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Psychologie (Fach) / Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten (Lektion)

Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens

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  • Psychologie als... -Erfahrungswissenschaft -Empirisch: auf Erfahrung beruhend
  • Empirische Forschung -Erkenntnisse durch systematische Auswertung von Erfahrung -über die Beobachtung realer Gegebenheiten wird Erkenntnis erworben -z.B. über Beobachtungen und Experimente
  • Idee -Rohmaterial geistigen Arbeitens -Sammelbegriff für alle geistigen oder gedanklichen Gebilde
  • Umgang mit Ideen -keine Standardform -verleiten uns zu einer Vorstellung -Idee ist nicht gleich Information (Informationen dienen dazu Ideen zu begründen, zu belegen und zu illustrieren) -Idee ist eine elementare wissenschaftliche Sinneinheit    
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Ideen -Wissenschaftliches Arbeiten ist in erster Linie die Lehre vom Umgang mit Ideen, wie man sie erkennt, schriftlich festhält und in Zusammenhänge einordnet (Kruse, 2002) -Ideen identifizieren, sammeln, ordnen, aufbereiten und präzisieren
  • Durch Verknüpfung von Ideen entsteht... -Ordnung -Durch Kombination können sich Theorien ergeben
  • Empirie (und Ideen) -Empirie = Ideen in Beziehung zur Wirklichkeit setzen -man prüft ob Ideen z.B. mit Beobachtungsdaten übereinstimmen (systematische Prüfung) -oder man versucht Ideen in einem Handlungsbereich umzusetzen um die Wirksamkeit festzustellen
  • Wissenschaftliches Denken = Haltung mit einer neugierigen Bereitschaft zur skeptischen Prüfung von miteinander konkurrierender Ideen -Ideen auf den Prüfstand zu stellen hilft uns, Sinn von Unsinn zu unterscheiden -Neugier, Ideen zu prüfen und deren Annahmen ans Tageslicht zu ziehen, verhilft uns zu kritischen Denken
  • Gemeinsamkeiten der Wissenschaften -Ziel aller Wissenschaften ist das Aufstellen möglichst allgemeingültiger und gehaltvoller Sätze über ihren Forschunggegenstand, die es erlauben, Phänomene des jeweiligen Forschungsgegenstandes zu erklären und vorherzusagen
  • Abgrenzung empirischer Wissenschaften zu anderen Wissenschaften -Empirischer Gehalt als Qualitätsmerkmal -Sachverhalte müssen sich auf prinzipiell empirisch Prüfbares beziehen -Prüfinstanz ist immer die empirisch fassbare Realität
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  • Sind ethische Grundsätze empirisch prüfbar? -Nein - sie sind nicht empirisch prüfbar -Aber z.B. die Akzeptanz dieser bei Menschen
  • Was will Wissenschaft? -Erkennen & Verstehen 1) Wie verhalten sich bestimmte Dinge in der Welt? 2) Wie lassen sich bestimmte Phänomene erklären? 3) Wie funktionieren bestimmte Prozesse und Abläufe? -Absicherung gegen Irrtümer: ein über die Zeit ausgearbeiteter Methodenkanon (kann/ist für unterschiedliche Disziplinen unterschiedlich)
  • Intersubjektivität -Kriterium (empirischer) Wissenschaftlichkeit -Unabhängigkeit wissenschaftlicher Erkenntnis vom (beobachtenden) Forscher -Andere Forscher sollten zu anderer Zeit an anderen Orten gleiche bzw. ähnliche Beobachtungen machen können und zu denselben Ergebnissen kommen -Sachverhalt ist für andere gleichermaßen erkennbar und nachvollziehbar
  • Sichrung der Intersubjektivität durch... Replikation -keine verbindlichen Richtlinien darüber, wie viele unabhängige Ergebnisse vorliegen müssen bevor ein Ergebnis wissenschaftlich anerkannt wird -im Rahmen einer etablierten Theorie: Anerkennung eher ohne große Replikation -bei Widerspruch mit den etablierten Theorien: eher viele und strikt unabhängige Replikationen -Bsp.: Spinat (Eisengehalt) und Kinoexperiment-Fälschung von Vicary (Cola, Popcorn, subliminale Botschaften)
  • Kriterien von Wissenschaftlichkeit -Intersubjektivität -Replizierbarkeit -Kritik und Skepsis -Transparenz und Überprüfbarkeit
