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Psychologie (Fach) / Lernpsychologie (Lektion)

Klassisches Konditionieren Operantes Konditionieren

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  • Gegenkonditionierung -          CS wird mit einem antagonistischen UCS oder CS höherer Ordnung gekoppelt ·      Eliminierung einer Stimulus-Response-Verbindung durch Erlernen einer Alternativreaktion, einer unvereinbaren Reaktion ·       Angst-Lächeln, Zärtlichkeit, Sexuelle Stimuli, Süssigkeiten ·         Entspannung ·         Die neue Reaktion ist stärker als die ursprüngliche Reaktion Bsp. Entspannungsübungen vor einem Vortrag
  • Habituation -     Wiederholte Darbietung von CS mit schwachen UCS ·         Reaktionsverminderung als Folge oft wiederholter Darbietung eines Stimulus → Neuartigkeit und Unerwartetheit fehlen ·         Dieser Vorgang ist von Löschung und Ermüdung abzugrenzen ·         Habituieren kann man nur an identische Reize ·         Komplexer Prozess der u.a. wichtig für die Aufmerksamkeitslenkung ist → z.B. Gewöhnung bzw. Nichtbeachtung bedeutungsloser Stimuli  
  • Welche Arten von Verhalten können klassisch konditioniert werden? -        Vegetative Reaktionen: Reaktionen des autonomen NS, Immunreaktion (z.B. Anstieg der Aktivität von Lymphozyten) -        Evaluatives Konditionieren: Konditionierung von emotionalen Reaktionen -        Semantische Konditionierung: Koppelung von Symbolen und/oder Begriffen mit emotionalen Reaktionen  
  • Praktische Relevanz der KK, Anwendungen -     Speiseaversionen: z.B. viele Personen mögen gewisse Speisen ein Leben lang nicht mehr, wenn sie sich einmal nach deren Einnahme erbrechen mussten à sehr löschungsresistent -     Soziale Interaktionen: Sympathie oder Antipathie von Personen oft Folge von KK -     Werbung: Koppelung von UCS (z.B.: Kindchen-Schema, attraktive Personen, Zärtlichkeit, Liebe..) mit Produkten, Koppelung von CS (z.B. Marlboro Mann) mit Produkten
  • Drei-Stadien-Theorie von Eysenck       1. UCS-UCR → aversive Ereignisse lösen UCR aus (Desorganisation des Verhaltens) 2. CS-CR → aversiver Reiz wird mit weiteren NS gekoppelt 3. S-R-C, Verhinderung von Löschung, Habituation, Gegenkonditionierung oder erneute Konditionierung bzw. stellvertretende Konditionierung
  • Interventionen auf der Basis der KK -     Reizkonfrontationsformen in vivo = real, in sensu= imaginiert, graduiert = schrittweise und häufig abgestuft nach Schwierigkeitsgrad und Intensität, massiert = mit maximaler Intensität und hohem Schwierigkeitsgrad ·         In vivo, graduell: Reizkonfrontation ·         In vivo, massiert: Flooding, Exposition ·         In sensu, graduell: systematische Desensibilisierung Kernelemente: 1. Hierarchisierung der Angstreize, 2. Darbietung der Angstreize in sensu, 3. Darbietung der Angstreize im entspannten Zustand Wirkmechanismen: Löschung, Habituation, Gegenkonditionierung, Aufbau von Selbstwirksamkeitserwartung ·         In sensu, massiert: Implosion -     Aversionstherapie Unerwünschtes Verhalten wird mit aversivem Reiz gekoppelt: NS (Zigarette oder Alk) durch raum-zeitliche Koppelung mit einem aversiven Reiz (UCS: übelkeitserregende Substanz, Elektroschock) klassisch konditioniert à Brechreiz (UCS) wird entsprechend mit Alkohol gekoppelt und löst eine Aversionsreaktion (CR) aus  Bsp. Alkohol – Antabus  
  • Operante Konditionierung Die OK befasst sich mit Modellen, die Lernen anhand von Zusammenhängen des Verhaltens mit positiven oder negativen Konsequenzen zu erklären versuchen. → Erfolgslernen, Misserfolgslernen   OK vermag insbesondere, den Erwerb von absichtsvollem, komplexem, zielgerichtetem Verhalten zu erklären.
