Wahrnehmung und Kognition (Fach) / Kognition + Wahrnehmung (Lektion)

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Klausur VL Oberfeld-Twistel

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  • Interpolationsproblem zB Schach: Anfangs- und Endzustand sowie Operatoren bekannt, Operatoren müssen kombiniert werden (in unbekannter oder sehr komplexer Weise)  Problemtypen nach Dörner (1976)
  • Syntheseproblem zB Kuchenbacken: Anfangs- und Endzustand bekannt, Operatoren unbekannt  Problemtypen nach Dörner (1976)
  • Dialektisches Problem/komplexes Problem zB „Die Firma soll effektiver werden“: Der Problemlöser kennt maximal den Ausgangszustand. Die möglichen Operatoren und der Zielzustand sind unklar. Problemtypen nach Dörner (1976)
  • neuronale Substrat von Einsicht Aktivierung im rechten STG (=superior temporal gyrus)
  • funktionale Gebundenheit = es kann einen negativen Effekt durch frühere Erfahrungen/Vorwissen geben- Kerzenproblem- Duncker, 1945
  • mentale Konservativität - Umschüttaufgabe:Ergebnis: Die Lösung der ersten Aufgaben schafft eine Einstellung (mental set), an dieser wird festgehalten (mentale Konservativität)
  • Representational change theory (Ohlsson, 1992): Umstrukturierung / Re-Repräsentation eines Problems ist oft sehr effektiv für die Lösungssuche 1. Re-Enkodierung  jeder Dominostein überdeckt ein weißes und ein schwarzes Feld2. Elaboration  es wurden zwei schwarze Felder entfernt3. Lösung:  also können die entfernten Felder keinen Dominostein „einsparen“
  • Mittel-Ziel Analyse (means-end analysis) 1) Differenz zwischen aktuellem Zustand und Zielzustand feststellen (Wie weit bin ich vom Endziel entfernt?) 2) Unterziel finden, das die Differenz reduziert (Ich versuchen einen Zwischenschritt zu machen) 3) Operator wählen, der zur Erreichung des Unterziels führt (Ich wähle einen Operator, der mich hoffentlich zum Zwischenziel führt)
  • knowledge-lean kaum spezifisches Vorwissen notwendig
  • knowledge-rich = spezielles Wissen/Fertigkeiten notwendig (Bsp. Dachstuhl bauen)
  • Experten = Problemlösen in speziellen Gebieten der Wissenschaft, Medizin, Handwerk etc.
  • Wie unterschieden sich Experten und Novizen? -ArbeitsG? Nein- Chunking: Ja- globale/holistische Betrachtungsweise: Ja- implizites Schließen: ja- beispielbasierte Strategie 
  • gist based Risiko gist based (= auf Quintessenz konzentrierte) Strategie: scheinbar weniger wichtige Details werden nicht berücksichtigt
  • Fünf Eigenschaften komplexer Probleme Komplexität (Die Systeme bestehen aus sehr vielen verschiedenen Variablen) à Notwendigkeit der Informationsreduzierung Vernetztheit (Die Variablen sind untereinander stark vernetzt) à Notwendigkeit zur Modellbildung und Informationsstrukturierung Eigendynamik (Das System entwickelt sich auch ohne Zutun des Akteurs weiter) à Notwendigkeit rascher Entscheidungen aufgrund oberflächlicher Informationsverarbeitung Intransparenz (Die Informationen, die der Akteur für seine Entscheidungen braucht, sind nicht vollständig zugänglich (z.T. aus prinzipiellen Gründen, z.T. aus Zeitgründen)) à Notwendigkeit aktiver Informationsbeschaffung Polytelie (Es ist nicht nur ein Kriterium zu optimieren, sondern es müssen viele, gelegentlich einander widersprechende Ziele beachtet werden) à Der Problemlöser muss eine differenzierte Zielstruktur mit Regeln zur Konfliktlösung aufbauen (mehrdimensionale Informationsbewertung)
  • Sprache = „schillerndes Konstrukt“ 1) System of symbols and rules that enable us to communicate“ (Harley, 2008) à System von Symbolen und Regeln, die uns erlauben zu kommunizieren 2) „Coordination of coordination of consentual behavior“ (Maturana, 1984) à Koordination von Koordination von kensensualem Verhalten
  • Funktionen von Sprachen 1. Kommunikation („semantisch“, „emotional“)2. Informationen enkodieren (Gedächtnis)  Sachen ohne Sprache merken ist nicht mgl
  • Linguistik = Charakterisierung der Beschaffenheit der Sprache  strukturelle Betrachtung
  • Psycholinguistik = es geht nicht um Sprache an sich, sondern um die Verarbeitung der Sprache von Menschen: Wie machen die das?, auch: Lesen/Schreiben: Wie macht man das? Sprachverstehen Schreiben Lesen Sprachproduktion
  • angeborene Grammatik These Noah Chomsky= Sprache ist so komplex, das kann man nicht alles „nur“ lernen, es gibt eine Art angeborene grammatische Struktur
  • Bestimmt Sprache die Wahrnehmung Whorf Pro und Contra
