Psychologie (Fach) / 03400 - Einführung in die Psychologie und Ihre Geschichte (Lektion)
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FUH Modul 1
Diese Lektion wurde von narzissenstern erstellt.
- Geben Sie eine Standarddefinition von Psychologie. Psychologie ist die Wissenschaft von Erleben und Verhalten.
- Worin unterscheidet sich die „Erste-Person-Perspektive“ von der „Dritten-Person-Perspektive“? ERSTE-PERSON-PERSPEKTIVE= Subjektive Selbstbeobachtung des mentalen die auf Interpretation beruht (Ich fühle, dass ich psi) DRITTE-PERSON-PERSPEKTIVE = Beobachtung des Verhaltens durch dritte Außenstehende (Ich sehe das du lachst)
- Nennen Sie die Schwierigkeiten der Anwendung der psychologischen Methode „Selbstbeobachtung“. Die Selbstbeobachtung ist subjektiv, nicht von außen überprüfbar, Wahrnehmung ist von jedem anders interpretierbar und muss verbal kommuniziert werden.
- Welchen Ursprung haben die Erfahrungsdiskrepanzen? Der Ursprung liegt in der Einstellung. Unsere Erfahrungen, unsere vergangenen Wahrnehmungen und Deutungen gehen in die Wahrnehmung des aktuellen Musters eins. Dem unveränderten physikalischen Draußen entspricht keineswegs ein unverändertes, eindeutiges seelisches Inneres.
- Welche Bedeutung haben Konstanzleistungen für das Verständnis des Psychischen? Konstanzleistungen sind psychische Leistungen, die mit der Verrechnung unterschiedlicher Größeneindrücke mit Bewegung definiert werden. Das Psychische hat hier die Funktion, bekannte Gegenstände größentechnisch unverändert zu lassen, obwohl die Wahrnehmung Unterschiede je nach örtlicher Distanz erscheinen lässt.
- Welche Besonderheiten des Erlebens und Verhaltens verdeutlichen die Beispiele aus dem Bereich der optischen Täuschungen? Optische Täuschungen zeigen, dass angeeignetes Wissen und Erfahrungen im Konflikt zu unserer Wahrnehmung stehen können. Im Falle der Müller-Lyer-Figur steht der Wahrnehmungseindruck „eine Linie ist länger als die andere“ im Konflikt zu unserem Wissen, das aus einer intersubjektiven Messpraxis herrührt. Optische Täuschungen verdeutlichen, dass unsere subjektive Wahrnehmung beeinflussbar und täuschbar ist und intersubjektiver Überprüfung nicht immer standhält
- Welche Besonderheiten des Erlebens und Verhaltens verdeutlichen die Beispiele aus dem Bereich der optischen Täuschungen? Optische Täuschungen zeigen, dass angeeignetes Wissen und Erfahrungen im Konflikt zu unserer Wahrnehmung stehen können. Im Falle der Müller-Lyer-Figur steht der Wahrnehmungseindruck „eine Linie ist länger als die andere“ im Konflikt zu unserem Wissen, das aus einer intersubjektiven Messpraxis herrührt. Optische Täuschungen verdeutlichen, dass unsere subjektive Wahrnehmung beeinflussbar und täuschbar ist und intersubjektiver Überprüfung nicht immer standhält
- Durch welche Verhaltensweisen kann man die kausale Wirksamkeit der mentalen Zustände im Alltag erkennen? Durch Unterdrückung einer Absicht um an ein Ziel zu gelangen das bei günstigerer Gelegenheit verwirklicht wird. (z.B. MA will seinen Chef um eine Gehaltserhöhung fragen, lässt es aber heute bleiben da er sieht, dass sein Chef heute schlechte Laune hat)
- Welche Rolle spielt die Vorstellung von einer bewusstseinsunabhängigen äußeren Welt? Die bewusstseinsunabhängige äußere Welt ist unverfälscht (sozusagen die absolute Wahrheit) und kann durch den möglichen Doppelstatus durch verschiedene Wahrnehmungen unterschiedlich interpretiert werden. Die Innen-Außen-Unterscheidung ermöglicht die Akzeptanz der verschiedenen Wahrnehmungen. Durch Prüfung der Wahrnehmungen kann man sich der unverfälschten äußeren Welt annähern, diese jedoch nie ganz objektiv wahrnehmen. Sie hängt zusammen mit unseren Erfahrungen aus Diskrepanz Erlebnissen. So wird beispielsweise nicht angenommen dass ein gerader Stock der ins Wasser getaucht wird plötzlich abknickt.
