119
STEX 2015 (Fach) / diverses (Lektion)
Anzeige
- EKG Blockbilder über Dauer QRS Komplex: 0,10-0,11 Sekunden = inkompletter Schenkelblock ≥0,12 Sekunden = kompletter Schenkelblock Hinweise auf das Vorliegen eines Rechtsschenkelblocks rSR'-Formation in V1,2 (meist M-förmig) Endgültige Negativierung (oberer Umschlagspunkt) in V1,2 erst nach >0,03 Sekunden Hinweise auf das Vorliegen eines Linksschenkelblocks Langsamer R-Anstieg in V5,6 Evtl. rSR'-Formation in V5 oder 6 → kann einem "abgebrochenem Zuckerhut" ähneln Tiefe S-Zacken in V1,2
- Hemiblockbilder generell: QRS Komplexe<0,11s Linksanteriorer Hemiblock: überdrehter Linkstyp tiefe S Zacken in V5/V6 träger R Anstieg in den Brustwandableitungen linksposteriorer Hemiblock überdrehter Rechtstyp kleine Q-Zacken in II,III,avF bifaszikulärer Block: linksposteriorer Hemiblock+RSB Achsabweichung LAHB+LPHB ist logisch, da Herz halbrund ist, vorderer SB ist mehr medial-> b Ausfall LPF -> Achsabweichung nach rechts, bei bei vorderen SB Achsabweichung nach links
- Aortenklappenstenose Symptome: Schwindel/Synkopen bei Belastung Auskultation: Auskultation Charakteristisch Pulsus tardus et parvus (verspäteter und schwacher Puls) Schwirren über Carotiden und Aorta Spindelförmiges (crescendo-decrescendo), rauhes Systolikum mit Ausstrahlung in die Carotiden beidseitig Punctum maximum im 2. Interkostalraum rechts parasternal Hebender Herzspitzenstoß Zusätzlich möglich Frühsystolischer Ejection Click Bei unbeweglicher Klappe evtl. leiser 2. Herzton Häufig zusätzlich Aorteninsuffizienz
- Aortenklappeninsuffizienz Akute Aorteninsuffizienz Kardiale Dekompensation Lungenödem Chronische Aorteninsuffizienz Lange beschwerdefrei, ggf. Palpitationen Abgeschlagenheit, zunehmender Leistungsknick Linksherzinsuffizienz Evtl. Synkopen, Angina Pectoris Folgen der großen Blutdruckamplitude (z.B. Kopfdröhnen, pulssynchrones Kopfnicken → Musset-Zeichen) Diagnostik: Linksherzhypertrophie Auskultation Protodiastolikum ("Sofortdiastolikum") Decrescendo-Geräusch P.m. im 2. ICR rechts oder über Erbpunkt (3. ICR parasternal links) Austin-Flint-Geräusch
- Mitralklappenvitien Auskultation: P.m. über der Herzspitze (5. ICR links, medioklavikular)Diastolisches Decrescendogeräusch anschließend an Mitralöffnungston Mitralklappenstenose: Rückstau in linken Vorhof+Lungen ->im Herzröntgen sichtbar Evtl. Herzfehlerzellen in Sputum/BA Mitralklappeninsuffizienz: Typisches, bandförmiges Holo-Systolikum mit Fortleitung in die Axilla manchmal 3. Herzton (d. Füllungsüberlastung des Ventrikels)
- Ätiologie Chorea minor Mögliche Manifestationsform im Rahmen eines rheumatischen Fiebers meist Wochen bis Monate nach Angina tonsillaris Scharlach Erysipel mit β-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A
- Chorea minor Sydenham - Klinik Häufig nur Hemichorea (Einseitige Zuckungen der Kopfmuskeln) und Hyperkinesien der distalen Extremitäten (kann wie Ungeschicklichkeit erscheinen) Unruhe, Ängstlichkeit, Apathie und Affektlabilität
- Ballismus extrapyramidale, motorische Störung und hat seine Ursache im Untergang des Ncl. subthalamicus Es zeigen sich plötzliche, schleudernde Bewegungen (Jaktationen) insbesondere der proximalen Extremitätenmuskulatur (meist nur einseitig = Hemiballismus), die nicht selten zu Verletzungen führen. Therapie mit Valproinsäure (wie generalisierte Epilepsien )und atypischen Neuroleptika
