Modul 1 Einführung in die Psychologie (Fach) / Forschungsmethoden (Lektion)

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  • Worauf basiert der Wahrnehmungsapparat? Unser Wahrnehmungsapparat basiert auf automatischen Annahmen die meist richtig- aber manchmal auch falsch sind
  • Wobei handelt es sich um typische Fehler der Alltagspsychologie? Fehler bei der Wahrnehmung, Fehler beim Erinnern, Fehler im logischen Denken, Fehler beim Umgang mit Wahrscheinlichkeiten
  • Kritischer Rationalismus aprioristisch: Standards / Regeln / Wie sollte es ein Karl Popper/ Metha Methodenlehre FalsifikationsprinzipJe häufiger ihre Widerlegung fehl schlägt, desto besser eine TheorieTheorie muss also Aussagen enthalten, die überhaupt falsifizierbar sind. Modus Tollens - Schlussregel:  Wenn A (Hypothese richtig), dann B(eobachtung) und falls nicht B(eobachtung) dann auch nicht A (Hypothese richtig)
  • Wie wird mit dem Basisziel 1 - beschreiben - gerecht? Angaben über Erscheinungsformen und Merkmale mindestens eines Sachverhalts, z.B. durch benennen, ordnen, klassifizieren, definieren Vermutung einer Zusammenhangs-Relation: Sachverhalt A hängt zusammen/korreliert mit Sachverhalt B
  • Wie wird man dem Basisziel II erklären gerecht? Feststellen von Kausal-Relationen. Nach der Korrelation: Veränderung im Sachverhalt A ist ursächlich für Veränderung im Sachverhalt B. A: unabhängige Variable, B: Abhängige Variable.
  • Wie sehen die vier Basisziele der empirisch-wissenschaftliche Psychologie aus? vier Basisziele der empirisch wissenschaftlichen Psychologie 1. Beschreiben 2 Erklären 3. Vorhersagen  4 Verändern, kontrollieren
  • Welche messtheoretischen Probleme können auftreten? Repräsentationsproblem: Ist ein Merkmal überhaupt messbar, bzw. homomorph abbildbar? Unter welchen Bedingungen trägt die Skala welche Informationen? Problem der Repräsentation empirischer Objektrelationen durch Relationen der Zahlen. Die Objektrelationen des empirischen Relativs muß durch Zahlen korrekt dargestellt werden  Eindeutigkeitsproblem: Wie flexibel bzw. eindeutig festgelegt ist die Skala?  Die Eindeutigkeit einer Skala wird praktisch negativ über die Menge der erlaubten Transformationen bestimmt. Erlaubte Transformation: Umrechnung der ursprünglichen Skalenwerte, die die Eigenschaften der Abbildung nicht verändert. Bedeutsamkeitsproblem: Welche Analysen bzw. mathematischen Operationen sind bei einer Skala möglich? Zahlen sind nicht gleich Zahlen! In Abhängigkeit des Skalenniveaus, bzw. der enthaltenen Information (Relationen) sind nur bestimmte Aussagen sinnvoll. Entsprechend sind auch nur bestimmte mathematische Operationen sinnvoll. Beispiel: Addieren einer dichotomen Variablen wie Geschlecht (1=Frau, 2=Mann)  Addition möglich, aber dies führt zu keiner bedeutsamen Aussage 
  • Was besagt das erschöpfende System einander ausschließender Äquivalenzklassen? jedes Element kann einer Klasse zugeordnet werden (erschöpfend)  ein Element kann nicht gleichzeitig mehreren Klassen angehören (einander ausschließend)  Äquivalenzklassen: Klasse von Objekten, die man hinsichtlich bestimmter Merkmalsausprägungen (z.B. Geschlecht) als gleich betrachtet (z.B. Frauen)
  • Welche Designs werden in Experimenten angewandt, um eine größere Objektivität zu erlangen? .2.1 Cross-overIn einer Cross-over-Studie erhalten dieselben Probanden das Prüfpräparat und das Kontrollpräparat nacheinander verabreicht (z.B. Bioäquivalenzstudien). Durch die Randomisierung wird jedem Teilnehmer die Reihenfolge der Behandlungen per Zufall zugeordnet. Zwischen den Behandlungen muss dann eine Wash-out-Phase eingehalten werden, die studienspezifisch in Abhängigkeit von den pharmakokinetischen Eigenschaften der Arzneimittel festgelegt wird. 3.2.2 ParallelgruppenTherapiestudien werden in der Regel in Parallelgruppen durchgeführt. Neben der Experimentalgruppe, welche das Prüfpräparat erhält, werden eine oder mehrere Kontrollgruppen in der Studie behandelt. Die Zuordnung zur jeweiligen Behandlungsgruppe erfolgt zufällig (randomisiert). 