- Welche verschiedenen Deutungen sind mit dem Begriff „Seele“ verbunden? Der historische Seelenbegriff ist mehrdeutig Große Bedeutung im Abendland (theologische und ethische Gesichtspunkte)Beleg für die Unsterblichkeit des IndividuumsTräger des ethischen Zentrums des MenschenOrt, an dem Motive, Gründe und Gewissen angesiedelt sindSammelbegriff für seelische Eigenschaften und Funktionen, wie Erleben, Verhalten, Handeln (Wundt)
- Was bedeutet der Ausdruck „Psychologie ohne Seele“? Kant lehnte den Begriff Seele als Metaphysik ab, da von außen nicht beobachtbar oder greifbar ist, was eine Seele eigentlich ist. F.A. Lange prägte den Satz Psychologie ohne Seele.
- Welche Begriffe verwendet die moderne psychologische Wissenschaft an Stelle des Begriffs „Seele“? Selbst = I und ME „I“: Self-as-knower - Ich als Subjekt - "pure ego" - beinhaltet also auch alle unbewussten Vorgänge. I = Ich wie ich bin. "Me" self-as-known - Ich als Objekt - "empirical ego" - Das ist das Wissen, das man über sich selbst hat, das sozial vermittelte Wissen darüber wer man ist.
- Welche Besonderheiten des Begriffs „Seele“ werden in den Definitionen „Seele als System“ und „Seele als Reflexionsbegriff“ betont? Seele als System = ein komplexes Gefüge von seelischen Funktionen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, dessen dominanter Zug die Tätigkeit ist, weswegen man auch von der Seele als „arbeitende funktionale Form“(Busche, 2001) Seele als Reflexionsbegriff = beruht auf der Tatsache, das eine Person nachdenken und reflektieren kann (kritische Reflektion zwischen: ‚Realität/Objektivität vs. Subjektivität‘
- Was könnte empirisch erforschbar sein: „I“ oder „Me“? Das ‚Ich‘ (Subjekt) ist nicht von außen zu erforschen/zu beobachten, da es sich im Inneren abspielt. Eine empirische Erforschung ist daher nicht möglich. Sobald ich es aber mitteile in irgendeiner sozial geteilten Form sind wir beim 'Me' Das „Me“, ( Ich als Objekt - ist das was ich über mich weiss) lässt sich somit auf Basis von sozial geteilten Codes (Sprache/ Mimik/ Gestik/ Ausdruck) beobachten und somit empirisch erforschen.
- Das bedeutet der Begriff „Intentionalität“ in Bezug auf seelische Funktionen? Der Begriff "Intentionalität" verdeutlicht, dass seelische Funktionen zielgerichtet sind. Sie stehen im Dienste des Handelns und sind auf zukünftige Veränderungen in der Umgebung gerichtet. Franz Brentano prägte den Begriff der Intentionalität.
