Psychologie (Fach) / Lernpsychologie (Lektion)

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Klassisches Konditionieren Operantes Konditionieren

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  • Was ist Lernen? ·         Lernen bezieht sich auf die Veränderung im Verhalten oder im Verhaltenspotential eines Organismus, hinsichtlich einer bestimmten Situation, die auf wiederholte Erfahrungen des Organismus in dieser Situation zurückgeht. Voraussetzung: Verhaltensänderung basiert nicht auf angeborenen Reaktionstendenzen oder vorübergehende Zustände. ·         Lernen: der Aufbau von relativ stabilen Verhaltensdispositionen (=Bereitschaft des Körpers, sich unter spezifischen Bedingungen in einer bestimmten Weise zu verhalten) aufgrund von Erfahrung.      Lernen impliziert (=mit einschliessen) Erfahrung! Lernen wird beeinflusst durch Erfahrungsprozesse! àUnerschiedl. Erfahrungsprozesse à unterschiedliches Verhalten: Unterschiede zw. Personen erklären  
  • Acquisition und Adaption
  • Was ist nicht Lernen? Erwerb von Verhaltensdispositionen ohne Lernen durch Erfahrung -          Prägung -          „Instinkt“ -          Reifung -          Reflexebiologische, genetische Verhaltensdispositionen bzw. genetisch verankerter Verhaltenserwerb   Es kann zw. angeborenem und erlerntem Verhalten unterschieden werden. Aber: häufig Wechselwirkungen (Reifung braucht Erfahrung/Lernen, Lernen braucht Reifung/Prägung).
  • Harlow Affenbabys werden von Müttern getrennt, Attrappen werden aufgestellt, es gibt Erfahrungen, die von grundlegender Wichtigkeit sind. Es geht nicht nur um Aufrechterhaltung des Lebens (Nahrung), auch Nähe, weiches Fell, … sind wichtig.
  • Erfahrungsbasierter Verhaltenserwerb Konditionierung = Bedingungslernen Behaviorismus: erforscht wird nur das beobachtbare Verhalten, intrapsychische Prozesse: Black Box Verhaltensdimensionen: kognitive, emotionale, physiologische, motorische Aspekte (behaviorales Verhalten) Forschung: Betrachtung von Verhalten und den Bedingungen, unter denen Verhalten auftritt à Was löst Verhalten aus? Was kommt vorher/nachher? Kognitives Lernen Intrapsychische Prozesse (= Kognitionen), vermitteln zw. Stimuli und Verhalten. à Bedeutung spielt dabei eine wichtige Rolle! (z.B. Gestaltpsychologie)
  • Genetische Verhaltensdispositionen -          Oft artspezifisch -          Werden vererbt (kein Neuerwerb nötig) -          Mechanismen des Verhaltenserwerbs über lange Zeitspannen -          Relativ träge   Reflexe, Prägung, Instinkte, Reifung
  • Reflex ·        - Automatisch, ungelernt, unwillkürlich ·         - Reaktionen auf spezifische Reize (innere oder äussere) ·         - Anpassung an spezifische unmittelbare Veränderungen der      Umweltbedingung ·         - Koordination der Gliedmassen ·         - Relativ primitiv, unkomplex Bsp.: Moro-Reflex (Baby streckt Arme aus, wenn es fällt), grasp, crawl, step reflex, …
  • Prägung -          Elementare Form des Lernens -          Normalerweise an sensible Phasen gebunden -          Erfolgt auf spezifische Schlüsselreize -          Kann stattfinden lange bevor Verhalten aktualisiert wird (z.B. Prägung auf Sexualobjekt bei Graugänsen -          Findet genau 1x statt -          Verhaltensveränderung/-erwerb ist irreversibel -          Störung des Prägungsvorgangs: Fehlprägung (nicht auf adäquates Objekt geprägt, z.B. Ente auf Erpel einer anderen Art geprägt) oder versäumte Prägung
  • Konrad Lorenz Zoologe, hat Eier von Gänsen in zwei Gruppen geteilt, die eine Hälfte liess er bei der Mutter, die andere Hälfte kam in den Brutkasten. Übernimmt Mutterrolle, imitiert Schnattern, Gänse laufen ihm hinterher. → Er hat sie in einer sensiblen Phase (direkt nach der Geburt) mit bestimmten Schlüsselreizen (Schnattern) irreversibel auf sich geprägt.  