3.3 VerblindungEine kontrollierte Studie kann offen, einfachblind oder doppelblind durchgeführt werden.Offen bedeutet, dass die Behandlung für alle Beteiligten (Prüfarzt und Patient) offengelegt ist.In den meisten Fällen werden Studien als Doppelblindstudien durchgeführt, in welchen weder der Arzt noch der Patient über die Behandlung informiert sind. Dies dient dazu, den Effekt der Selbstsuggestion zu unterbinden und auch den Rosenthal-Effekt zu kontrollieren. Mit dem Double-Dummy-Verfahren können auch Vergleiche zweier unterschiedlicher Darreichungsformen (z.B. Tablette versus Salbe) als eine Doppelblindstudie durchgeführt werden.Bei einfach verblindeten Studien ist nur einer der Beteiligten verblindet, entweder Prüfarzt/in (investigator-blind) oder Patient/in (subject-blind). Grund für eine einfach verblindete Studie kann die Art der Behandlung sein, beispielsweise wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass diese für die Patienten bei der Einnahme erkennbar ist (z.B. Lutschtabletten am Geschmack). 3.4 RandomisierungUm die Repräsentativität und Vergleichbarkeit der Stichproben zu erhöhen, führt man eine Randomisierung durch, d.h., dass die einzelnen Probanden zufällig auf die Behandlungsgruppen verteilt werden.Mit der Randomisierung wird erreicht, dass sich die Vergleichsgruppen in ihren Merkmalen zu Beginn der Behandlung so wenig wie möglich unterscheiden (Strukturgleichheit der Ausgangsbedingungen). Dies bezieht sich sowohl auf allgemeine Merkmale, wie z.B. die Altersverteilung, wie auch auf Charakteristika der Erkrankung, die in der Studie untersucht wird. 3.5 ParallelisierungAuch der Vorgang der Parallelisierung dient der Erhöhung der Repräsentativität und Vergleichbarkeit von Stichproben. In diesem Fall ordnet man einer Person der Experimentalgruppe eine Person der Kontrollgruppe zu, wobei sich beide Personen in bestimmten Eigenschaften (Alter, Geschlecht oder auch persönliche Eigenschaften wie Extrovertiertheit, etc.) gleichen. Dieser Vorgang wird vor allem bei kleinen Stichproben angewandt.
  • Welche Arten von Objektivität sollten in einem Test gewährleistet sein? Durchführungsobjektivität - Unabhängigkeit vom Verhalten des Versuchsleiter  - Standardisierung der Instruktion und Testdurchführung (so sark, dass der VL evt. Sogar obsolot ist) Auswertungsobjektivität Unabhängigkeit vom Testauswerter  Geschlossenes Antwortformat mit algorithmischer Auswertung Interpretationsobjektivität Unabhängigkeit der Schlussfolgerung aus Testergebnis  Relative Einordnung anhand von Normwerten
  • Was unterscheidet qualitative von quantitative Forschung? Unter qualitativer Forschung, in deren Rahmen die qualitativen Methoden zur Anwendung kommen, verstehen die Sozialwissenschaften eine sinnverstehende, interpretative wissenschaftliche Verfahrensweise bei der Erhebung und Aufbereitung sozial relevanter Daten.“ (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013, S. 20) „Die quantitativen Methoden werden im Rahmen der quantitativen Forschung eingesetzt und repräsentieren eine Vorgehensweise zur numerischen Darstellung empirischer Sachverhalte.“ (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013, S. 20)
  • Was genau zeigt die homomorphe Abbildung? Abbildung in Zahlen des empirischen Relativs (Beobachtungen). Jeder Beobachtung wird eine sinnvolle Zahl zugewiesen, dabei entsteht eine Skala
  • Was ist das numerische Relativ? Ein numerisches Relativ setzt sich zusammen aus einer Menge von Zahlen und deren definierte Relationen zueinander.Hierbei werden folgende Relationen unterschieden: Gleichheitsrelation (=) und Größer-Kleiner-Relation (>).Wenn ein numerisches Relativ in einer homomorphen Abbildung resultiert, wird es als Skala bezeichnet.