- Wie zeigt sich im Alltagsleben die soziale Definition des Handelns? Erleben und Handeln kann nicht ohne die Umgebung des Menschen verstanden und erklärt werden. Eine Person muss zum Beispiel eine weitere zu einer Handlung auffordern (Fremdaufforderung). Diese entspricht der Willens,-Absichts- und Vorsatzbildung zur „Selbstaufforderung“ zum Handeln. Das heißt, wird man aufgefordert etwas zu tun (Fremdaufforderung), entscheidet man immer noch selbst ob man es auch tut (Selbstaufforderung). Jedoch kann man sich auch dagegen entscheiden eine Handlung auszuführen (Unterlassung)
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- Warum bezeichnet die moderne Psychologie jeden Organismus als informationsverarbeitendes System? Organismen müssen sich der Regelmäßigkeiten (Ordnung) ihres Umfeldes bewusst sein und diese kennen, um sich an die dadurch herrschenden Gegebenheiten anpassen und eine eigene innere Ordnung aufrecht erhalten zu können. Das Maß der Regelmäßigkeiten bezeichnet man als Information. Der Prozess, diese Informationen zu verarbeiten, macht einen Organismus zu einem informationsverarbeitenden System.
- Listen Sie die natürlichen und kulturellen Gegebenheiten der menschlichen Umgebung auf. natürliche Gegebenheiten (z.B. Lichtverhältnisse, Luftdruck, Schwerkraft ...) kulturelle Gegebenheiten ( Artefakte (Alles vom Menschen hergestellte), soziale Einrichtungen (Institutionen wie Recht oder Wirtschaft), Traditionen (Sprache, Sitten))
- Definieren Sie den Begriff „semiotische Kompetenz“. Semiotische Kompetenz beruht auf psychologischen Fähigkeiten- kognitive und kommunikative sowie die Fähigkeit zu sozialen Beziehungen. Sie ist die besondere Fähigkeit des Menschen, Zeichensysteme (sprachlich und nichtsprachlich) für kognitive und kommunikative Ziele zu erlernen und zu gebrauchen.
- Warum sollte die Psychologie sowohl mit naturwissenschaftlichen als auch mit geisteswissenschaftlichen Methoden forschen? Die menschliche Lebenswelt umfasst sowohl natürliche als auch kulturelle Gegebenheiten, die in einer Wechselbeziehung zu psychologischen Funktionen stehen. Diese Verortung psychologischer Funktionen zwischen Natur und Kultur erfordert in der Forschungspraxis naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Methoden. Während einzelne seelische Funktionen sich mit naturwissenschaftlichen Methoden untersuchen lassen, erfordert die Erforschung der kulturellen Lebenswelt auch geisteswissenschaftliche Methoden. Die Wahl der Methoden erfolgt abhängig vom Gegenstandsbereich und der Fragestellung. geisteswissenschaftliche Methoden:qualitative Methoden, die dazu dienen, das subjektive Erleben zu verstehen. Mittel: Interviews, Beobachtungen, biografische Mehtoden naturwissenschaftliche Methoden: quantitative Methoden, die das Verhalten erklären sollen. Mitte: Befragungen, Testverfahren, physiologische Messungen
- Nennen Sie die seelischen Funktionen, die einen übergeordneten Charakter haben und unabhängig von der Modalität einer seelischen Funktion sind? Alle seelischen Funktionen sind, die nicht zu den fünf klassischen Wahrnehmungssinnen (Sehen, Hören, Tasten, Fühlen, Schmecken) gehören.Demnach wären das Identifizieren, Unterscheiden, Vorstellen, Denken, Wählen, Wollen, Beabsichtigen, ...
- In welchen Teilbereichen der Psychologie steht die Erforschung von Dispositionen im Mittelpunkt? Persönlichkeits- und differenzielle Psychologie: befassen sich mit Dispositionen im Sinne von Persönlichkeitseigenschaften
- Was bedeutet Zweckmäßigkeit einer seelischen Funktion? Die Funktion bezeichnet die Zweckmäßigkeit eines komplexen Teilsystems: Ich sehe bsw. nicht einfach etwas, sondern es gibt eine Zuordnung von mindestens zwei Relata.Bsp. Sehen: zwei Relata, das Gesehene (ein Stuhl ) und das Erlebnis des Gesehenen ( die Art und Weise des gesehenen Stuhls).
