Psychologie (Fach) / Diagnostik (Lektion)

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Diagnostik

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  • Nennen und erläutern Sie Elemente der Definition Psychologischer Diagnostik! Psychologische Diagnostik ist eine Teildisziplin der Psychologie Beantwortung von Fragestellungen, die sich auf beschreiben, erklären und vorhersagen menschlichen Verhaltens und Erlebens beziehen (Psychologie erfolgt nicht aus einem Selbstzweck, sondern aus einem Auftrag heraus!, ist nicht eigenschaftsorientiert, sondern kann sich auch mit situativ bedingtem Verhalten beschäftigen) gezielte Erhebung von Informationen über das Verhalten eines oder mehrerer Menschen und deren relevante Bedingungen Informationen werden interpretiert (Deutliche Trennung von Fakten und Intepretation!) zur Erhebung werden wissenschaftliche Standards genommen
  • Nennen Sie Praxisfelder, in denen Psychologische Diagnostik angewandt wird! Forensische Psychologie Verkehrspsychologie Arbeits- und Organisationspsychologie Pädagogische Psychologie Gesundheitspsychologie Klinische Psychologie
  • Mit welchen anderen Fachgebieten der Psychologie steht die Psychologische Diagnostik im Fall der Intelligenzdiagnostik in ständigem Wissensaustausch? Differentielle Psychologie Pädagogische Psychologie Arbeits- und Organisationspsychologie
  • Was sind die Grundannahmen der Eigenschaftsdiagnostik? das Erleben und Verhalten von Menschen lässt sich in Form von Eigenschaften (»traits«) beschreiben Eigenschaften sind nicht direkt beobachtbar, können nur aus Verhalten erschlossen werden meist reicht Verhalten zur Beschreibung aus, ohne auf Eigenschaften zugreifen zu müssen Verhalten ergibt sich aus der Situation nd der Eigenschaft
  • Anforderungen an das psychologische Diagnostizieren Die Prinzipien der Entscheidungsfindung müssen wissenschaftlichen Kriterien entsprechen Die Schritte der Entscheidungsfindung müssen nachvollziehbar sein Die Schlussfolgerungen müssen ethischen Standards genügen
  • In welchem Zusammenhang wird Psychologische Diagnostik zur Selektion und zur Modifikation eingesetzt? Erklären Sie dies anhand von Beispielen! Selektion von Personen  (Pesonalauswahl) Selektion von Bedingungen (Berufsberatung) Modifikation von Personen (Training) Modifikation von Bedingungen (Arbeitszeit)
  • Erläutern Sie das ersten frühen eignungsdiagnostischen Verfahren! 300 v. Chr (China) Entwicklunng eines Testprogramms für die Aufnahme in den öffentlichen Dienst Objektives mehrstufiges Selektionsprogramm im 7. Jhdt. blieb in deiser Grundstruktur bis 1905 erhalten
  • Wer entwickelte die erste wissenschaftliche Diagnostik und wie hat er dies gemacht? Francis Galton Einrichtung eines Labors zu systematische Erfassung von Unterschieden Erfassung der Fähigkeiten des Menschen (gibt es allgemeine kognitive Fähigkeiten --> Intelligenz) Grundlegende Elemente der Intelligenz sind einfache, sensorische, perzeptuelle und motorische Prozesse
  • Welche Errungenschaften sind James McKeen Cattel zuzurechnen? Aufstellung einer Testbatterie, mit Physical Test (zur Messung einfacher Funktionen) Mental Test (zur Untersuchung höherer geistiger Fähigkeiten) Forderung nach Vergleichbarkeit der Testergebnisse, realisiert durch Standardisierung
  • Welche Kritik wurde gegen die Errungenschaften von Cattell vorgebracht? Kritik: Zusammenhänge zwischen Physical und Mental Test nur gering Die Testergebnisse hängen kaum von Außenkritieren ab (wie z.B. Zeugnisnoten oder Lehrerbeurteilung)
  • Was ist kennzeichnend für die erste Periode der wissenschaftlichen Diagnostik? Betrachtung interindividueller Unterschiede Entwicklung einer wissenschaftlichen Diagnostik aus experimenteller Laborforschung Nutzung elementarer Maße der Intelligenz (Reaktionszeiten, Sinnesfunktionen)
