Qualitätsmanagement (Fach) / Allgemeines (Lektion)
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Begriffsbestimmungen, Definitionen etc.
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- Auslöser für QM Eigeninitiative (Effizienzsteigerung, Wirtschaftlichkeit, Marketing) gesetzliche Rahmenbedingungen (LM-Recht wie HACCP, Produkthaftung, EU-Hygienepaket) Kundenanforderungen (Rückverfolgbarkeit, QS-Vereinbarung, Konkurrenzsituation)
- Definition Qualität Gesamtheit aller Eigenschaften eines Produkts und deren Güte, vorbestimmte und gewünschte Eigenschaften zu erfüllen --> Qualität = Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale alle Anforderungen erfüllt (DIN EN ISO 9000:2008) Die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes oder einer Tätigkeit, die bezüglich ihrer Eignung festgelegte und vorausgesetzte bzw. Erfordernisse erfüllen (DIN EN ISO 8.402)
- Definition Qualitätsforderung Eine Formulierung der Erfordernisse oder deren Umsetzung in eine Serie von quantitativ oder qualitativ festgelegten Forderungen an die Merkmale einer Einheit zur Ermöglichung ihrer Realisierung und Prüfung Gesamtheit aller Einzelforderungen an die Beschaffenheit der Einheit
- Definition Qualitätssicherung Alle geplanten und systematischen Tätigkeiten, die innerhalb des QM-Managementsystems verwirklicht sind und die wie erforderlich dargelegt werden, um angemessenes Vertrauen zu schaffen, dass eine Einheit die Qualitätsforderungen erfüllen wird ausgerichtet auf die Erfüllung der Qualitätsanforderungen und die Erzeugung von Vertrauen. Qualitätssicherung kann im Rahmen des Qualitätsmanagements nie isoliert betrachtet werden sondern nur in Verbindung mit dem Qualitätsplanung, Qualitätscontrolling, dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess und der Qualitätslenkung
- Definition Qualitätsmanagement (QM) Alle Tätigkeiten der Gesamtführungsaufgabe, welche die Qualitätspolitik, Ziele und Verantwortungen festlegen sowie durch diese Mittel wie Qualitätsplanung, Qualitätslenkung, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung im Rahmen des QM-Managementsystems verwirklichen bezeichnet alle organisatorischen Maßnahmen, die der Verbesserung der Prozessqualität, der Leistungen und damit den Produkten jeglicher Art dienen.
- Definition QM-System Die Organisationsstruktur, Verantwortlichkeiten, Verfahren, Prozesse und erforderlichen Mittel für die Verwirklichung des QM Ein Qualitätsmanagementsystem (Abk. QMS) ist eine Methode der Unternehmensführung. Ziel ist ein systematisches Qualitätsmanagement. ZielQualitätsmanagementsysteme stellen sicher, dass die Systemqualität, Prozessqualität und die Produktqualität in einer Organisation geprüft und verbessert wird. Ziel eines Qualitätsmanagementsystems ist eine dauerhafte Verbesserung der Unternehmensleistung. Das System ist dabei grundsätzlich anwendbar auf alle Branchen, Unternehmensgrößen und -strukturen. Das System beschreibt die Methodik und liefert das Handwerkzeug, nach dem die Mitarbeiter im Qualitätsmanagement eines speziellen Unternehmens dann ihre individuellen Verfahren zur Sicherung und Verbesserung der Qualität ausrichten.
