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Psychiatrie STEX (Fach) / Querbeet (Lektion)

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  • Depressive Phase - Symptome A) Leitsymptome Gedrückte Stimmung  Interessenverlust Antriebsverlust B) Weitere Symptome Verminderung von Konzentration und Aufmerksamkeit Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen Schuldgefühle, Gefühl der Wertlosigkeit Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven Gedanken an (bzw. erfolgte) Selbstverletzung oder Suizidhandlungen Schlafstörungen Verminderter Appetit
  • Somatisches Syndrom Pat. mit Depression und zusätzlich (min. 4 der folgenden Kriterien) Freudlosigkeit  Mangelnde Reagibilität  Früherwachen  Morgentief  Psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit Appetitverlust Gewichtsverlust: >5% des Körpergewichts im letzten Monat Libidoverlust
  • Kognitive Triade nach Aaron T. Beck Die Gedankeninhalte sind gegenüber dem Selbst, der Welt und der Zukunft negativ ausgerichtet
  • Larvierte (somatisierte) Depression Die depressiven Symptome werden vom Patienten nicht wahrgenommen, er leidet jedoch unter körperlichen Beschwerden und maskiert dadurch seine depressive Symptomatik.
  • Depression bei Kinder und Jugendlichen Depressive Symptome: Gedrückte Stimmung, Schlafstörungen, Antriebsminderung (kann deutlich geringer als im Erwachsenenalter ausgeprägt sein) Kognitive Beeinträchtigungen (Konzentrationsschwierigkeiten und Störungen des Gedächtnisses und Verlust von Motivation, Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit (DD: ADHS) Paradoxes Verhalten: Unruhe, Aggressionen (DD: ADHS)
  • Polysomnographie bei Depression Verlängerte Einschlaflatenz  Tiefschlafs⇓ REM-Schlaf-Anteils⇑ REM-Latenz⇓  Erhöhte REM-Intensität (Dichte): Vermehrte Augenbewegungen Verlängerte erste REM-Phase
  • Dysthymie Leichte depressive Symptome, die kontinuierlich über mindestens 2 Jahre anhalten
  • Biologische Therapieverfahren - Defpression Pharmakotherapie (Antidepressiva) Schlafentzungsbehandlung ggf. Lichttherapie Elektrokrampftherapie
  • Wie lange sollte nach der Akutbehandlung die Erhaltungstherapie bei einer Depression durchgeführt werden? 6-12 Monate (nach DGPPN 4-9 Monate)
  • Pharmakotherapie Depression - 1. Wahl 1) Antriebsminderung gewünscht: Mirtazapin (präsynaptischer α2-Blocker) 2) Nicht gewünscht: Citalopram (SSRI) oder Venlafaxin (SSNRI)
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  • Geschlechts- und Häufigkeitsverteilung Affektive Störungen Unipolare Depression: Frauen Männer 2:1, 65% Manie: 1:1, 5% Bibpolar-Affektive Störung: 1:1, 30% 
  • Rapid cycling Mindestens vier Episoden pro Jahr =  unipolare (Depression, Manie) oder einer bipolare Störung mit raschem Phasenwechsel (mindestens vier Manien/Hypomanien oder Depressionen innerhalb eines Jahres) 
  • Manisches Syndrom = ist nicht mit dem Krankheitsbild einer bipolar affektiven Störung bzw. einer Manie gleichzusetzen. Es beschreibt lediglich, dass die klinischen Symptome einer manischen Episode vorliegen, wobei dies aber bei zahlreichen Krankheitsbildern der Fall sein kann.
  • Zyklothymia Langandauernde manisch-depressive Stimmung, ohne dass jemals die Kriterien einer manisch-depressiven Erkrankung erfüllt werden
  • Akuttherapie der manischen Phase Antipsychotika mit ausgeprägter antipsychotischer Potenz (z.B. Haloperidol, Olanzapin, Risperidon) Benzodiazepine Lithium Antikonvulsiva
  • Phasenprophylaxe Bipolar-affektive Störung Mittel der ersten Wahl bei manischer Episode: Lithium ansonsten: Antikonvulsiva (Carbamazepin, Valproat, Lamotrigin)
  • Trichotillomanie (F63.3): Häufiges Ausreißen der Haare mit starkem Haarverlust. Eine wachsende innere Spannung bis zur Handlung und starke Erregung sofort nach der Ausführung sind typisch.