  • Wie kann man Reliabilität definieren? Bei der Reliabilität handelt es sich um die Zuverlässigkeit ( Genauigkeit), mit der ein Test ein Merkmal misst. Reliabilität formal definiert werden kann als der Anteil der wahren Varianz an der Varianz der beobachteten Messwerte.Konsistenz und Verlässlichkeit von Verhaltensdaten. Das heißt jede Wiederholun der Messung würde ein zumindest sehr ähnliches Ergebnis zeigen.Grad der Präzision oder Genauigkeit, mit der ein Test ein Merkmal misst, unabhängig davon, welches Merkmal er erfasst.  Ein Test ist dann reliabel (zuverlässig), wenn er das Merkmal, das er misst, ...
  • Transititvität Wenn x ≥ y und y ≥ z dann auch x ≥ z. Die Forschung befaßt sich auch mit dem Fall, daß die Relation nicht transitiv ist, also nicht gilt: Wenn x und y ununterscheidbar sind und auch y und z, dann auch x und z. Fehlende Transitivität stellt seit Beginn der Entscheidungsforschung ein Problem dar (Entscheidung). Wenn keine Transitivität, dann nicht numerisch abbildbar
  • Welche Gütekriterien gibt es bei der Testdiagnostik? Neben der Objetktivität, der Reliabilität und der Valiudität noch die Nebengütekriterien:Normierung (Eichung)SkalierungZumutbarkeitTestökonomieUnverfälschbarkeitFairnessNützlichkeit.
  • Wie kann man Reliabilität beurteilen? Reliabilität: Zuverlässigkeit der Messinstrumente bestimmt durch den Korrelationskoeffizienten bei wiederholten Messungen Retestwiederholte Ziehen von Stichproben ParalleltestÄhnlich retest, doch nicht mit identischem, sondern nur parallelem oder äquivalenten Inhalt - um Erinnerungsflüsse auszuschließen TesthalbierungsmethodeTest wird in zwei Hälten geteilt
  • Was unterscheidet die wissenschaftliche Beobachtung von der natürlichen? „Wissenschaftliche Beobachtung ist die systematische und regelgeleitete Registrierung des Auftretens bzw. der Ausprägung von ausgewählten, psychologisch relevanten Merkmalen oder Ereignissen.“
  • Welche Formen der Beobachtung gibt es? Selbst- vs. Fremdbeobachtung Beobachtung experimentell stimulierten Verhaltens vs. Beobachtung aus dem „natürlichen Verhaltensstrom“  Verdeckte vs. offene Beobachtung  Teilnehmende vs. nicht-teilnehmende Beobachtung  Direkte vs. Indirekte (z.B. videografierte) Beobachtung  Feld- vs. Laborbeobachtung  Zeitgesteuerte („time-sampling“) vs. ereignisgesteuerte („event-sampling“) BeobachtungMikroanalytische (Auswertung auf Stimulusebene, objektivierbar) vs. makroanalytische (Auswertung auf der Ebene von Gesamteindrücken) Beobachtung
  • Was unterscheidet die reaktive von der nicht reaktiven Messung?  Reaktive vs. nicht-reaktive Messungen: Reaktive Messungen: die beobachtete Person ist sich ihres Verhaltens und der Tatsache, dass ihr Verhalten von anderen (z.B. dem Versuchsleiter) beobachtet wird, bewusst.  Nicht-reaktive Messungen: der Messvorgang selbst beeinflusst das Verhalten nicht  Beispiele für nicht-reaktive Messungen:  Verhaltensspuren (z.B. Abnutzung eines Seifenspenders, Händeabdrücke auf der Schaufensterscheibe)  Archivdaten (z.B. Klassenbucheinträge)  Persönliche Profile auf Facebook
  • Welche Probleme stellen sich bei Verhaltensbeobachtungen? Probleme:  Evtl. eingeschränkte Objektivität (v.a. bei makroanalytischer Beobachtung)  Beobachterfehler: z.B.  Stimmung  „Halo-Effekt“  Primacy- oder Recency-Effekt  (früher bzw. später erfasste Informationen bleiben stärker in Erinnerung.)Erwartungseffekte  Assimilations- oder Kontrasteffekte  Reaktivität (bei offener, teilnehmender Beobachtung); auch im Labor („soziale Erwünschtheit“)  Zeit- und Kostenaufwand (Beobachterschulung, Codierung, Prüfung der Beobachterübereinstimmung, ggf. Anpassung des Kategoriensystems, Auswertung)