- Was wird mit dem Begriff „Phänomen“ in der Psychologie kennzeichnet? Geben Sie einige Beispiele. Ein Phänomen ist "das, was uns in der Erfahrung gegeben ist", ohne Erkenntnis, aber bewusst, trotzdem reflexionsfrei. Ich gehe durch den Wald, höre einen Laut, er ist mir bewusst - aber ich versuche nicht, ihm einen "Namen" zu geben...sobald ich mir innerlich sage, das war ein Ast, auf den ich getreten bin, dann ist das Phänomen weg und ich habe stattdessen ein Wahrnehmungsurteil gefällt. Die bewusste Wahrnehmung (das Phänomen) und die Erkenntnis (das Wahrnehmungsurteil) bilden zusammen unser phänomenales Bewusstsein.
- Welche Rolle spielen das Wissen und die semiotische Kompetenz beim Zustandekommen einer Erkenntnis? Die Erkenntnis kommt erst durch die Verbindung der Wahrnehmungsepisode mit unserem Wissen und unserer semiotischen Kompetenz zustande, d.h. durch die semiotische Kompetenz wird es erst möglich, die Verbindung des Wahrgenommenen (des Phänomens) mit unserem gespeicherten Wissen in einem Wahrnehmungsurteil (einer Phänomenbeschreibung) zu formulieren, also auszusprechen: Ich sehe, dass das hier ein Tisch ist. Wir wissen, dass das Ding, das wir sehen, ein Tisch ist und sprechen dies dann aus. ( oder Bsp. Computer im Mittelalter)
- Woraus „besteht“ die phänomenale Welt eines Menschen? Die phänomenale Welt besteht aus den Phänomenen, die man erfährt und die man hat. Einerseits sind das Informationen über das Objekt, das tatsächlich da ist, das man sehen kann, andererseits aber auch Informationen, die unterschiedlich erlebt werden, wie Vorfinden, Antreffen, Vergegenwärtigen, Einfallen, Bemerken.... Diese inneren Phänomene „Wie ist es, X zu sein oder X zu haben?“ werden in der Philosophie als Qualia bezeichnet: sie stellen den subjektiven Erlebnisgehalt eines mentalen Zustandes dar, sind nicht zielgerichtet (z.B. traurig sein) <-> Intentionalität seelischer Funktionen
- Welche Rolle wird der Introspektion im Zusammenhang mit der Erforschung von inneren Erlebnissen eines Individuums zugeschrieben? Als Introspektion bezeichnet man die Fähigkeit zur inneren Beobachtung. Sie verdeutlicht den privaten Zugang zum inneren Erleben und dessen Interpretation hinsichtlich Zielen, Wünschen, Bedürfnissen. Es handelt sich also um eine Vergegenwärtigung, eine Vorstellung des Erlebten im Inneren. Diese Methode galt lange Zeit als die Dominante und bildet die Grundlage der narrativen Psychologie.
- Was wird unter dem öffentlichen Kriterium der Erkennbarkeit einer privaten Erkenntnis verstanden? Welche Funktionen hat Sprache an dieser Stelle? Ohne eine Mitteilung über private Erkenntnisse bzw. innere Beobachtungen, weiß niemand etwas darüber. Die private Erkenntnis muss also in ein Medium übertragen werden, das der Öffentlichkeit zugänglich ist. Diese Übertragung in das Mitteilbare erfolgt über sozial vermittelte Erkenntnismittel, wie die Sprache, welche hier als öffentliches Kriterium gilt. Sie ist die Voraussetzung für die Erkennbarkeit einer privaten Erkenntnis. Erklären Sie, worin die Problematik der Unterscheidung zwischen dem Inneren und Äußeren für die psychologische Forschung besteht.