- Charcot Trias Nystagmus Intentionstremor skandierende Sprache V.a. Kleinhirnsyndrom
- Fokale (auch sekundär generalisiert) Epilepsie - Therapie 1. Wahl: Lamotrigin, Levetiracetam2. Wahl: Carbamazepin, Gabapentin, Valproat,
- Anzeige
- Therapie Abscence Epilepsien Ethosuximid
- Was ist supergeil und hält wach+Therapie Narkolepsie Modafinil
- Migräne Episodisch rezidiverende, überwiegend (60%) eiseitige Kopfschmerzen, die mit Nausea und Erbrechen, oft auch mit fokalen neurologischen Symptomen (Aura) einhergehen. Anfallsweise auftretende, reversible fokale neurologische Symptome (meist vor Kopfschmerz)Beteiligung des Sehnervs (Migraine ophthalmique) Photopsien (Flimmerskotom) von parazentral nach peripher wandernd Lichtblitze Grelle Farbwahrnehmung Gezackte Grenzlinie FortifikationsspektrenParesenSensibilitätsstörungen, ParästhesienSchwindelAphasie Therapie: leichte Formen: NSAR/Antiphlogistika mittlere/schwere Form: Triptane ->wirken am HT
- Medikamenten-induzierter Kopfschmerz - Klinik und Therapie Täglicher, holozephaler, dumpfer Dauerkopfschmerz Müdigkeit, Übelkeit, Lärm- und Lichtempfindlichkeit möglichVorübergehende Besserung nach AnalgetikaeinnahmeTherapie: Komplettes Absetzen aller Analgetika, ggf. unter stationärer Therapie Häufig bei Patienten mit primärem Kopfschmerz
- Akute Migräneattacke - Therapie Eine möglichst frühe und hochdosierte Medikamenteneinnahme ist häufig entscheidend für den Therapieerfolg Leichte bis mittelstarke Migräneattacke: Mittel der 1. Wahl sind NSAR (ASS oder Ibuprofen) und andere Nichtopioidanalgetika (z.B. Paracetamol) Mittelschwere bis schwere Migräneattacke: Triptane (z.B. Sumatriptan
- Welches Medikament sollte bei der akuten Migränetherapie immer mit appliziert werden? Antiemetikum z.B. MCP oder Dromperidon beim Kind
- Status migraenosus Migräneattacke, die länger als 3 Tage anhältTherapie: Glukokortikoide → Einmalige Gabe von Prednison oder Dexamethason
- Prophylaxe Migräne Nicht medikamentös LebensstiländerungNeuraltherapieAkupunktur Medikamentös β-BlockerTopiramant (Kalziumkanalblocker)Flunarizin (Antiepileptikum)
- Funikuläre Myelose - Klinik Sensibel: Distal symmetrische, aufsteigende Hypästhesien (Ausfallmuster kann querschnitt- oder polyneuropathieähnlich sein), Parästhesien, Pallhypästhesie, Schmerzen der unteren Extremität, Gangunsicherheit (spinale Ataxie, Romberg-Stehversuch positiv), Visusverschlechterung Motorisch: Spastische Paraparese (Reflexe initial ↑, später ↓, positives Pyramidenbahnzeichen) Vegetiativ: Impotenz, Blasenstörung Drepressive/paranoide Symptomatik Hunter Glossitis
- Meningoradikulitis Bannwarth Frühe Neuroborreliose (Stadium II) Mit peripherer, doppelseitiger Fazialisparese und AugenmuskelparesenNächtlich betonte, radikuläre Schmerzen, Parästhesien und Paresen Zeichen einer lymphozytären Meningitis Polyneuropathie (vom Multiplex-Verteilungstyp, asymmetrisch) radikulärer Schmerz->Schmerz, der dem betroffenen Nerv folgt
- Simpson-Test Aufwärtsblick provoziert bei MG eine Ptosis
- Subakute Kleinhirndegeneration am häufigsten in Assoziation mit.. Ovarialzellkarzinom
- ALL im Kindesalter - häufige Komplikation? Meningeosis leucaemica (in 50% der Fälle!), auch Jahre nach intensiver Chemotherapie außerdem 30% der Patienten mit systemischen NHL
