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Technologie
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- Mikropartikel Mikropartikel sind Feststoffpartikel im Größenbereich von 1-1000 µm, meist < 250 µm in der Pharmazie ist Mikropartikel ein Überbegriff für: Mikrokapseln: Wirkstoff (flüssig, fest) wird von Polymer als Wandmaterial umhüllt Mikrosphärulen: Wirkstoff in einer Polymermatrix homogen eingebettet (gelöst, suspendiert) Mikropartikel komplexer Struktur, z.B.: Hohlkugeln oder Aggregate
- Mikropartikel: Mikropartikel bilden ein frei fließendes Partikelkollektiv Freisetzungsprofil ist je nach Auswahl des Polymers steuerbar Wirkstoff kann in Mikropartikeln stabilisiert werden werden als Arzneistoffträgersysteme für unterschiedliche Applikationen hergestellt: oral > z.B. schnellere Freisetzung parenteral > Depoteffekt pulmonal > Zielgröße für optimale Resorption nasal
- Mikropartikel - Hilfsstoffe Polymere sind die wichtigsten Hilfsstoffe zur Herstellung von Mikropartikeln Polymer steuert die Freisetzung des Wirkstoffes sollte biokompatibel sein für parenteral verabreichte Mikropartikel muss das Polymer bioabbaubar sein (Degradation, Erosion) Polyglycolsäure Polymilchsäure Poly(lactid-co-glycolid)
- Implantate meist starre, zylinderförmige Polymerstäbchen mit eingebettetem Arzneistoff typisch: 1mm Durchmesser und max. 10 mm Länge Herstellung durch Schmelzextrusion Beispiele: Poly-Lactid-Glycolid 75:25 oder 50:50 Buserelin (Profact Depot) Goserelin (Zoladex)
- mikropartikel Herstellung wichtige Herstellverfahren: Phasenseparation (Koazervation) Sprühtrocknung Emulsionsverfahren mit Lösemittelevaporation, -extraktion Arbeiten mit überkritischen Fluiden weitere Herstellverfahren: Überzugsverfahren (Dragierkessel, Wirbelschicht) bei den Verfahren, bei denen der Wirkstoff größtenteils ungelöst während der Verkapselung vorliegt, muss die Ausgangspartikelgröße, wenn nötig, über mechanische Zerkleinerungsprozesse zur Zielgröße, vermahlen werden (z.B. Luftstrahlmühle)
- Phasenseparation (Koazervation) stark solvatisierte Kolloide werden in zwei flüssige Phasen getrennt Koazervatphase Gleichgewichtsphase partielle Desolvatisierung erfolgt sukszessiv: flüssiger Aggregatzustand bleibt erhalten Desolvatation: Salzlösung, Nichtlösemittel, Temp., pH, entgegengesetzt geladene Polymere
- einfache und komplexe Koazervation einfache Koazervation: ≥ 1 Polymer Elektrolyte fördern keine pH-Abhängigkeit vedünnen mindert Koazervation Prinzip: Wasserdefizit in Teilen des Systems komplexe Koazervation ≥ 2 Polymere Elektrolyte mindern pH-Abhängigkeit verdünnen fördert Koazervation Prinzip: Polyelektrolytreaktion
- Koazervation AS in Polymerlösung dispergieren Koazervatphase erzeugen Koazervatphase muss den AS besser benetzen als die Gleichgewichtsphase und darauf spreiten (Spreitungsdruck!) Koazervatphase festigen
- Mikropartikel W/O/W-Emulsion (Solvent Deposition) wässrige AS-Lsg. wird in org. Polymerlösung dispergiert (W1/O) Emulsion in einem großen Volumen wässrige Polyvinylalkohol-Lösung (W2) dispergieren das apolare LM kann sich in die W2-Phase verteilen: das Polymer koazerviert Mikropartikel härten, filtrieren, waschen
- Arbeiten mit überkritischen Fluiden als überkritisches Fluid wird meist CO2 wegen seiner niedrigen kritischen Temp. von 31°C benutzt: kaum thermische Belastung des Wirkstoffes CO2 gesundheitlich unbedenklich und leicht handhabbar rückstandslose Entfernung aus dem Gut mit nahezu vollständiger Rückgewinnung möglich kostengünstiges LM
