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Psychiatrie STEX (Fach) / Querbeet (Lektion)
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- Marchiafava-Bignami-Syndrom Definition: Degeneration und Nekrose des Corpus callosum, die fast ausschließlich in Folge von Mangelernährung bei chronischem Alkoholabusus auftretenKlinik: Variables klinisches Bild mit folgenden Symptomen: Wesensveränderung Intelligenzminderung und Demenz Epileptische Anfälle
- Zieve-Syndrom Symptomtrias nach langjährigem Alkoholexzess Alkoholtoxischer Leberschaden Akute hämolytische Anämie Hyperlipidämie
- Erkrankungsrisiko Schizophrenie - Eineiige Zwillinge, Geschwister EZ: 40-50%; Geschwister 5-10%
- Vulnerabilitäts-Stress-Coping Modell (Erklärungsansatz Schizophrenie) Vulnerabilität: Es wird davon ausgegangen, dass weit vor den ersten klinischen Symptomen eine neuropsychologische Anfälligkeit für eine Schizophrenie vorliegtStress: Endogene (z.B. hormonelle Umstellungen) und exogene UmweltfaktorenCannabiskonsum stellt einen bekannten "Trigger" für die Auslösung der Schizophrenie darCoping : In der Stresssituation reichen die Coping-Fähigkeiten nicht mehr aus, um mit den entstandenen wahnhaften Symptomen umzugehen
- Positivsymptome - Schizophrenie Wahnhaftes paranoides Erleben Akustische Halluzinationen Ich-Störungen Formale Denkstörungen Katatonie
- Schizophrenie - Negativsymptome Knick in der Lebenslinie Affektverflachung Emotionaler und sozialer Rückzug Antriebsminderung
- Paranoide Schizophrenie Klinik Wahnvorstellungen Akustische Halluzinationen Erkrankungsalter: Junges Erwachsenenalter: 20-30 Jahre
- Hebephrene Schizophrenie Störung des Affektes mit unpassendem, läppischen Verhalten und ÄußerungenI.d.R. keine halluzinatorischen SymptomeAuffällige Persönlichkeit: Vorliebe für Philosophie, Religion und andere abstrakte ThemenErkrankungsalter: Adoleszenzalter: 15-25 JahreSchlechte Prognose: Häufig Übergang in paranoide Schizophrenie
- Psychische Symptpome der Katatonen Schizophrenie Mutismus Negativismus Echolalie (Automatisches Nachsprechen von Gesagtem, ohne dabei auf Inhalt und Sinn zu achten) und Echopraxie (unwillkürliches Nachmachen von Gesten anderer Menschen)
- Motorische Symptome der Katatonen Schizophrenie Akinese, Stupor Haltungsstereotypien (Katalepsie ≈ Haltungserstarren; und Flexibilitas cerea) Bewegungsstereotypien Katatone Erregung (Raptus)
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- Flexibilitas cerea (von lat. flexibilitas = "Biegsamkeit“ und cereus = „wächsern“): Bei passiver Bewegung durch den Untersucher fällt eine wächserne, zähe Beweglichkeit der Gliedmaßen bedingt durch einen erhöhten Muskeltonus auf (V.a. katatone Schizophrenie)
- Perniziöse Katatonie ein katatoner Stupor geht mit Fieber einher Ohne intensivmedizinische Betreuung und adäquate Therapie endet sie häufig letal
- Katatone Schizophrenie - Therapie Perniziöse Katatonie und therapieresistenter katatoner Stupor: Elektrokonvulsionstherapie Benzodiazepine in Kombination mit Antipsychotika (nach Ausschluss eines malignen neuroleptischen Syndroms)
- Schizophrenia simplex Progrediente Negativsymptomatik: Verhaltensauffälligkeiten, inadäquate Affekte Positivsymptomatik (Halluzinationen, Wahn) im Verlauf möglich, kann jedoch auch fehlen
- Akute schizophreniforme psychotische Störung Bei dieser Diagnose bestehen die Symptome einer Schizophrenie <1 Monat, wobei die ICD-10-Kriterien für eine Schizophrenie in diesem Monat erfüllt sind. Dauern die Symptome länger als einen Monat an, ist die Diagnose einer Schizophrenie (F20) zu stellenTherapie: Eine Therapie mit Antipsychotika führt in der Regel zu einem raschen Sistieren der Symptomatik
- Akute polymorphe psychotische Störung Klinik: Bei dieser Störung sind Halluzinationen, Wahnphänomene und Wahrnehmungsstörungen vorübergehend vorhanden und können innerhalb kürzester Zeit (Stunden bis Tage) wechseln. Die Störung beginnt abrupt und endet ebenso abrupt nach einigen Tagen. Therapie: Eine Therapie mit Antipsychotika führt in der Regel zu einem raschen Sistieren der Symptomatik
- Wahn-Paramnesien Der Patient erinnert sich an einen Wahn, der nicht stattgefunden hat.