  • Prägung beim Menschen? Unklar, aber sensible Phasen existieren auch (Prägungsvorgang sehr genau definiert, klarer Schlüsselreiz, beim Menschen läuft nicht alles so gradlinig ab, komplizierter) Aber: Bowlby (1951) Bindungstheorie → erinnert stark an eine Prägung -          Prägung an Mutterfigur in früher Kindheit (6.-9. Monat) → Bindungsverhalten -          Grosse Bedeutung für Entwicklung und psychische Gesundheit    
  • Instinkte = komplexe, arteigene, ungelernte, relativ unveränderbare Verhaltensweisen = angeborene Auslösemechanismen → führen zu komplexem, koordiniertem Verhalten Bsp. Art und Weise wie sich Zugvögel gruppieren, Balzverhalten, Nestbau (braucht mind. eine Generation, um Instinkt zu verändern)  
  • Reifung -        Prozess der physiologischen Entwicklung der endokrinen Nervenbahnen -          Schafft zu bestimmten Zeitpunkten/-abschnitten optimale Voraussetzungen für Lernprozesse -          Nach regelhaftem Muster vorhersagbar, genetisch determiniert und unabhängig von Erfahrungen
  • Verhaltensänderung: Genetik vs. Lernen
  • Spezialisten vs. Generalisten
  • Voraussetzungen (Erfahrungs-) Lernen Lernen setzt voraus, dass bestimmte Umweltgegebenheiten und -voraussetzungen vorhanden sind und dass der Organismus (bzw. das Individuum) bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften mitbringt Die Interaktion zwischen diesen Organismusvariablen und Umweltvariablen ermöglicht Lernprozesse   Organismus Umweltvariablen -          Gedächtnis -          Wahrnehmung -          Aufmerksamkeit -          Motivation -          Intelligenz -          Stimulation → adäquate Exposition -          Bindungsförderliche Bedingungen    
  • Gedächtnis = aktiv wahrnehmendes kognitives System, das Informationen aufnimmt, enkodiert, modifiziert und wieder abruft à Grundvoraussetzung fürs Lernen: -          Speicher -          Enkodierung und Repräsentation von Symbolen der Aussenwelt -          Möglichkeit zur Veränderung der bestehenden Repräsentationen   beinhaltet explizites und implizites Gedächtnis
  • explizites (deklaratives) Gedächtnis ·         Speicherung von Fakten ·         Ist dem Bewusstsein direkt zugänglich ·         semantische Inhalte:  grundlegende Bedeutungen von Wörtern, Begriffen, Symbolen d    episodische Inhalte: individuelle Erinnerungen      
  • implizites Gedächtnis ·         routinisierte und automatische Inhalte ·         prozedurale Aspekte (gespeicherte Fertigkeiten/Handlungen, schwer verbalisierbar) ·         schwer zugänglich, Inhalte durch Priming (= vorangegangene Verarbeitungsprozesse, helfen bei Wiedererkennung neuer Reize) aktivierbar ·         Konditionierungen (gelernte Reaktionen auf vorgehende/nachfolgende Reize)
  • Wahrnehmung Registrierung, Interpretation und Zuordnung von Stimuli (→Informationen) Unterschiedliche Komplexitätsebenen! Bsp. Für die Wichtigkeit: Beteiligung von Einschätzungsprozessen an Emotionsgenerierung
