Innere Medizin (Fach) / Angiologie (Lektion)

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  • Was lässt sich bei einer arteriovenösen Fistel auskultatorisch und palpatorisch nachweisen? Was ist das Nicoladoni-Branham-Zeichen? auskultatorisch: lautes systolisch-diastolisches Maschinengeräuschpalpatorisch: Schwirren über der FistelNicoladoni-Branham-Zeichen = durch manuelle Kompression der Fistel, lässt sich die eher tachykarde HF des Patienten senken
  • Was bezeichnet das Paget-Schroetter-Syndrom? = Arm- und Schultergürtelvenenthrombose= Thrombose der V. axillaris o. V. subclavia -> akute Achselvenensperre-Ät: Kompression von außen (Tumor, Thoracic-Outlet-Syndrom), Irritation von innen durch zetralen Venenkatheter, 10-20% haben ein Karzinom
  • Was bezeichnet die Virchow-Trias? 3 Ursachen für eine Venentrombose: 1.Gefäßwandveränderungen 2. verlangsamter Blutfluss 3. veränderte Blutzusammensetzung
  • Was für Thrombenformen gibt es und wodurch sind sie charakterisiert? 1. Gerinnungsthrombus: rot, entsteht durch Strömungsverlangsamung, geringe Haftung an Gefäßwand, komplette Ausfüllung des Lumens 2. Abscheidungs-/Plättchen-Thrombus: weiß, erythrozytenarm, bei Anlagerung von Thrombozyten an die Gefäßwand, feste Haftung an Gefäßwand, füllt Lumen nicht komplett aus 3. gemischter Thrombus
  • Was sind Symptome bei einer Beinvenenthrombose? bei immobilisierten Patienten: oft keine/diskrete SymptomeÖdem: pralle Konsistenz, glänzende, überwärmte HautSchmerz, MissempfindungZyanoseDruck- und Dehnungsschmerzzeichen
  • Wann kann eine akute symptomatische tiefe Beinvenenthrombose mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden? < 2 Punkte nach Wells-Score (=keine hohe Wahrscheinichkeit) + D-Dimere negativ
  • Wozu dient der Wells-Score? Beurteilung der klinische Wahrscheinlichkeit einer Venenthrombose der unteren Extremität > 2 Punkte: hoch≤ 2 Punkte: nicht hoch Charakteristika, die mit 1 Punkt bewertet werden:-aktive Krebserkrankung-Lähmung/Immobilisation der Beine-Bettruhe (>3d), große OP (vor <12Wochen)-frühere tiefe Venenthrombose-Schmerz/Verhärtung entlang tiefer Vene-Schwellung des gesamten Beines-Schwellung ipsilateraler Unterschenkel > 3cm-eindrückbares Ödem am symptomatischen Bein-Kollateralvenen Wenn andere Diagnose ebenso wahrscheinlich wie tiefe Beinvenenthrombose: -2 Punkte
  • Bedeutung der D-Dimer-Bestimmung = Ausdruck der Gerinnungsaktivierung und Fibrinolyse, d.h. pyhsiologischerweise immer messbar -erhöht bei: Entzündungen, Tumoren, Schwangerschaft, Thrombosen -zum Ausschluss einer Thrombose -bei hospitalisierten Patienten mit Thromboseverdacht häufig falsch positive Werte, Bestimmung daher nicht empfehlenswert
  • Therapie der Venenthrombose -vorzugsweise ambulant-physikalische Therapie: Mobilisierung + Kompression-medikamentös: Antikoagulation: niedermolekulares Heparin, unfraktioniertes Heparin, Fondaparinux
  • Möglichkeiten und Unterschiede der Antikoagulation bei Venenthrombose 1. niedermolekulares Heparin NMH2. Fondaparinux________________________________________________________-bevorzugt gegenüber UFH (weniger UAW, seltener HIT Typ II, keine tgl. PTT-Kontrollen)-allerdings nicht bei Niereninsuffizienz-kein Antidot3. unfraktionierte Heparin UFH________________________________________________________-Anwendung auch bei Niereinsuffizienz-verlängerte PTT-Zeit -> Kontrolle-Antidot: Protamin
  • Wirkungsweise von Heparinen und Heparinoiden? =Antithrombin-Aktivatoren -Komplexbildung mit Antithrombin mit Steigerung der blutgerinnungshemmenden Wirkung-NMH: hemmt Faktor Xa > IIa -UFH: hemmt Faktor Xa und IIa gleichermaßen -Fondaparinux: hemmt nur Faktor Xa
  • Was stellt eine absolute Kontraindikation für die Behandlung mit UFH dar? HIT Typ II (Heparin induzierte Thrombozytopenie) regelmäßige Thrombozytenkontrollen in den ersten 3 Wochen!
  • Thrombozytenaggregationshemmer wie ASS zur Thromboseprophylaxe bei tiefer Beinvenenthrombose? NEIN, da geringe Wirksamkeit im tiefen Venensystem
  • Was ist das postthrombotische Syndrom und wann tritt es gehäuft auf? = Symptome, die nach einer tiefen Bein- oder Beckenvenenthrombose bestehen bleiben oder sich im Laufe der Jahre ausbilden -Wahrscheinlichkeit des Auftretens korreliert mit Lokalisation und Schweregrad der Stenose -bei kombinierter Unterschenkel-Oberschenkel-Becken-Thrombose: 1/3 Dauerschäden
  • Was ist eine Lymphangitis/Lymphadenitis, wodurch wird sie verursacht, was sind Symptome, wie wird therapiert? =akute oder chronische Entzündung der Lymphgefäße bzw. der regionären Lymphknoten-durch Eindringen von Bakterien: oft Streptokokken-Klinik: roter Streifen "über dem Gefäß", derbe und schmerzhafte LK-Schwellung, Fieber, Abszess, Sepsis-Gefahr-Th: operative Sanierung, AB systemisch, lokale antiseptische Therapie, Immobilisation der betroffenen Ex.
  • Arteriitis temporalis (= Arteriitis cranialis, Riesenzellarteriitis, Horton-Syndrom) =Autoimmunerkrankung, die nicht selten mit einer Polymyalgia rheumatica assoziiert ist -heftiger, häufig pochender oder bohrender KopfschmerzSchmerzen beim Kaueneine Vergrößerung und Verhärtung der Temporalarterie Sehstörungen bis hin zur Erblindung -Labor: erhöhte Entzündungswerte, insbesondere eine Blutsenkungsgeschwindigkeit von über 50 mm in der ersten Stunde -Diagnosesicherung: Biopsie der A. temporalis erfolgen, typische granulomatöse Entzündung der Gefäßwand und den eingelagerten Riesenzellen -Th: sofort  hochdosierte systemische Glukokortikoid-Therapie, im Verlauf eine mindestens zweijährige, niedriger dosierte Erhaltungstherapie
  • Echokardiografische Hinweise auf eine Lungenembolie -Dilatation und Hypokinesie des rechten Ventrikels -Erhöhung des systolischen Pulmonalarteriendrucks -paradoxe Bewegung des Ventrikelseptums -Trikuspidalklappeninsuffizienz -NICHT: Perikarderguss