- Wahnhafte Störungen sind durch einen langandauernden Wahn als einziges oder deutlich im Vordergrund stehendes Symptom gekennzeichnet, wobei die ICD-10-Kriterien einer paranoiden Schizophrenie oder einer anderen Diagnose mit wahnhafter Komponente nicht erfüllt sind Selten paranoide oder bizzare Eigenschaften des Wahns, eher systematisiert
- Induzierte wahnhafte Störung (Folie à deux) = wahnhafte Störung, die zwei Personen betrifft, die in einem engen emotionalen Verhältnis zueinander stehen. Eine der beiden Personen leidet dabei unter einer psychotischen Störung meist mit Wahnvorstellung. Bei der anderen Person kommt es zum symbiontischen Wahn, d.h. sie entwickelt den gleichen Wahn, wie der erkrankte Partner.
- Medikamentöse Therapie Schizophrenie Atypische Antipsychotika: Olanzapin, Risperidon (in Monotherapie) Antipsychotika: Haloperidol (Akut gegen Plussymptome) evtl. Benzodiazepine
- Poschizophrene Depression Länger anhaltende depressive Episode, die als Folge einer Schizophrenie auftritt. Voraussetzung für diese Diagnose ist, dass zwar einige schizophrene Symptome noch vorhanden sein müssen, sie jedoch das klinische Bild nicht mehr dominieren. Sind keine schizophrenen Symptome mehr vorhanden, so muss von einer depressiven Episode F32 gesprochen werden
- Schizoide Persönlichkeit Einzelgänger, der durch emotionale Kühle, Anhedonie und wenig Interesse an sozialen Kontakten auffällt; er neigt zu Isolation und Vereinsamung
- Dissoziale/soziopathische Persönlichkeitsstörung Person handelt häufig dissozial, mit Mangel an Empathie und ohne Schuld- und Verantwortungsbewusstsein. Charakteristisch ist auch eine geringe Frustrationstoleranz, die sich unter anderem durch eine starke Impulsivität zeigt. Diese Störung findet sich häufig bei Straftätern.
- Anakastische Persönlichkeitsstörung Die Person ist übertrieben gewissenhaft. Der Perfektionismus wird durch ständige Kontrollen und Vorsicht erhalten. Während ein Patient mit Zwangsstörungen durch seine Zwänge sein Leben nicht organisieren kann, können zwanghafte Persönlichkeiten durch Tugenden wie Pünktlichkeit und Perfektionismus sehr erfolgreich sein.
- Schizotype Persönlichkeitsstörung Persönlichkeitstörung: Sie ist durch paranoid bizarre Ideen und Anomalien des Denkens gekennzeichnet.
- Borderline-Persönlichkeitsstörung Störungen und Unsicherheit bezüglich der eigenen Identität, des Selbstbildes, der Ziele und "inneren Präferenzen" Neigung, sich auf intensive, jedoch instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen Übertriebene Bemühungen, das Verlassenwerden zu vermeiden Wiederholte Drohungen oder Handlungen mit Selbstbeschädigung Anhaltendes Gefühl von Leere
- Borderline-Typus Impulskontrollstörung Selbstverletzendes Verhalten (→ euphorisierende Kicks) Suizidalität Ich-störungen (Derealisation) Agieren Gesteigerte Affekte Polytoxikomanie polymorph-perverse Sexualität
- Borderline Typus - Komorbiditäten Angststörungen Zwangsstörungen Depressive Episoden Anorexie, Bulimie Dissoziative Störungen
- 5 Charakteristika der dialektisch-behavioralen Therapie - Therapie Borderline Persönlichkeitsstörung Innere Achtsamkeit Bewusster Umgang mit Gefühlen Selbstwert Stresstoleranz Zwischenmenschliche Fähigkeiten
- Tiefgreifende Entwicklungsstörungen = sind einerseits durch Abweichungen in den sozialen Interaktionen sowie auffälligen, eingeschränkten und stereotypen Interessen und Aktivitäten geprägt.