  • Ist phonologische Verarbeitung obligatorisch These: ja, ist obligatorisch, man MUSS das Wort im Kopf auch hören Experiment: van Orden, 1987 Is it a flower? ROWS Is it a flower? ROBS Ergebnis: Mehr Fehler bei Fall 1 à offensichtlich wegen phonologischer Verarbeitung à klingt wie „Rose“, man macht mehr Fehler und hält es fälschlicherweise für ein Wort Experiment: Patientenstudien Patient PS kann Wortbedeutung verstehen, Wörter aber nicht aussprechen Erkenntnis: auch ohne die Mglkt einer phonologischen Umsetzung kann man also auch Wörter verstehen à es scheint also unterstützend, aber nicht notwendig zu sein à Insgesamt eher Belege für ein „schwaches Modell“ phonologischer Verarbeitung
  • Wie funktioniert die Wortidentifikation „Netzwerk“-Modell für visuelle Wortidentifikation (McClelland & Rumelhart) bottom-up: von den Features zu den Wörtern top-down: von der Bedeutung hin zu den einzelnen Bestandteilen, zB Buchstaben
  • semantic priming KRANKENHAUS  ARZT schneller als SCHULE  ARZT= Prime aktiviert automatisch die Repräsentationen aller assoziierter Wörter (Lernen) und Prime ruft Erwartung eines semantisch relatierten Worts hervor (eher kontrollierter Prozess)
  • Effekt der semantischen Zugehörigkeit gehört zum Priming
  • Sakkaden Beim Lesen bewegen sich die Augen in Sakkaden (= ballistische Bewegungen), „Sprungweite“ ist üblicherweise 8 Zeichen. Es findet eine längere Fixation auf „Inhaltswörtern“ (Substantive, Verben, Adjektive, Adverbien) statt, häufige/vorhersagbare Wörter werden oft ausgelassen (zB und, der, die, das)
  • Das E-Z Reader-Modell Annahmen (Reichle & coworkers): die nächste Augenbewegung wird vor vollständiger Verarbeitung des aktuell fixierten Worts gestartet, d.h. man liest nicht ein Wort fertig und geht dann zum nächsten über, sondern sobald ich es einigermaßen identifiziert habe, geht man weiter. Ein lexikalischer Abruf dauert länger bei seltenen Wörtern (à siehe spillover), bei hoher Vorhersagbarkeit wird das nächste Wort übersprungen.
  • SWIFT Modell Erfolgt die Wahrnehmung von Wörtern beim Lesen seriell oder parallel? Annahme: Eigenschaften des nächsten Worts beeinflussen Verarbeitung des aktuell bearbeiteten Worts: parallele Verarbeitung/parafoveale Effekte auf foveale Verarbeitung (= das was im Fokus ist wird auch von dem bestimmt, was nicht im Fokus ist) Erkenntnis: Effekte des nächsten Worts vorhanden, wenn auch eher gering à spricht also gegen E-Z-Reader-Modell à allerdings: nur Modell für parallele Verarbeitung kann die (häufigen) Abweichungen von der Reihenfolge erklären und gibt zusätzlich auch einen Beleg für rückwartsgerichtete Blickbewegungen nach Lesefehlern, d.h. man verdreht beim Vorlesen und liest das letzte Wort vor dem vorletzten, das kann man nur mit E-Z-Reader nicht erklären
  • Pragmatigs =Satzbedeutung  Handlung
  • Parsing = Analyse der grammatischen StrukturIdee: Sätze sind hierarchisch in unterschiedliche Strukturen zerlegbar.
  • Syntaktische Ambiguität = Sätze können zwei Bedeutungen haben Beispiele: Die Königin stört den Diener. The chicken ist ready to eat. Die Frau schlug den Jungen mit der Mütze. à entweder zur Nominalphrase oder zur Verbalphrase dazugehörig
  • Das Holzwegmodell (garden path-model) Zwei-Stufen Modell (Frazier und Rayer, 1982) Stufe 1: autonomes syntaktisches Parsing, bei Ambiguität: Festlegung auf eine StrukturStufe 2: Abgleich mit semantischer und pragmatischer Information, bei Unvereinbarkeit: Revision in Stufe 1Zwei Prinzipien in Stufe 1:1. Minimal Attachment2. Late Closure
  • Minimal Attachment = man wählt erstmal die einfache grammatische Struktur Beispiel: The horse raced past the barn fell. à passt zunächst nicht, bei Bildung eines Nebensatzes schon.
  • Late Closure = Präferenz für diejenige Struktur, bei der eintreffende Worte an die aktuell konstruierte Phrase angehängt werden könnenBeispiel: Since Alice always jogs a mile and a half this seems a short distance to her. vs.Since Alice always jogs a mile and a half seems a short distance to her.Als der Entdecker von Amerika erfuhr, war er ziemlich aufgeregt.  Dieser Satz geht nur mit Komma.
  • Construction-integration Modell Kintsch, 1988)Annahme: Textverstehen basiert auf der Konstruktion von Propositionen (= Verbindungselemente im Satz)
  • Experiential Simulations View = wenn ich versuche einen Text zu verstehen, versuche ich, das Erlebnis, das der Test repräsentiert zu simulieren, zB stelle ich mir einen Hund vor  es werden zusätzlich Erlebnisse simuliert, die mit Hunden zu tun habenBeispiel: dog… dog on the leashIt‘s obligatory to put your in the leash.
  • automatische Aktivierung von Wörtern beim Textverstehen? Experiment: (Lachmaier et al, 2011)Bird oben vs. Worm unten
  • notwendig = ÄquivalenzA <=> B
  • hinreichend = ImplikationHeu fressen --> SättigungKarotten fressen --> Sättigung