  • Was ist der Stanford-Binet Test? Entwicklung eines Intelligenztests für Schulkinder Prinzipien: Kinder können mit zunehmendem Alter immer schwierigere Aufgaben und verfügen über über ein immer größeres Wissen ein Kind ist umso intelligenter, je früher es derartige Problemlöse- und Wissensaufgaben lösen kann Maß für Intelligenz: Intelligenzalter bildete ein halbes Jhdt. Grundlage der Intelligenzdiagnostik
  • Wer veröffentlichte wann den ersten Intelligenztest? 1905 Alfred Binet und Theodore Simon
  • Wie definierte William Stern und wie David Wechsler den IQ? Stern: Intelligenzalter (IA) und Lebensalter (LA) sollen so in ein Verhältnis zueinander gesetzt werden, dass sich ein altersunabhängiges Maß ergibt IQ = (IA/LA)x100 Problem: Da das Intelligenzalter langsamer zunimmt als das Lebensalter, sinkt er IQ nach Sterns Formel beständig Wechsler: (IQ-Abweichungsquotient) IQ = 100x15x((X-M)/σ) X = individueller Test-Rohwert M= Mittelwert σ = Standardabweichung
  • Was sind die Unterschiede der Verfahren zur Intelligenzmessung in der ersten und zweiten Periode? Testverfahren der 1. Periode: Einfache Aufgaben, schwacher Bezug zum diagnostischen Merkmal Experimentalpsychologischer Hintergrund Individuelle Leistung wird isoliert, gemessen und beurteilt Viele Einzelaufgaben Testverfahren der 2. Periode: Komplexe Aufgaben, die einen engeren Bezug zum diagnostischen Merkmal aufweisen Konstruktion relsutiert aus praktischer Problemstellung Leistung wird interpretiert in Bezug auf Vergleichsgruppe
  • Was erfassen Fähigkeits-/Leistungsdiagnostik und was Persönlichkeitsdiagnostik? Fähigkeits-/Leistungsdiagnostik: Erfassung des maximalen Verhaltens Persönlichkeitsdiagnostik: Erfassung des typischen Verhaltens  
  • Wer ist erster Persönlichkeitsdiagnostiker und was hat er entwickelt? Robert Woodworth (1869 - 1962) Stammvater des moderenen Fragebogens (Personal Data Sheet) entstanden um geeignete Soldaten für den Krieg zu selektieren, um PSD zu verhindern
  • Was ist das Big Five Modell und wie ist es entstanden? Lexikographischer Ansatz (repräsentative Liste persönlichkeitsbeschreibender Begriffe dienen als Grundlage moderner Modelle der Persönlichkeit) Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit, Neurotizismus (OCEAN)
  • Nenne projektive Verfahren und erläutere diese kurz! Thematischer Apperzeptionstest (TAT) Wort/ Bildassoziation zu Registrierung emitionaler Reaktionen ermöglicht Zugang zu unbewussten Gedanken Rorschach Test Provozierung von Reaktionen durch Vergabe unstrukturierter Materialien Tintenkleckse sollen von Probanden gedeutet werde ermöglicht die Merkmale in Beziehung zu setzen mit einzelnen Persönlichkeitsmerkmalen
  • Was versteht man unter einem Test? Was sind die Merkmale diagnostischer Testverfahren? Bei einem psychologischen Test(a) handelt es sich um eine Messmethode,(b) mit der ein psychologisches Merkmal (oder auch mehrere Merkmale) erfasstwerden soll(en).(c) Das Vorgehen ist standardisiert(d) und schließt die Erhebung einer Verhaltensstichprobe ein.(e) Das Verhalten wird durch die spezifischen im Test realisierten Bedingungen hervorgerufen.(f ) Seine Variation soll weitgehend auf die Variation des zu messenden Merkmals zurückzuführensein.(g) Ziel ist eine quantitative (Messung des Merkmals)(h) und/oder eine qualitative Aussage (Gütekritieren) überdas Merkmal.
  • Was versteht man unter Messen? Und was sind die Bedingungen? Messen ist eine Zuordnung von Zahlen zu Merkmalsausprägungen von Objekten Bedingungen: Mathematische Beziehungen zwischen den Zahlen müssen der empirischen Beziehung zwischen den Objekten entsprechen Exhausivität
  • Was versteht man unter Exhausivität? kein Fall darf in mehr als einer Kategorie sein
  • Was sind die Voraussetzungen für Nominalskalenniveau? Festgestellt werden kann nur Gleichheit oder Ungleichheit von Daten Beispiele: Kontonummern, Telefonnummern, Geschlechtsangabe...