- Wie unterscheidet sich die Beobachtungsperspektive im Falle eines inneren Erlebnisses von einer Verhaltens- oder Handlungsweise? Innere Erlebnisse können nur aus der Ersten-Person-Perspektive wahrgenommen werden. Diese Perspektive ermöglicht eine Reflexion des Erlebens im Denken, das Wissen um die eigene Innerlichkeit und ein Wahrnehmen des eigenen phänomenalen Bewusstseins. Von Außen ist das Erleben anderen nicht zugänglich und muss versprachlicht werden, um es anderen mitteilen zu können. Verhalten und Handeln hingegen können aus der Dritten-Person-Perspektive von Außen beobachtet werden. Seelische Eigenschaften und Funktionen sowie das phänomenale Bewusstsein sind nicht direkt beobachtbar, aber sie artikulieren sich im Verhalten. Sprache, Mimik, Gestik und Ausdrucksbewegungen geben Auskunft über seelische Eigenschaften. Beide Perspektiven zusammen, sowie ihr Zusammenspiel in der Interaktion sind Basis für Selbst- und Fremdbeobachtung als Methoden der Psychologie.
- Welche Ebenen der psychologischen Erklärung sind ausreichend für die Beschreibung der Verhaltensweise eines Tieres? Beim Tier bleibt nur die 3. Person-Beobachtung des Verhaltens. Das Verhalten eines Tieres wird erklärbar durch geeignete Beobachtungen sowie die Kenntnis der jeweiligen Anatomie und Physiologie des Tieres in Korrespondenz zu seiner Umgebung. Dabei ist es wichtig, die funktionale und kausale Rolle des Verhaltens (2 Ebenen) in seiner Umgebung zu berücksichtigen.
- Welche Ebenen der psychologischen Erklärung sind notwendig für die Beschreibung des menschlichen Handelns? - funktional und kausal für z. B. Orientierung eines Organismus in Raum und Zeit, da über verschiedene Sinnessysteme und Verhaltensweisen - rational bei menschlichen Handlungen, da mentale Vorläufer einer Handlung (Wünsche, Absichten, überzeugungen, Gründe) herangezogen werden (kausal und funktionale Erklärung wird erweitert)
- Nennen Sie die Ziele der Psychologie als Wissenschaft. Regelmässigkeiten und Gesetzmäßigkeiten im Erleben, Verhalten und Handeln finden Erleben, Verhalten und Handeln von Menschen zu beschreiben erklären vorhersagen verändern bewerten Immer zum Wohl des Menschen und unter Einhaltung von wissenschaftlichen und ethischen Normen
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- Welchen Zweck erfüllen die psychologischen Forschungsmethoden? Zweck der Überprüfung psychologischer Fragestellung - wissenschaftliche Behauptungen sollen damit als wahr bezeichnet werden können - Last but Not least - als empirische Wissenschaft welche Methoden einsetzt, die eine systematische Überprüfung und Weiterentwicklung von Theorien durch die geplante und wiederholbare Erhebung, Analyse, Interpretation von Erfahrungsdaten ermöglicht
- Darstellung Wahrnehmungsepisode Objekt Umweltreiz (nicht bewusste Wahrnehmung) Reizinformationen durch Sehen, Hören, Tasten, etc nicht zielgerichtet wahrgenommen und ausgewertet Phänomen (Bewusste Wahrnehmung) Zielgerichtetes Sehen, Hören, Tasten, etc. um (weitere) Informationen über das Objekt (jetzt Phänomen/Erscheinung) zu Erhalten Erkenntnis (Wahrnehmungsurteil) Abschließende Interpretation der durch Wahrnehmung gewonnenen Informationen Wahrnehmungsurteil bzw. propositionale Einstellung
- Leiziger Schule Mit der Leipziger Schule bezeichnet man in erster Linie Wilhelm Wundts psychologische oder experimentelle Psychologie aus einem naturwissenschaftlichen Standpunkt heraus.
