Psychologie (Fach) / Diagnostik (Lektion)
In dieser Lektion befinden sich 138 Karteikarten
Vorlesung Prof Strobel SS14
Diese Lektion wurde von LenaSG erstellt.
- Definition Diagnostik (Schmitt & Gerstenberg) Diagnostik ist die theoriegeleitete, systematische Sammlung hochwertiger Informationen über ein diagnostisches Objekt mit dem Ziel, relevante merkmale des Objekts möglichst genau zu beschreiben, künftig relevante Merkmale möglichst genau vorherzusagen, sowie Maßnahmen zu bestimmen, die bestmöglich geeignet sind, erwünschte Merkmale des Objekts herbeizuführen oder zu bewahren und unerwünschte zu verhindern oder zu beseitigen
- Geschichte der Diagnostik Bibel, Buch der Richter, Gideon Prüfungssystem zur Auswahl von Beamten in China Entwicklung geprägt durch Entwicklung der Testdiagnostik
- Anwendungsgebiete der Diagnostik Pädagogische P. Klinische P. Rechtsp. Arbeits und Organisationsp. Verkehrsp.
- Definition Diagnostischer Prozess (Westhoff, Hornke, Westmeier) Der diagnostische Prozess umfasst das wissenschaftliche als auch professionelle Vorgehen bei der Erhebung, Bewertung und Integration von Informationen über einen Probanden unter Verwendung möglichst verschiedener Informationsquellen, es folt einem vorher festgelegten Plan, um Fragen eines Auftraggebers zu beantworten
- Ablauf des diagnostischen Prozess Klären der Fragestellung und des Auftrags Erstellen eines anforderungsprofils Entwicklen von psychologischen Fragen Analysieren der apriori- Strategie Planen der Untersuchungsstrategie Beurteilen von teilstandardisierten und standardisierten Verfahren zur Gewinnung von direkten und indirekten Beobachtungen Darstellen von Untersuchungsergebnissen Integrieren aller relevanten Informationen im Befund Formulieren von Empfehlungen
- Ethik des diagnostischen Prozess Allgemein: Schweigepflicht Speziell für die Begutachtung: Sorgfaltspflicht, Transparenz für Adressaten, Einsichtsnahme gewähren, keine Gefälligkeitsgutachten, Stellungnahme zu Gutachten von Kollegen zulässig
- Gesetze zum diagnostischen Prozess Grundgesetz Art1: Würde des Menschen unantastbar Art2: freie Entfaltung der Persönlichkeit Strafgesetzbuch P203: Verletzung von Privatgeheimnissen ua durch Berufspsychologen Betriebsverfassungsgesetz Mitbestimmungsgesetz von Betriebsräten
- TBS-TK Testbeurteilungssystem des Testkuratoriums der Föderation deutscher Psychologenvereinigung, verfasst 2006
- DIN 33430 Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogener Eignungsbeurteilung stellt Qualitätsstandards auf richtet sich an Auftraggeber, Auftragnehmer, Verfahrensentwickler, Testverlage und Bewerber
- Nutzen der DIN 33430 Die Norm soll interne Personalprozesse effektivieren Entscheidungssicherheit verbesern Imagezugewinn für Auftraggeber ermöglichen Rechtssicherheit erhöhen Überprüfung der Qualität externer Angebote ermöglichen Maximum an Fairness und an gerechter Beurteilung bieten Brücke zwischen Fachwelt und Praxis schlagen
- DIN SCREEN Leitfaden zur Kontrolle und Optimierung der Qualität von Verfahren und deren Einsatz bei beruflichen Eignungsbeurteilungen Martin Kersting
- Weshalb Struktur und Regeln? Meehl (1954): statistische Datenkombination im Mittel besser als klinische Sawyer (1966): Untersuchung von Datensammlung und Datenkombination -> klinisch plus statistische Datensammlung und statistische Datenkombination ist Methode der Wahl
- Grove et al (2000): Vorteile mechanischer Kombination Vorteile mechanischer Kombination nicht beeinflusst von: Publikationsjahr Stichprobengröße Publikationsort Ausbildung des Urteilers Training oder Erfahrung des Urteilers Vorteile mechanischer Kombination beeinflusst von: Einbezug von Interviewdaten: dann Vorteil größer
- Wahl der Erhebungsmethode: Kriterien Fragestellung Diagnostisches Objekt Verfahrensaufwand Qualität der benötigten Informationen Art des Erlebns und Verhaltens, welches von Interesse ist
- Klassifikationssystem zur Ordnung diagnostischer Erhebungsinstrumente Einzel vs Gruppenerhebung Analyseeinheit reaktive vs nichtreaktive Erhebungsmethoden transparente vs nicht transparente Erhebungsmethoden Teilnahme vs Nichtteilnahme des Diagnostikers Typisches vs maximales Verhalten