  • Aufmerksamkeit = Selektive Wahrnehmung von Reizen, gezielte Einschränkung des Verarbeitungsfokus auf spezifische Reize → damit ermöglicht Aufmerksamkeit selektive Verarbeitung bestimmter Informationen → Ziel/Funktion: Vermeidung von Reizüberflutung, Effizienz Bsp. Cocktailparty-Effekt: Schallunterdrückung bis 15 db möglich, man ist z.B. in ein Gespräch vertieft, klammert unmittelbare Umgebung aus. Spezifische akustische Reize können aber Aufmerksamkeit auf sich ziehen, bspw. Nennung des eigenen Namens
  • Motivation = Summe aller Beweggründe für Verhalten → Wechselwirkung zwischen intrinsischen und extrinsischen Faktoren → Motivation ist variabel → Kann auch eine stabile Komponente haben
  • Intelligenz Fähigkeit, auf neue Situationen zweckvoll und vernünftig zu reagieren: intellektuelles Adaptationspotential (aber allgemeingültige Definition schwierig) 2 zentrale Typen von Fähigkeit: -          Lernfähigkeit (neue Erfahrungen abspeichern) -          Problemlösefähigkeit (gespeicherte Inhalte auf neue, veränderte Situationen anwenden und gegebenenfalls anpassen)   Intelligenztypen nach Gardner: Sprachliche, Logisch-mathematische, Räumliche, Körperlich – Kinästhetische, Musikalische, Interpersonale, Intrapersonale Intelligenz
  • Stimulation Intellektuelle Stimulation wichtig für Verhalten, das Erfahrungen ermöglicht → Exploration Stimulation wichtig für Entwicklung (vgl. Prägung), z.B. Genexpression erfordert bestimmte Arten von Stimulation
  • Bindung -          Aufbau von Beziehung zu Bindungspersonen zentral für Erlebnis von Geborgenheit und Sicherheit -          Verinnerlichte Schemata für interpersonelle Beziehungen (Bindungsstil) ·         Internale Kontrollüberzeugungen ·         Selbstwert ·         Explorationsverhalten ·         Konzentrations- und Wahrnehmungspotenzial -          Der Bindungsstil wird zwischen dem 6. Monat und dem 5. Lebensjahr festgelegt -          Bowlby: Bindungsstil = Persönlichkeitsmerkmal ·         Stabil bis ins Erwachsenenalter ·         Beeinflusst alle engen persönlichen Beziehungen ·         Generalisierbar  
  • Bindungsverhalten
  • Klassische Konditionierung Ein anfänglich neutraler Stimulus (NS) wird mit einem nachfolgenden Reiz (UCS), der eine angeborene Reaktion (UCR) auslöst, gekoppelt. Der neutrale Stimulus wird neu als Hinweisreiz (CR) für den nachfolgenden Reiz interpretiert. Durch diese Koppelung kann die angeborene Reaktion nun nicht nur durch den ursprünglichen Reiz, sondern auch durch den ehemals neutralen Stimulus ausgelöst werden.
  • UCS = unkonditionierter Stimulus (unbedingter Reiz) Ein Reiz, dessen Bedeutung oder Wichtigkeit für einen Organismus und eine Art angeboren ist. -          Biologisch verankerte Veranlagung für Reaktionen auf einen Stimulus -          Oft Stimuli, die für basale Bedürfnisse relevant sind (Nahrung, Schmerz, Gefahr, Sex, etc.) -          Auch ohne Lernprozesse erfolgt auf UCS immer eine spezifische Reaktion -          Bsp. Kot (olfaktorischer Schmerz), Verbrennung (taktiler Schmerz), grelles Licht (visueller Schmerz), Lärm (auditiver Schmerz), Herzrasen (physiologischer Reiz), Süssigkeiten, Lächeln (positiver Reiz)
  • UCR = unkonditionierte Reaktion (unbedingter Reflex) automatisierte Reaktion auf UCS -          Z.B. Speichelsekretion bei Futter, Zurückzucken beim Verbrennen der Finger, Aufhorchen (erhöhte Konzentration) -          Vegetative (z.B. Ausschüttung von Adrenalin), motorische (z.B. Fluchtverhalten), kognitive (z.B. erhöhte Aufmerksamkeit) Ebene