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- Arbeiten mit überkritischen Fluiden RESS: Rapid expansion of supercritical solution Feststoff wird in überkritischem CO2 gelöst überkritische Lösung wird über eine Düse auf Umgebungsdruck entspannt, wobei das Fluid zum gasförmigen Zustand übergeht durch Änderung der Eigenschaften nimmt die Löslichkeit ab und der Wirkstoff fällt als feine Partikel aus Endpartikelgröße abhängig von Düsengeometrie, Druck, Temp. und Massenfluss
- Arbeiten mit überkritischen Fluiden GAS: Gas antoisolvent crystallization Wirkstoff wird in einem org. LM gelöst zu der Lösung wird das überkritische Fluid hinzugeleitet Wirkstoff ist unlöslich im Fluid, jedoch löst sich das Fluid im org. LM > Übersättigung der Lösung, es kommt zur Ausfällung des Wirkstoffes in feinen Partikeln (Verdrängungskristallisation) Weiterentwicklung der Verfahren PCA, SEDS
- Nanopartikel Nanopartikel sind Feststoffpartikel in der Größenordnung von 1-100 nm, im pharmazeutischen Sinne bis zu 1000 nm unter Nanopartikel sind ebenfalls Sphärulen und Nanokapseln zu verstehen prinzipieller Aufbau wie Mikropartikel, jedoch in einer viel kleineren Größenordnung Nanopartikel zeigen veränderte Eigenschaften i.d.R. Polymerpartikel, andere Nanopartikel: SLN, Solid Lipid Nanoparticles > Matrixmaterial ist kein Polymer sondern ein Lipid
- Nanopartikel Eigenschaften Lösungsprozess wird wie bei allen anderen verkleinerten Partikeln durch Vergrößerung der spezifischen Oberfläche wie nach Noyes-Whitney beschrieben beschleunigt im Gegensatz zu Mikropartikeln zeigen Nanopartikeln durch einen höheren Lösungsdruck (Druck je größer, je kleiner das Partikel) eine erhöhte Sättigungslöslichkeit LaPlace-Gleichung: Δp=2*γ/r p: Lösungsdruck γ: Grenzflächenspannung r: Teilchenradius
- Auflösungsgeschwindigkeit von Nanopartikeln dm/dt=(D*A)/h *(cs-cx) Partikel verkleinert = Oberfläche vergrößert = dm/dt erhöht Prandtl-gleichung wenn h erniedrigt h=k*(L1/2/v1/3) Ostwald-freundlich-Gleichung wenn cs erniedrigt: cs/cs0=exp[(2*γ*V)/(R*T*r)] es fließt hier die LaPlace-Gleichung ein Δp=2*γ/r dm/dt: Auflösungsgeschwindigkeit A: Teilchenoberfläche des ungelösten Arzneistoffs h: Dicke der ruhenden Diffusionsschicht = hydrodynamische Schicht nach Prandtl cs: Sättigungslöslichkeit cx: Konz. im umgebenden Medium p: Lösungsdruck γ: Grenzflächenspannung (fest-flüssig) r: Teilchenradius cs/cs0: Verhältnis der Sättigungslöslichkeiten V: molares Volumen (Molekulargewicht/Dichte) R: allg. Gaskonstante (8,314J/(K*mol)) T: absolute Temp. k: Konstante L: Länge der Oberfläche in Flussrichtung v: relative Geschwindigkeiten der Flüssigkeit
- Nanopartikel Herstellung mehrere Möglichkeiten: Herstellungstechnicken aus der Herstellung von Mikropartikeln: Emulsionsverfahren mit Solvent Evaporation und Deposition sind übliche, kostengünstige Verfahren Hochdruckhomogenisierung mechanische Verkleinerung der Partikel über Nanomühlen (z.B. Nassvermahlung in Kolloidmühlen)
- Nanopartikel Hochdruckhomogenisation zur Herstellung von SLN (Heißhomogenisation) AS wird in erwärmten Lipid gelöst erwärmte Lipidlösung wird in einer erwärmten Tensidlösung dispergiert im heißen Zustand werden die Emulsionströpfchen mit einem Kolben-Spalt-Homogenisator in den Nanometerbereich hin zerkleinert beim Abkühlen zur Raumtemp. kristallisiert die wirkstoffhaltige Lipidemulsionsphase aus Herstellung ebenfalls mit Kalthomogenisationstechniken durchführbar