  • Edward Thorndike -          Beschäftigte sich als Student mit Intelligenz bei Tieren -          Experimentierte, um Tiere beim Problemlösen zu beobachten -          Bastelte aus alten Obstkisten Käfig mit Hebel zur Öffnung der Türe, setzte Katze rein und den Fisch vor den Käfig 3 Lernphasen: 1. Katze versuchte alles, tritt zufällig auf Hebel 2. Katze probierte Verhaltensabfolge aus, bis sie wieder auf Hebel tritt 3. nach vielen Versuchen tritt Katze direkt auf Hebel
  • Thorndike: the law of effect Verhaltensweisen, auf die eine erfreuliche Konsequenz folgt, werden wiederholt, während dem Verhaltensweisen, auf die keine erfreuliche Konsequenz folgt, nicht mehr gezeigt werden. → T. zeigte erstmals Zusammenhang zwischen Verhalten und seinen  Konsequenzen (R-K) → Versuch und Irrtum (trial & error) sind entsprechend seiner Sicht Grundlagen des Lernens → mechanistische Erklärung des Lernens: Lernen erfolgt auf der Grundlage des Erlebens von      Assoziationen Revidiertes Law of Effect: Asymmetrie der Wirkung von Belohnung und Bestrafung → Belohnung ist gegenüber Bestrafung wirksamer!  
  • The law of exercise, Thorndike -          Geübte Reaktionen treten mit grösserer WS wieder auf, wenn eine entsprechende Situation wieder auftritt -          Das Gesetz der Übung beinhaltet zwei Aussagen: 1. Annahme, dass der Gebrauch einer Verknüpfung durch Übung deren Stärke steigert 2. Dass der Nicht-Gebrauch (Unterlassen der Übung) zu einer Schwächung oder einem      Vergessen dieser Verbindung führt Revision: dass die Verstärkung nur stattfindet, wenn der Organismus Informationen über die Richtigkeit der Reaktion erhält.
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  • Kritik Thorndike ·         Der Ansatz von Thorndike kann als Ursprung der behavioristischen Lerntheorie gelten. Die Theorie findet heute aufgrund ihrer mechanistischen Ausprägung nur begrenzt Anerkennung. ·         Nicht alle Erkenntnisse von Thorndike sind in den Humanbereich übertragbar, da verdeckte kognitive Prozesse vernachlässigt werden.
  • Burrhus F. Skinner Skinner wollte Lernen systematisch untersuchen. Dazu suchte er nach einem Weg, die Reaktions – Konsequenz – Zusammenhänge seiner Probanden (Mäuse, Tauben) vollständig zu kontrollieren. Skinner-Box: als Graduate-Student baute er 1930 aus einer alten Eiskiste eine Apparatur mit einem Stimulus-Licht, Tasten, einem Futterspender und einem Gitterrost-Boden (à konnte Elektroschocks abgeben). Dazu baute er einen Automaten, der das Verhalten automatisch aufzeichnete.
  • Skinner OK Neue Begriffe: Er nannte die aktive Form zu Lernen Operante Konditionierung, da das verhalten auf die Umwelt einwirkt und dadurch eine (erwünschte) Konsequenz auslöst. → „The behaviour operates on the environment to produce a desirable outcome. “ Skinner unterscheidet Stimuli zudem in verschiedenen Arten von Verstärkern (Reinforcement)
  • Skinner: Verstärker Skinner unterscheidet Stimuli zudem in verschiedenen Arten von Verstärkern (Reinforcement) = Stimulus, der kontingent auf ein bestimmtes Verhalten erfolgt, und der die Auftretenswahrscheinlichkeit dieses konkreten Verhaltens entweder erhöht oder vermindert à als Behaviorist wollte Skinner Spekulationen über die inneren Vorgänge vermeiden und war deshalb bemüht, Begriffe wie zufriedenstellend oder Belohnung zu vermeiden   -          Positive Verstärker sind angenehme Stimuli, die die zukünftige Verhaltenswahrscheinlichkeit erhöhen. Diese können ungelernt (primäre) oder gelernt (sekundäre Verstärker) sein. -          Negative Verstärker sind aversive Stimuli, die die zukünftige Verhaltenswahrscheinlichkeit senken. Auch diese können ungelernt oder gelernt sein. (primäre/sekundäre Verstärker)
  • Skinner: Verstärkung Verstärkung: bezeichnet den Prozess der Darbietung oder Entfernen eines Reizes nach einem bestimmten Verhalten → führt immer zu Erhöhung der Verhaltens-WS -          Positive Verstärkung Verhaltenskontingente Darbietung eines positiven Stimulus, dies führt zu einer Erhöhung der Verhaltenswahrscheinlichkeit -          Negative Verstärkung Entfernung eines aversiven Stimulus, führt ebenfalls zu einer Erhöhung der Verhaltenswahrscheinlichkeit.  
