331
Tierpfleger (Fach) / Allgemeines (Lektion)
xxx
Diese Lektion wurde von Lissy1994 erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Arbeitsablauf bei der Reinigung - Reste abspülen Vordesinfektion Vorarbeiten/Ordnung schaffen Vorreinigen Einweichen Reinigen Reste abspülen Trocknen * reinigen bis alles "optisch sauber" und Oberflächenstruktur, Farbe und Beschaffenheit des Baumaterials deutlich erkennbar ist und das abfließende Spülwasser frei von Schmutzpartikeln ist, da sonst Keime weiterhin einen guten Nährboden haben
- Arbeitsablauf bei der Reinigung - Trocknen Vordesinfektion Vorarbeiten/Ordnung schaffen Vorreinigen Einweichen Reinigen Reste abspülen Trocknen * Keime benötigen immer Feuchtigkeit um sich zu vermehren* viele Flächen z.B. Beton saugen sich mit Reinigungswasser voll -> Verdünnung bei der anschließenden Desinfektion (Wirksamkeit wird heruntergesetzt)-> Desinfektion: immer auf trockenem Untergrund
- Aufzählung verschiedener Reinigungsverfahren rein mechanische, also trockene Reinigungsverfahren Reinigung mit Wasser
- Reinigungsverfahren - rein mechanische also trockene Reinigungsverfahren meist nur zur Vorreinigung Abschaben von groben Schmutzrückständen z.B. kehren bevor man wischt-> soll verhindern, dass die danach angewendete Reinigungslösung zu schnell verunreinigt wird oft wird mechanische Kraft angewendet: mK reicht aus bei Schmutz wie Fremdkörpern oder Staub, aber nicht bei MO Scheuermittel können die mK unterstützen- enthalten scharfkantige Sandteilchen aus Marmor und Quarz -> tragen Schmutzrückstände Schicht für Schicht ab (Oberfläche kann angegriffen werden: nur bei harten Oberflächen z.B. Wände, Metall, Fußböden anwenden, nicht bei kunststoffbeschichteten oder lackierten Oberflächen)- nach Anwendung gründlich mit Wasser abwischen damit sich keine weißen Schleier bilden
- Reinigungsverfahren - Reinigung mit Wasser wasserlösliche Rückstände, die nicht angetrocknet sind Wasser schwemmt Schmutzteilchen weg: wasserunlösliche Teilchen (Asche, Sand...) werden weg geschwemmt -> Wasserstrahl dringt zwischen den Schmutz und die Oberfläche des Reinigungsgutes, hebt ihn ab und spült ihn weg Wasser bringt Schmutz zum Quellen: oft trocknen Schmutzrückstände an und haften dann besonders fest am Reinigungsgut -> Wasser dringt in die angetrockneten Rückstände ein, lässt sie aufquellen und lockert sie
- Reinigung mit heißem Wasser meiste Keime können Wassertemperaturen von über 75° keine Minuten ertragen kochendes Wasser tötet Keime bereits nach wenigen Sekunden ab (nicht aber die Sporen) Reinigungs- und Spülwasser sollte über 50° heiß sein, da Coli-Keime Temperaturen unter 42° gut überleben erkaltetes Fett schmilzt und lässt sich nur im flüssigen Zustand restlos entfernen:-> Wassertemperatur muss über dem Schmelzpunkt des Fettes liegen je höher die Wassertemperatur, desto stärker sind die Wassermoleküle in Bewegung (Vgl. Billiardkugeln die aneinanderstoßen und abprallen): je beweglicher die Wassermoleküle, desto besser dringen sie in die Schmutzteilchen ein
- Reinigung mit kaltem Wasser Rückstände von hitzegerinnendem Eiweiß beginnen bei 45° zu gerinnen und werden wasserunlöslich und fest: Rückstände kleben fest und lassen sich nur noch mit Mühe entfernen
- Anomalie des Wassers größte Dichte bei 4°C geringste Dichte bei knapp unter 100°C
- Erklärung Oberflächenspannung Wassermoleküle: zwei Pole -> positiv (an der Wasserstoffseite) und negativ (an der Sauerstoffseite im inneren der Flüssigkeit: -> Wassermoleküle haften mit jeweils gegensätzlichen Polen aneinander, sodass ein Wassermolekül vier Verbindungen zu vier Nachbarmolekülen hat-> Anziehungskräfte heben sich gegenseitig auf (jeder Nachbar zieht mit gleicher Kraft) Grenzfläche: -> Wassermolekül geht nur drei Bindungen ein, diese haben die gleiche Anziehungskraft wie die vier Bindungen im Inneren-> starke Bindung zwischen den Grenzflächenmolekülen-> starke Zugkraft ins Innere der Flüssigkeit (sodass tropfendes Wasser in Form einer Kugel gepresst wird)
- Definition Tenside = Substanzen, die die Oberflächenspannung herabsetzen Tenside bewirken, dass zwei eigentlich nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten z.B. Öl und Wasser vermengt werden können.