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- Rett-Syndrom -Klinik Entwicklungsstillstand innerhalb des ersten Lebensjahres nach vorher normaler Entwicklung Verlust zielgerichteter Handbewegungen mit Stereotypien (windend-wringende Drehbewegungen der Hände) Rumpfataxie, Apraxie, choreatische Bewegungen Hyperventilation Mikrozephalie Geistige Retardierung
- Frühkindlicher Autismsus - Beschreibung → Kontaktstörung, bei der das Kind z.B. nur eingeschränkt Blickkontakt zu seiner Mutter halten kann. Die Erkrankung entwickelt sich von Geburt an (bzw. nach ICD-10-Kriterien vor dem Beginn des dritten Lebensjahres). Die Kinder sind in ihrer sozialen Interaktion und Kommunikation beeinträchtigt und können stereotype repetitive Verhaltensmuster zeigen. In der Regel liegen eine Intelligenzminderung und eine Beeinträchtigung der Sprachkompetenz vor.
- Frühkindlicher Autismus - Klinik Soziale Interaktion Verminderte Affekte im sozialen Kontakt → z.B. kein Zurücklächeln Eingeschränkte Kontaktaufnahme zu den Eltern trotz vorhandener emotionaler Bindung Objektbezogenheit → Intensive Bindung an einzelne Gegenstände Kommunikation Verzögerung der Sprachentwicklung Stereotypes repetitives Verhalten Z.B. zwanghafte gleichförmige motorische Bewegungen Veränderungen in der Umwelt führen zur Beunruhigung, Panik
- Asperger-Syndrom - Beschreibung Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion und die stereotypen repetitiven Verhaltensmuster im Vordergrund. Für die Diagnosestellung dürfen keine allgemeine und kognitive Entwicklungsverzögerung und kein Entwicklungsrückstand der Sprache vorliegen. Die Kinder haben nicht selten einen überdurchschnittlichen IQ und häufig spezielle Sonderinteressen (Inselbegabung). Die Störung geht häufig mit einer motorischen Ungeschicklichkeit einher.
- Asperger-Syndrom - Komorbiditäten ADHS, Störung des Sozialverhaltens, Tic-Störungen Affektive Störungen: Depression, bipolare affektive Störung Zwangsstörungen, Angststörungen Schizophrenien
- Hellersche Demenz/Heller-Syndrom (infantile Demenz, desintegrative Psychose) Nach einer Phase der normalen Entwicklung innerhalb weniger Monate zu einem Verlust der vorher erworbenen Fähigkeiten in unterschiedlichen Entwicklungsbereichen. Daneben ist ein autistisches Verhalten mit Stereotypien und Interessenverlust typisch.
- Definition Tic = Unwillkürliche, rasche, wiederholte, unrhythmische Bewegung meist umschriebener Muskelgruppen oder eine Lautproduktion, die plötzlich einsetzt und keinem erkennbaren Zweck dient.