- Was bedeutete für Wundt "Psychologie vom naturwissenschaftlichen Standpunkt und welche methodischen Ansätze ergeben sich aus diesem naturwissenschaftlichen Standpunkt? naturwissenschaftlicher Standpunkt bedeutet, seelische Vorgänge auf der Grundlage physiologischer Veränderungen zu erklären. - die experimentelle - die statistische und die- entwicklungsgeschichtliche Methode,wobei letztere von Wundt selbst später aus seinem Programm gestrichen wurde.
- Zentrale "Gründungsleistung" von Wilhelm Wundt? Wann, wo und was? Wundt gründet 1879 in Leipzig das erste Experimentalpsychologische Institut überhaupt.Wundt hat zahlreiche Publikationen betrieben; zudem war sein Institut mit vielen Apparaturen ausgestattet, die er selbst entwickelt und bei einem Schreiner in Auftrag gegeben hatte und Wundt setzte sich gerne und ausführlich mit Kritkern auseinander. Damit brachte er seinem Institut den Ruf des Zentrums psychologischer Forschung ein.
- Neben der Experimentellen Psychologie hatte Wundt ein weiteres Interessensgebiet, an dem er bis ins hohe Alter forschte – welches? Die Völkerpsychologie soll die allgemeinen Entwicklungsgesetze der höheren geistigen Prozesse aufzeigen: Entwicklung des Denkens, die Sprache, künstlerische Phantasie, Mythos, Religion, Sitte, das Verhältnis des einzelnen zur Gemeinschaft.Wundt hat dazu in der Zeit von 1900 - 1920 ein zehnbändiges Werk herausgebracht: Untersuchung der Entwicklungsgesetze von Sprache, Mythos und Sitte.
- Welche Aufgabe und welches Erkenntnisinteresse sollte nach Wundts Auffassung die Psychologie haben? Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften, weg mit der Metaphysik. Nur die naturwissenschaftl. 'hard facts' waren interessant für ihn: Messen der direkten Erfahrung der Sinneseindrücke und 'zerlegende' Beschreibung ( 'zerlegende 'Introspektion) der Vorgänge. Daher die Entwicklung der experimentellen Psychologie. Er war auf der Suche nach allgemeinen Gesetzen des Psychischen, weniger nach Unterschieden zwischen den Individuen.
- Wie sollte nach Wundts Auffassung der Zugang zum Psychischen gefunden werden? Zum einen sollte der Zugang über die raumzeitliche Messung der direkten Erfahrung von Sinneseindrücken mit entsprechenden Gerätschaften erfolgen und zum anderen über die verbale Auskunft auf Basis von Selbstbeobachtungen. Wundt war ein Gegner der Introspektion als Methode, konnte aber nicht umhin, dass es eben Stimmungen und Gefühle gibt, die Ausdruck finden durch Selbstbeobachtung. Also "schloss er den Kompromiss", die Selbstbeobachtung, wenn sie instruiert und kontrolliert war, als zentrale Methode und wichtigen Teil der experimentellen Psychologie anzuerkennen.
- Wieso wird Wundts Forschungsansatz als "Elementenpsychologie" bezeichnet? Elementenpsychologie deshalb, weil die Untersuchungen Wundts und seiner Anhänger damit beschäftigt waren, grob gesagt, das Bewusstsein und die damit verbundenen Vorgänge zu erklären. Und das beinhaltete eine Zergliederung des Ganzen in seine Einzelteile.Wundt selbst schrieb der Psychologie zwei zentrale Aufgaben zu: die Ermittlung der Elemente der Erscheinungen und die Erforschung der Gesetze nach denen diese Elemente Verbindungen untereinander eingehen.
- Welche inhaltliche Bedeutung hat der Begriff "Apperzeption" im Wundt'schen Sinne? Apperzeption ist das Eintreten eines Bewusstseinsinhaltes in das Aufmerksamkeitsfeld und stellt eine bewusste und beabsichtigte Verschiebung des Inhaltes vom Blickfeld in den Blickpunkt.Apperzeption ist eine innere Willenshandlung und der Protoyp aller psychischen Prozesse.