- Definition Qualitätsziele Klare Qualitätsziele legen die nach innen gerichteten (innerbetrieblichen) Wertmaßstäbe für die Qualität fest. Qualitätspolitik muss daher glaubwürdig sein sowie durch sichtbare und wirksame Handlungsweisen realisiert werden, soll sie akzeptiert und vor allem im Unternehmen als gemeinsame Aufgabenstellung verstanden werden
- Kriterien für ein erfolgreiches QM präventiv integrativ kontinuierlich
- Ziele eines QM-Systems Was bringt mir ein QM-System? Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes Steigerung oder Sicherung der Zufriedenheit der Kunden und Mitarbeiter Sicherung gleichbleibender Qualität von Produkten und Dienstleistungen Reduzierung der Kosten für Fehlerfolgen und Fehlerbeseitigung Gezielte Nutzung menschlicher, technischer und organisatorischer Ressourcen
- interner Nutzen von QM-Systemen (Landwirtschaft) o Transparenz und Rationalisierung in Organisation, Funktion und Ablauf o Frühzeitiges Erkennen von Fehlern, Schwachstellen o Erleichterung der Umsetzung von GMP und HACCP und der Erfüllung obligatorischer Eigenkontrollen o Vereinfachung der Einweisung von neuen oder versetzten Mitarbeitern in festgelegte Abläufe und Verfahren o Verbesserung der Zusammenarbeit durch geklärte Zuständigkeiten
- externer Nutzen von QM-Systemen (Landwirtschaft) o Voraussetzung für eine Anerkennung/Zertifizierung des QM-Systems und damit der Eintritt in den Binnenmarkt o Beitrag und Nachweis der Wahrnehmung der unternehmerischen und lebensmittelrechtlichen Sorgfaltspflicht o Erleichterung des Dialogs mit Überwachungsbehörden o Beitrag zum Krisenmanagement o Verbesserung der Kunden-/Lieferantenbeziehung
- Eigenschaften von Normen · Haben freiwilligen Charakter · Stehen zur Anwendung frei · Verstehen sich als Empfehlungen · Gelten als anerkannte Regeln
- Hauptkategorien von Normen Verständigungsnormen o Normen mit Festlegungen zu Begriffen, Zeichen, Systemen Verfahrensnormen o Beinhalten Festlegungen zu Abläufen sowie zu Merkmalen und Merkmalswerten für Tätigkeiten, Verfahren und/oder Prozesse Produktnormen o Enthalten Festlegungen zu Merkmalen und Merkmalswerten für materielle und immaterielle Produkte
- Zweck von normierten QM-Systemen Warum werden QM-Systeme normiert? · Grundlage für interne QM-Systeme in Unternehmen · Darlegung des QM-Systems gegenüber Kunden · Darlegung des QM-Systems gegenüber einer Zertifizierungsgesellschaft zur Erlangung des Zertifikats · Anwendung im Rahmen von Konformitätsbewertungsverfahren · Präventivmaßnahmen, um der Entstehung von Fehlern und Schadensfällen und Haftpflichtrisiken vorzubeugen · Grundlage für normgerechte Systeme auf angrenzenden oder überlappenden Managementbereichen
- Welche Vorgänge des QM-Systems sind normiert, welche nicht? · Anforderungen an das zertifizierbare QM-System im Unternehmen sind normiert · Überprüfung des Systems ist normiert · Nicht normiert: unternehmensindividuelle Umsetzung der Systemanforderungen in Maßnahmen
- DIN EN ISO 9000 ff. Normenreihe Verfahrensnorm Beschreibt branchenneutral die grundlegenden Mindestanforderungen an das QM und an die Darlegung von QM-Systemen Zielsetzung o Aktive Förderung der nationalen und internationalen Normung von QM-Systemen o Gleiche, branchenübergreifende Sprache o Reduzierung des Aufwands für die Entwicklung und Anpassung von normgerechten QM-Systemen o Basis für die Entwicklung gleicher Rechtsvorstellungen in Kunden-Lieferanten-Beziehungen
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- PDCA-Zyklus Plan-Do-Check-Act Plan = Plan zur Verbesserung/Veränderung erarbeiten Do = Plan in kleinem Maßstab ausführen Check = Wie erfolgreich waren die Maßnahmen? Was ging schief? Act = Was konnte gelernt werden? Wie können die Verbesserungen angepasst werden?
- Was bedeutet Qualität? o Spezifikation des Produktes entspricht den Erwartungen des Kunden/des Marktes o Qualität wurde von Anfang an geplant o Produkt ist sicher zu fertigen durch eine „beherrschte Fertigung“ o Aufwand für Kontrollmaßnahmen ist gering o Fehlerkosten sind sehr klein o Produkt verkauft sich durch Qualität o Entwicklung bedarfsbezogener Produkte o Planung der Qualität in der Entwicklungsphase o Eignung der Prozesse und Abläufe bei der Entwicklung, Planung, Produktion, um die Anforderungen sicher und wirtschaftlich zu erfüllen o Beherrschung der Prozesse und Zulieferungen durch Anwendung von fehlerverhütenden und qualitätssichernden Maßnahmen und Techniken (z.B. HACCP, FMEA, Stat. Versuchsplanung, SPC)
- Prozessmodell Verantwortung der Leitung Management der Mittel Produktrealisierung Messung, Analyse, Verbesserung
- PDCA-Zyklus Plan (Plan zur Veränderung/Verbesserung erarbeiten) Do (Durchführen des Plans im kleinen Maßstab) Check (Überprüfen des Plans - was ging schief? Wie erfolgreich war es?) Act (Plan anpassen)
- Qualitätslenkung Nach EN ISO 9000:2005 Punkt 3.2.10 ist die Qualitätslenkung der Teil des Qualitätsmanagements, der auf die Erfüllung von Qualitätsanforderungen gerichtet ist. Qualitätslenkung umfasst dabei Arbeitstechniken und Tätigkeiten sowohl zur Überwachung eines Prozesses als auch zur Beseitigung von Ursachen nicht zufriedenstellender Ergebnisse. Maßnahmen der Qualitätslenkung und Maßnahmen der Qualitätssicherung/QM-Darlegung stehen zueinander in Wechselbeziehung. Dazu gehören Reklamationsmanagement und Dokumentenlenkung