  • NS = neutraler Stimulus Stimulus, der zwar unerwartet ist, aber nicht biologisch verankerte Aversivität aufweist -          ruft Orientierungsreaktion hervor, erhöhte Reaktionsbereitschaft (EDA Anstieg, Muskeltonus, Senkung der Herzfrequenz etc.) -          Immer dann NS, wenn nicht alle Organismen einer Art mit derselben Reaktion auf Stimulus reagieren, Reaktion individuell unterschiedlich -          Sobald kognitive Interpretationsprozesse ins Spiel kommen → keine KK, da diese eine vegetative Reaktion darstellt -          Hunde, Mäuse, Spinnen etc. sind genauso neutrale Stimuli wie Bücher, Möbel, Autos etc. → aber höhere Prepotency = leichtere Konditionierung    
  • CS = konditionierter Stimulus (bedingter Reiz) Ehemaliger NS, der durch Kopplung an einen UCS zum CS wurde und jetzt der UCR ähnliche CR hervorruft. → entsteht durch Lernerfahrung
  • CR = konditionierte Reaktion (bedingter Reflex) Ist in vielen Fällen der UCR ähnlich, kann aber zusätzlich neue Komponenten aufweisen  
  • John B. Watson „Psychology as the Behaviorist views it. “ → Vater des Behaviorismus objektiv (entgegen dem damaligen Trend der Introspektion gehört zu Naturwissenschaften Vorhersage von Verhalten Introspektion keine Methode zum Erkenntnisgewinn Was man beim Tier beobachtet, lässt sich auch auf Mensch übertragen Menschliches Verhalten ist auf eine Reihe von Konditionierungen zurückzuführen  
  • Little Albert Experiment 1920, kontroverses Experiment, Klassische Konditionierung beim Menschen, experimentelle Konditionierung von Angst (aber umstritten, ob Albert überhaupt eine Phobie entwickelte.) Watson: Menschliches Verhalten sei allein auf Konditionierungen zurückzuführen. Albert, 8 ½ Monate alt 1. dem Baby wurden verschiedene Reize präsentiert: Feuer, Ratte, Affe, Hund, Hase → zeigt keine Angstreaktion, ist aufmerksam, exploriert. 2. Lautes Geräusch hinter ihm (Hammer auf Eisenstange) → NS (Tiere) wird mit UCS (Lärm) gekoppelt und zum CS. UCR = Angst, Vermeidungsverhalten Generalisierung: Albert hat auch von ähnlichen Objekten Angst, z.B. Objekte mit Fell
  • Konditionierung höherer Ordnung ·         Baut auf dem Grundprinzip der Konditionierung auf ·        Ein Konditionierter Stimulus kann dazu dienen, einen  neutralen Stimulus auf dieselbe Reaktion zu konditionieren.           Kann zu Ketten von konditionierten Reaktionen ausgebaut werden, v.a. im emotionalen und motivationalen BereichUCS mit  NS gepaart, NS wird zum CS, und vermag nun, die CR auszulösen. Weil der CS nun die CR (ursprünglich UCR) auslösen kann, kann nun ein weiterer NS mit dem CS gepaart werden. (Bsp. Angst vor dem Hund →Angst vor Zäunen)   ·         Je höher die Ordnung einer KK desto Schwierigere Acquisition, weniger starke Assoziation, kann leichter gelöscht werden ·         Bsp.: Zahnpastatube, Zigarettenmarke, bestimmte Art des Gehens/Sprechens, welche den Partner auszeichnet kann zu einem Stimulus höherer Ordnung werden, wenn der Partner dabei als positiver/negativer CS fungiert.    