  • Verstärkungsmatrix   Darbietung Entfernung Positiver Stimulus Positive Verstärkung     V+ Negative (indirekte) Bestrafung             V- Aversiver Stimulus Positive (direkte) Bestrafung        V- Negative Verstärkung         V+
  • Primäre Verstärker -       wirken ohne vorangegangene Lernprozesse à ihre Wirkung wird meist mit Triebreduktion erklärt es kann unterschieden werden zwischen: · Positiven primären Verstärkern (Nahrung, Bewegung, usw.) · Negativen primären Verstärkern (akustische Reize, elektrische Schläge etc.)
  • Sekundäre Verstärker ein ursprünglich neutraler Reiz der zum Verstärker wird, wenn er mit dem primären Verstärker gepaart wird. (konditionierte Verstärker)
  • Generalisierter Verstärker -          ein Verstärker, der gegen mehrere primäre Verstärker eingelöst werden kann (z.B.: Geld, Tokens)                                                         
  • Arten der Verstärkung Oft erfolgen Verstärkungsprozesse nicht durch externe Verstärkung (Fremdverstärkung), sondern in Form der Selbstverstärkung. zwei Varianten: - jemand belohnt sich selbst bewusst - die Verstärkung geht aus einer Handlung selbst hervor   -          Intrinsische Verstärkung ·         Spirituelle, ideologische Verstärkung à religiöse oder ideologische Werte und Ziele, theoretische oder symbolische Verstärkung ·         Handlungsverstärker à Sport, Tanzen, Spazieren, Entspannung -          Extrinsische Verstärkung ·         Materielle Verstärkung à Geld, materielle Belohnungen ·         Soziale Verstärkung à Lächeln, Lob, Anerkennung, Zuwendung            
  • OK: Löschung -          Wenn ein Verhalten über einen längeren Zeitraum nicht mehr verstärkt wird, dann setzt allmählich die Löschung ein → Abschwächung, Verhalten seltener, Löschung -          Wichtiges Prinzip: ·         Verwendung im therapeutischen Kontext ·         Problematisch, wenn Verhalten nicht durch Alternativverhalten ersetzt wird
  • OK: Wie wird Verhalten ausgebildet? Skinner folgte zunächst Thorndikes Law of Effect. Aber: Was führt zur erstmaligen Ausführung des Verhaltens? (Exploration?) 2. Möglichkeit: Shaping = gezielte Verstärkung verändert (formt) Verhalten hin zu einem bestimmten Zielverhalten
  • OK: Analogie zu evolutionsbiologischen Selektionsprozessen Man kann sich Prinzip und konzeptuellen Komponenten der Operanten Konditionierung gut in Analogie zu evolutionsbiologischen Selektionsprozessen vorstellen. → für den Organismus günstiges Verhalten wird aufrechterhalten → für den Organismus ungünstiges Verhalten wird eliminiert → Verhaltensrepertoire wird durch die OK-Prozesse, inklusive Shaping, stets den      Umweltbedingungen entsprechend optimiert  
  • OK: Motivation ·         Grundvariable der OK, die Motivation, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen ist dadurch bedingt, dass in früheren Lernerfahrungen eine motivationsrelevante Konsequenz auf das Verhalten erlebt wurde ·         Konsequenzen müssen motivationsadäquat sein, um OK zu ermöglichen
  • Kontingenz ·         Wenn die Konsequenz auf das Verhalten mit Verzögerung folgt, dann wird der Lernprozess gehemmt ·         Je unmittelbarer die Verstärkung erfolgt, desto wirkungsvoller ist der Lernprozess à kleine, unmittelbare Verstärker wirken besser als grosse Verstärker, die erst mit Verzögerung folgen Vgl. Kontiguität bei der KK (zeitlicher Aspekt)  
  • diskriminative Stimuli ·         Während bei Thorndike ausschliesslich die Konsequenzen verhaltensrelevant sind, geht Skinner davon aus, dass auch Stimuli und Bedingungen, die dem Verhalten vorausgehen, von Bedeutung sind. ·         Solche Stimuli werden diskriminative Stimuli genannt, da sie Hinweischarakter haben, und dadurch bezüglich einer Konsequenz eine diskriminative Funktion einnehmen.