  • Welche kognitiven Prozesse erfordert der Selbstbericht? Selbstbericht über nicht direkt beobachtbare psychische Prozesse und Strukturen (z.B. Einstellungen, Gefühle, Denkprozesse, Motive, Erinnerungen)Selbstauskünfte beinhalten drei elementare kognitive Prozesse  1. Interpretation der Frage  2. Bildung eines Urteils  3. Übersetzung in eine kommunizierte Auskunft  Selbstbericht als intentionaler Kommunikationsakt Folie 10
  • Welche Unterscheidungskriterien gibt es bei Befragungen? Schriftliche versus mündliche Befragung: Fragebogen versus InterviewGrad der Standardisierung: Offene versus geschlossene Fragen  Offene (freie) versus geschlossene (festgelegte) AntwortmöglichkeitenGrad der Strukturierung:  Strukturiert versus halbstrukturiert versus nichtstrukturiertAnzahl der Befragten:  Gruppen- versus Einzelbefragung Folie 11
  • Wie ist ein Fragebogen aufgebaut? Grundbaustein eines Fragebogens  Frage/Aussage in einem Fragebogen = Item „Ein Item ist eine als Frage oder als Urteil formulierte Aussage, zu der die befragte Person ihre Zustimmung oder Ablehnung – ggf. in unterschiedlicher Intensität – äußern kann.“ (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2013) Folie 12 http Aspekte bei der Formulierung von Items Einfache Formulierung und gute Verständlichkeit  Keine zu hohen Anforderungen an die mentale und kognitive Leistungsfähigkeit der Befragten Adressatenorientierte Formulierung  Keine Verneinung in den Fragen Keine überfrachteten Fragen  Keine „Forced Choice“ bei unabhängig beantwortbaren Aspekten  Keine Fragen, die die Befragten sehr ähnlich beantworten  Einsatz mehrere Items zur Beantwortung einer Frage (Messung eines Konstrukts)  Beachtung der Ausgewogenheit in der Reihenfolge der Fragen  Klare und informative Konstruktion Folie 13 Einführung in die Forschungsmethoden der Psychologie LG Psychologische Methodenlehre und Evaluation
  • Welche Ursachen können bei der Befragung zur Verzerrung von Ergebnissen führen? Motivierte Verzerrungen, abhängig vom Inhalt  Selbstdarstellungstendenz, Selbsttäuschung, Soziale Erwünschtheit, "faking good" (aber auch "faking bad") Unmotivierte Verzerrungen, abhängig vom Inhalt  Messfehler durch soziale Vergleichsprozesse, Verankerungseffekte, Verfügbarkeitsheuristik; falsche bzw. mangelhafte Repräsentation des zu messenden Merkmals; Missverständnis des Fragebogens als Leistungstest Unmotivierte Verzerrungen, unabhängig vom Inhalt  "Ja-Sage-Tendenz“ (Akquieszenz) bzw. „Nein-Sage-Tendenz“, Tendenz zur Mitte, Tendenz zu den Extremen
  • Wie könnte man einen Test definieren? Ein Test ist ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchungeines oder mehrerer empirisch unterscheidbarer Persönlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer möglichst genauen quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung. Ein Test besteht in der Regel aus mehreren Aufgaben oder Fragen (Items), die von verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten oder Eigenschaften unterschiedlich gelöst bzw. beantwortet werden. In einem abstrakteren methodischen Sinn wird ein Test auch als eine standardisierte Verhaltensstichprobe definiert, die aus Antworten auf eine Mehrzahl von Items besteht. Aus den Antworten wird der Testwert der untersuchten Person aggregiert.
