Innere Medizin (Fach) / Wasser- und Elektrolythaushalt (Lektion)

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  • Was ist die familiäre hypokalziurische Hyperkalzämie? wichtige Differenzialdiagnose zum primären Hyperparathyreoidismus seltene, autosomal-dominant verberbte Erkrankung mit verminderter Ausscheidung von Kalzium im Urin, erhöhter Serum-Kalzium-Konzentration und normal bis erhöhtem Parathormon (PTH) Patienten sind symptomlos, in den meisten Fällen ist keine Therapie notwendig
  • Was sind Symtome einer Hypokaliämie? Obstipation Polyurie, Polydipsie Muskelschwäche EKG-Veränderungen: abgeflachte bis negative T-Welle, die mit einer zunehmenden U-Welle verschmilzt metabolische Alkalose
  • Was ist eine Komplikationen einer chronischen Hyperphospatämie? Verkalkung von Blutgefäßen und entsprechende Durchblutungsstörungen
  • Für welche Elektrolytstörung ist eine TU-Verschmelzungswelle typisch? Hypokaliämie
  • Was ist eine Nebenwirkung von ACE-Hemmern auf den Elektrolythaushalt? Hyperkaliämie
  • Wie kann man eine Hyperkaliämie therapieren? Förderung Kaliumeinstrom in die Zelle: Natriumbicarbonat i.v. Kalziumglukonat i.v. Glukose und Insulin i.v. Austausch im von Kalium gegen ein Kation im Darm: Kationenaustauscherharze p.o.
  • Welche der Diuretikaklassen eignet sich am besten zur oralen Prophylaxe von Calciumphosphatsteinen der Niere? Thiazide
  • Welchen Anteil macht das Gesamtkörperwasser beim gesunden Mann aus? 60%
  • Welche Flüssigkeitskompartimente des Körpers gibt es? IZR = Intrazellulärraum EZR = Extrazellulärraum-interstitieller Raum-intravasaler Raum
  • Was ist der osmotische Druck und was bewirkt er? Teilchenkonzentration führt zu ausgleichenden Wasserbewegungen
  • Was ist ein Synonym für den onkotischen Druck und wodurch wird er aufgebaut? kolloidosmotischer Druck Aufbau durch Proteine v.a. Albumin
  • Welche Ionen überwiegen intra- und extrazellulär? extrazellulär: Na+, Cl-, HCO3- intrazellulär: K+, negative Proteine und Phosphate
  • Was ist die Natrium-Kalium-Pumpe? 3 Na+ raus, 2 K+ rein
  • Was passiert, wenn man dem EZR 1. Mannitol und 2. isotone Kochsalzlösung zufügt? 1. Mannitol: Wassereinstrom im IZR in den EZR (aufgrund des erhöhten osmotischen Drucks) = Volumenausdehnung des EZR auf Kosten des IZR 2. isotone Kochsalzlösung: absolute Volumenausdehnung des EZR bei unverändertem IZR (unervänderter osmotischer Druck)
  • Welche Kationen sind für die Kompartimente IRZ und EZR volumenbestimmend? Natrium für den EZR Kalium für den IZR
  • Wie wird das EZR in erster Linie gesteuert? über den Natriumgehalt des Körpers, der wiederum über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System und nierenwirksame Peptide gesteuert wird
  • Welche Wirkung hat eine Glucose-Infusion auf EZR und IZR und was passiert bei Insulinmangel? Glucose-Lösung = gleichmäßige Verteilung auf alle Kompartimente (Glc wird metabolisiert und Wasser kann ungehindert diffundieren) Voraussetzung: Insulin bei Insulinmangel: Verbleiben der Glc im EZR -> Volumenausdehnung des EZR auf Kosten des IZR
  • Welche Wirkung hat eine physiologische Kochsalzlösung auf die Kompartimente EZR und IZR? physiologische Kochsalzlösung verbleibt im EZR (wegen Natrium-Kalium-Pumpe und gleich bleibendem osmotischen Druck) Mittel der Wahl bei extrazellulärem Wassermangel z.B. interstitielle Wasserverluste bei Durchfall
  • Wie wirkt eine Kolloidlösung auf die Kompartimente EZR und IZR? Kolloidlösung = bleibt im Intravasalraum (EZR), da Makromoleküle nicht über die Basalmembran diffundieren können Behandlung des intravasalen Wassermangels (Hypovolämie)