  • Unterschiedliche Systeme der Überprüfbarkeit Verifikation (Positivismus): Bestätigung Falsifikation (Kritischer Rationalismus): (prinzipielle) Widerlegbarkeit (Bsp.: 1 schwarzer Schwan um "Alle Schwäne sind weiß" zu widerlegen) -Wird eine Hypothese nicht falsifiziert, so hat sie sich bewährt (ist dadurch aber nicht glaubwürdiger oder wahrer) -Heutige Wissenschaft eher von methodischem Pluralismus geprägt (Unkonventionelles Vorgehen scheint geeigneter als rigides Festhalten an erkenntnistheoretischen Vorschriften und Regeln)  
  • Transparenz durch Offenlegung bei Publikationen
  • Überprüfung von Aussagen (Philosophie, Literaturwissenschaft, Psychologie) Philosophie: durch rationale und begriffliche Analyse Literaturwissenschaft: Textbelege Psychologie: neben theoretischer Stimmigkeit v.a. die empirische Überprüfbarkeit
  • Überprüfung von Aussagen in der Psychologie Neben theoretischer Stimmigkeit v.a. die empirische Überprüfbarkeit
  • Anspruch einer Seminararbeit -Ausarbeitung und Darstellung eines speziellen Themas innerhalb eines größeren Themenbereiches -Mündlich wie schriftlich -Visuelle Darbietung wichtiger Inhalte -Anforderung an Inhalt und Umfang variiert je nach Seminarleiter
  • Anspruch an eine Bachelorarbeit -Nachweis unter Anleitung (einfache) psychologische Forschungsarbeiten durchzuführen, welche den Standards der psychologischen Forschung in theoretischer und methodischer Hinsicht entsprechen -i.d.R. beinhalten Bachelorarbeiten empirische Untersuchungen -formale Kriterien des wissenschaftlichen Arbeitens müssen eingehalten werden
  • Anspruch an eine Diplom-/Masterarbeit -Nachweis der selbstständigen wissenschaftlichen Bearbeitung eines Themas -Nachweis von inhaltlichen und methodischen Kenntnissen -formale Kriterien des wissenschaftlichen Arbeitens müssen eingehalten werden
  • Anspruch an eine Dissertation (Doktorarbeit) -Nachweis eines selbstständigen Beitrags zur wissenschaftlichen Forschung -Erweiterung der wissenschaftlichen Erkenntnisse
  • Formen wissenschaftlicher Literatur -Hochschulschriften -Bibliographien bzw. Abstracts -Citation Index -elektronische Publikationen -Fachstatistiken -Lehrbuch -Handbuch -Artikel aus Fachzeitschriften -Übersichtsartikel oder Review Artikel -Monographie
  • Lehrbücher -v.a. für Studierende -gesicherter Erkenntnisstand in knapper und leicht (?) verständlicher Form -den Lehrbüchern ähnlich sind kurz gefasste, einführende Darstellungen eines Wissensgebietes (Grundriss/Abriss/Leitfaden oder Einführung) -große Unterschiede hinsichtlich der Verständlichkeit & Lesbarkeit  
  • Handbücher = Gemeinschaftsarbeiten mehrerer Autoren, die den Stoff einer Wissenschaft oder eines größeren Sachgebietes unter Einbeziehung der gesamten einschlägigen Literatur ausführlich und vollständig darstellen  
  • Artikel aus Fachzeitschriften -wichtigstes Publikationsmedium -hohe Qualität (Peer Reviewing als Beurteilungsverfahren - "Gutachten") -Fragestellungen, Methoden, Ergebnisse und Interpretationen werden umfassend und nachvollziehbar dargestellt -Synonym: Orginalartikel, Originalarbeit (engli.: source) oder Primärliteratur bzw. Primärquelle
  • Übersichtsartikel bzw. Review Artikel -Zusammenfassung und Bewertung des Forschungsstands durch Experten -zusätzliche Informationsquelle -ideales Medium um sich einen hochqualifizierten Überblick zu verschaffen   Bsp.: Annual Review of Psychology -hält Rückschau auf die Neuerscheinungen der internationalen Literatur durch erstklassige Autoren
  • Monographie -Schrift über einen einzelnen, begrenzten Gegenstand oder auch eine Person der umfassend behandelt wird -Einbändiges Werk im Gegensatz zu mehrbändigen Fortsetzungswerken
  • Nachschlagwerke -Fachwörterbuch -Lexikon -Enzyklopädie
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  • Enzyklopädie der Psychologie -umfangreichstes deutsches Nachschlagwerk -derzeit 70 Bände und 27 in Planung -Beiträge nicht als Einführung sondern als genaue Überblicksinformation gedacht   4 Teilbereiche -Geschichte und Stellung der Psychologie zu anderen Wissenschaften -Methodologie und Methoden -Theorie und Forschung -Praxisgebiete (Klinische Ps. etc.)    