  • Neurotisches Paradox ·         NP besteht beim Erlernen von Handlungen, die zwar kurzfristig positive Konsequenzen nach sich ziehen, langfristig jedoch (stärkere) negative Konsequenzen (ohne erlebte Kontingenz) nach sich ziehen bei gleichzeitiger Unfähigkeit zum Verstärkeraufschub ·         Bsp.: Rauchen, Ablenkung, Umweltverhalten
  • Stimuluskontrolle OK Ein Organismus lernt nicht nur, welches Verhalten Verstärkung auslöst, sondern auch unter welchen Bedingungen. also: nicht nur welches Verhalten zu zeigen ist, sondern auch wann es zu zeigen ist. erlernen solcher Bedingungen führt zum Zustand der Stimuluskontrolle. -          Bsp.: Insomnien / Schlafhygiene: Manche Personen benutzen Bett nicht nur als Ruhestätte, sondern auch für TV, Lesen, Grübeln etc. → es wird zum diskriminativen Stimulus für viele verschiedene Verhaltensweisen → Unter Umständen: Bett wird zum Auslöser von Arousal statt Entspannung
  • Arten der Verstärkung Skinner bemerkte eher zufällig, dass nicht nur kontinuierliche Verstärkung (jede Reaktion eines bestimmten Typs wird verstärkt, v.a. in Anfangsphase der Acquisition angebracht) OK ermöglicht, sondern auch partielle (oder intermittierende) Verstärkung, d.h., nicht jedes Zielverhalten wird verstärkt sondern nur ein Teil des Verhaltens, entsprechend verschiedener Verstärkerpläne. à Löschungsresistenz stärker weitere Variante: zufällige Verstärkung à erzeugt abergläubisches Verhalten
  • Konditionierbarkeit OK Nicht alle Organismen sind gleichermassen per OK konditionierbar. → Situationale Aspekte wirken sich auf den Konditionierungsprozess aus      z.B.: Hühner schlechter konditionierbar bei offenem Käfig → Bei Menschen spielen kognitive Voraussetzungen eine grosse Rolle (auch bisherige Lernerfahrung) → Bei sekundären Verstärkern variiert die Verstärkungsqualität der Stimuli stark  
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  • Verstärkerpläne Verstärkerpläne basieren auf unterschiedlichen Prinzipien partieller Verstärkung,orientieren sich entweder an der Zeit (Intervallverstärker) oder an der Häufigkeit. (Quotenverstärkung) des gezeigten Zielverhaltens. Fix = festgelegte Latenzzeit bzw.Häufigkeit; variabel = variable, aber durchschnittlich festgelegte Latenzzeit (Ratio) des Verhaltens.   fixe Intervallverstärkung (Reaktionsrate wellenförmig) variable Intervallverstärkung (Leistung stabil und einheitlich) fixe Quotenverstärkung ratio 1:1 wäre kontinuierliche V., sehr hohe Reaktionsrate, vorausgesetzt, Quote ist nicht zu hoch angesetzt, einschränkender Faktor: Erschöpfung variable Quotenverstärkung → am wirksamsten! (Quote = Verhältnis der verstärkten zu den nicht verstärkten Reaktionen)    
  • Verhaltensaufbau Verhaltensaufbauprogramme benutzen Verstärkerpläne gezielt, um bestimmte Verhaltensweisen mittels shaping zu formen und langfristig zu etablieren.
  • Konsequenz längerer fixer Quotenverstärkung: - Habituation (man gewöhnt sich daran, verstärkt zu werden) - Sättigung - Ermüdung der Verstärkerperson → allmählicher Verlust an Verstärkungspotential (Attraktivität) z.B. Wenn man eine Schokolade jeden Tag bekommt, hat man sie   weniger gern, als wenn es sie nur selten gibt!  
