Konsumsoziologie (Fach) / Vorlesungsstoff (Lektion)

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Ideen der Vorlesung von Ronald Hitzler

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  • Grundidee der Vorlesung die Entscheidungssituationen des Konsumenten in den Fokus stellen und die anderen wirtschaftenden Akteure aus seiner Perspektive zu betrachten
  • "Konsum" nach Wiswede bezeichnet sämtliche Verhaltensweisen, die auf Erlangung und private Nutzung wirtschaftlicher Güter und Dienstleistungen gerichtet sind (d.h. auf Einkommensverwendung, Marktentnahme und Nutzung)
  • 6 Elemente des Konsums Bedürfnisentstehung Informationsgewinnung Entscheidungsfindung Kauf/ Aneignungsvorgang Verbrauch/Nutzung Entsorgung
  • der Kunde in Relation zum Konsumenten ein Kunde ist der Konsument aus der Perspektive dessen, der ihm etwas verkaufen will
  • Aspekte des kulturellen Hintergrunds des Handelns von Konsumenten wir handeln und konsumieren vor dem kulturellen Hintergrund von Sitten und Gebröuchen Geboten und Verboten moralischen Tabus religiösen Anweisungen gesetzlichen Regelungen
  • konsumrelevantes Zitat von Adam Smith "Der Verbrauch allein ist Ziel und Zweck einer jeden Produktion"
  • eine zivilisationstheoretische Deutung des Konsumierens von Miguel de Unamuno "Damit ein Volk zivilisiert wird und an Kultur hinzugewinnt, ist es wichtiger, dass es Konsumieren lernt als Produzieren." Zivilisation entspringt mehr den Weisen des Konsumierens und deren Wandel, als den Produktionsweisen und deren Wandel
  • Hominidenart (Lucy, Leakey-Gruppe) Australopithecus Afferensis
  • zwei alte Konsum-Mythen biblische Paradies-Geschichte (Versuchung) Schlaraffenland-Märchen
  • Definition von Konsum-Mythen nennen wir alle irgendwie mit dem Ge- und Verbrauch von Lebens-Mitteln (im weiteren Sinne) befassten Weltauslegungen und Lebensdeutungen in erzählerischer Form, die eine allgemeine Moral enthalten
  • konsumrelevanter Film von Morgan Spurlock Super Size Me
  • knappe Güter (heute und in Zukunft) Lebensraum Ruhe Natur gute (saubere) Luft gutes (sauberes) Wasser Nahrung mit Eigengeschmack Fleisch
  • grundlegende Frage in der Konsumsoziologie, im Hinblick auf Relevanz sozialer Ungleichheit Welche Ungleichheitsdimensionen beeinflussen, was Menschen konsumieren können und wollen?
  • "Die feinen Unterschiede" (Buch) ist von... Pierre Bourdieu
  • Unterschied zwischen distinktem und distinktivem Verhalten distinkt: unterschiedliche (Unterschiede in dem was Menschen tun oder lassen) distinktiv: auf Unterscheidung/Abgrenzung bedacht
  • Bestimmung von distinktiven Lebensstilen sind Lebensstile, die in Relation zu anderen höher bewertet werden als gezielt erkennbare Distinktionsbemühungen disqualifizieren nur scheinbar natürlicher Umgang mit distinktionsträchtigen Gütern qualifiziert
  • Buch von Gerhard Schulze "Die Erlebnisgesellschaft - Kultursoziologie der Gegenwart"
  • der kleinste gemeinsame Nenner von Lebensauffassungen in unserer Gesellschaft (Schulze) die Gestaltungsidee eines schönen, interessanten, subjektiv als lohnenswert empfundenen Lebens
  • Individualisierung subkulturelle Klassenidentitäten und -bindungen werden ausgedünnt bzw. aufgelöst Individualisierund und Diversifizierung von Lebenslagen und -stilen Hierarchiemodell sozialer Klassen und Schichten wird unterlaufen
  • Milieu (nach Schulze) = Personengruppen, die sich durch gruppenspezifische Existenzformen und erhöhte Binnenkommunikation voneinander abheben
  • Variablen, die für Milieuformung besonders wichtig sind Alter Bildung
  • alltagsästhetische Schemata Hochkulturschema Trivialschema Spannungsschema → kennzeichnen die kulturellen Orientierungen in unserer Gesellschaft
  • fünf Milieus kulturellen Lebens in D Selbstverwirklichungsmilieu Niveaumilieu Unterhaltungsmilieu Harmoniemilieu Integrationsmilieu
