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Ernährungsphysiologie (Fach) / Vorlesung (Lektion)

Fragen zur Vorlesung

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  • Welche Ziele/Vorgaben müssen erfüllt werden bei der Formulierung von Empfehlungen bzw. der Ausarbeitung von Referenzwerten für die Fettzufuhr? Ausreichende Versorgung mit essentiellen Nährstoffen und gesundheitsfördernden Stoffen Ausgewogene Zusammensetzung der FS Ausgeglichene Energiebilanz Erhalt der Nährstoffdicht
  • Wie lauten die DACH-Referenzwerte für die Zufuhr an Fett und Fettsäuren? Richtwert: 30 - 35 E%  SAFA: ≤ 10 E% MUFA: > 10 E% PUFA: 7-10 E% ---> Verhältnis ungesättigte zu gesättigte FS 2:1 Empfehlung: LA (n-6-FS) 2,5 E% Schätzwert: ALA (n-3-FS) 0,5 E% ---> Verhältnis n-6 zu n-3 FS ca. 5:1 Richtwert: Cholesterol max. 300 mg/d 
  • Unterschied zwischen a) Empfehlung b) Richtwert c) Schätzwert a) durchschnittl. Bedarf + Sicherheitszuschlag (2 STABW) b) Orientierungshilfe (Unter-/Obergrenze), Werte innerhalb bestimmter Bereiche, weil kein durchschnittl. Bedarf benennbar ist c) wenn durchschnittl. Bedarf nicht bekannt ist. Experimentell gestützt und aus dem Verzehr adäquat ernährter Gesunder abgeleitet
  • Wie lauten die Grundsätze einer lipidsenkenden Kost? 1. Gesamtfettzufuhr: 25-35 E% 2. Verringerung der gesättigten FS und Trans-FS (< 7-10 E%) 3. Mäßige Erhöhung der ungesättigten FS, insbesondere  der einfach ungesättigten FS (=Hauptfettquelle)  mehr n-3 PUFA (Ziel: n-6:n-3 ≤ 5:1) 4. KH mit niedrigem GI und Ballaststoffen bevorzugen 5. Verringerung der Cholesterolzufuhr (< 300 mg/d; bei erhöhtem LDL < 200 mg/d)
  • Bei welchen Personengruppen ist eine lipidsenkende Kost mit relativ hohem Anteil an ungesättigten FS vorteilhafter als eine KH-reiche lipidsenkende Kost. Welche Art von ungesättigten FS sollte dabei bevorzugt werden? bei Personen• mit atherogenem Lipidprofil (HDL-C ↓ ; TAG ↑ ; sd-LDL)• mit Insulinresistenz und Typ 2 Diabetes mellitus bevorzugt MUFA
  • Welche speziellen Empfehlungen gibt es zusätzlich zur lipidsenkenden Kost bei Hypertriglyceridämie? zusätzlich zu den Grundsätzen der lipidsenkenden Kost: Verzicht auf Alkohol Meiden von Zucker, Süßigkeiten und Zuckeraustauschstoffen (Frc, Sorbit, Xylit) Bevorzugen von n-3 LCPUFA: Regelmäßiger Verzehr von Makrele, Hering, Thunfisch oder Lachs Empfehlung der AHA: 2-4 g n-3 LCPUFA über Supplemente (z.B. Fischölkapseln)
  • Nenne Sie Werte für die Nährstoff- und FS-Zufuhr bei fettmodifizierter Ernährung Gesamtfett 25 - 35 E% SAFA < 7 E% PUFA 7-10 E% MUFA bis 20 E% Kohlenhydrate 50 - 60 E% Ballaststoffe 30 g/Tag Protein 10-20 E% Cholesterol < 200 mg/Tag
  • Was ist unter dem Säure-Basen-Haushalt zu verstehen? Dezentrales, mulit-organisches, integratives System zur Aufrechterhaltung der intra- und extrazellulären H-Konzentrationen
  • Richtig oder Falsch? Geringe Veränderungen der H-Konzentrationen in den intra- und extrazellulären Räumen und damit der pH-Werte sind nicht ausschlaggebend für Funktionen Falsch
  • In welchem Bereich befindet sich der pH-Wert der Blutes und der im interzellulären Raum normalerweise? Blut (extrazellulär) 7,35 - 7,4 intrazellulär 6 - 7,4
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  • Welche Mechanismen tragen zur Aufrechterhaltung des Blut-pH-Wertes bei? 1. Puffersysteme (Pufferung kurzfristiger, lokaler Schwankungen) Kohlensäure-Bicarbonat-System (HCO3- + H+ <-> H2CO3 <-> CO2 + H2O) pK 6,1 Phosphat-Puffer (H2PO4- <-> H+ + HPO4-) pK 6,8 Proteinat-Puffer Hämoglobin 2. Lunge (Elimination von flüchtigen Säuren) 3. Niere (Elimination von nicht-flüchtigen Säuren und Regeneration von Puffersubstanz)
  • Welche Eigenschaft ermöglicht Puffersystemen die Regulation der pH-Werte im Blut? Puffersysteme können reversibel H+-Ionen binden Prinzip:H+ ↑ + A- ⇒← HAH+ ↓ + A-→⇐ HA
