SL.IX.05 + 13 (Fach) / Der Frachtvertrag und seine Abwicklung + Sammelgut- und Systemverkehre (Lektion)

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Import, Export, Spedition, Fracht, Sammelgut

Diese Lektion wurde von Charly04 erstellt.

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  • Nennen Sie die verschiedenen Blätter des CIM-Frachtbriefes und geben Sie an, für wen diese bestimmt sind Frachtbrieforiginal → Empfänger Frachtkarte → Empfangsbahn Empfangsschein → Empfangsbahn Frachtbriefdoppel → Absender Versandschein → Versandbahn
  • Der Frachtbrief hat die Funktion eines Beweispapiers. Erläutern Sie dies. Nachweis über Inhalt und Abschluss des Frachtvertrages sowie darüber, dass das Gut vollzählig und in äußerlich gutem Zustand übernommen wurde
  • Nennen Sie mögliche Zusatzleistungen von KEP-Diensten. mehrmals tägliche Abholung und Zustellung bei Großkunden mehrere Zustellversuche ohne Mehrkosten automatische Versicherung der Sendung Retourenmanagement Zollabfertigung bei Im- und Exporten Warehousing (Lagerleistungen)
  • Nennen Sie das wesentliche Merkmal von Expressdiensten Im Vordergrund steht die Schnelligkeit der Auslieferung und nicht die persönliche Begleitung der Sendung. Die Abwicklung erfolgt als organisierter Systemverkehr (Sammelladung) über Hubs und Direktrelationen.
  • Erklären Sie den Begriff Frachtführer. Frachtführer sind die Verkehrsunternehmen, die die Güterbeförderung per LKW, Bahn, Binnenschiff oder Flugzeug durchführen
  • Was versteht man unter einer Lieferkette? hierbei handelt es sich um einen Materialfluss, der sich vom Lieferanten bis zum Kunden durch das gesamte Unternehmen bewegt.
  • Wer sind die beteiligten am Sammelgutverkehr? Urversender, Versandspediteur, Frachtführer, Empfangsspediteur, Empfänger, Beilader, Briefspediteur
  • Warum wird bei der Erstellung der Rückrechnung keine Umsatzsteuer berechnet? Es handelt sich um die sogenannte „Null-Lösung“ zwischen zwei EU-Mitgliedstaaten. Der Versand-spediteur belastet dem Empfangs-spediteur keine Umsatzsteuer auf die Borderonachnahmen, der Empfangs-spediteur berechnet dem Versand-spediteur wiederum keine Umsatzsteuer für die Rückrechnung (die UStId-Nummern der Vertragspartner sind jedoch unabdingbare Voraussetzungen).
  • Erläutern Sie die Borderonachnahme der Borderoposition 01 über 790 € des Versandspediteurs España transportes, Barcelona! Der Versandspediteur España transportes, Barcelona, belastet den Empfangsspediteur mit den Vereinbarten Frachtkosten ab der spanischen Grenze bis Ankunft Kelsterbach. Nicht nur die Strecke von Barcelona zur spanischen Grenze, sondern auch die Strecke ab der spanischen Grenze bis Kelsterbach gehört zu seinem Leistungsbereich, den er organisiert und an den Frachtführer bezahlt. Die Strecke bis zur spanischen Grenze stellt España transportes aufgrund der Frankatur „frei spanische Grenze“ dem Versender in Rechnung.
  • Erklären Sie, weshalb die „frei Haus“-Sendungen bei den Borderoabrechnungen unberücksichtigt bleiben! Bei „frei Haus“-Sendungen bezahlt der Versender (Exporteur) die Beförderungs-kosten. Der Empfangsspediteur stellt seine Leistungen für „frei Haus“-Sendungen gesammelt in einer Rückrechnung dem Versandspediteur in Rechnung.
  • An wen wird der Empfangsspediteur entsprechend der Frankaturen seine Rechnungen aufmachen? Die Positionen 03 („frei Empfangsort“), 04 und 08 („frei Haus“) werden an die Versandspedition España transportes, Barcelona, im Zuge der Rückrechnung abgerechnet. Bei allen anderen Sendungen werden die Rechnungen bzw. Borderonachnahmen an die Empfänger gerichtet.