- Reaktive Erhebungsmethoden interessierendes Verhalten und Erleben wird gezielt provoziert, diagnostizierte Personen wissen, dass Reaktionen erfasst werden Risiko: Verhalten kann sich auch durch Wissen um Beobachtung verändern bzw bewusst angepasst werden
-
- Nicht-Reaktive Erhebungsmethoden Verhalten und Erleben wird unaufgefordert erfasst, ist intransparent
- Transparente Erhebungsmethoden Art erhobener Informationen und Verwendungszweck sind diagnostizierter Person bekannt Risiko: Verfälschbarkeit
- Intransparente Erhebungsmethoden psychologische Bedeutung des gezeigten Verhaltens ist getesteter Person nicht bekannt Risiko: ehtische Einschränkungen, Akzeptanz, falsche Erwartungen führen zu Verfälschung, ist nicht-reaktiv
- übersicht über Erhebungsmethoden Verhaltensbeobachtung Gesprächsmethoden Fragebogen Textanalytische Verfahren tests Computerbasierte Verfahren Apparative Verfahren Psychobiologische Verfahren Nicht-reaktiv gewonnene Daten Projektive Verfahren Reaktionszeitgestütze Verfahren
- Verhaltensbeobachtung: Unterscheidung systematisch vs unsystematisch natürliche vs Laborbedingungen Beteiligung des Beobachters Art der Protokollierung
- Gesprächsmethoden: Variation Strukutierungs und Standardisierungsgrad Aktivitätsgrad des Fragenden Anzahl Fragender und Befragter qualitative vs quantitative Auswertung
- Bewertung von Fragebögen Nachteile: mangelnde Flexibilität, Vorgabe fester Antwortkategorien Vorteile: in Gruppe durchführbar, geringer Materialaufwand, hohe Durchführungs und Auswertungssicherheit, geringer Schulungsaufwand
- Fragebogen: Ordnungsmöglichkeiten Inhaltsbereiche Itemformate Antwortformate
- Arten der textanalyse qualitativ: Identifikation wesentlicher Themen- Zuordnung von Aussagen zu Kategorien, ggf Bewertung/Würdigung quantitativ: Ziel ist möglichst objektive Beschreibung eines Textes anhand festgelegter Merkmale
- Definition Test Ein Test ist ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung eines oder mehrerer enpirisch abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer möglichst quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung
- Vorteile von computerbasierten Verfahren hohe Durchführungs- und Auswertungsgüte Einsatz verschiederner Aufgabentypen zusätzliche Maße erfassbar Adaptives Testen möglich
- Beispiele für psychobiologische Verfahren Elektroenzephalogramm Bildgebende verfahren Blickbewegungsanalyse Herzrate Hautleitfähigkeit..
- Normen vergleich mit sich selbst (ipsativ) -> Individuell einem kriterium (kriteriumsorientiert) -> Sachlich einer Stichprobe oder Population (normorientiert) -> Sozial
- Entscheidungen bei Auswahl eines Verfahrens Festlegungen des Bereichs möglicher Tests Entsprechung von zu erfassenden Variablen Entsprechung von Gültigkeitsprüfung Zuverlässigkeitsnachweis entsprechend der Fragestellung Objektivität Brauchbarkeit der Normen Angemessenes Verhältnis von Kosten und Nutzen
- Standardisierte Verfahren: Beurteilung 1.1 Diagnostische Zielsetzung 1.2. Theoretische Grundlage 1.3. Nachvollziehbarkeit der Testkonstruktion 2.1. Durchführungsobjektivität 2.2. Transparenz 2.3. Zumutbarkeit 2.4. Verfälschbarkeit 2.5. Störanfälligkeit 3.1. Auswertungsobjektivität 3.2. Zuverlässigkeit 3.3. Gültigkeit 3.4. Normierung 3.5. Bandbreite 3.6. Informationsausschöpfung 3.7. Änderungssensitivität 4.1. Ökonomie 4.2. Fairness 4.3. Akzeptanz 4.4. Vergleichbarkeit 4.5. Bewährung
- Stufen des TBS-TK Prüfung der Informationsgrundlage gemäß den Anforderungen der DIN 33430 Testkategorisierung nach dem ZPID-System und Teilen des EFPA- Systems Testbeurteilung und rezension durch zwei unabhängige Rezensenten auf Grundlage der standardisierten Beurteilungsrichtlinien
-
- Leistungstests Aufmerksamkeits und Konzentrationstests Intelligenztests Spezielle Fähigkeitstests
- Anforderungen an Konzentrationstests Verwendung einfacher Reize, die klar und deutlich wahrzunehmen sind Anwendung einfach zu erinnernder Regeln Ausführen absichtsvoller Teilhandlungen Abbilden von Leistung in Geschwindigkeit und Sorgfalt
- Einordnung von Intelligenztests Messintention Durchführungsbedingungen Zielgruppe