- spezielle Nanopartikel supermagnetische Eisenoxid-Nanopartikel können z.B. in der pulmonalen Applikation zum Einsatz kommen (z.B. Aerosol) normalerweise werden Partikel im Nanometerbereich über die Lunge nicht resorbiert, sondern meist wieder ausgeatmet sind die Partikel magnetisch, können Partikel mithilfe eines Magneten zielgerichtet in bestimmte Bereiche geleitet werden (z.B. ein Zytostatikum in einen Lungenflügel, der Tumore enthält) pegylierte Nanopartikel durch Adsorption von PEG-Ketten an die Oberfläche der Nanopartikel kann die Verweilzeit im Blut erhöht werden Nanopartikel beladen mit Biomaterialien Drug Targeting: durch Oberflächenmodifizierung können Nanopartikel zielgenau zum Wirkort gelangen (z.B. durch Modifizierung mit monoklonalen Aks)
- Debye-Hückel-Parameter k Die Debye-Hückel-Theorie (nach Peter Debye und Erich Hückel) [1] beschreibt die elektrostatischen Wechselwirkungen von Ionen in Elektrolytlösungen. Diese Coulombschen Anziehungs- und Abstoßungskräfte führen zu einer Abweichung der Aktivität a_i (wirksame Konzentration, früher „aktive Masse“) der Ionensorte i von ihrer molaren Konzentration c_i gemäß a_i = f_i \cdot c_i. Die Debye-Hückel-Theorie liefert Gleichungen, mit denen der individuelle Aktivitätskoeffizient f_i in Abhängigkeit von Konzentration, Temperatur und Dielektrizitätskonstante des Lösungsmittels berechnet werden kann. Entgegengesetzt geladene Ionen ziehen sich an, gleichnamig geladene Ionen stoßen sich ab. Aus diesen Gründen sind Ionen in einer Lösung nicht willkürlich verteilt, sondern besitzen eine gewisse Nahordnung, in der Anionen eher in der Nähe von Kationen zu finden sind und umgekehrt (Abb.). Elektroneutralität der Lösung ist dabei gewahrt. Im Gegensatz zum Ionengitter können sich Ionen in Lösung nicht vollständig regelmäßig anordnen, weil Lösungsmittelmoleküle als Dielektrikum die Coulombschen Wechselwirkungen abschwächen, worauf die thermische Bewegung zu einer stärkeren Verteilung der Ionen führt. Im zeitlichen Mittel befindet sich aber jedes Ion im Zentrum einer Wolke aus entgegengesetzt geladenen Ionen (in der Abb. durch Kreise angedeutet). Diese Ionenwolken schirmen die Ladung des Zentralions ab, was der Grund für die Einführung der Aktivität als "wirksame Konzentration" bei Ionen ist.
- Peptisation Als Peptisation (griech.) wird die Wiederauflösung eines ausgeflockten bzw. koagulierten Kolloids bezeichnet. Es wird dabei in eine kolloidale Lösung (Sol) überführt. Den umgekehrten Vorgang bezeichnet man als Koagulation, wobei durch die Zusammenballung kolloider Teilchen große Agglomerate entstehen. Die Koagulation von Kolloiden oder auch von gröber dispersen Systemen wie Suspensionen kann durch den Zusatz von Peptisatoren verhindert werden. Dabei handelt es sich um Ionen mit starker elektrischer Ladung wie beispielsweise Citrate, Tartrate, Oxalate oder Diphosphate.Sie werden an die Teilchenoberfläche geladener Partikel adsorbiert und können deren Nernst-Potenzial überkompensieren. Es kommt hierbei zu einer Umpolarisation, also zu einer Vorzeichenumkehr des elektrischen Potentials an der Scherebene (Zeta-Potential). Es resultiert eine elektrostatische Abstoßung zwischen den Teilchen, wodurch deren Zusammenballung unterdrückt wird. Peptisatoren werden als Dispergiermittel z. B. in der pharmazeutischen Technologie (Galenik) dazu verwendet, stabile Suspensionen herzustellen. Bei leicht löslichen (lyophilen) Kolloiden kann die Peptisation auch durch Verdünnung oder durch Temperaturerhöhung erreicht werden.