  • Leitsymptome: Zwangsstörungen - Zwangsgedanken/Handlungen/Impulse = Immer wiederkehrende, als unerträglich, lästig und sinnlos empfundene Gedanken, die in Zwangshandlungen übergehen können. Der Patient erlebt dabei Angstgefühle und versucht stetig, die Gedanken zu ignorieren = Pat wäscht sich mehr als 100 mal am Tag, kontrolliert mehrmals, ob die Tür abgeschlossen ist = beschreiben das Verlangen, eine Zwangshandlung gegen den eigenen Willen ausführen zu wollen. Diese Handlungsimpulse sind mit einer Angst verbunden, dass die Handlungen tatsächlich ausgeführt werden, was i.d.R. aber nicht passiert
  • Komorbiditäten - Zwangsstörungen Depression Angststörungen Bipolare affektive Störung Persönlichkeitsstörungen, v.a. emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typus
  • Zwangsstörungen - Therapie Psychotherapie Kognitive Verhaltenstherapie Medikamentöse TherapieAntidepressivaBevorzugt SSRI (z.B. Citalopram, Paroxetin o. Fluvoxamin)
  • Akute Belastungsreaktion = Reaktion auf schwere körperliche oder emotionale Belastung.  Gesteigerte Affekte: Trauer, Wut, Aggression, Verzweiflung Dissoziative Symptome: Bspw. Abwesenheit, die bis zu einem dissoziativen Stupor reichen kann Vegetative Symptome: Herzrasen, Schwitzen, Übelkeit Therapie: aufbauende Gesrpäche, evtl. Benzodiazepine (z.B. Lorazepam)
  • In welchem zeitlichen Rahmen tritt eine PTSB auf? Innerhalb von 6 Monaten
  • PTSB - Klinik Intrusionen: Flashbacks, Albträume, Intrusive Bilder Depression: Anhedonie, Rückzug, depressive Episode Agitiertheit/Angst: Psychische und vegetative Übererregung Ichstörungen: Depersonalisation, Derealisation Dissoziative Symptome: Amnesie, Lähmung Schlafstörungen
  • Therapie PTSB Nach Manifestation einer posttraumatischen Belastungsstörung: Anwendung verschiedener Verfahren, z.B.: Kognitive Verhaltenstherapien EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) evtl. Antidepressiva/Sedativa
  • Anpassungsstörung = ist eine nicht länger als 6 Monate andauernde depressive Reaktion auf ein spezifisches Ereignis (Trennung, Tod)!
  • Dissoziative Störungen Teilweiser oder vollständiger Verlust der normalen Integration der Erinnerung an die Vergangenheit, des Identitätsbewusstseins, der Wahrnehmung unmittelbarer Empfindungen, sowie der Kontrolle von Körperbewegungen. Assoziation mit emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen
  • Dissoziative Bewegungsstörungen Die Betroffenen zeigen einen vollständigen oder teilweisen Verlust der willkürlichen Bewegungsfähigkeit eines oder mehrerer Körperglieder, wobei auch die phonetischen Muskeln betroffen sein können. Sie sind von der klinischen Erscheinung von somatischen Lähmungen, Ataxien, Aphonien, Dysarthrien, Dyskinesie, etc. kaum zu unterscheiden. Häufig als Folge einer akuten psychischen Belastung als Konversionsreaktion
  • Dissoziative Fugue Die Patienten verschwinden plötzlich und können dabei eine andere Identität annehmen. Danach können sie sich nicht mehr daran erinnern. Das Weggehen kann von kurzen Ausflügen bis zu weitreichenden Wanderungen und Reisen über Wochen bis Monaten reichen.
  • Dissoziative Amnesie Insbesondere nach Kampfhandlungen und anderen traumatischen Erlebnissen kann es zum Erinnerungsverlust bestimmter Informationen und Ereignisse kommen.