  • Hochschulschriften -Diplomarbeiten -Dissertationen (Doktorarbeit) -Habilitationen (höchstrangige Hochschulprüfung --> Lehrbefähigung) -Graue Literatur: interene Papers, Skripten, Forschungsberichte, Vorträge (die nicht öffentlich in Verlagen erscheinen)
  • Bibliographien bzw. Abstractsammlungen -Bücher schreiben, verfassen und abschreiben -ein nach bestimmten Gesichtspunkten geordnetes Verzeichnis von Druckschriften, unabhängig vom Vorhandensein in einer Bibliothek -können unterschiedlich umfangreich sein  
  • Psychological Abstracts (Beispiel für Bibliographie) -Herausgeber: APA (American Psychological Association) -Größte & bestgegliederteste psychologische Bibliographie -Ziel: möglichst vollständige Erfassung der internationalen Psychologie und deren Grenzgebiete -Abstractumfang: 100-150 Wörter -keine Bewertung -Berücksichtigung von Publikationen aus anderen Fachgebieten (Psychiatrie, Soziologie etc.), soweit sie für die Psychologie von Interesse sind -Online Version: PsycInfo (60.000 Neueintragungen pro Jahr)  
  • Psyndex (Beispiel für Bibliographie) -Referenzdatenbank deutschsprachiger Autoren von psychologischen Publikationen und audiovisuellen Medien -Tests + ausführliche Testbeschreibungen
  • Citation Index -bietet eine Vorwärtssuche -"Wer wurde wann und wo wie oft zitiert?" Bsp: Science Citation Index
  • Science Citation Index/ ISI Web of Science/ ISI Web of Knowledge -Auswertung fast aller internationalen Fachzeitschriften aus Psychologie, Soziologie, Medizin, Naturwissenschaft (Biologie, Chemie etc.) und Technik -Aufsatzdatenbank mit mehr als 18 Mio Titelnachweisen aus rund 8.300 ausgewerteten Zeitschriften -bibliographische Angaben mit in den nachgewiesenen Veröffentlichungen zitierten Fundstellen -"Cited Reference Search" - Zitatanalyse
  • Anthologie -gr. Blütenlese -Zusammenstellung durch Herausgeber von früher schon veröffentlichen Texten
  • Sammelwerk -Mehrere Autoren -Eigens verfasste Artikel -Erstveröffentlichung
  • Kritische Ausgabe -Werkausgabe mit Angabe der Textvarianten und der Textgeschichte -Ausführliche Einführung
  • Periodika -Regelmäßig erscheinendes Druckwerk -Fachbegriff für Heftreihen, Journale, Zeitschriften, Zeitungen, Gazetten, Magazine
  • Reader bzw. Readings -meist auszugsweise Zusammenstellung von überwiegend wissenschaftlichen Texten eines oder mehrerer Autoren unter einem gemeinsamen Oberthema -Deutschland: Meist Büchter/Textsammlungen, die eine Auswahl bereits andernorts publizierter, kanonischer Texte aus einem wissenschaftlichen Gebiet kommentiert edieren (herausgeben)
  • Merkmale verschiedener Quellen -Aktualität -Qualität -Informationsgehalt
  • Qualität -hängt ab von Faktoren wie: Fragestellung, Untersuchungsmethode, Repräsentativität, Interpretation und Aktualität -Zeitschriftenartikel sind am höchsten einzustufen - am höchsten jene mit anonymen peer-reviewing
  • Welches Medium hat die höchste Qualität? -Zeitschriftenartikel (v.a. jene mit anonymen peer-reviewing)
  • Informationsgehalt Review-Artikel Übersichtsarbeiten (Review-Artikel) fassen zumeist einen weithin anerkannten Stand der Forschung zusammen
  • Informationsgehalt Fachbücher Fachbücher bieten meist einen breiten Überblick zu einem Themenbereich, sind allerdings meist subjektiver gefärbt als Review-Artikel oder Originalarbeiten und nicht so aktuell
  • Informationsgehalt Originalarbeiten -Originalarbeiten dokumentieren detailliert Art, Methode, Ergebnisse und Interpretationen zu einer speziellen Untersuchung -beinhalten hochspezialisierte Information
  • Stichwörter Begriffe, die im Text eines Dokumentes selber vorkommen
  • Schlagworte Begriffe, die zentrale Aspekte eines Textes repräsentieren und in ein logisch und hierarchisch aufgebautes Schlagwortverzeichnis eingeordnet werden