- DLVO-Theorie Die DLVO-Theorie (benannt nach Derjagin, Landau, Verwey, Overbeek) ist eine theoretische Beschreibung, die sich mit der Stabilität kolloidaler Systeme auf der Grundlage von attraktiven und repulsiven, zum Beispiel sterischen, elektrostatischen oder van-der-Waalsschen Wechselwirkungen zwischen den dispergierten Teilchen beschäftigt. Die Oberflächen der kolloiden Teilchen werden als Kondensatorplatten verstanden, an deren Oberflächen sich in einer Elektrolytlösung elektrochemische Doppelschichten ausbilden. Nähern sich die Teilchen an, so überlappen sich die Doppelschichten. Die daraus resultierenden repulsiven Kräfte haben eine größere Reichweite als die anziehenden Van-der-Waals-Kräfte. Ungeschützte Dispersionen werden so elektrostatisch stabilisiert. Die DLVO-Theorie kombiniert die Kräfte resultierend aus den van-der-Waalsschen Wechselwirkungen und elektrochemische Doppelschicht. Zur Herleitung müssen unterschiedliche Bedingungen und unterschiedliche Gleichungen berücksichtigt werden. Jedoch kann die Herleitung unter Berücksichtigung einiger recht üblicher Annahmen deutlich vereinfacht werden und einfach über die Kombination von zwei separat hergeleiteten Theorien erstellt werden. Elektrochemische Doppelschicht Es gibt zwei Möglichkeiten, die Dicke der elektrochemischen Doppelschicht herabzusetzen. Zum einen kann die Abschirmung der Oberflächenladung durch Elektrolytzugabe verstärkt und die Schicht dadurch komprimiert werden. Zum anderen kann das Oberflächenpotential durch spezifische Ionenadsorption vermindert werden. Wird der Teilchenabstand so weit verringert, dass die attraktiven Wechselwirkungen dominant über die Abstoßungskräfte werden, tritt eine Koagulation der Teilchen ein.
- Phaseninversion Als Phaseninversion bezeichnet man eine Umkehr der Phasenlage, die bei Emulsionen oder halbfesten Zubereitungen, wie z. B. Hautcreme, aufgrund von Temperaturerhöhungen oder durch Zugabe eines entgegengesetzt wirkenden Emulgators eintreten kann. Dabei schlägt z. B. eine W/O(Wasser in Öl)-Emulsion in eine O/W(Öl in Wasser)-Emulsion um und die Emulsion verliert dabei ihren lipophilen Charakter. Ein disperses System wie zum Beispiel eine Emulsion besteht aus einer dispersen (= verteilten) Komponente und einem Dispersionsmittel (= äußere Phase), in dem die Teilchen bzw. Tenside verteilt sind. Beispiel: Zucker ist im Wasser verteilt – Zucker ist die disperse Komponente und Wasser das Dispersionsmittel → Beide zusammen: Das disperse System. Die nach Wilder Dwight Bancroft benannte Bancroftsche Regel besagt: „Diejenige Flüssigkeit, in der sich der Emulgator besser löst oder von der er besser benetzt wird, bildet die äußere Phase.“ Löst sich also ein Tensid in der wässrigen Phase einer Emulsion, ist die äußere Phase auch die wässrige, und es handelt sich um eine O/W-Emulsion. Der HLB-Wert ist, insbesondere bei nichtionogenen Tensiden, stark temperaturabhängig; mit steigender Temperatur nimmt er ab. Die Abnahme des HLB-Wertes besagt, dass das Tensid sich mehr und mehr lipohil verhält. Ursache hierfür ist, dass die Wasserstoffbrückenbindungen, die für die Hydratation des polaren Tensidteils Voraussetzung sind, eine wesentlich höhere Temperaturempfindlichkeit als die unpolaren Wechselwirkungen zeigen. Durch Temperaturveränderung kann sich also die Polarität stark verändern, da bei höheren Temperaturen die lipophilen Wechselwirkungen begünstigt werden, wodurch eine Umkehr der Phasenlage erfolgen kann. Die betreffende Temperatur, bei der z. B. eine Creme vom O/W-System (überwiegend hydrophil) zum W/O-System (überwiegend lipophil) umschlägt, wird als Phaseninversionstemperatur (PIT) bezeichnet. Es ist zu erwarten, dass bei höheren HLB-Werten die Leitfähigkeit zunimmt, da bei höheren HLB-Werten der hydrophile Anteil der Tenside zunimmt. Wasser hat zudem H+- und OH−-Ionen, die den Strom sehr gut weiterleiten, siehe Grotthus-Mechanismus. Ist Wasser die äußere Phase, also das Dispersionsmittel, so weist die Lösung eine hohe Leitfähigkeit auf, besteht das Dispersionsmittel aus der öligen Phase, ist die Leitfähigkeit gering. Dies nutzt man bei der PIT-Methode aus. Sobald eine Phasenumkehr eintritt, kann eine signifikante Änderung der Leitfähigkeit registriert werden.
