlungskontrolle, wenig Nachgrübeln nach Misserfolgen, wenig Nachdenken über Risiken etc. Lageorientierung Längeres Zögern, Nachdenken über Risiken, Alternativen etc., längeres Nachgrübeln nach Misserfolgen
- Aspekte der Verhaltensplanung: 1. Der angestrebte zukünftige Zustand2. Der zu verändernde gegenwärtige Zustand3. Die zu überwindende Diskrepanz zwischen Ist und Soll4. Die beabsichtigte Handlung zur Reduktion der Diskrepanz ➢ Bei Handlungsorientierung sind alle 4 Aspekte angemessen repräsentiert➢ Bei Lageorientierung überwiegt Aspekt 2, eventuell noch 1➢ „degenerierte Absichten“ (Kuhl)
- Advertisement
- Was erfasst der Fragebogen HAKEMP? Fragebogen zur Erfassung der Handlungskontrolle nach Erfolg, Misserfolg und prospektiv (Kuhl & Beckmann, 1994)
- Mehr-Speicher-Modell nach Atkinson und Shiffrin (1968): Ist ein Modell zur Erklärung des Prozesses der Informationsverarbeitung und -speicherung beim Menschen und des Prozesses der Erinnerungsbildung. Das Modell besteht aus drei Subsystemen: dem sensorischen Gedächtnis, einem flüchtigen Speicher für sensorische Informationen dem Kurzzeitgedächtnis, einem Speichersystem mit begrenzter Kapazität zur Zwischenspeicherung und dem Langzeitgedächtnis, einem unbegrenzt aufnahmefähigen und zeitüberdauernden Speicher
- Kritik an Mehr-Speicher-Modell nach Atkinson und Shiffrin (1968)? Problem: Diese Sichtweise ist zu statisch. Das Arbeitsgedächtnis hält mehrere Informationen imBewusstsein, stellt Beziehungen zwischen ihnen her, leistet Überwachungs- und Kontrollfunktionen.
- Modell des Arbeitsgedächtnisses nach Baddeley (1986): ▪ Das Arbeitsgedächtnis besteht aus mehreren Teilsystemen.▪ Bei gleichzeitiger Bewältigung von zwei Aufgaben aus verschiedenen Modalitäten (sehen und hören) gibt es zwar Leistungseinbußen, aber weniger als bei einer begrenzten Arbeitsgedächtnis- Ressource (zwei Aufgaben aus einer Modalität) Komponenten des Arbeitsgedächtnisses nach Baddeley▪ Zentrale Exekutive: Leitzentrale ▪ Visuell-räumlicher Notizblock: Hilfssystem für visuelle Informationen▪ Phonologische Schleife: Hilfssystem für akustische Informationen▪ Episodischer Puffer: Optimierung der funktionalen Kapazität durch Integration der Informationen aus den beiden Hilfssystemen und dem Langzeitgedächtnis ➢ Alle Teilkomponenten haben eine begrenzte Kapazität
- Visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis: räumliche Bewegungen (Corsi-Block-Aufgabe; wird gestört durch: Zweitaufgabe Armbewegung) Statische/visuelle Muster (Muster-Rekonstruktions-Aufgabe; wird gestört durch: Irrelevante visuelle Zusatzinformationen (wechselnde Farben))
- Phonologisches Arbeitsgedächtnis („Phonologische Schleife“): Zwei Komponenten:1. Phonetischer Speicher: hält sprachliche Informationen bis zu 2 Sekunden, dann werden sie überschrieben2. Subvokaler Kontrollprozess: durch inneres Wiederholen werden Informationen „aufgefrischt“, so dass sie länger repräsentiert bleiben als 2 Sekunden
- Funktionsweise des phonologischen Arbeitsgedächtnisses lässt sich nach Grube (1999) mit folgenden Merkmalen beschreiben: Sprachbasiert Sprache hat unmittelbaren Speicherzugang Funktionale Gesamtkapazität ist begrenzt Phonetischer Speicher ist zeitlich begrenzt Subvokaler artikulatorischer Kontrollprozess ist geschwindigkeitsbegrenzt (prozessuale Kapazität) Akustisch-phonetisches Speicherformat Unabhängige simultane Speicherinhalte stören einander (interferieren) Vokale Artikulation (Sprechen) beeinträchtigt die subvokale artikulatorische Kontrolle