- DD Tumor mit ringförmiger KM-Anreicherung im cCT Hirnmetastasen Glioblastom Strahlennekrose Chronische intrakranielle Blutung mit Höhlenbildung
- HSV - Enzephalitis - Diagnostik Lumbalpunktion Initial granulozytäre Pleozytose, später hauptsächlich Lymphozyten Bei hämorrhagischer Enzephalitis: Nachweis von Erythrozyten Protein-Gehalt: Leicht erhöht, Liquor/Serum-Albuminquotient↑ Glukosegehalt: Normal Laktat: Unterschiedlich (häufig normal - leicht erhöht) PCR: Direkter, frühzeitiger Erregernachweis EEG Herdbefunde (Kontinuierliche Verlangsamungen des EEG-Rhythmus (vor allem temporal und orbitofrontal lokalisiert, seltener generalisiert ) Epileptiforme Potenziale → Gesteigerte Krampfbereitschaft
- HSV - Enzephalitis - Prognose Unbehandelt in 70% der Fälle letal Unter Behandlung <20% letal Residuen verbleiben in 25% der Fälle (Paresen, kognitive Einschränkungen, psychopathologische Störungen)
- HSV - Enzephalitis Therapie 1. Aciclovir schon bei Verdacht auf eine HSV-EnzephalitisAlternative bei Symptombesserung: Valaciclovir oralAlternative bei Aciclovir-Resistenz: FoscarnetCAVE: Nephrotoxizität und Gefahr des akuten Nierenversagens → Prophylaxe: Ausreichende Hydrierung 2. Therapie eines Hirnödems mit hyperosmolaren Substanzen (Mannitol, Glycerol) 3. Ggfs. antikonvulsive Therapie
- Creuzfeld Jakob Symptome? DD? 7. Dekade; rasch progrediente Demenz mit Myoklonien, extrapyramidale und zerebellare Symptome. 6 Monate Verlauf. DD: MSA P/MSA C/ Lewy body Demenz (da aber Parkinson im Vordergrund, oft früherer Symptombeginn)
- Symptome Kreuzfeld Jacob Krankheit Früh Schlafstörungen, Appetitverminderung, psychopathologische Auffälligkeiten Rasche Demenzentwicklung, Sehstörungen Zerebelläre Störungen Durch Reize auslösbare Myoklonien Spät Kachexie, akinetischer Mutismus
- Diagnostik - CJK EEG: Periodische (1/s) bi- oder triphasischen Sharp-Wave Komplexen Liquor: Protein 14-3-3
- Anzeige
- Tolosa-Hunt-Syndrom (Orbitaspitzensyndrom, Ophthalmoplegia dolorosa) Ätiologie: Granulomatöse Entzündung im Bereich des Sinus cavernosus bzw. der Fissura orbitalis superiorKlinik: Starke Schmerzen im Bereich hinter dem Auge; Augenmuskelparesen
- Apallisches Syndrom - Definition Schwerwiegende Schädigung des Großhirns bei gleichzeitig erhaltener vegetativer Funktion von Zwischenhirn, Hirnstamm und Rückenmark (daher auch der Begriff "permanent vegetative state")
- Welche Koagulopathien können einen Schlaganfall auslösen? Polyglobulie Einnahme von Kontrazeptiva Hormonersatztherapie im Klimakterium
- A. cerebri anterior - Infarkt Kontralaterale, beinbetonte Hemisymptomatik Blasenstörungen
- A. cerebri posterior - Infarkt Homonyme Hemianopsie nach kontralateral: Ischämische Infarkte im Okzipitallappen im Bereich der Fissura calcarina Kontralaterale Hemihypästhesie (bei Schädigung des Thalamus)
- Pseudobulbärparalyse Capsula interna: Kontralaterale Hemiparese und kontralaterale HirnnervenausfälleWenn die kortiko-bulbären Bahnen betroffen sind: mit Dysphagie, Dysarthrophonie, pathologischem Lachen und Weinen
- Vertebrobasiläre Insuffizienz Drehschwindel, drop-attacks, Tinnitus, Sehstörungen (mögliche Auslöser können schon Kopfdrehen oder Reklination sein) Als Drop Attack, deutsch "Sturzattacke", bezeichnet man ein plötzliches Sturzereignis bei ungetrübter Bewusstseinslage in Folge eines Tonusverlustes der unteren Extremitäten.