  • Welche Tätigkeiten können zur Vorbereitung eines Sammelguteingangs gehören? • Erstellung einer Entladeliste für das Entladepersonal• Auslieferungspapiere für die Empfänger vorbereiten• Kundenavise
  • Erläutern Sie die Funktion und Bedeutung eines Vorab-Avises des Versandspediteurs an den Empfangsspediteur! Durch das Avis teilt der Versand-spediteur dem Empfangsspediteur mit, mit welchen Eingangssendungen dieser zu rechnen hat. Der Empfangs-spediteur kann somit die Vorbereitungen für den Sammelguteingang treffen.
  • Begründen Sie, warum sich im internationalen Straßengüterverkehr die Haftung beim Umschlag nicht auf 5,00 € gemäß ADSp, sondern auf 8,33 SZR beläuft! Im grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr ist die Anwendung des CMR und somit die Haftung mit bis zu 8,33 SZR zwingend vorgeschrieben. Die ADSp sind nicht anwendbar, da diese nur abweichende Vereinbarungen im Rahmen des § 466 HGB darstellen.
  • Eine Sendung Badarmaturen mit einem Gesamtgewicht von 550 kg soll von München nach Hamburg befördert werden. Der Wert der Sendung beträgt 30.540 €. Der Versandspediteur vereinbart mit dem Versender ein Haus-Haus-Entgelt von 750 € und eine Liefer-frist, die aufgrund von Verzögerungen im Transportablauf nicht eingehalten wird. Durch die Lieferfristüberschreitung entsteht dem Kunden ein Vermögens-schaden von 5.500 €. In welcher Höhe des Schadens haftet der Spediteur? Mit dem Dreifachen der vereinbarten Fracht: 2.250 € (§ 431 Absatz 3 HGB).
  • Für welche Schadenarten haftet der Spediteur im Sammelgutgeschäft? Für Verlust und Beschädigung der Ware sowie für andere als Güterschäden, z. B. Lieferfristüberschreitung.
  • In welchem Bereich ist ein Sammelgutspediteur gegenüber den KEP-Diensten wettbewerbsfähig und welchen Vorteil haben die Sammelgutverkehre gegenüber den KEP-Diensten? Der Sammelgutspediteur ist im Expressgut-Bereich und im 24-Stunden-Service durchaus wettbewerbsfähig und in der Regel werden günstigere Frachten (ohne Zuschläge) berechnet.
  • Welche Rechtsgrundlage besteht zwischen dem Versand- und Empfangsspediteur im grenzüberschreitenden Sammelgutverkehr mit dem Lkw? Das Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr (CMR) ist im grenzüberschreitenden Sammelgutverkehr mit dem Lkw zwingend anzuwenden.
  • Welcher Vertrag geht in der Regel einem Speditionsvertrag voraus? Kaufvertrag zwischen Versender (Verkäufer) und Empfänger (Käufer)
  • Welche Partner organisieren den Sammelgutverkehr? Versand- und Empfangsspediteur
  • Eine Sendung mit fünf Kisten und einem Gesamtgewicht von 2.280 kg soll von Frankfurt (Main) nach Hamburg im Sammelgutverkehr befördert werden. Die Kisten haben die gleichen Abmessungen: 1,2 m x 0,9 m x 2,2 m. Welches Gewicht wird der Abrechnung zugrunde gelegt? 5 Kisten à 1,2 x 0,9 x 2,2 m haben ein Gesamtvolumen von 11,88 m3. Bei einem Mindestgewicht von 200 kg pro m3 beträgt das Raumgewicht 2.376 kg. Da das tatsächliche Gewicht mit 2.280 kg geringer ist, wird das Raumgewicht angewendet. Raumgewicht: 1,2 x 0,9 x 2,2 x 5 = 11,88m3 x 200kg = 2.376kg
  • Erklären Sie, warum größere Sendungen (ab ca. 2,5 t) in der Regel als Direktsendung bezeichnet und behandelt werden! . Es wäre wahrscheinlich zu teuer, derart große Sendungen durch den Nahverkehr vorholen zu lassen und am Lager des Versandspediteurs umzuschlagen. Dasselbe gilt auch für den Empfangsspediteur und die Zustellung
  • Welche Vorteile ziehen die Versender aus dem Sammelgutgeschäft? • günstige Frachten• kurze Laufzeiten• Planungssicherheit durch die Linienverkehre
  • Was ist ein Bordero? Anweisung des Versandspediteurs an den Empfangsspediteur wie das Sammelgut weiterbehandelt werden soll