  • Welche Arten von Tests gibt es? Leistungstests:  Lösung von Problemen oder Testaufgaben  Speed-Tests vs. Power-Tests Persönlichkeitsfragebögen:  Selbstauskünfte zu Verhaltensaspekten von Persönlichkeitsmerkmale
  • Welche quantitativen Methoden zur Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen gibt es?  Beobachtung, Selbstberichte und Tests stellen quantitative Methoden zur Erfassung von psychologischen Merkmalen und Prozessen dar  Beobachtungen sind aufwendig und anfällig für Verzerrungen, ermöglichen aber direkte Beobachtung von Verhalten  Selbstberichte sind ökonomisch (Fragebogen) und erlauben Auskunft über sonst schwierig zu erfassende Situationen  Selbstberichte erfordern die Möglichkeit zur Selbstauskunft und sind auch anfällig für Verzerrungen  Tests stellen i.d.R. standardisierte Verfahren dar zur Erfassung von psychologischen Merkmalen darFolie 24
  • Welche Vor- und Nachteile haben biopsychologische Messungen? Behauptung:  Biopsychologische und neurowissenschaftliche Methoden sind objektiv und nicht willentlich kontrollierbar; die so gemessenen Prozesse stellen die kausalen Vorläufer von Verhalten dar. Fraglich Vorteile: –  Erkenntniserweiterung (Interaktionen und Prozesse zwischen Physiologie, Kognition, Emotion, Verhalten) –  Geringe Beeinflussbarkeit •  Nachteile: –  Schwierigkeiten bei der Datenaufbereitung –  Z.T. großer Aufwand, wenig Versuchspersonen –  Fragliche Validität der gemessenen Merkmale –  Korrelat von Erleben und Verhalten, keine Erklärung –  Gefahr von Messartefakten (z.B. im EEG)
  • Welche Vor- und Nachteile hat die Datenerhebung im Internet? Steigerung der Effizienz und Erleichterung der Datenerhebung  Erhebung großer Stichproben in kurzer Zeit  Vollautomatisierte Datenerhebung  Zugriff auf heterogenere Stichproben  Höhere Motivation der TeilnehmerInnen und größere Freiwilligkeit der Teilnahme  Höhere Transparenz und Überprüfbarkeit Eröffnung neuartiger Forschungsmöglichkeiten und –themen  Erweiterung des Gegenstandsbereichs  Verringerung des Reaktivitätsproblems  Erreichbarkeit von Stichproben mit hochspezifischen Merkmalen Nachteile:  Gefährdung der Güte der Untersuchung  Verringerung der Repräsentativität der Stichproben und der Generalisierbarkeit der Befunde  Erschwerte Kontrolle über die Bedingungen der Datenerhebung  Forschungsethische Risiken  Erschwerte Prüfung der Identifizierbarkeit  Erschwerter Schutz der Teilnehmenden  Erschwerte Überprüfung des Verständnisses wichtiger Informationen
  • Mit welchen Möglichkeiten kann man die Qualität von Internet-Befragungen erhöhen? Sorgfältige Vortestung des Versuchsmaterials Erhebung großer (größerer) Stichproben und explorative Datenanalyse  Verhinderung mehrfacher Teilnahme  Sicherstellung der Bereitschaft und Ernsthaftigkeit der Teilnahme  Strenge Prüfung der Anonymität und Vertraulichkeit der Daten  Spezielle Abstimmung von Schutzmaßnahmen auf potenzielle
  • Messung per Fiat Wenn Prfung nicht möglich, behaupte ich einfach, eine Messung hat das Skalenniveau dass ich ihr zuschreibe.
  • Wie wird eine Theorie zur Hypothese? Theorie- Forschungshypothese-Präzisierung der Hypothese - Studien-Design - Durchführung-Daten-Analyse-Interpretation - Abgleich Konsequenzen für Theorie
  • Welche Skalen-Niveaus gibt es und wie unterscheiden sie sich? Nominalskala  Unterstes Skalenniveau - qualitativEs wird nur die Äquivalenzrelation abgebildet.  Gleiche Ausprägungen bekommen gleiche Zahlen, verschiedene Ausprägungen unterschiedliche Zahlen.Beispiele:  Skala für die Religion: atheistisch=1, evangelisch=2, römisch-katholisch=3, muslimisch=4, sonstiges=5.Skala für das Geschlecht: männlich=1, weiblich= Ordinalskala  Qualitativ Nominalskala plus Ordnungsrelation  Gleiche Ausprägungen bekommen gleiche Zahlen, verschiedene Ausprägungen unterschiedliche Zahlen.Kleinere Ausprägungen bekommen kleinere Zahlen, vice versa  Beispiel:  Skala für den Bildungsgrad der Mutter: kein Schulabschluss=1, Hauptschulabschluss=2, Mittlere Reife=3, Abitur=4, Abgeschlossenes Studium=5 Intervallskala  QuantitativOrdinalskala plus Ordnungsrelation der Unterschiede zwischen Ausprägungen:Unterscheiden sich zwei Ausprägungen stärker als zwei andere Ausprägungen, so müssen die zugeordneten Zahlen eine größere Differenz ergeben Verhältnisskala  QuantitativIntervallskala plus Verknüpfungsrelation: Entspricht eine Ausprägung der Verknüpfung zweier anderer Ausprägungen, so muss die die zugeordnete Zahl der Addition der beiden anderen entsprechen. Verhältnisskala entspricht einer Intervallskala mit einem festen Nullpunkt.  Fester Nullpunkt erlaubt Aussagen über Verhältnisse Beispiele:  Länge  Gewicht  Kelvin-Temperaturskala Absolutskala  Höchste quantitative SkalVerahältnisskala mit einer Ergänzung: Einer Ausprägung wird diejenige Zahl zugeordnet, die der Menge, bzw. der Anzahl der natürlichen Einheiten entspricht: 10 Hühner – ihnen wird die Zahl zehn zugewiesen.