  • Bestrafung Skinner war ein starker Verfechter der Verstärkung à Nutzen zum Behavioral Engineering - zur Verhaltensänderung - zur Verhaltensverhinderung (Alternativverhalten) - zum Verhaltensaufbau Bestrafung ist effektiv, wenn sie stark, unmittelbar, konsistent (d.h. wenn sie immer dann ausgeführt wird, wenn Fehlverhalten auftritt, keine Ausnahme, Stärke dem Fehlverhalten angepasst) und unausweichlich ist. problematisch: -          Verhalten kann kurzzeitig gehemmt oder versteckt werden, aber Verhalten ist nicht gelöscht! -          Wenn Bestrafung Verhalten unterdrückt, dann stellt sich immer noch die Frage, ob ein Ersatz durch angepassteres Verhalten erfolgt (oder nicht) -          Aversiver Stimulus kann sich als belohnend erweisen (z.B.: Aufmerksamkeit in Erziehung, Kind rückt ins Zentrum) -          Bestrafung kann andere unterwünschte Emotionen / Verhalten auslösen, z.B. Aggression   Körperstrafen: führt kurzfristig zur Reduktion unerwünschten Verhaltens, aber: schlechtere Beziehung zu Eltern, mehr Aggressionen, mehr antisoziales Verhalten, mehr psychische Probleme, mehr Missbrauch von Partner / Kinder, mehr internalisierenden Problemen der Kinder
  • OK – Kritik und Bedeutung à eine der wichtigsten Theorien in Bezug auf Lernen (Alltagsrelevanz, Erziehung, Therapie) à leistete sehr wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Interventionsmethoden zur      Verhaltensänderung. à Jedoch schwierig überprüfbar (Zirkularität) Anfang?   - reduktionistische Sichtweise des Verhaltens und Erlebens von Menschen - Nichtberücksichtigung intrapsychischer Prozesse (z.B.: Warum zeigt Taube Fressreaktion, wenn sie nicht hungrig ist?)
  • SORCK
  • (systematische) Positive Verstärkung Kontingente Belohnung auf angemessenes Verhalten (mittels Verstärkerlisten) und negative Verstärkung von angemessenem Verhalten. à Anwendungsbsp. Triple P (Elterntraining)
  • Premack-Prinzip Das Premack-Prinzip: Häufige Verhaltensweisen werden benutzt, um gewünschtes Verhalten zu stimulieren. Ein wichtiger Einsatzbereich ist die Aktivitätssteigerung bei depressiven Patienten. Problemstellung: wie kann bei einem depressiven Patienten, der exzessiv schläft, eine Aktivitätssteigerung erreicht werden?  
  • Shaping Wenn positive Verstärkung mit einem bestimmten Aspekt des Verhaltens zusammenhängt, und der Organismus dieser Assoziation gewahr wird, dann wird das Verhalten auf diesen Aspekt ausgerichtet. Dieses Prinzip kann genutzt werden: durch differenzielle Verstärkung kann das Verhalten sukzessive geformt werden. Shaping = schrittweiser Aufbau von komplexen Verhaltensabläufen: - geschieht in einzelnen Schritten - durch gezielte Verstärkung wird ein Verhaltensaspekt etabliert - eine Approximation zum Zielverhalten findet statt. Beispiel: Aufbau von Sozialverhalten - sozial ängstliche Person soll Ticketkauf lernen - Erstellen eines Verhaltensaufbauplans: Definition passender Teilschritte - systematische Verstärkung von Teilschritten. Verhalten, das sich dem Zielverhalten annähert, wird gezielt verstärkt.