  • Dissoziativer Stupor Beträchtliche Verringerung oder Fehlen von willkürlichen Bewegungen und normalen Reaktionen auf äußere Reize.
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  • Dissoziative Krampfanfälle (psychogene Anfälle, nicht-epileptische Anfälle (F44.5)) : Ähnlich wie epileptische Anfälle, jedoch seltener Verletzungen, Urinabgang und Zungenbiss. Typisch ist zudem ein stupor- oder tranceähnlicher Zustand
  • Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (F44.6) Es liegt ein partieller oder vollständiger Verlust der Haut- oder Sinnesempfindungen vor.
  • Ganser-Syndrom Psychogenes Vorbeireden/-handeln: Der Patient neigt zu grotesken Fehlhandlungen oder -antworten, was den Eindruck vermittelt der Patient sei "verrückt". Das Syndrom wird als Konversionsreaktion verstanden, bei dem die Psyche einem psychischen Druck entflieht, indem sie sich als psychisch krank darstellt
  • (Dissoziative Identitätsstörung) Multiple Persönlichkeit Die Patienten besitzen unterschiedliche Persönlichkeiten, die abwechselnd die Kontrolle über das Verhalten nehmen können. Die Existenz dieser Störung ist umstritten
  • Opioid-Entzug 1. Warmer Entzug: Langsame Runterdosierung mit medikamentöser Unterstützung (niederpotente Neuroleptika) 2. Substitutions-/Ersatzbehandlung 1. Wahl: Levomethadon unter medizinischer Aufsicht Wirkweise: Ausbleiben des "Kicks" und Verzögerung von Entzugssymptomen Langsamere Anflutung bei oraler Gabe und längere Wirkdauer "Opioidblockade" durch Besetzung der Rezeptoren
  • Amphetamin - Intoxikation Intoxikationssymptome: Sympathomimetische Wirkung Körperliche Symptome: Mundtrockenheit, Obstipation, Tachykardie mit Herzrhythmusstörungen, Mydriasis, erhöhte Körpertemperatur, vermehrtes Schwitzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust Neuropsychiatrisch: Schlafstörungen, Größenwahn, zerebrale Krampfanfälle
  • "Liquid Ecstasy" : Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB) Symptome eines GHB-Rausches In geringen Dosierungen: Verschiebung bzw. Intensivierung des Erlebens; Wohlempfinden, erhöhtes Kontaktbedürfnis In höheren Dosierungen: Benommenheit und Bewusstseinsverlust, außerdem kann für den Zeitraum der Intoxikation eine Amnesie bestehen Vegetative Symptome: Schwitzen, Erregung, Übelkeit Problem: physiologischer Stoff, daher qualitativer Nachweis nicht möglich, sehr kurze Halbwertszeit, sodass keine Aussagen mehr möglich sind.
  • Wernicke-Enzephalopathie - Pathophysiologie punktförmigen Einblutungen und Demyelinisierung v.a. in den Corpora mamillaria und dem vorderen Thalamus. Langfristig kommt es so zu atrophisch-spongiöser Auflockerung der Hirnsubstanz und Gliazellvernarbung.