- Casson Fluide Casson-Fluid ist eine Bezeichnung für eine Nicht-Newton'sche Flüssigkeit (d.h., die Viskosität besitzt keinen konstanten Wert, sondern hängt von der Schergeschwindigkeit ab) in der Form eines plastischen Fluids, bei dem nach Überschreiten der Fließgrenze (im Unterschied zu Bingham-Fluiden) keine lineare Proportionalität zwischen der Schergeschwindigkeit dv/dy und der Schubspannung τ vorliegt. Das bedeutet, dass zum Erreichen des Fließens bei Casson-Fluiden erst eine Mindestschubspannung (diese wird als Fließgrenze oder Fließspannung bezeichnet) auftreten muss, ehe das Fluid fließt. Vor Erreichen dieser Grenze verhält sich das Fluid wie ein Feststoff und wird nur elastisch verformt. Ist die Fließgrenze aber überschritten, steigt die Schubspannung nichtlinear mit der Schergeschwindigkeit an, in diesem Bereich besteht dann pseudo-plastisches Verhalten. Beispiele hierfür sind Druckpasten, Schmierfette, Schokoladenmassen und konzentrierte Kulturen von Mikroorganismen
- Bingham Fluide Bingham-Fluid ist eine Bezeichnung für eine Nicht-Newton'sche Flüssigkeit (d.h., die Viskosität besitzt keinen konstanten Wert, sondern hängt von der Schergeschwindigkeit ab) in der Form eines plastischen Fluids, bei dem nach Überschreiten der Fließgrenze eine Proportionalität zwischen der Schergeschwindigkeit dv/dy und der Schubspannung τ vorliegt. Das bedeutet, dass zum Erreichen des Fließens bei Bingham-Fluiden erst eine Mindestschubspannung (diese wird als Fließgrenze oder Fließspannung bezeichnet) auftreten muss, ehe das Fluid fließt. Vor Erreichen dieser Grenze verhält sich das Fluid wie ein Feststoff (Bingham-Körper) und wird nur elastisch verformt. Ist die Fließgrenze aber überschritten, steigt die Schubspannung linear mit der Schergeschwindigkeit an, in diesem Bereich besteht dann ideal-plastisches Verhalten. Beispiele hierfür sind Zahnpasta, kolloide Dispersionen, Aufschlämmungen von Mikroperlen aus Glas, viele Lacke und Farben (Polymerlösungen und –suspensionen), Mayonnaise und Vaseline.