- Welche Symptome weisen eher auf einen hämorrhagischen Insult hin? Heftige Kopfschmerzen und Erbrechen Rasche Progression der Klinik mit zunehmender Beeinträchtigung der Vigilanz bis hin zum Koma Epileptische Anfälle
- Amyloidangiopathie Histopathologischer Nachweis: Kongorot-Färbung → Amyloidstrukturen erscheinen rot in der Gefäßwand (Merkwort: "Amyloirotangiopathie")
- Therapie Karotis- und Vertebralisdissectio Vollheparinisierung für 4 Wochen Danach orale Antikoagulation für 6 Monate oder Thrombozytenfunktionshemmer für 1 Jahr Selten indiziert: Stent oder chirurgischer Eingriff
- Klinik Sinus-Cavernosus-Fistel Oft einseitige Kopfschmerzen in der Stirn Bulbusmotilitätsstörungen und Doppelbilder durch eine Druckschädigung der Hirnnerven III, IV und VI im Sinus cavernosus Pulssynchrones Ohrgeräusch (Strömungsgeräusch der Fistel) Stauungszeichen Ein- oder doppelseitiger, pulsierender Exophthalmus Chemosis Massive konjunktivale Injektion und Einblutungen ggf. auch Einblutungen in Retina und Glaskörper Erhöhung des intraokulären Drucks
- Spannungskopfschmerz - Klinik Kopfschmerzen: Holozephal oder bifrontal Dumpf drückend, ziehend, pressend, nicht pulsierend (Schraubstockgefühl) Mäßige Intensität Keine Verstärkung durch körperliche Tätigkeit Keine vegetativen Begleitsymptome: Kein Erbrechen, allenfalls mäßige Übelkeit, Phono- oder Photophobie (DD Migräne)
- Therapie Spannungskopfschmerz Episodisch (≤15 Tage/Monat, über mindestens 3 Monate) ASS Paracetamol Ibuprofen Chronisch (>15/Monat, über mindestens 6 Monate) Trizyklische Antidepressiva (z.B. Amitriptylin 50-100mg/Tag, p.o.) NSAID, Paracetamol und Antiemetika nicht häufiger als 2x/Woche!
- Wichtige DD Cluster-Kopfschmerz: Paroxysmale Hemikranie Epidemiologie: SeltenUmgekehrte Geschlechterverteilung → ♀>♂Klinik: Gleiche SymptomatikIn der Regel häufigere, aber kürzere SchmerzattackenTherapie: Akut keine wirksame Therapie bekannt (Sauerstoff wirkt nicht)Prophylaxe: Indometacin
- Therapie Cluster-Kopfschmerz Medikamentöse Therapie Akuttherapie: 100% Sauerstoffgabe (z.B. 8l/min über 15 Minuten) + Triptane (z.B.: Sumatriptan oder Zolmitriptan)Prophylaxe Mittel der 1. Wahl: Verapamil, bis Wirkungseintritt evtl. zur Überbrückung Glukokortikoide Sowohl übliche Schmerzmittel wie NSAR als auch Opioidanalgetika sind bei den meisten Patienten mit Cluster-Kopfschmerzen wirkungslos! Chirurgische Therapie Applikation von Glycerol/Lokalanästhetika in das Ganglion Gasseri oder die Cisterna trigeminalis Tiefenhirnstimulation des posterioren, inferioren Hypothalamus
- MS - häufige Lokalisation der Entmarkungsherde Periventrikulär Hirnstamm Kleinhirn Rückenmark
- DD MS: Neuromyelitis optica (NMO, Dévic-Syndrom) (Häufig doppelseitige) Optikusneuritis Aszendierende Myelitis, ggfs. mit progredienter Querschnittslähmung Diagnostik: Zusätzlich zu der Optikusneuritis und der akuten Myelitis sollten mindestens zwei der drei folgenden Nebenkriterien erfüllt sein: Langstreckige spinale Läsion im MRT (≥ 3 Wirbelkörpersegmente) Regelrechter Befund im kraniellen MRT Serologischer Nachweis von Aquaporin-4-(AQP4‑)Antikörpern Therapie Glukokortikoide Ggf. Plasmapherese Ggf. Immunmodulatoren: Azathioprin, Rituximab
- Günstige Prognosefaktoren MS onset <35 Jahre monosymptomatisch: nur sensible Symptome kurze Dauer und Rückbildung der Symptome Gehfähigkeit erhalten
- N. femoralis Läsion Sensibilitätsausfälle Rr. cutanei anteriores: Mediale Oberschenkelvorderseite Nervus saphenus-Läsion: Mediale Unterschenkelseite und medialer Fußrand Motorische Ausfälle M. iliopsoas (v.a. Beugung im Hüftgelenk) M. quadriceps femoris (v.a. Streckung im Kniegelenk, Patellarsehnenreflex)
- N. Ischiaducusläsion Sensibel: An Unterschenkel und Fuß, abgesehen vom Malleolus medialis und medialem Fußrand (Innervation durch den N. saphenus) Motorische Ausfälle Ausfall der ischiokruralen Muskulatur->Hüftstreckung Kombinierter Ausfall der tibialis- und fibularisinnervierten Muskulatur (u.a Fußsenker- und Fußheberparese)