  • Generalisierung Gelernte Reaktion wird auf einen erweiterten Kreis von Stimuli (CS) gezeigt. → Primäre Generalisierung: physikalische Ähnlichkeit (z.B. Kind wird von einem Hund gebissen, hat jetzt vor allen Hunden Angst, unabhängig von Farbe und Rasse) →  Sekundäre Generalisierung: ähnlicher Semantischer Hintergrund, Überlappung im Bedeutungsgehalt (z.B. ein Student hält einen Vortrag und wird ausgelacht, er hat jetzt bei sämtlichen öffentlichen Auftritten ein beklemmendes Gefühl  
  • Einflussgrössen, die Qualität von Konditionierungen bestimmen -          Zeitintervall zwischen CS und UCS (Kontiguität) -          Stimulusqualität (Eignung des Stimulus für die Konditionierung im Sinne der Prepotency) -          Bereitschaft des Organismus (Preparedness) -          Konditionierbarkeit des Organismus (Persönlichkeit) -          Motivationale, situative oder aktuelle Bereitschaft (Bereitschaft des Organismus infolge von Reizdeprivation) -          Intensität des UCS -          Intensität des CS -          Diskriminierbarkeit der Stimuli (Klare Reizvorgabe, Unterscheidungsmöglichkeit des Reizes von anderen benachbarten Reizen)
  • Kontiguität → raum-zeitliche Nähe, primär zwischen UCS und NS → eine der wichtigsten Einflussfaktoren des assoziativen Lernens → entspricht dem Begriff Kontingenz beim OK -          Simultan bedingte Reaktion: Kurzes Zeitintervall (0-5s), Überschneidung der Reize -          Verzögert bedingte Reaktion: Grösserer Zeitintervall (5s-5min) mit Überschneidung der Reize, schwieriger zu konditionieren als Simultanreaktionen (NS vor UCS) -          Spurenbedingte Reaktion: keine zeitliche Überschneidung (NS vor UCS), schwerer zu konditionieren -          Rückwärts bedingte Reaktion: UCS zeitlich vor NS, schwer zu konditionieren, aber daher leicht abzuschwächen
  • Preparedness -        Eine spezifische Bereitschaft für die Konditionierung bestimmter NS -        genetisch bedingt, evolutionsbiologisch entwickelt -        selektive Ausbildung von Angstreaktionen ·         rasche Aneignung (von Vermeidungsverhalten, oft bereits nach einmaliger Konfrontation) ·         erhöhte Löschungsresistenz bei spezifischen CS-UCS-Assoziationen ·         irrational (primitiv, da sie durch kognitive Instruktionen wenig beeinflusst werden können → beim Begriff der Preparedness wird stärker als beim Begriff der Prepotency  auch die persönliche Sozialisation und Lerngeschichte einbezogen
  • Prepotency -        gewisse Stimuli sind für bestimmte Spezies prägnanter und werden selektiv stärker wahrgenommen -          betrifft Reize, die entwicklungsgeschichtlich gesehen relevant (d.h. gefährlich) sind -          brauchen für Konditionierung weniger Lerndurchgänge als neutrale Stimuli mit geringer Prepotency (z.B. Alltagsgegenstände) -         löschungsresistenter -         Stimuli mit erhöhter Prepotency: Spinnen, Schlangen, Mäuse, Hunde, weite Plätze, Dunkelheit, Höhle (bzw. enge Räume), Höhen, sozialer Bereich: fremde haarige Männchen →Bei Spinnen/Schlangen reicht oft schon einfaches Symbol aus(≠ Autos, Elektrizität, Kettensäge etc., früher unbekannt, Mensch hatte noch keine Gelegenheit, sich genetisch darauf einzustellen)  
  • Taste Aversion -          Phänomen der KK -          Erlernte Aversion gegenüber einem Lebensmittel Koppelung des Geschmackes mit körperlichen Reaktionen und deren Wahrnehmung, wie sie auf die Einnahme toxischer oder verdorbener Nahrungsmittel typisch wären (Krämpfe, Übelkeit) -          Weit verbreitet: Aversion erworben durch (zufällige) relative Koinzidenz zwischen Einnahme eines Lebensmittels und Übelkeit, Krankheit