  • Chaining Durch Chaining können Abläufe von Verhalten ausgeformt werden. Verhaltensabläufe müssen in einzelne Etappen zerlegt werden, und fehlende Verhaltenselemente müssen durch shaping aufgebaut werden. → Aufbau erfolgt rückwärts
  • Token economies umschreibt die Methode, ganz bestimmte Verhaltensweisen über Verstärkungspläne aufzubauen, wobei Objekte mit Tauschwert als Verstärker benutzt werden. - Zielverhalten und  Belohnung für Zielverhalten/ Endbelohnung muss klar festgelegt werden - Zielverhalten wird mit Token kontinuierlich verstärkt (fixer Quotenplan) - bei Erreichen der Token-Anzahl für Endbelohnung erfolgt diese möglichst unmittelbar (Unmittelbarkeit sollte schrittweise relaxiert werden,  Kompetenz zum Verstärkeraufschub stärken)
  • Response cost Bei der RC Methode werden positive Verstärker bei Fehl- oder Mangelverhalten entzogen (meist mittels schon gegebener Tokens) Wird eher selten alleine durchgeführt, meist in Kombination mit TE-Methode, wenn Verhaltensaufbau zu ineffizient ist, bzw. häufig Fehlverhalten gezeigt wird. à TE sollte im Verhältnis zu RC im Übergewicht bleiben
  • Methoden zur Modifikation und Aufbau von Verhalten - Token economies- Respond cost- shaping- chaining- systematische positive Verstärkung- Premack-Prinzip - Löschung durch Ignorieren (wirksam, v. a. langfristig, z.B. bei aggressiven Personen)- Sättigung (bei hoher Auftretensfrequenz und steter Verstärkung mit demselben Stimulus)- Time-out (Entzug aller möglicher Verstärker, Schaffen von Löschungsbedingungen (≠ Bestrafung,sondern auf wohlwollende Art anwenden)
  • Neuere und integrative Ansätze à Validerer Kontext à wegkommen von reinen Stimulus – Reaktionstendenzen (weg von der Black Box) à Intervenierende Variablen ausleuchten à in Alltag transferieren à Hull, Mowrer und Tolman trugen dazu bei, modernes Verständnis vom Lernen zu begründen.
  • Clark Leonard Hull Hull beschäftigte sich intensiv mit der KK, war Behaviorist, arbeitete mit Skinner zusammen. à publizierte „the principles of behavior“   Hulls Sichtweise von Verhalten Menschliches Verhalten ist in seiner Erscheinungsform ein Resultat konstanter Auseinandersetzung eines Organismus mit seiner Umwelt. - die Umwelt besteht aus einer Vielzahl sich verändernder Reize - verschiedene dieser Reize werden relevant für den Organismus, verlangen eine Reaktion   (Adaption) à Organismus reagiert also auf dieser Reize Differenz zwischen fördernden und hemmenden Variablen bestimmt Auftretenswahrscheinlichkeit des Verhaltens (Reaktionspotenzial)  
  • Triebreduktionstheorie Hull
  • Hulls Verhaltensmodell: Stimulusvariablen Stimulusvariablen: unabhängige Variablen, Prädiktoren -          Motivationszustände (Cd) -          Anzahl Verstärkungen (N) -          Intensität des physikalischen Reizes (S) -          Grösse der Verstärkung, welche auf das Verhalten (Reaktion) folgt (w) -          Mit Reaktion verbundene Beanspruchung (W) à Vorhersage der Reaktion!
  • Hulls Verhaltensmodell: Intervenierende Variablen Intervenierende Variablen: Moderator → Motivation, Antrieb -          Bsp. I.V.: biologische Bedürfnisse, Lebenserfahrung- und Geschichte, symbolische Werte, Werthaltungen -          Werden von Stimulusvariablen bestimmt -          Intervenierende Variablen sind stimulusspezifisch → (Reaktionspotenzial / Hemmungspotenzial) -          Reaktion = Funktion von fördernden und hemmenden Faktoren -          Motivationszustand = Gesamtheit von fördernden / hemmenden Kräften  
  • Reaktionspotenzial = Produkt sämtlicher reaktionsfördernden Variablen,  ergibt sich aus verschiedenen triebrelevanten Faktoren   sEr = D * sHr * V * K 1. Antrieb (D) 2. Gewohnheitsstärke (sHr) 3. Stimulusqualität (V) 4. Anreizmotivation (K)
  • Hull: Antrieb Der Motivationszustand einer Person = Grundlage für einen spezifischen Antrieb Lernen setzt Antrieb voraus! -          Antrieb ermöglicht Verstärkerwirkung à es braucht z.B. ein Bedürfnis, um Verstärker motivationsrelevant zu machen -          Ohne Antrieb keine Ausbildung von Gewohnheitszuständen à Gewohnheiten werden von Bedürfniszuständen aufrecht erhalten -          Antrieb ermöglicht adaptives Verhalten à Passung zwischen Stimulus und Reaktion wird durch Antriebreiz gesteuert