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Psychologie (Fach) / Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten (Lektion)

Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens

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  • Boolsche Verknüpfung AND Hans AND Maier -es wird nach den Stichwörtern Hans UND Meier gesucht -es werden nur diejenigen Dokumente gefunden, in denen die beiden Suchbegriffe gemeinsam vorkommen = Schnittmenge
  • Boolsche Verknüpfung OR Hans OR Maier -es werden diejenigen Dokumente gefunden, in denen entweder der eine oder der andere Suchbegriff oder beide gemeinsam vorkommen = Vereinigungsmenge
  • Boolsche Verknüpfung NOT Hans NOT Maier -es werden diejenigen Dokumente gefunden, in denen nur der erste, nicht aber der andere Suchbegriff vorkommt = Restmenge
  • Asteriskus -auch Sternchen oder Wildcard * -steht für eine beliebige Anzahl beliebiger Zeichen -Bsp.: Psych* --> Psychologie, Psychose etc. oder Gra*ik = Grafik, Graphik
  • Stopwords -Werden von den Suchmaschinen schlicht und einfach ignoriert -Grund: häufiges und unspezifisches Vorkommen -Artikel o. Präpositionen: der, das, eine etc. -Boolsche Operatoren -Spezielle Zeichen wie + & $
  • Fachtermini/ Begriffe -Kernelemente jeder Fachsprache -Dienen dazu, wissenschaftliche Sachverhalte in knapper und präziser Form zu benennen -Unterschiedlicher Gebrauch je nach Theorie, Welt- und Menschenbild -Sprachabhängigkeit -Wandel im Laufe der Zeit -Veränderung der Bedeutung über die Zeit hinweg -Differenzen zur Alltagssprache
  • Textabschnitte sollen folgendes beinhalten... - Kernaussage = Träger des Hauptgedankens - Erläuterungen zur Kernaussage: Definitionen, Erklärungen, Operationalisierungen -Beispiele für Kernaussage -Kernaussagen, Postulate und Thesen müssen oft erschlossen werden (geben wieder was dem Autor wichtig ist) -Strukturangaben, die auf die Gliederung des Textes verweisen -Zusätzliche Darstellungen: Tabellen, Grafiken, Karten, Fotos etc.
  • Argumente - Argumente dienen dazu, Behauptungen und Thesen zu untermauern -Liefern Gründe, warum es vernünftig ist eine bestimmte Aussage als wahr anzunehmen -Müssen in den Wissenschaften durch Belege abgestützt werden
  • Theorien -Komplexere Gebilde, in denen Begriffe, Postulate, Argumente und Belege zu größeren Einheiten zusammengefasst sind -Dienen zur Erklärung
  • Fakten = empirisch geprüfte Behauptungen, die von einer Fachgemeinschaft als "wahr" gelten
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  • Berichte -Stellen dar, was jemand getan hat -Große Bedeutung des Forschungsberichtes -Kern ist die Darstellung des methodischen Vorgehens und der Ergebnisse -Struktur: Abstract - Introduction - Method - Results - Discussion  
  • Kontext - Disziplin des Autors und des Textes, Forschungsfelder, Diskurse etc. - Kontextinformationen sehr wichtig für Textverständnis, da eben auch die Begrifflichkeiten, theoretische Präferenzen, etc. dadruch erkenn- und erklärbar werden
  • Referenzen = Verweisen auf Texte und Arbeiten anderer Wissenschaftler - dient der Transparenz und Deklaration - Aktualität - Zuordnung von wissenschaftlichen Positionen bzw. Denkformen zu Personen (Kontextueller Rahmen, wie z.B. Diskurspartner, methodische und theoretische Präferenzen etc.)