  • Welche Bedingungen für Transformationen gibt es bei welcher Skala? Erlaubte Funktionen und Transformationen Nominal Alle ein-eindeutigen Funktionen Gleiche Zahlen müssen gleich sein, verschiedene verschieden, alles andere egal. Ordinal Alle monoton steigenden Funktionen Reihenfolge muss erhalten bleiben. Intervall Alle linearen Funktionen y=ax+b Alle Werte müssen gleichartig verändert, damit die Ordnung der Abstände gleich bleibt. Verhältnis Alle proportionalen Funktionen: y=ax Wie Intervall, nur ohne Verschiebung des Nullpunktes. Absolut Keine Zahlen sind natürlich festgelegt.
  • Was sind Evozierte Potenziale? (auch ereigniskorrelierte Potenziale) ermöglichen Rückschlüsse auf die Gehirnaktivität: „Bei evozierten Potenzialen handelt es sich um kurzzeitige (d.h. weniger als 1 Sekunde dauernde) Reaktionen auf innere und äußere Reize, die einen komplexen Verlauf mit interpretierbaren Höhe- und Tiefpunkten aufweisen.“
  • Wie lauten die Bedingungen für Kausalität und warum ist die wichtig? Kausalität = hohe interne Validität 1. Kovariation: Es liegt eine Kovariation von UV und AV vor. 2. Zeitliche Vorgeordnetheit (Präzedenz): Die Variation in der UV ist eher aufgetreten als die Variation in der AV. 3. Ausschluss von Alternativerklärungen durch Drittvariablen: Die Kovariation zw. UV und AV ist nicht durch Drittvariablen zu erklären, die sowohl die UV als auch die AV beeinflussen.
  • Woher kommt die Variation in der unabhängigen Variablen? Und wie unterscheidet sich die natürliche von der künstlich hergestellten Sie wird zur Untersuchung verwandt und: Die Variation in der UV kann entweder natürlich sein (d.h. sie ist schon vorhanden) oder induziert bzw. künstlich hergestellt werden.  a) Natürliche Variation ( Korrelativer Forschungsansattz) z.B. Unterschiede zwischen aggressiven und nicht-aggressiven Kindern im Hinblick auf die Konsumhäufigkeit aggressiver Computerspiele.Typische Hypothesenform: "Je-desto" (Beispiel: Je höher der „Video Game Violence Index“, desto höher die Aggression). Statistischer Kennwert: Korrelation zwischen UV und AV.  b) Induzierte bzw. künstlich hergestellte Variation  Experimenteller und Quasi-experimenteller Forschungsansatz  z.B. Experimentelle Manipulation der Gewalthaltigkeit eines ComputerspielsTypische Hypothesenform: "Wenn-dann" (Beispiel: Wenn man ein gewalthaltiges Spiel spielt, ist man danach aggressiver als wenn man ein nicht-gewalthaltiges Spiel spielt)Statistischer Kennwert: Differenzen der UV-Ausprägungen hinsichtlich ihrer AV-Mittelwerte. 
  • Was beinhaltet der korrelative Forschungsansatz?  Prinzip des korrelativen Ansatzes  Ansatz, bei der zwei oder mehr Variablen (sowohl die UV als auch die AV) systematisch gemessen werden und dann die Zusammenhänge zwischen den gemessenen Variablen bestimmt werden.Querschnitts- vs. Längsschnitterhebung  Querschnittserhebung: ein Messzeitpunkt ängsschnitterhebung: mehrere Messzeitpunkte; bezeichnet als „Panel“, wenn dieselben Personen zu mehreren Messzeitpunkten teilnehmen.Dabei kann die UV wie auch die AV auf verschiedene Weisen gemessen werden (siehe Sitzung Datenquellen). Prototyp ist jedoch: Fragebogenstudie.
  • Was sind die Vorteile des korrelativen Forschungsansatzes? Ökonomisch.  Ziehen einer großen und repräsentativen Stichprobe möglichEröffnet Möglichkeiten, falls die UV nicht manipuliert werden kann (z.B. Intelligenz, Persönlichkeitsmerkmale, Schulabschluss).