  • Was ist Ringer-Laktat, wann kommt es zum Einsatz und was passiert bei Leberzellschädigung? leicht hypotone Kristalloidlösung mit Natrium, Kalium, Calcium, Chlorid und Laktat Leber: Metabolisierung des Laktats zu Bikarbonat Indikation: initiale Schocktherapie bei Hypovolämie Vorteil: geringe Chloridbelastung Nachteil: bei Leberzellschädigung kann Laktat nicht mehr zu Bikarbonat metabolisiert werden
  • Was ist HES? Hydroxyethylstärke = synthetisches Kolloid = Plasmaexpander bei Hypovolämie Gefahr eines akuten Nierenversagens und allergische Reaktionen
  • Was ist der Unterschied zwischen kristalloiden und kolloidalen Lösungen? kristalloide Lösungen = reine Elektrolytlösungen kolloidale Lösungen = mit Makromolekül, das in der Blutbahn einen kolloid-osmotischen bzw. onkotischen Druck erzeugt, d.h. kolloidale Lösunge erzeugen einen kolloid-osmotischen Druck
  • Was bezeichnen die Begriffe Perspiratio sensibilis und Perspiratio insensibilis? Perspiratio = Ausscheidung von Wasser über Körperoberfläche Perspiratio sensibilis: sichtbare Perspiration -> Schweiß Perspiratio insensibilis: nicht sichtbare Perspiration -> Hautverdunstung und Lungeabamtung
  • Wie viel Wasser wird benötigt, um eine 1 kcal Energie zu verstoffwechseln und ihre Abbauprodukte auszuscheiden? 1 ml Wasser
  • Was ist eine Hypochlorämie? ↓Chloridionen im Blut
  • Wann kann es zu einer hypochlorämischen metabolischen Alkalose kommen? bei Verlust an Magensaft -> Verlust an H+ und Cl-
  • Was passiert bei Verlust an Galle oder Pankreassaft? Verlust von Bikarbonat -> metabolische Azidose
  • Was ist der Unterschied zwischen Osmolarität und Osmolalität? OsmolaRität = Konzentration gelöster Teilchen/Liter [osmol/l] OsmolaLität = Konzentration gelöster Teilchen/Kilogramm [osmol/kg]
  • Worauf ist eine osmotische Lücke ein Hinweis und ihm Rahmen welcher Krankheitsbilder spielt sie eine Rolle? Hinweis auf pathologische osmotisch aktive Substanzen im Serum wie Mannitol, Ethylalkohol, andere Alkohole Diagnostik bei Vergiftungen und metabolischer Azidose
  • Was bewirken hypertone, hypotone und isontone Lösungen? Tonizität beschreibt die Wirkung einer Lösung auf das Volumen einer Zelle hypertone Lösungen entziehen einer Zelle Wasser hypotone Lösungen erhöhen das Volumen einer Zelle isotone Lösungen haben keinen Volumeneffekt auf die Zelle
  • Welches Kompartiment wird als einziges durch übergeordnete Steuerungsmechanismen reguliert und auf welche Weise? EZR Volumenregulation durch Ausscheidung oder Retention von Natrium Osmoregulation durch Ausscheidung oder Retention von freiem Wasser
  • Welche 4 Mechanismen regeln in erster Linie Volumen und Osmolalität? v.a. Volumenregulation: 1. Renin-Angiotensin-Aldosteron-System 2. nierenwirksame Peptide v.a. Osmoregulation: 3. ADH-Sekretion 4. Durstmechanismus
  • Welche Mechanismen setzt eine verminderte Nierendurchblutung in Gang? Ausschüttung von Renin Renin spaltet Angiotensinogen in AT I AT wird durch ACE zu AT II-> Vasokonstriktion über AT1-Rezeptoren-> ↑Aldonsteron -> Na+- und Wasserretention  
  • Was ist ein Beispiel für ein nierenwirksames Peptid, wann wird es ausgeschüttet und was bewirkt es? ANP = atriales natriuretisches Peptid Sekretion bei Dehnung des rechten Vorhofes bei erhöhtem Blutvolumen-> bewirkt ↑Natrium-Ausscheidung über die Niere = antagonistisch zum RAAS-System
  • Wie wird die Sekretion von ADH gesteuert und welcher Mechnismus ist der vorrangige? 1. über hypothalamische Osmorezeptoren:↑Osmolalität des EZR -> Ausschüttung von ADH -> Antidiurese 2. über Druckrezeptoren der Medulla und in den Pulmonalarterien:↑intravasale Druck -> Hemmung der ADH-Ausschüttung der 1. Mechanismus ist vorrangig, der 2. greift erst sehr spät
  • Was ist der Gauer-Henry-Reflex? Der Gauer-Henry-Reflex ist ein kardialer Reflex mit volumenregulatorischer Funktion. Er beeinflusst in Abhängigkeit des Füllungszustandes des Herzens die renale Diurese.