- Anzeige
- Warum wäscht Seife? Oberflächenspannung verhindert erfolgreichen Waschvorgang -> Lösung: Herabsetzen der Oberflächenspannung-> durch Zugabe von Seife in das Wasser wird die Wechselwirkung zwischen den Wassermolekülen gelockert: Tenside drängen sich zwischen die Wassermoleküle, dadurch wird die Anziehungskraft zwischen den Wassermolekülen zerstört wird -> Oberflächenspannung sinkt Seife umschließt den Schmutz, indem sich fettfreundliche Teile anlagern und die wasserfreundlichen Teile nach außen ziehen (Bildung einer Mizelle)
- Woher wissen Tenside was Schmutz ist? unpolarer Teil zieht alles unpolare an polare Teile stoßen sich gegenseitig ab-> Schmutz = unpolar Schmutz zieht den unpolaren Teil des Tensides an und umnetzen diesen (Mizelle)
- Definition pH-Wert = Maßzahl, die angibt, wie hoch die Konzentration an H+-Ionen in einer wässrigen Lösung ist = Maß für Konzentration (sauren oder basischen Charakter einer Lösung)
- Reinigung - Vorteile von Säuren und Laugen setzen Oberflächenspannung des Wassers herunter: Wasser kann leichter eindringen und die Schmutzreste entfernen: MO wird Nährboden entzogen wirken gegen MO
- Reinigung - Laugen: Wirkung auf Fette gegeben: Verseifung (Spaltung) der Fette, die entstehenden Saltprodukte sind besser wasserlöslich
- Reinigung - Laugen: Wirkung auf Eiweiße Haare und Hautschuppen werden mit stark alkalischen RM zersetzt
- Reinigung - Säuren: Wirkung auf Eiweiße bei einfachen Eiweißen wir die Proteinbindung aufgebrochen
- Reinigung - Säuren: Beschädigung der Oberflächen z.B. Marmor Beton Zement Klinken Fugen Fließen Baumwollmaterial
- Reinigung - Laugen: Beschädigung von Oberflächen z.B. Linoleum lackierte Oberflächen Aluminium
- ph-Wert: Säuren 0-7
- pH-Wert: Laugen 7-14
- ph-Wert: Neutral 7
- Saure Reinigungsmittel - Verwendung Entfernung schwerlöslicher Salze z.B. "Urinstein" oder "Milchstein" je stärker die Säure, desto größer die Wirkung wirken mikrobizid (töten MO ab)
- Neutrale Reinigungsmittel - Verwendung quellen, lösen und entbinden Fette und Eiweiße geringe Wirkung langsame Wirkungsgeschwindigkeit zur schonenden Reinigung von korressionsempfindlichen Oberflächen NICHT für: mineralische Ablagerungen (Kalkstein/Urinstein) -> wirkungslos enthalten Tenside: gewässerschädigend
- Alkalische Reinigungsmittel - Verwendung und Eigenschaften enthalten z.B. Natronlauge werden als Einzelwirkstoff oder Kombinationspräparate verwendet je öher die Temperatur und der pH-Wert umso besser ist die Reinigungswirkung, aber auch umso größer ist die Gefahr der Korression (Schädigung von Oberflächen) werden vor allem im Stallbereich eingesetzt Einzelwirkstoffe: führen zu einer Quellung von Eiweißrückständen-> Nachteil: schlechte Emulgierfähigkeit (aufgequollene Schmutzteilchen werden nicht ausreichend im Wasser verteilt und setzen sich wieder ab)
- Ausbringung von DM - Tauchdesinfektion: Vorteile gute Benetzung eigener Schutz gut geringer Arbeitsaufwand Einwirkzeit egal, kann lange sein (man muss nicht dabei bleiben)
- Ausbringung von DM - Tauchdesinfektion: Nachteile Größe? Vollständige Bedeckung möglich? Hohlräume? viel Gebrauchslösung nur stationär
- Ausbringung von DM - Wisch- und Scheuerdesinfektion: Vorteile wiederverwendbare Lappen (können gewaschen werden) gleichzeitig auch mechanische Reinigung (Lösen von Verschmutzungen)
- Ausbringung von DM - Wisch- und Scheuerdesinfektion: Nachteile Wischlappen regelmäßig wechseln Zeitaufwand schwierig bei Ecken, Ritzen etc. große Reste
- Ausbringung von DM - Sprühdesinfektion: Vorteile kleine Flächen können gezielt desinfiziert werden einfache Handhabung
- Anzeige
- Ausbringung von DM - Sprühdesinfektion: Nachteile richtiger Abstand wichtig Sprühnebel schädigt Nasenschleimhaut und Lungen
- Ausbringung von DM - Feinsprühdesinfektion: Vorteile leichte Ausbringung wirkt gasfärmig und flüssig unebene Flächen