  • Was sind die Nachteile des korrelativen Forschungsansatzes? Präzedenzproblem (Kausalitätsbedingung 2 nicht sichergestellt).Konfundierungsproblem (Kausalitätsbedingung 3 nicht sichergestellt).Korrelative Designs sind demnach ungeeignet Hypothesen über UrsacheWirkungs-Zusammenhänge zu prüfen.  Zur Erinnerung: 2. Bedingung:  Zeitliche Vorgeordnetheit (Präzedenz): Die Variation in der UV ist eher aufgetreten als die Variation in der AV.3. Bedingung: Ausschluss von Alternativerklärungen durch Drittvariablen: Die Kovariation zw. UV und AV ist nicht durch Drittvariablen zu erklären, die sowohl die UV als auch die AV beeinflussen. Ausführlich:Präzedenzproblem: Eine Kontrolle der zeitlichen Vorgeordnetheit der UV ist in korrelativen Designs nicht (ohne weiteres) möglich, wenn die UV und die AV simultan erhoben werden. Bei der Bedingung der Vorgeordnetheit geht es nicht darum, was zuerst gemessen wurde, sondern darum, was zuerst aufgetreten ist.   In experimentellen Designs ist die zeitliche Vorgeordnetheit besser kontrollierbar, da eine Manipulation der UV vor der Messung der AV stattfindet. Der Versuchsleiter hat die alleinige Kontrolle darüber, wann die UV auftritt. Konfundierungsproblem: Ausgangssituation Korrelation (bzw. Kovariation) ist eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung für einen Schluss auf kausale Effekte, denn …  …1. die Korrelation alleine ist nicht sensitiv für die Richtung der Kausalkette 2. die Korrelation muss nicht auf kausaler Verursachung der AV durch die UV (und/oder umgekehrt) beruhen, sondern kann auch durch eine Drittvariable bedingt sein (Scheinkorrelation), so dass ein Konfundierungsproblem besteht 
  • Welche Kriterien muss ein Experiment zur Überprüfung von Kausalhypothesen erfüllen? 1.  Systematische Manipulation der unabhängigen Variablen (vermutete Ursache) §  z.B. Ego Shooter x für 1h spielen. 2.  Es gibt dabei mind. zwei experimentelle Bedingungen, üblicherweise      Experimentalgruppe und KontrollgruppeExperimentalgruppe: Ego Shooter x für 1h spielen. Kontrollgruppe: kein Ego Shooter (Videospiel ohne Aggressionsgehalt). 3.  Messung der vermuteten Wirkung in der/den abhängigen Variablen,  z.B. Aggressionsfragebogen (z.B. Aggression Questionnaire), Aggressions-IAT 4.  Kontrolle von Störvariablen der Untersuchungssituation  z.B. Konstanz von Instruktion, Verhalten des Versuchsleiters, Raumtemperatur, Lärm 5.  Kontrolle von personenbezogenen Störvariablen durch Randomisierung
  • Welche Vorteile bietet das Experiment gegenüber dem korrelativen Design? Während in korrelativen Designs die Variation der UV kaum zu kontrollieren ist,  hat der Versuchsleiter in einem Experiment Kontrolle darüber, … …1. wann die UV auftritt (Gewährleistung der zeitlichen Vorgeordnetheit), …2. in welcher Untersuchungssituation die UV induziert wird, …3. welche Person welchen Wert auf der UV hat (d.h. Zuweisung zu den Bedingungen).  Man kann also (wie mit dem korrelativem Ansatz) die Kovariation zwischen UV und AV  überprüfen, dabei nun aber auch sicherstellen, dass die Variation in der UV früher  stattfindet als die Variation in der AV. Noch gelöst werden muss aber: Das Konfundierungsproblem, um kausale Schlüsse ziehen zu können, d.h. Alternativerklärungen durch die Einflüsse von Störvariablen müssen ausgeschlossen werden können. Trost: Erst wenn die Drittvariablen nicht nur mit der UV, sonder nauch mit der AV konfunieren, entsteht ein Scheineffekt (artefakt)  
  • Wie lassen sich Störvariablen im Experiment kontrollieren? Es muss verhindert werden, dass sich die Untersuchungssituationen zwischen den experimentellen Bedingungen hinsichtlich solcher Variablen unterscheiden, die mit der AV korreliert sind. 1. Elimination von Störvariablen2. Konstanthaltung von Störvariablen Konsequenz: Die betreffende(n) situationsbezogene(n) Störvariable(n) existiert/ existieren noch, hat/haben jedoch eine Varianz von Null, z.B. gleiche Lärm- und Lichtverhältnisse; gleiche Tageszeit 3. Ausbalancierung/Parallelisierung von Störvariablen. Konsequenz: Die betreffende(n) situationsbezogene(n) Störvariable(n) existiert/ existieren noch, ist/sind aber in jeder experimentellen Bedingung gleich verteilt (d.h. jede Ausprägung hat die gleiche Häufigkeit), z.B. gleich viele Morgens- und Mittagsdurchgänge in den experimentellen Bedingungen4. Auspartialisierung von Störvariablen,  Konsequenz: Die Daten werden im Nachhinein um den Einfluss der betreffenden miterhobenen situationsbezogenen Störvariable(n) bereinigt,  z.B. Lärmverhältnisse; Tageszeit der Untersuchung.  5. Randomisierung: Im Idealfall sorgt der Zufall dann dafür, dass alle personenbezogenen Störvariablen in allen experimentellen Bedingungen gleich verteilt sind, d.h. sie haben denselben Mittelwert und dieselbe Standardabweichung.