  • Lesetechniken Grundprinzip: Lesende aktiv zu machen und sie in eine aktive Auseinandersetzung mit dem Text verwickeln Verhinderung, dass man widerspruchslos der Textlogik folgt - Aufmerksamkeitssteuerung durch den Leser, nicht durch den Text - Gute Texte haben hohes suggestives Potential - lassen z.B. Zusammenhänge logischer erscheinen als sie tatsächlich sind - Didaktisch gut gestaltete Texte sprechen das Vorwissen an ( = Lesehilfe fördert aber nicht das eigene Denken) Ziel jeder Lesetechnik: Kontrolle über das Lesen übernehmen  
  • Aktives Lesen (3 Schritte) 1. Leseplanung und - vorbereitung 2. Bewusste Steuerung des Leseflusses und Informationsaufnahme 3. Nachbereitung: Rekapitulieren, kritische und dokumentierende                  Aktivitäten
  • Leseplanung und - vorbereitung - Zweck, Ziel und Zeit klar machen - Örtlicher Rahmen: Vorteilhaft sind Orte mit wenig Ablenkung, die wenig Unterbrechung erlauben - Kontextueller Rahmen: Welchen Text hat man zu lesen, wieviele, mit welchem Ziel, in welcher Reihenfolge - Zusammenstellung von Kontextinformation als wichtiger Schlüssel zum Verständnis von Texten: Info über Autor(en), diskursive Zusammenhänge, Quellen etc.
  • Was ist die wichtigste Aktion vor dem Lesen? Was möchte man vom Text wissen? - Lesetechniken zur Planung und Vorbereitung + Förderung der bewussten Steuerung von Lesefluss und Infrmationsaufnahme  
  • Allgemeine Lesetechniken - Durchblättern - Überfliegen (Querlesen, Diagonallesen) - Gründliches Lesen
  • Durchblättern - Allgemeine Lesetechnik - Schnell und dient der ersten Orientierung und der thematischen Zuordnung
  • Überfliegen (Querlesen, Diagonallesen) - Allgemeine Lesetechnik - Reicht meistens aus, um das Wesentliche herauszufiltern - Orientierung an Stichworten und wichtigen Begriffen - nur wichtige Passagen werden Satz für Satz gelesen  
  • Spezielle Lesetechniken - Aktive Wissensaneignung durch Zusammenfassung und Bewertung, durch Vergleich und Integration mit schon vorhandenem Wissen - Das Lesen darf nicht rein rezeptiv sein, sondern soll mit aktiven Verarbeitungsschritten vollzogen werden
  • Aktive Verarbeitungsschritte bei speziellen Lesetechniken - Überblick verschaffen - Formulieren von Fragen / Beantwortung während des Lesens - Lesen - Rekapitulation von Abschnitten / Fragen - Gedankliche Wiederholung des gesamten Argumentationsablaufs
  • Orientierung bzw. Überblick (Schritt bei speziellen Lesetechniken) - Erkennen der Struktur, Inhalte, Schwerpunkte, Qualität Für eine schnelle Orientierung: - Zusammenfassung(en) - Inhaltsverzeichnis - Kapitelüberschriften und Zwischentitel - Vorwort & Einleitung - Hervorgehobenes - Literaturverzeichnis
  • Formulierung erster Fragen (Schritt bei speziellen Lesehilfen) Man wird vom passiven Konsument eines Textes zum aktiven und kritischen Leser --> steigert die Motivation Beispiele - Was weiß ich selbst schon über das Thema? - Welche Erwartungen habe ich an den Text? - Was möchte mir der Autor vermitteln? - Was sind die wichtigsten Ergebnisse? etc.