  • Was sind die Voraussetzungen für Ordinalskalenniveau? Daten können in eine natürliche Rangordnung gebracht werden mit den Werten nicht mathematisch gerechnet werde!! Beispiele: Schulnoten, Präferenzrangfolgen (bester, zweitbester, etc.)...
  • Was sind die Voraussetzungen für Intervallskalenniveau? Daten können in eine natürliche Rangordnung gebracht werden Die Abstände zwischen den einzelnen Werten sind interpretierbar Beispiele: Raumtemperatur in Grad Celsius oder Fahrenheit..
  • Was sind die Voraussetzungen für Verhältnisniveau? Identisch mit der Intervallskala, verfügt aber über einen natürlichen Nullpunkt Beispiele: Raumtemperatur in Kelvin, Länge in Zentimetern, Zeit in Sekunden, Geld...
  • Was sind die Hauptgütekritieren? Erläutere diese. Objektivität (Ergebnisse sind unabhängig von Einflüssen der Untersucher/ Auswertung/ Interpretation) Reliabilität (Merkmal zuverlässig gemessen/ keine Messfehler) Validität (Das Verfahren misst das gewünschte Merkmal)
  • Nenne die Nebengütekriterien. Skalierung Normierung (Eichung) Testökonomie Nützlichkeit Unverfälschbarkeit Zumutbarkeit Fairness
  • Nennen sie die drei zentralen Grundbegriffe der KTT! Die KTT ist eine Reliabilitätstheorie Die Ergebnisse sind fehlerbehafte Der Messfehler variiert von Messung zu Messung
  • Was versteht man unter der Realibilitätstheorie? Die KTT ist eine Reliabilitätstheorie, liefert also eine theoretische Begründung der Reliabilität (Messgenauigkeit) eines Tests
  • Nennen sie die Axiome der KTT Der gemessene Wert setzt sich aus dem wahren Wert und dem Messfehler zusammen Der Mittelwert der Messfehler ist gleich Null Messfehler und wahre Werte sind unkorreliert Messfehler zweier Tests sind unkorreliert Messfehler eines Tests mit den Werten eines anderen Tests nicht korreliert
  • Was sind unsystematische Fehler? Nenne Beispiele dafür! Unsystematisch bedeutet, dass man nicht weiß, welche Fehlerquellen im konkreten Fall wie stark wirken und in welche Richtung Beispiele: äußere Einflüsse Schwankungen bei der Aufmerksamkeit, Motivation, der Probanden nicht eindeutige Itemformulierung Fehler bei der Dateneingabe
  • Nenne Beispiele für systematische Fehler Erinnerungseffekte Soziale Erwünschtheit
  • Wie ist die Reliabilitat formal definiert? Die Reliabilität eines Tests ist der Anteil der Varianz der wahren Werte (T) an der Varianz der beobachteten Werte (X).
  • Was ist der wahre Wert? Er könnte theoretisch ermittelt  werden,  indem  man  den  Test  extrem  (genau  genommen  unendlich)  oft durchführt und dabei sicherstellt, dass keine Erinnerungs- und Übungseffekte auftreten.
  • Wie entstehen Messfehler? Die Messfehler entstehen durch Fehler bei der Testkonstruktion, bei der Durchführung und bei der Auswertung des Tests.