  • Wie lassen sich unbekannte und/oder nicht erfassbare personenbezogene Störvariablen kontrollieren? Nur durch Randomisierung (Zufall). Techniken:Münzwurf,  Würfelwurf, Lose, Karten mit Zahlen, Besser: Systematische Herstellung des Zufalls: §  Zufallszahlenliste (z.B. https://www.randomizer.org, Computergestützte Erzeugung von Zufallszahlen.  
  • Welche Probleme kann eine Randomisierung mit sich bringen und welche Alternativen gibt es? 1. Randomisierung ist manchmal nur schwer durchführbar (z.B. wenn die Zuordnung von Untersuchungseinheiten in „höhere“ Einheiten bereits festliegt, wie etwa bei Schulklassen). 2. Randomisierung ist bisweilen ethisch problematisch (z.B. wenn es um eine neue Therapie geht und sich die Personen im Schweregrad der Erkrankung unterscheiden). 3. Randomisierung ist nur effektiv bei hinreichend großen Stichproben (wegen des Gesetzes der großen Zahlen); eine Empfehlung lautet: mindestens 20 Personen pro Bedingung (Bortz & Döring, 2006).  à falls es zentrale und messbare personenbezogene Störvariablen gibt, bietet sich oftmals eine Parallelisierung der Untersuchungseinheiten (vor der Randomisierung) an.
  • Welche Vorteile bietet die Parallelisierung und wie funktioniert sie? Personen so auf die Bedingungen aufteilen, dass die Verteilungen der Störvariablen in den Bedingungen identisch ist, d.h. . mittlere Ausprägung der Variable unterscheidet sich nicht   2. Varianz der Variable unterscheidet sich nicht. Vorteil:1. Die betreffende Variable kommt nicht mehr als Alternativerklärung in Betracht. 2. Auch bei kleinen Stichproben effektiv
  • Was sind die Nachteile einer Parallelisierung? 1. Die Störvariable muss bekannt und messbar sein.2. Verfahren ist relativ aufwändig. 3.Wenn mehrere Störvariablen vermutet werden, wird eine multivariate Parallelisierung schnell sehr komplex und nicht mehr handhabbar.  4. Evt. ethische Probleme durch die Zuweisung (z.B. Schweregrad einer psychischen Störung, die durch eine neue, zu testende Therapie behandelt werden soll).
  • Was gefährdet die Validität einer Untersuchung? 1. Validität der statistischen Schlussfolgerung,  z.B. gefährdet durch die Verwendung zu kleiner Stichproben (wie bei allen anderen Forschungsansätzen auch). 2. Interne Validität: Störvariablen und Messfehler 3. Konstruktvalidität: Das Objekt repräsentiert nicht, was es messen soll - auch bei hoher interner Validität, kann eine mangelhafte K.-Validität vorliegen. Die experimentelle Manipulation (d.h. die operationalisierte UV) muss optimal das Konstrukt repräsentieren, dass in der theoretischen Hypothese als Ursache spezifiziert wird (z.B. Konsum gewalthaltiger Medien) 4. Externe Validität nur gefährdet, wenn sich    a) die Personenstichprobe   b) das Setting    c) der Zeitpunkt  des Experiments  von den Populationen von Personen, Settings und Zeitpunktenfür die die zu prüfende Hypothese einen Geltungsanspruch erhebt in Merkmalen unterscheidet  die einen Einfluss auf den Effekt der UV auf die AV haben. 
  • Wie könnte man den Vorgang des Messens noch bezeichnen? Als die homomorpge Abbildung eines empirischen in ein numerisches Relativ