- Inhaltliche Einteilung von Persönlichkeitstests Erfassung von Motivation Interessen aktuellen Zuständen
- Persönlichkeitstestysteme NEO-PI-R: NEO-FFI: BFI-44: BFI-10
- Der trimodale Ansatz der Eignunsdiagnostik (Schuler, Höft) Tests, Eigenschaften, Konstrkuvalidität Biographie, Ergebnisse, Kriteriumsvalidität Simulationen, Verhalten, Inhaltsvalidität
- Definition Interview (Westhoff, 2000) Ein psychologisches Interview ist ein Gespräch zwischen einem oder mehreren Interviewern auf der einen und einem doer mehreren Interviewten auf der anderen Seite, das nach impliziten und expliziten Regeln abläuft und dazu dient, Informationen zur Beschreibung, Erklüärung und Vorhersage individuellen Verhaltens oder der Beziehung zwischen Personen zu erfassen oder Informationen zu den Bedingungen zu gewinnen, die individuelles Verhalten oder die Beziehung zwischen Personen ändern oder aufrechthalten
- Definition Interview im Eignungsbereich (Eder, Kacmar, ferris) Ein Interview ist ein zweiseitiger Austausch arbeitsrelevanter Inforamtionen zwischen Repräsentanten des Unternehmens und Bewerbern mit dem Ziel hochqualifizierte Arbeitskräfte für das Unternehmen zu interessieren, zu selektieren und einzustellen
- Definition AC (Höft, Funke) aus testtheoretischer Sicht: Testbatterie, in der mehrere Einzeltests für die Messung von bestimmten Persönlichkeitseigenschaften verknüpft werden unter Beachtung der Besonderheiten des Verfahrens: systematische, für jeweiligen Einsatz maßgeschneiderte Verfahrenstechnik, in der simultan mehrere Teilnehmer von mehreren Beobachtern in mehreren Verfahren hinsichtlich mehrerer definierter Anforderungen beurteilt werden
- Arbeitskreis AC ev geben Empfehlungen für sinnvolle Gestaltung zeigen klassische Praxisprobleme auf bieten Hilfestellungen an orientieren sich an wesentlichen Gestaltungsempfehlungen
- Standards: Interview Auftragsklärung: Klärung von Zielen, Rahmenbedingungen und Konssequenzen und Kommunikation an die beteiligten Personen Arbeits- und Anforderungsanalyse: Analyse der konkreten Anforderungen Interviewdesign: Umsetzung der vorherigen Ergebnisse in eine strukturierte und sozial angemessene Dialogsituation Vorbereitung und Training der Interviewer: qualifizierte und gut vorbereitete Interviewer zur angemessenen Repräsentation des Unternehmens Durchführung: konsequente Umsetzung und Anwendung geeigneter techniken der Gesprächsführung Protokollierung und Auswertung: systematische und anforderungsorientierte Auswertung und Verdichtung zu einer Entscheidung Feedback: individuelles und anforderungsorientiertes Feedbacj Dokumentation und Evaluation
- Standards: AC Auftragsklärung und Vernetzung: Klärung und Kommunikation der Ziele und Rahmenbedingungen, sowie Konsequenzen für TN Arbeits- und Anforderungsanalyse: exakte Analyse der konkreten Anforderungen Übungskonstruktion: Arbeitssimulationen Beobachtung und Bewertung: systematische Verhaltensbeobachtung Beobachterauswahl- und vorbereitung: gur vorbereitete Beobachte zur angemessenen Repräsentation des Unternehmens Vorauswahl und Vorbereitung der TN: systematische Vorauswahl und offene Vorinformation Vorbereitung und Durchführung: gute Planung und Moderation gewährleisten transparenten und zielführenden Ablauf Feedback und Folgemaßnahmen: individuelles Feedback und Ableitung sowie Umsetzung konkreter Folgemaßnahmen Evaluation
- Überblick Gütekriterien Hauptgütekriterien Objektivität Reliabilität Validität Nebengütekriterien Skalierung Normierung Ökonomie Nützlichkeit Zumutbarkeit Akzeptanz Fairness Unverfälschbarkeit
- Objektivität Ein diagnostioschies Instrument ist in dem Maße objektiv, in dem das diagnostische Ergebnis unabhängig von der diagnostizierenden Person ist
- Reliabilität Reliabel ist ein Instrument in dem Maße, in dem es das genau misst, was es misst
- Validität Valide ist ein Instrument in dem Maße, in dem es misst, was es messen soll
- Fairness Unfair ist ein diagnostisches Instrument in dem Maße, in dem seine Messwerte durch eine Gruppenzugehörigkeit eines Diagnostikanden irrelevant beeinflusst wird
- Ökonomie Kosten eines Verfahrens in Relation zur erzielbaren diagnostischen Aussage
-