  • Was ist unter der Pufferkapazität zu verstehen und wovon ist sie abhängig? Maß für Menge an H+/OH- (in mol), die einer Lösung (1L) zugegeben werden können, bis pH-Wert um eine Einheit abgesenkt bzw. erhöht wird Abhängig von Konzentration der in Lösung vorliegenden Säuren und Basen Abweichung pH von pK
  • Was gibt der pK-Wert an? Was bedeutet es wenn der pK-Wert dem pH-Wert entspricht? Der pK-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Dissoziationskonstante einer schwachen Säure und eine Maßzahl für die Stärke von A-/HA in wässrigen Lösung. pH = pK ---> A- = HA Die Dissoziationskonstante gibt an in welchem Verhältnis die dissoziierte und undissoziierte Form einer Säure/Base vorliegt. Sie ergibt sich aus der H+-Konzentration und dem Dissoziationsgrad und ist eine Maßzahl für die Stärke einer Säure Der Dissoziationsgrad gibt das Verhältnis der Base- zur Säureform ⌈A-⌉ / ⌈HA⌉
  • Warum ist es für ein Puffersystem sinnvoll, dass der pH-Wert dem pK-Wert entspricht? Damit in beide Richtungen gepuffert werden kann
  • Welchen pK-Wert müssen Puffersysteme besitzen um im EZR wirksam zu sein? pK 6 - 8
  • Wie lautet die Gleichung des Bicarbonatpuffers? H+ + HCO3- <-> H2CO3 <-> CO2 + H2O HCO3- entspricht im Blut der konj. Base (A-) CO2 entspricht im Blut der konj. Säure (HA)
  • Welches ist das quantitativ bedeutendste Puffersystem des EZR? Bicarbonatpuffersystem
  • Warum ist das Bicarbonatpuffersystem trotz seines physiologisch ungünstigen pK-Wertes von 6,1 das effizienteste? Offenes System --> alveoläre Ventilation erhöht die Pufferkapazität Seigt der pH-Wert des Blutes werden vermehrt H+-Ionen von Bicarbonat (HCO3-) gebunden und es entsteht Kohlensäure (H2CO3), die zu CO2 und H2O zerfällt. Überschüssiges CO2 wird über die Lunge abgeatmet. D.H. der pH-Wert sinkt, weil die Konzentration der Säureform (CO2) aufgrund der Abatmung gleich bleibt, während die Konzentration der Baseform (HCO3-) abnimmt pH ↓ = pK + log ([A-] ↓ / [HA] ↔ )
  • Wie lautet die Gleichung des Phosphatpuffersystems und sein pK-Wert? H+ + HPO42- ↔ H2PO4- pK-Wert 6,8 (physiologisch günstig), ABER ungünstiger Dissoziationsgrad von 1,8 bei pH 7,4 und nur in geringen Konzentrationen im Blut und EZR vorhanden (ca. 1 mmol/L)
  • Welcher ist der wichtigste Nicht-Bicarbonatpuffer im Blut? Hämoglobin (IZR)
  • Was ist die Messgröße für die CO2-Konzentration im EZR? Partialdruck für CO2 (pCO2)
  • Was bewirkt ein Anstieg der alveolären Ventilation Elimination von CO2 pCO2 ↓ ⌈H+⌉ ↓ / pH ↑ Verdopplung der alveolären Ventilation führt zur Steigerung des pH-Werts um ca. 0,2 Einheiten sinkt der arterielle pH-Wert auf ein (physiologisch) stark saures Niveau, kann die Ventilation bis auf das 4 – 5fache gesteigert werden
  • Was bewirkt eine Reduktion der alveolären Ventilation? Retention von CO2 pCO2 ↑ ⌈H+⌉ ↑ / pH ↓
  • Über welche Funktionen ist die Niere an der Regulation des Säure-Basen-HH beteiligt? Reabsorption von glomerulär filtriertem HCO3- NH4+-Synthese Ausscheiden von H+/HCO3- Pufferung von Protonen im Harn
  • Welche drei Gruppen von Proteinen besitzen bezogen auf den Säure-Basen-HH physiologische Wirksamkeit? Imidazolring des Histidins Sulhydrylgruppe des Cysteins Terminale NH2-Gruppe
  • Wie trägt der renale Katabolismus von Glutamin zur Regulation der Säure-Basen-HH bei? durch die Elimination von H+-Ionen über die NH4+-Synthese und -ausscheidung Leber: Glutamat + NH3 + H+ ----> Glutamin Niere: Glutamin ---> Glutamat + NH3 + H+  Glutamat ---> α-Ketoglutarat + NH3 + H+ α-Ketoglutarat geht in Gluconeogenese zur Energiegewinnung und 2 NH4+ (NH3 + H+ = NH4+) werden ausgeschieden
  • Welche zwei Enzyme spielen eine Schlüsselrolle bei der renale Reabsorption von HCO3- Carboanhydrase IV  luminal: HCO3- + H+ ----CA-IV---> H2O + CO2 (können in die Tubluszelle eindringen) Carboanhydrase II Tubuluszelle: H2O + CO2 ----CA-II---> HCO3- + H+ HCO3- gelangt über NBC-Transporter ins Blut. H+ gelangt über NHE-Antiport zurück ins Tubluslumen wo es für die erste Reaktion wiederverwendet werden kann.