- Zwei-Komponenten-Modell des phonologischen Arbeitsgedächtnisses nach Hasselhorn et al. (2000): Phonetischer Speicher▪ Größe (wie viele Millisekunden genau)▪ Präzision (wie klar ist das phonetische Signal repräsentiert)Subvokaler Kontrollprozess▪ Geschwindigkeit (z.B. Artikulationsgeschwindigkeit)▪ Automatisierungsgrad
- Die zentrale Exekutive: Allgemein & Aspekte Exekutive Kontrolle▪ Reifungsprozesse des präfrontalen Kortex▪ Entwicklung in der gesamten Kindheit bis JugendAspekte:▪ Aufrechterhaltung relevanter Informationen▪ Hemmung automatisierter Handlungstendenzen▪ Kognitive Flexibilität▪ Koordination multipler Aufgaben▪ Handlungsplanung
- Prozesse beim Rekonstruieren einer Geschichte (Bartlett): ▪ Vereinfachen (Nivellierung)▪ Hervorheben von Details (Akzentuierung)▪ Verändern im Sinne einer besseren Übereinstimmung mit dem Vorwissen (Assimilation) ➢ i.d.R. lernförderliche Prozesse, bei stark abweichendem Vorwissen jedoch auch Fehlerquelle
- Das INVO-Modell (Hasselhorn & Gold) erfolgreichen Lernens - individuelle Voraussetzungen erfolgreichen Lernens: selektive Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis Motivation und Selbstkonzept Volition und Lernbegleitende Emotionen Vorwissen Strategien und Metakognitive Regulation
- Informationsverarbeitungsansätze (Vorwissen) Vorwissen▪ erleichtert das Erkennen relevanter Information (Unterstützung der selektiven Aufmerksamkeit)▪ entlastet das Arbeitsgedächtnis durch schnellere Aktivierung und Verknüpfung von Konzepten▪ steigert das Interesse am Lerngegenstand▪ erleichtert Auswahl und Nutzung von Lernstrategien
- Einteilung von Lernstrategien Kognitive Lernstrategien (Mayer, 2003): Mnemonische Strategien➢ Halten Informationen im Arbeitsgedächtnis um die Übertragung in das LZG zu unterstützen(Wiederholen) Strukturierende Strategien➢ Reduktion der Information auf das Wesentliche, zielen auf bessere Organisation der Lerninhalte, spart Arbeitsgedächtniskapazität(Kategorisieren nach semantischen Merkmalen, Anfertigen von Exzerpten oder Maps aus Texten) Generative Strategien➢ Anreicherung und Verknüpfung mit Vorwissen (Elaboration, Analogien, Generieren von Fragen etc.)
- typischen Defizite beim Strategieerwerb: 1. Mediationsdefizit (bei sehr jungen Kindern):Strategie wird weder spontan gezeigt noch von einem Modell übernommen➢ Mangel an kognitiven Voraussetzungen (Mediatoren)2. Produktionsdefizit:Strategie wird spontan nicht gezeigt, kann aber nachgeahmt werden➢ Mangel an metakognitiven Kompetenzen3. Nutzungsdefizit:Strategie wird spontan gezeigt, hat aber noch nicht den erwarteten Nutzen➢ Unzureichende Automatisierung➢ Mangel an metakognitiven Kompetenzen (wann und wie sollte die Strategie eingesetzt werden)
- Zentrale Exekutive: Funktionen Baddeley nennt (mindestens) vier verschiedene Funktionen:1. Koordination multipler Aufgaben2. Flexibilität beim Aufgabenwechsel3. Selektive Fokussierung relevanter Informationen4. Selektive Aktivierung von Inhalten aus dem Langzeitgedächtnis➢ Verwandtschaft mit der selektiven Aufmerksamkeit