  • Lesen (Schritt bei speziellen Lesehilfen) - Erst wenn man Überblick hat und Fragen formuliert hat - Lesetempo an die Schwierigkeit des Textes anpassen - Schrittweises Erarbeiten der Argumentation und der Inhalte - Wichtige Passagen markieren
  • Rekapitulation (Schritt bei speziellen Lesestrategien) Um kritisch mit dem Gelesenen umzugehen kann man sich folgende Fragen stellen und beantworten:  - Worum ging es in diesem Teil? - Was waren die zentralen Aussagen? - Habe ich den Inhalt vollständig begriffen? etc. --> Das Beantworten der Fragen fördert das aktive und kritische Nachdenken über das Gelesene --> Erst durch das Rekapitulieren eignet man sich den betreffenden wissenschaftlichen Inhalt wirklich an    
  • Gedankliche Wiederholung (Schritt bei speziellen Lesetechniken) - Steigert die Merkfähigkeit - Integration des Gelesenen zu einem Ganzen
  • Warum zusammenfassen? - Wesentlicher Schritt des Lesens ist, das Gelesene in einen eigenen auf das Wesentliche reduzierten Text zu verwandeln - Essentieller Schritt in der Wissenschaft um in den Texten gespeichertes Wissen zu identifizieren und zu reproduzieren 1. Zusammengefasstes Wissen für den eigenen Gebrauch verfügbar machen (Bsp.: Prüfungen) 2. Zusammenfassungen als Basis von Wissenseinheiten für einen eigenen Text (Bsp.: Stand der Forschung)
  • Zusammenfassende Inhaltwiedergabe -Nacherzählende Wiedergabe des Inhalts, auf der Sachebene - ähnlich wie der Autor - in reduziertem Umfang
  • Referierende Zusammenfassung - Bericht über das Gelesene und dessen Autor - Es wird nicht über den Gegenstand berichtet, sondern über das, was der Autor über den Gegenstand sagt und seine Vorgehensweise
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  • Kritisches Lesen - Kritischer Umgang mit Texten heißt nicht den Text zu kritisieren - Alternative: "Reflektierter Umgang mit Wissen" als Form des kritischen Umgangs - Denkmöglichkeiten erproben, Raum für Denken schaffen - Reflektieren über Fragen hypothetischer Annahmen und nicht über Behauptungen - Erfordert eine bestimmte Sprache des Erwägens und Hinterfragens (Bsp.: "Es ist aber auch denkbar, dass...") - Kritisches Lesen auch zu dokumentieren bedeutet "schriftlich" denken zu lernen ( = eine der wichtigsten Grundlagen jedes wissenschaftlichen Arbeitens)
  • Kritik / Text kritisieren (im Gegensatz zu Kritischem Lesen) - Wer kritisiert, glaubt zu wissen, was richtig und falsch ist (Die wenigsten Wissenschaftler behaupten dies von sich) - Kritik beendet meist die Kommunikation anstatt die Auseinandersetzung (Diskurs) zu fördern - Deshalb ist Kritische Lesen nicht gleich Text kritisieren
  • Exzerpt - Schriftlicher Auszug aus einem Werk - Ziel: Das Gelesene für einen späteren Zeitpunkt verfügbar machen - Anfertigung von "Leseprotokollen", die das Wichtigste eines Textes enthalten bzw. was von Interesse ist  
  • Warum exzerpieren? - Erleichtert die Formulierung für spätere schriftliche Arbeiten - Fördert die Konzentration auf das Wesentliche - Erleichtert die gedankliche Zuordnung - Hilft den Inhalt und wesentliche Aussagen sich anzueignen
  • Was muss ein Exzerpt enthalten? - Genaue bibliographische Angaben - Zentraler Gedankengang (inhaltlicher Aufbau) - Zusammenfassungen zentraler Aussagen, Thesen, Theorien, Definitionen, Literatur, Forschungshandlungen (Untersuchungen, Experimente etc.), Ergebnisse, Generalisierungen, Schlussfolgerungen - Mit eigenen Worten und / oder Zitate - Wörtliche Zitate, die man später verwenden möchte (mit genauen Angaben) - Wichtige eigene Gedanken, Kommentare, Erkenntnisse, Kritiken, offene Frage u.ä. - Seitenangaben zu allem was herausgeschrieben wird - Angaben zu dem was man nicht gelesen hat - Hinweise auf Inhalte, die man später vielleicht nochmals ansehen möchte (Bsp.: Tabellen, Abbildungen)        