  • Wo findet die HCO3- Reabsorption statt? Proximaler und distaler Tubulus
  • Über welche Zellen erfolgt die H+/HCO3- Sekretion? Schaltzellen des Sammelrohrs
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  • Wie unterscheiden sich Typ A und Typ B Schaltzellen des Sammelrohrs voneinander bzgl. ihrer Aufgabe und ihrem dadurch bedingten Aufbau? Typ A: H+-Sekretion Protonenpumpe luminal (---> Urin) HCO3-/CL--Antiport basolateral (---> Blut) Typ B: HCO3--Sekretion Protonenpumpe basolateral (---> Blut) HCO3-/CL--Antiport luminal (---> Urin)
  • Wie erfolgt die Pufferung von Protonen im Harn? Luminale Puffersubstanzen werden durch H+ von basischer zu saurer Form titriert (sog. ‚Titrierbare Säuren‘)z.B. H+ + HPO42-→H2PO4- Maximale [H+]-Konz.fähigkeit der Niere: 0,03 mEq H+/L, deshalb wird nur ein geringer Teil der H+-Ionen in ionisierter Form ausgeschieden und der Rest titrtiert luminale Puffersubstanzen
  • Wie hoch ist die täglichen H+-Produktion unter physiologischen Bedingungen und welche endogenen und exogenen Ursachen liegen ihr zugrunde? ca. 50 - 100 mmol/d Endogene Ursachen: Unvollständige Metabolisierung von KH und Fetten Anaerober GLC-Abbau (Glc --> 2 Lactat + H+) Ketonkörpersynthese im Hungerstoffwechsel (Palmitat + H+ → 4 ß-Hydroxybuttersäure → 4 ß-Hydroxybutyrat- + 4 H+) Exogene Ursachen: Alimentäre Zufuhr
  • Bei welcher grundsätzlichen Ausgangslage kommt es zur Bildung von H+ bzw. HCO3- Ionen im Stoffwechsel? Wenn das Stoffwechselendprodukt negative bzw. positiver ist als das Ausgangsprodukt
  • Nenne Nettosäure- und Nettobasenbildner bei der Metabolisierung von Nährstoffen in der Leber Netto-Säurebildner: Organische Säuren Kationische Seitenketten im Protein (Aminogruppe) Schwefelhaltige AS (H2SO4) Netto-Basenbildner: Anionische Seitenketten im Protein (Carboxylgruppe) Alkalische Mineralsalze (NaHCO3)
  • Nenne Nettosäure- und Nettobasenbildner bei der Metabolisierung von Nährstoffen in der Leber Netto-Säurebildner: Organische Säuren Kationische Seitenketten im Protein (Aminogruppe) Schwefelhaltige AS (H2SO4) wie Methionen und Cystein Netto-Basenbildner: Anionische Seitenketten im Protein (Carboxylgruppe) Alkalische Mineralsalze (NaHCO3)
  • Wie wirken sich Phosphorproteine auf den S-B-HH aus? Phosphorproteine bilden H+-Ionen  bei Hydrolyse und tragen so zur Säureladung bei HPO42--Absorption wird elektroneutral ausgeglichen durch Na+  H+ bindet HCO3- als H2CO3  Netto-Basenverlust ≜ Säureladung HCO3- nimmt Protonen auf = Base
  • Wie wirken sich Phosphorproteine auf den S-B-HH aus? Phosphorproteine bilden H+-Ionen  bei Hydrolyse und tragen so zur Säureladung bei Bsp.: Hydrolyse von H2PO4- HPO42--Absorption wird elektroneutral ausgeglichen durch Na+  H+ bindet HCO3- als H2CO3  Netto-Basenverlust ≜ Säureladung HCO3- nimmt Protonen auf = Base
  • Woraus ergibt sich die Netto-Säureproduktion und wie lautet ihr durchschnittlicher Wert bei europäischer Mischkost? Netto-Säureproduktion = Säureproduktion - Basenproduktion Bei durchschnittlicher europäischer Mischkost: ca. 40 – 80 mEq/d 1 Eq = Menge an Substanz, die• mit 1 mol H+ reagiert• 1 mol H+ bildet