- Ausbringung von DM - Feinsprühdesinfektion: Nachteile gesundheitlich bedenklich hohe Anschaffungskosten
- Ausbringung von DM - Aerosoldesinfektion (Vernebler): Vorteile für Räume/große Flächen geeignet umweltverträglich nicht brennbar keine Nachbereitung dringt in alle Zwischenräume ein
- Ausbringung von DM - Aerosoldesinfektion (Vernebler): Nachteile Raum mind. zwei Stunden nicht betreten Räume müssen nach oben geschlossen sein: keine Zwinger, Käfige
- Ausbringung von DM - Verdampfen/Begasung: Vorteile schlecht zugängliche und schwer benetzbare Bereiche können erreicht werden Gas breitet sich gleichmäßig aus
- Ausbringung von DM - Verdampfen/Begasung: Nachteile spezielle Geräte werden zum Ausbringen benötigt
- DM - Lagerung kühl, aber frostfrei MHD beachten keine starke Hitze 15-25°C verschlossen
- DM - Herstellung einer Gebrauchslösung erfolgt mit kaltem Wasser: heißes Wasser kann zum Verdampfen von Wirkstoffen führen Gesamtmenge der benötigten Lösung: 1000mlKonzentration des DM: 3% 1. Berechnung der benötigten Menge des DM: 1000*3/100 = 30ml2. Berechnung der Wassermenge: 1000-30 = 970ml
- Wichtiges im Umgang mit DM nur für den angegebenen Zweck verwenden: Vermeidung von Beschädigungen am Material oder hautschonende Inhaltsstoffe DM + RM niemals mischen: Verlust der Wirkung (Neutralisation)-> Desinfektionsreiniger: bieten Reinigungswirkung -> zusätzliche Reinigung überflüssig nach der Desinfektion: Aufbereitung der Desinfektionsutensilien-> Wischmob, Lappen, Eimer etc. desinfizierend waschen, trocknen und sauber aufbewahren
- Definition Desinfektion = Maßnahme zur Inaktivierung bestimmter MO, dadurch wird ihre Anzahl auf einem Objekt deutlich reduziert-> angestrebt wird ein Zustand, in dem eine Infektion nicht mehr wahrscheinlich ist, d.h. der Gegenstand soll in einen Zustand versetzt werden, in dem er nicht mehr infizieren kann-> Übertragung wird bekämpft
- Definition Antisepsis = Maßnahme zur Keimvernichtung am lebenden Wirt (auf Körperoberfläche und in Körperhohlräumen)-> soll Ausbreitung von Krankheitserregern im Organismus entgegenwirken-> Infektionsherd wird bekämpft
- Definition Antibiose = charakterisiert die keimschädigende oder entwicklungshemmende Wirkung von Stoffen (medikamentöse Behandlung)-> Anwendungsgebiet: infizierter oder infektionsgefährdeter Wirt
- Definition Sterilisation = Abtötung aller MO (einschließlich Bakteriensporen) auf Materialien und Gegenständen-> hat, wo sie durchzuführen ist, Vorrang vor der Desinfektion -> Überlebenswahrscheinlichkeit der MO und Sporen sollte geringer als 10-6 sein
- Definition Sterilfiltration = Abtrennung der in Flüssigkeiten oder in Gasen vorhandenen MO oder Viren
- Definition Pasteurisieren = kurzfristiges, schnelles Erhitzen unter 100°C mit einer Dauer von 10s-10h (je nach Beschaffenheit und Temperaturempfindlichkeit des Gutes-> Haltbarmachung von Lebensmittel-> Abtätung von MO
- Definition Bakterizide = Fähigkeit eines DM Schädigungen hervorzurufen, die zum irreversiblen Zelltod von Bakterien führen-> DM muss in geeigneter Konzentration angewendet werden-> DM muss mit bestimmter Einwirkungszeit verwendet werden
- Definition Bakteriostase = Fähigkeit eines DM bei Bakterien eine irreversible Vermehrungshemmung hervorzurufen -> DM muss in geeigneter Konzentration angewendet werden
- Definition Fungizide = Fähigkeit eines DM Schädigungen hervorzurufen, die zum irreversiblen Zelltod von Pilzen und Pilzsporen führt -> DM muss in geeigneter Konzentration angewendet werden-> DM muss mit bestimmter Einwirkungszeit verwendet werden
- Definition Fungistase = Fähigkeit eines DM bei Pilzen eine reversible Vermehrungshemmung auslösen bzw. das Auskeimen ihrer Sporen zu verhindern -> DM muss in geeigneter Konzentration angewendet werden