- Sol feinverteilte kolloidale Teilchen in Dispersionsmedium
- Tyndallisieren Lösungen, die zu dickflüssig sind, um sie sterilfiltrieren zu können, werden gelegentlich noch durch das zeitaufwändige Tyndallisieren sterlisiert. Dabei wird die Lösung nur auf maximal 100 °C erhitzt, um Bakterien- und Pilzzellen zu töten, während die Sporen diese Temperaturen überleben. Die Lösung wird dann für 12 Stunden bei 37 °C inkubiert. In dieser Zeit keimt ein Großteil der Sporen aus und wird durch ein erneutes Erhitzen auf maximal 100 °C aus der Lösung entfernt. Das Verfahren kann auch noch ein drittes Mal durchgeführt werden und reduziert die Keimzahl einer Lösung erheblich
- Einzeldosisbehältnisse (EDOs) enthalten genau eine Dosis sind zum einmaligen Gebrauch bestimmt (meist) nicht konserviert (müssen dann innerhalb von 24 Stunden aufgebraucht werden) aus Kunststoff (z.B. Niederdruckpolyethylen) Volumina für Augentropfen zwischen 0,25 ml und 0,7 ml
- EDOs Dichtigkeitsprüfung Farbstoff innerhalb des EDOs, wenn dieser austritt, ist das Gefäß undicht
- Median Der Median oder Zentralwert ist ein Mittelwert für Verteilungen in der Statistik. Der Median einer Auflistung von Zahlenwerten ist derjenige Wert, welcher an der mittleren Stelle steht, wenn man die Werte der Größe nach sortiert. Zum Beispiel für die Werte 4, 1, 37, 2, 1 ist die Zahl 2 der Median, nämlich die mittlere Zahl in 1, 1, 2, 4, 37. Allgemein teilt ein Median einen Datensatz, eine Stichprobe oder eine Verteilung in zwei Hälften, so dass die Werte in der einen Hälfte kleiner als der Medianwert sind, in der anderen größer.
- Interquartilsabstand Der Interquartilsabstand (IQR = Inter Quartile Range) ist der Abstand zwischen dem oberen (75%) und dem unteren (25%) Quartil. Da beide Quartile nicht von Ausreißen beeinflusst werden können, ist der Interquartilsabstand im Gegensatz zur Spannweite ein äußerst robustes Streuungsmaß. Er zeigt an, in welchem Wertebereich die 50% der Werte liegen, die sich zu gleichen Teilen um den Median als Zentrum der Verteilung anordnen.
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- Modalwert häufigster Wert
- Wahrscheinlichkeitsnetz y-Achse logarithmiert (?) dient zur Überprüfung, ob Normalverteilung vorliegt: Gerade! über die Steilheit der Geraden sind Aussagen über die Streuung möglich je flacher, desto breiter die Verteilung
- RRSB-Verteilung bei Mahlprozessen Gerade Ordinate doppelt logarithmiert, Abszisse (x-Achse) einfach die Durchgangssumme wird gegen den Durchmesser aufgetragen ermittelbare Parameter Gleichmäßigkeitszahl n (Steigung) →kann nach Verschiebung durch den Polpunkt am Randmaßstab abgelesen werden → Streuparameter Charakteristische Korngröße d': Wert, bei dem die Durchgangssumme 63,2 % und die Rückstandssumme 36,8% beträgt → kann nach Fällen des Lotes von der horizontal eingezeichneten Linie abgelesen werden Oberflächenkennzahl → abgelesen am Randmaßstab der Gerade durch den Polpunkt → spezifische Oberfläche
- Vergleich Siebanalyse und Mikroskopie zur Partikelbestimmung Mikroskopie: Ausmessung von 50 Partikeln unter dem Lichtmikroskop → Feret-Durchmesser Mikroskopie → Zählverfahren (alle Partikel fallen gleich ins's Gewicht) Siebanalyse Mengenmesseverfahren die großen Partikel haben aufgrund der höheren Masse eine höhere Gewichtung in der Verteilung
- Reynolds-Zahl dimensionslos Def.: ρ*v(nü)*d/η ρ: Dichte v: Strömungsgeschwindigkeit d: charakteristische Länge η: dynamische Viskosität Sie wird in der Strömungslehre verwendet und kann als das Verhältnis von Trägheits- zu Zähigkeitskräften verstanden werden (bzw. das Verhältnis von spezifischer Impulskonvektion zu Impulsdiffusion im System). Daraus ergibt sich, dass das Turbulenzverhalten geometrisch ähnlicher Körper bei gleicher Reynolds-Zahl identisch ist. Diese Eigenschaft erlaubt zum Beispiel realitätsnahe Modellversuche im Windkanal oder Wasserkanal.