  • John Garcia: Experiment Taste Aversion Experimentierte mit Ratten, untersuchte Einfluss von Strahlung auf Verhaltensregulierung. à untersuchte Aufnahme von gesüsstem Wasser bei keiner, mittleren und hoher Strahlung      (Strahlung verursacht Übelkeit) → bei hoher Strahlung entwickelten Ratten Aversion auf gesüsstes Wasser -          Zeigte, dass KK nach nur einem Lerndurchgang erfolgen kann -          und dies bei relativ langer Latenz zwischen CS und UCS -          TA: ist relativ stabil, löschungsresistent -          Bekanntes Problem bei Chemotherapiepatienten
  • Fear Modules Die Theorie besagt, dass uns die Evolutionsgeschichte mit hocheffizienten Angstmodulen ausgestattet hat, die uns gegenüber Gefahr adaptiv machen -          sie sind hoch selektiv (spezifisch auf relevante Stimuli) -          lösen Reaktion automatisiert aus (wenig/kaum Aufmerksamkeit, Gedanken, Anstrengung nötig) -          Reaktionen sind schwer kontrollier- oder vermeidbar -          Reaktionen werden von Amygdala und Hippocampus gesteuert (relativ „alte“, subkortikale limbische Strukturen, die bei allen Säugetieren existieren)
  • Konditionierbarkeit Pavolv: Erregbare vs. Gehemmte Hunde, nicht alle sprechen gleichermassen auf KK an. Leicht erregbares NS à schwerer zu konditionieren Eysenck: Suche nach Persönlichkeitsmerkmale, die interindividuelle Unterschiede erklären können:  introvertierte, emotional labile Personen sind leichter konditionierbar.
  • Diskrimination Der Organismus lernt, im Verlaufe des Konditionierungsprozesses nur noch auf den tatsächlichen CS zu reagieren, d.h. ähnliche Reize voneinander zu unterscheiden. → Reizdifferenzierung dominiert über die Generalisierung z.B.: eine Person mit Hundephobie lernt, die gefährlichen Verhaltensäusserungen eines Hundes von den ungefährlichen zu unterscheiden.
  • Kontextkonditionierung häufig findet nicht nur eine Assoziation zwischen dem UCS und dem NS im engeren Sinne statt, sondern auch eine Assoziation mit dem gesamten Kontext, in dem der NS auftritt → oft Orte oder Räumlichkeiten, örtliche oder soziale Situationen mit gewissem Verhalten gekoppelt
  • Scheitern von Konditionierung ·         Kontiguität notwendig, aber nicht ausreichend (einmalige Ereignisse oft nicht ausreichend, Auftreten des UCS muss mit einer Überraschung einhergehen) ·         Konkurrierende Konditionen: Paarung von UCS- mit UCS+ verhindert Konditionierung (Bsp. Physische Nähe, Umsorgung während traumatisierender Ereignisse) ·         Mangelnde Konditionierbarkeit ·         Mangelnde Stimulieigenschaften (im Sinne von Prepotency oder Preparedness)  
  • Auflösen von Konditionierung - Löschung- Spontane Erholung- Spontanremission- Gegenkonditionierung- Habituation
  • Löschung CS ohne Darbietung von UCS ·         Bei Ausbleiben von Kontiguität von CS und UCS über längere Zeit ·         Durch Wissensvermittlung Der bedingte Reiz (CS) verliert die Fähigkeit, die bedingte Reaktion (CR) auszulösen, wenn nach einem bestimmten Zeitintervall keine neue Verstärkung geboten wird! Sorgfältige Extinktion kann die konditioniere Reaktion auf Dauer wirksam löschen.  
  • Spontane Erholung -          Wiederauftreten von gelernter Reaktion nach einer Pause / nach Löschung → erst eine sorgfältige Extinktion kann die konditionierte Reaktion auf Dauer wirksam löschen.
  • Spontanremission spontane Besserung bei psychischer Störung (30-70%) Gründe: nichtprofessionelle Hilfe, das Wegfallen belastender Situationen, Selbstregulation, biologische Prozesse, Habituation, Gegenkonditionierung