  • Verhältnis zwischen verschiedenen Milieus Klima von Indifferenz nicht geregelt und hierarchisiert durch umfassende Semantik des Oben und Unten
  • Fahrstuhleffekt (Ulrich Beck) konstante Verteilungsrelationen sozialer Ungleichheit, bei gleichzeitiger Veränderung der Lebensbedingungen der Menschen → möglich durch Niveauverschiebung (insbesondere Einkommen und Bildung) und andere gesamtgesellschaftliche Veränderungen
  • Folge der Erschwinglichkeit eines vorher wenigen Menschen vorbehaltenen Konsumgutes für jedermann Statuswertverlust (Verlust an Besonderheit, Aufmerksamkeit, Seltenheit)
  • Konsumgüter mit Statusverlust Kaffee Autos Gewürze Fleisch
  • doppelt soziale Dimension des Konsumierens Konsumieren in vielfältigen Weisen von anderen beeinflusst Konsumieren wirkt in sozialen Raum hinein (erzeugt bei anderen Eindrücke, die wiederum den Konsumierenden beim Konsumieren beeinflussen)
  • Woraus resultiert vor allem unsere Fremd- und Selbstverortung im sozialen Raum? nicht aus dem Konsum allein aus der erkennbar gemachten Einstellung zum Konsum und dem kompetenten Gebrauch der Zeichenhaftigkeit und Symbolträchtigkeit der Dinge, mit denen wir uns ausstatten
  • Marktforschungsinstitut GfK-Verein (Studie zum aktuellen dt. Wohnzimmer 2015)
  • Wohnzimmer-Typen älter-traditionell jung-pragmatisch gehoben-stilvoll
  • Wiederholungsstudie von Harth & Scheller (2012) "Das Wohnerlebnis in Deutschland - Eine Wiederholungsstudie nach 20 Jahren"
  • der Auftraggeber von Harth & Scheller IKEA-Stiftung
  • Buch von Jean-Claude Kaufmann "Der Morgen danach - Wie eine Liebesgeschichte beginnt" (Wohnungseinrichtung spielt wichtige Rolle)
  • eine Bestimmung der Voraussetzungen dafür, dass auch Kinder als Konsumenten begriffen werden können Kinder = Konsumenten, wenn sie Bedürfnisse besitzen, die sie befriedigen wollen, über Geld verfügen und die Möglichkeit und den Willen haben dieses auszugeben 
  • pädagogisierend begründete, wichtige Einkommensart von Kindern Taschengeld
  • Taschengeldparagraph (BGB) §110 Bewirken der Leistung mit eigenen Mitteln
  • Art von Konsumgütern, für die Kinder prozentual am meisten von ihrem Taschengeld ausgeben Süßigkeiten
  • Auswirkungen der Integration der Kinder in den Markt Automatisierung der Kindheit Kontrollverlust traditioneller Erziehungsinstitutionen Aufweichen der Statusdifferenz zwischen Kindern und Erwachsenen
  • einen Markanten Punkt, ab dem Kleidung im biographischen Verlauf besonders an Bedeutung gewinnt Jugend
  • Buch über Mythen und Regeln jugendlicher Selbst-Repräsentation "Kleider schaffen Ordnung" (Alexandra König)
  • Konsumgüterarten für die 10- bis 19-Jährige am meisten Geld ausgeben Bekleidung, Mode Handy
  • leitendes Prinzip des Bekleidungsverhaltens von Heranwachsenden Präsentation als "Nicht-Mehr-Kind"
  • die fünf wichtigsten Elemente der Selbstrepräsentation als "Nicht-Mehr-Kind" kindliche Kleidungsstücke vermeiden Jugendliche Marken tragen ästhetische Praktiken unter Peers mitmachen den jugendlichen Körper betonen sich stylish schminken
  • die Stoßrichtung der ästhetischen Strategien der Jugendlichkeitsmarkierung weniger Protest gegen Eltern, als vielmehr Zeichen der Abgrenzung von der Kindheit
  • vermutliche Einflüsse auf Handlungsoptionen und -restriktionen senioraler Konsumenten mit körperlicher Verfassung korrelierender mentaler Zustand mit Milieu bzw Milieuorientierung korrelierendes Mindset
  • Was hassen und lieben die meisten Deutschen an Weihnachten? Geschenke kaufen
  • die Summe der an Weihnachten 2015 gemachten Bargeldgeschenke 3,5 Mrd Euro
  • Warenart, die 2015 am meisten verschenkt wurde Bücher und/oder E-books
  • High-Tech-Artikel, die 2014 am meisten verschenkt wurden Tablet Smartphone