  • Was ist der stärkste physiologische Stimulus für die ADH-Sekretion und was sind starke unphysiologische Stimuli? stärkster physiologischer Auslöser für ADH-Sekretion: Erbrechen starke unphysiologische Auslöser für ADH-Sekretion: Gefäßverletzungen, Verbrennungen, intraabdominelle OPs, Trauma, Nikotinkonsum
  • Inwieweit lassen sich über den Natriumspiegel im Urin Aussagen über den Aldosteron-Spiegel im Blut und das EZV treffen? ↓Natrium im Urin = ↑Aldosteron im Blut = geringes EZV ↑Natrium im Urin = ↓Aldosteron im Blut = erhöhtes EZV
  • Inwieweit lässt sich anhand der Urinosmolalität eine Aussage über den ADH-Spiegel und damit die Osmolaliät des EZR treffen? ↓Urinosmolalität = unkonzentrierter Urin= ↓ADH = ↓Osmolalität des EZR ↑Urinosmolalität = konzentrierter Urin = ↑ADH = ↑Osmolalität des EZR  
  • Wie werden Störungen des Intravasalvolumens und des Extrazellulärvolumens auch genannt? Störungen des Intravasalvolumens = Hypovolämie, Hypervolämie Störungen des Extrazellulärvolumens = Hypohydratation, Hyperhydratation
  • Was ist Extremform des intravasalen Volumenmangels und was sind klinische Zeichen? Extremform = Schock Bewusststeinsstörungen ↓Hautperfusion: kühl, klamm, verzögerte Kapillarfüllung nach Fingerdruck Tachkardie, schwache periphere Pulse ↓Urinproduktion Hypotonie, Kreislaufversagen
  • Was sind klinische Zeichen einer Dehydratation = vermindertes Volumen im EZR? trockene Schleimhäute ↓Schweiß- und Tränenproduktion ↓Hautturgor/stehende Hautfalten
  • Was ist der Unterschied zwischen dem Natrium-Bestand und der Natrium-Konzentration des EZR? Natrium-Bestand = Gesamtmenge Natrium im EZR - Regulation durch das RAAS und nierenwirksame Peptide Natrium-Konzentration = 135-144 mmol/l - Regulation durch ADH und Durstmechanismus
  • Welche Formen einer Hyponatriämie gibt es? 1. Verlusthyponatriämie -> Dehydratation 2. Verdünnungshyponatriämie durch Hyperhydratation
  • Was ist fast immer Ursache für eine Hypernatriämie? Wasserverlust z.B. bei Diabtes insipidus
  • Wie kann es zu einem Natriumverlust/Hyponatriämie kommen? über den GIT: Diarrhö, Erbrechen, Pankreatitis über die Nieren: Diuretika, osmotische Diurese, Tubulsschaden, NNR-Insuffizienz (↓Aldosteron)
  • Was ist eine Ursache für eine Verdünnungshyponatriämie? vermehrte ADH-Sekretion
  • Was ist das Schwartz-Bartter-Syndrom? Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion SIADH 80 % als paraneoplastisches Syndrom im Rahmen eines kleinzelligen Bronchialkarzinoms
  • Wie verhält sich die Natriumkonzentration im Blut bei Hyperglykämie? Hyperglykämie -> glukosebedingte Wasserretention -> Verdünnungshyponatriämie
  • Welche Auswirkungen haben ein nephrotisches Syndrom und eine Leberzirrhose auf die Natriumkonzentration im Blut? nephrotisches Syndrom, Leberzirrhose-> Hypoproteinämie -> Hypovolämie -> vermehrte ADH-Sekretion -> Verdünnungshyponatriämie