  • Was ist das Reinergebnis? Abzug der Allgemeinen Verwaltungskosten vom Rohergebnis
  • Wofür erhält der Empfangsspediteur ein Entgelt? • Umschlag und Verteilen der eintreffenden Sammelgüter auf dem Umschlagslager• Beförderung der Sendung von seinem Lager bis zum Haus des Empfänger
  • Aus welchen Bestandteilen setzt sich das Entgelt zusammen? • Basispreis für die Sendung, gestaffelt nach Gewichtsstufen• Kg-Preis in Abhängigkeit von der Entfernungs- und Gewichtsstufe
  • Wonach verpflichtet sich der Spediteur gegenüber dem Versender? Besorgung einer Güterversendung gegen Abschluss eines Speditionsvertrages
  • Was ist ein Lieferschein? • Begleitpapier für eine Warenlieferung• Kann als Quittung über dem Empfang der Ware nach Ablieferung beim Empfänger benutzt werden
  • Was ist eine Rollkarte? Anweisung der Dispo an den Fahrer wie er die Sendung zu behandeln hat• Empfänger dokumentiert nach Erhalt der Sendung
  • Welche Aufgaben erfüllt das Bordero? • Anweisung zur Weiterbehandlung• Besonderheiten der Sendungen• Dient als Dispositionsunterlage für den Disponenten• Nimmt die Entgeltabrechnung bei Unfrei-Sendungen auf• Grundlage für die Rückrechnung des Empfangsspediteurs• Dient als Buchungsbeleg
  • Was versteht man unter Sammelgutausgang? Sendungen, die eine Spedition von ihren Versendern abholt und im Umschlag auf verschiedene Relationen zur Weiterleitung an die jeweiligen Empfangsspediteure verteilt
  • Was ist ein Abholauftrag? • Anweisung der Dispo an den Fahrer• Notwendige Daten, damit der Fahrer die Sendung beim Versender abholen kann
  • Was ist ein Frachtbrief? • Absenderpapier, liefert Frachtführer wichtige Infos der geladenen Güter• Dokumentiert den Inhalt des Frachtvertrages
  • Was ist das Rohergebnis? Differenz zwischen Erlöse und Aufwendungen
  • Was versteht man unter Sammelguteingang? Sammelgutsendungen, die eine Spedition von ihren Partnerspediteuren zur Verteilung erhält
  • Nennen Sie Vorteile und Voraussetzungen um Begegnungsverkehr ausführen zu können! • Geeignete Entfernung zur Einhaltung der Lenkzeiten• Genügend Sendungsaufkommen in beide Richtungen• Abgestimmtes Equipment• Erfahrene Fahrer• Geeigneter Treffpunkt• Straffe Organisation
  • Wann spricht man von Begegnungsverkehr? Zwei Fahrzeuge treffen sich zum Tausch der Ladung auf halber Strecke
  • Wie bezeichnet man Speditionsnahverkehr? Abholen und Verteilen von Stückgutsendungen im Vor- und Nachlauf von Sammelgutverkehren
  • In welche Reihenfolge läuft der Lkw-Sammelgutverkehr ab? Vorlauf, Umschlag, Hauptlauf, Umschlag, Nachlauf
  • Was versteht man unter Nachlauf? Transport des Sammelgutes zum Empfänger
  • Was versteht man unter Hauptlauf? Transport der Ladung zum Empfangsspediteur
  • Was versteht man unter Umschlag? 1. Entladen der Sendungen im Lager 2. Verteilung der Sendungen in verschiedenen Sammelgutrelationen 3. Verladen aufs Lkw
  • Was versteht man unter Vorlauf? Beförderung der Einzelsendungen verschiedener Versender zum Lager des Versandspediteurs
  • Wann liegt Spediteursammelgut vor? Güter mehrerer Versender werden von einem Spediteur zu einer Sendung für ein Teil bzw. ganze Strecke zusammengefasst
  • Aufgabe Briefspediteur Vertragspartner des Empfangsspediteurs, der die Sendungen bei ihm abholt und verteilt
  • Aufgabe Beilader Er übergibt dem Hauptspediteur Sendungen verschiedener Urversender
  • Aufgabe Empfangsspediteur Empfängt, entlädt und verteilt die Sendungen
  • Aufgabe Frachtführer Beförderung der Sendung im Hauptlauf (kann Spediteur im Selbsteintritt sein)
  • Aufgabe Versandspediteur Organisation der Sammelladung