  • Nenne Möglichkeiten zur Erfassung des Säure-Basen-Status Blut (Radiometer) Urin (pH-Wert weniger aussagekräftig weil freie Protonen nur bis pH 4,5 ausgeschieden werden; Netto-Säure-Ausscheidung) Gewebe (Mikordialyse)
  • Woraus ergibt sich die Netto-Säure-Ausscheidung NAE? NAE = TA + NH4+ - HCO3- Titrierbare Säure (TA): freie + gepufferte H+-Ionen  Ammonium (NH4+): H+-Elimination über Glutaminabbau Bicarbonat (HCO3-): HCO3--Elimination (Sammelrohr, Schaltzellen Typ B) NAESchätzung = PRAL + OA
  • Welche Störungen des S-B-HH gibt es und wovon werden sie verursacht? Azidose: Verringerung des pH-Wertes im Blut Alkalose: Steigerung des ph-Wertes im Blut Usachen Respiratorische Störung: Veränderung des pCO2 Metabolische Störung: Veränderung von H+/HCO3-
  • Nenne Ursachen für eine metabolische Azidose Additionsazidose (exzessive Zufuhr und/oder Bildung von H+)Bsp. Diabetes Mellitus, schwere körperliche BelastungRetentionsazidose (verminderte renale Ausscheidung von H+)Bsp. Gestörte NierenfunktionSubtraktionsazidose (erhöhter Verlust von HCO3-)Bsp. Diarrhoe, erhöhte renale Ausscheidung von HCO3-
  • Nenne Ursachen für eine metabolische Alkalose Additionsalkalose (exzessive Zufuhr alkalischer Substanzen)Bsp. BicarbonatSubtraktionsalkalose (Verlust von H+)Bsp. Erbrechen, erhöhte renale Verluste
  • Wie lassen sich Störungen des S-B-HH physiologisch kompensieren? Respiratorisch Regulation der alveolären Ventilation Renal Erhöhte H+/HCO3--Sekretion Regulation der NH4+-Sekretion
  • Normwerte im arteriellen Blut a) pH-Wert b) HCO3- c) pCO2 a) 7,37 - 7,45 b) 20 - 27 mmol/L c) 32 - 45 mmHg
  • Normwerte im arteriellen Blut a) pH-Wert b) HCO3- c) pCO2 a) 7,37 - 7,45 (∼ 7,4) b) 20 - 27 mmol/L (∼ 24)  c) 32 - 45 mmHg (∼ 40)
  • Nenne einen Parameter zur Differentialdiagnose bei azidotischen Störungen Anionenlücke (im Serum) = ⌈Gemessene Kationen⌉ - ⌈Gemessene Anionen⌉ bzw. Na+ - (Cl- + HCO3-) nicht analysierte Kationen: Mg, Ca, K; nicht analysierte Anionen: Phosphat, Lactat, Pyruvat Summe nicht berücksichtigter Kationen < Summe nicht berücksichtigter Anionen
  • Wodurch kann es bei chonischer Niereninsuffizienz zu einer metabolischen Azidose kommen? Eingeschränkte glomeruläre Filtration Eingeschränkte H+-Sekretion Eingeschränkte HCO3--Reabsorption Eingeschränkte Desaminierung von Glutamin ⇒ Entwicklung einer metabolischen Azidose, die nur unvollständig respiratorisch kompensiert werden kann CRF (Chronical renal failure):Irreversible, fortschreitende Einschränkung der glomerulären, tubulären und endokrinen Funktion beider Nieren aufgrund eines Ausfalls funktionstüchtiger Nephronen
  • Definition einer latenten metabolischen Azidose Geringfügige Verringerung des pH-Wertes im Blut innerhalb des Normbereichs, gleichzeitig signifikante Reduktion von [HCO3-].Frei von klinischer Symptomatik.