- Wie nennt Wundt seine Psychologie in späteren Jahren und wieso nennt er sie so? Er nennt sie Voluntarismus oder Voluntaristische Psychologie, da psychische Erlebnisse keine Ereignisse seien, sondern Ergebnisse von Willenshandlungen. In dem Zusammenhang ist der Begriff Apperzeption wichtig: * Eintreten Bewusstseinsinhalt in das Aufmerksamkeitsfeld * beabsichtigte Verschiebung Blickfeld zum Blickpunk
- Die Arbeiten von Galton und Binet wurden von Wundt und der Leipziger Schule standhaft ignoriert - um welchen Bereich der psychologischen Forschung handelt es sich dabei? Differentielle Psychologie würden wir es heute nennen, also das Studium interindividueller Unterschiede von Persönlichkeitsmerkmalen.
- Der Begriff Feldtheorie wird innerhalb der Sozialwissenschaften in verschiedenen Zusammenhängen verwendet: Was ist dabei der gemeinsame Nenner? Es geht um eine ganzheitliche Betrachtung mit der Betonung auf Dynamik und wechselseitigem Einfluss von Wahrnehmung, Erleben und Verhalten . Steht im Gegensatz zu allen elementaristischen Betrachtungsweisen
- Feldtheorie Die Feldtheorie stellt ein von Kurt Lewin konzipiertes, dynamisches Modell zur Analyse individuellen und sozialen Verhaltens dar und verbindet Grundbegriffe der Gestaltpsychologie mit den physikalischen Begriffen wie Feld und Kraft und ist topologisch darstellbar. Lewin geht davon aus, dass menschliches Verhalten zielgerichtet und eine Funktion des für das Individuum zu einem bestimmten Zeitpunkt gegebenen Lebensraumes ist. Der Lebensraum umfasst dabei sowohl die Person selbst als auch ihre Umgebung, wobei sich der Lebensraum in einzelne Regionen gliedert, die einen je unterschiedlichen Aufforderungscharakter für die Person besitzen (Valenzen) und die durch unterschiedlich starke Barrieren voneinander abgegrenzt sind. Das konkrete Verhalten (Lokomotion) ist als eine Resultierende aus den anziehenden und abstoßenden Feldkräften, die auf das Individuum einwirken, vektorpsychologisch darstellbar. Lewin versuchte also, psychische Gegebenheiten mathematisch zu formulieren, betonte aber, dass der Lebensraum nicht mit objektiven, physikalischen Begriffen zu beschreiben sei, sondern immer nur so, wie er für das jeweilige Individuum existiert. So ist etwa der Lebensraum eines Erwachsenen wesentlich differenzierter und vielschichtiger als der eines Kleinkindes.
- Aus welcher anderen Theorie / Denkrichtung heraus entwickelte Kurt Lewin seine Feldtheorie? Gestalttheorie
- Was bezeichnete Kurt Lewin als "Lebensraum"? Nicht die physikalische Beschaffenheit des Raumes , sondern der erlebnismässig strukturierte Raum ist der 'Lebensraum'
- Was meint Lewin mit den Begriffen "Aufforderungscharaktere" bzw. "Valenzen"? Ein Aufforderungscharakter ist ein Reiz, der durch die Bedürfnisse der Person bestimmt ist und daher positiv oder negativ sein kann. Ein Stück Kuchen hat eine positive Valenz, wenn ich hungrig bin, wenn ich gerade von einem ausgiebigen Essen komme hat es eine negative Valenz
- Wie lautet Lewins universelle Verhaltensgleichung? Was sagt sie aus? Verhalten hängt nicht nur vom Lebensraum (Umwelt, Person) ab, sondern ist auch eine Funktion dessen. Die universelle Verhaltensgleichung lautet V = f (P,U) oder V = f (Lr)
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