  • Wernicke-Syndrom = akut; Symptomtrias Vielfältige beidseitige Störung der Okulomotorik Blickrichtungs- oder Spontannystagmus Abducensparese Internukleäre Ophthalmoplegie Anisokorie Pupillenreaktion verzögert Gangataxie (bis hin zur Rumpfataxie)Desorientierung und kognitive Defizite, Beeinträchtigung der Vigilanz Bei Miteinbeziehung des Dienzephalons: Auch vegetative Störungen
  • Korsakow-Syndrom chronisch;Symptome Ausgeprägte Orientierungsstörung (ZOPS: zeitlich, örtlich, zur Person, situativ) Antero- und retrograde Amnesie (Merkfähigkeitsstörung, Zeitgitterstörung) Störung der Frontalhirnfunktion Konfabulationen: Konfabulationen sind erfundene, objektiv falsche Aussagen, die von Patienten mit zerebralen Schädigungen unbewusst genutzt werden, um Gedächtnislücken zu füllen. Dabei halten die Betroffenen die Aussagen für wahr, auch wenn die gleiche Lücke jedes Mal mit einem anderen Inhalt gefüllt wird. Beinbetonte Polyneuropathie: Störungen der Motorik und der Sensibilität
  • Wernicke-Korsakow-Syndrom: Therapie AlkoholabstinenzAkut Vitamin B1/Thiamingabe i.v. hochdosiert = bis Symptomrückgang, dann niedriger dosiert Glukose erhöht den Umsatz von B-Vitaminen, deshalb Glukoseinfusionen immer zusammen mit Vitamin B1-Zusatz applizieren Chronisch: Substitution von Vitamin B1, B6, B12, Folsäure (Vitamin-B-Komplex) als Tabletten
  • Pathologischer Alkohol-Rausch Kaum zu unterbrechender Erregungszustand, zu dem es schon bei geringen Alkoholmengen bei Personen mit Prädisposition kommen kann (meist hirnorganische Vorschädigung). Optische Halluzinationen, Angst, Wut, Aggressivität Dämmerzustand und Terminalschlaf Häufig komplette Amnesie nach Ereignis
  • Alkoholentzugsdelir, Delirium tremens Bei abruptem Einstellen des Alkoholkonsums kann es bei Alkoholikern innerhalb von Stunden bis Tagen zu einer Entzugssymptomatik kommen, die vor allem durch Bewusstseinseintrübung, optische Halluzinationen und vegetative Symptome geprägt ist. Bewusstseinseintrübungen, Desorientiertheit Optische Halluzinationen,  Nesteln, Suggestibilität Vegetatitve Symptome: Tremor Krampfanfälle
  • Therapie Alkoholentzugsdelir Clomethiazol: Nur bei klinischen Entzugserscheinungen (Tachykardie, Hypertonie, Tremor usw.): Aufgrund der Gefahr einer Atemdepression darf eine Therapie erst begonnen werden, wenn der Atemalkoholspiegel ausreichend abgesunken ist (abhängig vom Krankenhaus erst ab 0,5-1,5 Promille). Nur stationär, da hohes AbhängigkeitspotentialWirkung: Sedierend, hypnotisch, antikonvulsiv CAVE: vermehrte Bronchialsekretion, Atemdepression Bei schwerem Delir/Hypertonie: ggf. Clonidin i.v./oral
  • Alkoholhalluzinose Ätiologie: Hirnschädigung durch jahrelangen AlkoholmissbrauchKlinik: Unter Alkoholeinfluss kommt es aufgrund des vorgeschädigten Gehirns zu akustischen Halluzinationen und Wahnsymptomen. Da diese vom Patienten in der Regel als irreal erkannt werden, handelt es sich streng genommen nicht um Halluzinationen, sondern um PseudohalluzinationenDifferentialdiagnose: Eine Abgrenzung zur paranoiden Schizophrenie ist aufgrund der akustischen Halluzinationen nicht immer einfach.Dauer: In der Regel wenige Tage bis mehrere Monate, selten länger
  • CAGE-Test C: Cut down drinking: "Haben Sie jemals daran gedacht, weniger zu trinken?"A: Annoyed: "Ärgert Sie die Kritik Ihrer Umgebung wegen Ihres Alkoholkonsums?"G: Guilty: "Empfinden Sie Schuldgefühle aufgrund ihres Trinkverhaltens?"E: Eye opener: "Brauchen Sie morgens nach dem Aufwachen Alkohol, um leistungsfähig zu werden?
  • Wie verhält sich das MCV bei Alkoholismus? MCV↑
  • BAK-Formel/Widmark-Formel Alkoholmenge (g) / Körpergewicht (kg) x Reduktionsfaktor (0.8 bei Männern, 0,7 bei Frauen)
  • Rückrechnung des BAK zur Beurteilung der Schuldfähigkeit - Maximal BAK Maximal-BAK: Eliminationsrate pro Stunde = 0,2‰
  • Rückfallprophylaxe bei Alkoholabhängigkeit Naltrexon