  • Grundstruktur von Zeitschriftenartikeln - Zusammenfassung (Abstract) - Problembeschreibung (Introduction) - Methode (Method) - Ergebnisse (Results) - Interpretation / Diskussion (Discussion) - IMRAD - Schema
  • Schwierigkeit beim Schreiben wissenschaftlicher Texte - Forderung nach wissenschaftlichem Denken - nach genormten Darstellungen - nach fachspezifischen Ausdrucksweisen
  • Fragestellung - Eines der wichtigsten strukturellen und inhaltlichen Elemente einer wissenschaftlichen Arbeit - Mit ihr steht und fällt beispielsweise eine empirische Untersuchung - Gibt an, welchen Teilaspekt des Themas behandelt werden soll und welche Erkenntnis produziert werden soll - Dient der Präzisierung und der Eingrenzung (Spezifizierung) - Am Anfang: "Arbeitsauftrag", die Frage mit der man selbst an die Arbeit geht - Am Ende: Der fertige Text ist auf die Fragestellung bzw. auf deren Beantwortung ausgerichtet - Fragestellung sollte so präzise und direkt wie möglich formuliert werden  
  • Problem (stellung) - "Problem" mit dem sich eine Arbeit befasst, ist meist eine größere Sinnheit als die Fragestellung - Eng mit der Relevanz des Themas in Verbindung - "Problem" kann wissenschaftlicher, politischer, ethischer, beruflicher usw. Natur sein - Probleme dieser Art können selten mit einer Arbeit behandelt und gelöst werden ABER ein Teilaspekt kann sehr wohl gelöst werden! Auf diesen Teilaspekt bezieht sich die Fragestellung!
  • Was man beim Schreibstil vermeiden sollte... - Sprachartistik - Stilschlamperei - Phrasendrescherei (nichtssagendes Gerede) - Satzbaufehler und falsche Wortstellungen - Modewörter und umgangssprachliche Formulierungen
  • Adjektive, die man beim Schreiben weglassen sollte... - Adjektive, die etwas verdoppeln: Öde Wüsten, Dunkle Nächte, Lautes Geschrei etc. - Adjektive, die nur scheinbar präzisieren: Spezifische Aussage, Besonderes Anliegen - Abgegriffene Phrasen: Unliebsame Störung, Nackte Wahrheit, Goldene Mitte etc. - Adjektive, die mehr Gewicht verleihen sollen: Wesentliche Neuerungen, Bedeutsame Erkenntnis, Tiefe Wirtschaftskrise, Uralte Mythen
  • Behauptung / These - Behauptung, für die wir Gültigkeit beanspruchen - Ich behaupte, dass... / Es ist davon auszugehen, dass...
  • Beleg - Ein Grund warum wir die Aussage für wahr halten sollen - Für diese Behauptung sprich... / Ein Beleg dafür ist...
  • Schlussregel - Begründet das Argumentmit einer allgemeinen Aussagen - Wenn X dann Y / A führt zu B
  • Stützwissen - Führt wissenschaftliches Wissen an, dass die Schlussregel begründet - Die Forschung zu...hat gezeigt...
  • Gegenargumente / Gegenmeinungen - Führt Positionen (Meinungen), Belege an, die (scheinbar) gegen die eigenen Argumente sprechen - Man kann einwenden... / Es wird auch argumentiert.../ Als alternative Position wird vertreten...
  • Widerlegung - Führt Argumente an, die die Gegenposition widerlegen - Ich widerlege die Argumente wie folgt... / Gegen diese Behauptungen ist einzuwenden... / Es hat sich aber gezeigt...
  • Konzession - Führt an warum die Gegenargumente nicht völlig grundlos sind - Ich räume ein, dass.../ Daran ist berücksichtigenswert, dass... / Gültig daran ist...
  • Qualifizierungen - Zieht Konsequenzen aus den Gegenargumenten für die eigene Position - Die Gültigkeit meiner Behauptung ist also einzuschränken auf.../ Mein Argument gilt nur wenn...und für den Fall, dass...
  • Was ist "wissenschaftlich" am wissenschaftlichen Schreiben? - Methodisch begründetes Vorgehen - Objektivität - Systematik - Kritikgebot - Einhaltung von Darstellungskonventionen - Sprachliche und terminologische Genauigkeit