- Qualitätskontrolle: In-Prozess-Kontrolle (IPC) OffLine: Probenentnahme und Überführung in eine anderes Labor zur Überprüfung In-Line: Kontrolle der Probe im Prozess direkt (z.B. NIR-Sonde) AtLine: Probenentnahme in der Nähe des Prozesses On-Line: Abscheidung der Probe (Bypass) in der Apparatur und direkte Prüfung
- Prüfung auf Gleichförmigkeit einzeldosierter Arzneiformen Ph. Eur. 2.9.40 Kriterien: Wirkstoffgehalt kleiner 25 mg oder 25% Prüfung auf Gleichförmigkeit des Gehaltes Wirkstoffgehalt größer als 25 mg und 25% Prüfung auf Gleichförmigkeit der Masse jeweils 10 Tabletten pro Charge prüfen: einzeln wiegen 10 Tabletten in 1 L Wasser lösen und so verdünnen, dass Absorption im Lambert-Beerschen Bereich Bestimmung der UV-Absorption
- AV-Wert berechnen AV=IM-XI+k*s M=98,5≤X≤101,5% ⇒M=X X>101,5% ⇒ M=101,5 X<98,5% ⇒ M=98,5 n=10 ⇒ k=2,4 n=30 ⇒ k=2,0
- Coating mit Wirbelschichtgerät : Messungen In-Prozess- und Endkontrolle Verlauf der Sprührate und der Temp. während des Sprühprozesses Gehaltsbestimmung Massen- und Größenzuwachs
- Glasübergangs- und Mindesfilmbildungstemperatur Tg: Temp., bei der die Viskosität einer Schmelze beim Abkühlen stark zunimmt MFT: Temp., bei der eine Polymerdisperion beim Trocknen einen rissfreien Film bildet
- MFT + Weichmacher? Weichmacher senken die Mindestfilmbildetemperatur
- Parenteralia allgemein Parenteralia sind sterile Zubereitungen, die zur Injektion, Infusion oder Implantation in den menschlichen oder tierischen Körper bestimmt sind Parenteralia können den Zusatz von Hilfsstoffen erfordern, um Blutisotonie zu gewährleisten den pH-Wert einzustellen die Löslichkeit zu erhöhen die Zersetzung der Wirkstoffe zu verhindern ausreichende mikrobielle Eigenschaften zu verbessern
- Parenteralia werden unterschieden in Injektionszubereitungen Infusionszubereitungen Konzentrate zur Herstellung von Injektionszubereitungen und Konzentrate zur Herstellung von Infusionszubereitungen Pulver zur Herstellung von Injektionszubereitungen und Pulver zur Herstellung von Infusionszubereitungen Gele zur Herstellung von Injektionszubereitungen Implantate
- Anforderungen an Parenteralia Keimfreiheit und Pyrogenfreiheit Isotonie Isohydrie Schwebstofffreiheit Physiologische Indifferenz des Lösungsmittels geeignete Behältnisse
- Injektionszubereitungen Injektionszubereitungen sind sterile Lösungen, Emulsionen oder Suspensionen Herstellung: durch Auflösen, emulgieren oder suspendieren des Wirkstoffs oder der Wirkstoffe und der Hilfsstoffe in Wasser oder in einer geeigneten, nicht wässrigen Flüssigkeit, die in begründeten Fällen nicht steril sein muss Vol. 1-15 ml
- Infusionszubereitungen Infusionszubereitungen sind sterile, wässrige Lösungen oder O/W-Emulsionen sie sind normalerweise blutisotonisch und im Allgemeinen dazu bestimmt, in großen Volumina verabreicht zu werden Infusionszubereitungen dürfen keine Konservierungsmittel enthalten größere Volumina: mehr als 1 l
- kationenaktive Tenside O/W-Emulgatoren quartäre Ammoniumverbindungen Cetrimid Benzalkoniumchlorid Cetylpyridiniumchlorid
- nichtionogene Tenside - ungeladen - W/O-Emulgatoren Sterole: Cholesterol Cetylstearylalkohole Komponente in Komplexemulgatoren - O/W-Emulgatoren Fettsäureester von Macrogolen
- Berechnung des HLB-Wertes eines unbekannten Emulgators anhand des stabilsten und besten dispergierten Emulgatorgemisches HLB: [R-(H*S)]/N R: der erforderte HLB-Wert des Öls H: der HLB-Wert des bekannten Emulgators S: Gewichtsprozent des bekannten Emulgators N: Gewichtsprozent des unbekannten Emulgators
- Instabilitäten von Emulsionen Grund: hohe Grenzflächenenergie → thermodynamisch instabil Sedimentation Aggregation/Flockung Koaleszenz Ostwaldreifung Phaseninversion