  • Nennen Sie die Methoden der Reliabilitatsschatzung! -    Retest Realibilität-    Paralleltest Realibilität-    Split-Half Realibilität-    Interne Konsistenz
  • Was versteht man unter Retest Realibilität und was sind die Voraussetzungen? Wiederholung eines Tests - Vorassetzungen: o Merkmal bezogen auf das Retest-Intervall hinlänglich stabil o Wiederholung beeinflusst nicht die Messung Wiederholung eines Tests  Vorassetzungen:o   Merkmal bezogen auf das Retest-Intervall hinlänglich stabilo   Wiederholung beeinflusst nicht die Messung
  • Was versteht man unter Paralleltest Realibilität? Gleiche Person wird mit vergleichbarem Test gemessen        Voraussetzungen: o    Wiederholung beeinflusst nicht die Messung (Übung, Motivation,      Transfer)o    Test misst wirklich vergleichbares (hoher Aufwand für Konstruktion)
  • Was versteht man unter Split-Half Realibilität? -    Test wird in zwei vergleichbare Hälften halbiert-    Spearmans-Brown Korektur-    Berechnung der Korrelation der zeitgleich erhobenen Messwerte-    Korrigierte Korrelation gilt als Realibilitätsschätzung       Voraussetzungen:o    Korrekt vorgenommener Split
  • Wozu verwendet man die Spearman-Brown Formel? -    Kurze Tests sind in aller Regel wenig reliabel -    Korrelation von Testhälften unterschätzen somit die Realibilität-    Dafür gibt es die Spearman Brown Korrektur
  • Was versteht man unter interner Konsistenz? -    Test besteht aus so vielen Hälften wie Testteilen (Items)-    Mittelwert nach aller möglichen Testhalbierung nach Split-Half ergibt Alpha       Voraussetzungen:o    Nicht für alle Tests anwendbaro    Stichprobenabhängig
  • Wovon hangt Cronbachs Alpha ab? -    Je höher die Items interkorrelieren, desto höher fällt Alpha aus.-    Je mehr Items ein Test enthält, desto höher fällt Alpha aus.
  • Was gibt der Standardmessfehler an? Der Standardfehler gibt an, wie stark die Messfehler um die wahren Werte der Person streuen
  • Was gibt das Konfidenzintervall an? Das Konfidenzintervall gibt den Bereich an, in dem der wahre Testwert einer Person bei einer zuvor festgelegten Sicherheits- bzw. Irrtumswahrscheinlichkeit liegt.
  • Was gibt die doppelte Minderungskorrektur an? Die doppelte Minderungskorrektur liefert eine Schätzung für die Korrelation der wahren Werte zweier Variablen, wenn deren Reliabilitätskoeffizienten bekannt sind. Damit wird gleichsam die »Minderung« korrigiert, welcher Korrelationskoeffizienten unterliegen, wenn die miteinander korrelierten Messwerte fehlerbehaftet sind.
  • Warum werden manchmal einfache Minderungskorrekturen angeben? Die einfache Minderungskorrektur liefert eine Schätzung für die Korrelation eines Tests mit einem Kriterium unter der Annahme, dass das Kriterium messfehlerfrei erfasst wird. Damit wird gleichsam die »Minderung« korrigiert, die durch die fehlerbehaftete Messung des Kriteriums entsteht.   Die einfache Minderungskorrektur kann alternativ auch auf den Test angewandt werden (r corr Test ). Dazu wird in der Formel Rel c  durch Rel Test  ersetzt.
  • Nennen Sie einige immer wieder hervorgebrachte Kritikpunkte der KTT! -          Annahmen lassen sich nicht überprüfen -          Setzt metrisches Skalenniveau (Intervall bzw. Verhältnisniveau) voraus -          Korrelationskoeffizienten (d. h. die Schätzung der Reliabiltität sind populationsabhängig -          Homogenität kann nicht überprüft werden
  • Welches sind die vier wichtigsten Gütekriterien eines diagnostischen Verfahrens und welche »Leitfrage« sollen sie jeweils beantworten? Objektivität: Wie stark hängt das Ergebnis davon ab, wer die Testdurchführung leitet, den Test auswertet und interpretiert? Reliabilität: Wie genau oder zuverlässig ist das Messergebnis? Wie stark verändert sich das Ergebnis beispielsweise bei einer Testwiederholung? Validität: Wie gut gelingt es, genau das Merkmal zu messen, das mit dem Test gemessen werden soll (und nicht ein anderes)? Normierung: Wie gut lässt sich das Testergebnis mit den Ergebnissen anderer Menschen vergleichen?
  • Nennen Sie wichtige Merkmale des vom Testkuratorium entwickelten Testbeurteilungssystems! Allgemeine Informationen über den Test durch die Verfahrenshinweise und Beschreibung des Tests und seiner diagnostischen Zielsetzung Theoretische Grundlagen als Ausgangspunkt der Testkonstruktion Objektivität Normierung (Eichung) Zuverlässigkeit (Reliabilität/Messgenauigkeit) Gültigkeit (Validität) Weitere Gütekriterien (Störanfälligkeit, Unverfälschbarkeit und Skalierung)