- Gilles-de-la-Tourette-Syndrom Erkrankung, die durch multiple motorische und vokale Tics charakterisiert ist. Der unwillkürliche Gebrauch von obszönen Begriffen (Koprolalie) ist dabei zwar sehr charakteristisch, aber eher ein seltenes Symptom. Verlauf: Eine Aggravation der Symptome während der Adoleszenz und eine Persistenz ins Erwachsenenalter ist häufigGeschlecht: ♂>♀
- Tic-Störungen - Therapie Verhaltenstherapie und pädagogische Unterstützung Medikamentös Typische Neuroleptika: Tiaprid , Pimozid, Haloperidol Atypische Neuroleptika: Risperidon Prognose: Häufige Chronifizierung
- Spasmus hemifacialis Ätiologie: Diskutiert werden in Analogie zur Trigeminusneuralgie eine vaskuläre Kompression des N. facialis nach Austritt aus dem Hirnstamm sowie eine zentrale Übererregbarkeit der Hirnnervenkerne Streng einseitige, schmerzlose, sehr kurze, klonische Kontraktionen (<0,1 sec) Beginnt meist am Auge, kann im Verlauf auf die komplette, vom N. facialis innervierte Gesichtshälfte übergreifen Es kann aber auch zu tonischen Krämpfen kommen → Funktionelle Blindheit, asymmetrische Gesichtszüge Auch im Schlaf nachweisbar Botox und Operative Dekompression
- Anorexia nervosa - Symptome Klinik Körperschemastörung (Pat. fühlt sich selbst zu dick) BMI <17.5 oder 15% unter dem erwarteten Gewicht Selbsherbeigeführte Gewichtsreduktion (asketisch/bulimisch/athletisch) Endokrine Störung: sekundäre Amenorrhö, Libidoverlust Alle Symptome müssen zutreffen Außerdem: Persönlichkeitsstruktur (ehrgeizig, leistungsorientiert, Ernährung ist das zentrale Thema)
- Somatische Folgen der Anorexia nervosa Dystrophe Sialadenose Bradykardie, Hypotonie, HRST (K+⇓ durch Erbrechen) Kortikale (Pseudo-)Hirnatrophie Hypothermie Osteoporose Kariens
- α-Amylase im Serum↑ bei Anorexia nervosa? Die α-Amylase ist bei rezidivierendem Erbrechen erhöht. Der Wert korreliert mit der Häufigkeit des Erbrechens und dient damit auch als quantitativer Marker.
- Russell-Zeichen schwielen an den Fingergelenken am Handrücken durch häufiges Erbrechen
- Therapie Bulimie Psychotherapie Therapie der ersten Wahl ist die kognitive Verhaltenstherapie Ggf. begleitende Therapie mit SSRI (wobei nur Fluoxetin zugelassen ist)
- Bulimie A: Essanfälle: Über mindestens 3 Monate und mindestens zweimal pro WocheB: Ununterbrochenes zwanghaftes Verlangen nach NahrungsmittelnC: Entgegenwirken einer Gewichtszunahme Selbstinduziertes Erbrechen nach Essattacken Laxantienabusus Passagere Hungerperioden Andere gewichtsreduzierende Maßnahmen D: Verzerrte Selbstwahrnehmung (Krankhaftes Gefühl zu dick zu sein bzw. Angst zu dick zu werden)
- Refeeding-Syndrom Anorexie Patientin entwickelt stationär: Klinik: Ödeme, tachykarde Herzrhythmusstörungen (Torsades-de-pointes), epileptische Anfälle, Ataxie Durch eine zu schnelle Erhöhung der täglichen Nahrungszufuhr kann es zu einer massiven Insulinfreisetzung kommen, die unter anderem zu einer vermehrten Verschiebung der Elektrolyte Magnesium, Kalium und Phosphat (von extrazellulär nach intrazellulär) führt
- Endokrine Störungen bei Anorexia nervosa Amenorrhö Hypothyreose Gestörte Glukosetoleranz
- Generalisierte Angststörung Vegetativ: Palpitationen, Herzrasen, Zittern, Schweißausbrüche, Schwindel, Mundtrockenheit Gastrointestinal: BauchschmerzenPsychisch Schreckhaftigkeit und Angstzustände als Dauerzustand und nicht situationsgebunden Konzentrations- und Schlafstörungen Negative Vorahnungen
- Panikstörung Dauer der Attacken: wenige Minuten, unspezifische Situationen Vegetativ Schwitzen, Zittern, Herzrasen, Hitzewallungen, Kälteschauer, Mundtrockenheit Atemnot, Erstickungsgefühl und Hyperventilation Schwindel und Ohnmachtsgefühle (aber keine Bewusstlosigkeit) Übelkeit, Bauchschmerzen Psychisch Depersonalisation, Derealisation Ängste: Kontrollverlustängste, Todesängste